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geschrieben von: Teckel
Datum: 17.06.25 23:40
Hallo liebe Wagenfreunde,
aus gegebenem Anlass (s. Beitrag von JPS hierdrunter):
Am 29.05.25 konnte ich den einige Tage zuvor zur Kesselinnenreinigung bei Fa. Kaminski Waggonbau nach Hameln gekommenen Zces 23 85 737 6 652-0 CH-VTGCH hier ablichten. Er war inzwischen gereinigt worden, aber es musste noch ein Schaden an ihm behoben werden, wie man am (verdeckten) Schadwagenzettel im Zettelkasten erkennen konnte. Sein Untergestell weist eine Besonderheit auf: Es besitzt Innenlangträger und verbreiterte, für die evtl. Aufnahme einer automatischen Kupplung vorbereitete Kopfstücke, die wiederum auch mit Zurrösen bestückt sind.
Sein Untergestell war in den Jahren zuvor sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland gefristet worden:
Produziert hatte es bereits 1976 Fa. Graaff in Elze (damals verwendete Graaff noch den Ortsnamen "Elze/Leine", später und auch heute noch heißt es "Elze (Han)", stimmt ja beides):
Der mit einer Innentemperaturanzeige versehene Kessel muss in späteren Jahren auf das Fahrgestell gesetzt worden sein, wobei dann auch die Änderung der Kopfstücke vorgenommen worden sein muss, denn m. W. gab es 1976 noch keine Intentionen bezüglich einer automatischen Kupplung:
Ein Detailblick auf die Bremsanlage:
Ein Kesselschild habe ich an ihm leider nicht gefunden, zumindest nicht an dieser Seite und an den Stirnseiten.
Den 19,68 m langen und 122 m³ fassenden und wärmeisolierten ("Calorifugato") italienischen Zags R 37 80 7824 149-4
D-VTG hingegen habe ich hier bereits vor über einem Jahr, am 17.04.24, aufgenommen. Auch er war damals zur Kesselreinigung hierher gekommen, wie man an der gelben Kennzeichnungsfolie ("Stickstoff gespült") an seinem Mannloch noch schwach erkennen kann:
Soviel für heute, bald gehts weiter.
Viele Grüße,
Dieter
Seufz... JMR produzierte lange in Rheinfelden, nun in Möhlin. Das liegt beides im Kanton Aargau, nicht im Kanton Schwyz. Entsprechend wird dort kein Schwyzerdütsch gesprochen....
Bon, dieser Zweiachser ist sehr interessant. Der ist fährbootfähig? Passt der auch ins "englische" Profil?
Danke für die Bilder.
Herzliche Grüsse
Frank
geschrieben von: Peter
Datum: 18.06.25 13:44
Hallo!
Cossebaude schrieb:
Der ist fährbootfähig? Passt der auch ins "englische" Profil?
Ich dachte immer, faehrbootfaehige zweiachsige Wagen muessten auch die typisch britische Hebelbremse haben?
Bei den 4-achsigen geht's nicht, klar.
Gruss
Peter
Nur die Erinnerung an die Opfer schütze vor einer Zukunft als Täter: "Ein Schlussstrich unter die Erinnerung wäre der Schlussstrich unter unserer Demokratie."
"Wir, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, tragen keine Schuld an den Taten von damals. Aber wir tragen die Verantwortung für die Konsequenzen dieser Taten im Hier und Jetzt."
(Hape Kerkeling, 12. 4. 2026, zum 81. Jahrestag der Befreiung von Buchenwald)
geschrieben von: Teckel
Datum: 18.06.25 18:46
...denn sonst müsste er ja das "f" in seiner Gattungsbezeichung stehen haben. Ich gehe mal davon aus, dass dieser Kessel irgendwann um die Jahrtausendwende auf ein Graaff-Fahrgestell aufgesetzt worden ist, das zuvor einen anderen Kessel trug, und es sich dabei tatsächlich um einen fährbootfähigen Wagen gehandelt hat (s. z. B. meinen Beitrag vom
14.03.24. ). Die Zurrösen hat man dann einfach am Untergestell belassen.
Viele Grüße,
Dieter
> ...denn sonst müsste er ja das "f" in seiner Gattungsbezeichung stehen haben.
Muss er das tragen wenn er fährbootfähig wäre? Bei Kesselwagen mit speziellen Eigenschaften wird doch öfter ein Nebengattungszeichen weggelassen, wenn diese Eigenschaft nicht mehr genutzt wird bzw. nicht mehr vollständig gegeben ist....
