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warakorn schrieb:
Genau, das wäre auch mein Punkt.
Der juristische Körper Eurostar International Ltd. wird geschlossen und dafür übernimmt ein neuer Betreiber.
Die Infrastruktur und Züge wären ja trotz Insolvenz noch da. Die Gläubiger werden die Werte bewahren wollen und so eben einem neuem Betreiber (gegen Zahlung) zur Verfügung stellen. Sobald die Grenzen wieder geöffnet werden, wird die Nachfrage auch wieder zurückkehren.
Brenzlich wird es für wen jetzt genau?
Der breiten Öffentlichkeit wird das nicht jucken, da Auslandsreisen aktuell verboten (bzw. mit erheblichen Einschränkungen) sind.
Eigentlich könnte man das Eurostar und Thalys in die SNCF eingliedern oder die SNCF lagert die HGV Sparte (INOUI&OUGO) aus und fusioniert mit Thalys und Eurostar zu einem neuen franko-belgischen EVU mit Ausdehnung von Amsterdam bis Barcelona und London bis München.

London wäre so gesehen am Ende einer kleinen Stichstrecke innerhalb eines europäischen HGV-Anbieters.

Re: Auffanggesellschaften tilgen keine Schulden......

geschrieben von: warakorn

Datum: 07.04.21 16:58

Dass TOCs (Train Operating Company) in UK eben den Betrieb einstellen (wg. Insolvenz oder anderer obskurer Übung), ist in UK praktisch eine betriebliche Übung. Man braucht sich das Drama doch nur auf der East Coast Main Line anschauen. Insofern bin ich zuversichtlich, dass es alsbald einen neuen Betreiber für die Strecke London - Kontinent geben wird.

Zitat
Eigentlich könnte man das Eurostar und Thalys in die SNCF eingliedern oder die SNCF lagert die HGV Sparte (INOUI&OUGO) aus und fusioniert mit Thalys und Eurostar zu einem neuen franko-belgischen EVU mit Ausdehnung von Amsterdam bis Barcelona und London bis München.
Es geht sicherlich auch einfacher. Eurostar wird liquidiert und die SNCF (bzw. eine schnell zu gründende Tochter) übernimmt die Routen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 17:00.
Leute, die glauben, dass der Brexit niedrige Passagierzahlen verursacht hat, gehören wahrscheinlich zu denen, die das Unternehmen in die Schulden geführt haben. Der einzige Unterschied werden einige Beamte und etwa 10 % der britischen Europaabgeordneten sein. Und möglicherweise ein paar EU-Bürger, die den Gerüchten über Visa geglaubt haben - aber sie würden wahrscheinlich nicht einmal vorher reisen.

Dies ist mindestens das dritte Mal, dass diese Krise in DSO diskutiert wird. Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Eurostar ein geographisches Problem. In GB ist es nur für Leute, die im Großraum London leben, wirklich nützlich. Gehen viel weiter und es ist einfacher und billiger zu fliegen.

Und dann geht ES nur noch nach Lille (sehr wenig Interesse aus GB), Paris (ziemlich viel Interesse), Brüssel (fast so schlecht wie Lille) und, zu spät, in die Niederlande (ziemlich viel Interesse für Amsterdam). Die Verbindungen aus Paris sind schlecht, weil sie von einem anderen Bahnhof aus fahren. Daher, obwohl Südfrankreich beliebt ist, werden die meisten fliegen.

Der ältere Reisemarkt von GB nach Norddeutschland basierte auf britischen NATO-Basen endete, als der Eurostar begann!

Die Briten wollen nach Spanien, Griechenland (vor allem die Inseln ) und nach USA reisen. Der Eurostar ist für diese Märkte irrelevant, selbst von London. USA war in beiden Richtungen ein wichtigerer Reisemarkt als Deutschland. Wer mit dem Eurostar reist, sollte bemerkt haben, dass ein hoher Anteil der Passagiere aus Nordamerika, Australien, Japan und China stammte.
SteveB schrieb:
Und dann geht ES nur noch nach Lille (sehr wenig Interesse aus GB), Paris (ziemlich viel Interesse), Brüssel (fast so schlecht wie Lille) und, zu spät, in die Niederlande (ziemlich viel Interesse für Amsterdam). Die Verbindungen aus Paris sind schlecht, weil sie von einem anderen Bahnhof aus fahren. Daher, obwohl Südfrankreich beliebt ist, werden die meisten fliegen.

