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[IN] Kurzreise MUC-BOM-GOI 2019 (2/6) Ausflüge in Mumbai

geschrieben von: Felin

Datum: 20.04.21 18:40

Namaste!

Und schon gehts weiter. Bereist mit mir Mumbai für zwei weitere Tage. Fahrt mit mir u.a. auf einen Markt, zu einem Tempel und in den Sanjay Gandhi National Park. Wer den ersten Teil verpasst hat findet selbigen dort: Kurzreise MUC-BOM-GOI 2019 (1/6) Planung & Mumbai mit Elephanta Island

Am nächsten Tag waren wir deutlich früher wach, und machten uns auf ins benachbarte Esszimmer. Dort trafen wir auf Owen, der sich als Bruder von Marise und James herausstellte. Owen lebt allerdings schon sehr lange in Australien, und war für einen alljährlichen Urlaub zurück in Mumbai, wo er sozusagen sein Elternhaus hütete. Mit ihm gab es dementsprechend keine Sprachbarriere, und wir fanden schnell interessante Themen.

Bei dem Gespräch kam auch eher zufällig heraus, dass unser Frühstück vom Tag vorher (und was wir erneut bekamen) nicht regulär gewesen war. Das ganze beruhte wohl auf einem Missverständnis, Pandu wusste einfach nicht, dass wir mit Frühstück gebucht hatten. Nach einem kurzen Hinweis von Owen und einem Telefonat mit Marise war das Ganze dann geklärt, und wir wurden gefragt: “Continental or Indian breakfast?” Da wir immer neugierig sind, entschieden wir uns für letzteres, während Owen eher klassisch Eier mit Speck aß. Das indische Frühstück bestand aus zwei verschiedenen "Breien", bzw. das eine war eher ein Gericht aus weichem Reis, und das andere war möglicherweise auch aus Reis, der aber zerkleinert gewesen sein musste. Beide Breie hatten etwas Gemüse mit drin, waren u.a. auch mit Chili gewürzt, und waren dementsprechend sehr würzig bis scharf. Uns schmeckten sie auf jeden Fall sehr gut, so dass wir auch am nächsten Tag wieder das indische Frühstück nahmen. Außerdem gab es noch eine schöne Obstplatte mit frischen Früchten.

Nach dem Frühstück kam eine alte Freundin von Owen vorbei, die ebenfalls in "Bombay"* Urlaub machte, wobei sie in die andere Richtung ausgewandert war, nämlich nach Kanada. Ich nenne sie jetzt einfach mal Mella, kann mich aber leider nicht mehr so richtig an ihren Namen erinnern. Die Beiden waren sehr vertraut zueinander, und wir erfuhren auch, dass sich evtl. mal "mehr" zwischen ihnen hätte entwickeln können. Aber ihre Lebenswege hatten sich dann einfach in unterschiedliche Richtung entwickeltet, nicht nur geographisch, so dass sie mit ihrer Freundschaft auch sehr glücklich waren. Aber das nur nebenbei. Viel wichtiger: sie beschlossen, zum Crawford Market zu fahren, und frugen uns, ob wir nicht einfach mitkommen wollen. Das Angebot nahmen wir sehr gerne an.

*Beide sprachen grundsätzlich von Bombay, da Mumbai bis 1996 so hieß, und sie ja schon vorher ausgewandert waren. Scheinbar werden auch heute noch von Indern beide Namen parallel verwendet, solange sie englisch reden.

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Also bestellte Mella ein Uber und wir fuhren von unser Unterkunft (grüner Marker) zu den Markthallen (rechter, blauer Marker). Nach dem Marktbesuch liefen wir dann alleine weiter zum CSMT (Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus, bis 1996 Victoria Terminus, roter Marker). Im Uber erfuhren wir von unseren zeitweiligen "Reiseführern", dass sie sich unheimlich schwer tun mit dem Lärm und den vielen Leuten in Mumbai, und das obwohl sie dort aufgewachsen waren. Außerdem würden sie niemals mit den Bussen oder Bahnen durch Mumbai fahren, insbesondere Mella würde sich dort eher unsicher fühlen, meinte sie. Obwohl das in ihrer Kindheit und Jugend völlig normal gewesen war.

