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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Guten Abend,

seit meiner Ausbildung frage ich mich hin und wieder ob sich hinter der Gattungsbuchstabe eines Güterwagens auch etwa ein ganzes Wort verbirgt. Auch die Gattungsbuchstaben werden wie alles andere im Eisenbahnwesen ihren Ursprung haben, zumal mir die ein odere andere "langgeschriebene" Buchstabe logisch erscheint. Bei Reisezugwagen wiederum kann ich keine ähnlich anwendbare Logik erkennen. Mangels weiterer Information und weil die Suchfunktion auch nichts brauchbares ergab bin ich nun um euer geballtes Fachwissen angewiesen. Soweit so gut, nun zu den einzelnen Wagengattungen einschließlich eigener Deutungen, sofern ich sie bislang plausibel fand oder irgendwann gehört habe.

Wagen der Regelbauart

G - Gedeckter Wagen
O - Offene Wagen
R - Rungenwagen
K - Klappbordwagen (von Umbauten wie z.B. Kijls abgesehen)
E - ?

Wagen der Sonderbauart

F - Wagen mit Fallentladung (zumindest kenne ich parat keine, die nicht über die Möglichkeit einer Schwerkraftentladung verfügen)
I - thermisch Isolierte Wagen
L - Wagen für Ladeeinheiten (aufgrund der Nutzung bei Autotransportwagen wäre es zumindest nicht mehr aktuell)
S - Schwerlastwagen
Z - Zisternenwagen
H - ?
U - Ungewöhnliche Wagen
T - ?


Gruß,
WileeCoyote

Früher war immer alles besser. Zumindest solange man die Zeit nicht bewusst selbst erlebt oder gar durchlitten hat. - Before you criticise a man, walk a mile in his shoes. Then you will be a mile away from him and have his shoes.
Zur geschichte der gattungszeichen siehe [home.wtal.de]

Das UIC-system (ursprünglich von 1964) löste zahlreiche nationale bezeichnungssysteme ab, deshalb kann nicht nur von der deutschsprachigen bedeutung ausgegangen werden.
Bei E/F, G/H, K/L, R/S folgt jeweils die sonderbauart der regelbauart im alphabet; das ist sicher absicht.
Auch sollte es keine überschneidungen mit reisezugwagen-bauarten geben, deshalb fängt das ganze erst bei E an.
Darüber hinaus kann ich mir denken, dass kein land bevorzugt werden sollte, daher wurde es eine mischung aus vielen systemen.

E für offene güterwagen gab es bereits 1959 bei der DSB: [home.wtal.de]

Die unterscheidung zwischen regel- und sonderbauarten hat sich mit der zeit auch verschoben, so fielen manche selbstentladewagen früher auch mal unter E (Eds nach UIC 438-2 von 1964 wurde zu Fcs nach UIC 438-2 von 1980).

http://uncia.at/WLABmz173OeBBk.png

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
Hallo WileeCoyote

WileeCoyote schrieb:
.... ob sich hinter der Gattungsbuchstabe eines Güterwagens auch etwa ein ganzes Wort verbirgt. Auch die Gattungsbuchstaben werden wie alles andere im Eisenbahnwesen ihren Ursprung haben, zumal mir die ein odere andere "langgeschriebene" Buchstabe logisch erscheint.
WileeCoyote schrieb:
Soweit so gut, nun zu den einzelnen Wagengattungen einschließlich eigener Deutungen, sofern ich sie bislang plausibel fand oder irgendwann gehört habe.

....

Sofern es bei den "ausgeschriebenen" Hauptgattungen welche mit dem ersten Buchstaben mit der UIC-Bezeichnung eine Übereinstimmung gibt, ist das für mich eher eine "Eselsbrücke" als System

WileeCoyote schrieb:
Bei Reisezugwagen wiederum kann ich keine ähnlich anwendbare Logik erkennen.

Die finde ich noch logischer:
A = 1. Klasse
B = 2. Klasse
(C = vormalige 3. Klasse)
D = Gepäckwagen

WileeCoyote schrieb:
Mangels weiterer Information und weil die Suchfunktion auch nichts brauchbares ergab bin ich nun um euer geballtes Fachwissen angewiesen.