Der ältere Reisemarkt von GB nach Norddeutschland basierte auf britischen NATO-Basen endete, als der Eurostar begann!

Die Briten wollen nach Spanien, Griechenland (vor allem die Inseln ) und nach USA reisen. Der Eurostar ist für diese Märkte irrelevant, selbst von London. USA war in beiden Richtungen ein wichtigerer Reisemarkt als Deutschland. Wer mit dem Eurostar reist, sollte bemerkt haben, dass ein hoher Anteil der Passagiere aus Nordamerika, Australien, Japan und China stammte.

Das sind die Reiseströme AUS Großbritannien. Gibt es denn auch Zahlen über jene Reisende, die ihren Wohnsitz auf dem Kontinent haben und NACH Großbritannien wollen? Weiß man, von welchen Ländern diese hauptsächlich kommen? Ich könnte mir vorstellen, dass Deutschland da keine unerhebliche Rolle spielen würde und hier noch einiges Potenzial abzugreifen wäre.

Im Grunde genommen wäre die aktuelle Situation tatsächlich eine willkommene Gelegenheit den Bahnverkehr UK <=> Europäisches Festland neu zu ordnen. Also eine neue Gesellschafterstruktur, welche auch den über Paris, Brüssel und Amsterdam hinausgehenden Verkehr im Blick hat und die es versteht, bei Bahnreisen nicht nur das Schlechteste aus der Flug- (Zwangsreservierung, fehlende Flexibilität, kaum Durchlösbarkeit zu weiteren Zielen) und Bahnwelt (längere Fahrzeit, Fahrtende historisch bedingt oft an Kopfbahnhöfen ohne direkte Weiterfahrmöglichkeit) zu vereinen. Wird über solche Möglichkeiten in Frankreich und Großbritannien überhaupt diskutiert? Ich verfolge die Berichterstattung dafür derzeit zu wenig.
Das Problem von Eurostar ist doch auch, dass Fliegen meistens günstiger ist.
Nichtsdestotrotz besteht genügend allgemeine Nachfrage. Man schaut sich einfach mal an, was vor der Pandemie auf den Relationen Paris/Brüssel/Amsterdam/Frankfurt-London(all airports) so fleißig geflogen wurde.

Bei Eurostar beschlich mir immer das Gefühl, dass dieses EVU/TOC sich als sehr "elitär" und konservativ darstellt.
Dass es 25 Jahre gedauert hat, um London-Amsterdam direkt zu befahren, ist ein Armutszeugnis.
Man hat sich immer hinter Sicherheit und Immigration Problemen versteckt, wobei die Lösung sich ja sehr einfach darstellt.

Die Richtung London-Köln/Frankfurt könnte man auch ohne große Umbauten Heute anbieten, denn die Sicherheitskontrolle und die Schengen-Einreisekontrolle findet in London St. Pancras statt.
In der Gegenrichtung würden die Sicherheitskontrolle, die Schengen-Ausreisekontrolle und die UK-Einreisekontrolle einfach in Lille Europe durchgeführt werden. Ja dafür verlangsamt sich die Fahrt um 30 Minuten. Allerdings entfällt dafür das Check-in/Sicherheitskontrolle in Köln oder Frankfurt. Zeitmäßig kommt es dann auf das Gleiche raus.
Aber Eurostar wollte ein solches Konzept in seinen letzten 27 Jahren schlichtweg nicht fahren.

Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen im Ruhrgebiet, die nach London wollen, sicher eine Zugreise bevorzugen, als irgendwelche dummen Flüge.
Der Zug erreicht nämlich direkt das Zentrum von London - und nicht ein Stansted oder Luton irgendwo auf der Wiese.
Außerdem sind die UK Immigration Lines an den Londoner Flughäfen auch nicht ohne.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.21 18:05.
ChrisM schrieb:
Hallo zusammen,

im Juni wird für Eurostar ein 400-Millionen-Pfund-Kredit fällig. Offensichtlich gibt es Schwierigkeiten, das Geld aufzubringen. Die britische Regierung will nicht einspringen und verweist auf Frankreich als größtem Aktionär. [de.euronews.com]
Haltet Ihr es für denkbar, dass man das Unternehmen über den Jordan gehen lässt? Und was käme danach?
Da würde ich doch mal sagen, dann sollen sich auch die Briten drum kümmern, was geht das im Endeffekt die Franzosen an? Außer, dass das Geld für die Anteile an Eurostar ohnehin verloren ist?
Reiseströme nach GB haben ein ähnliches Problem.

