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 10 - Wagen 

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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Guten Morgen,

europaweit waren in den Eisenbahnen der Vergangenheit Abteilwaggons explizit im Tagesreiseverkehr im Einsatz, bei welchen man die bequemen Sitze zusammenschieben kann so dass aus sechs Sitzen ein bequemes Bett entsteht.

Hier ein exemplarisches Bild:
[www.abload.de]

In den östlichen Ländern und ganz vereinzelt auch bei DB Fernverkehr kommen diese Waggons auch noch heute in der Einrichtung zum Einsatz. ICH LIEBE SIE!

Nur bei jeder Fahrt stelle ich mir die Frage: Wieso wurde dies derart gebaut? Die Waggons sind ja explizit für sechs Personen je Abteil vorgesehen, so dass bei voller Auslastung das Zusammenschieben als Bett nicht möglich ist. Sogar im NV (1. Klasse) gab es n-Wagen mit derartigen Sitzen/Abteilen.

Konnte man früher diese Abteile vielleicht für zwei Personen als Schlafwagen (in der Nacht) buchen? Dann würde die Sitze-zusammenschieben-Funktion wieder sinnvoll erscheinen. Aber für die reine Nutzung als 6er-Abteil und im Tagesverkehr verstehe ich nicht, warum man sich (insofern der Waggon schwach ausgelastet ist) ein Bett errichten konnte.

Grüße und Danke!
JumpUp schrieb:

Nur bei jeder Fahrt stelle ich mir die Frage: Wieso wurde dies derart gebaut? Die Waggons sind ja explizit für sechs Personen je Abteil vorgesehen, so dass bei voller Auslastung das Zusammenschieben als Bett nicht möglich ist. Sogar im NV (1. Klasse) gab es n-Wagen mit derartigen Sitzen/Abteilen.

Konnte man früher diese Abteile vielleicht für zwei Personen als Schlafwagen (in der Nacht) buchen? Dann würde die Sitze-zusammenschieben-Funktion wieder sinnvoll erscheinen. Aber für die reine Nutzung als 6er-Abteil und im Tagesverkehr verstehe ich nicht, warum man sich (insofern der Waggon schwach ausgelastet ist) ein Bett errichten konnte.

Grüße und Danke!
Das Zusammenschieben der Sitze wurde gemacht, wenn der Zug nicht voll besetzt war. Bequemer war es übrigens, sich quer über 3 Sitze zu legen und diese jeweils nur ein kleines Stück auszufahren.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es Auseinandersetzungen gab, weil jemand in einem vollen Zug auch den Sitz gegenüber beanspruchen wollte.

Im Nachtreiseverkehr wurden diese Wagen eingesetzt, die Reservierung bezog sich aber immer nur auf einen Platz pro Fahrgast. Wenn der Zug leer war, hat man dann eben den Platz gegenüber mitgenutzt - oder eben auch eine komplette Sitzreihe.

Wenn man allerdings spät in der Nacht in einen solchen Zug eingestiegen ist, konnte es sein, dass man jemanden wecken musste. Da meist die Vorhänge zugezogen waren, konnte es auch die ein oder andere Überraschung geben.

Herzliche Grüße von
e pericoloso sporgersi
...
der trotz allem immer noch gerne Zug fährt
Dann ist Österreich ein "östliches Land", denn jeder nightjet hat solche wagen (in der regel Bmz 21-91.1 mit elf abteilen, in manchen zügen sogar Bbmvz ex Amz mit richtig großen abteilen).
Pro abteil werden sechs plätze verkauft, aber wenn drei oder weniger personen mitfahren, lassen sich die sitze in drei betten umwandeln.
Allerdings ist das nicht völlig flach, die beiden enden sind höher als die mitte. Um da bequem zu liegen, empfiehlt es sich, die knie mit einem mitgebrachten kissen zu unterpolstern. Dann noch eine decke mitbringen und was immer ihr noch zum schlafen braucht.

Für nachtreisen besteht reservierungspflicht im nightjet. So kann es vorkommen, dass du in ein fast volles abteil gebucht wirst, während woanders noch welche leer stehen. In diesem fall den platz zu wechseln, führt zu keinen problemen. Es ist nur kein verlass darauf; in einem über 50% vollen zug besteht natürlich kein anspruch auf einen liegeplatz im abteilwagen - wer einen solchen garantiert will, muss schon liegewagen buchen.