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Blick auf den Crawford Market, durchaus ein historisch-interessantes Gebäude mit viktorianisch-gotischer Architektur gemischt mit einheimischen Elementen.

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Nahansicht der Bögen.

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Seitenblick, teilweise waren dem Markt Stände vorgelagert.

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Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite. Aus deutscher Sicht wirken die verschiedenen Schilder doch recht chaotisch. Wobei ich sagen muss: ich hab mich recht schnell an diese indischen Besonderheiten gewöhnt.

Während Owen ein bestimmtes Mitbringsel für seine Rückreise nach Australien suchte und sich darauf konzentrierte, führte uns größtenteils Mella durch den Markt.

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Im Markt gab es auch verspielte Elemente, wie z.B. das Gebilde rechts, das mich an einen Brunnen erinnert.

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Die Stände hatten auch eine gewisse Ästhetik und wirkten sehr ordentlich.

Nachdem wir alles gesehn hatten, und uns Mella typische Süsigkeiten (für uns...) gekauft hatte, die sie aus ihrer Kindheit kannte, ihr aber eigentlich zu süß waren, gings wieder auf die Straße.

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Dort sahen wir einen typischen Warentransport - so etwas sah man durchaus immer mal wieder.

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Blick in eine Seitenstraße mit weiteren Geschäften.

Nachdem Owen und Mella gefunden hatten, was sie suchten, meinten sie, wir sollen doch noch gemeinsam in ein Café gehen. Dieses hätten sie auch schon als Kinder mit ihren Eltern immer nach dem Einkaufen besucht, um...

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...Faluda zu trinken. Dieses Getränk bzw. Dessert ist ebenfalls sehr süß und besteht aus Rosenwasser, dünnen, kurzen (oder zerbrochenen) Nudeln, Basilikumsamen, Milch und Eis(würfeln). Trotz der Süße und der etwas gewöhnungsbedürftigen Konsistenz war der Faluda wirklich lecker.

Danach verabschiedeten wir uns von unseren Reiseführern, denen wir wirklich sehr dankbar über ihre persönlichen Eindrücke waren, wobei wir Owen natürlich später in der Unterkunft wieder sehen sollten.

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In Richtung Bahnhof kamen wir an einem bemalten Gebäude vorbei - leider weiß ich aber nicht, was das für ein Turm nebendran ist, schaut aber recht offiziell aus mit der Fahne auf dem Dach.

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Bei einer Schule kamen wir an der Kunstinstallation "Verjünge Deine Erinnerung" vorbei, wo wir Bilder aus vergangenen Zeiten anschauen konnten.

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Die Municipal Corporation of Greater Mumbai erinnert an eine Kirche.

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Vor ihr ist die Statue von Sir Pherozeshah Merwanjee Mehta, einem der Gründer des indischen Nationalkongresses.

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Der Bahnhof CSMT war leider teilweise von Baugerüsten umgeben. Das Gebäude selbst ist aber wirklich hübsch und imposant.

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Der Bahnhof von einer anderen Seite.

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Innen gab es hübsche, bunte Fenster.

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Auch eine der Schalterhallen würde ich durchaus als prunkvoll bezeichnen. Im Bahnhof selbst war wirklich viel los. Auch gab es Metallscanner, die man jedoch genauso umgehen konnte, also war dann doch alles eher locker. Da wir für unseren Wunschzug einen Tag später nur Wartelistenplätze hatten, versuchten wir auch an nem Schalter mehr Infos zu bekommen, wies denn ausschaut, ob wir vielleicht doch definitiv Plätze bekommen sollten. Anscheinend sahen wir etwas unsicher aus, weshalb uns irgendjemand, der ziemlich sicher kein Bahnmitarbeiter war, seine Hilfe anbot. Er ging dann mit uns zu einem speziellen Schalter, aber außer "abwarten" bekamen wir leider keine weiteren Informationen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen wirklich, genauen Plan für den Rest des Tages gemacht. Aber der Lonely Planet (Ausgabe "Mumbai & Goa" - wie passend!) empfahl einen Tempel im Norden der Stadt als eines der Highlights. Also - wieso nicht? Wenn man schon am Bahnhof ist, und ein gültiges Ticket hat, dann muss man sich ja nur reinsetzen. ;-)

