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Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 31.01.09 00:21

Diesen ehem. 2./3.-Klasse-Eilzugwagen - dann wohl später 1./2. Klasse - fotografierte ich Ende der 70er in Halle/S. Gbf:

http://www.holgerkames.de/Bilder/halle03.jpg

Nur die Schwanenhalsdrehgestelle bereiten mir Probleme. M.W. wurden die Wagen alle mit Drehgestellen der Bauart "Görlitz III leicht" ausgeliefert, oder täusche ich mich da?
Es kann natürlich auch sein, daß man die originalen Drehgestelle für irgendwas gebraucht hat und schob diesem Exemplar dann alte "Füße" unter. Wer weiß...!?

http://www.holgerkames.de/Bilder/CIMG2207.jpg
"Ein' feste Burg... "

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: Peter Bäuchle

Datum: 31.01.09 00:59

morsche

wie bei der Verwendung als Bahndienstfahrzeug (DB und DR) nicht unüblich wurden die "besseren" Görlitz-Dg unter Reisezugwagen weiterverwendet, die Bdw bekamen die einfacheren Dg.
mfg
Peter Bäuchle

Re: Für Mod.-Wagen...

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 31.01.09 01:12

... als man anfing diese quasi auch neu zu bauen und nur "Karteileichen" auszumustern hat man von Eilzugwagen die "alt" blieben die Görlitzer DG genommen uns sie bei denen meist durch Schwanenhals-DG und solche preussischer Regel-BA ersetzt, siehe auch die Wagen in Stassfurt.

MfG

MMM

Dein Verdacht - nicht abwegig

geschrieben von: Isartalbahner

Datum: 31.01.09 01:19

Hallo Holger,

den Gedanken hatte ich auch beim Betrachten Deines Ursprungsbeitrags im HiFo, den Dachbodenfunden.
Ich gestehe der DR durchaus zu, dass sie Dienstwagen mit Drehgestellen minderer Bauart ausgerüstet haben, zum Hinstellen reichten die allemal. Damit konnten wertvolle Betriebswagen im Austauschfalle mit den bessseren Görlitzern ausgerüstet werden. Bitte verstehe es nicht falsch, aber die Material- und Devisenknappheit der DR dürfte zu solchen Massnahmen geführt haben. Aus rationaler Sicht durchaus logisch!

Dein aufgenommener Wagen kann aufgrund der Fenstereinteilung nur ein BC4i-30 oder BC4i-31 sein, denn nur diese beiden Eilzugwagenbauarten hatten "nur" 3 Abteile der 2. Klasse, kenntlich an den grösseren Fenstern.

Bei der DB gab es nachweislich nur Schnellzugwagen der Bauart C4ü-36 mit Schwanenhalsdrehgestellen, Eilzugwagen mit Schwanenhalsdrehgestellen sind mir nicht bekannt.

ad 1: danke für Deinen schönen und interessanten Beitrag im Hifo!
ad 2: wenn jemand zu diesem Wagen noch was einfällt, möge er es bitte laut kundtun.

Gruss
Isartalbahner

PS: da hatten zwei den selben Gedanken und waren schneller :-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:31:01:21:37.

Re: Drehgestellfrage :Bdw wurden

geschrieben von: Schwellenleger

Datum: 31.01.09 12:03

Hallo Holger,

schön von Dir zu hören.
Das wesentliche wurde ja schon von den Vorschreibern gesagt.
Bei der DB war es auch aus einem anderen Grund üblich, bei Drehgestell-Bahndienstwagen die Görlitzer Drehgestelle gegen die Schwanenhals-DG auszutauschen: als in den End-Siebzigern / Anfang der Achtziger die DB die gut erhaltenen Drehgestell-Bauzugwagen für die Autom. Kupplung vorbereiten lies, waren bei einigen Fahrzeug-Bauarten die Einbaumaße Rahmenkopf zu Drehgestell-Rahmenkante in der Länge nicht ausreichend, so daß man diese dann in der Regel auf die kürzeren Schwanenhalsdrehgestelle umrüstete.
Ich habe einen solchen Wagen im Bestand, wo dies eindeutig aus den Wagen-Unterlagen hervorgeht. ( Der Dir ja auch bekannte 5 505 Stg. ).

Mit freundlichen Grüßen

vom Schwellenleger

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: benno_van_wurst

Datum: 31.01.09 20:50

Hallo zusammen,

ich bin jetzt zwar kein Wagenfetischist, aber mein Verein hat auch einen Eilzugwagen mit Schwanenhals-Drehgestellen. Allerdings hat unser Wagen diese aus einem anderen Grund bekommen: Für den Fährverkehr über die Ostsee (Warnemünde – Gedser). Mit dem kürzeren Radstand war es wohl leichter auf die Fähre zu kommen.

http://lel.steamjoe.de/images/stories/faehrwagen1.jpg





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:01:31:21:20:01.

