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[IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: l0wside

Datum: 09.11.21 12:54

Anmerkung: in diesem Text ist die Rede von "Afrika". Das ist nicht rassistisch gemeint, sondern steht hier als pars pro toto für "Schwellenland" bzw. "Entwicklungsland". Ich habe einige Monate meines Lebens in Tunesien verbracht und mich in Neapel daran durchaus erinnert gefühlt.

Hallo zusammen,

nachdem meine Tochter neuerdings Latein lernt, fand ich es eine gute Idee, mit ihr (und einigen weiteren Familienmitgliedern) nach Rom und Pompeii zu reisen und mal anzuschauen, was uns die Erfinder des Latein denn sonst noch hinterlassen haben. Bei dieser Reise sind auch einige bahnbezogene Bilder entstanden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Qualitativ sind meine Bilder, wie üblich, mit einem PKP von knapp über Null und keinerlei Anspruch auf Galeriequalität entstanden. Da ich fünf Tage lang den Reiseleiter spielen durfte, kam ich eh kaum zum Fotografieren.

Die Überlegung, mit der Bahn anzureisen, hatte sich recht schnell erledigt - rund 15 Stunden Fahrzeit mit Umstiegen zu eher unchristlichen Zeiten wollte ich keinem der Mitreisenden zumuten, und freie Plätze hatte ich auch keine gefunden. Eurowings beförderte uns zu mäßigen Preisen und ohne irgendwelches Vergnügen zu verursachen von STR nach Rom und von Neapel zurück.

Aus Rom selbst gibt es leider keinerlei bahnbezogene Bilder. Meine Tochter bestand aber darauf, wenigstens eine Station mit der Straßenbahn zu fahren (mit der 3 vom Kolosseum zum Circus Maximus). Ich meine, wir hätten einen Cityway II erwischt. Leider scheint in Italien die Freude am guten Design sich nicht in den Straßenbahnen und Metros auszuwirken - diese haben alle hässliche abwaschbare Plastiksitzschalen.
Das Konzept hinter dem Straßenbahnnetz habe ich nicht so recht verstanden, auch nicht in Zusammenhang mit dem Metronetz.

Was es mehr als reichlich gibt, sind Buslinien. Kennt jemand eine brauchbare Netzdarstellung? Wir hatten nur zwei Busfahrten, bei einem Bus (Linie 70, Fahrzeug von Irisbus) hing die Deckenverkleidung bereits halb im Innenraum. Bei dem endlosen Gerüttel auf den gepflasterten Straßen auch kein Wunder.

Am Kolosseum wird fleißig an der Metro C gewerkelt, was in Anbetracht des römischen Verkehrs auch dringend erforderlich ist. Und gefühlt gibt es auch einige Relationen, auf denen sich eine neue Straßenbahn aufdrängen würde, beispielsweise die Via Nazionale entlang. Aber in Rom denkt man gefühlt in Jahrhunderten, nicht in Jahren.
Davon abgesehen, hat mir die Stadt wirklich gut gefallen. Entgegen meiner Erwartung fand ich sie im Mittel wesentlich gepflegter als Paris (auch wenn es natürlich wie in jeder Großstadt Ecken gibt, die weniger angenehm sind). Die Touristenmassen gibt es, nicht zuletzt dank der Kreuzfahrtschiffe, aber sie konzentrieren sich auf ein paar Hotspots wie die Fontana di Trevi und das Kolosseum. Schon zwei Querstraßen weiter hat man wieder seine Ruhe. Und wir haben kein einziges Mal schlecht gegessen. Ebenfalls angenehm: römische Autofahrer nehmen Rücksicht auf Fußgänger - keiner hat das Bedürfnis, Recht zu behalten.
Sehr hilfreich war die App "myCicero" auf dem Handy, damit lassen sich die Fahrkarten online kaufen. Anders als in Mailand funktionieren die QR-Codes auch problemlos an den Metro-Sperren. Trotzdem standen jeden Abend deutlich über 20.000 Schritte auf dem iPhone-Schrittzähler. Die Kinder haben jedenfalls immer gut geschlafen.

Nachdem ich aus dem modernen Rom nichts Vernünftiges einstellen kann, wenigstens noch ein Bild des Kolosseums:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085838-b9adf237.jpg

Nach drei Übernachtungen in Rom ging es dann samstags weiter nach Pompeii - natürlich per Bahn. Ich hatte Frecciarossa gebucht, und da Business kaum teurer war, sind wir Business gefahren. Allerdings hatte das an diesem Tag was von DB. "Störung im Betriebsablauf" gibt es auch in Italien, nennt sich dann "Guasto ??? di circolazione" - kann mir jemand den ganzen Text sagen? Ich habe ihn trotz x-facher Wiederholung nicht komplett verstanden.
FR9503, Roma Termini 8:00 +35, Napoli Centrale 9:13 +35. So sah er aus, als er endlich aus Florenz eintraf:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085837-3f3b29d0.jpg

