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Moderatoren: allgäubahn - MWF

? WRmz 134

geschrieben von: ACV M

Datum: 12.08.17 19:51

Hi,

Heros schreibt auf seiner Seite (https://heros-rail.com/de/reisezugwagen/ric-restaurantwagen-wrmz-134.html):

Zitat:
Nachdem die Fahrzeuge in Deutschland nur in gezogenen Zügen verkehren dürfen, hat DB Fernverkehr AG alle Wagen trotz sehr gutem Zustandes aus dem Verkehrseinsatz genommen.

Meine Frage ist, wieso dürfen diese Wagen nur in gezogenen Zügen verkehren? Fehlt hier die Wendezugsteuerung? Wenn ja, gibt es einen Grund, warum diese nicht eingebaut hat?

Danke für Antworten!

VG
ACV M

Re: ? WRmz 134

geschrieben von: gastronomie1916

Datum: 12.08.17 19:56

Die Wagen sind mal entgleist (= überpuffert), da diese mit 27,5m länger als reguläre Reisezugwagen sind.
Auf Anweisung des EBA wurde dann der Einsatz in Wendezügen verboten.

Hierzu finden sich über Google oder auch über die Suche hier ganz viele Informationen.

Re: ? WRmz 134

geschrieben von: Railpeter

Datum: 12.08.17 20:02

Moin,

die Wagen verfügen über die IS-Leitung und können technisch gesehen wie bis vor einigen Jahren im Wendezugverkehr eingesetzt werden.

Nach mehrfachen Entgleisungen innerhalb kürzester Zeit im Stuttgarter Bahnhofsvorfeld vor einigen Jahren wurde verfügt, dass die 27,5m langen Wagen nicht mehr in geschobenen Zügen und nicht an erster und zweiter Stelle in gezogenen Zügen eingesetzt werden dürfen.

Daraufhin wurden alle Wagen zusammengezogen und auf der IC-Linie Berlin - Amsterdam vereint, welche nicht im Wendezugverfahren betrieben wird. Die Wagen liefen dort an dritter Stelle (wenn vorne). Nach Gleisumbauten in Amsterdam durften die überlangen 27,5m Wagen auch dort nicht mehr hin, sodass diese mangels wirtschaftlicher Einsatzmöglichkeiten vor einigen Jahren abgestellt wurden.

Grüße Peter

http://www.rechtsweg-ausgeschlossen.de/laut_gegen_rechts_2006/unterstuetzer/mv_tut_gut.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.08.17 20:04.

Re: ? WRmz 134

geschrieben von: tbk

Datum: 12.08.17 20:09

Verschiedene speisewagentypen WRmz und ARmz sind 27,5 m lang und damit 1,1 m länger als die üblichen 26,4 m langen wagen.
Das teilt sich auf in 0,5 m mehr drehzapfenabstand und 0,3 m mehr überhang an jedem ende.
Der längere überhang bewirkt auch einen größeren seitlichen überhang im bogen. Das hat auf manchen weichenstraßen zu überpufferungen geführt.
Dafür wurden neue puffer montiert, welche jedoch versagten und daher die genehmigung verloren.
Nun hätten die puffer verbessert werden können, aber da lokbespannte züge von den ICEs überwiegend auf untergeordnete relationen verdrängt wurden und die Bordbistros, obwohl genauso alt, wohl billiger im betrieb sind (wenn auch nicht zuverlässiger), wurden die speisewagen außer betrieb genommen, obwohl sie erst wenige jahre vorher modernisiert und danach auch noch mit fahrgastinformationssystemen ausgestattet worden waren.

Es gibt noch 27,5 m lange wagen im betrieb: so hat BahnTouristikExpress mindestens einen WRmz 134 übernommen und Wagonservice hat die ex-DB-liegewagen mit vorzugsabteilen, die im "Metropol" nach Berlin fahren.
Die wagen des ICE 4 baureihe 412 sind sogar noch länger: Mittelwagen 28,75 m bei ebenfalls 19,5 m drehzapfenabstand (wie WRmz), der längere äußere überhang dürfte einen stärkeren einzug der wagenenden bedeuten und ist dank mittelpufferkupplungen und verteilter antriebstechnik kein problem. Schwierig wurde es nur bei langen wagen im geschobenen wendezugbetrieb mit puffern.

Die EW IV der SBB sind 26,4 m lang mit einem drehzapfenabstand von 18,6 statt wie sonst üblich 19 m (wegen der von den enden zurückgesetzten einstiege und diese haben wiederum den grund, dass eine etwas geringere fußbodenhöhe möglich ist, mit rampe zum übergang, und damit weniger stufen am einstieg). Bei der umstellung auf pendelzugbetrieb wurden alle EW IV mit breiteren puffern ausgestattet, einseitig mit PTFE-gleitplatten für möglichst geringe reibung beim schieben in weichenstraßen. Ich weiß nicht, ob die Deutsche Bahn sich diese pufferbauart beim umbau ihrer speisewagen angesehen hat.

http://uncia.at/WLABmz173OeBBk.png

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: ? WRmz 134

geschrieben von: gastronomie1916

Datum: 12.08.17 20:22

tbk schrieb:
(...)
Es gibt noch 27,5 m lange wagen im betrieb: so hat BahnTouristikExpress mindestens einen WRmz 134 übernommen und (...)

Bahntouristik hat inzwischen zwei WRmz 134.5
[www.drehscheibe-online.de]

Re: ? WRmz 134

geschrieben von: 11480

Datum: 14.08.17 08:08

Hallo

In Europa gibt es verschiedene Wendezugwagen die bei einer Länge von 26.4m noch kleinere Drehzapfenabstände als die SBB EW IV haben.
Z.B. die "langen Schlieren der ÖBB mit 18.3m oder die SNCF Corail Wagen Vu 80 - 85 mit 18.4m und Vtu mit 18.306m. Ob hier die Puffer modifiziert wurden oder ob Einschränkungen über gewisse Weichenstrassen bestehen kann ich nicht sagen.

Die SBB EW IV haben trotz der etwas geringeren Fussbodenhöhe gleich viele aber weniger hohe Treppenstufen.

Gruss
Ueli