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Detailfragen zu den Liegewagen der Bauarten 53 und 54

geschrieben von: Meisinger

Datum: 19.12.19 17:26

Da sich der vorweihnachtliche berufliche Stresstest dem Ende entgegen neigt und so langsam die Ruhe einkehrt sowie sich Zeitfenster öffnen, die man gern für Aktivitäten außerhalb des Broterwerbs nutzt, möchte ich hier im Forum einige Fragen zu den Liegewagen der Bauarten 53 und 54 stellen, die sich im Vorfeld der Erstellung einer tabellarischen Übersicht zu den Wagen mit den Nummern 17 601 – 17 938 und 17 959 – 17 970 aufgetan haben.

Bevor jetzt die Frage aufkommt, warum die Wagen mit den Nr. 17 939 – 17 958 ausgespart sind, möchte ich diesbezüglich vorgreifen: Diese Nummern wurden an Wagen der Bauart 58 vergeben, die hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein sollen.


Frage Nr. 1 – Verbleib des Wagens mit der Nr. 17 726


Der Wagen soll von Talbot im Jahr 1955 hergestellt worden und als CL4ümg-54 in blauer Lackierung von der DB übernommen worden sein. Ich vermute, dass er zur BD Hamburg gekommen und in Lübeck beheimatet worden ist.
Mehr Informationen zu bzw. über diesen Wagen konnte ich bislang jedoch leider nicht recherchieren.

Das heißt: Wo ist dieser Wagen abgeblieben?


Frage Nr. 2 – Farbgebung der blauen Wagen mit den Nr. 17 725 – 17 744

Diese Wagen wurden 1955 bei Talbot und Hansa gefertigt. Nach der Abnahme durch die DB sollen sie in Lübeck und Köln-Deutz stationiert und im Turnusverkehr in erster Linie zur Ergänzung der TOUROPA-Wagen eingesetzt worden sein.

Um die Farbgebung ranken sich allerdings einige Mysterien.

Beim Recherchieren bin ich Werk "Anstrich und Bezeichnung von Trieb- und Reisezugwagen" von Wolfgang Diener auf Angaben zur Farbgebung gestoßen, zu denen ich noch einige Fragen habe.

Bei den Farbangaben auf Seite 73, linke Spalte wird darauf verwiesen, dass bei der DB ab 1954 die blauen Wagen in RAL 5011 - Stahlblau zu lackieren waren. Weiterhin ist angegeben, dass ab 1955 auf auf RAL 5013 - Kobaltblau umgestellt worden ist.
Dementsprechend ist in der Erläuterung zum Bild des CL4ümg-53, DB 17 737 (müsste dies nicht ein CL4ümg-54 sein ?) auf Seite 76 oben wohl auch "Kobaltblau" angegeben.

In der recht dürftigen Literatur und sonstigen Beiträgen zu den Liegewagen wird andererseits jedoch davon ausgegangen, dass die blauen DB-Liegewagen, zu denen der o. g. Wagen zählte, noch in "Stahlblau" lackiert ausgeliefert worden sind. Oftmals wird auch der Begriff "F-Zug-Blau" verwendet.

Waren die ursprünglich blauen Liegewagen der DB nun in Stahl- oder in Kobaltblau lackiert?


Frage Nr. 3 – Elektrische Heizung / Elektrische Heizleitung

Bislang wird von den meisten Wagenspezialisten davon ausgegangen, dass alle Liegewagen der Bauarten 53 und 54, d. h. auch die mit Öl-Beheizung mit elektrischer Heizung ausgestattet geliefert worden sind.
In der v. g. Aufstellung "Die Personenzugwagen der Deutschen Bundesbahn", Stand 01. Jan. 1972, BD Nürnberg, Bf 18“ sind dagegen die mit Öl-Beheizung ausgestatteten Wagen allesamt ohne elektrische Heizung, d. h. mit „V, Öl“ und lediglich mit elektrischer Heizleitung „a – d“ ausgewiesen.

