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Hallo in die Runde!

Nach einer kleinen Pause geht die Reise durch Sri Lanka weiter. Das Hochland haben wir uns hinter uns gelassen und wir sehen uns heute eine andere Ecke des Landes an – das Sri Lanka der Savannenlandschaften, der Nebenstrecken und des kunterbunten Bahnbetriebs im Knotenbahnhof Maho.

Wer die bisherigen Reiseetappen noch einmal nachlesen möchte, kann das hier tun:

Teil 1: Kennenlernen in Colombo
Teil 2: Einmal Galle und zurück
Teil 3: Im Land der Formsignale
Teil 4: Eine heiße Zugfahrt
Teil 5: Tea Time im Hill Country
Teil 6: Ella und der Hotspot



Donnerstag, 31. Januar 2019

Unnötig lang wollen wir uns heute morgen in unserem „Hotel“ in Batticaloa nicht aufhalten. Überdeckten Müdigkeit und Dunkelheit gestern Abend noch einiges, so werden jetzt die ganzen unschönen Details sichtbar und der Fluchtreflex setzt unweigerlich ein. Also nichts wie weg hier! Schließlich sind wir hier im „Venedig Sri Lankas“ und das Wetter ist am Morgen ganz ordentlich. Bis wir für die Abfahrt unseres Zugs am Bahnhof sein müssen, ist noch Zeit, deshalb machen wir einen kleinen Rundgang durch die Stadt.

Die Altstadt (oder besser gesagt, das historische Zentrum) von Batticaloa liegt auf einer Insel in einer Lagune und ist mit der übrigen Stadt durch eine Reihe von Brücken verbunden. Zusammen mit einer Reihe von knatternden Tuk-Tuks, Mopeds und Bussen überqueren wir eine davon und finden uns alsbald in einem Gewirr von Gassen wieder. Hatten wir uns irgendwie so etwas wie eine nette, kleine Stadt vorgestellt, so finden wir doch wieder nur Betonbauten vor, die ihr hässliches Antlitz hinter bunten Werbeplakaten verbergen. Und auch das historische Fort erweist sich als eine unspektakuläre Anlage, die hauptsächlich einige Verwaltungsgebäude beherbergt. Da sind wir schnell durch. Wir kaufen uns deshalb bei einem Händler noch ein wenig Frühstück und Proviant für den Tag ein und fahren zum Bahnhof zurück.

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Nicht schön, aber bunt. So schaut auch die Innenstadt von Batticaloa aus.

Batticaloa ist der Endpunkt der Batticaloa Line der Sri Lanka Railways. Im Bahnhof Maho zweigt sie von der Northern Line ab und durchquert dann auf 200 km Länge die Mitte von Sri Lanka bis an die Ostküste. Obwohl in den 1950er Jahren auf Hauptstreckenniveau ausgebaut, hat sie heute eher den Charakter einer Nebenbahn. Es gibt zwei durchgehende Züge nach Colombo, einen am Tag und einen in der Nacht, dazu einen Mixed bis Maho sowie einen Zug bis Galoya.

Der Mixed soll unser Reisemittel für den heutigen Tag sein. Er verlässt Batticaloa um 11 Uhr und erreicht Maho am frühen Abend. Wir erwarten also eine entspannte Tour, weit weg vom touristischen Trubel auf der Main Line, in einer urigen Garnitur und vielleicht mit ein paar Rangieraufenthalten unterwegs zum Beistellen von Wagen.

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Mit dem Ausbau der Strecke erhielt Batticaloa auch einen neuen, größeren Bahnhof. Heute wirkt dieser allerdings ziemlich überdimensioniert und nicht einmal die Cafeteria hat geöffnet. Unverkennbar ist am Brunnen davor, dass wir uns hier in der Nähe des Meeres befinden. Wen der Künstler der Nixe allerdings bei deren Gestaltung vor sich hatte, ist nicht ganz klar, hat sie doch ausgesprochen maskuline Züge.

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Am Bahnsteig rollt schon die Lok für unseren Zug herein. Es ist M2 593, die uns heute nach Maho bringen wird.

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Bis zur Abfahrt ist noch etwas Zeit und entspanntes Warten angesagt. Viel los ist am Bahnhof allerdings nicht, voll wird der Zug hier sicherlich nicht werden.

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Wir nehmen Platz in der „Holzklasse“.