Neben Viktor Schiffer gibt es beim googlen nach den UIC-Bezeichnungen reichlich Quellen, nicht zuletzt beim allseits beliebten Wikipedia.

WileeCoyote schrieb:
Wagen der Regelbauart
....
O - Offene Wagen
...
E - ?

Für einen nach UIC in der Hauptgattung O eingeordneten Wagen fällt mir kein Beispiel ein.

WileeCoyote schrieb:
R - Rungenwagen
für mich _der_ klassische Rungenwagen ist der Kbs

WileeCoyote schrieb:
K - Klappbordwagen (von Umbauten wie z.B. Kijls abgesehen)

In der Hauptgattung R gibt es etliche mit abklappbaren Seitenborden. Die hätten dann ja auch nach K......

Also: Übereinstimmungen in meinen Augen Zufall bzw. Eselsbrücke.

Michael
WileeCoyote schrieb:

Guten Abend,

seit meiner Ausbildung frage ich mich hin und wieder ob sich hinter der Gattungsbuchstabe eines Güterwagens auch etwa ein ganzes Wort verbirgt. Auch die Gattungsbuchstaben werden wie alles andere im Eisenbahnwesen ihren Ursprung haben, zumal mir die ein odere andere "langgeschriebene" Buchstabe logisch erscheint. Bei Reisezugwagen wiederum kann ich keine ähnlich anwendbare Logik erkennen. Mangels weiterer Information und weil die Suchfunktion auch nichts brauchbares ergab bin ich nun um euer geballtes Fachwissen angewiesen. Soweit so gut, nun zu den einzelnen Wagengattungen einschließlich eigener Deutungen, sofern ich sie bislang plausibel fand oder irgendwann gehört habe.

Wagen der Regelbauart

G - Gedeckter Wagen
O - Offene Wagen
R - Rungenwagen
K - Klappbordwagen (von Umbauten wie z.B. Kijls abgesehen)
E - ?

Wagen der Sonderbauart

F - Wagen mit Fallentladung (zumindest kenne ich parat keine, die nicht über die Möglichkeit einer Schwerkraftentladung verfügen)
I - thermisch Isolierte Wagen
L - Wagen für Ladeeinheiten (aufgrund der Nutzung bei Autotransportwagen wäre es zumindest nicht mehr aktuell)
S - Schwerlastwagen
Z - Zisternenwagen
H - ?
U - Ungewöhnliche Wagen
T - ?


Gruß,
WileeCoyote

Hallo,

E-Wagen: offene Güterwagen in Regelbauart,
F-Wagen: offene Güterwagen in Sonderbauart. Beispiele für Wagen ohne Schwerkraftentladung sind Fas, wie sie zum Beispiel von SBB, CFL und SNCF eingesetzt werden,
K-Wagen: Flachwagen in Regelbauart mit Einzelradlaufwerken. Die Kijls sind keine Umbauten, sondern Neubauten.
R-Wagen: Flachwagen in Regelbauart mit Drehgestellen. Rungenwagen passt insofern nicht, dass zum Beispiel Rils oder Rins keine Klappborde haben.
S-Wagen: "Schwerlastwagen" passt hier nicht. Es handelt sich um Flachwagen in Sonderbauart. Siins oder Sgns zum Beispiel sind keine Schwerlastwagen.
T-Wagen: offene Wagen in Sonderbauart und öffnungsfähigem Dach (zum Beispiel Tamms, Tds...)
Hoffe etwas geholfen zu haben.

Viele Grüße vom
http://abload.de/img/bild4310headb.jpg
Hallo,

migru schrieb:


Für einen nach UIC in der Hauptgattung O eingeordneten Wagen fällt mir kein Beispiel ein.



Als O-Wagen werden/wurden Rungenwagen mit umklappbaren Seitenwänden der SJ, NSB. TGOJ, usw. eingereiht.