Die USA sind wichtiger als jedes EU-Land.

Besucher aus Frankreich sind der wichtigste Markt in der EU. Jedoch, Franzosen, die auf der falschen Seite von Paris wohnen, haben die gleichen Schwierigkeiten wie Briten, die außerhalb von London wohnen. Das Fliegen wird einfacher sein, aber sie können auch ihre Autos über verschiedene Fähren aus der Normandie und der Bretagne bringen.

ES nach London ist für Belgier sehr einfach - aber Belgien hat eine kleinere Bevölkerung als das Londoner Pendlergebiet. Ihre Gesamtzahl an Besuchern ist nur ein wenig höher als die aus Australien!

Und ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen im Ruhrgebiet, die nach London wollen wird nicht genug sein, um dieses Thema wichtig zu sein. Die durchschnittliche Besucherzahl aus Deutschland beträgt weniger als 9000 pro Tag - und das schließt auch diejenigen ein, die aus weniger bequemen Orten in Deutschland kommen und die zu weniger bequemen Orten als London reisen.

Das Reiseziel Nummer 1 in GB nach London ist Edinburgh - wie viele aus dem Ruhrgebiet (oder irgendwo anders in Deutschland) die nach Edinburgh wollen, die Bahnfahrt wählen werden?

Re: [UK/F/B] Eurostar vor dem Konkurs?

geschrieben von: kmueller

Datum: 07.04.21 18:45

Mülheimer Eisenbahn schrieb:
Wenn man Bahnhöfe umbaut kann man sich erst einmal auf Frankfurt und Köln beschränken und wie zwischen Amsterdam und Brüssel/London (nach 2020) praktizieren: 1. Zugteil für Reisende Kontinent London), 2 für Reisende Frankfurt - Brüssel bzw. Brüssel - London.
An Stationen wie F-Flughafen, Siegburg/Bonn, Aachen und Lüttich belieben die Türen der Londoner Wagen verschlossen.
In Köln Hbf auch, denn dieser hat weder räumlich noch zeitlich Platz für eine den Kanaltunnel-Sicherheitsanforderungen genügende Abfertigungsprozedur. Immerhin müßte man während dieser einen kompletten Bahnsteig sperren, d.h. 50% der Bahnhofskapazität der Fahrtrichtung ins Linksrheinische (Richtungen Bonn, Aachen, Mönchengladbach und Neuß-Krefeld).

Es wurde in früheren Threads mal vorgeschlagen, Gleis 1 zu nutzen und danach bis Ehrenfeld über das Gegengleis zu fahren. Das führt zu noch größeren Komplikationen, jetzt auch noch auf der Einfahrtseite.
bollisee schrieb:
ChrisM schrieb:
Hallo zusammen,

im Juni wird für Eurostar ein 400-Millionen-Pfund-Kredit fällig. Offensichtlich gibt es Schwierigkeiten, das Geld aufzubringen. Die britische Regierung will nicht einspringen und verweist auf Frankreich als größtem Aktionär. [de.euronews.com]
Haltet Ihr es für denkbar, dass man das Unternehmen über den Jordan gehen lässt? Und was käme danach?
Da würde ich doch mal sagen, dann sollen sich auch die Briten drum kümmern, was geht das im Endeffekt die Franzosen an? Außer, dass das Geld für die Anteile an Eurostar ohnehin verloren ist?
Selbst wenn der EuroStar dem Grossteil der franzöischen Bevölkerung egal sein kann, ist er der immer mehr vom Kollaps gefährdeten Regierung wichtig. Eine immer grössere Zahl an jungen franzosen, besonders solche mit "falschem" Familiennamen oder "falscher" Hautfarbe, die zwar gut ausgebildetet waren, aber in Frankreich nie eine Chance hätten den Arbeitsmarkt zu integrieren, zog es vor dem Brexit nach UK, wo sie zum Teil gut bezahlte Stellen besetzen konnten und von der Regierung wiederhin als Beispiele des französischen Dynamismus (Macron's "Start-Up Nation") vorzgezeigt werden konnten. Alleine in London schätze man schon 2014 die Anzahl franzuösischer Migranten auf 350,000-400,000, also weit über der offizielen Zahl für 2013 von 150,000 für ganz UK, seitdem müssten sich die Zahlen weit erhöht haben. Während der EuroStar es diesen Leuten erlaubte weiterhin mit ihren in FR zurückgebliebenen Familien Kontakt zu behalten, erlaubte er der Regierung ein Teil seiner sebstgeschafften Armut und Arbeitslosigkeit ins Ausland zu exportieren, und soll es das in Zukunft auch weiterhin tun, denn selbst nach dem Brexit sollen ja weiterhin Arbeitserlaubnisse für Ausländer möglich sein.