Leider vermag ich auf den im v. g. Buch von Herrn Diener auf den Seiten 75 und 76 eingestellten Fotos nicht mit Sicherheit zu erkennen, ob die Kennzeichnungen nun "Elektr. Heizung" oder "Elektr. Heizleitung" lauten.
Dass in der akribisch geführten v. g. Aufstellung hier etwas „unterschlagen“ worden ist, vermag ich nicht so recht zu glauben.

Auch würde ich es für plausibel halten, dass in der noch sehr auf Sparsamkeit ausgerichteten Nachkriegszeit auf die elektrische Heizungsausrüstung verzichtet wurde, wenn für den Betrieb auf den elektrifizierten Strecken die Ölheizung genutzt werden konnte. Letztere nur für den Einsatz während Stillstandzeiten zu nutzen hätte m. E. in keinem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis gestanden, da auf den Abstellbahnhöfen zur damaligen Zeit ja ausreichende Quellen für die Beheizung mit Dampf zur Verfügung gestanden haben.

Sollten die mit Ölheizung ausgerüsteten Wagen tatsächlich ohne „Elektrische Heizung“ und nur mit „Elektrischer Heizleitung“ ausgeliefert worden sein?


Frage Nr. 4 – Heizung mit selbsttätiger Regelung

Waren die ersten Liegewagen allesamt noch mit Heizungen ohne selbsttätige Regelung ausgerüstet? - Ich vermute mal, dass die selbsttätige Regelung erst ab der Nr. 17 709 (1. Wagen der von Rathgeber Ende 1954 ? / 1955 gelieferten Serie) serienmäßig zum Einbau gekommen ist.

Für diesbezügliche Hinweise / Informationen wäre ich außerordentlich dankbar.




Danke im Voraus für sachdienliche Hinweise und Informationen und Grüße in die Runde von

Dirk

Welche Bauarten waren das zu letzt?

geschrieben von: Frank Stephani

Datum: 19.12.19 17:41

Hallo Dirk,

welche Bcm-Bauarten waren das als letztes. Vielleicht hast Du ja die Bauartnummern auch.

Danke im voraus.

Frank Stephani

Re: Welche Bauarten waren das zu letzt?

geschrieben von: tbk

Datum: 19.12.19 17:50

Das dürften die Bcüm 241 gewesen sein (12 liege-abteile, ohne dienstabteil), die auch in einem anderen aktuellen thread angesprochen werden: [www.drehscheibe-online.de]

Im unterschied zu den gleichzeitig gefertigten abteilwagen (später Büm 232) waren auch die WC- und vorraumfenster 1 m breit und die kuckukslüfter waren in dachmitte angeordnet.


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Danke für die Info. (o.w.T)

geschrieben von: Frank Stephani

Datum: 19.12.19 19:04

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Frank Stephani

Re: Welche Bauarten waren das zu letzt?

geschrieben von: Meisinger

Datum: 19.12.19 20:27

Die Frage nach den späteren Bcm-Bauarten lässt sich grob und feiner gerastert beantworten.

Ich versuche mal den "groben" Einstieg nach der Aufstellung der BD Nürnberg:


53er => Gattungen: Bcüm, Bcümk _ Bauarten 251, 252 und 255

54er => Gattung: Bcüm _ Bauarten: 241 - 242


Für diejenigen, denen dies nicht reicht, kommt hier noch die feinere Rasterung auf der Basis der Aufstellung des Jahres 1972.

Bcüm 251.1
51-40 021 - 031
51-40 033

Bcüm 251
52-40 201 - 225
52-40 226 - 227
52-40 228 - 236
52-40 240 - 247
52-40 251 - 175

Bcümk 251.2
51-40 101 - 110

Bcüm 252.1
51-40 111

Bcüm 252
53-40 051 - 065

Bcümk 255
[50-40 901 - 917] => tatsächlich geführt als 50-40 751 - 756 (vormals Bcümk 255.1 _ 51-40 201 - 206) sowie 50-40 757 - 766 (vormals Bcümk 255.1 _ 51-40 207 - 217)