Im Inneren ist es durchaus schick, aber ich fand es trotzdem leicht schmuddelig. Immer noch um Welten besser als jeder mir bekannte DB-Nahverkehrszug, aber auch ein ganzes Stück vom Niveau der SBB entfernt.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085836-55e6b1b3.jpg

Die Kinder waren restlos begeistert, als die Bar durchkam und es kostenlosen Orangensaft (spremuta, also kein Konzentrat) gab. Wir Erwachsenen hielten uns an den (kostenpflichtigen) Kaffee. Zwar aus der Pumpkanne, aber doppelt so stark und halb so teuer wie hierzulande.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085836-f2aacb64.jpg

Der "Green Pass" (Impfzertifikat) wurde erst im fahrenden Zug gemeinsam mit der Fahrscheinkontrolle abgefragt. In Italien ist mein Zertifikat immer per App eingelesen worden (teilweise wurde auch noch der Ausweis verlangt), anders als in Deutschland, wo man vermutlich mit jedem QR-Code durchkäme.

In Neapel das Gepäck schnell im Hotel abgeladen (Hotel Bella Napoli, fußläufig zum Bahnhof. Durchaus empfehlenswert, wenn auch kein Luxushotel, aber sauber) und wieder zurück zum Bahnhof. Der Bahnhofsvorplatz ist im Zuge des Metrobaus umgestaltet worden und recht schick geraten:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085838-11e38d37.jpg
Sowieso ist Neapel nicht einfach nur gammelig. Es gibt sehr schicke Ecken und Häuser, und direkt nebenan ist es dann wieder gammelig und gefühlt kurz vor dem Einsturz.

Nachdem Sohnemann pünktlich bei Einfahrt der Circumvesuviana feststellte, dass er dringend auf Toilette muss, sind wir noch einmal quer durch ganz Napoli Centrale gerast. Das WC ist in der Unterführung genau am entgegengesetzten Ende von der Circumvesuviana und kostet 1 EUR. Der junge Mann meinte anschließend, für das Geld hätte es ruhig etwas sauberer sein können (ich selbst kann es nicht beurteilen).
Beim Fahrkartenkauf wurde Kind 2 vom Verkäufer um ein Jahr jünger gemacht - so fuhr er kostenlos.
Während man bei Rom noch drüber streiten kann, ob es nun zum Norden oder Süden gehört (die Norditaliener halten es für Süden, die Süditaliener für Norden, und den Römern ist das egal, sie sind schließlich Römer), ist Neapel definitiv schon Mezzogiorno. Und während ich mich in Rom definitiv noch in Europa fühle, komme ich mir in der Νέα πόλις bereits vor, als wäre es Nordafrika.

Die Circumvesuviana ist ein Fest für alle Liebhaber schlechter Graffiti:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085835-c5bbd31b.jpg

Unterwegs habe ich noch ein paar in Folie eingepackte Fahrzeuge gesehen - was ist das? Die im März bestellten neuen Stadler-Züge ja wohl eher noch nicht. Die Folien waren übrigens auch schon mit Graffiti verziert, was nichts Gutes verheißt.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085836-e9c91ce8.jpg

Der Fahrkomfort ist eher unterirdisch - abgesehen von den Plastiksitzen ist das Fahrwerk nicht eben ein Traum, und die Räder sind gefühlt in diesem Jahrhundert noch nicht abgedreht worden. Die Gleise dagegen sahen für meinen laienhaften Blick nicht so schlecht aus. Ich war jedenfalls froh, nach einer Dreiviertelstunde dem Zug zu entkommen. Jeder Silberling ist luxuriös dagegen.

Noch das Pflichtfoto aus Pompeii:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085840-2ffb733d.jpg
Wer in Pompeii übrigens Hunger hat: es gibt neben dem Forum eine von Autogrill betriebene Abfütterung, die halbwegs zivile Preise aufruft und nicht mal schlecht ist.

Für die Rückfahrt muss man in Pompeii auf Gleis 2. Dazu geht es eine Treppe hinunter, die der Katakomben würdig wäre:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085834-54a34b12.jpg
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085835-79a6699b.jpg

In Pompeii endet die Zweigleisigkeit, deswegen ist dort alle 30 Minuten Zugkreuzung:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213090119-2c0a89db.jpg

Anders als die Züge sind die Bahnanlagen teilweise auf sehr modernem Stand:
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085833-cd637497.jpg

Zurück in Neapel haben wir sehr gut und bezahlbar im "È pronto o magnia" gegessen - Pizza gibt es dort allerdings keine. Hauswein und Grappa sind empfehlenswert, ebenso frühes Kommen.

