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BO-SCH-KI Fakks in Altbach bei Plochingen

geschrieben von: Corpet Louvet 1906

Datum: 21.09.26 18:28

Seid gegrüßt liebe Wagenfreunde,

vergangenen Freitag kam ich wieder einmal in Esslingen durch und da lag es natürlich nahe, in Altbach vorbeizuschauen. Die Bedienung des Kraftwerks war aber offensichtlich schon über die Bühne und was die Abfuhr der leeren VTG Falns anging war auch keine Aktivität erkennbar. Ein wenig weiter, auf Gleis 726 des Bahnhofs Altbach, standen aber vier Zweiseitenkipper mit quietschegrünen Mulden, deren Drehgestelle schon aus der Ferne als nicht in die Y25-Familie gehörig erkennbar waren. Also nichts wie hin.

Am 33 80 6781 006-3 D-WSG Fakks war ein Fabrikschild angebracht: Niesky 32882/1993.

26_1852.jpg

Aber Drehgestelle der Bauart Minden-Dorstfeld?

26_1851.jpg

Und Untergestelle mit räumlichen Sprengwerk?

26_1853.jpg

Das passte doch alles nicht ganz zusammen.

Des Rätsels Lösung kam beim 33 80 6781 003-0 D-WSG Fakks.

26_1854.jpg

Der trug nämlich noch alle Feuerschilder. Und siehe da: Gebaut wurde das Untergestell als DB 3904 989 Rs 680. Da passten Drehgestelle und Sprengwerk. Das Niesky-Fabrikschild beim 006 bezog sich also auf den Umbau.
Der Wagen dürfte einer der ersten Rs 680 gewesen sein, die nicht mehr mit sechsstelliger sondern mit siebenstelliger Nummer in Dienst gestellt wurden. Baujahr müßte folglich 1964 sein.

26_1855.jpg

Der dritte Wagen war der 33 80 6781 008-3 D-WSG Fakks.

26_1861.jpg

Auch dieser hatte noch alle Feuerschilder. Er wurde 1962 mit der sechsstelligen Nummer 923 395 noch als SSlmas53 in Dienst gestellt. Hersteller müßte MAN Nürnberg sein.

26_1864.jpg

Am vierten und letzten Wagen, dem 33 80 6781 011-3 D-WSG Fakks, begannen die Feuerschilder leider erst ab dem Umbau.

26_1857.jpg

04.1994 von 608. Ist 608 der Code von WB Niesky?

26_1859.jpg

Nach meinen Informationen wurden die Wagen nach dem Umbau zunächst als Fas-z im Nummernkreis 6739 0xx eingereiht. Zu Fakks umgenummert wurden sie wohl nach einer Herabsetzung der Lastgrenze. Gefunden habe ich von den Fas-z unter anderem den 6739 013 (Umbau Niesky 32881/1993) und 6739 015 (Umbau Niesky 32883/1993). Das legt nahe, dass der erste Wagen 6781 006 mit der Niesky-Fabriknummer 32882 der frühere Fas-z 6739 014 ist.

Wenn man bei der Umzeichung von SSlmas 53 (sechsstellige Nummer) auf Rs 680 (siebenstellige Nummer) davon ausgeht, dass dies in aufsteigender Nummernfolge geschah, könnte der 923 395 (d. h. der heutige 6781 008) die siebenstellige Nummer 3903 684 getragen haben. Der 923 339 - ebenfalls MAN Nürnberg 1962 - wurde zum 3903 630. Zählt man bis 395 hoch, kommt man auf 3903 684.

Es ergibt sich also folgendes Bild:

3904 989 Rs 680 Bj. 1964(?) => Umbau Niesky 199x => 6739 0xx Fas-z => 6781 003 Fakks

Rs 680 => Umbau Niesky 32882/1993 => 6739 014(?) Fas-z => 6781 006 Fakks

923 395 SSlmas 53 MAN Nbg. 1962 => 3903 684(?) Rs 680 => Umbau Niesky 199x => 6739 0xx Fas-z => 6781 008 Fakks