Vermutlich ist es tatsächlich so, dass das Untergestell mal Teil eines Fährboot-Wagens war. Daher die Trittstufen die übereinander angeordnet sind, statt versetzt.
Gruss
Frank
Hallo Peter
Huii... Ich habe grade festgestellt, dass ich den Güterwagen-Katalog der DR schon lange nicht mehr aufgeschlagen habe. Also, Nebengattungszeichen f bedeutet tatsächlich austauschfähig mit Grossbritannien. Aber, es gibt auch fährbootfähige Wagen die nicht nach GB übergangsfähig sind, sondern bspw. für den Fährverkehr nach Finnland.
Gruss
Frank
Hallo Dieter, wie immer recht herzlichen Dank dafür.
Sehr interessant!!
Aaaber eine Frage zum ex FS Zags: irgendwie sind alle Gewichte bei den Streckenklassen 1-4 alle auf 00 gesetzt....
Wurde das noch korrigiert?
Ich muss mal meine Bilder nachsehenwas da so drin steht...
Grüße
Martin
geschrieben von: Teckel
Datum: 19.06.25 00:37
Moin Martin,
hihi, auf diese Frage habe ich gewartet :). Aaalso, schau Dir das Gebilde doch mal genauer an. Unten steht "Vuoto", also leer. Aber wodrauf steht das? Auf einem Schild, das sich nach oben umklappen lässt. Dann ist das "Vuoto" nicht mehr sichtbar, das 0,00 t-Rasterschild wird dadurch verdeckt und es erscheint dort auf der Rückseite des Klappschildes - na, was wohl ;)) ?
Warum das so gemacht worden ist, weiß ich leider nicht. Aber ich habe schon mehrere Italiener mit solchen Klappschildern gesehen. Und die Italiener sind m. W. auch die einzigen, die, wenn sie leer sind, auch als solche gekennzeichnet werden. Vllt. hängt es damit zusammen, dass z. B. bei Unfällen für Feierwehr & Co. gleich sichtbar ist, dass von diesem Wagen keine besondere Gefahr ausgeht.
*Übersetzung lt. Google: "Cartello di griglia di peso della classe di intervallo pieghevole" ...
Viele Grüße,
Dieter
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:06:19:00:45:55.
geschrieben von: Teckel
Datum: 19.06.25 00:43
Hallo Frank,
ob er das "f" auch tragen muss, wenn er nicht mehr meeresüberschreitend genutzt wird, weiß ich leider nicht ... Allerdings war es der erste Wagen, den ich zwar mit Zurrösen, aber ohne das "f" gesehen habe.
Viele Grüße,
Dieter
geschrieben von: Teckel
Datum: 19.06.25 01:11
Dieser französische Schweizerdeutsche Zagkks 37 80 791 2 780-9
D-VTGCH (was für ein Kuddelmuddel), aufgenommen am 03.04.23 in Hameln, hat ein nach oben geklapptes Schild, auf dem das Raster mit den Gewichtsklassen und das Ladegut (hier Gemisch B 1) erscheint, obwohl er leer ist:
Und bei dem auch leeren Franzosen Zags 33 87 7813 276-5 F-ERSA (aufgenommen hier am 01.01.25) ist das Schild nach unten geklappt, dadurch ist gar kein Gewichtsraster zu sehen:
Das wäre doch jetzt mal ein Vorschlag an Brawa, Exact-Train & Co., Modellkesselwagen auch mit solchen funktionsfähigen Klappschildern zu versehen, das macht dann doch sofort mehr
Spaß Arbeit auf der Anlage :).
Viele Grüße,
Dieter
Hallo Dieter,
jetzt habe ich mal eine vielleicht ungewöhnliche Frage.
Da du ja oft bei Kaminski verweilst, würde mich mal interessieren mit welchem Mittel die Edelstahl Verkleidungen gereinigt werden?
Ist mir schon öfter aufgefallen, dass da Anschriften, Eigentümer etc. wieder wie neu glänzen.
Danke
Andreas aus Regensburg
Hallo Dieter
Über der Seilöse am Handbremsende befindet sich ja ein Seilhaken auf einer Konsole und mit Abweiserbügel. Ich gehe davon aus, dass der Wagen daher nicht mehr ins "englische Profil" passt und das f somit nicht mehr zutrifft.
Ich muss zugeben, dass ich mir nie bewusst gemacht habe, dass das "f" für übergangsfähig nach Grossbritannien steht und nicht für "fährbootfähig". Für fährbootfähig gibt es offenbar gar kein Nebengattungszeichen...
