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 10 - Wagen 

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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Hallo liebe Leute,

heute kam mir beim scannen einiger weiterer Filme aus dem Fundus von Günter Schilp wieder einmal ein kurioses Foto unter das Scanner-Licht. Es zeigt den G-Wagen Stuttgart 482 auf der Straße. Nun auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches - wird wohl ein Straßentransport mit Zugmaschine und Culemeyer gewesen sein. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Bild doch als seltsamer als gedacht.

Vorab ein paar Daten zum Wagen und zum Foto selbst. Der Wagen entstand 1923 und hatte eine LüP von 8,4 Meter bei einem gewicht von 7 t, das Ladegewicht betrug 15 t. Ausgemustert wurde das Fahrzeug laut dem Buch "Das Buchauer Zügle" im Jahre 1964. In keiner mir bekannten Quelle wurde jemals etwas über das weitere Schicksal des Wagens berichtet.

Wie es nun den Anschein ergibt wurde der Wagen 482 zum straßentauglichen Anhänger umgebaut. Mein Foto, ich besitze alle Rechte und Pflichten an der Fotosammlung von Günter Schilp, zeigt den Wagen am 17.05.1965 in Bad Waldsee. Aufgenommen wurde das Foto aus dem Zimmer von "Onkel Günter". Als Zugmaschine fungiert ein mir unbekannter Schlepper der am Vorbau so etwas wie ein Eigentumskennzeichen trägt. Leider war es für mich unlesbar, möglicherweise könnte so etwas wie Jos. Waltenegger darauf stehen. Wie deutlich zu sehen wurde der Wagenkasten seines Rahmens beraubt und auf ein Untergestell mit Straßenrädern und lenkbarer Vorderachse aufgesetzt. man kann nicht mehr erkennen, dass es sich um einen ehemaligen dreiachsigen Güterwagen handelt. Nur die noch vorhandene Originalbeschriftung zeigt die Herkunft des Fahrzeuges an. Der Fahrzeugaufbau entspricht den Zeichnungen die Herr Seidel von dem Wagen für seine berühmten Schmalspurbücher angefertigt hat.

https://picload.org/image/dororadw/gs-0484-035-forum-a.jpg

https://picload.org/image/dororaia/gs-0484-035-forum-b.jpg

Vielleicht kann ja einer der Leser noch etwas mehr zu dem Bild beitragen. Die Fakten sind ja klar aber die Details fehlen eben noch. Wem gehörte der Wagen, was wurde darin transportiert? Wie lange war das Gefährt so zu sehen? Wäre schön wen jemand weiter helfen könnte.

Gruß von Bahnindianer

Hallo Georg,

mal vollkommen ins Blaue geraten: könnte auf dem fraglichen Schild vielleicht so etwas wie 'Güternahverkehr ??? Wolfegg ???' stehen?

Noch eine Frage: wo war denn Onkel Günters Zimmer in Bad Halsweh?

Grüße aus dem Süden!

Johannes Padberg

Meine Beitragsübersicht

Der Schlepper ist ein MAN 4R2 (o.w.T)

geschrieben von: Enno

Datum: 26.04.18 23:54

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Beste Grüße Enno http://www.abload.de/img/bornsignaturvef1.jpg http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg Bild anklicken
Liste meiner Schmuddel-Beiträge auf DSO



Hallo Johannes,

mit der Vermutung der Ortsname auf dem Schlepperschild könnte Wolfegg lauten könntest du recht haben. Ich glaube inzwischen nach einem erneuten - leider auch nicht besseren Scann - so etwas wie R. Beck vor dem Ortnamen entziffern zu können. Dieser Name kommt bei Tante Gooigle in Verbindung mit einer Firma die Industriehallen plant und baut.

Das Zimmer von Onkel Günter war in Bad Waldsee im Hause Meisterberg 1. Dies lag direkt an der Bahnstrecke bzw. der westlichen Ausfahrt aus dem Bahnhof Waldsee. Etwas rechts schräg gegenüber von seinem Domizil war die Firma in der er als Textil-Ingenieur arbeitete. Es war dies die Wüttembergische Seidenweberei Waldsee GmbH. Die Straße an der die Fabrik lag müsste die Stein bzw. Seidenstraße gewesen sein.

Hiermit vielen Dank für Deine Mithilfe. Dank auch an Enno für die Recherche bei dem Schlepper.

