Hallo Wagenfreunde,
am gestrigen Samstag (05.09.2026) konnte am Wiener Westbahnhof ein Sonderzug mit 9 Reisezugwagen notiert werden.
Der von den Passauer Eisenbahnfreunden
[PEF] als
Landkreis-Sonderzug angebotene Tagestrip nach Wien (von Passau über Wels auf die Westbahnstrecke nach Wien und zurück) erfolgte in einem hauptsächlich aus restaurierten ehemaligen DB-Reisezugwagen der 1960er und -70er Jahre bestehenden Zug.
Neben den gemischtklassigen Sitzwagen befanden sich auch Speisewägen im Zugverband, als stilgerechte Zugmaschine war 140 003 (Baujahr 1957) eingesetzt:
Vorab die komplette Reihung, in runden Klammern die Betafelung der Wagen (
D 79154, Wien-West - Passau, 05.09.2026):
[Lok] D-PEF 140 003-5 [91 80 6 140003-5]
[Wagen 1] D-ZUEGE 51 80 32-70
106-3 ABm ("Wagen 7")
[Wagen 2] D-ZUEGE 56 80 31-70
140-8 ABm ("Wagen 6")
[Wagen 3] D-ZUEGE 56 80 31-70
180-4 ABm ("Wagen 5")
[Wagen 4] D-Gfe 56 80 10-40
121-0 ("Wagen 4")
[Wagen 5] D-ZUEGE 56 80 88-85
103-1 WRs ("Speisewagen 2")
[Wagen 6] D-PEF 56 80 88-81
001-1 P ARmh216 ("Speisewagen 1")
[Wagen 7] D-ZUEGE 56 80 31-70
110-1 ABm ("Wagen 3")
[Wagen 8] D-ZUEGE 56 80 22-43
706-1 Bm ("Wagen 2")
[Wagen 9] D-ZUEGE 56 80 10-40
112-9 Am ("Wagen 1")
Hier der ganze Zug in bildlicher Übersicht - N.B.: die nachfolgenden Bezeichnungen
Wagen 1,
Wagen 2 etc. beziehen sich
ausschließlich auf deren
Positionierung im Zugverband gemäß obiger Reihung.
Zugmaschine war die blitzblank geputzte 140 003-5 (Krauss-Maffei/SSW 1957) der Passauer Eisenbahnfreunde:
[Wagen 1] D-ZUEGE 51 80 32-70
106-3 ABm:
[Wagen 2] D-ZUEGE 56 80 31-70
140-8 ABm
[Wagen 3] D-ZUEGE 56 80 31-70
180-4 ABm
[Wagen 4] D-Gfe 56 80 10-40
121-0
[Wagen 5] D-ZUEGE 56 80 88-85
103-1 WRs
[Wagen 6] D-PEF 56 80 88-81
001-1 P ARmh216
[Wagen 7] D-ZUEGE 56 80 31-70
110-1 ABm
[Wagen 8] D-ZUEGE 56 80 22-43
706-1 Bm
[Wagen 9] D-ZUEGE 56 80 10-40
112-9 Am
Viele der Wagen, besonders jene des
Classic Courier, sind Bahnfreunden schon seit vielen Jahren durch ihre Sonderzugfahrten ins europäische Ausland bekannt.
Seinerzeit von zwei Gesellschaften (IGE und DNV) betrieben, unterschieden sich die gleich lackierten Wagen der beiden
Classic Courier-Betreiber nur in wenigen Details. Eines davon ist die Inschrift im seitlichen Wappen zwischen den erhabenen Anschriften
Classic und
Courier.
Während es die IGE-Wagen mit deren Anschriften nicht mehr gibt, verkehren diejenigen des DNV immer noch als
Classic Courier. Im gegenständlichen Sonderzug waren dies die Wagen 1, 2, 3, 5, 7, 8 und 9. Hierbei trugen die Wagen 3, 5, 7, 8 und 9 die Bezeichnung
DNV-Tours im seitlichen Wappen, so wie hier im Bild Wagen 5, der Schürzen-Speisewagen:
Wagen 1 und 2 (im Bild) dagegen, ebenfalls in der
Classic Courier-Lackierung, sah das seitliche Wappen so aus - hier kann man noch das alte IGE-Logo erahnen:
Wagen 1 und 2 dürften demzufolge ehemalige IGE-Wagen sein, die später von DNV übernommen wurden.
Aufgefallen sind an Wagen 1 neben der händisch aufgemalten Wagengattung auch die ersten beiden Ziffern der Wagennummer,
51 ("unklimatisierter Reisezugwagen"), während die Nummern sämtlicher anderer Wagen des Zuges mit
56 ("unklimatisierter privater Reisezugwagen") beginnen.
