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 10 - Wagen 

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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Die Mindener Kreisbahnen hatten einen Gerätewagen mit der Fahrzegnummer "G 151" im Bestand, bei dem die Fahrzeuggeschichte für mich und in der Literatur im Dunkeln liegt. Vielleicht läßt sich das ja ändern ...

Diafilm 20040414  (2) 002-1000.jpg

Bild 1: Am 14. April 2004 stand der Wagen in Minden am Bahnbetriebswerk.


IMG_0155-1000.jpg

Bild 2: Am 19.6.2018 stand er abgestellt im Bahnhof Minden-Oberstadt und ich konnte mir den Rahmen etwas genauer ansehen:


IMG_0183-1000.jpg

Bild 3: Der Handhebel zeigte, dass er ein Einwanderer ist: Das Wort "FEKSULY" ist Ungarisch und bedeutet "Bremsgewicht" (Meint Google-Übersetzer, ich hätte es sonst nicht herausbekommen).


IMG_0186-1000.jpg

Bild 4: Und das dürfte eine ehemalige Fahrzeugnummer sein: "Gzk 158 203".


IMG_0181-1000.jpg

Bild 5: Tja und hier bin ich jetzt mit meinem Latein, Ungarisch und auch dem google-Übersetzer am Ende: SAB kann ich ja noch lesen ... aber die beiden anderen Worte ergeben für mich so gar keinen Sinn.

Meine Fragen:

- Kann jemand so viel Ungarisch, dass er die Beschriftungen bei Bild 5 lesen und übersetzen kann?
- Kann jemand etwas zur Fahrzeuggeschichte erläutern oder gar das Rätsel seiner Herkunft auflösen?

Danke für eure Mithilfe, Gruss, christoph beyer


Das erste Wort lese ich ungefähr als "rakallilo". Das zweite vielleicht "raksulyyallo".
"raksuly" heißt Nutzlast auf ungarisch. Mehr weiß ich nicht.
Horst
Der dürfte nach Kriegsende in D stehrn geblieben sein. Diese Wagen wurde vor dem Krieg auch in die Niederlande geliefert und waren dort als "Hongaar" bekannt.

MfG

"mehr und mehr stellt sich m.E. heraus, dass Märklin mit der neuen BR 44 ein fast perfektes Modell fabriziert hat. Perfekt wäre es -das ist aber klagen auf sehr hohen Niveau- wenn das (...) zu sehende Durchdrehen der Antriebsräder auch akustisch untermalt worden wäre. " (soll man da lachen oder weinen...?)
Aus: [www.stummiforum.de]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Oben "fékállító" ist Bremss teller, was immer das sein soll.
Unten "raksúlyváltó", also Ladegewicht-Wechsler. Sicher das fotografierte Hebel, welche die Stellungen "Leer" und "Beladen" hat.
Moin.
a) Bremsartwechsel (G / P)
b) Lastwechsel (leer / beladen)
Bremsgestängesteller (als Bremsklotz-Verschleißnachstellung) und Lastwechsel (leer/beladen) der Bauart SAB

Beschreibung unter folgendem Link auf [www.bremsenbude.de] zu finden:
[bremsenbude.de]

Re: Hongaren

geschrieben von: tuswa

Datum: 15.01.19 22:59

Hallo,

Die "Hongaren" kamen erst Ende der 40er Jahren zu den NS, also nach WK2.
Museal erhalten ist CHHP 20972 aus 1949 bei der VSM in Beekbergen (NL).

MfG,
Tuswa.
Hallo zusammen,

der Wagen hat noch eine weitere Stelleinrichtung (unter dem roten "T"), die aber nur direkt am Steuerventil zu betätigen ist. Es dürfte sich um einen Geländewechsel oder um einen Löseartwechsel handeln...


Gruß vom Trecker
Moin,

solche Wagen wurden ohne Zweifel schon vor dem Krieg gebaut (in „Güterwagen 1.1 ist ein sehr ähnliches Fahrzeug der DR abgebildet).

Aufgrund der verbauten (Kegel?-)Rollenlager nichtdeutscher/nicht-UIC-Bauart (Gehäuse erinnert an FS-Radsatzlager) und der verbauten Bremse vermute ich, dass das Fahrzeug entweder nach dem Krieg für eine Staatsbahn gebaut wurde oder aber dort modernisiert.

Bei einer deutschen Privatbahn halte ich eine solche Modernisierung, noch dazu mit ausländischen Komponenten für unwahrscheinlich (...wozu?), DR/DB hätten den Wagen dagegen schnell „eingedeutscht“, wenn er bei ihnen verblieben wäre, allein aus Gründen der Instandhaltung.

Gruß,
Schlußscheibe
Könnte der im vorletzten Bild [www.drehscheibe-online.de] vor dem Stellwerk in Pirmasens Hbf abgestellte Wagen ähnlicher Provenienz sein?

Die Dachform ist vergleichbar, allerdings scheint er Klapptüren zu haben und die Diagonalstreben beginnen nicht am Wagenkastenende, sondern ein kleines Feld nach innen...

Gruß
vom Trecker
Trecker 1 schrieb:
Könnte der im vorletzten Bild [www.drehscheibe-online.de] vor dem Stellwerk in Pirmasens Hbf abgestellte Wagen ähnlicher Provenienz sein?

Die Dachform ist vergleichbar, allerdings scheint er Klapptüren zu haben und die Diagonalstreben beginnen nicht am Wagenkastenende, sondern ein kleines Feld nach innen...
Das ist ein ehemaliger Kühlwagen Ths 42.

