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Aus alt mach neu: Die 4-achsigen Umbauwagen der DB. Heute: Die Byg (Teil 1)
Zunächst der Hinweis auf die beiden ersten Teile mit den Fahrzeugen der Bauart AByg und BDyg:
Aus alt mach neu: Die 4-achsigen Umbauwagen der DB. Heute: Die AByg
Aus alt mach neu: Die 4-achsigen Umbauwagen der DB. Heute: Die BDyg
1957 begann man mit der Fertigung von Sitzwagen der Bauart B4yg-56 (ab 1966 Byg 514) im Ausbesserungswerk Neuaubing. Ab 1959 entstanden in den AW Neuaubing und Karlsruhe die ersten B4yg-58 (ab 1966 Byg 515) und ab 1959 im AW Karlsruhe auch die B4yg-58a (ab 1966 Byg 516). Diese Bauarten unterschieden sich durch die Verwendung unterschiedlicher Untergestelle. Bei den B4yg-56 verwendete man die schwereren Längstträgerprofile UNP 26, und bei den B4yg-58 den B4yg-58a solche der Bauart UW 23,5, weshalb die B4yg-56 ein höhers Eigengewicht (31,2 to) besitzen, als die B4yg-58/58a (28,6 to). Als Drehgestelle kamen zunächst bei den B4yg-56 ausschließlich preußische Regeldrehgestelle oder aber Schwanenhalsdrehgestelle amerikanischer Bauart zur Anwendung, wobei der Drehzapfenabstand neben den üblichen 12.250 mm in einigen Fällen 12.500 mm betrug. Die B4yg-58 und 58a waren mit Drehgestellen der Bauart Minden-Deutz leicht (MD 41) mit Tiefanlenkung ausgestattet (siehe dazu auch: „Aus alt mach neu: Die 4-achsigen Umbauwagen der
DB. Heute: Die AByg“). Später wurden auch eine Reihe der B4yg-56 mit solchen versehen, die durch Ausmusterung von Wagen anderer Bauarten freigeworden waren. Die Wagen verfügten über je ein WC an den Wagenenden, zugänglich vom Mittelgang.
Insgesamt wurden 394 B4yg-56 (Byg 514), 690 B4yg-58 (Byg 515) und 60 B4yg-58a (Byg 516) beschafft. Hinzu kommen die 24 Mittelwagen der Baureihe 865 (001 - 003, 005 - 010, 012 – 017, 019 – 025, 031, sowie 099 als Ersatz für den verunfallten 018), die nach ausscheiden der Triebwagen der Baureihe 465/865.6 als Byg 516 übernommen wurden. Diese verfügten lediglich über eine elektrische Heizung.
Neben einigen eigener Aufnahmen sind auch hier wieder mehrere Aufnahmen aus meiner Sammlung dabei. Als Fotografen agierten: User „Gary Larson“
(GL), Dirk Klug
(DK), Robert Brütting
(RB), Werner Ballon (†)
(WB), Marcus Mandelartz
(MM), Markus Lohneisen
(ML) und Joachim Stender
(JS).
Bild 01: Mein Bilderreigen beginnt dieses Mal mit dem Byg 514, 50 80 29-11 548-4 (Heimatbf. Bielefeld Hbf), den ich am 13. April
1984 im Bf Dissen-Bad Rothenfelde im Bild festhalten konnte. Der Wagen ist mit Schwanenhals-Drehgestellen ausgestattet:
Bild 02: Der Byg 514, 50 80 29-11 598-8 (Heimatbf. Köln Hbf), ist am 28. August 1985 im Bf Köln-Deutz anzutreffen. Auch er besitzt Schwanenhals-Drehgestelle (WB)
Bild 03: Am 01. Oktober 1984 sehen wir hier den mit Preußischen Regeldrehgestellen ausgerüsteten Byg 514, 50 80 29-11 702-7
(Heimatbf. Darmstadt), im AW Limburg (Lahn). Der Wagen wird hier am 22. Oktober 1984 ausgemustert (MM):
Bild 04: Im Bf Hamburg-Altona treffen wir am 10. Oktober 1989 den mit preußischen Regeldrehgestellen ausgerüstetet Byg 514, 50 80 29-11 738-1 (Heimatbf Kiel), an (ML):
Bild 05: Am 08. Dezember 1989 wird in Osnabrück Hbf Pu der Byg 515, 50 80 29-12 025-2 (Heimatbf Bremen Hbf, leihw. Osnabrück Hbf),
für den E 3936 nach Wilhelmshaven bereitgestellt. Nur kurze Zeit später wird er ausgemustert (31. Januar 1990):
Bild 06: Der Köln-Deutzerfelder Byg 515 , 50 80 29-12 076-5, ist hier am 13. August 1989 im E 3928, Bielefeld – Mönchengladbach,
in Bielefeld Hbf zu Gast. Der Wagen besitzt bereits Drehgestelle der Bauart Minden-Deutz (MD 41) mit Tiefanlenkung:
Bild 07:
Bild 08: Ein Franke im Norden: Den Byg 515, 50 80 29-12 226-6 (Heimatbf Würzburg Hbf), traf ich am 16. August 1990 im Bw Osnabrück 2 an:
Bild 09:
Bild 10: Am 04. Dezember 1990 war er im E 3936 eingestellt:
Bild 11:
Bild 12: Der E 3639, Osnabrück – Wilhelmshaven, war eine sichere Bank für einen Einsatz eines Byg.