MfG,
Tuswa.
Bnrz436 schrieb:


Hallo,

E-Wagen: offene Güterwagen in Regelbauart,
F-Wagen: offene Güterwagen in Sonderbauart. Beispiele für Wagen ohne Schwerkraftentladung sind Fas, wie sie zum Beispiel von SBB, CFL und SNCF eingesetzt werden,
K-Wagen: Flachwagen in Regelbauart mit Einzelradlaufwerken. Die Kijls sind keine Umbauten, sondern Neubauten.
R-Wagen: Flachwagen in Regelbauart mit Drehgestellen. Rungenwagen passt insofern nicht, dass zum Beispiel Rils oder Rins keine Klappborde haben.
S-Wagen: "Schwerlastwagen" passt hier nicht. Es handelt sich um Flachwagen in Sonderbauart. Siins oder Sgns zum Beispiel sind keine Schwerlastwagen.
T-Wagen: offene Wagen in Sonderbauart und öffnungsfähigem Dach (zum Beispiel Tamms, Tds...)
Hoffe etwas geholfen zu haben.

Zudem noch;

G = geschlossene Wagen Regelbauart
H = geschlossene Wagen Sonderbauart
I = Kühlwagen
L = Flachwagen mit Einzelachesn Sonderbauart
U = sonstige Wagen
Z = Kesselwagen (ab 1980)

In der Schweiz gibt es noch X = Bahndienstwagen

Vor der UIC-Normierung hatte jedes Land ein eigenes System.

In Deutschland gab es zB

G = Geschlossene Wagen
O = Offene Wagen
K = Klappdeckelwagen, später auch Schwenkdachwagen u.ä.
T = Kühlwagen (Thermoswagen)
R = Rungenwagen
S = Schienenwagen
H = Schemelwagen (Holztransportwagen)
V = Verschlagwagen (Viehwagen)
BT = Behälter-Tragwagen

In den Niederlanden waren die Abkürzungen meist der französischen Sprache abgeleitet:
CH = Charette = Gedeckte Güterwagen
GT = Grande tombereau = 20t offene Güterwagen

In Polen gab es zB:
K = kryty = geschlossene Wagen
W = weglarka = offene Wagen

MfG,
Tuswa.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.17 14:06.

Wagengattung O anstatt K

geschrieben von: TWA

Datum: 02.04.17 15:21

>>> Für einen nach UIC in der Hauptgattung O eingeordneten Wagen fällt mir kein Beispiel ein.

Dem kann ganz schnell abgeholfen werden:

Hier mal ein paar Norweger:
[digitaltmuseum.no]
[digitaltmuseum.no]
[digitaltmuseum.no]
[www.njk.no]

Und hier gibt es ein Modell des schwedischen Os:
[www.nmj.eu]


In Skandinavien wurde bei der Einführung der UIC-Gattungen für einige Wagen die Hauptgattung O verwendet, die in anderen Ländern das K bekommen hätten.
Hier wird dies auf norwegisch erklärt: [www.njk.no]; siehe unter "T5-vognene"

Die Norweger hatten anfangs Flachwagen mit Rungen und steckbaren Bordwänden (N1 und N2). Ab 1913 wurden Wagen nur mit Rungen geliefert (T3 - T = Tre = Holz).
Ab 1916 wurden dieser Typ auch mit Rungen und 80 cm hohen Klappblechen geliefert (Tl3 - l = lemmer = Klappblech).
Wenn die Bleche auf den Boden geklappt waren, dann war es ein normaler Flachwagen; wenn die Bleche hochgestellt waren, dann konnten auch Schüttgüter wie Kohle, Koks und Brennholz transportiert werden.
In den 30er-Jahren wurden die tragfähigeren T4 / Tl4 beschafft; die Tl4 bekamen später die UIC-Gattung Om. Sie blieben bis Anfang der 90er im Einsatz.