Bcümk 255.1
51-40 201 - 206
51-40 207 - 217



Bcüm 241.1
51-40 001 - 007
51-40 009 - 016
51-40 017 - 018

Bcüm 241

52-40 014 - 020
52-40 021
52-40 023 - 050
52-40 051 - 093
52-40 096 - 200
52-43 001
52-43 002 - 011

Bcüm 242
52-40 001 - 002
53-40 003 - 018

Bcüm 244
50-40 800 - 815



Büm 239

22-42 800 - 859
22-43 800 - 879



Wie gesagt, alles Stand 1972! - Vorangehende und spätere Umbauten / Umzeichnungen, 1.- und 2-Besetzungen von Nummern möchte ich Euch momentan ersparen.

Die in Bearbeitung befindliche, die Lebensläufe aller Wagen erfassende EXEL-Tabelle umfasst auf dem momentanen Bearbeitungsstand (19.12.2019) "gerade einmal" 2.334 Zeilen ...


Grüße von

Dirk


Nachtrag am 20.12.2019



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:20:06:47:30.

DB-Liegewagen vor 1962

geschrieben von: tbk

Datum: 19.12.19 21:17

Zu dem thema habe ich mal meinen Obermayer konsultiert .... zur "alten" liegewagenfamilie, also alles vor dem ab 1962 gebauten Bcm 243 (dessen derivate 248 und 249 heute noch bei verschiedenen betreibern laufen).

Bcüm 241 (ex CL4ümg-54, Bc4ümg-54): 12 abteile mit je 6 betten, "einige bekamen ein Übertragungsabteil" (wie war das denn eingerichtet?) 260 gebaut. Abteillänge 1712 mm.
Bcüm 242: umbau von 18 wagen Bcüm 241 ab 1960. Auf einer wagenhälfte neu statt vier sechsbettabteilen vier vorzugsabteile + ein halbabteil. Abteillänge 2285/1712/1160 mm.
Bcüm 244: umbau von 13 wagen Bcüm 241 ab 1970 (für Scharnow?), nur noch 10 abteile + begleiterabteil wie Bcüm 243, aber weiterhin drehtüren. Abteillänge 1912 mm.
Bcüm 251 (ex CLümg-53, Bc4ümg-53): wagen mit schürze für reisebürozüge, (Touropa?) sehr ähnlich Bcüm 241, teilweise mit küchen-, übertragungs- oder friseurabteil. 88 gebaut. Abteillänge 1712 mm.
Bcüm 252: umbau von 16 wagen Bcüm 251 ab 1960, analog Bcüm 242, (für Scharnow?). Abteillänge 2285/1712/1160 mm.
Bcüm 253 (ex Bc4ümg-58): nur noch 11 abteile und ein halbabteil für Touropa. 20 gebaut. Abteillänge 1790/1110 mm.
Bcüm 254 (ex Bc4ümg-60): ab werk mit vier vorzugsabteilen (wie 242, 252) für Touropa. Abteillänge 2285/1712/1160 mm.
Bcümk 255: umbau von 17 wagen Bcüm 251 ab 1961, große küche mit vorratsraum und gasherd, teilweise übertragungsabteil, noch 9 oder 10 liegeabteile, nur noch 1 WC und 1 Waschraum. Abteillänge 1712 mm.

Damit gab es drei bauarten kurzer vorzugsabteilwagen (242, 252, 254) mit vergleichbarem grundriss, alle hatten die vorzugsabteile in einer hälfte.

Zuordnung zu betreibern (Touropa, Scharnow) ist sicher nicht genau und teilweise nach bildern; wer weiß es besser?

53 in der UIC-nummer hieß nicht etwa 13 abteile, sondern 10½ abteile, entsprechend stand 54 für 11½ abteile. Ich kann mich allerdings gar nicht an solche halbabteil-wagen erinnern. Wurde vielleicht auch nicht verkauft, sondern als stauraum verwendet.


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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:19:21:28:58.

