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Liebe Freunde des entspannten und genießenden Reisens,

willkommen im dritten Teil unserer Reise nach Sizilien.

Hier geht es zurück zum zweiten Teil: [www.drehscheibe-online.de]

Dort waren wir nach Napoli vorgedrungen, wo es jetzt mit den Erkundungen weiter geht, nachdem wir in unser Appartment unweit des Bahnhofs eingecheckt haben.

Wir schreiben immer noch Mittwoch, den 02.09.2020.

https://abload.de/img/088rcs9j1l.jpg
Bild 105
Das Straßenbahnnetz ist recht übersichtlich und besteht zur Zeit nur aus der verkürzten Linie 1

Hier Tw 1103 in der Corso Giuseppe Garibaldi in Höhe der Stazione Porta Nolana der Ferrovia Circumvesuviana.

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Bild 106
Eine Straßenbrücke über die Bahnhofsausfahrt ermöglicht einen Blick in den Kopfbahnhof, in dem emsiger Betrieb herrscht

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Bild 107
Den Bahnhof verlassen zwei parallel verlaufende zweigleisige Strecken

Diese verzweigen sich später in sechs Linien. Die Spurweite beträgt auch hier 950mm.

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Bild 108
Wir haben uns zur Via Nuova Marina vorgearbeitet, wo wir erwartungsvoll auf Tw 1112 zur Weiterfahrt harren, während in der Gegenrichtung Tw 1101 unterwegs ist

Die Bahnen kamen nur sehr unregelmäßig, weil sie erlebt nur unzureichend im Verkehrsraum bevorrechtigt werden. Selbst dort, wo sie eigene Trassen haben, kommen sie oft nur mühsam voran, weil Taxis oder allgegenwärtige Zweiräder für Behinderungen sorgen. Der Job als Straßenbahn- oder Busfahrer ist in Napoli ganz sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig.

Auf dem Bild kann man auch gut sehen, dass es nicht ratsam ist, die Fahrbahn vor einer haltenden Bahn zu überqueren, weil das eigentlich geltende Überholverbot (durchgezogene weiße Linie) in der StVO-Z (Straßenverkehrsordnung für Zweiradfahrzeuge) wohl nicht existiert.

Wir fuhren bis zur Endstation Stazione Marittima mit, wo uns eine riesige Baustelle empfing. Beim Umschauen entschieden wir uns schnell, dass wir noch auf das zu sehende Castel Sant Elmo wollen, um von oben zu schauen, denn die Tageszeit drängte. Das ist keine zwei Kilometer entfernt, aber weit oben. Nach kurzer Orientierung haben wir die Metrolinie 1 an der Station Municipio bestiegen und sind bis zur Station Vanvitelli gefahren.

https://abload.de/img/092tk7ukwb.jpg
Bild 109
Auf dem Weg zum Castel sind wir noch an der Bergstation Cimarosa der Standseilbahn vom Parco Margherita vorbei gekommen

Wie die Uhr zeigt, war aber Eile geboten, denn bald geht das Licht aus.

https://abload.de/img/093tkcsk49.jpg
Bild 110
Beim weiteren Hochkraxeln kommen wir an diesen herrlichen Dachgärten mit Vesuvblick vorbei

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Bild 111
Es ist 18:21 Uhr, und da müssen wir noch hoch

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Bild 112
Im letzten Licht der Blick über Neapel auf den Vesuv

Am linken Bildrand ist neben den Hochhäusern der Bahnhof Centrale zu erkennen.

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Bild 113
An diesem Blick mit Vesuv, Häusermeer, Hafen und Golf von Neapel können wir uns nicht sattsehen und die Kameras glühen!

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Bild 114
Zuletzt noch der Blick in Richtung Westen mit der Insel Ischia

Danach ging das Licht endgültig aus. Puh, das war echt knapp ;-)

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Bild 115
Mit der Standseilbahn geht es runter nach Montesanto, hier an der Bergstation

Anmerkung: Es gehen drei Standseilbahnen da hoch.