Um 1960 herum wollte die UIC die T4 / Tl4 aus dem internationalen Verkehr herausziehen, vermutlich aufgrund der niedrigen Achslast von 15 t; die NSB wurde gedrängt, den UIC-Standardwagen K einzuführen. Allerdings mochte sich die NSB nicht mit den niedrigen Bordwänden anfreunden, da diese im Einsatz nicht so flexibel erschienen wie die hohen Klappbleche. Es wurde der neue T5 / Tl5 für 20 t Achslast entwickelt und ab 1962 gebaut; ab 1966 wurden die Wg dann auf die UIC-Gattungen umgezeichnet:
T5 = Kbps - Tl5 = Os
Von 1962 bis 1975 wurden 750 T5 / Kbps und 1.300 Tl5 / Os gebaut. Später wurden etwa 750 Wagen umgebaut, unter anderem zu Containertragwagen.

In Schweden und Finnland dürfte der Weg zur UIC-Gattung O ähnlich gewesen sein.


Als ich Anfang der 80er-Jahre die ersten schwedischen Os sah, habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, warum die Skandinavier ihre Wagen unbedingt O anstatt K nennen wollen. Nach über 30 Jahren hat sich das Rätsel in einer knappen Stunde gelöst :-)

Re: Wagengattung O anstatt K

geschrieben von: migru

Datum: 02.04.17 19:30

Vielen Dank für die Hinweise zu den O.

Michael
Vielen Dank an euch alle für eure Ausführungen!

So ist also manches doch heute mehr eine Eselsbrücke als alles andere. Durch die länderübergreifende Umzeichnung durch die UIC hat sich also der sprachliche Hintergrund mancher Gattungen schlicht erledigt, was ich mir irgendwo gedacht habe. Als O Wagen könnte man übrigens nach norwegischem Prinzip manche 687er Res klassifizieren, da es ein paar gibt mit sehr hohen Stirnwänden


Gruß,
WileeCoyote

Früher war immer alles besser. Zumindest solange man die Zeit nicht bewusst selbst erlebt oder gar durchlitten hat. - Before you criticise a man, walk a mile in his shoes. Then you will be a mile away from him and have his shoes.

Res 687 kann kein O sein, weil ...

geschrieben von: TWA

Datum: 03.04.17 02:04

>>> Als O Wagen könnte man übrigens nach norwegischem Prinzip manche 687er Res klassifizieren, da es ein paar gibt mit sehr hohen Stirnwänden

Bei Dybas finden wir die Definition der Bauarten: [www.dybas.de]

K
Zweiachsige Flachwagen in Regelbauart mit klappbaren Borden und kurzen Rungen
Lastgrenze >= 25 t und <= 30 t, Ladelänge >= 12 m

O
Offener / Flach-Mehrzweckwagen in Regelbauart mit zwei oder drei Achsen, umklappbaren Borden und Rungen
(eine andere Quelle definiert den O mit "umklappbaren Wänden und Rungen")
Wagen mit 2 Radsätzen: Lastgrenze >= 25 t und <= 30 t, Ladelänge >= 12 m,
Wagen mit 3 Radsätzen: Lastgrenze >= 25 t und <= 40 t, Ladelänge >= 12 m

R
Drehgestell-Flachwagen in Regelbauart mit klappbaren Stirnborden und Rungen
Lastgrenze >= 50 t und <= 60 t, Ladelänge >= 18 m und < 22 m


Und schon haben wir mehrere Gründe gefunden, warum ein Res kein O sein kann:
Der R hat immer Drehgestelle und somit mehr als 2 oder 3 Achsen.
Außerdem sind die Seitenborde nur etwa 40 cm hoch, was eher zur UIC-Regelbauart des K-Wagen passt, während die skandinavischen O-Wagen immer erheblich höhere Seiten- und Stirnwände haben, die sich auch nach innen klappen lassen. Dadurch werden sie eben zum Mehrzweckwagen, der sowohl als Flachwagen wie als offener Wagen eingesetzt werden kann. Man müßte mal in den UIC-Definitionen aus den 60er- und 70er-Jahren nachlesen, wie der O-Wagen genau definiert wurde und in welchen Details er sich vom K-Wagen unterschied.

