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Rail Turkey meldet das ab Februar 2022 der erste regulär privat betriebene, Passagierzug in der Türkei zwischen Istanbul und Kayseri (-Kappadokien) verkehren wird. Der Betreiber ist das in Japan ansässige Unternehmen HIS Global und die Sun Group, welche die Betriebslizenz erworben hat. Das Ziel ist es einen luxuriösen Schlafwagenzug zwischen Sirkeci und Kayseri einzurichten um hauptsächlich asiatischstämmige Touristen aus Japan, China und Süd Korea, von Istanbul nach Kappadokien zu befördern (Kayseri nach Kappadokien soll mit Bussen erfolgen). Geplant ist eine tägliche Verbindung mit 14 Schlafwagen,welche eine Kapazität von 294 Passagieren haben sollen, sowie 2 luxuriösen a la carte Restaurants. Genauere Informationen wie bspw. Preise, welche Lok etc. sind noch nicht bekannt.

Stutzig macht schonmal die Ankündigung das die Abfahrt in Sirkeci (Tiefbahnhof?), mit Durchfahrt durch den Marmaraytunnel, erfolgen soll. Theoretisch in den Abend/Nachtstunden sicherlich machbar, wenn der S-Bahn Verkehr um Mitternacht endet, praktischer wäre aber natürlich Haydarpascha als Startbahnhof. Hier dauern die archälogischen Arbeiten aber noch an und der Bahnhof ist immer noch vom Schienennetz abgeschnitten...
Ich vermute hier liegt eine Verwechslung vor, Sirkeci ist quasi unmöglich. Haydarpasha wäre der passende Bahnhof, die Frage eben wie lange es noch brauchen wird bis dieser Bahnhof an die Strecke wieder angeschlossen sein wird. Die wollen aber erst in einem Jahr loslegen und in der Türkei hat sicher keiner einen Plan was in einem Jahr sein wird.
Ich halte Sirkeci oberirdisch nicht für technisch gänzlich unmöglich. Die Altstrecke ist ja aktiv, sie wird zum Aussetzen von Marmaray-Zügen genutzt. Der Ablauf könnte folgendermaßen sein: Abfahrt in Richtung Westen, Anhalten bei Kazlıçeşme, Richtungswechsel, Einfahrt in den Marmaray-Tunnel. Nicht besonders zeitlich oder logistisch effektiv, aber das ist bei einer Schienenkreuzfahrt ja nachrangig. Es scheint wichtig zu sein, dass man die Fahrt nicht an einem gesichtslosen Bahnhof wie Halkalı beginnt, und in Söğütlüçeşme ist vermutlich wirklich kein Platz. Das Ganze ist sicher nur ein Provisorium, bis Haydarpascha wieder den Betrieb aufnimmt.
Hoffen wir, dass nach Ende der Reiserestriktionen wirklich die große Eisenbahnrenaissance anbricht. Auch die TCDD hat ja einige weitere "Turistik"-Züge geplant. Unter anderem soll der längst verschwundene "Karaelmas Ekspresi" oder Black Diamond Express als Tourizug wiederauferstehen, also Ankara - Zonguldak am Schwarzen Meer, die kürzlich fertig modernisierte Strecke. Das wollte ich schon immer mal machen...

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
Hallo,

mal unabhänig davon, welcher Abfahrtsbahnhof in Istanbul es letztendlich sein wird, ist das Projekt ganz schön ambitioniert. 14 Schlafwagen (pro täglicher Abfahrt je Richtung und rund 1.000 Kilometer pro Strecke), jedes Abteil mit Dusche/WC ausgestattet dazu noch zwei Speisewagen, wo soll das alles in der Kürze der Zeit herkommen? TÜVASAS hat Ende der neunziger Jahre 67 Schlafwagen mit jeweils 10 Zweibettabteilen und einer Dusche pro Wagen für die TCDD gebaut (und alle sind wahrscheinlich gar nicht mehr einsatzfähig), Neubaufahrzeuge schüttelt man auch nicht einfach so aus dem Ärmel, also woher kommt das fünf Sterne Material? Oder wird ein Großteil der TCDD Schlafwagenflotte umgebaut und die TCDD fährt künftig (wenn Corona das wieder zulässt) mit einer Handvoll Schlafwagen? Oder hat Onur Uysal das alles falsch verstanden???