Danke und Gruss
Frank
geschrieben von: ehemaliger Nutzer
Datum: 20.06.25 14:10
Zitat
Aber, es gibt auch fährbootfähige Wagen die nicht nach GB übergangsfähig sind, sondern bspw. für den Fährverkehr nach Finnland.
Eben, es gibt zwar im europäischen Raum nicht mehr viele nutzbare Seestrecken, doch nur für den Verkehr mit Großbritannien wurden eben wegen der technischen Unterschiede besondere Nebenzeichen und das Ankersymbol eingeführt. Eisenbahnfährbetrieb nach Finnland gibt es im Übrigen schon seit 2007 nicht mehr. Die inzwischen wichtigste, die aber oft übersehen wird, dürfte Villa San Giovanni – Messina Marittima sein.
Ich kenne das eigentlich so, dass bei Güterwagen anzuschreiben ist, wenn sie nicht fährfähig sind. Bei Reisezugwagen war die Fährfähigkeit dagegen Teil des RIC-Rasters, doch das betrifft nur das Trajektieren mit Reisenden, das inzwischen kaum mehr vorkommt. Bei Überführungsfahrten ist fast alles möglich.
Falk
geschrieben von: Teckel
Datum: 20.06.25 23:26
Hallo Andreas,
bitte hab Verständnis, dass ich als Dritter keine Informationen und Auskünfte über innerbetriebliche Einzelheiten der Fa. Kaminski Waggonbau - was z. B. die Reinigungs-, Instandhaltungsprozesse usw. betrifft - geben kann, auch wenn sie mir z. T. bekannt sind.
Viele Grüße,
Dieter
geschrieben von: Habfis
Datum: 21.06.25 14:12
Cossebaude schrieb:Zitat:
Ich muss zugeben, dass ich mir nie bewusst gemacht habe, dass das "f" für übergangsfähig nach Grossbritannien steht und nicht für "fährbootfähig". Für fährbootfähig gibt es offenbar gar kein Nebengattungszeichen...
Moin Frank,
für den Verkehr mit dem Vereinigten Königreich gibt es insgesamt drei Variationen des Nebengattungszeichens f:
f: für den Verkehr mit Großbritannien (Tunnel- und Fährverkehr) geeignet
ff: nur für Tunnelverkehr mit Großbritannien geeignet
fff: nur für den Fährverkehr mit Großbritannien geeignet
Des weiteren gibt es in der
Anlage 11 des Allgemeinen Vertrages über die Verwendung von Güterwagen (AVV) der UIC unter Ziffer 2.11 zwei Symbole, welche ebenfalls über die Verwendungsfähigkeit im Verkehr mit GB aussagen:
Einmal einen Anker in einem Rechteck für in Großbritannien (Infrastruktur NETWORK RAIL) zugelassene* Wagen, die eine Fährverbindung benutzen (entspricht Nebengattungszeichen fff) sowie ein stilisiertes Tunnelportal mit den Buchstaben CT für in Großbritannien (Infrastruktur NETWORK RAIL) zugelassene Wagen, die den Ärmelkanaltunnel benutzen (entspricht Nebengattungszeichen ff). Desweiteren gibt es drei verschiedene Kombinationen dieser Zeichen, wenn der Wagen sowohl per Fährverbindung als auch durch den Tunnel auf die Insel kommen kann.
Wenn der Wagen aber nur auf der Strecke Ärmelkanaltunnel (Frethun - Dollands Moor) und der HS1(Dollands Moor - London Saint-Pancras) verkehrt, sind diese Zeichen wiederum nicht erforderlich.
Ob es ein Symbol oder Nebengattungszeichen für reine fährbootfähigkeit gibt/gab, kann ich dir leider nicht sagen. Auch die
Anlage 14 des AVV (Zusätzliche Bedingungen für die Verwendung von Wagen im Fährverkehr und im Austausch mit Breit- und Normalspurbahnen) schweigt sich darüber aus.
Gruß,
Christoph
*"zugelassen" im Sinne von Teilnahme am dortigen Eisenbahnverkehr, nicht im Sinne von Sitz des Fahrzeughalters.
geschrieben von: ehemaliger Nutzer
Datum: 21.06.25 14:30
Was nach Finnland darf, erhält an der jeweils rechten Seite der Seitenwände ein doppelt eingerahmtes »E«
Eine Unterscheidung in Seestrecken und den langen Weg über Haparanda und Tornio wurde jedoch nie gemacht, zumal dort erst seit kurzem umgespurt werden kann. Ich kann aber nicht sagen, ob Wagen, die in das übrige osteuropäische Breitspurnetz durften (das gab es lange und in vergleichsweise großer Menge bei polnischen Güterwagen, doch konnte mir niemand sagen, in welchen Umfang und wie lange und intensiv das genutzt wurde), auch ins finnische Netz zugelassen waren. Rein technisch wäre es kein Problem gewesen.