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 01.02.09 10:08

Moin oder für die Hesse - Morsche,

@Peter: Deine Aussage ist im 1. Anlauf zwar richtig, aber das änderte sich rapide, als die Bahnverwaltungungen die MPK einführen wollten. Dann wurden Drehgestelle mit 2,50 mtr Achsstand zu Rubinen. Grund: Die Kartusche der Mittelpufferkupplung ragte soweit in den unteren Teil hinein, so daß alle Görlitzer Bauarten diese abgerissen hätten. So fledderte man bei der DB auch BDWg, um Schwanenhals-Drehgestelle zu gewinnen. Auch wurden alle Ecken und Lagerplätze durchwühlt .....

Schönen Sonntach noch
Schürzenwagen.

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 01.02.09 12:18

benno_van_wurst schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo zusammen,
>
> ich bin jetzt zwar kein Wagenfetischist, aber mein
> Verein hat auch einen Eilzugwagen mit
> Schwanenhals-Drehgestellen. Allerdings hat unser
> Wagen diese aus einem anderen Grund bekommen: Für
> den Fährverkehr über die Ostsee (Warnemünde –
> Gedser). Mit dem kürzeren Radstand war es wohl
> leichter auf die Fähre zu kommen.
>
> [lel.steamjoe.de].
> jpg

das hier ist IMHO aber kein Eilzugwagen, sondern vielmehr ein Schnellzugwagen. Das Thema Schwanenhals-DG respektive Görlitzer nicht fährrampentauglich ist klar und kam mir auch kurz in den Sinn, aber auf den meist internationalen Fährverbindungen dürften eher keine Eilzugwagen verwendet worden sein, sondern eben Schnellzugwagen. Insofern trifft es bei diesen Fall im Ursprungsbeitrag eher nicht zu. Ich sehe auch nicht die Ösen für die Seile zum verzurren...

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: benno_van_wurst

Datum: 01.02.09 12:32

Oha, ich muß noch einiges Lernen. Und jetzt mal eine blöde Frage:

Wo liegt der Unterschied zwischen Eilzugwagen und Schnellzugwagen? Von Außen sehen sie ja fast gleich aus. Also ist es nur die Innenaufteilung und die zugelassene Geschwindigkeit? Gibt es Literatur über diese Wagen?

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: br03034

Datum: 01.02.09 22:15

Nach dem Foto zu urteilen würde ich sagen, daß bei Schnellzugwagen alle Klassen Einzeltüreingänge haben, während bei den Eilzugwagen nur die 2.Klasse/1.Klasse(ab 50er Jahre) Einzeltüreingänge hatten. Die 3.Klasse hatte bei den Eilzugwagen Doppeltüren.

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 02.02.09 16:07

Hallo,

zur Zeit ihrer Entstehung bestand ein Hauptunterschied in den unterschiedlichen Wagenübergängen (D-Zugwagen geschlossen -
z.B. C4ü, Eilzugwagen offen - z.B. C4i). Für Schnellzüge waren grundsätzlich Wagen mit Seitengang und geschlossenen Abteilen vorgeschrieben. Die zulässige Geschwindigkeit trat demgegenüber in den Hintergrund, da auch die meisten Schnellzüge kaum mehr als 100...120 km/h fuhren.

Gruß Wolfram

Re: Drehgestellfrage zu einem Eilzugwagen (mB.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 03.02.09 05:26

Schnellzugwagen waren (in der Regel) Abteilwagen, die Eilzugwagen dagegen Großraumwagen, allerdings mit Abteilbestuhlung und dreiviertelhohen Trennwänden. Dass die Einstiegsräume der dritten Klasse bei Eilzugwagen doppelt so groß waren und mit zwei Türen pro Seite ausgerüstet waren, wurde ja schon geschrieben. Ob es reine 2.Klasse-Eilzugwagen gegeben hat, kann ich nicht sagen. Gesehen habe ich noch keinen.
Als »Sparvariante« kann man den Wagen auf dem Bild aber nicht bezeichnen. Die Drehgestelle haben schon den Stahlwiegenträger und Wiegenschraubenfedern. So geändert liefen sie gar nicht so schlecht. Diese Drehgestelle dürfte man von einem Rekowagen gewonnen haben. Bei diesen Wagen waren sie zu Anfang nicht unbedingt selten, Der Achsstand müsste aber bei 2,20m liegen. Jedenfalls ist er kürzer als die 2,50m bei späteren Bauarten.

Falk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:02:03:05:28:23.
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