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Westwaggon 170515/1942 - was war das einmal?

geschrieben von: cw

Datum: 15.04.26 07:08

Dieser Wagen trug am Fahrgestell das Firmenschild Westwaggon 170515/1942. Die Drehgestelle (mit Rollenlagern) hatten ebenfalls Fabrikschilder von Westwaggon, Fabriknr. 1310 und 1311/1942. Außerdem trug er ein Fabrikschild der CIMT-Werkstätten in La Rhônelle in Marly-lez-Valenciennes von 1953, wo er offenbar zu einem Unkrautbekämpfungswagen für die Werkbahn von Usinor Denain umgebaut wurde. In diesem Zustand stand er lange in Frankreich, wurde aber leider im März 2026 verschrottet, wie man auf dem letzten Bild sieht.

Mein französischer Freund Frédéric Dufetrelle fragt jetzt nach der Herkunft dieses Wagens. Er könnte auf einen deutschen Tender oder Güterwagen zurückgehen. Die ungefähre Länge war 9,1 m, der Radstand 6,2 m. Das passt nicht zu den üblichen Reichsbahntendern 2'2'T26 oder 2'2'T34, die waren länger. Allerdings war bei dem Wagen der Rahmen offenbar gekürzt worden und war asymmetrisch. Hier ein paar Bilder.

Bild 1:

01_Vu de 3_4 avant (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 2:

04_Plaque constructeur châssis (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 3:

05_Plaque reconstruction 1953 (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 4:

06_Bogie vue de côté (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 5:

08_Boite d'essieu Fischer 2 (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 6:

10_Plaque constructeur bogie 2 (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 7:

09_Plaque constructeur bogie 1 (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 8:

11_Vue d'ensemble de côté (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 9:

12_Vue par le bout transformé (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Bild 10:

13_Vue du châssis retourné (voir la dissymétrie des traverses de tamponnement) (© Frédéric Dufetrelle - CEF Nord).jpg

Jetzt sind wir auf die hier versammelte Expertise gespannt - auf was für ein Fahrzeug geht dieser Wagen zurück?

Christopher

Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt wie eine Gelegenheit, die sich täglich bietet.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)

Re: Westwaggon 170515/1942 - was war das einmal?

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 15.04.26 09:41

wenn ich mit das letzte Bild von dem Rahmen ansehe würde ich mal davon ausgehen, daß die Doppel-T-Außenträger von der franzöischen Umbaufirma angebaut wurden. und der innere Bereich das originale Teil ist. Möglicherweise ein Selbstentlader?

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Re: Westwaggon 170515/1942 - was war das einmal?

geschrieben von: Habfis

Datum: 15.04.26 09:55

cw schrieb:
Er könnte auf einen deutschen Tender oder Güterwagen zurückgehen. Die ungefähre Länge war 9,1 m, der Radstand 6,2 m. Das passt nicht zu den üblichen Reichsbahntendern 2'2'T26 oder 2'2'T34, die waren länger. Allerdings war bei dem Wagen der Rahmen offenbar gekürzt worden und war asymmetrisch.
Moin Christopher,

aus dem Bauch heraus würde ich jetzt eher auf einen Güterwagen tippen, da die Drehgestelle (Bauart 981.5/Gotha 42) iirc nicht unter Tendern verwendet wurden.
Aber unter Sattelwagen, da wurden diese Drehgestelle damals ganz gerne verwendet. Ich bin wühle mich gerade durch das Westwaggon-Bildarchiv, konnte bisher (seite 18/80) noch kein Fahrzeug mit solchen Drehgestellen finden.
Aber gut, vielleicht liege ich auch komplett daneben. Mal schauen, ob und was die anderen User zur Klärung deiner Fragen beitragen können.

Gruß,
Christoph

Re: Westwaggon 170515/1942 - was war das einmal?

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 16.04.26 08:59

Hallo,

mit Sattelwagen liegst Du wahrscheinlich richtig, ich denke auch, dass es sich um einen der für die Reichswerke Hermann Göring gebauten Erzwagen handelte. Diese wurden sowohl als Privatwagen für den Konzern als auch von der DRB (OOt Saarbrücken 2834 - 2858) beschafft. Wegen der besonderen Entladeanlagen hatten die Wagen nur eine LüP von 9,2 m (Drehzapfenabstand 4,4m, Drehgestellachsstand 1,8m). Die Standard-OOt der DRB waren dagegen 10 m lang.

Gruß
Wolfram

(edit: Fipptehler, Laufwerkmaße ergänzt)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.04.26 09:05.
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