Am 08. Dezember 1989 ist dort der Byg 515, 50 80 29-12 329-8 (Heimatbf. Osnabrück), eingestellt:
Bild 13: Am 22. Oktober 1990 war der Byg 515, 50 80 29-12 354-6 (Heimatbf. Kaiserlautern), im Bw Osnabrück 2 zu Gast:
Bild 14:
Für die Züge der Allgäu-Zollern-Bahn wurde ab 1984 u.a. bei einigen Byg 515 die Inneneinrichtung im AW Stuttgart-Bad Cannstatt aufgearbeitet und die Wagen mit einem hellgrünen Zierstreifen versehen.
Bild 15: Der Byg 515, 50 80 29-12 482-5 (Heimatbf. Tübingen Hbf), der Allgäu-Zollern-Bahn, ist am 17. Juni 1988 im Bf Horb abgestellt (RB):
Bild 16: Am 14. April 1989 war er in Augsburg abgestellt (GL):
Bild 17: Die letzten 4-achser Umbauwagen wurden auf ihre alten Tage noch kräftig herumgereicht, wie hier der Byg 515,
50 80 29-12 634-1 (Heimatbf. Darmstadt). Am 03. Juni 1989 war der Wagen in Paderborn Hbf anzutreffen (RB):
Bild 18: Für heute schließen möchte ich mit dem Byg 516, 50 80 29-12 989-9, hier am 24. Oktober 1989 im E 3639 in Osnabrück Hbf Pu:
Bild 19:
Nicht versäumen möchte ich allerdings, hier einmal die Drehgestelle, von denen in den Beiträgen die Rede war vorzustellen:
Die ältete Bauart war das preußische Regeldrehgestell, dessen letzten Exemplare Mitte der achziger Jahre gegen solche der Bauart MD 41 leicht getauscht worden sein dürften, wenn nicht gleich der ganze Wagen ausgemustert worden ist. Die Drehgestellrahmen sind aus Preßblech gefertigt, die über den Achslagern angeordneten Blattfedern sind mittels Federspannschrauben am Drehgestellrahmen befestigt:
Bild 20:
Etwas länger halten konnten sich wohl die Schwanenhals-Drehgestelle amerikanischer Bauart, bei denen der Schwanenhalsträger ungefedert auf den Achslagern liegt. Der Drehgestellrahmen stützt sich über Schraubenfedern auf dem Schwanenhalsträger ab. Am Drehgestellrahmen hängt der untere Wiegebalken, der über querliegende Doppelblattfedern den oberen Wiegebalkem mit der Drehpfanne trägt. Hier sehen wir zudem den Antrieb der Lichtmaschine bei diesem Drehgestell:
Bild 21:
Charakteristisch für das Einheitsdrehgestell der Bauart Minden-Deutz ist die der Verschleißminderung dienende Lenkerführung der Radsätze und die Aufhängung der Wiegentröge in Pendeln und Schaken, Schraubenfedern zur Wiegenabfederung und deren Dämpfung durch schräg angeordnete hydraulische Stoßdämpfer. Bei der leichten Ausführung, hier Minden-Deutz (MD) 41 leicht, erfolgt die Abfederung der Achslager über Gummifedern. Diese macht besondere Achslagerstoßdämpfer überflüssig.
Gut ist hier auch der Anschlag zu sehen, der ein zu großes Ausschwenken des Wagenkastens vermeiden sollte. Ebenfalls deutlich zu sehen sind hier die fehlenden Achslagerstodämpfer:
Bild 22:
Soviel für heute. Ich hoffe, es hat wieder gefallen. Es folgt demnächst noch ein zweiter Teil mit besonderen Fahrzeugen.
Bis neulich in diesem Forum
Rolf Köstner
Dieser Beitrag erscheint auch im Forum "Historische Bahn" (Historisches)
Liebe Leser und Bilderangucker, ich denke, dass ich jetzt nahezu 100 % der vor dem 30. Juni 2024 sichtbaren Bilder zu picr holen konnte. Sollte aber dennoch ein Beitrag (ab 2017) ohne Bilder sein, bitte ich um eine PN. Das dürfte dann eigentlich kein Problem sein, dass nicht kurzfristig erledigt werden könnte.
Man hat nicht richtig gelebt, wenn man nie in einem ICE gesessen hat, der in Hamm geteilt worden ist.
5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:09:01:14:56:47.