Re: Res 687 kann kein O sein, weil ...

geschrieben von: RRoeland

Datum: 04.04.17 18:15

Hallo TWA,

ein Res kann bestimmt ein O sein, aber "umgekehrt": es wurden damals für die SJ auch Vierachser gebaut. Weil so etwas bei der Aufstellung der Nebengattungsbuchstaben der Gattung O nicht berücksichtigt worden war, konnte dieser Typ nur als "Res" bezeichet werden - "Oa" sind Dreiachser!
Ein Bild findet man z.B. bei Anton Kendall:

[www.tosh-railways.com]

(letztes Bild).

Ciao, RRoeland

*******

Re: Litt Res, Rs und O

geschrieben von: bengt

Datum: 04.04.17 19:40

RRoeland schrieb:

Hallo TWA,

ein Res kann bestimmt ein O sein, aber "umgekehrt": es wurden damals für die SJ auch Vierachser gebaut. Weil so etwas bei der Aufstellung der Nebengattungsbuchstaben der Gattung O nicht berücksichtigt worden war, konnte dieser Typ nur als "Res" bezeichet werden - "Oa" sind Dreiachser!
Ein Bild findet man z.B. bei Anton Kendall:

[www.tosh-railways.com]

(letztes Bild).

Ciao, RRoeland

*******

Die Vorgänger Litt Ob, Baujahr ab 1934, mit umklappbaren Borden und Rohrrungen wurde später als Litt Res/Rs bezeichnet.

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/O-/Ob/5.jpg~original

Etwa mitte der 50er Jahren wurde eine moderere Litt Ob gebaut die später als Litt Res bezeichnet wurde. Die Wagen die ihre Seitenborden beraubt wurde erhielten das Litt Rs.
http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/O-/Ob/1.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/R-/Rs/10.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/R-/Res/3.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/R-/Res/2.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/R-/Res/4.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/R-/Res/7.jpg~original

http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/O-/O-/2.jpg~original
Lituische "Schwedische Gondola". Für Spurweite 1524/1435 mm.
O-Wagen waren nicht nur in SE und NO verwendet sondern auch in Lettland und Litauen sowie in Grichenland und etwas abgeändert auch in Polen.
http://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/O-/O-/4.jpg~original

Die Ursprungstype ist etwa um die vorige Jahrhundertende entwickelt um ein Wagen die Holz und Kohle laden konte. In SE und NO war Kohletransporte nie eine bedeutende transportgut.

Die Litt Kbs ist auch angeschaft aber wegen die klobigen Seitenborden nie richtig acceptiert und alle oder fast alle wurde als Litt Kbps eingerichtet.

Re: Res 687 kann kein O sein, weil ...

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 04.04.17 23:27

TWA schrieb:

>>> Als O Wagen könnte man übrigens nach norwegischem Prinzip manche 687er Res klassifizieren, da es ein paar gibt mit sehr hohen Stirnwänden

Bei Dybas finden wir die Definition der Bauarten: [www.dybas.de]

K
Zweiachsige Flachwagen in Regelbauart mit klappbaren Borden und kurzen Rungen
Lastgrenze >= 25 t und <= 30 t, Ladelänge >= 12 m

O
Offener / Flach-Mehrzweckwagen in Regelbauart mit zwei oder drei Achsen, umklappbaren Borden und Rungen
(eine andere Quelle definiert den O mit "umklappbaren Wänden und Rungen")
Wagen mit 2 Radsätzen: Lastgrenze >= 25 t und <= 30 t, Ladelänge >= 12 m,
Wagen mit 3 Radsätzen: Lastgrenze >= 25 t und <= 40 t, Ladelänge >= 12 m

R
Drehgestell-Flachwagen in Regelbauart mit klappbaren Stirnborden und Rungen
Lastgrenze >= 50 t und <= 60 t, Ladelänge >= 18 m und < 22 m


Und schon haben wir mehrere Gründe gefunden, warum ein Res kein O sein kann:
Der R hat immer Drehgestelle und somit mehr als 2 oder 3 Achsen.
Außerdem sind die Seitenborde nur etwa 40 cm hoch, was eher zur UIC-Regelbauart des K-Wagen passt, während die skandinavischen O-Wagen immer erheblich höhere Seiten- und Stirnwände haben, die sich auch nach innen klappen lassen. Dadurch werden sie eben zum Mehrzweckwagen, der sowohl als Flachwagen wie als offener Wagen eingesetzt werden kann. Man müßte mal in den UIC-Definitionen aus den 60er- und 70er-Jahren nachlesen, wie der O-Wagen genau definiert wurde und in welchen Details er sich vom K-Wagen unterschied.