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Bild 116
Wir sind an der Talstation Montesanto angekommen

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Bild 117
Und so sieht diese von außen aus

Danach war es ruckzuck dunkel, und wir haben uns in das quirlige Leben der Stadt gestürzt. In engen Gassen brodelte der Auto-, Moped- und Fußgängerverkehr, „reguliert“ durch den Einsatz der schallgebenden Einrichtungen der Fahrzeuge. Unvergesslich die (das Moped fahrende) Mama, die „nebenbei“ wild mit ihrem Sohnemann diskutierte, der auf dem daneben fahrenden Moped den Rücksitz mit einem weiteren Kind teilte, und ebenso „nebenbei“ an seinem Smartphone herum hantierte...

Nach einem Erfrischungsbier irgendwo unterwegs haben wir dann auch noch einen netten Laden zum Abendessen gefunden, wo der Tag entspannt ausklang.

https://abload.de/img/20200902_223304fdkgm.jpg
Bild 118
Mit der Metrolinie 1 fuhren wir gegen halb Elf ab Station Universita zur Nachtruhe, hier nach dem Ausstieg an der Station Garibaldi (am Hbf)

Pikantes Detail: Unsere Metro war tatsächlich die letzte Fahrt des Tages auf dieser Linie! Danach ging auch hier das Licht aus. Naja, besonders hell kamen die Metrostationen ohnehin nicht daher, das sind keine Orte für ein erhöhtes Sicherheitsgefühl...

https://abload.de/img/102rcbjja6.jpg
Bild 119
Nach diversen Online-Aktivitäten war ich zu später Stunde nochmal auf eine Zigarette auf der Straße

Was da auf der anderen Straßenseite beim ersten Blick wie eine Bushaltestelle daher kommt, ist eine SB-Tankstelle, einfach so am Straßenrand mit einer kleinen Parkbucht.

Für alle, die unsere kleine Tour durch Neapel nochmal geografisch nachvollziehen möchten, habe ich eine Karte erstellt:

https://abload.de/img/napoli_fotos_nummerieanjme.jpg
Danke an OpenRailwayMap für die zur Verfügung gestellte Kartengrundlage

Mit roten Punkten habe ich die Fotostandorte markiert, ergänzt durch die Nummern der Bilder in diesem Beitrag. Die drei Standseilbahnen habe ich nochmal rot hervor gehoben. Gut zu sehen, dass wir mit der Funicolare Centrale ab Station Augusteo wohl etwas flotter auf dem Berg gewesen wären.

In hellem Violett ist die Straßenbahn zu sehen, und in Hellblau die von uns zweimal genutzte Metrolinie 1. Spannend auch, wie viele weitere Strecken noch diese bergige Stadt untertunneln.

EDIT zur Karte: Bild 108 ist wohl eine Haltestelle weiter östlich entstanden.

Donnerstag, 03.09.2020 Napoli – Siracusa

Fahrplan

https://abload.de/img/20200903_fahrplano2jq6.jpg

Karte

https://abload.de/img/20200903_kartehpjtp.jpg

Der heutige Fahrplan sieht sehr übersichtlich aus: Nur ein einziger Zug! Aber: Dieser IC 723 aus Roma Termini (ab 07:26) nach Palermo, mit Zugteil ab Messina als IC 721 nach Siracusa, wird auf die Insel Sizilien komplett trajektiert. Das klingt nach interessanten Momenten, obwohl es heute ausschließlich an den Küsten entlang geht, und Gebirge nur beim Blick ins Landesinnere zu sehen sind.