Re: DB-Liegewagen vor 1962

geschrieben von: Meisinger

Datum: 20.12.19 06:56

Obwohl die von Tobias erwähnten 244er mit der Ursprungsbauart eigentlich nicht mehr viel gemein hatten, habe ich sie in meinem vorangehenden Beitrag der Vollständigkeit halber ebenso noch ergänzt wie die durch Umbau entstandenen Büm 239.

Bevor wir jetzt allerdings in die besonderen Feinheiheiten der Vielzahl von Umbauten und Umzeichnungen abdriften, würde ich mich glücklich schätzen, wenn der Fokus nun wieder auf die eingangs formulierten Fragen gerichet werden könnte.


Danke und viele Grüße von

Dirk
Guten Morgen

Der gesuchte 17726 wurde im Mai 1956 bei der BD Essen ausgemustert.

Die Gründe sind mir nicht bekannt.

Quelle:

Auszeichnungen aus privater Hand

Wagen-Micha



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:20:09:19:51.
Danke Micha für den klärenden Hinweis.

Anlass für diese frühe Ausmusterung kann m. E. ja nur ein Unfall oder ein Brand mit Totalschaden gewesen sein.

Auch vermute ich, dass der Wagen bei der BD Essen, Heimatbahnhof Dortmund "gelistet" gewesen ist.


Insoweit sehe ich nun noch Klärungsbdarf bezügl. der Beheimatung der sonstigen Wagen des Nummernkreises 17 725 - 17 744, die nach mir bislang vorliegenden Angaben wie folgt verteilt gewesen sein sollen:

17 725 - 17 733 BD Hamburg, Heimatbahnhof Lübeck

17 734 - 17 744 BD Köln, Heimatbahnhof Köln-Deutz


Lässt sich dies anhand verlässlicher Quellen verifizieren?



Grüße von

dirk

Re: DB-Liegewagen vor 1962

geschrieben von: tbk

Datum: 20.12.19 22:28

Danke für die erwähnung der 239er, das erklärt, wohin all die liegewagen gekommen sind (mit dem aufkommen der 243er sind diese rasch zu den vorherrschenden liegewagen aufgestiegen).
Und es sind immer noch nicht alle umbauten; es gab auch noch Bcm 247: RoLa-derivate jener liegewagen, die als solche überlebt haben und nicht zu sitzwagen wurden. Dürften die letzten planeinsätze dieser "wagengroßfamilie" gewesen sein.

http://www.railfaneurope.net/pix/de/car/Kombiverkehr/Kombiverkehr_DF2.jpg

Hier ein solcher 2001 in Dresden-Friedrichstadt; die 142 dient nur noch als vorheizlok.

Tut mir leid, zur ursprungsfrage kann ich immer noch nichts beitragen.


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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:20:22:29:00.

Re: DB-Liegewagen vor 1962

geschrieben von: Meisinger

Datum: 21.12.19 09:32

Hallo Tobias,

endlich mal eine Aufnahme, die die Dachlandschaft, d. h. insbesondere die "besonderen Feinheiten" am Wagenende 2 zeigt. - Danke dafür!

Obwohl mir bewusst ist, dass ich nun selbst derjenige bin, der den Pfad der Fragestellung im Forum-Beitrag verlässt, wende ich mich kurzentschlossen hier mit der folgenden Frage an Dich, denn da Dein Postfach keine PN mehr aufnimmt und auch Mails an Dich als unzustellbar zurück gekommen sind, bleibt mir schlichtweg nur der Weg über den Beitragsbaum.

Also: Weißt Du, was es mit mit den Zurüstteilen auf dem Dach am WE 2 auf sich hatte?


Auch würde mich interessieren, um welchen Wagen es sich gehandelt hat, den da da "erlegt" hast.