Pünktlich um 11 Uhr startet unsere längste Zugfahrt der Reise. Für etwas mehr als sieben Stunden werden wir uns nun am offenen Fenster durch die Landschaft schaukeln lassen und den kanadischen Klängen unserer Lok lauschen. Wir verlassen Batticalao in Richtung Nordwesten, zunächst noch am Meer entlang, biegen dann aber in Richtung des Landesinneren ab. Entgegen unserer Erwartungen und allen bisher gesehenen Zügen bleibt der Mixed hier nahezu leer, wir haben den gesamten Wagen für uns allein. Stunde um Stunde geht es erst durch offenes, dann mehr durch bewaldetes Gebiet. Manchmal bleiben wir länger stehen, wenn einer der wenigen Gegenzüge unseren Weg kreuzt. Sonst herrscht Meditation im Schaukeln über die Gleise vor.

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Die Landschaft auf diesem Streckenabschnitt hat man schnell gesehen: Felder, Palmen und ein paar Hütten.

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Das Durchfahren eines Ortes und Queren eines Bahnübergangs ist da schon ein Highlight.

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In Valaichchennai ist der erste längere Halt. Hier kreuzt der Mixed seinen Gegenzug, der am frühen Morgen in Maho gestartet ist, und es gibt ein Treffen zweier M2. Unser Zug hat zuerst am Bahnsteig gehalten und ist dann in das Ausweichgleis gefahren, um dem Gegenzug Platz zu machen.

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Ein paar Kilometer weiter durchfahren wir den Bahnhof im Land mit den wohl meisten „A“ im Namen.

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In Welikanda ist ein weiterer Halt mit Warten auf eine Zugkreuzung. Wir nutzen das für ein paar Fotos unseres Zuges, der aus einem Personenwagen, einem Halbgepäckwagen und einem Wagen für Stückgut besteht. Deutliche Unterschiede zum Hochland und zum Südwesten merken wir hier im Wetter, der Osten hat im Januar Regenzeit und es ist heiß, schwül und die Wolkentürme schießen in die Luft.

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Der Gegenzug hat Verspätung und wir viel Zeit, einige Alternativen Einstellungen auszuprobieren. Ein paar Fahrgäste sind mittlerweile auch hinzugekommen, so dass wir nicht mehr ganz die einzigen im letzten Wagen sind.

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Die Reihe M2 ist der Veteran im Lokpark der Sri Lanka Railways. Insgesamt 14 Loks kamen zwischen 1954 und 1966 von General Motors Diesel im Rahmen des Colombo-Plans und mit finanzieller Hilfe durch die kanadische Regierung ins Land. Deshalb tragen alle Loks auch Namen kanadischer Provinzen und Städte. Unsere 593 ist die „New Brunswick“.

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Nach über einer halben Stunde kommt endlich der Gegenzug. Es ist der Tageszug aus Colombo, bespannt von einer M4. Wir haben also ein Treffen zweier Kanadierinnen.

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Wir fahren weiter zwischen Feldern, Wäldern und Palmen...

Gegen 15 Uhr erreichen wir Galoya. Hier zweigt von der Batticaloa Line die Strecke nach Trincomalee ab. Es gibt für unseren Zug sogar einen Eckanschluss und so werden wieder fleißig Säcke und Kisten umgeladen. Wir nutzen den halbstündigen Aufenthalt, um im kleinen Kiosk unsere Vorräte aufzufrischen.

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Zwischenstopp in Galoya, dem größten Bahnhof an der Strecke. Rangierbewegungenen gibt es aber auch hier nicht und unser Zug besteht noch immer aus den drei Wagen, mit denen er in Batticaloa gestartet ist. Schade, da hatten wir doch etwas mehr erhofft und auch Erzählungen gehört, in denen das anders war.

Nachdem alles ein- und umgeladen ist, geht es weiter. Die Landschaft ist jetzt anders als im Osten, nicht mehr ganz so flach und eintönig. Abwechselnd ziehen Wälder und savannenartige Landschaften vorbei. Giraffen, Zebras oder wenigstens Elefanten sind aber nicht zu sehen. Wobei es zumindest letztere in Sri Lanka noch in größerer Zahl in freier Wildbahn und auch in dieser Region gibt, darauf weisen uns einige Schilder an der Strecke hin.

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Die Strecke ist zwar nicht mehr ganz eben, aber immer noch ziemlich gerade. Und Elefanten kreuzen hier gern einmal das Gleis.

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In der Ferne sind auch ein paar höhere Berge zu sehen.

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Wir umkurven einige solcher einzeln stehenden großen Felsen.

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Immer wieder Durchfahren wir kleine Bahnhöfe, die – wie es sich in diesem Land gehört - mit Formsignalen ausgestattet sind.

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Und immer wieder heißt es „Aufgepasst vor Elefanten!“.