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Also fuhren wir von CSMT (grüner Marker) bis Ville Parle (blauer Marker). Auf dem Rückweg gings dann wieder bis Charni Road (roter Marker), der Station, die unserer Unterkunft am nähesten lag.

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Typisches Stationsschild.

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Entlang der Bahnstrecke gab es schon auch Slums (die Häuser auf diesem Bild schauen jedoch noch relativ gepflegt aus tatsächlich), in denen die Hygiene- und Lebensbedinungen aus unserer Sicht leider ziemlich prekär sind. Gleichzeitig haben wir erstaunlicherweise die Armut, die wir sahen, relativ schnell ausblenden können. Das liegt wohl auch an der schieren Anzahl richtig armer Menschen, die teilweise auch in den Straßen leben, sich als Tagelöhner verdingen und denen man in ihrer Gesamtheit einfach nicht helfen kann. Hinzu kommt, dass kaum jemand wirklich bettelt oder nach Geld fragt, sondern irgendwie schon gilt: Dienstleistung gegen Geld – auch bei Ausländern.

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Zwischen drin mussten wir dann doch umsteigen (wir wussten übrigens nicht immer 100%ig, ob wir tatsächlich in den richtigen Zug einstiegen ;-)), und zwar in Bandra - das konnte ich dann doch noch nach längerem Rätseln und durch Reinzoomen in ein Bild mit höherer Auflösung erkennen. Dort wurde auf jeden Fall eine neue Überführung gebaut bzw. eine alte renoviert.

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Blick zurück auf die Gleise und zu den Bahnsteigen mit ihren überdachten Zugängen.

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Hier müssten wir dann endlich am Bahnhof bzw. Haltepunkt Ville Parle sein - laut Openstreetmap 7 Gleise, aber keine Weichen.

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Von dort aus liefen wir - ungefähr - diesen Rundkurs: zunächst zum Strand, und danach besuchten wir einen Tempel (Marker mit Stern).

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Die ersten 500m konnten wir auf einem Fußgängersteg zurücklegen, von dem man immer wieder nette Blicke nach unten hatte. Diese Stege gibt es an vielen Stellen in Mumbai, und das ist auch wirklich eine der bequemeren Möglichkeiten, zu Fuß voran zu kommen.

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Der Steg war sogar überdacht.

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Ein Blick zurück am Ende des Steges.

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Warum man sich für diesen Schriftzug nicht eine prominentere Stelle ausgesucht hat als irgendwo weit ab von den Touristen-Hotspots im Zentrum weiß ich auch nicht.

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Der Strand war schön, und es war auch nicht allzu viel los, war ja auch unter der Woche am frühen Nachmittag. Da der Ausflug in diese Gegend eher spontan war hatten wir aber keine Badesachen dabei - wobei wir auch irgendwo gelesen hatten, dass das Baden nicht unbedingt empfehlenswert ist, da die Wasserqualität durchaus fragwürdig sein kann.

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Die Füße reinhalten ging dann aber doch - am Strand war es auch verdammt heiß, das möchte ich mir nicht im "richtigen" Sommer vorstellen.

Hier passierte dann das interessanteste Selfie-Erlebnis: ca. 10 Jungs, nass und nur mit Badehosen bekleidet wollten ein Selfie mit uns machen. Wir stimmten natürlich zu, und im Nachhinein ärger ich mich etwas, dass wir uns dieses wahrscheinlich etwas skurrile Bild nicht haben schicken lassen - oder wir hätten zumindest selbst auch ein Selfie machen sollen. Man stelle sich vor: 2 angezogene, blasse Europäer, umrahmt von 10 nassen, indischen Jungs, nur mit Badehose bekleidet. :D

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Was uns dieses Schild sagen sollte, wussten wir nicht so recht, vermutlich aber, dass man aufpassen soll, nicht ausgeraubt zu werden.