Hallo TWA,

Dein dybas Hinweis ist einfach daneben!

Der TO fragte nach dem Ursprung und nicht nach dem, was sich ein paar Hirne vor ein paar Jahren neu ausgedacht haben. Nach deiner Darstellung hätten zB viele tausend R-Wagen jahrzehntelang mit 2 fehlenden Achsen herumgeeiert. Und ein offener Wagen ist ein O-Wagen und kein Effener Wagen.

Es hilft, mal die Ursprungsfragen zulesen. Ja, LESEN!

Falls der TO nicht den Bezeichnungsursprung, sondern die Herkunft aktueller Bezeichnungen meinte, dann war das auch zu unpräzise. Wenn wir zu den Länderbahnen zurück gehen, finden sich auch noch ganz andere Bauartbezeichnungen. Aber das wird etwas zu umfangreich.


Noch en Gude,
Manfred

PS: X-Wagen - wer hat's erfunden? Weiß ich nicht, aber nicht nur die Schweizer, auch die deutschen Bahnen hatten viele Jahrzehnte lang X-Wagen, sogar XX- Wagen.
Hallo WileeCoyote,

für mich ist die "Ursprungsbedeutung einer Wagengattung" die Bedeutung, die als ursprüngliche Bezeichnung eine Eigenschaft charakterisierte. Also beginnt das Ganze in der Länderbahnzeit, wird in der Reichsbahn- und Bundesbahnzeit fortgesetzt. Hier kann man am Buchstaben, der einer Hauptgattung zugeordnet ist ganz gut die Eigenschaft eines Güterwagens erkennen. Diese Hauptgattung ist durch Nebengattungszeichen verfeinert worden. Durch die UIC wurde das im Jahre 1964 grundlegend geändert.

Ursprünglich gab es bei den Güterwagen 8 Hauptgattungen. Der Regel-Güterwagen ist 2achsig, ein paar wenige vierachsige Dienstkohlen- und Schienenwagen sind im Einsatz. Aber auch die ersten Spezialisten, gekennzeichnet durch Nebengattungszeichen, sind bereits unterwegs. Nachfolgend der Versuch einer Auflistung der Güterwagen, beginnend zur Länderbahnzeit und die jeweils neuen Gattungen von Reichs- und Bundesbahn darunter gesetzt. Drehgestellwagen werden durch Verdoppelung des Hauptgattungszeichens gekennzeichnet.
Hinter dem => die UIC-Bezeichnung ab 1964:

G - gedeckte Güterwagen => G
Gk - Kühlwagen, ab 1944 bei einzelnen Neubauten T, 1948 dann allgemein T => I
Gl - Gedeckte Großraumwagen (Hohlglaswagen) => Gb
H - Langholztransportwagen => Lck
K - Klappdeckelwagen => T
O - offene Wagen, stirn- oder seitenkippfähig => E
O - offene Wagen mit abbordbaren Stirn- und Seitenwände => O
Ot - Selbstentlader => Fd
OOt - Selbstentladewagen mit Drehgestellen => Fa
OV - hochbordiger Großviehtransportwagen; wurden durch G abgelöst
R - Rungenwagen => K
S - Schienenwagen => K
SS - Schienenwagen mit Drehgestellen => R
V - Verschlagwagen für Kleinvieh => He
X - Flachwagen ohne Rungen => Kl