Nach der Revisionsdatenbank kämen mit Ausmusterungsdaten nach 2000 die Folgenden in Betracht:

51 80 52-40 912-6 => + 30.07.2001
51 80 52-40 921-7 => + 30.07.2001
51 80 52-40 922-5 => + 28.02.2001
51 80 52-40 923-3 => + 31.01.2001
51 80 52-40 927-4 => + 31.12.2001
51 80 52-40 930-8 => + 31.12.2001


Viele Grüße von

Dirk

Kombiverkehr Bcm 247

geschrieben von: tbk

Datum: 21.12.19 14:57

Weiß ich leider nicht, ich könnte mir höchstens vorstellen, dass das der abgasauslass einer nachträglich eingebauten ölheizung ist.
Weiß jemand anders mehr darüber, was damals für den RoLa-einsatz verändert wurde?

Weitere aufnahmen ebenfalls von 2001:
http://www.railfaneurope.net/pix/de/car/Kombiverkehr/Bcm247_DF.jpg
http://www.railfaneurope.net/pix/de/car/Kombiverkehr/Kombiverkehr_Bcm_DF.jpg

Nummern leider nicht notiert, ich hatte auch keine gute kamera, höhere auflösungen dieser bilder sind nicht vorhanden.
Die RoLa-züge verkehrten 1994 bis 2004 zwischen Dresden-Friedrichstadt und Lovosice (CZ).
Wenn die Bcm 247 alle schon 2001 ausgemustert wurden, wurden sie wohl für die letzten jahre von RoLa-begleitwagen auf basis Bcm 243 ersetzt.


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Re: DB-Liegewagen vor 1962 - Bauartunterscheidung 53 -54

geschrieben von: A.St.

Datum: 22.12.19 15:26

Lieber „tbk“,

ich kenne Sie als sehr guten Wagenkenner. In einem Punkt scheinen Sie hinsichtlich der Unterscheidung der Liegewagen der Ursprungsbauarten Bc4ümg-53 und Bc4ümg-54 (ich benutze, der Einfachheit halber die Gattungsbezeichnungen 1956- ca. 1966) m.E. allerdings einem häufig kolportierten Irrtum zu erliegen, der in die Irre führt (Zitat: „Bcüm 251 [ex CLümg-53, Bc4ümg-53]: wagen mit schürze für reisebürozüge, [Touropa?]“):
Bauart 53 und 54 unterschied sich nicht darin, daß 53 mit Ölheizung und Schürze und 54 ohne Ölheizung und Schürze ausgestattet waren (die entsprechenden Umbauten aus diesen Wagen analog).
„Bauart 53“ waren einfach nur die im „Touropa“-Schema lackierten Wagen, die für deren Turnuszüge exklusiv „reserviert“ waren und in die (vielleicht sogar auf eigene Kosten der „Touropa“) besondere Musik-/Durchsageübertragungseinrichtungen (dazu zählten wohl auch besondere „Übertragungsabteile“) eingebaut waren (ich glaube, alle VerwGrp 53 Wagen hatten eingebaute Lautsprecher, aber eben nicht mit so aufwendigen Anlagen).
Zwar waren alle Bc4ümg-53 im „Touropakleid“ und mit Ölheizung und Schürze ausgerüstet, aber Bc4ümg-54 gab es sowohl ohne Ölheizung und Schürze, dann waren diese Wagen für den Regelverkehr vorgesehen (z.B. WagenNr. 17 665 - 17 676) und es gab sie mit Ölheizung und Schürze, dann waren sie für den Turnusverkehr der Reiseveranstalter Scharnow, Hummel und Alpen-See-Express vorgesehen, blau lackierte auch als Verstärkung für den „Touropa“-Turnusverkehr (z.B. WagenNr. 17 677 - 17 699 und 17 702 - 17 744).
Ich stütze mich damit hinsichtlich der Bauartzuordnung auf die „Weisbrod-Liste“ („MWF“ in DSO -Wagenforum- am 22.04.04). Mit etwas „Quellenkritik“ kann man „MWF“ (Markus Weisbrod, einem Mitarbeiter des DB-Museums Nürnberg) als wohl äußerst verläßtlichen Zeugen heranziehen, denn ihm waren alle noch existenten amtlichen und halbamtlichen Unterlagen zugänglich und ich habe bisher noch keine widersprüchlichen Aussagen zu Weisbrod gefunden (von der noch zu klärenden Heizungsfrage Whzdeö/Whzdö sehe ich hier einmal ab).
Die Zuordnung der Bc4ümg-54 zum Regel- oder Turnusverkehr ist dem Beitrag: „Giebichensteiner“ in DSO -Wagenforum- am 15.01.09, ein damaliger Scharnow-Reiseleiter, dem ich ich die gleiche Fehlerfreiheit, wie Weisbrod zutraue, der aber über anscheinend verläßliche eigene Aufzeichnungen verfügt, außer dem einer tabellarischen Aufstellung „KLB“ 334 [„Köln Lothar Behlau“?] im DSO Testforum am 20.09.09.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest
Axel Sternberg