Die klassische
Classic Courier-Livree in Dunkelblau mit hellen Zierstreifen war an den Wagen 1, 2, 3, 7, 8 und 9 zu beobachten, dazu gehörten auch die oberhalb der Dachkante angebrachten, aus einzelnen erhabenen Buchstaben bestehenden Beschriftungen
EISENBAHNREISEN TRANSCONTINENTAL jeweils an den seitlichen Wagenkastenenden sowie in der Mitte der Seitenwand
DNV-TOURS № xx xxx mit auf 5 Ziffern verkürzter Wagennummer in ebenfalls erhabenen Buchstaben:
Bei einigen Wagen fehlten auch schon Teile dieser Beschriftung, die wohl im Lauf der Zeit abhanden gekommen sind. Ausnahme hierbei war Wagen 7, der abteilseitig gar keine dieser Buchstaben und Ziffern mehr aufwies, wohl aber deren Befestigungsspuren.
Neben den Einstiegstüren befanden sich auch einzelne Ziffern bzw. Buchstaben, wobei eine
1 auf die 1. Klasse, ein
C hingegen auf die 2. Klasse hinweist. Dementsprechend waren die Wagen 2, 3 und 7 (alle ABm) mit jeweils einer
1 und einem
C beschriftet; Wagen 8, ein Bm, mit 2 mal
C und Wagen 9, ein Am, mit 2 mal
1. Ausnahme auch hier Wagen 1, der diese Klassenbezeichnung nicht trug.
Die VKM
D-ZUEGE scheint relativ neu zu sein, bei genauer Betrachtung kann man bei Wagen 1 (im Bild) auch noch die frühere VKM
D-DNV erkennen:
Übermalt wurde auch diese Anschrift ("Halter: DNV GmbH, Standort: Kornwestheim"), hier an Wagen 2:
DNV aus Kornwestheim bei Stuttgart ist allerdings sehr wohl noch aktiv und vermarktet die Wagen auf seinen Webpräsenzen
[dnv-tours.de] und
[zugerlebnis.de] .
Hier kann man auch Innenansichten einiger der Wagen finden:
[dnv-tours.de] .
Relevante Hinweise zu den einzelnen Wagen wie Angaben zum jeweiligen Spenderfahrzeug, Umbaudaten, früheren Wagennummern oder Umlackierdaten sowie VKM-Wechsel oder wenigstens eine Gesamtliste sucht man hier - wie so oft - leider vergeblich.
Plaketten waren nur sehr sporadisch zu entdecken, diese hier an Wagen 1 wurde schon zu oft übermalt. Immerhin das Baujahr - 1973 - läßt sich einigermaßen erkennen. Der Abgleich mit einer weniger übermalten Plakette (siehe weiter unten) ergab, daß dieser Wagen 1 bei WU in Berlin gebaut wurde:
Bei Wagen 4, dem einzigen unter D-GfE (Gesellschaft für Eisenbahnbetrieb) immatrikulierten Wagen im Zugverband, sieht man bei schräger Ansicht noch den alten DB-Keks durchschimmern. Der in schönem Blau mit gelbem 1.-Klasse-Streifen über den Fenstern lackierte A-Wagen war auch der einzige ohne angeschriebene Gattungsbezeichnung:
Wagen 5 war der älteste im Verband, ein Schürzenwagen aus dem Jahr 1940. Neben dem seitlichen Handrad fällt auch das DRG-Logo an einer der beiden Türen des Speisewagens auf:
Wagen 6 gehört den Passauer Eisenbahnfreunden - der kombinierte Speise- und Sitzwagen 1. Klasse mit seinen erhabenen Chrom-Buchstaben "Speiseraum" und "DB" fungierte als "Speisewagen 2" und schien frisch lackierte Drehgestelle zu haben:
Wagen 7 war wiederum ein ABm in
Classic Courier -Lackierung, wie schon die Wagen 1 bis 3. Hier konnte die Plakette erfreulicherweise entziffert werden, der Wagen wurde 1973 bei WU in Berlin gebaut, die Seriennummer 1(?)7228 ist rechts zu erkennen:
Auch die LHB-Plakette an einem der Drehgestelle von Wagen 7 läßt eine Nummer erkennen: 2748 vermeint man rechts zu lesen:
Wagen 8 war ein mit Bm angeschriebener Abteilwagen - hier fiel die etwas breitere Drehtür auf:
Und der letzte, Wagen 9, ebenfalls mit Drehtüren, war ein Am:
Hier endet mein kleiner Bericht zu diesen bemerkenswerten Wagen. Ich bedanke mich bereits im Voraus für weiterführende Anmerkungen und Hinweise auf allfällige Fehler.