Gruss, Thomas.

Re: [UK/F/B] Eurostar vor dem Konkurs?

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 08.04.21 08:44

warakorn schrieb:
In meinen Augen verdient es Eurostar, in den Konkurs zu gehen.
Globalpreispflicht, sündhaft teure Aufpreise und one-way Tickets, schlecht bis nicht verfügbares Through-Ticketing ...
Interessant, muss Thalys dann auch in die Insolvenz, oder Trenitalia? Und was ist mit der SNCF?

Gruß
Tz 4683
___________________

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Mein Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de]

Re: [UK/F/B] Eurostar vor dem Konkurs?

geschrieben von: SteveB

Datum: 08.04.21 12:27

"schlecht bis nicht verfügbares Through-Ticketing" ist ein sehr guter Punkt, angesichts der sehr kurzen Reichweite von ES.

Ursprünglich war es möglich, von fast jedem Bahnhof in GB ein "Through Ticket" mindestens bis Paris bzw. Brüssel zu kaufen - und die meisten britischen Zugbetreiber sind immer noch bereit, ein Anschlussticket mit CIV-Bedingungen zu verkaufen. Aber das Anschlussticket kann nicht bei ES gekauft werden und es hat keinerlei Werbung. ES-Tickets können nicht bei den britischen Gesellschaften gekauft werden, ich glaube, das ES-Ticketsystem ist nicht kompatibel.

ES verkauft einen Fahrpreis (Flat Rate Zuschlag) von London zu jedem belgischen Bahnhof über Brüssel. Von der SNCB wird derselbe Tarif nach London verkauft, aber auf eine andere Art und Weise!

Ich glaube, die meisten SNCF-Kartenschalter haben den ES-Verkauf vor etwa 2 Jahren eingestellt.

Frage zu Amsterdam - London

geschrieben von: Mülheimer Eisenbahn

Datum: 08.04.21 12:45

kmueller schrieb:
Mülheimer Eisenbahn schrieb:
Wenn man Bahnhöfe umbaut kann man sich erst einmal auf Frankfurt und Köln beschränken und wie zwischen Amsterdam und Brüssel/London (nach 2020) praktizieren: 1. Zugteil für Reisende Kontinent London), 2 für Reisende Frankfurt - Brüssel bzw. Brüssel - London.
An Stationen wie F-Flughafen, Siegburg/Bonn, Aachen und Lüttich belieben die Türen der Londoner Wagen verschlossen.
In Amsterdam und Rotterdam ist der Bahnsteig nur hälftig "isoliert".


https://mk0hiddenhollanbf8b3.kinstacdn.com/wp-content/uploads/eurostar-check-in-amsterdam-central-station.jpg.webp


Quelle: [www.hiddenholland.com]

-------

Auf Köln Übertragen bedeutet es: Investitionen für einen Umbau und das lohnt nur wenn das Angebot dauerhaft aufrecht erhalten kann.

Da stimme ich meinem Vorredner dahingehend zu, dass eine Verbindung London - Frankfurt nur in Richtung Kontinent angeboten werden kann und umgekehrt muss unterwegs 'gebrochen' werden - sei es durch Umsteigen auf einen anderen Zug oder mit eine 60 Minuten -Aufenthalt

---

In dem Zusammenhang eine Frage meinerseits zum Eurostar Amsterdam - London:
Meines Wissens fährt der Zug in Brüssel-Midi auf Gleis 3 ein und verbleibt dort ca 30 Minuten.
Der Bahnsteig (Gleis 3/4) wird dort temporär mittig getrennt.