Gruß Mistral
“locomotives and wagons will be provided by a private company
• Any decision about locomotive?
We’ll use our own loco. We are still in contact with manufacturers.
• How will be the design of locomotive and wagons?
Our designers are still working on it.”

Hört sich nicht so an als ob das aus dem Flottenbestand der TCDD angeboten werden soll.

Da fällt mir ein, weiß jemand was aus dem geplanten Schlafwagenzug Baku-Tiflis-Ankara geworden ist? Die dafür von Stadler gebauten Züge sind ja auch relativ hochwertig/luxuriös.
Nein, TÜVASAS haben keine ensuite-Bäder. Es klingt insgesamt so, als ob es bereits um einen sehr konkreten Zug geht. Ich würde auch nicht auf ein Verramschen der neuen Stadler-Züge aus Aserbaidschan ausgehen, sondern an ungenutzte Schienenkreuzfahrtzüge irgendwo in Europa denken. Wer hat eigentlich in letzter Zeit etwas vom Blue Danube Express gehört? Das wäre mein heißer Tip für unser "Rate mal mit Rosenthal" für das Rollmaterial.

Indes erschien noch ein Interview mit den Veranstaltern des Cappadocia Express, nachdem die Initiative feierlich mit ministerieller Unterstützung erneut angekündigt wurde. Hierin wurde die Summe von 40 Mio. Euro als Investition genannt. Nicht nur Istanbul-Kayseri, auch Kayseri-Ankara sollte der Zug verkehren, später sind andere Tourihighlights wie Pamukkale geplant. Die teils japanischen Investoren hatten angeblich früher gutes Geld mit organisierten japanischen Reisegruppen in den regulären TCDD-Zügen Ankara und Anadolu Ekspresi gemacht. Für japanische Reisende waren Nachtzüge ein Ort der Nostalgie. Da diese baubedingt und aufgrund des HG-Verkehres jahrelang nicht verkehrten, arbeitet man bereits seit 7-8 Jahren an Verkehr in Eigenregie, der nun spruchreif ist. Link

Anmerkung an die Hüter des Forums: Können wir vielleicht eine neue Rubrik einrichten - Ratespiele, woher neu angekündigte Nachtzüge ihr Rollmaterial kriegen? Scheint zu einer der Hauptaktivitäten unseres Forums zu werden.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Danube Express?!

geschrieben von: no-night

Datum: 28.04.21 15:02

Baron schrieb:
Wer hat eigentlich in letzter Zeit etwas vom Blue Danube Express gehört? Das wäre mein heißer Tip für unser "Rate mal mit Rosenthal" für das Rollmaterial.
Es gibt nur "Danube Express". Der Zug mit dieser Markenname gehört jetzt zu Golden Eagle, wie der gleichnamige Transsib-Sonderzug. Seine Wagen sind in Budapest beheimatet, und waren bislang entweder bei MÁV-Nostalgie eingestellt (etwa 75% des Fahrzeugparks) oder gehörten ausgerechnet zu diese Firma.

MÁV Nostalgie wurde vor Kürze liquidiert - da sind aber weder Pangoline bzw. Fledermäuser, noch gefressige Chineser schuldig, es war schon längst vorher beschlossen, und es entstand ein beinahe identischer Nachfolger namens MÁV Rail Tours, der alle vorherige Aktivitäten übernahm. Also wenn normales Leben zurückkehrt, soll Danube Express wieder fahren. Ob die Türkei im Programm stehen werde, ist ohnehin weniger virusbedingt, Flüchtlingerei und Terrorismus nahmen die iranischen Kreuzfahrten, und teilweise Istanbul einmal aus dem Reisekatalog. Die grundsätzliche Wartung und Ausstattung verbleibt jedenfalls in Budapest, also ein regelmäßiges Rückkehr dazu unverzichtbar.

Diese Garnitur wäre aber für solche großzügige Pläne sowieso knapp: drei "Superior Deluxe" Schlafwagen für je 8 und vier "Deluxe" für je 10 Reisenden maximal. Nehme man auch "Heritage Class" (übergeordnete Betten und ohne eigenes Badezimmer in 60-70 Jahre alten Wagen) in voller Stückzahl dazu, käme nicht über 100-120 Reisenden - ohne Single-Belegungen - aus.

Was oben erwähnt wird, läßt sich 21 Plätze pro Wagen vermuten. Auch bei Fehlrechnung bleibt das 10 Zweierabteile pro Wagen, das stimmt den TÜVASAS-Schlafwagen komplett zu.