Unsere recht späte Abfahrt (früher gibt es nichts) erlaubt ein entspanntes Frühstück auf der Terrasse unseres Apartments, so dass wir entsprechend gestärkt die lange Etappe ohne Speisewagen in Angriff nehmen können. Für unterwegs steht ja immerhin noch die Gastronomie auf der Fähre zur Verfügung.

https://abload.de/img/120tk0okn6.jpg
Bild 120
Mit 10 Minuten Verspätung läuft unser Zug in Napoli C.le ein, geführt von E 403 014

Trotz üppigen 21 Minuten Wendezeit in Napoli kann die Verspätung nicht gekürzt werden, warum auch immer.

https://abload.de/img/121rcgtkbe.jpg
Bild 121
Wir verabschieden uns vom Vesuv

Dieses Bild von der Schnellfahr-Spange von Napoli zur Schnellfahrstrecke (SFS) zeigt, dass man hier auch tatsächlich schnell unterwegs sein kann (im Gegensatz zu Gestern), denn die Lärmschutzwände sind natürlich nicht so schräg gebaut, der Effekt ist der Geschwindigkeit geschuldet ;-)

Bis Salerno hatten wir unsere Verspätung sogar weitgehend herausgefahren! Dann ging es weiter entlang der Küste.

https://abload.de/img/123tk4okai.jpg
Bild 122
Auch auf Küstenstrecken kann es malerisch weiter gehen

Hier sind wir im Abschnitt zwischen Acquafredda und Maratea, wo die Region Basilicata kurz das Meer berührt. Der Blick geht nördlich auf die Berge des Cilento, die etwa zwischen 1200m und 1900m in die Höhe ragen.

Unterwegs legen wir in … (leider können wir uns beide nicht mehr an den Ort erinnern) einen außerplanmäßigen Halt ein. Die Durchsage spricht von einer technischen Störung am Zug, in etwa fünf Minuten soll es weiter gehen. Daraus werden dann gute 30 Minuten. Das hat unseren weiteren Fahrplan wohl endgültig geschreddert.

https://abload.de/img/124tk7dkyz.jpg
Bild 123
Bei Praja-Ajeta-Tortora haben wir Calabrien erreicht, kurz danach fahren wir am Torre di Fiuzzi vorbei

Dahinter liegt die kleine Isola Dino im Tyrrhenischen Meer.

https://abload.de/img/125tkchj13.jpg
Bild 124
Bei Marcellina-Verbicaro-Orsomarso werfen wir einen Blick nach Osten ins Landesinnere

Man muss eigentlich ständig im Zug die Seite wechseln. Die höchsten Gipfel steigen hier bis auf über 1900 m an

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so20595qhjg9.jpg
Bild 125
Hoch auf dem Berggipfel liegt die kleine Ortschaft Maierà

Der dazugehörige Haltepunkt Cirella-Majerà auf der etwa 6 km entfernten Hauptstrecke ist aufgegeben.

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so205973ejtv.jpg
Bild 125a
Blick in nördlicher Richtung mit dem Küstenstädtchen Diamante, typisch für diesen Abschnitt sind die steinernen Barrieren, die als Wellenbrecher und Sandfänger fungieren

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so20605kljuq.jpg
Bild 126
Bei Amantea überqueren wir den Fiume Licetto und erhaschen einen schnellen Blick auf das historische Zentrum und den Torre Civita

Zum vulkanischen Italien:
Nach dem Vesuv will auch der Stromboli gewürdigt werden.

https://abload.de/img/126rcw2jmf.jpg
Bild 127
Leider waren die Sichtverhältnisse nicht besonders gut, aber wer genau hinschaut, erkennt den Stromboli in Richtung 11 Uhr

Anmerkung: Thomas hätte das Bild lieber, wegen der schlechten Qualität, heraus geworfen, ich habe es trotzdem drin gelassen, weil es das einzige „Bild“ des Stromboli auf dieser Reise ist. Manchmal gehören auch „Suchbilder“ in so einen Bericht ;-)

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so20609rijpz.jpg
Bild 128
Der Streckenausbau der 70er Jahre führte zum Neubau eines über 45 km langen zweigleisigen Abschnittes zwischen (Lamezia Terme- )Eccellente und Rosarno

Die alte eingleisige Strecke entlang der Küste über Tropea wird weiterhin im Regionalverkehr betrieben. Hier hat die Neubaustrecke schon beträchlich Höhe gewonnen. Unten ist noch vor der Straße die alte eingleisige Linie zu erkennen, die auf den nächsten Halt Francavilla Angitola-Filadelfia zu führt.