Metro gefahren sind wir in Neapel auch - die Stationen sind sehr neu, die Züge nicht so sehr. Die Station "Duomo" ist inzwischen in Betrieb.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085833-d240c4fb.jpg
Auch hier kann man die Fahrkarten online per myCicero kaufen und bekommt einen QR-Code. Allerdings wurde der bei uns auf eher süditalienische Weise geprüft: nachdem die Sperren keinen passenden Leser hatten und ich freundlich fragte, wurden wir einfach so durchgewunken. Der passende Leser steht halt nur am anderen Eingang...

Sehe ich es eigentlich richtig, dass die Metro einen Kehrtunnel hat? Wenn ja, gibt es das auf der Welt noch mal irgendwo?
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/0a/Napoli_-_mappa_rete_metropolitana.svg/288px-Napoli_-_mappa_rete_metropolitana.svg.png
Quelle: Wikipedia

Damit die Busliebhaber auch was zum Schauen haben, noch ein Citaro. Auf dem Bild sieht er aus wie ein verkürzter, war nach meiner Erinnerung aber ein ganz regulärer.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085839-b854016c.jpg

Und zum Abschluss noch ein Blick aufs Meer, im Hintergrund Vesuv und Capri. Für mich das einzige Mal dieses Jahr, dass ich am Meer war.
https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085834-19ef2b91.jpg


Und eine Anmerkung noch zum Schluss: den besten Kaffee der Welt gibt es meines Erachtens in Neapel. Ich habe schon viel, auch guten Kaffee, getrunken, aber nie so guten wie dort. Und zwar egal wo.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:07:24:22:02:25.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Südende

Datum: 09.11.21 16:07

Vielen Dank für diesen Bericht. Der römische Nahverkehr ist in der Tat eine Welt für sich. Die Busse, ihre mangelnde Qualität und der faktisch nicht vorhandene Fahrplan waren sogar ein nicht unwichtiger Teil im kürzlichen Wahlkampf um den Bürgermeisterposten.
Verschiedene Pläne gibt es unter
[www.atac.roma.it]
woraus klar wird, wie komplex das Ganze ist.

Südende

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: D299

Datum: 09.11.21 16:22

Na wenigstens hast Du es dieses Jahr nach Neapel geschafft...ich hatte ähnliches im Frühjahr 2020 mit meiner Familie geplant (Anreise indes per Bahn), musste dann aber aus bekannten Gründen absagen...und dieses Jahr hats dann auch nicht geklappt...

Danke für den Bericht, und volle Zustimmung meinerseits betreffend des Kaffees! Als Tip sei erwähnt dass Caffe Pompeii aus Scafati auch direkt nach Deutschland liefert. Mein persönlicher Favorit...

Tanti salutiD299

D299 - Bruxelles 19.13 - Milano 07.10

meine Reiseberichte:
[www.drehscheibe-online.de]

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 09.11.21 17:05

Moin,

dankeschön!

Rom und Neapel ist schon ein Unterschied. In einem anderen Jahrtausend waren die Züge der Vesuviana noch sauber. Aber die Fahrgastinformation der römer Busse war damals auch schon nicht auf deutschen Standard. Angekommen bin ich immer, wenn auch an einem Streiktag ohne ÖPNV...

Der Citaro vom vorletzten Bild sieht mir zwischen den Türen kurz aus, hinten normal. Der ist von der EAV, zu der ja auch die Vesuviana gehört. Linennummern gibt es offenbar nicht durchgehend: [www.eavsrl.it].

Viele Grüße
Sören


PS: Bei zwei Aufnahmen stimmte was nicht, ich habe das mal repariert. ;-)

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Dieter_Zoubek

Datum: 09.11.21 20:43

Ich gratuliere herzlich zur Entscheidung Latein zu lernen. Nichtlateiner mag es wundern, aber ich finde es noch 45 Jahre nach meinem Schulabschluss besonders nützlich praktisch alle romanischen Sprachen mehr oder weniger "einfach so" zu verstehen.
Sogar beim Tschechischlernen hat mir Latein geholfen: ich empfinde nämlich die Grammatik als ziemlich ähnlich.

Dieter Zoubek

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Avala

Datum: 09.11.21 20:52

Zitat
Sogar beim Tschechischlernen hat mir Latein geholfen: ich empfinde nämlich die Grammatik als ziemlich ähnlich.
Ja, absolut, für slawische Sprachen definitiv ein Vorteil.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Trans

Datum: 09.11.21 21:12

Sehr interessant, vielen Dank!
Kleiner Hinweis: den Frecciarossa als Nahverkehrszug zu bezeichnen, ist wohl doch eine Untertreibung

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: l0wside

Datum: 09.11.21 21:40

Hallo zusammen,

ich versuche mal eine Sammelantwort. Wie immer ist es eine Wundertüte, einen Beitrag zu verfassen: man weiß nie, was kommt. Aber eigentlich freue ich mich fast immer :)