Kurz nach Sonnenuntergang ist es geschafft: Maho, der Knotenpunkt in der Mitte des Landes, ist erreicht. Hier vereinigen sich das Nord- und das Nordostnetz in einem entsprechend großen Bahnhof. Und hier ist neben Kandy das zweite große Formsignalparadies des Landes. Aber das schauen wir uns morgen genauer an.

Zuerst einmal müssen wir eine Unterkunft für die Nacht finden. Maho ist nicht groß und kein Ort, an dem normale Touristen etwas wollen. Dementsprechend gering ist das Angebot. Direkt hinter dem Bahnhof weist Google ein kleines Hostel auf. Als wir uns dort vorstellen, heißt aber „No rooms.“ Wie überall im Land ist man allerdings auch hier hilfsbereit und organisiert uns ein Zimmer in einem Hotel an der Hauptstraße ein paar Kilometer außerhalb vom Ort. Und man fährt uns auch gleich im Tuk-Tuk dorthin. Das Hotel erweist sich als ein Bau, der seine Glanzzeiten schon längst hinter sich (oder nie erlebt) hat. Aber es gibt zumindest ein Restaurant, so dass für das Abendessen und ein Lion Lager zum Abschließen des „Mixed-Tages“ gesorgt ist.


Freitag, 01. Februar 2019

Glücklicherweise hatte man im Hotel ein von der Straße abgewandtes Zimmer für uns, so dass die Nacht trotz des draußen unablässigen vorbeirauschenden Lkw-Verkehrs recht entspannt war. Und am Morgen begrüßt uns vor unserem Fenster die Sonne.

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Über den Reisfeldern von Maho geht die Sonne auf. Es wird wieder ein sonniger Tag werden, auch wenn am Morgen noch der Dunst in der Luft liegt.

Frühstück ist auch in diesem Hotel Fehlanzeige und offensichtlich kein obligatorischer Bestandteil eines Übernachtungsangebots in Sri Lanka. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn wir wollen ja gleich früh wieder am Bahnhof sein und am Morgen gibt es einige ganz interessante Zugfahrten. Ein Tuk-Tuk bringt uns in den Ort hinein und setzt uns am Bahnhofsvorplatz ab. Mittlerweile hat sich die Sonne auch ganz gut durch den Dunst gekämpft, so dass der Fototag starten kann. Just als wir auf dem Bahnhof ankommen, sehen wir auch schon das erste Schmankerl. Aus Richtung Polgahawela ist ein Rail Bus angekommen und hat eine ganze Menge an Schülern und Pendlern mitgebracht. Noch bevor wir ein Foto machen können, verschwindet er aber schon wieder in Richtung Depot.

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Der Schienenbus hat sich einen Abstellplatz am kleinen Depot von Maho gesucht und wartet auf seine nächste Fahrt am Mittag. In den Einfahrgleisen ist eine Gleisbaurotte mit Arbeiten an einer Weiche beschäftigt.

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Auch die Northern Line hat ihren Intercity, den Zug Nr. 4004 „Sri Devi“ von Vavuniya nach Colombo. M6 786 ist gerade mit ihm angekommen und wartet noch auf die Einfahrt eines Gegenzugs, um die Fahrt in die Hauptstadt fortsetzen zu können.

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Ein paar Minuten später geht es an den zahlreichen Ein- und Ausfahrsignalen und dem Abzweig nach Galoya vorbei weiter nach Colombo.

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Zu einem großen Bahnhof gehört natürlich eine Rangierlok und das ist in Maho wieder eine Y. Nr. 678 kommt aus dem Depot angefahren, um im Bahnhof ein paar Wagen hin- und herzurangieren.

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Auch auf den Hauptgleisen ist wieder Betrieb, wenn auch nur in Form weiterer Gleisarbeiter.

Maho sehen die normalen Touristen bestenfalls auf der Durchreise, deshalb hat man hier Stellwerksführungen noch nicht als Nebenerwerb entdeckt und wir können uns ohne ständige Angebote durch den Bahnhof bewegen. Aber wir sind nach höflicher Frage natürlich trotzdem willkommen. So können wir die nächsten Zugfahrten aus der Kabine über der Südeinfahrt beobachten und uns ein wenig die Technik zeigen lassen.

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Aus Richtung Colombo kommt unter den Augen des Stellwerkers der Schnellzug nach Batticaloa herein.

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Kaum ist der Zug im Bahnhof, beginnt für ihn die Arbeit.