Rs 680 => Umbau Niesky(?) 04.1994 => 6739 xxx Fas-z => 6781 011 Fakks

Der Einsteller der Fahrzeuge hat sich offenbar vor nicht allzu langer Zeit geändert und ist jetzt D-WSG. Nutzer (und möglicherweise auch Eigentümer) der Wagen ist wie es aussieht dennoch wie schon seit etwa 20 Jahren weiterhin Hartung Bau Fulda-Kammerzell (laut Anschrift an den Wagen und den Angaben auf der Homepage von Hartung).
Hartung hat 15 dieser ursprünglich wohl für Krupp-Lonrho umgebauten Wagen im Bestand. Eiffage Rail hat anscheinend auch welche. Hartung bezeichnet sie als BOSCHKI, angeschrieben als BO-SCH-KI. Sie waren hier im Forum vor einer halben Ewigkeit schon Thema, und zwar 2004 und 2008. In ersten Thread wurde die Bezeichnung als Abkürzung von Boley-Schulte ("oder so") als Hersteller der Hydraulik erklärt. Eine Firma dieses Namens habe ich aber zumindest auf die Schnelle nicht gefunden. Das KI wurde damals als "KL" angegeben und mit "Krupp-Lonrho" erklärt. Angeschrieben an den Wagen ist aber definitiv ein I und auch Hartung schreibt die Bezeichnung mit I. Da klingt die Erklärung aus dem zweiten Thread mit "Boden-Schotter-Kies" eher wahrscheinlich.

Ergänzungen und Anmerkungen sind wie immer höchst willkommen.

Beste Grüße

Christian

"Driver, where's your pilot engine?"
"In the shed where she ought to be. Who do you think we are? The bl..... Midland?"

Re: BO-SCH-KI Fakks in Altbach bei Plochingen

geschrieben von: BRM

Datum: 21.09.26 23:21

BOSCHKI oder BO-SCH-KI stand für Boden Schotter Kies, halt alles was man damit verkippen kann.
Als die Kisten noch bei ThyssenKrupp (?) waren, hatten sie einen Bediener namens Heiko (Hitler), der war quasi zugehöriges loses Wagenbestandteil. Vielleicht kann sich jemand an den erinnern...

Re: BO-SCH-KI Fakks in Altbach bei Plochingen

geschrieben von: Svetlana Linberg

Datum: 22.09.26 06:37

Hallo zusammen,

diese Wagen habe ich ja schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Wusste gar nicht, dass die noch immer eingesetzt werden.

Ein paar Daten kann ich noch beisteuern:

33 80 673 9 005-8 [P] ex DB 922 048 Herst. Gebr. Lüttgens 1961/36360 (oder ähnlich!?)

33 80 673 9 033-0 [P] ex DB 922 703

33 80 678 1 100-4 D-ERD Fakks (interne Nr. 07322)

33 80 678 1 101-2 D-ERD Fakks

33 80 678 1 110-3 D-ERD Fakks Herst. (Ub) Niesky 1993/32886 (interne Nr. 07310)

33 80 678 1 116-0 D-ERD Fakks Herst. (Ub) Niesky 1994/33108 (interne Nr. 07316)

33 80 678 1 117-8 D-ERD Fakks (interne Nr. 07317)

33 80 678 1 118-6

Hawadehre, Svetlana
http://www.bahndienstwagen-online.de/allgemein/banner2.jpg

Letztes Update: 01.10.2026


Re: BO-SCH-KI Fakks in Altbach bei Plochingen

geschrieben von: Bullok

Datum: 22.09.26 16:30

Gab es vor einigen Jahren nicht einmal einen 2achsigen Muldenkippwagen Fz von Roco, der das Bo-Sch-Ki - Logo getragen hat?
Hat der denn ein echtes Vorbild?

Schöne Grüße

Ralph

Re: BO-SCH-KI Fakks in Altbach bei Plochingen

geschrieben von: nordermartin

Datum: 22.09.26 16:56

Hallo Christian,



ich kann diesen hier beisteuern, Foto 2012 Düsseldorf, der 33 80 DB 678 1 100-4 Fakks REV war frisch 4.2012
Vermietet an Fa. Wittfeld.
Fakks_DB 6781100.JPG



Gruß
martin

Danke an alle für die zusätzlichen Angaben

geschrieben von: Corpet Louvet 1906

Datum: 23.09.26 18:55

@ Svetlana und Martin:

Die Nummern 6781 001 - 015 müßten alle unter D-WSG eingestellt und für Hartung im Einsatz sein (Hartung gibt an, 15 Stück zur Verfügung zu haben; sind also wohl alle noch vorhanden).

6781 100 - 121 scheinen der ehemalige Wittfeld-Bestand zu sein, der jetzt beim Nachfolgeunternehmen Eiffage Rail ist (D-ERD).
Ob freilich alle dieser 22 Wagen noch existieren, weiß ich nicht, genausowenig, ob es früher mal mehr als insgesamt 37 Wagen gab.