Südende schrieb
Verschiedene Pläne gibt es unter [www.atac.roma.it], woraus klar wird, wie komplex das Ganze ist.
Ja, die Pläne kenne ich und hatte den Innenstadtplan auch auf dem Handy dabei. Ein schematischer Plan, wie er in Deutschland üblich ist, wäre mir lieber gewesen. Ich habe es nicht geschafft, herauszufinden, welche Linien mich denn nun von Termini zum Pantheon bringen. Es ist ein bisschen schade, denn die Takte sind teilweise recht dicht, und durch überlagernde Buslinien fährt in der Innenstadt eigentlich alle ein, zwei Minuten etwas. Die Frage ist dann nur, wohin.
An der Haltestelle Repubblica gab es jedenfalls einen elektronischen Anzeiger, der mit den fahrenden Bussen ganz gut zusammenpasste. Allerdings kam unserer 15 Minuten lang in 7 Minuten...

D299 schrieb
Als Tip sei erwähnt dass Caffe Pompeii aus Scafati auch direkt nach Deutschland liefert. Mein persönlicher Favorit...
Ich wäre versucht, befürchte aber, dass das Ergebnis nicht wie in Neapel schmeckt. Es braucht auch die Maschine, das Wasser, das Können. Alles drei hier nicht vorhanden. Eher überlege ich, zwischen den Jahren mit dem Zug nach Sizilien zu fahren und unterwegs verschiedene Kaffees zu testen :)

Sören Heise schrieb
Bei zwei Aufnahmen stimmte was nicht, ich habe das mal repariert.
Vielen Dank! Ich hatte den Entwurf dreimal durchgeschaut und am Ende dann wohl doch noch was verhauen. Muss doch noch den DSO-Editor für Windows (und Linux) schreiben.

Dieter_Zoubek und Avala
Zum Thema Latein und slawische Sprachen
Es freut mich, dass ich die Sichtweise nicht alleine habe. Auf die Frage "warum braucht man Latein?" antworte ich mittlerweile mit der Gegenfrage, wie geldbringend Kunst- und Musikunterricht seien, dann ist das Thema meist schnell durch. Und bei meinen (leider bisher recht halbherzigen) Versuchen, Tschechisch zu lernen, war ich erstaunt, wie sehr sich die Struktur indogermanischer Sprachen doch ähnelt. Ob man nun Ablativ oder Instrumental sagt, ist ziemlich egal.
An den Versuchen, Tschechisch zu lernen, ist DSO nicht ganz unschuldig. Allerdings ist dsa ein bisschen schwierig, weil ich irgendwie immer, wenn ich mehr als ein paar Tage frei habe, mich in italienischsprachigen Gegenden aufhalte.

Trans
Kleiner Hinweis: den Frecciarossa als Nahverkehrszug zu bezeichnen, ist wohl doch eine Untertreibung.
Da hast du vollkommen Recht. Allerdings habe ich nur festgestellt, dass ein deutscher Nahverkehrszug der DB schmutziger und ein Zug der SBB in der Regel sauberer ist. Den Kindern habe ich den FR als "italienischer ICE" verkauft, und das passt eigentlich ganz gut. Abgesehen von der Tatsache, dass der FR tatsächlich auf größeren Teilen des Streckennetzes 300 km/h fährt und natürlich von außen rot ist.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: Martin Sch.

Datum: 09.11.21 22:26

l0wside schrieb:
Südende schrieb
Verschiedene Pläne gibt es unter [www.atac.roma.it], woraus klar wird, wie komplex das Ganze ist.
Ja, die Pläne kenne ich und hatte den Innenstadtplan auch auf dem Handy dabei. Ein schematischer Plan, wie er in Deutschland üblich ist, wäre mir lieber gewesen. Ich habe es nicht geschafft, herauszufinden, welche Linien mich denn nun von Termini zum Pantheon bringen.
Ein paar Jahrzehnte lang war "64" die immer richtige Antwort gewesen. Das ist die Linie von Termini nach San Pietro über Piazza Venezia und Largo Argentina. Damit kommt eigentlich fast jeder Tourist an sein Ziel. Ob die Linie heute noch genau so fährt, weiß ich allerdings nicht.
Fahrpläne wären bei der innerstädtischen Verkehrsdichte ohnehin Makulatur, da lässt man sie halt weg. Es kommt schon irgendwann ein Bus. Die Römer sind von der Situation durchaus auch genervt, aber als Tourist sollte man da eigentlich entspannt bleiben können.
Als ich 1985 das erste Mal in Rom war, kostete die Busfahrt 700 Lire, das war damals knapp 1 DM. Dennoch kann ich mich an ein Graffitto erinnern: "ATAC? È più economico il Rolls". Da waren die Wünsche an den ÖPNV einfach andere...