Re: DB-Liegewagen vor 1962 - Bauartunterscheidung 53 -54

geschrieben von: tbk

Datum: 22.12.19 17:16

Danke für die klärung, so steht es in Horst J. Obermayer / J. Deppmeyer "Reisezugwagen Deutsche Bundesbahn":

CL4ümg-54 -> Bc4ümg-54 -> Bcüm 241 -> Bcm 241
ohne Schürzen, für den Regelverkehr der DB, Warmwasserheizung ohne Ölfeuerung
Nummernreihe 51-40 009, 52-40 001..267, 52-43 004..011

CL4ümg(K)-53 -> Bc4ümg(K)-53 -> Bcüm 251 -> Bcm 251
mit Schürze, für Reisebürosonderzüge, teilweise zusätzliche Ölheizung
Nummernreihe 51-40 033, 52-40 201..269

In mancher hinsicht ist dieses büchlein nicht sehr genau (so werden allgemein "Minden-Deutz-Drehgestelle" genannt, ohne auf die genauere bauart einzugehen); sind sie demnach unrichtig in der unterscheidung?

Zusatzfrage, wie sahen die schlusslichter aus? Hoch, tief oder beides? Da gab es bei den frühen m-wagen auch alles mögliche, zumal sich internationale standards erst herauszubilden begannen.

viele grüße und frohes feiern ... tobias benjamin köhler


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3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:25:17:32:01.
Hallo TBK,

da Sie ja scheinbar den Wagenhausverstand haben und offensichtlich auch viel Zeit, machen Sie doch einfach die Nachfolge-Ausgabe.

Re: DB-Liegewagen vor 1962 - Bauartunterscheidung 53 -54

geschrieben von: tbk

Datum: 22.12.19 23:47

Danke für das vertrauen, aber selbst mit mehr zeit müsste ich zuerst weit tiefer graben als bisher. Dazu fehlen mir ehrlich gesagt die primärquellen, der hausverstand ist aus diversen büchern und anderen veröffentlichungen angelesen. Es wurden schon einige personen genannt, die insbesondere in den früheren epochen (wie es aussieht) einen weiteren überblick haben.

(Und dabei habe ich noch nicht mal eines der wagen-sammelwerke im loseblattformat ....)

Bevor an die veröffentlichung eines weiteren werks dieser art gegangen wird, sollten vielleicht zuerst mal die vielen diskrepanzen in der vorhandenen literatur geklärt werden.

Was ist seitdem alles dazugekommen? Im fernverkehr die Bomz, Bvmz, IR-umbauten, CNL- und NZ-wagen, steuerwagen, Touristikzug ... im nahverkehr all die doppelstockwagen (einschl. IC2 und Skoda), RE-umbauten ex DB und DR, und da habe ich sicher noch vieles vergessen.


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Schlußleuchten VerwGrp 52 und 53-Wagen

geschrieben von: A.St.