MfG

"mehr und mehr stellt sich m.E. heraus, dass Märklin mit der neuen BR 44 ein fast perfektes Modell fabriziert hat. Perfekt wäre es -das ist aber klagen auf sehr hohen Niveau- wenn das (...) zu sehende Durchdrehen der Antriebsräder auch akustisch untermalt worden wäre. " (soll man da lachen oder weinen...?)
Aus: [www.stummiforum.de]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
NAbend,

ich habe etwas weitergesucht und in diesem ungarischen Forum als Baujahr für die Wagenserie "Gzk 158 200 – 207" das Jahr 1944 gefunden.
Ich hoffe, dass ich diese Auflistung richtig verstanden habe.

Bleiben also Hersteller (Magyar Vaggon- és Gépgyár Rt, Győr?) und Weg nach Minden offen ...

Gruss, christoph beyer

Re: Beitrag in einem ungarischen Forum gefunden (link)

geschrieben von: 970-222

Datum: 26.02.19 09:19

Hallo Christoph,

der ungarische Wagenkenner György Lovász schrieb mir für Dich:

Der Wagen wurde für die MÁV von GANZ im Jahre 1944 mit der Fabriknmummer 84251 geliefert.
In der Mitte der Langträger sollte man in Minden auch die Nr. 158203 und 84252 nebeneinander unter der ex-Position des Fabikschilds nach bischen "Putzen" des Langsträgers mit einem Schraubenzieher finden. Die Nummern sind etwe 15 mm hoch und immer leicht zu finden und lesen.

Der Wagen ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ungarn verschwunden.

Es handelt sich um einen typischen MÁV-Wagen mit 8 m Radsatzstand der Serie Gzk (G = gedeckt, z = mit 20 t Nutzlast und k = katonai, während 2. Weltkrieg für Militärzwecke entwickelt).

Er fragt:

Weiß jemand, was dieser Wagen zwischen 1944 und 2004 bzw. 2019 gemacht hat? War er bei der DB? Welche deutsche Bahnummer hatte er?
Wer kann Georg ähnliche Information über von den MÁV zu DR und oder DB gekommenen Wagen geben?
__

Gern leite ich PN oder E-Mails an György Lovász weiter.

Mit vielen Grüßen

André

Zu den ganzen Wagen der MKB

geschrieben von: Der Warendorfer

Datum: 27.02.19 15:07

Moin,

da gibt es eigentlich eine recht plausible Antwort:

Die Mindener Kreisbahnen (MKB) waren ja eigentlich eine meterspurige Bahn. Allerdings war gerade der Ausbau des Mindener Hafens nach der Inbetriebnahme des Mittellandkanals die Initialzündung, nach und nach die stark belasteten Strecken auch normalspurig zu befahren. Los ging es mit einigen Hafen- und Industriegleisen, dazu kam Minden - Meißen (hier fuhr kurzzeitig auch die Bad Eilsener Kleinbahn), Minden - Moorhoff zum Anschluss Tonindustrie Heisterholz und 1936 Minden - Kleinenbremen zur Anschluss des Erzbergwerkes.

Durch den Zweiten Weltkrieg kam der weitere Umbau in das Stocken, allerdings hatte man damals schon geplant, nach und nach das ganze Netz auf Normalspur umzubauen. Das passierte dann auch nach und nach in den zwischen 1949 und 1957.

Damit hatte die MKB aber das Problem, innerhalb kürzester Zeit einen vollständig neuen Fahrzeugpark aufbauen zu müssen. Für das meterspurige Material gab es meher oder weniger den Schrottpreis, neues und zeitgemäßes normalspuriges Material war teuer und kaum lieferbar.
Der MKB hat wohl die Nähe zu entsprechenden Dienststellen der jungen Deutschen Bundesbahn geholfen: Die bis 1947 bestehende Bezirksregierung Minden zog nach Detmold um und wurde so als Sitz des Bundesbahn-Zentralamtes Minden (BZA Minden) frei. Zwischen der MKB und dem BZA Minden gab es wohl sehr gute "Beziehungen", die der MKB ermöglichten, quasi "ersten Zugriff" auf gebrauchtes Fahrzeugmaterial zu haben.
Erinnert sei z. B. an die Übernahme eines ganzen Schwungs von Vorserien - V 36, der beiden VT 78.9 oder an "Einzelstücke" wie den einzigen bei der DB verbliebenen Reisezugwagen der Bauart "Heidenau - Altenberg", aus dem dann in der Werkstatt der MKB für überschaubares Geld ein richtig guter Dieseltriebwagen gebaut wurde.

Für den Personenverkehr wurde ein ganzer Schwung Länderbahnwagen überwiegend württ. Bauart übernommen, für den damals noch starken Binnengüterverkehr der MKB ein ganzes Sammelsurium an Güterwagen, für die die DB - weil Einzelstücke usw. - keine rechte Verwendung hatte.

Ich denke, dass dieser Wagen im Zuge des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland kam und dann zur MKB als Gelegenheitskauf kam. Vielleicht lief er als großräumiger Wagen auch zunächst im Binnenverkehr der MKB, z. B. für den Stückgutverkehr von / zu Melitta. Ein Foto von 1972 [www.schmalspur-ostwestfalen.de] zeigt diesen Wagen (bzw. einen baugleichen) mit der Kö 2 bei einem Hilfszugeinsatz zum Aufgleisen. - Naheliegend ist daher, dass der Wagen irgendwann in den 1960ern oder Anfang der 1970er zum Hilfszugwagen hergerichtet wurde, auch die Schiebetür dürfte kaum original sein.

Viele Grüße

Andreas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.19 16:45.