M.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: tkautzor

Datum: 10.11.21 00:27

l0wside schrieb:
Anmerkung: in diesem Text ist die Rede von "Afrika". Das ist nicht rassistisch gemeint, sondern steht hier als pars pro toto für "Schwellenland" bzw. "Entwicklungsland". Ich habe einige Monate meines Lebens in Tunesien verbracht und mich in Neapel daran durchaus erinnert gefühlt.
Süditalien ist mittlerweile das was sich in Europa am meisten an "Afrika" nähert, nicht nur geographisch oder klimatisch, aber auch Dank der italienischen Flüchtlingspolitik und der Landwirtschaft. Sowohl weil der Staat versucht die Flüchtlinge gleichgerechtig an die Gemeinden zu verteilen, wie weil ein Grossteil der Migranten in der Landwirtschaft Arbeit finden, findet man jetzt sogar in der kleinsten Ortschaft in Süditalien sowohl Nord- wie Schwarzafrikaner. Oft wurden diese Ortschaften von einem Grossteil ihrer jugendlichen Bevölkerung seit langem verlassen.

l0wside schrieb:
Unterwegs habe ich noch ein paar in Folie eingepackte Fahrzeuge gesehen - was ist das? Die im März bestellten neuen Stadler-Züge ja wohl eher noch nicht. Die Folien waren übrigens auch schon mit Graffiti verziert, was nichts Gutes verheißt.
[abload.de]

Der Fahrkomfort ist eher unterirdisch - abgesehen von den Plastiksitzen ist das Fahrwerk nicht eben ein Traum, und die Räder sind gefühlt in diesem Jahrhundert noch nicht abgedreht worden. Die Gleise dagegen sahen für meinen laienhaften Blick nicht so schlecht aus. Ich war jedenfalls froh, nach einer Dreiviertelstunde dem Zug zu entkommen. Jeder Silberling ist luxuriös dagegen.

In Pompeii endet die Zweigleisigkeit, deswegen ist dort alle 30 Minuten Zugkreuzung:
[abload.de]
Auf dem Abstellgleis in S. Giovanni a Teduccio sind sechs ETR.001/085 (neuerdings) abgepackt abgestellt. Auf dem Gleis dahinter stehen auch noch die beiden BD.0223 und BD.0225 (Imam/TIBB 1948), während die beiden betriebsfähigen BD.0221 und BD.0222 sowie der Zwischenwagen B 448, die den historischen Zug bilden, im Depot abgestellt sind. Ein Grossteil der 3-teiligen Elektrotriebwagenflotte (ETR.001-085 von 1971/78, ETR.086-108 von 1989/91 und ETR.201-226 MetroStar von 2008/09) ist ständig ausser Betrieb oder dient als Ersatzteilspender für die noch aktiven Einheiten.

Die ETR.200 MetroStar verfügen allerdings schon über stoffüberzogene Sitze und werden auch für die an Touristen vermarkteten "Campania Express" Züge zwischen Napoli und Sorrento eingesetzt. Die vier Mal täglich fahrenden Züge sind zwar nicht besonders sauberer oder schneller (1 Stunde 11 Minuten statt 1 Stunde 16 Minuten), halten aber nicht so oft (9 statt 35x) und verfügen über englischsprechendes Begleitpersonal bei einem Aufpreis von nur 6 bis 6,10 Euros (10,00 statt 3,90 von Napoli nach Sorrento).

Das die Strecken sich in einem so guten Zustand befinden hat damit zu tun das die Gleisbauarbeiten ausschliesslich durch Privatfirmen durchgeführt werden. Dabei kann man zugleich auch wunderbar Staats- oder EU-Fördergelder verarbeiten. Auf den Strecken der Circumvesuviana sind u.a. Francesco Ventura, FESF, Metro.Ferr und SAFIM (aus Sarno) aktiv, die teilweise dafür umgespurte ex-DB Köf und Skl einsetzen.

Der Bahnhof Pompei der Circumvesuviana befindet sich in Ortsmitte auf der Strecke von Torre Annunziata nach Poggiomarino (L4). Es handelt sich hier um die Station Pompei Scavi Villa dei Misteri auf der L1 nach Sorrento, von der man zu den Ausgrabungen kommt. Das Doppelspurgleis geht seit vielen Jahren auch noch eine Station weiter nach Moregine, allerdings wurden aus welchem Grund auch immer die Weichenverbindungen nie eingebaut. Vor einem Jahr wurde allerdings wieder an dem 2. Gleis gearbeitet.

Gruss, Thomas.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:10:00:29:09.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: fr3

Datum: 10.11.21 01:16

l0wside schrieb:
Das Konzept hinter dem Straßenbahnnetz habe ich nicht so recht verstanden, auch nicht in Zusammenhang mit dem Metronetz.
Es ist müßig, im gegenwärtigen ÖV-Netz von Rom ein Konzept zu finden. Es gibt keines.