Fahrgäste aus Amsterdam und Rotterdam steigen an Gleis 3 normal aus

Wie gelangen die Fahrgäste (Brüssel - London) in den Zug:
Gibt es da separate Aufgänge aus dem Check-In-Bereich oder steigen sie von der anderen Seite (Bahnsteig Gleis 2) zu?

Danke hierfür im Voraus
Ich denke dass das der weggebrochene Bankensektor eine sehr große Rolle spielt.

SteveB schrieb:
Leute, die glauben, dass der Brexit niedrige Passagierzahlen verursacht hat, gehören wahrscheinlich zu denen, die das Unternehmen in die Schulden geführt haben. Der einzige Unterschied werden einige Beamte und etwa 10 % der britischen Europaabgeordneten sein. Und möglicherweise ein paar EU-Bürger, die den Gerüchten über Visa geglaubt haben - aber sie würden wahrscheinlich nicht einmal vorher reisen.

Dies ist mindestens das dritte Mal, dass diese Krise in DSO diskutiert wird. Wie ich bereits geschrieben habe, ist der Eurostar ein geographisches Problem. In GB ist es nur für Leute, die im Großraum London leben, wirklich nützlich. Gehen viel weiter und es ist einfacher und billiger zu fliegen.

Und dann geht ES nur noch nach Lille (sehr wenig Interesse aus GB), Paris (ziemlich viel Interesse), Brüssel (fast so schlecht wie Lille) und, zu spät, in die Niederlande (ziemlich viel Interesse für Amsterdam). Die Verbindungen aus Paris sind schlecht, weil sie von einem anderen Bahnhof aus fahren. Daher, obwohl Südfrankreich beliebt ist, werden die meisten fliegen.

Der ältere Reisemarkt von GB nach Norddeutschland basierte auf britischen NATO-Basen endete, als der Eurostar begann!

Die Briten wollen nach Spanien, Griechenland (vor allem die Inseln ) und nach USA reisen. Der Eurostar ist für diese Märkte irrelevant, selbst von London. USA war in beiden Richtungen ein wichtigerer Reisemarkt als Deutschland. Wer mit dem Eurostar reist, sollte bemerkt haben, dass ein hoher Anteil der Passagiere aus Nordamerika, Australien, Japan und China stammte.

Zitat
Ich glaube, die meisten SNCF-Kartenschalter haben den ES-Verkauf vor etwa 2 Jahren eingestellt.
In meinen Augen hat sich Eurostar mit seiner Entscheidung eines neues Vertriebssystem (welches keine Kompatibilität mit anderen europäischen Bahnen aufweist) selbst ein Bein gestellt -> elitär, arrogant;

Re: Frage zu Amsterdam - London

geschrieben von: kmueller

Datum: 08.04.21 14:15

Mülheimer Eisenbahn schrieb:
1. Zugteil für Reisende Kontinent London), 2 für Reisende Frankfurt - Brüssel bzw. Brüssel - London.
An Stationen wie F-Flughafen, Siegburg/Bonn, Aachen und Lüttich belieben die Türen der Londoner Wagen verschlossen.

In Amsterdam und Rotterdam ist der Bahnsteig nur hälftig "isoliert".
[mk0hiddenhollanbf8b3.kinstacdn.com]

Quelle: [www.hiddenholland.com]

Auf Köln Übertragen bedeutet es: Investitionen für einen Umbau und das lohnt nur wenn das Angebot dauerhaft aufrecht erhalten kann.

Da stimme ich meinem Vorredner dahingehend zu, dass eine Verbindung London - Frankfurt nur in Richtung Kontinent angeboten werden kann und umgekehrt muss unterwegs 'gebrochen' werden - sei es durch Umsteigen auf einen anderen Zug oder mit eine 60 Minuten -Aufenthalt

In dem Zusammenhang eine Frage meinerseits zum Eurostar Amsterdam - London:
Meines Wissens fährt der Zug in Brüssel-Midi auf Gleis 3 ein und verbleibt dort ca 30 Minuten.
Der Bahnsteig (Gleis 3/4) wird dort temporär mittig getrennt.