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so20614t3kbw.jpg
Bild 129
Bei Giao Tauro treffen wir das erste Mal die Ferrovie della Calabria (FdC), wir sehen das 950mm-Gleis auf der mittleren der drei Brücken über das Tal des Fiume Petrace

Die Strecke nach Cinquefrondi wurde schon zuvor ausgefädelt. Das hier zu sehende Gleis führt nach Palmi Centrale und ehemals noch weiter bis Sinopoli-S.Procopio. Obwohl die Fahrplantabellen noch existieren, konnten wir keinen Zugverkehr ausmachen. In Giao Tauro sind noch einige Triebwagen neben der großen Fahrzeughalle abgestellt, die heute Bussen vorbehalten scheint. Vielleicht weiß jemand mehr über die aktuelle Situation bei diesen Strecken?

EDIT: Thomas (tkautzor) schreibt:
"Offiziell ist die Strecke nach Palmi weiterhin offen und wird mit SEV befahren, in der Tat ist dort schon seit Jahren kein Zug gefahren und die Strecke ist völlig zugewachsen. Neulich hatte eine Gruppe lokaler Eisenbahnfreunde mal wieder einen Teil ausgeschnitten."

Wir freuen uns schon darauf, die FdC auf unserer Rückfahrt von Sizilien wieder zu treffen.

Mit +30 sind wir dann in Villa San Giovanni angekommen und harren der weiteren Dinge.

https://abload.de/img/128tknwk5i.jpg
Bild 130
Nach einer geschlagenen Dreiviertelstunde bewegen wir uns als Rangierfahrt

Zunächst geht es gezogen in den tieferliegenden Teil Villa San Giovanni Marittima und dann geschoben in die Fähre.

Die Eisenbahnfähre der RFI ist auf dem Bild im Fährbecken zu sehen und lag dort schon die ganze Zeit seit unserer Ankunft in Villa San Giovanni. Ich vermute mal, dass dort zuerst die Entladung eines Gegenzuges erforderlich war, aber die Dauer war schon ungewöhnlich.

Egal, abseits der Verspätung genießen wir erstmal die Trajektierung, die ich in ein paar Bildern dokumentieren möchte.

Unsere Fähre ist die „Villa“ von 1985 und für den Zug exklusiv bestimmt, denn 2012 wurde die gemeinsame Beförderung von Eisenbahn, PKW, LKW und Fußgängern auf den Schiffen eingestellt. Unser 8-Wagenzug wird in 2 Teilen auf das Schiff gefahren und belegt dort 2 von 4 Gleisen. Die Weiche der mittleren beiden Gleise ist auf dem Schiff, die Dreiwege-Weiche befindet sich auf der Fährbrücke.

https://abload.de/img/129rcuakga.jpg
Bild 131
Wir verlassen unseren Zugteil nach Siracusa, der schon an die Bordenergieversorgung angeschlossen ist

Links daneben wird wohl gerade der Zugteil nach Palermo herein geschoben.

https://abload.de/img/130rcpnjec.jpg
Bild 132
Am Oberdeck der Fähre mache ich eine Fata Morgana aus, obwohl es weit und breit keine Wüste gibt ;-)

https://abload.de/img/131rcmqkei.jpg
Bild 133
Wir verlassen das italienische Festland und blicken zurück

https://abload.de/img/133tk02jpf.jpg
Bild 134
Schon nähern wir uns Messina

Und wir sehen dort schon Örtlichkeiten, die auf der Rückfahrt eine Rolle spielen werden. Wir müssen ja auch zurück über Messina, um Sizilien zu verlassen. Na gut, über Sardinien und Korsika wäre noch eine Option, für ungewöhnliche Schiffspassagen sind wir ja bekannt ;-)