Die meisten Straßenbahnlinien (es sind insgesamt nur 6 Linien) sind der Rest eines bis in die 1960er vorhandenen, einst sehr umfangreichen Netzes. In den 1990ern gab es ein paar zaghafte Erweiterungen (2 auf Via Flaminia und 8 auf Viale Trastevere), außerdem in den 00-Jahren 400m Neubaustrecke von Largo Argentina bis Piazza Venezia.
Pläne zur Erweiterung gibt es genug, eigentlich schon seit Jahrzehnten. Geschehen ist fast nichts. Die in den 1990ern neu beschafften Fahrzeuge wurden der Stadt noch schnell vor Inkrafttreten der europaweiten Ausschreibungspflicht von Fiat aufgedrückt und sind mehr oder weniger Müll. In einem jahrelangen Rechtsstreit musst die Stadtverwaltung darum raufen, dass die größten Mängel überhaupt vom Hersteller behoben wurden, weshalb aufgrund zahlreicher defekter Fahrzeuge ein paar Linien lange Zeit überhaupt nur mit Bussen betrieben werden konnten.
Und es gibt bis heute uralte Fahrzeuge im Betrieb (Stanga), die zum Teil noch aus 1948 stammen.

Immerhin bestehen nun ernste Chancen, das die neue, im Oktober gewählte Stadtverwaltung unter Roberto Gualtieri nun endlich zumindest Teile des Straßenbahn-Erneurungsplans PUMS
realisieren wird. Der nationale Wiederaufbauplan nach Corona sieht dafür explizit Mittel vor.

Darin ist auch eine neue Straßenbahnlinie auf via Nazionale über Piazza Venezia, Largo Argentina und weiter bis zum Vatikan vorgesehen, also im Verlauf der Buslinie 64 (die immer noch so heißt und von Termini zum Bahnhof Roma San Pietro führt).

Mal sehen was jetzt wirklich kommt. Ankündigungen gibt es schon seit zwei Jahrzehnten, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Zitat
Was es mehr als reichlich gibt, sind Buslinien. Kennt jemand eine brauchbare Netzdarstellung?
Die bereits erwähnten online-Pläne von ATAC. Ich habe eine Sammlung aus mehreren Jahrzehnten der gedruckten Pläne von ATAC. Wirklich übersichtlicher waren sie nie. Haltestellen sind darauf nicht eingezeichnet!

Man muss die Linien kennen, um sie zu benutzen. Trotzdem ist das System schlecht und man geht lieber zu Fuss von U-Bahn oder S-Bahn-Station aus. Aber aufgrund des recht spärlichen übergeordneten Schienennetzes gibt es oft keine andere Wahl als den Bus.
Es gibt nur 3 1/2 Metrolinien und 2-3 brauchbare S-Bahn-Verbindungen, die mehr oder weniger zufällig miteinander verknüpft sind.
Die U-Bahnlinien sind übrigens drei voneinander unabhängige Systeme ohne Schienenverbindung untereinander.

Wer mehr zum römischen Verkehrsnetz erfahren möchte, dem kann ich einen längeren Artikel empfehlen, den ich vor bald 10 Jahren verfasst habe. Ist auf Italienisch, sollte aber mit Google oder deepl.com einigermaßen leserlich sein. Fragen dazu kann ich natürlich auf Deutsch beantworten.
Link zum Artikel auf Skyscrapercity
oder
Download als pdf.

Zitat
Davon abgesehen, hat mir die Stadt wirklich gut gefallen. Entgegen meiner Erwartung fand ich sie im Mittel wesentlich gepflegter als Paris (auch wenn es natürlich wie in jeder Großstadt Ecken gibt, die weniger angenehm sind).
Erfreulich, dass es dennoch auch ein positives Feedback gibt. Rom ist interessant und aufregend (und hat viele schöne Ecken), aber im Alltagsleben mühsam.

Zitat
Sehr hilfreich war die App "myCicero" auf dem Handy, damit lassen sich die Fahrkarten online kaufen. Anders als in Mailand funktionieren die QR-Codes auch problemlos an den Metro-Sperren.
Ja, die App ist gut. Bei der Metro kann man auch direkt mit Kredit- oder Debit-karte durch die Sperre, ohne eigens eine Fahrkarte kaufen zu müssen.

Empfehlen kann ich auch die App Autobus Roma. Jede Haltestelle hat eine Ordnungsnummer. Gibt man diese in die App ein, erfährt man wann der nächste Bus fährt. Wenn es zu lange dauert, geht man besser zu Fuss.

Zitat
Allerdings hatte das an diesem Tag was von DB. "Störung im Betriebsablauf" gibt es auch in Italien, nennt sich dann "Guasto ??? di circolazione" - kann mir jemand den ganzen Text sagen? Ich habe ihn trotz x-facher Wiederholung nicht komplett verstanden.
Könnte sein guasto alla circolazione dei treni oder per un guasto di linea.
Es gibt auch per un furto di rame (wegen Kupferdiebstahls).

Auf viaggiatreno.it gibt es Infos zu den Zugbewegungen in Echtzeit.