Danke für die Links zu den beiden Anhängen. Sowas habe ich schon lange gesucht.
Falk
geschrieben von: Habfis
Datum: 21.06.25 14:50
falk schrieb:
Was nach Finnland darf, erhält an der jeweils rechten Seite der Seitenwände ein doppelt eingerahmtes »E«
[upload.wikimedia.org]
Moin Falk,
das eingerahmte »E« hat aber nichts mit fährbootfähigkeit zu tun, sondern kennzeichnet lediglich die Eignung zum Übergang zwischen Ländern mit verschiedenen Spurweiten. Somit findet man das »E« ohne Rahmen an Wagen, welche nach Spanien und Portugal (Spurweite 1668mm) können, das einfach eingerahmte »E« wird an Wagen angebracht, welche in Länder mit 1520mm Spurweite können (außer Finnland). Das doppelt eingerahmte »E« muss ich nicht nochmal erwähnen. ;)
Und falls du noch weitere Anhänge zur AVV in der aktuellsten Version sucht, hilft dir diese Seite des
GCU Bureau weiter.
Gruß,
Christoph
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:06:21:14:51:23.
Hallo Christoph
Danke für Deine Ergänzungen. "ff" und "fff" gibt es ja erst (ca.) seit der Eröffnung des Kanaltunnels. Aber nachdem ich ein paar Unterlagen und Bücher durchgesehen habe, komme ich zum Schluss, dass es nie ein international gültiges Nebengattungskennzeichen für die Fährbootfähigkeit gab (im "EDV-Zeitalter").
Aus DR-Unterlagen und Güterwagen-Büchern aus der DDR kenne ich das einfach gerahmte E und das ungerahmte E an der Seitenwand rechts. Gerahmt = übergangsfähig auf Breitspur Sowjetunion, ungerahmt= übergangsfähig auf Breitspur Sowjetunion, Spanien, Portugal. Finnland wird nicht erwähnt.
Danke und Gruss
Frank
geschrieben von: ehemaliger Nutzer
Datum: 21.06.25 15:47
Die Formen des »E« kamen mir oft genug vor die Nase, nur wusste kaum einer meiner Kollegen, was es damit auf sich hat.
Seit wann überhaupt in Tornio umgespurt werden kann, kann ich nicht sagen. 2006 gab es dort noch keine Einrichtungen und dass man 2007 die Seestrecken schließen würde, war nicht absehbar. Praktisch musste alles, was nach Finnland sollte, doch über die Ostsee. Weißt Du, ob es mal einen nennenswerten Verkehr von und nach Finnland mit west- und mitteleuropäischen Wagen über die UdSSR gab?
@Cossebaude, ist Dir tatsächlich mal ein Güterwagen untergekommen, der nach Spanien und ins GUS-Netz darf und kann? Das würde einen Radsatzmittenabstand von 2170 mm und in drei Stufen einstellbare Bremsdreiecke oder in beiden Fällen zu tauschende Drehgestelle erfordern. Sowas wäre ein absoluter Exot.
Falk
Hallo, Schön, dass wir endlich das Logo der SIT Srl auf diesen italienischen Zags-Tankwagen sehen, zumal es ein 1:87-Modell davon von Piko (Nummer 58954) gibt.
Glaubt man dem Modell, war die Heimatbahnhof Castelvetrano auf Sizilien, obwohl ich weder Informationen über diese Firma noch über die Überreste des dortigen Gaswerks finden kann.
Hat jemand weitere Informationen zu dieser Firma? Da VTG seit etwa 20 Jahren Eigentümerin ist, deutet dies darauf hin, dass die Firma möglicherweise in Konkurs gegangen ist. Vor 12 bis 10 Jahren fuhren diese SIT-Tankwagen auf der Strecke Serbien-Italien, aber das SIT-Logo war nicht sichtbar, da sie stark überlackiert waren.
Ich glaube, ich habe das S nur vor 10 Jahren auf einem gesehen, als ich sie zusammen mit einigen Plasser Theurer-Planierraupen in einer Komposition erwischte. Ich glaube, es war 37 80 D-VTGD 7824 133 - 8 Zags.
Grüße, TeapotWagonspotter
FreightWagonCard
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