In der Gegend gab es mehrere Tempel.

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Diesen gelblichen Tempel schauten wir uns nicht von innen an.

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Die Elefanten standen am Eingang Spalier.

Wir besuchten stattdessen den Iskcon Tempel auf der gegenüberliegenden Straßenseite, da wir dem Rat unseres Lonely Planet folgten. Dieser Tempel ist wohl ein sehr bedeutender innerhalb der Hare Krishna Bewegung. Unsere Taschen mussten wir nach dem Eintreten in den Hof abgeben. Ebenso mussten alle Besucher im Hof ihre Schuhe ausziehen und die Füße waschen bevor sie den eigentlichen Tempel betraten. Während wir da waren, fand eine kleine Zeremonie statt, der wir eher zusahen, um im Anschluss mit vielen anderen am Altar vorbei geschleust zu werden. Spenden wurden dabei zwar sehr gerne gesehen, aber bis wir unser Geld rausholen konnten, waren wir schon durch. Nun gut. Stattdessen gabs eine kleine Kuchen-Stärkung aus der tempeleigenen Bäckerei.

Danach sprach uns gezielt ein westlich-aussehender Mönch an, der uns dann über das restliche Gelände führte. Das war schon interessant, so sahen wir auch das eher einfache Wohngebäude der Mönche, die verschiedenen Küchen und den ein oder anderen Veranstaltungssaal. Außerdem erfuhren wir, dass es wohl auch Mönche gibt, die mit ihren Familien woanders wohnen und ihrer Ordenstätigkeit von außerhalb nachkommen. Unser Führer musste sich irgendwann verabschieden, und machte uns stattdessen mit einem anderen, einheimischen Mönch bekannt, mit dem das Gespräch dann aber schnell vorbei war.

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Nicht aber ohne uns noch eine Broschüre in die Hand zu drücken, mit der Bitte, doch etwas für den Bau eines neuen Tempels zu spenden.

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Die Gemeinde betreibt auch ein Gästehaus.

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Eingang in den Tempel.

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Tempelvorplatz.

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Nach dem Tempelbesuch machten wir uns so langsam auf den Rückweg und kamen an einem Busbahnhof vorbei.

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Busfahren wagten wir in Mumbai jedoch nicht, denn die Zielanzeiger waren meist nur in Hindi beschriftet, so hatten wir eben gar keine Ahnung, wo die Busse hinfahren sollten, und wie das mit dem Ticket funktioniert. Gut, das hätte man erfragen können - aber an sich hat die Kombi aus Nahverkehrszug, zu Fuß gehen und abundan Uber ja schon ganz gut funktioniert.

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Für den Weg nach Ville Parle nahmen wir dann wieder den uns schon bekannten Fußgängersteg.

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Auf dem Weg zurück kam mir ein abgestellter Sleeper-Wagen** ins Bild.

**mehr zu den Wagenkategorien im nächsten Teil.

Nach einem kurzen Aufenthalt in unserem Zimmer, machten wir uns bereit fürs Abendessen. Dafür frugen wir Pandu, wo man denn gut essen könne. Ja, das Golden Wheel - direkt gegenüber der kleinen Gasse wäre eine gute Wahl.

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Und wie man sieht: das Essen war sehr reichlich und lecker, das Restaurant war gepflegt und gut klimatisiert (wobei ich davon kein so Riesen-Fan normalerweise bin). Übrigens aßen wir auch - entgegen so mancher Empfehlung in den Reiseführern - die rohen Gurken und Karotten, Stichwort "cook it, peel it, boil it or leave it" bzw. nur selbstgeschältes, rohes Obst und Gemüse essen. Diese sind uns aber nicht schlecht bekommen, und überhaupt hatten wir zum Glück die ganze Reise über keine signifikanten Magen-Darm-Probleme.
Fun Fact am Rande: Flo hatte ein paar Bilder aus diesem Restaurant irgendwo online gestellt (ich meine Google oder Instagram), und das sind wohl diejenigen, die mit Abstand die meisten Aufrufe haben. In Indien gibt es halt dann doch viel mehr Menschen, die sich potentiell dafür interessieren können. ;-)