Zitat
Unterwegs habe ich noch ein paar in Folie eingepackte Fahrzeuge gesehen - was ist das?
Müsste ein verunfallter Zug sein, der bis zur gerichtlichen Untersuchung versiegelt wurde.

Zitat
Sehe ich es eigentlich richtig, dass die Metro einen Kehrtunnel hat?
Ja, denn sie muss den Geländesprung zum Vomero überwinden. Es gibt auch drei Standseilbahnen in die Oberstadt.

Neapel hatte übrigens als erste Stadt in Italien eine U-Bahn (Ferrovia Metropolitana), welche 1924 gebaut und einst mit seitlicher Stromschiene versorgt wurde. Es ist gleichzeitig auch die Strecke der Staatsbahn unter der Stadt durch vom Hauptbahnhof nach Mergellina. Die Linie auf den Vomero gibt es erst seit etwa 10 Jahren.

Zitat:
Und eine Anmerkung noch zum Schluss: den besten Kaffee der Welt gibt es meines Erachtens in Neapel. Ich habe schon viel, auch guten Kaffee, getrunken, aber nie so guten wie dort. Und zwar egal wo.
Stimmt. Nicht zu vergessen: die neapolitanische Kaffeemaschine - denn nur mit der gelingt er auch wirklich.

Liebe Grüße aus Italien

iranrail.net
unofficial homepage of Iranian Railways




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:10:07:50:13.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: tkautzor

Datum: 10.11.21 02:22

fr3 schrieb:
l0wside schrieb:
Das Konzept hinter dem Straßenbahnnetz habe ich nicht so recht verstanden, auch nicht in Zusammenhang mit dem Metronetz.
Es ist müßig, im gegenwärtigen ÖV-Netz von Rom ein Konzept zu finden. Es gibt keines.

Die meisten Straßenbahnlinien (es sind insgesamt nur 6 Linien) sind der Rest eines bis in die 1960er vorhandenen, einst sehr umfangreichen Netzes. In den 1990ern gab es ein paar zaghafte Erweiterungen (2 auf Via Flaminia und 8 auf Viale Trastevere), außerdem in den 00-Jahren 400m Neubaustrecke von Largo Argentina bis Piazza Venezia.
Pläne zur Erweiterung gibt es genug, eigentlich schon seit Jahrzehnten. Geschehen ist fast nichts. Die in den 1990ern neu beschafften Fahrzeuge wurden der Stadt noch schnell vor Inkrafttreten der europaweiten Ausschreibungspflicht von Fiat aufgedrückt und sind mehr oder weniger Mist. In einem jahrelangen Rechtsstreit musst die Stadtverwaltung darum raufen, dass die größten Mängel überhaupt vom Hersteller behoben wurden, weshalb aufgrund zahlreicher defekter Fahrzeuge ein paar Linien lange Zeit überhaupt nur mit Bussen betrieben werden konnten.
Und es gibt bis heute uralte Fahrzeuge im Betrieb (Stanga), die zum Teil noch aus 1948 stammen.
Auf den Linien 5, 14 und 19 kommen die besseren älteren Wagen zum Einsatz (20-25 betriebsfähige Stanga BR 7000/7100 von 1948/52 und 20-25 betriebsfähige Socimi BR 9000 von 1990/2004), während auf den Linien 3 und 8 die miesen moderneren Zweirichtungswagen (26 Fiat Cityway I BR 9100 von 1999/2000 und 51 Alstom Cityway II BR 9200 von 2000/03) im Einsatz sind (wenn diese fahren). Die Linie 2 wird wegen Fahrzeugmangel mit Bussen betrieben.

fr3 schrieb:
Zitat
Unterwegs habe ich noch ein paar in Folie eingepackte Fahrzeuge gesehen - was ist das?
Müsste ein verunfallter Zug sein, der bis zur gerichtlichen Untersuchung versiegelt wurde.
Nein, der verunfalte MetroStar befand sich auf der anderen Seite des Bahnhofs und war vor einem Monat nicht mehr in S. Giovanni, dessen Verdeckungen anhand von Plastikplanen waren vor einem Jahr auch schon fast ganz vom Wind abgetragen und verweht. Es handelt sich bei den eingepackten Fahrzeugen wirklich um sechs abgestellte ETR.001/085 der 1. Generation.

Gruss, Thomas.

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: guga

Datum: 10.11.21 13:11

Hallo,

Citymapper finde ich nicht schlecht. Kennst du das? Bzw. hat das schon mal jemand in Rom genutzt?

