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Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: JPS

Datum: 19.04.26 12:13

Hallo zusammen,

Letzte Woche konnte ich folgenden Kesselwagen ablichten.

20260419_115749.jpg

33 80 799 6101-1 D-ORWU Zacefs.

Mannheim-Waldhof.

Gruß JPS.

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Schmalspurbahnfreund

Datum: 19.04.26 14:31

Wie kommt der nach Großbritannien? Sind denn Kesselwagen im Eurotunnel erlaubt?
Die Eisenbahnfähre gibt es doch nicht mehr soweit ich weiß.

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: nordermartin

Datum: 19.04.26 17:59

Super, dankeschön.

Das Baujahr ist 1990.


Beste Grüße
NM

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Cossebaude

Datum: 19.04.26 18:04

Hallo

Ich konnte auf die Schnelle nicht herausfinden, ob Kesselwagen grundsätzlich durch den "Chunnel" dürfen. Insofern, der wird gar nicht nach GB kommen. Aber es gibt ja noch viele andere Eisenbahnfähren...

Gruss

Frank

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Werner

Datum: 19.04.26 20:39

Hallo,
ich habe seinen Bruder, den 7996 106, in meinem Archiv. Der hat zwar den Anker aufgemalt, heißt aber Zaces. Bei dem gezeigten scheint mir die Bezeichnung Zacefs neu angeschrieben zu sein.

Gruß Werner


Re: Ein Fährbootkessel - gleicher Wagen in "früher"

geschrieben von: zurichrail

Datum: 20.04.26 18:45

...Erinnerte mich die Wagennummer doch irgendwie an frühere Sturm-und-Drangzeiten.....
Anbei ein Bild, als der Wagen fabrikneu ausgeliefert wurde:

MMA14208ct.jpg

Zacefs 3380 7996 101-1 für gelben Phosphor am 18.9.1990 im Bahnhof Aachen-Nord, nach Übergabe der Wagen von der Waggonfabrik Talbot an die DB.

Grüsse,
Michael.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.04.26 18:47.
JAWOLL JA ;-o

DANKE für diese Aufnahme,
KLASSE

Beste Grüße
NM
On Rail 1990, da schnallste ab.

MfG die Nordsüd S-Bahn

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 21.04.26 08:22

das ist interessant - aktuell transportiert der Wagen Schwefelsäure (>51%), gebaut wurde er für gelben Phosphor. Beides so richtig "nette" Chemikalien.... :/

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Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 21.04.26 09:21

Hallo Joachim,

Gängige Konzentrationen an Schwefelsäure kenne ich als "Batteriesäure/Akkusäure", die als ca. 39 %ige H2SO4 in den Handel kommt und als "konzentrierte" 96-98 %ige Säure.
Da sich die UN-Nummer 1830 ausdrücklich auf eine Säure mit mehr als 51 % H2SO4 bezieht, vermute ich, dass hiermit die konzentrierte Säure transportiert wird.

Kommerziell verfügbare Konzentrationen im Bereich von 51 bis 96 % sind mir nicht bekannt, was auch kein Problem darstellt, da man die konzentrierte Säure durch Verdünnen mit Wasser auf jede beliebige Stärke einstellen kann.

Ich habe mich bei dem abgebildeten Wagen zuerst über die Heizwanne gewundert, da ich sowas nur bei "Oleum", also "rauchende Schwefelsäure" kenne, die je nach Konzentration einen Schmelzpunkt von bis zu 35 °C (45 % SO3-Anteil) haben kann.
Allerdings erstarrt "gewöhnliche", konzentrierte Schwefelsäure auch bei einer relativ hohen Temperatur von 10,9 °C. Das heißt, sie würde im Winter im Kesselwagen erstarren, was dann auch die Heizwanne erklärt.

Gelber Phosphor erstarrt bei ca. 44 °C, dh. er muß zu Be- und Entladen (unter Schutzgas) aufgeschmolzen werden.
Früher, in den 50er Jahren, wurde gelber Phosphor in großen Mengen bei Knapsack hergestellt, später wurde er auch aus Spanien importiert. Der (beheizbare) Kesselwagen von Electrotren ist in der Beziehung sogar vorbildgerecht. Heute kommt Phosphor nahezu ausschließlich aus Kasachstan. Für die Herstellung benötigt man nicht nur Phosphat als Ausgangsmaterial (meist "Apatit"), sondern auch Koks und vor allem große Mengen "billiger" elektrischer Energie.


viele Grüße
Stefan Walter

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 21.04.26 10:27

ja, Stefan, so ist es - ich bin über die Angabe >51% auch gestolpert. Ob aber nun konz. oder "nur" Batteriesäure - beide sind in ihrer Wirkung sehr unschön (frag mal meinen Laborkittel ;)). Und über weißen/gelben Phosphor brauchne wir ja erst gar nicht zu reden, der ist wirklich übel.

Daß der heutzutage fast ausschließlich aus Kasaxhstan kommt, ist mir neu. Aber ja, man braucht viel Energie zur Darstellung.

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Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: waldemar-43

Datum: 21.04.26 18:25

Dieser Wagon darf wegen des Gefahrgut-Verbots nur leer durch den Kanaltunnel fahren und zwar für den unwahrscheinlichen Fall dass jemand in GB einen solchen dort brauchen sollte.
Für die noch real existierenden normalspurigen Eisenbahn-Fähren (nur noch fünf an der Zahl) hat das Ankerzeichen keinerlei Bedeutung.
Es ist halt eine nostalgische Erinnerung an vielleicht bessere Zeiten...

Gruss, Waldemar

Re: Ein Fährbootkessel.

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 23.04.26 17:07

Für die Fähre selber wahrscheinlich nicht.

Für die Weiterfahrt im schmaleren Profil jenseits der Fähre (und evtl. die Kompatibilität bei der Bremse?) aber trotzdem noch immer nützlich.

waldemar-43 schrieb:
Dieser Wagon darf wegen des Gefahrgut-Verbots nur leer durch den Kanaltunnel fahren und zwar für den unwahrscheinlichen Fall dass jemand in GB einen solchen dort brauchen sollte.
Für die noch real existierenden normalspurigen Eisenbahn-Fähren (nur noch fünf an der Zahl) hat das Ankerzeichen keinerlei Bedeutung.
Es ist halt eine nostalgische Erinnerung an vielleicht bessere Zeiten...

Gruss, Waldemar

Re: Ein Fährbootkessel - gleicher Wagen in "früher"

geschrieben von: Bullok

Datum: 26.04.26 01:11

Hallo allerseits,

mir fällt auf, daß die Kesselwagen bei ihrer Ablieferung 1990 (noch) keine Geländer an ihren Laufstegen besaßen. Wurden die noch montiert, oder wären die evt zu hoch für das britische Lichtraumprofil gewesen? Der heutige Zustand zeigt doch recht hohe Geländer. Kann mir jemand diesen Umstand erklären?

Schöne Grüße

Ralph



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.04.26 01:14.
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