Fahrgäste aus Amsterdam und Rotterdam steigen an Gleis 3 normal aus

Wie gelangen die Fahrgäste (Brüssel - London) in den Zug:
Gibt es da separate Aufgänge aus dem Check-In-Bereich oder steigen sie von der anderen Seite (Bahnsteig Gleis 2) zu?
Das Photo in deinem Posting zeigt m.E. den Bahnhof Brüssel Midi.

In Amsterdam fahren die Thalys und die Benelux-IC schon lange fast ausschließlich vom Gleis 15, das (wegen späteren Zubaus mit Ausnutzen der letzten verfügbaren Zentimeter Raum) einen so schmalen Bahnsteig hat, daß es für die Inlandszüge nur eingeschränkt brauchbar ist. Einen Plan des Bahnhofs Amsterdam CS mit dem ES-Warteraum am Gleis 15b gibts hier:
[www.eurostar.com]

Auf dem Foto aus Brüssel fällt sofort auf, daß die Bahnsteige viel großzügiger sind als in Köln, und daß der Bahnhof generell weniger belebt ist (Grund: viel mehr Gleise aufgrund seiner Geschichte als Kopfbf.). Sie haben auch zwei Zugänge an zwei getrennten Personentunnels, die deutlich großzügiger sind als in Köln, und die vor allem weiter auseinander liegen (weniger weit dem Kölner Standard voraus ist die Zuverlässigkeit der Rolltreppen). Die 'internationalen' Bahnsteige mit den Gleisen 3/4 und 5/6 haben auch wesentlich weniger Züge pro h als die Bahnsteige in Köln. Deshalb kann/könnte man viel leichter das gegenüberliegenden Gleis vor und während einer ES-Abfertigung sperren, falls die Sicherheitsvorschriften immer noch 'viel Abstand' zu diesen Zügen verlangen (das weiß ich nicht, aber solche Regeln waren ursprünglich der Grund für den Bau eines separaten, rundum abgesperrten ES-Teminals in Brüssel).

Wie es in Rotterdam aussieht, weiß ich nicht, aber dort steigt wohl kaum jemand aus, und es gibt wie in Amsterdam auf der richtigen Seite des Bahnhofs einen Bahnsteig mit nur einem Gleis (nach meiner Erinnerung '1'). Bzw. es gab ihn, denn ich weiß nicht, welche Folgen die Integration der 'Hoekse Lijn' in die Metro hatte.

Re: Frage zu Amsterdam - London

geschrieben von: Mülheimer Eisenbahn

Datum: 08.04.21 16:29

kmueller schrieb:
Mülheimer Eisenbahn schrieb:
1. Zugteil für Reisende Kontinent London), 2 für Reisende Frankfurt - Brüssel bzw. Brüssel - London.
An Stationen wie F-Flughafen, Siegburg/Bonn, Aachen und Lüttich belieben die Türen der Londoner Wagen verschlossen.

In Amsterdam und Rotterdam ist der Bahnsteig nur hälftig "isoliert".
[mk0hiddenhollanbf8b3.kinstacdn.com]

Quelle: [www.hiddenholland.com]

Auf Köln Übertragen bedeutet es: Investitionen für einen Umbau und das lohnt nur wenn das Angebot dauerhaft aufrecht erhalten kann.

Da stimme ich meinem Vorredner dahingehend zu, dass eine Verbindung London - Frankfurt nur in Richtung Kontinent angeboten werden kann und umgekehrt muss unterwegs 'gebrochen' werden - sei es durch Umsteigen auf einen anderen Zug oder mit eine 60 Minuten -Aufenthalt

In dem Zusammenhang eine Frage meinerseits zum Eurostar Amsterdam - London:
Meines Wissens fährt der Zug in Brüssel-Midi auf Gleis 3 ein und verbleibt dort ca 30 Minuten.
Der Bahnsteig (Gleis 3/4) wird dort temporär mittig getrennt.

Fahrgäste aus Amsterdam und Rotterdam steigen an Gleis 3 normal aus

Wie gelangen die Fahrgäste (Brüssel - London) in den Zug:
Gibt es da separate Aufgänge aus dem Check-In-Bereich oder steigen sie von der anderen Seite (Bahnsteig Gleis 2) zu?
Das Photo in deinem Posting zeigt m.E. den Bahnhof Brüssel Midi.

Es handelt sich sehr wohl um Amsterdam CS.
Das Layout der Fahrleitung in Brüssel ist ein anderes.

