Hallo liebe Wagenfreunde,
ein schönes Pfingstfest wünsche ich Euch. Pfingsten, das steht ja auch für Erneuerung und Aufbruch. Ganz passend dazu kann ich Euch heute einen der letzten 21 Stahlkesselwagen-Neubauten der DR zeigen, die im Jahr 1990 produziert worden sind. Es handelt sich um einen damals noch als Zes bezeichneten und unter der GSNR-Nr. [7465] eingeordneten Wagen, der vom Raw Leipzig hergestellt worden ist. Sein 18 m³-Tank mit außenliegenden Kesseldruckverstärkungsringen (die einzigen DR-Kesselwagen damit) war damals von der
CAM in Magdeburg zugeliefert worden. Diese und weitere Infos und auch ein Foto von einem Bruderwagen findet Ihr im Güterwagen-Band 9.2 (St. Carstens/H. Westermann) auf S. 233. Da diese Wagenbaureihe z. T. erst nach der "Privatisierung" der DR zur Auslieferung gekommen ist, gelangten die Waggons kurzfristig an Vermietfirmen. Der hier vorgestellte Wagen ging zunächst an die damalige KVG, die viele ehemalige DR-Kesselwagen übernahm. Nach deren Auflösung gelangte er zur Nacco, und nach deren Umfirmierung und Teileinstellung des Vermietgeschäftes wiederum gelangte er zum heutigen Eigentümer, der Wascosa AG.
Am 29.03.25 gegen 15 Uhr konnte ich den am Vorabend als Schlussläufer in der Übergabe aus Han-Linden nach Hameln eingestellten Zcs 23 80 7465 132-0
D-WASCO (leider an einer etwas ungeeigneten Stelle und auch noch im Gegenlicht) fotografieren:
Seine Fahrwerksfrist war damals noch bis zum 22.05.25 gültig, die Kesselfrist bis zum August:
Inn seinem Zettelkasten befanden sich noch Fragmente eines Datenblattes, auf dem u. a. noch der
Grad Baumé erwähnt ist, der Aufschluss über die relative Dichte von Flüssigkeiten (hier Schwefelsäure) gibt:
Sein Fabrikschild war nicht mehr vorhanden, man konnte aber noch erkennen, wo es einmal befestigt war. Deshalb kann ich hier nur sein Kesselschild zeigen:
Bereits am folgenden Montag, 31.03.25, rückte er ins Werk von Kaminski Waggonbau ein.
Und nun zum eingangs erwähnten Aufbruch. Zu neuen Transportleistungen bereit, stand er genau zwei Monate später, am 31.05.25, frisch revidiert wieder im ehem. kleinen Hamelner Rangierbahnhof, im Bereich des Dom-Kesselsegmentes war ihm zusätzlich ein neuer Schutzanstrich spendiert worden. Sein ehemals schönes hohes Schutzgeländer auf dem Kesselscheitel wurde durch eine wesentlich flachere Ausführung getauscht, damit hat er irgendwie ein markantes Erkennungsmerkmal eingebüßt:
Interessanterweise ist die vierjährige Kesselfrist nun etwas in die Zukunft hinein verlängert worden, also bis August 2029. Die ehemals vierjährige Fahrwerksfrist wurde aber um gleich 6 Jahre verlängert, dieser Waggon ist damit der erste mir bekannte, dessen Untergestellfrist erst in den dreißiger Jahren ablaufen wird:
Wünschen wir ihm einen erfolgreichen Aufbruch zu neuen Taten. Und den wünsch ich Euch nun natürlich auch.
Viele Grüße,
Dieter
Edit: Einen vergessenen Satz zum neuen Schutzgeländer einefügt
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:06:08:19:07:44.