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Moderatoren: allgäubahn - MWF

Zul. Geschwindigkeit bei Waggons (Newbie Frage)

geschrieben von: corsa636

Datum: 01.01.18 13:25

Hallo,

Muss gestehen kenn mich bei den Eisenbahnwaggons nicht wirklich aus... Habe mir ein tolles Buch über "DB Wagen" gekauft, aber trotzdem nocb ein paar Fragen :-)

Zulässige Geschwindigkeit:
Welche Technischen Voraussetzungen sind für gewisse Geschwindigkeiten Voraussetzung?!
Für 160km/h braucht es Scheibenbremsen & Magnetschienenbremsen, oder?
Dürfte man "nur" mit Scheiben- oder Klotzbremsen auch 150 (oder 159) Km/h fahren?
Wie steigt der Investitions- und Wartungsaufwand mit steigenden Geschwindigkeiten?

(Ab)wann braucht man Drückertüchtigung?

Wie sieht das ganze bei Güterwagen aus?

Vielen Dank für euren Input vorab!
Nein, für 160 km/h braucht es nicht zwingend Scheibenbremsen, die Rheingoldwägen von 1963 hatten zunächst noch Klotzbremsen. Mg-Bremse wohl ja, insbesondere für widrige Witterungsverhältnisse.

Über Jahrzehnte hat sich eigentlich bei 4-achsigen RZW die Abstufung 120/ 140 / 160 / 200 km/h eingebürgert, jedenfalls in Deutschland. Ältere Wägen aus Länderbahnzeiten mit ggf. reduzierter HG (zum Beispiel wegen Holzaufbauten) lasse ich mal außer Acht.

Re: Zul. Geschwindigkeit bei Waggons (Newbie Frage)

geschrieben von: tbk

Datum: 01.01.18 19:33

Es gibt sogar 200-km/h-wagen ohne magnetschienenbremsen (beispielsweise CNL-doppelstockschlafwagen).
Entscheidend für die bremstechnische geschwindigkeit sind die auf den ganzen zug gerechneten bremsprozente, da reicht es, wenn ein teil der wagen magnetschienenbremsen hat.
Für die lauftechnische höchstgeschwindigkeit sind je nach drehgestellbauart drehdämpfer/schlingerdämpfer erforderlich, die die periodische drehung um die hochachse dämpfen - bei drehgestellen MD36 beispielsweise oberhalb von 160 km/h.
Bei MD52 sind sie jedoch nicht nötig, da dort reibungselemente zwischen wiege und wagenrahmen die gleiche funktion übernehmen.
Druckertüchtigung ist so weit ich weiß erforderlich, wenn sich züge im tunnel ab einer relativgeschwindigkeit von 450 km/h begegnen ... oder "es sollte so sein": Ich bin selbst in unklimatisierten IR-wagen mit übersetzfenstern mit 200 km/h auf der schnellfahrstrecke Stuttgart - Bruchsal gefahren, während ICE mit 250 entgegenkamen. Ich weiß nicht, was aktuell das kriterium ist - auf der schnellfahrstrecke München - Nürnberg ist es jedenfalls erforderlich.
(Etliche wagen haben nominell die druckertüchtigung wieder verloren, wobei so weit ich weiß nur die verschleißanfälligen SIG-übergänge gegen billigere gummiwulste getauscht wurden.)

Re: Zul. Geschwindigkeit bei Waggons (Newbie Frage)

geschrieben von: cavemaen

Datum: 03.01.18 16:09

Ich hatte mal einen Post mr/a von 1967.

Dieser klotzgebremste Wagen war für 140km/h zugelassen. Nach der Revision ohne Gleitschutz-Prüfung kann der für nur 120 zugelassen werden, nach erfolgter Gleitschutz-Prüfung wieder auf 140km/h hochgesetzt werden.

Aber die MD-Sonderprüfung der Drehgestelle macht solche Wagen in der Unterhaltung teuer.

R.

Re: Zul. Geschwindigkeit bei Waggons (Newbie Frage)

geschrieben von: Thomas I

Datum: 03.01.18 18:30

tbk schrieb:
Es gibt sogar 200-km/h-wagen ohne magnetschienenbremsen (beispielsweise CNL-doppelstockschlafwagen).
Entscheidend für die bremstechnische geschwindigkeit sind die auf den ganzen zug gerechneten bremsprozente, da reicht es, wenn ein teil der wagen magnetschienenbremsen hat.
Für die lauftechnische höchstgeschwindigkeit sind je nach drehgestellbauart drehdämpfer/schlingerdämpfer erforderlich, die die periodische drehung um die hochachse dämpfen - bei drehgestellen MD36 beispielsweise oberhalb von 160 km/h.
Bei MD52 sind sie jedoch nicht nötig, da dort reibungselemente zwischen wiege und wagenrahmen die gleiche funktion übernehmen.
Druckertüchtigung ist so weit ich weiß erforderlich, wenn sich züge im tunnel ab einer relativgeschwindigkeit von 450 km/h begegnen ... oder "es sollte so sein": Ich bin selbst in unklimatisierten IR-wagen mit übersetzfenstern mit 200 km/h auf der schnellfahrstrecke Stuttgart - Bruchsal gefahren, während ICE mit 250 entgegenkamen. Ich weiß nicht, was aktuell das kriterium ist - auf der schnellfahrstrecke München - Nürnberg ist es jedenfalls erforderlich.
(Etliche wagen haben nominell die druckertüchtigung wieder verloren, wobei so weit ich weiß nur die verschleißanfälligen SIG-übergänge gegen billigere gummiwulste getauscht wurden.)
Auf der SFS Nürnberg - München sollte ja wenn ein ICE mit 300 entgegenkommt die Relativgeschwindigkeit bei 500km/h = >450km/h liegen.
Auch wenn der Zug dem der ICE entgegen kommt nur 190 oder 160km/h fährt, wäre die Relativgeschwindigkeit noch über 450km/h.