Die abgebildete "Ausreise"-Hütte finden man hier: [goo.gl]


Ja Brüssel hat zwei Fußgängertunnels. Das Eurostar-Terminal ist jedoch nur von der A-Passage erreichbar.
Einmal eingecheckt so befindet man sich mitten in der "Festung". Von dort aus muss man irgendwie auf Gleis 3 gelangen.
warakorn schrieb:
In meinen Augen hat sich Eurostar mit seiner Entscheidung eines neues Vertriebssystem (welches keine Kompatibilität mit anderen europäischen Bahnen aufweist) selbst ein Bein gestellt -> elitär, arrogant;
Was ist denn das spezifisch nicht-kompatible des Eurostar-Vertriebssystems? Immerhin kann man aktuell bei der SNCB durchgehende Fahrkarten von überall in Belgien nach London kaufen, bei der SNCF von überall in Frankreich nach London, und bei der DB von überall in Deutschland nach London. Bei durchgehender Buchung ab Deutschland bietet Eurostar sogar den günstigen Sondertarif "DE Connect" an. Ganz so schlimm scheint es also nicht zu sein, da gibt es andere Bahnen in Europa, die beim Vertrieb und/oder der durchgehenden Abfertigung noch problematischer sind.

SteveB schrieb:Zitat:
Ich glaube, die meisten SNCF-Kartenschalter haben den ES-Verkauf vor etwa 2 Jahren eingestellt.
Ist das sicher? Eigentlich kann man bei der SNCF alles, was es online gibt, auch am Schalter kaufen, außer natürlich ausdrücklich nur online verkaufte Tickets wie PREMS oder OUIGO. Bei der DB kann man an jedem Schalter Eurostar-Tickets kaufen, da würde es mich wundern, wenn es bei der SNCF nicht geht.

Gruß
X73900

Re: [UK/F/B] Eurostar vor dem Konkurs?

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 08.04.21 19:19

SteveB schrieb:
"schlecht bis nicht verfügbares Through-Ticketing" ist ein sehr guter Punkt, angesichts der sehr kurzen Reichweite von ES.

Ursprünglich war es möglich, von fast jedem Bahnhof in GB ein "Through Ticket" mindestens bis Paris bzw. Brüssel zu kaufen - und die meisten britischen Zugbetreiber sind immer noch bereit, ein Anschlussticket mit CIV-Bedingungen zu verkaufen. Aber das Anschlussticket kann nicht bei ES gekauft werden und es hat keinerlei Werbung. ES-Tickets können nicht bei den britischen Gesellschaften gekauft werden, ich glaube, das ES-Ticketsystem ist nicht kompatibel.

ES verkauft einen Fahrpreis (Flat Rate Zuschlag) von London zu jedem belgischen Bahnhof über Brüssel. Von der SNCB wird derselbe Tarif nach London verkauft, aber auf eine andere Art und Weise!

Ich glaube, die meisten SNCF-Kartenschalter haben den ES-Verkauf vor etwa 2 Jahren eingestellt.
Dass gerade die SNCF den ES-Verkauf einstellt, obwohl die SNCF die meisten Anteile an ES hält, während andere Bahnen in teilweise durchaustellen (DB und SBB), die aber keine Anteile an Eurostar halten, dann wäre das ja mal wieder so eine Sache, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Aber das ist nicht die erste Sache, die nicht nachvollziehbar ist und ganz bestimmt auch nicht die Letzte.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: Frage zu Amsterdam - London

geschrieben von: rvdborgt

Datum: 08.04.21 19:51

Mülheimer Eisenbahn schrieb:
Ja Brüssel hat zwei Fußgängertunnels.
3 sogar:
[www.b-europe.com]

Gruß,
Rian

Re: Frage zu Amsterdam - London

geschrieben von: Mülheimer Eisenbahn

Datum: 09.04.21 02:10

rvdborgt schrieb:
Mülheimer Eisenbahn schrieb:
Ja Brüssel hat zwei Fußgängertunnels.
3 sogar:
[www.b-europe.com]

Gruß,
Rian
Mir ist weiterhin nicht gang klar wie man vom Eurostar-Bereich nach dem Checkin und den Pass- und Sicherheitskontrollen in den "isolierten Bereich von Gleis 3 gelangt. Führt etwa der mittlere Treppenaufgang vom Wartebereich dann auf Gleis 3?
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