Der 3. Tag startete wieder mit demselben indischen Frühstück wie am Vortag. Für den Abend des 3. Tages hatten wir dann einen Nachtzug bzw. eigentlich zwei Nachtzüge in Richtung Goa gebucht - dazu aber auch mehr im nächsten Teil. Unser Zimmer räumten wir nach dem Frühstück, und unser Gepäck konnten wir im Haus in einem leeren Zimmer stehen lassen. Auch der Aufenthalt in den Gemeinschaftsräumen bzw. im kleinen Garten der Unterkunft sollte kein Problem sein.

Auf jeden Fall hatten wir tendenziell genug von "Beton-Stadt", also nahmen wir uns für diesen Tag einen Besuch im Sanjay Gandhi National Park vor. Dieser liegt sogar zumindest in Teilen noch im Stadtgebiet.

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Wobei man die Größe des Stadtgebietes auch nicht unterschätzen darf: von Charni Road fuhren wir immerhin über 30km nach Norden bis nach Borivali.

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Vom Bahnhof aus liefen wir nen knappen Kilometer zum Eingang des Nationalparks. Die Eintrittsgebühren waren - soweit ich mich erinnere - überschaubar, und ausnahmsweise dieselben, egal ob man Einheimischer oder Ausländer war. Möglicherweise kommen einfach nicht allzu viele Ausländer dorthin. Direkt nach dem Eingang mieteten wir uns Fahrräder, da der Nationalpark doch recht groß ist. Letzten Endes legten wir mit Rad und zu Fuß insgesamt über 20km zurück.

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Die Räder hatten jedoch leider einen entscheidenden Nachteil: es gab kein Schloss dazu, und natürlich mussten wir eine Kaution hinterlegen. Als Rat wurde uns noch gegeben: am Ende der geteerten Straße gibt es Höhlen zu besichtigen, dort sitzt ne Frau, und der sollen wir ein bisschen Geld geben, damit sie ein Auge auf die Räder hat. Naja, mal schaun.

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Zunächst strampelten wir einen Aussichtshügel hoch, der noch relativ nah am Eingang war. Das Grün der Landschaft ging zwar etwas ins Bräunliche, war aber trotzdem eine nette Abwechslung zur wenig grünen Stadt.

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Zuweilen mischten sich rote Blüten unter.

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Auf dem Hügel war ein Erinnerungstempel für Mahatma Gandhi. Hatte bisschen was vom Monopteros im Englischen Garten in München. ;-)

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Die Anlage sah ganz gut gepflegt aus, aber der Hochhausblick aus einem Nationalpark heraus war schon etwas speziell.

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In einem nicht allzu tiefen Becken wanden sich Fische.

Das Fahrradfahren war trotz der Hitze wirklich nett. Im Nationalpark fuhren nicht allzu viele Autos umher, und es wechselten sich Sonne und Schatten ab. Nun springe ich aber etwas, und zwar zum südöstlichsten Marker auf der Karte

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Dort befinden sich die Kanheri Caves. Letzten Endes sparten wir uns dann aber den Eintritt aus mehreren Gründen:
- der Eintritt sollte für ausländische Touristen wieder mal sehr viel mehr kosten als für Einheimische (200 Rupien vs. 15 Rupien) - gut, das ist kein wirkliches Problem
- wir hatten ja schon nur 2 Tage zuvor die Höhlen auf Elephanta Island gesehn
- die Räder irgendwem anzuvertrauen war uns dann irgendwie doch zu unsicher.