Zum einsatz im tagesverkehr führen manche gern die oma an, die ihren mittagsschlaf braucht und im nicht ganz vollen abteilwagen auch finden kann.


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.01.18 13:16.
Guten Abend,
diese Frage weckt schöne Erinnerungen aus der Jugendzeit und wenn ich auch nichts so richtig "Fachliches" beitragen kann, sind vielleicht doch einige Erinnerungen zur Nutzung der ausziehbaren Sitze an dieser Stelle von Interesse?

Da Freunde und Freundin im Süden (Tübingen) und auch einige Zeit in der Schweiz lebten und ich weit weg in Hamburg, bot sich in den 80 er und Anfangs der 90er Jahre die Nachtfahrt in D-Zügen für zahllose Wochenendfahrten an. Am preiswertesten war es natürlich ohne Liegewagenkarte und es war immer spannend, ob ausreichend Schlaf möglich war. Eine Zeitlang gab es auch eine sehr preiswerte Liegenwagenkarte ohne Bettzeug (wie hiess das noch??) aber da gab es manchmal schon beim Reservieren am Bahnschalter Probleme mit unkundigen Verkäufern. Also im D-Zug Sitzwagen! Abfahrt und Ausstieg erfolgte stets zu mehr oder doch eher weniger günstigen Zeiten, so dass zumindest beim Losfahren in der Regel schon ausreichend Müdigkeit und Erschöpfung aufgebaut war, neben jugendlicher Robustheit eine wichtige Voraussetzung für diese Reisen. Und dann kam der Egoismus durch, denn schliesslich schlief es sich am besten, wenn man maximal zu zweit ein ganzes 6er Abteil nutzen konnte... Es galt also, ein leeres Abteil zu finden, möglichst am Ende oder Kopf des Zuges, um möglichst wenig Zusteigende zu haben. Ideal war ein Halb Pack-Sitzwagen, der in manchen Zügen "verkehrt herum" angehängt war, d.h. Sitzplatzsuchende kamen erst in den D-Zug Packwagen (ja, da konnte man damals einfach durchlaufen) und dann nochmal in einen halben Waggon mit Abteilen. Aber die Meisten drehten eben am Packwagenbeginn um, denn was sollte denn da noch kommen? Dann hiess es, das Abteil vorzubereiten. Sitze ausziehen (manchmal klemmend, quietschend) und den Schlafsack ausgerollt und das Fenster auf, weit auf, denn wer steigt gerne in ein ausgekühltes Abteil? Voraussetzung war natürlich ein guter Schlafsack, meiner war damals und heute immer noch von einer Firma "Marmot Mountain Works" und gut geeignet. Der Schlafsack und ein untergelegter Pullover im Kopfbereich waren auch angenehm als Abstandhalter zu den uralten Sitzen, die voller Staub und Gerüschen sein konnten. Problematisch waren die mittleren Armlehnen, oftmals ausgeleiert und kaum in senkrechter Lage wegzuklappen. Dazu gab es in den Waschräumen Papierhandtücher, einige davon kleingefaltet halfen die Lehnen in der oberen Lage festzuklemmen. Am nächsten Morgen konnte man diese dann natürlich noch für die Katzenwäsche benutzen, vorausgesetzt, es plätscherte noch Wasser aus dem Hahn, wenn man via Fusspedal und Schubstange das Ventil öffnete - es waren nicht mehr die neusten Wagen und schon etwas liebloser gepflegt. "Mit 4" hiess in unserer Abkürzungssprache: "mit Wasser, Seife, Klopapier und Papierhandtüchern" ausgestattet. Das war nicht immer der Fall... Interessant war auch der Blick durch Toilettenfallrohre auf die Gleise, aber ich komme vom Thema ab - zurück ins Abteil. Der nächste Schritt war die Beleuchtung. Um es wirklich dunkel zu haben, mussten die Birnen für die kommende Nacht herausgedreht werden. Dazu liess sich die Lampenabdeckung relativ einfach abnehmen (kleine Drehverriegelungen) und die Birnen lockern. Die Wertsachen galt es so zu verstauen, dass ich ruhig schlafen konnte. Dazu wurde der Rucksack mit seinen eigenen Riemen unauffällig im Gepäcknetz verzurrt, so das keine finsteren Gestallten ihn einfach und leise wegnehmen konnten. Teures Gut - die Fotoausrüstung - kam unter die Sitze ganz in die Ecke an der Außenwand; Geld und die Fahrkarte im 1/3 DINA4 Format gefaltet in den Brustbeutel). Nun noch die "Sonnenblende" - ein Rollo oftmals aus störrigem beigem oder gelbem Kunststoff vor dem ganz oder teils geöffneten Fenster herunterziehen, die Vorhänge oder zumindest deren fadenscheinige Reste zum Gang hin soweit möglich zuziehen - und gemütlich ausstrecken, quer über alle 6 Sitze versteht sich. Die Tür war in der Regel nicht zu verriegeln, leider auch nicht mit dem "Bahnvierkantschlüssel" am Schlüsselbund, der zumindest gesperret Abteile, Wagen oder Toiltten im Notfall öffnen half. War alles erledigt, hiess es sich gemütlich ausstrecken, je nach Sitzzustand und Art quer, längs oder diagonal. Wunderbare Rollgeräusche und Schwankbewegungen liessen mich oft schnell in den Schlaf fallen. Wenn alles gut ging bis "morgens" in Bruchsal oder Offenburg (da stand im Winter extra an Gleis eins ein beheizter D-Zugwagen als Aufenthaltsraum für Umsteigende zur Schwarzwaldbahn). Wenn man nicht gestört wurde. Frankfurt war immer die gefährlichste Stelle für den Schlaf - unangenehme Überraschungen, von feiernden Bundeswehrsoldaten oder mitternächtlich hellwachen Reiselustigen, die trotz Kälte und fehlender Beleuchtung erstmal lautstark Sitze zusammenschoben und ein Wienerwaldhähnchen mampften - waren am besten zu vermeiden, wenn man im Wagen direkt hinter der Lok war, also weitweit weg vom Querbahnsteig. Oder w3ie gesagt im Halbpackwagen. War ich in Frankfurt wach, konnte die "Gefahrenzeit", also die Wartezeit bis zur Abfahrt (diese D-Züge hatten keine Eile, fuhren im Gegenteil viele Schlenker und Umwege) sich unangenehm dehnen und es war eine Erleichtrung, wenn der Zug nach dem kasernenartigen Abfahrtspfiff recht sanft anrollte.