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Wir schauen uns derweil die Stellhebel etwas genauer an. Die roten sind für die Signale, die schwarzen für die Weichen und die blauen für die Gleissperren. Auf dem Schema darüber ist alles schön übersichtlich dargestellt.

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Vor dem Fenster rollt die Lok des Batticalao-Expresses ein zweites Mal vorbei. Der Zug muss im Bahnhof die Fahrtrichtung wechseln und die Lok dazu im Depot gedreht werden.

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Ein Viertelstunde später ist das erledigt und wir sehen die Lok durch das Fenster abfahrbereit am Zug stehen.

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Aus Richtung Norden ist kurz nach Abfahrt des Schnellzugs M5B 777 mit einem Güterzug angekommen und hat sich an den Bahnsteig gestellt. Ebenfalls gearbeitet wird an den Schwellen der danebenliegenden Abstellgleise. Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung oder gar Warnwesten sind dabei aber ein Fremdwort.

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Auch aus Richtung Süden kommt wieder ein Zug. Es ist M7 807 mit einem mehrmals täglich fahrenden Pendel aus Kurunegala. Nicht so ganz zusammen passen allerdings die grüne Flagge und die noch im Gleisbereich beschäftigten Arbeiter.

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Die „Triple Seven“ hat von ihrem Zug wegrangiert und dieser bekommt jetzt noch einen zusätzlichen Wagen angesetzt. Es dürfte sich dabei um einen Dienst- oder Militärwagen handeln. Eindeutig zu erkennen war das vor Ort nicht, aber die Anschriften deuten darauf hin.

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Als die Lok wieder verschwunden ist, schauen wir noch einmal auf dem Stellwerk vorbei und beobachten gespannt den Bahnsteig. Denn dort ist ein S13 eingefahren, das neueste Triebwagenmodell der Sri Lanka Railways aus Indien. Noch keine zwei Monate ist der Zug im Land und schon im Fahrgasteinsatz mit einem Intercity von Kankesanthurai nach Colombo. So schnell kann so etwas gehen...

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Als der Intercity ausgefahren ist, kann die M7 um ihren Zug umsetzen. Rund um das Gleis ist immer noch reichlich Aktivität und beim Mähen des Grases setzt man sogar auf moderne Technik.

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Auch die Y taucht kurz darauf mit ein paar Wagen mehr wieder auf.

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Für die M7 geht es schließlich mit ihrem Personenzug wieder zurück nach Kurunegala.

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Wir schauen uns noch das Schild am Bahnsteig etwas genauer an, dass in drei Sprachen (Singhalesich, Tamil und Englisch9 auf die Anschlussmöglichkeiten nach Batticaloa und Trincomalee hinweist.

Bis zum nächsten Zug können wir erst einmal eine kleine Pause machen. Wir verabschieden uns mit einem kleinen Tip vom Stellwerker und setzen uns am Depot in den Schatten. Demnächst müsste der Tageszug aus Batticaloa kommen und auch bei diesem die Lok gedreht werden. Das wollen wir uns natürlich ansehen!

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Der Zug aus Batticaloa ist im Bahnhof angekommen, die Lok hat abgesetzt und rollt jetzt zur Drehscheibe.

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Das Drehen ist auch hier reine Handarbeit. Je ein Mann muss auf jeder Seite der Drehscheibe kräftig schieben, damit sich die knapp 100 t schwere Lok in Bewegung setzt.

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Natürlich hat man uns auf der Lok bemerkt und kurz darauf eingeladen, ein paar Meter auf der Maschine mitzufahren. So kommen wir hier schon zu unserer dritten (wenn auch kurzen) Führerstandsmitfahrt auf dieser Reise.

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Im Depot finden wir den Schienenbus wieder und schauen von seinem Führerstand auf die 678. Der Drehscheibenschieber erholt sich derweil für den nächsten Zug.

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Nun wieder richtig herum stehend geht es für den Schnellzug weiter nach Colombo.

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Wir wechseln schnell an das andere Ende des Bahnhofs, denn gleich müsste dort der nächste Zug eintreffen. Es ist der tägliche Schnellzug von der Mannar Line, der den Fährhafen Talaimannar Pier mit Colombo verbindet und ab Medawachchiya die Northern Line benutzt. Vorn dran hängt an ihm zur Abwechslung eine M8.

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Im Anschluss an den Schnellzug fährt der Rail Bus wieder zurück nach Polgahawela. Wir erwarten ihn an der südlichen Ausfahrt direkt neben den Depotanlagen. 14 Fahrzeuge dieser Art wurden im Land selbst für Nahverkehrsaufgaben gebaut, allerdings dürften nur noch ganz wenige davon in Betrieb sein und dieser war der einzige, den wir in den zwei Wochen gesehen haben.