Beste Grüße

Christian
Das vierte Bild hier [www.drehscheibe-online.de]. scheint den Ersatz anzukündigen: Der Fakks von GökRail (TR) für GATX. Meine Knippsbildles ( eine Mulde gekippt) halt unten.

Die bei den „BOSCHKI-s“ leicht durchhängenden Längsträger etwa in den Ansatzpunkten des Sprengwerkes deuten häufige Überbeanspruchung an, vielleicht bei großer Fallhöhe des Ladegutes beim Beladen. Aber für Baustellenverschub dürfte es noch mal reichen. Hm, die „s-Fähigkeit“ auf DGn BA 931-Verschnitt? Lasse ich mal so stehen.

Die 100 Fakks127 ex-DR von Arbel-Douai gibt’s ja auch noch, dazu 250 (-3?) Fas126 und 700 Fans128 von FEW Blankenburg zus. mit etlichen AW-s. Evtl. teilweise verkauft. Dann noch die Einseiten-Maulkipper von Krupp-Brüninghaus, ex-Schauffele.
Der ganze „Kippwagen-Boom“ scheint erst durch die Arbeiten in und um Berlin mit Abfuhr von Aushub ausgelöst worden zu sein; die Arbel-Kipper und die von Schauffele boten schnellen Umschlag und hohen Massedurchsatz pro Zeit, waren aber zu wenige. Anscheinend sollte Niesky im DB-Auftrag ratzfatz Kipper auf altbrauchbaren vierachsigen Untergestellen bauen, was die Diskrepanzen zwischen dem Niesky-Aufbau und den alten DGn erklären könnte. Es musste wohl schnell was her, aber die Prototyperprobungen mit SGKW 1 und 2 dauerten noch an. Die Serien erst ab 1994/1996.
Dass die Umbau-Lösung von Niesky im Wettbewerb mit FEW gestanden haben könnte, glaube ich weniger. Allenfalls zeitlich.
Verzeihung, das Konzept tauchte jetzt erneut mit nur 2 Mulden auf der InnoTrans auf, aber mit soliderem Untergestell und wie bei Innofreight abnehmbarem Funktionsaufbau.
Frage: Hatte DB damals 1992/93 evtl. auch den Einsatz von Einseiten-Maulkippern nach TGL 5834 (1977) aus dem Braunkohle-Tagebau lastbegrenzt geprüft oder getestet?
Ok, altes Untergestell bedeutete bereits damals „keine Neuzulassung“. TGL5834 und allenfalls Zulassung unter BOA oder „gar“ Bergrecht wollte man bei Bahnens wohl nicht akzeptieren, also musste wohl Niesky ran mit den Umbauten?
Die Kipper von ZASTAL (PL-Zielona Gora / Beuthen Grünberg) gab es ja bereits (warum die oft auch als Ua/Uas eingereiht waren, bleibt ein Rätsel).
Nun denn ; hier die Details des „Neuen“:

IMG_2971.jpeg

IMG_2970.jpeg
M.E. cleveres Teil. Vielleicht hohe Leermasse, mit 52 t etwas geringere Zuladung als die FEW-Kipper, sei‘s drum, besser, als „Schüttgut auf R-wagen“
IMG_2967.jpeg
Gegen ein evtl. selbst-Einklemmen der Hydraulikschläuche beim zurück-Klappen wird man sicherlich eine Lösung finden:
IMG_2968.jpeg
IMG_2969.jpeg
Mal schauen, wie die Dinger sich machen.
cheerz !

Der Unglaeubige Thomas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.10.26 17:00.
2014 wurden quasi als Nachfolger der BOSCHKI-Kipper von der OWS Kippaufsätze vorgestellt: [karow900.startbilder.de]

Vorteil war, dass die Mulden auf einfach Containerwagen gestellt werden können und auch die geringe Ladehöhe, welche unter Fahrdraht auf Gleisbaustellen gut mit Zweiwegebagger beladen werden können. Und wenn keine Baustellen sind, kann man diese stapeln und hat keine Wagen rumstehen.

Grüße
Schumi
Hallo,

hat jemand die GÖK YAPI-Fabriknummern des Sgns und der beiden GATX-Container ?

Horst
Snps719 schrieb:
hat jemand die GÖK YAPI-Fabriknummern des Sgns und der beiden GATX-Container ?
Hallo Horst,

sehr gerne ...

4557708_9_3580__20260925_Berlin__11.jpg

4557708_9_3580__20260925_Berlin__09.jpg

4557708_9_3580__20260925_Berlin__05.jpg

Hawadehre, Svetlana
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Letztes Update: 01.10.2026


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