Gruß Georg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.04.18 08:29.
bahnindianer schrieb:
Das Zimmer von Onkel Günter war in Bad Waldsee im Hause Meisterberg 1.
Hallo Georg,

damit bestätigst Du meine Vermutung, dass das Gespann von der Aulendorfer Str. kommend nach rechts in die Bahnhofstr. einbiegt.

Leider ist damit aber die Frage nach dem Schicksal des Wagens 482 in keinster Weise beantwortet...

Grüße aus dem Süden!

Johannes Padberg

Meine Beitragsübersicht
Hallo Georg,

da ist Dir ja ein ganz interessantes Bild in den Scanner geraten !

Schön, daß jemand damals so geistesgegenwärtig war und im richtigen Moment den Fotoapparat parat hatte und auf den Auslöser drückte!

Danke für das Einstellen des Bildes, da machst Du sicherlich nicht nur Hans-Joachim, Andreas, Ludger und mir eine große Freude.


Auf der Aufnahme sieht man deutlich, daß es sich nicht um die Umrüstung zum straßenverkehrstauglichen "Anhänger" handelte, sondern lediglich über den Transport des von seinem Rahmen getrennten Wagenkastens auf einem mit einfachsten Mitteln dafür hergerichteten Landwirtschaftlichen Anhänger. ( Man kann im Bereich der Vorder- wie auch der Hinterachse deutlich das quer aufgelegte Kanthölzchen erkennen, jeweils etwas nach hinten zur Achsmitte versetzt. ). Im heutigen Straßenverkehr so nicht mehr vorstellbar...
( Als rund 20 Jahre später mehrere Wagenkästen wieder in der anderen Richtung unterwegs waren, diente ein Plateou-Anhänger und ein LKW als verkehrstaugliches Gespann.. )

Aber allem Anschein nach war der hölzerne Boden noch soweit stabil, daß der Aufbau die weite Reise bis nach "bald Wald seh" überstanden hat..
Bemerkenswert auch das noch auf dem Dach vorhandene Brett vom ehemaligen Bremsersitz.

Damals war es übrigens häufiger der Fall, daß jemand die Aufbauten kaufte, um sie als preisgünstigen "Schopf" für sein Brennholz, oder als Bienenstand oder als Unterstand auf der Weide für seine Viecher oder auch als Gartenlaube zu verwenden. Zeitweise gab es sogar eine Warteliste dafür, wie Käufer berichteten. Das Fahrwerk wurde jeweils von der Bahn behalten, die es dann selbst verwertete.

Mit freundlichen Grüßen

Schwellenleger



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.04.18 15:43.
Hallo Schwellenleger,

Du könntest mit Deiner Vermutung über die weitere Verwendung des Wagenkastens recht haben. Ich habe mich auch schon über die Querhölzer gewundert aber denen keinerlei Bedeutung beigemessen. Danke für Deine sicherlich richtige Einschätzung. Für die spricht in jedem Fall die Tatsache, dass sich kein weiteres Bild des Wagenkastens im Nachlass von Onkel Günter findet. Sonst hat er ja alle Motive so oft wie möglich abgelichtet - Film sparen war nicht seine Stärke, zum Glück. Gesichtet habe ich fast alles aus dem Nachlaß aber bei der Scannerei bin ich erst bei Film 490 und da sind wahrscheinlich noch weitere 1000 Filme vorhanden. Ich will in diesem jahr Bad Waldsee besuchen und da werde ich einen Abzug des Bildes mitnehmen. Vielleicht kann sich ja noch jemand erinnern wer eine solche Laube besessen hat.

Danke an alle und viele Grüße an alle

Georg - der Bahnindianer

Naja, vielleicht existiert er ja noch, vielleicht ist er aber äußerlich zwischenzeitlich mit einer Verkleidung versehen worden und nicht auf den ersten Blick erkennbar.. ;)
(Ich kenne da auch einen (ehemals) normalspurigen G aus der Zeit vor Einführung der Verbandsbauart, der hat zwischenzeitlich ein richtiges Satteldach mit Dachziegeln) Also wer im Gebiet südlich Waldsee / Wolfegg unterwegs ist: Augen auf, insbesondere bei Schuppen der Grundfläche 2,50 x 7,50!!! :D

Danke für das Scannen und Veröffentlichen dieses interessanten Zeitdokuments!

Gruß aus der Pfalz,

Hagen
Moin zusammen,

beim Schlepper könnte es sich um einen umgebauten MAN handeln. Seile, Windenvorrichtung und Anhängerfahrgestell lassen auf ein Forstwirtschaftliches Fahrzeug oder einen Hofhund eines Sägewerks schließen...

Achtungspfiff
Stephan