Gleichgesinnte waren nie ein Problem, leises Eintreten, eine geflüsterte Begrüssung, etwas Zusammenrücken und es wurde weitergeschlummert, nun eben zu Zweit in zwei Schlafsäcken im Abteil des D-Zug-Sitzwagens 2.Klasse. Klack-Klack, huschende Lichtschatten, Fahrtwind, verwehende Bahnhofsdurchsagen ...

Es war einmal und ich bin froh, es erlebt zu haben.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.01.18 17:52.
Das Anzünden einer, oder gar einer bestimmten Zigarette ("Finas" - keine Leiche konnte süsslicher riechen) - wenn man Raucher war und natürlich nur im Raucherabteil - unmittelbar vor Eintreffen an einem Bahnhof erledigten die letzten Zweifel evtl. Abteilmitnutzer. :-)

Gruß
Detlev
cafea schrieb:
Es war einmal und ich bin froh, es erlebt zu haben


Ja, die Zeit Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre war zum Bahnreisen in Europa die beste. Aber heute gilt man als ewiggestrig, wenn man sich bei einer Nachtreise mit einem Sitz im grellen Grossraum oder einem Sitz im Bus nicht zufrieden gibt. Immerhin habe ich für 2/3 meiner Wochenpendelstrecke noch Abteile, wenn auch in modernerer Form und nicht mit ausziehbaren Sitzen. Sprich in den ABvmz des ALEX mit 5 Sitzen pro Abteil.

Die von mir auch sehr gerne benutzten Liegewagen ohne Bettzeug hiessen "Nacht Tramper". Mitte der Neunziger Jahre kamen bahnaffine Manager zum Schluss, dass man zwischen Basel und Hamburg lieber im Grossraum reist und führten im erfolgreichen DACH Hotelzug die ebenso erfolgreichen und beliebten Sleeperettewagen ein und schafften die Liegewagen ab. Den Anfang vom Ende der Nachtzüge haben eigentlich die Anbieter verursacht und nicht die Kunden oder die bösen Billigflieger...