Nur eine Sache war richtig blöd: auf der Nationalpark-Karte war zwar ein Café eingezeichnet, aber um dieses zu erreichen hätten wir ebenfalls Eintritt zahlen und die Fahrräder alleine lassen müssen. Dummerweise hatten wir zwar ein bisschen Wasser und was zu Essen dabei, aber nicht allzu viel, eigentlich gingen wir davon aus, dass wir eben das Café nutzen können... :-/ Also kauften wir bei der Frau, die uns ja schon vom Fahrradverleiher angekündigt wurde, etwas Wassermelone. Entspricht zwar sicher auch nicht der gängigen Hygieneregel, aber bevor man zu arg dehydriert...

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Ein vorwitziger Affe kam jedoch ziemlich bald und klaute Flos halb aufgegessenes Stück weg.

Nach dieser kleinen Stärkung machten wir uns auf den Rückweg. An sich gingen wir davon aus, dass wir mit den Rädern auch Nebenstraßen im Nationalpark befahren können und z.B. zum Tulsi-See kommen könnten. Diese Straße war aber mit einer Schranke sehr gut abgesperrt, so dass wir erst fast zurück am Eingang wieder etwas mehr Möglichkeiten zur Erkundung hatten.

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Die Landschaft war zuweilen etwas karg, aber vermutlich fließt an dieser Stelle zur Regenzeit auch etwas Wasser. Irgendeinen Grund muss es ja dafür geben, dass an dieser Stelle kaum Bewuchs war.

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Immerhin ergab sich noch ein Blick zurück zum Höhlengelände.

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Nationalparkstraße mit Höhlenblick.

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Das ist definitiv ein ausgetrocknetes Flussbett.

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Nach etwas längerer Fahrt und einem Abstecher nach rechts kamen wir an einen Parkplatz mit irgendeiner Hirsch-Art.

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Immerhin führte dieser Fluss etwas Wasser.

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Durchaus nett zum Verweilen.

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Vor allem die Äffchen unterschiedlicher Generationen hatten es mir sehr angetan.

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Aufs Tretboot Leihen verzichteten wird.

Nach insgesamt ca. 2h brachten wir erstmal die Fahrräder zurück und machten uns dann nochmal zu Fuß auf den Weg.

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Wir fanden ein Höhenmodell des Nationalparks.

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Und ein Toilettenhäuschen. ;-)

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Das könnte auch ein Taufbecken sein.

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Der nächste Stop war an der kleinen Parkeisenbahn, die in 25min wohl eine kleine 2km-Runde dreht.

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Banhof und Depot. Wir fuhren aber nicht mit, das wäre sich nämlich zeitlich nicht so richtig gut ausgegangen, wir wollten ja nicht in Stress geraten, unseren Zug am Abend zu erwischen.

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Technik oder Kunst?

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Das Gelände um die Bahn herum wirkte eher etwas angelegt.

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Doppelspur in Bahnhofsnähe mit bemalten Bäumen.

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Der Zug war gar nicht so schlecht besucht.

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Leider - oder zum Glück? - kein echter Tiger.

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Wieder mal eine Hirsch-Art.

Gegen 15h machten wir uns dann so langsam auf den Rückweg, wobei wir im Ort noch was zu trinken und nen kleinen Snack besorgten. Zum Nationalpark bleibt zu sagen: es war wirklich schön aus der Stadt herauszukommen, aber ein bisschen mehr Freiheit und aufregendere Einblicke hatten wir uns wohl erwartet - alles in allem Kategorie "nett". Vielleicht hätten wir aber auch den Fahrradverleih vor den Toren des Nationalparks nutzen sollen, ggf. hätten die Schlösser gehabt und wir hätten uns doch die Höhlen angeschaut, wer weiß...

Und was die Zukunft für den Nationalpark bringt weiß man auch nicht so recht. Es gibt immer mal wieder die Idee, den Park mit einer Seilbahn zu durchqueren inkl. Zwischenstationen innerhalb des Parks. Das würde auf jeden Fall eine ganz gute Querverbindung im Norden von Mumbai ermöglichen, aber gleichzeitig wäre wohl der Nationalpark-Status in Gefahr. Wobei ich eigentlich schon den Standpunkt habe, dass Seilbahnen vergleichsweise umweltfreundlich sind bzw. potentiell umweltfreundlich betrieben werden können, und sich das prinzipiell mit der Idee eines Nationalparks decken könnte.