Datum: 27.12.19 18:52

Lieber Tobias (ich hoffe, ich darf einfach das „Du“ benutzen),

ich hoffe, Du hattest ein frohes Weihnachtsfest! Deine Frage nach der Lage der Schlußleuchten bei den Wagen der Verwendungsgruppen 52 und 53 ist ja noch offen und ich hoffe, sie halbwegs präzise beantworten zu können.
Alle Grp 52 Wagen („Mitteleinstiegswagen“ wenn auch einzelne [A4ymg-54 und BR4ym-51] ohne mittige Türen) hatten kleinere Schlußleuchten unter der Dachkante und etwas größere (vielleicht findet man irgendwo genaue Maßangaben) etwa auf Wagenkastenmitte. Dies war in der gem. RIC noch nicht überall zugelassenen mittigen Lage begründet. Die Grp 52-Wagen behielten ihre oberen Schlußleuchten m.W. auch bis zur Ausmusterung (alle mir vorliegenden Bilder zeigen diese Schlußleuchten) bei, auch wenn sie wahrscheinlich ab Mitte der 50er-Jahre stillgelegt wurden.
Die ersten Grp 53-Wagen (C4ümg-54 - B4ümg-54, BC4ümg-55 - AB4ümg-55, AB4ümg-55 - A4ümg-55, BR4ümg-54 - AR4ümg-54, CL4ümg-53 - Bc4ümg-53, CL4ümg-54 - Bc4ümg-54 und CL4ümg-55 - Bc4ümg-55 (USATC) hatten ebenfalls aus demselben Grunde zunächst Schlußleuchten wie die Grp52-Wagen oben und unten. Die Probewagen C4üm-52 - B4üm-52 - B4üm-52/61 (auf Gummiwülste umgebaut), BC4üm-52 / AB4üm-52 / AB4üm-52/61 (auf Gummiwülste umgebaut), AB4üm-52 - A4üm-52 - A4üm-52/61 (auf Gummiwülste umgebaut) hatten sogar nur die oberen Schlußleuchten. Alle später gebauten Grp 53-Wagen hatten bis etwa Mitte der 60er-Jahre von Anfang an nur mittige Schlußleuchten. Bei den älteren Grp 53-Wagen wurden die oberen Schlußleuchten zugeschweißt (ich gehe davon aus, bei den Probewagen wurden erst mit Umbau auf Gummiwulst die Schlußleuchten zur Mitte verlegt).
Erstmalig bei den „n“-Wagen („Silberlinge“) waren die Schlußleuchten wegen der besseren Zugänglichkeit noch unter die Wagenmitte verlegt.
Die ersten Grp 53-Wagen mit tiefliegenden Schlußleuchten waren m.W. die Av4üm-62 und die Ap4üm-62, sowie der AR4üm-65, der WR4üm-64 und der WL4ümh-67.
Genaue Daten der Umstellung muß man wohl in den Originalunterlagen recherchieren.

Ich wünsche einen „guten Rutsch“ und hoffe, meine Angaben (weitestgehend auf Bildauswertungen basierend) können etwas helfen.

Axel Sternberg

P.S. Ich muß mich korrigieren: Grp52-Wagen hatten nur Schlußleuchten unter der Dachkante!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:27:19:14:30.

Re: Schlußleuchten VerwGrp 52 und 53-Wagen

geschrieben von: tbk

Datum: 28.12.19 16:55

A.St. schrieb:
Lieber Tobias (ich hoffe, ich darf einfach das „Du“ benutzen),

na klar ... danke für die übersicht, nur:

Zitat:
Die ersten Grp 53-Wagen mit tiefliegenden Schlußleuchten waren m.W. die Av4üm-62 und die Ap4üm-62, sowie der AR4üm-65, der WR4üm-64 und der WL4ümh-67.

Diese würde ich sicher nicht als Grp 53 bezeichnen, sondern als 62er: wie auch die Am 203, ABm 225, Bm 234, Bcm 243, BDms 273 (endziffer unterschiedlich wegen verschiedener anzahl probewagenbauarten) entsprechen sie dem standard UIC-X, was die wagenenden mit drehfalttüren, übergangsschiebetüren und schlusslichtern in mittellage betrifft. Bei WRmz 135 lagen sie dann teilweise noch tiefer als bei WRmh 132, ein kapitel für sich. Aber damit kommen wir endgültig vom thema ab.