Grüße guga

Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

geschrieben von: l0wside

Datum: 26.11.21 10:37

fr3 schrieb:
Es ist müßig, im gegenwärtigen ÖV-Netz von Rom ein Konzept zu finden. Es gibt keines.
Nun muss ich den Thread noch mal hochholen. Ich habe mich in letzter Zeit damit vergnügt, mal auf Basis der GTFS-Daten von Rom (die ATAC aggregiert und bereitstellt) einen schematischen Liniennetzplan für die Innenstadt von Rom zu erstellen. Das Ergebnis ist hier zu finden.
Anlass war, dass ich die Frage "wie komme ich von den Terme Diocleziano zum Pantheon" vor Ort nicht wirklich sinnvoll beantworten konnte. Leider klappt das mit der entstandenen Karte auch nicht so recht, aber meine Motivation ist langsam erschöpft. Vermutlich wäre ein händisches Zeichnen auf Basis der schematischen Karte das Beste.
https://abload.de/img/mobile.291.sharedc2jec.jpeg

Die halbautomatische Erstellung war aus verschiedenen Gründen recht aufwändig:
  • Die Strategie von ATAC besteht wohl darin, dass in jeder Straße mindestens eine Buslinie verkehren muss. Gerne auch nur in einer Richtung.
  • Es gibt unglaublich viele Buslinien, in der Datenbank stehen insgesamt 440 Linien, die insgesamt 1203 verschiedene Routen fahren (Hin- und Rückweg werden dabei als zwei Routen gezählt). Ich habe mich auf die 67 relevantesten Linien beschränkt, das heißt die mit mindestens 500 in GTFS eingetragenen Fahrten. In GTFS stehen insgesamt 176.000 Fahrten...
  • Bei gefühlt jeder Haltestelle gibt es eine Buslinie, die daran vorbeifährt, aber nicht hält. Beispiel Via Nazionale: die 64,70 und 170 halten bei "Quattro Fontane", die 40 und 60 nicht.
  • Gerne gibt es auch Einrichtungslinien. Entlang des Tibers ist das noch halbwegs klar (die 280 fährt links des Tibers flussaufwärts und rechts des Tibers flussabwärts), an anderen Stellen eher unübersichtlich.
  • Die Benennung von Haltestellen ist oft nicht nachvollziehbar. Die Haltestelle "Trastevere/Ministerio Pubblica Instruzione" hat je nach Position die Namen "TRASTEVERE/MIN. PUBBLICA ISTRUZIONE", "TRASTEVERE/MIN. P.ISTRUZIONE" oder "TRASTEVERE/MIN. P. ISTRUZIONE". Das muss man alles von Hand auflösen.
  • Oft liegen Haltestellen sehr nahe beieinander, haben aber verschiedene Namen - Beispiel Piazza Fiume oder auch die oben genannte Trastevere - die gleiche Haltestelle heißt in der Querstraße dann Induno.

  • Ich weiß um die Defizite des Ergebnisses:
  • Teilweise überschneiden sich Liniendarstellungen
  • Manche eckig dargestellten Verbindungen überschneiden sich selbst
  • Einige Linien konnte der Algorithmus schlicht nicht einzeichnen, weil er keinen Weg zwischen den Haltestellen durch gefunden hat. Die laufen dann als dünne Linien querbeet.

  • Einrichtungshaltestellen wie Senato erkennt der Algorithmus nicht automatisch. Allerdings werden Einrichtungsverbindungen durch Pfeile gekennzeichnet.
  • Insgesamt hätte ich den Plan lieber linien- als haltestellenzentriert gezeichnet (also so, wie typischerweise hier die hiesigen Netzpläne gezeichnet werden). Das wäre aber vermutlich endgültig in Chaos ausgeartet, weil insbesondere in der Innenstadt Linienbündel nie länger als drei Haltestellen zusammenpassen.


  • Einen großen Vorteil hatte die Aktion: ich hatte einen Grund, mich (per Google Maps) noch mal ausführlich durch Rom zu bewegen.


    Würde mich über Feedback zu diesem doch eher abgefahrenen Thema freuen.

    Re: [IT] Rom, Neapel und ein bisschen Bahn

    geschrieben von: SPS

    Datum: 26.11.21 18:26

    Ich habe diesen Thread erst jetzt entdeckt, da ich nicht dauernd DSO schaue…😉

    Mit dem „Netzplan“ von Rom hast Du Dir aber eine Strafarbeit auferlegt, Mannomann. Volle Anerkennung, auch wenn ich immer noch nicht durchblicke.

    Noch was zur tschechischen Sprache: Ich habe dieselbe Erfahrung gemacht. Wenn Dir mit 11 Jahren ein Gymnasiallehrer etwas von Akkusativ und Ablativ oder so vorsäuselt und du dann tatsächlich über das „ich verstehe nur Bahnhof-Stadium“ hinauskommst, wird dir auf einmal klar, warum es Usti nad LabEM heißt…..tschechisch ist nur zum Sprechen etwas schwierig, siehe Valasske Me…….., aber ansonsten ist da viel Logik drinne. Im Gegensatz zu Ungarisch, das sind für mich Knurr- und Grunzlaute😃


    Bitte beachten Sie die Zugteilung in………Wulkaprodersdorf.




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:11:26:18:26:54.
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