Mittlerweile ist es schon halb drei und dringend an der Zeit, etwas zu essen. Ich gehe also einmal auf die Bahnhofstraße hinaus und sehe mich ein wenig um.

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Wirklich anders als in anderen Orten Sri Lankas schaut es in Maho nicht aus.

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Ein Händler hat diese Art von „Crackern“. Das lasse ich doch lieber bleiben.

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Nebenan werden Lose für eine Lotterie oder so etwas ähnliches verkauft. Auch nicht das, was ich suche...

Schließlich finde ich doch noch einen Händler, der die inzwischen wohlbekannten frisch zubereiteten Snacks hat und decke mich damit ein. Viel Zeit zum Essen bleibt allerdings nicht, denn der nächste Zug kommt schon bald.

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Um Viertel vor vier ist M7 807 mit dem Pendel aus Kurunegala zurück und rollt am Bahnsteig ein.

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Kaum zum Halten gekommen, setzt sie ab und umfährt ihren Zug auf dem Nebengleis.

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Wir folgen ihr und kaum sind wir am letzten Wagen, ist sie auch schon wieder da.

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Und kurz darauf steht der Zug (fast) schon zur Ausfahrt bereit.

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Entlang der Gleise kommen auch ein paar Fahrgäste.

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Bevor es losgeht, darf aber noch ein Schnellzug, der Expresszug 4078 „Yal Devi“ von Kankesanthurai nach Colombo, auf die Strecke. Bespannt ist er mit einer M10, der kleineren Schwester der M8. Beide Loktypen sind ursprünglich Alco-Modelle, die in Indien in großer Zahl weitergebaut und auch exportiert wurden.

Die Ausfahrt des Kurunegala-Pendels erleben wir von einem Abteil im ersten Wagen direkt hinter der Lok aus. Wir wollen heute noch ein Stück nach Süden, da bietet sich der Zug perfekt an. Gemütlich und entspannt bringt er uns in einer zweistündigen Fahrt in die Hauptstadt der Nordwest-Provinz.

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Landschaftlich sind in dieser Ecke Sri Lankas keine Highlights zu erwarten, ein freier Blick auf ein Feld mit ein paar Bäumen ist schon etwas Besonderes.

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Im Bahnhof Nagollagama ist ein Kreuzungshalt. Aus Colombo kommt M8A 877 mit einem Schnellzug nach Polonnaruwa angefahren. Die M8A ist eine in der Leistung noch einmal abgeschwächte Variante der M8, die ursprünglich für die Main Line gedacht war, dort wegen ungenügender Laufeigenschaften der Drehgestelle aber nie zum Einsatz gekommen ist.

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Wir fahren weiter und in den Sonnenuntergang hinein.

Um kurz nach 18 Uhr erreichen wir Kurunegala. Hier gibt es für den Pendel Anschluss an die Vorortzüge aus Colombo. Heute Abend geht es für uns nicht mehr weiter. Direkt am Bahnhof ist es ein fürstliches Hotel und wir finden, nach dem Loch in Batticaloa haben wir es uns verdient. Auch einen Pool hat es, mit kaltem Wasser, wie man es im Meer hierzulande wohl nie vorfinden wird. Eine nette Erfrischung nach dem wieder heißen Tag. Und ein feines Restaurant mit dem Ausschank von Lion Lager nennt das Hotel natürlich auch sein eigen. So darf ein Tag auch einmal etwas gehobener enden.



Das war der Reise vorletzter Teil. Einen Tag haben wir aber noch vor uns und der wird uns zurück nach Colombo bringen. Was wir da noch erleben, das wird in ein paar Tagen verraten, wenn Teil 8 der Tour durch Sri Lanka im Jahre 2019 ansteht.

Bleibt gesund, bis demnächst und viele Grüße,
Gunar

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.05.21 18:11.
Danke,

auch für diesen interessanten Teil. Ich bin schon neugierig auf den letzten Teil.

Viele Grüße !
Hallo,
und vielen Dank. Grandiose Fotos. Super
LG
rhein-ruhr

Re: [LK] Sri Lanka 2019 (Teil 7/8) - Neues im Norden (mvB)

geschrieben von: Jørg

Datum: 03.05.21 12:13

Hej,

ein herzliches Danke für die schönen Einblicke in eine für mich so ferne Eisenbahnwelt.

Hilsner Jørg
Wieder sehr sehenswert und sehr interessant! Vielen Dank für den tollen Bericht!


Viele Grüße
Tom

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Wieder super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 04.05.21 15:42

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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