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
Zur Frage Nr. 3 - Elektrische Heizung / Elektrische Heizleitung konnte ich dem heute erhaltenen Buch "Der Fahrzeugpark der Deutschen Bundesbahn" - Lehmann - Pflug einige Informationen entnehmen, die ich hier zitieren möchte:


zu TOUROPA - Liegewagen, Bc4ümg(k)-53


"Ebenfalls abweichend von den Schnellzugwagen der Regelbauart ist ein Ölbrenner anstelle der elektrischen Heizstäbe im Wärmetauscher der Warmwasserheizung eingebaut; hierdurch konnte auf die komplizierte Dreispannungsheizung verzichtet werden."



zu Liegewagen (Couchette), Bc4ümg-54


"Diese Wagen, ... ,unterscheiden sich von den TOUROPA-Wagen durch den teilweisen Wegfall der Lautsprecheranlage, eine dem anderen Verwendungszweck angepasste Innenausstattung und den grünen Außenanstrich ohne besondere Beschriftung."

Beide Wagen-Typen besaßen demnach ursprünglich eine Warmwasserheizung mit Dampfwärmetauscher und Ölbrenner.



Zur Frage Nr. 4 - Heizung mit selbsttätiger Regelung bin ich im v. g. Werk im Kapitel 3. Die 26,4 m - Schnellzugwagen der DB fündig geworden. Dort heißt es:

"Die Wagen haben eine automatisch geregelte Warmwasserheizung mit natürlichem Umlauf, ..."


"Außer der thermischen Regelung der Wassertemperatur in zwei von Hand einstellbaren Stufen (60° bzw. 90° Vorlauftemperatur) kann die Temperatur in jedem Abteil durch Verstellen von wärmedämmenden Klappen, die die Rippenrohre umschließen, feinstufig durch den Fahrgast selbst eingestellt werden."

Demnach wurde anfangs noch keine selbsttätige, d. h. in Abhängigkeit von der Außentemperatur über einen entsprechenden Fühler (Thermostat) die Vorlauftemperatur ohne manuelles Eingreifen wählende Heizungsregelung eingebaut.



Was mich nun allerdings noch beschäftigt, ist die Frage danach, wie erfolgte die Ableitung der Abgase des Ölbrenners?

In den Grundrissdarstellungen ist kein den Schlafwagen vergleichbarer, zwischen zwei Abteilen angeordneter Installationsschacht vorhanden, durch den die Abgasleitung von Ölbrenner unter dem Wagenboden durch den Wagenkasten bis zum Auslass im Dach hätte geführt werden können. Auch ist mir auf keinem der mir bekannten Vorbildfotos eine Abgasöffnung an den Wagen aufgefallen.

Sollten die Abgase also direkt aus dem Brenner ins Freie, d. h. unter den Wagenboden geströmt sein? - Ich halte dies ehrlich gesagt allein aus Sicherheitsgründen für nicht wahrscheinlich. - Bei den vom Wärmebedarf her vergleichbaren Schlafwagen war für die Beheizung immerhin eine Wärmemenge von 35.000 bis 40.000 kcal/h erforderlich bzw. angegeben, was schon eine beträchtliche Brennerleistung darstellt ...


Grüße in die Runde von

Dirk

Re: Detailfragen zu den Liegewagen der Bauarten 53 und 54

geschrieben von: tbk

Datum: 28.12.19 17:19

Meisinger schrieb:
wie erfolgte die Ableitung der Abgase des Ölbrenners?

Ich kann nur vermuten, dass es sich bei dem rechteckigen dachlüfter (in meiner aufnahme aus Dresden-Friedrichstadt zu sehen) genau darum handelt.
In Bochum-Dahlhausen ist ein wagen in Touropa-blau erhalten: [www.flickr.com] [www.flickr.com] (übrigens mit großen schlusslichtern in mittellage). Könnte vor ort geklärt werden, wenn jemand eine leiter mitbringt bzw. im museum eine ausleiht (der wagen steht normalerweise in der halle und da gibt es keine spannungsführenden oberleitungen).


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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:28:17:21:49.

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