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.18 13:21.
cafea schrieb:
Der nächste Schritt war die Beleuchtung. Um es wirklich dunkel zu haben, mussten die Birnen für die kommende Nacht herausgedreht werden. Dazu liess sich die Lampenabdeckung relativ einfach abnehmen (kleine Drehverriegelungen) und die Birnen lockern.
Gab es da wirklich eine nicht abdrehbare mindestbeleuchtung? Kenne ich nicht mehr; wenn alles aus ist, ist dunkel. Es scheint aber licht vom gang herein und die meisten bahnen haben die vorhänge zum gang wegrationalisiert, außer bei ein paar abteilen, die als dienst-, behinderten- oder stillabteil dienen.

Halbgepäckwagen haben meistens einen seitengang, allerdings kann der schon eine gewisse hemmschwelle für fahrgäste darstellen, die sich nicht auskennen.

Heute reise ich immer wieder mal im nightjet 464 von Graz nach Leoben. Der zug führt zwei abteilwagen Bmz 73, die auch für tagesrandreisende benutzbar sind (und das hochoffiziell, so wirbt der verkehrsverbund mit der spätverbindung von Graz nach Liezen). Wenn jemand mit im abteil sitzt, sind das manchmal fernreisende; selten versuchen diese um 22:24 schon zu schlafen, dann suche ich mir ein anderes abteil. In der regel ist ohnehin genug platz und wenn ich dann aussteige, ist es den anderen recht, wenn sie mehr platz haben. Jedenfalls ist zu dieser zeit oft im einvernehmen der reisenden die hauptbeleuchtung abgedreht und es werden ggf. nur die leselampen benutzt - wenn überhaupt.

Die vorübergehende abschaffung der liegewagen dauerte nur wenige jahre: 1995 wurden CNL eingeführt, die ersten Bvcmz 248.5 kamen 1999. Musterbeispiel für eine fehleinschätzung des marktes (wie hatten sich liegewagenbuchungen zuvor entwickelt?) Frankreich machte es letztlich anders und schaffte die schlafwagen ab, mit einem vierbettliegewagen 1. klasse als dann bester kategorie.

Zu Bundesbahnzeiten gab es übrigens auch züge mit dem vermerk "Schlafwagen- und Liegewagenzug" bzw. "Nur Schlaf- und Liegewagen", diese nahmen gar keine sitzwagenpassagiere mit und dienten somit auch nicht dem tagesrandverkehr. Welche das waren, überlasse ich den fahrplanhistorikern ....


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.18 11:48.
Im ersten Schritt sollte damit den Reisenden Sitze mit verstellbarer Rückenlehne geboten werden. Und weil's konstruktionsmäßig so einfach war, ließ man den Verstellbereich so weit, daß sich aus den Sitzen eine Liegefläche machen konnte, und hatte damit auch für den Verteidigungs- oder Katastrophenfall vorgesorgt.
Osteuropa??? Weit gefehlt..... siehe ein paar Einträge vorher : [www.drehscheibe-online.de]

Die DB hat ehemalige TEE-Wagen nun zu AB 111.2 umgebaut und setzt sie von Hamburg aus ein.
Die Sitze müssten hier noch ausziehbar sein.

Früher war ein ausziehbarer Sitz ein Service für den Kunden. Leider muss man sagen, daß derartiges von manchen REisenden mißbraucht wurde. Da lagen drei Leute bequem und andere Standen am Gang.
Sehr beliebt im Nachtreiseverkehr war es mittels Gürteln die Abteiltüre zu blockieren und die Vorhänge zuziehen.
Insgesamt ist das heute undenkbar - die Bahn befördert die Massen und immer mehr kommt man an die Grenzen. Da heisst es stramm sitzen und nicht mehr.

Heute wo ich die finanziellen Mitteln habe würde ich gern mal in einem reinen 1. Klasse-Zug r e i s e n und die Annehmlichkeiten geniessen - nebst einem fahrenden Restaurant...... leider spielt der Fahrgast da nicht mehr mit. Das Ziel dabei wäre eigentlich egal.
Von Rovereto am Gardasee mit einem Sonderzug nach Monaco (häh?), also München bis nach Hannover (der Zug endete in Hamburg) in einem 2. Kl Abteil mit der Familie zurück aus dem Urlaub.
Ab München zogen wir die Sitze aus und lagen Kopf an Füße und Kopf an Füße bis kurz vor Hannover auf diesen "Liegesitzen". Das war sogar halbwegs bequem.