Bei der Reichsbahn geht die Spezialisierung weiter, was sich in erster Linie durch eine Vermehrung der Nebengattungszeichen bemerkbar macht. Drehgestellwagen werden als Selbstentlader im Kohle- und Erzverkehr eingesetzt, Tief- und Durchlader für große Werkstücke, zumeist der Stahlindustrie, verwendet, die Schwerlastwagen für große (Ketten-)Fahrzeuge und kurz vor Kriegsende der gedeckte Güterwagen für sperrige, großvolumige Güter hergestellt:

Gltr - Großraumwagen mit Stirntüren => Hbc
Gll - „Leig“-Einheit => Hk-z
GG - gedeckter Güterwagen mit Drehgestellen => Ha
Ok - Kübeltransportwagen => F-zz
Ro - Rungenwagen ohne Rungen => Kl
SS - Schwerlastwagen mit Drehgestellen => S
SSt - Tiefladewagen mit Drehgestellen => Uai

Bei der DB ging die Spezialisierung weiter. Man musste dem LKW Paroli bieten. Die G-Wagen wurden durch Schiebedächer vom Kran aus be- und entladbar, Schiebewände erlaubten die Beladung durch Gabelstapler, der Behälter wuchs vom Collico zum Container und außerdem versuchte man den Konkurrenten „Huckepack“ zu nehmen. Bei den O-Wagen entstanden verschieden Bauarten, die den Entladevorgang beschleunigen sollten, um das mühselige, personalintensive Schaufeln abschaffen zu können. Der Drehgestellwagen spielte weiterhin nur eine Rolle im Kohle- und Erzverkehr als OOt, bei anderen Bauarten war die Entwicklung eingeleitet, die Akzeptanz von Drehgestellwagen bei den Kunden aber noch zu klein für die Serienproduktion:

BT - Behältertragwagen „Von-Haus-zu-Haus“-Verkehr => L
Kd - Silowagen für Druckluftentladung => Uc
Kg - Schiebewandwagen => H
Kgk - Schiebedach- und –wandwagen => T
Kk - Schiebedachwagen => T
Kt - Klappdeckel-/Schwenkdach-Selbstentlader => Td
Off - Autotransportwagen => La(a)e (das Auto als „selbstladender Behälter“)
Oi - Muldenkipper => F-z
Ou - Hubkipper => Eo-u
Ot - Drehschieber-Selbstentlader => Ed, da E-Wagen ab 1980 einen flachen Boden haben müssen => Fc
Ov - Mittenselbstentlader => El-u
SSi - Niederflur Huckepackwagen => La-z/Sa-z
T – Kühlwagen („Thermos“-Wagen), Umzeichnung der Gk => I

Bei den Hauptgattungszeichen sind also seit der Länderbahnzeit die Gattungen BT und T dazugekommen.

Die UIC legte dann 1964 für die Güterwagen die folgenden Hauptgattungen fest:

E - 2achsiger offener Wagen in Regelbauart, stirn- und seitenkippbar
F - 2achsiger offener Wagen in Sonderbauart
G - 2achsiger gedeckter Wagen in Regelbauart
H - 2achsiger gedeckter Wagen in Sonderbauart
I - 2achsiger Kühlwagen
K - 2achsiger Flachwagen in Regelbauart
L - 2achsiger Flachwagen in Sonderbauart
O - 2achsiger offener/flacher-Mehrzweckwagen in Regelbauart mit umklappbaren Stirnwänden und Rungen
R - Drehgestellflachwagen in Regelbauart mit umklappbaren Stirnwänden und Rungen
S - Drehgestellflachwagen in Sonderbauart
T - 2achsiger Wagen mit öffnungsfähigem Dach
U - 2achsige sonstige Wagen und insbesondere Wagen in Sonderbauart für die Beförderung flüssiger, gasförmiger oder pulverförmiger Güter.