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Skulptur unter der Autobahnbrücke, fast direkt neben dem Eingang zum Nationalpark.

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Am Bahnhof in der Stadt drin, ich meine Churchgate, da wir mit einem Fast-Zug in die Stadt reinfuhren, der nicht in Charni Road hielt. Wobei man hierzu auch sagen muss: “Fast” hieß nicht unbedingt, dass die Züge schneller unterwegs waren, sie hatten nur weniger Halte.

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Die 1. Klasse unterschied sich - wie gesagt - nicht besonders von der 2. Klasse. Aber zu dieser Tageszeit war sie immerhin recht leer. Und für nen Stadtverkehr vom Komfort her absolut ausreichend.

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Da leuchtet wohl nichts mehr...

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Bevor wir zurück zur Unterkunft gingen kehrten wir noch in einem Café ein und konsumierten zumindest eine Kleinigkeit. So richtig Abendessen-Hunger hatten wir noch nicht gegen 16:30, aber wir wussten ja auch nicht so recht, was es sonst noch für Essensgelegenheiten geben sollte, also sicher ist sicher. ;-) Danach gingen wir unser Gepäck holen.

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Aufgerissene Gasse auf dem Weg zur Unterkunft. Auf dem Bild wird auch deutlich, warum der Taxifahrer in der Nacht nur den Kopf schüttelte als wir dort rein gingen.

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Zur Abwechslung mal ein christlicher Schrein, passt aber recht gut mit der Gegend Kotachiwadi zusammen. Genauer gesagt: Khotachiwadi wird eigentlich als Dorf innerhalb der Stadt bezeichnet, weil sich viele kleinere, traditionell-portugiesische Häuser erhalten haben. Die Einwohner sind auch heute noch größtenteils Ostinder, die auch als "ostindische Katholiken" bezeichnet werden.

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Verandas unserer Unterkunft.

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Die Außentreppe ist typisch für die traditionellen Häuser in diesem Viertel. Der kleine Garten gehörte ebenfalls zum Haus, und direkt dahinter lag unser Zimmer, sozusagen senkrecht zum Haupthaus.

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Kleine, aber feine Oase in der Stadt.

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Das Haus war voll mit antiken Möbeln und Deko, ich steh ja total auf so etwas.

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Blick aus der anderen Richtung.

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Irgendwie ist alles kunstvoll gestaltet.

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Konferenzraum mit Karte des Dorfes.

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Toll verzierter Sekretär und Türrahmen.

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Viele Gläser, und anderen Bewertungen nach soll die Hausbar auch ganz gut sortiert sein. ;-)

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Blick vom Esstisch.

Nachdem wir Pandu fanden, kamen wir wieder an unser Gepäck. Außerdem hatten wir ja auch auf dem Rückweg noch eine Nacht in Mumbai vor uns, die wir dann gleich buchten. Also Pandu gab uns das Telefon, damit wir mit Marise sprechen konnten, und sie reservierte uns dann ein anderes Zimmer zu etwa 2/3 des Preises im Vergleich zur Buchung über das Buchungsportal.

Gegen 18:00 bestellten wir dann ein Uber, das uns zum Bahnhof bringen sollte. Hier sei noch bemerkt, dass Uber wirklich sehr viel bequemer als ein Taxi ist, da man Start und Ziel online eingeben kann, und außerdem online bezahlt wurde, d.h. man spart sich die Preisdiskussionen. Billiger als Taxis ist es obendrein, wobei das eher nachrangig ist. Die Uber-Fahrer konnten unserer Erfahrung nach auch alle Englisch, was bei den Taxifahrern ja nicht selbstverständlich war.

Wieder sehr nett, danke! :-)

geschrieben von: Roni

Datum: 20.04.21 21:14

CST ohne Gerüst gibt es hier zu sehen:
[www.drehscheibe-online.de]

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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