Die Bedeutungen von H, K, R und S haben sich also grundlegend gewandelt.
Der Einsatz von Drehgestellen wird nicht mehr durch Verdoppelung der Hauptgattung angegeben sondern durch den Buchstaben „a“. Er macht die Wagengattungen E, F, G, H, I, T und U zu Drehgestellwagen, die L werden dreiachsig und die S sechsachsig. Erst durch das „aa“ werden die L vierachsig, die S haben dann 8 oder mehr Achsen.
Durch einen Bindestrich werden hinter der für alle Mitglieder der UIC verbindlichen Gattungsbezeichnung noch nationale Merkmale angeschrieben, deren Bedeutung jede Bahn für sich benennen kann.

1980 wurden dann die Kesselwagen als neue Gattung Z aus den U herausgelöst.

Viele Grüße
Ulrich

Wer oder was ist daneben?

geschrieben von: TWA

Datum: 06.04.17 01:31

>>> Dein dybas Hinweis ist einfach daneben!

Ach was? Und wie soll ich jetzt Ihren Beitrag einstufen?


>>> Der TO fragte nach dem Ursprung

Stimmt, das fragte er mal ganz am Anfang im ersten Beitrag


>>> und nicht nach dem, was sich ein paar Hirne vor ein paar Jahren neu ausgedacht haben.

Der Teil des Satzes ist ein bißchen unlogisch, denn wenn er den Ursprung der ergründen möchte, dann fragt er doch danach, was und warum sich ein paar Hirne das mal so und nicht anders ausgedacht haben. Und der Begriff "Vor ein paar Jahren" deckt ja wohl die Entstehung sämtlicher Bezeichnungssystem ab: Länderbahnen, Reichs- und Bundesbahnen, sowohl deutsche wie fremdländische, UIC, nicht-UIC.
Da müssen Sie wohl mal etwas präziser werden.


>>> Nach deiner Darstellung hätten zB viele tausend R-Wagen jahrzehntelang mit 2 fehlenden Achsen herumgeeiert.

Irgendwie kann ich Ihnen gar nicht mehr folgen: Einem Res 687 sollen jetzt 2 Achsen fehlen? Reichen 4 denn nicht mehr aus?


>>> Es hilft, mal die Ursprungsfragen zu lesen. Ja, LESEN!

Also ich habe sowohl die Ursprungsfrage wie auch spätere Beiträge gelesen. Sie auch?
Das bezweifele ich nämlich ein bißchen. Und damit Sie sich nicht ein weiteres Mal blamieren, werden ich es gerne mal erläutern.


Beitrag des TO vom 02.04.17 21:45:
"Vielen Dank an euch alle für eure Ausführungen!

So ist also manches doch heute mehr eine Eselsbrücke als alles andere. Durch die länderübergreifende Umzeichnung durch die UIC hat sich also der sprachliche Hintergrund mancher Gattungen schlicht erledigt, was ich mir irgendwo gedacht habe."
(Ein klarer Hinweis, daß die bisherigen Beiträge offenbar seine Frage zufriedenstellend beantwortet haben)

"Als O Wagen könnte man übrigens nach norwegischem Prinzip manche 687er Res klassifizieren, da es ein paar gibt mit sehr hohen Stirnwänden."
(Dieser Satz hat offenbar nichts mehr mit der Ursprungsfrage zu tun, sondern scheint eine Replik auf den Beitrag "Wagengattung O anstatt K" zu sein, die man als eine Einladung deuten kann, sie zu kommentieren. Was ich dann gemacht habe.)

Und "687er Res" dürften Wg gemeint sein, die anhand des UIC-System eingeordnet wurden.
Da ich von Dybas die Gattungsbezeichnungen des UIC-Systems zitiert habe, passen diese Zitate ja wohl eindeutig zu der Feststellung "Res 687 kann kein O sein, weil ..."
Insbesondere auch, weil die Höhe der Bordwände eines (deutschen) Res 687 nicht mit Höhe der Bordwände eines norwegischen oder schwedischen Om oder Os konkurrieren kann.


Fazit:
Entweder habe ich den Witz in Ihrem Beitrag übersehen, oder Sie haben versucht, sich künstlich aufzuregen, ohne meinen Beitrag gelesen UND verstanden zu haben.
Da bin ich von Ihren bisherigen Beiträgen aber etwas anderes gewöhnt ;-)