Aber jetzt kommt das Verlassen unserer Fähre mit dem Zug, welches wir ausgiebig dokumentiert haben. Hier eine kleine Auswahl.

https://abload.de/img/134rcucj58.jpg
Bild 135
Unsere Fähre hat angelegt, und die Brücke senkt sich herein, unter genauer Beobachtung des Personals der Fähre

https://abload.de/img/135rcvzji6.jpg
Bild 136
Die Rangierlok fährt mit zwei Zwischenwagen (Flachwagen) und einem Kuppelwagen (Reisezugwagen) herein, um den Zugteil nach Palermo vom rechten Gleis abzuholen...

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so2065254kkd.jpg
Bild 137
...und kommt jetzt mit diesen Wagen zurück, um unseren Zugteil nach Siracusa aufzunehmen

https://abload.de/img/138tkkckk6.jpg
Bild 138
Nach der Ankunft am Bahnsteig in Messina Centrale hat Thomas noch einmal die Rangiereinheit mit den Flachwagen und dem Kuppelwagen dokumentiert

„Centrale“ sei deshalb hier besonders betont, da es auch noch einen Bahnhof Messina „Marittima“ gibt, der betrieblich ein eigenständiger Bahnhof ist. Die Anlagen des Bahnhofs einschließlich Bahnsteig sind baulich verbunden. „Marittima“ ist der Fährbahnhof, damit Ausgangspunkt des Eisenbahntrajektes und wurde 2012 für den Personenverkehr geschlossen.

https://abload.de/img/139tkk9j3g.jpg
Bild 139
Der ICN mit E 464 309 auf dem Nachbargleis und unsere Rangiereinheit mit D 145 2020 ist auch noch ein Bild wert

Die dieselelektrische D 145 ist ein Vertreter der 2000er Serie, deren Indienststellung bis 1995 abgeschlossen wurde.

https://abload.de/img/140tkmwjfp.jpg
Bild 140
Nachdem die Rangiereinheit weg ist, kommt auch der ICN noch einmal zur Geltung

https://abload.de/img/141tksnkf3.jpg
Bild 141
Beim Blick ins Bahnhofsvorfeld kann man viele abgestellte Triebfahrzeuge erkennen

https://abload.de/img/142tkg8jb7.jpg
Bild 142
Der Stammzug nach Palermo am Nachbarbahnsteig wird von E 464 373 bespannt

Unser Flügelzug nach Siracusa steht derweil stiefmütterlich behandelt herum. Mit dann etwa zwei Stunden Verspätung geht es weiter.

https://abload.de/img/143rc8jkpp.jpg
Bild 143
Zurück zum vulkanischen Italien: Der Ätna zickt auch herum und präsentiert sich bei der Vorbeifahrt wolkenverhangen

https://abload.de/img/144tk0jjf4.jpg
Bild 144
Nach unserer großen Verspätung gibt es trotzdem noch ein Bild des schon nächtlichen Bahnhofs von Siracusa

Unser Check-In für unsere Übernachtung hat dann auch noch geklappt, trotz unserer gewaltigen Verspätung und Check-In-Ende 21 Uhr. Die anschließende Nahrungssuche war dann etwas aufwändiger, aber erfolgreich.

https://abload.de/img/145tkqzjpt.jpg
Bild 145
Hier haben wir gespeist, wurden danach aber umgehend heraus geworfen, weil der Laden schloss

Das war aber nicht so schlimm, weil es ohnehin nur Dosenbier gab. Ein paar Meter weiter haben wir dann eine hübsche Lokalität mit selbst gebrautem Bier gefunden, um den Absacker zu nehmen. Der Braumeister stand auch höchstpersönlich hinter dem Tresen und gab sachkundige Auskunft.

Freitag, 04.09.2020 Siracusa – Palermo

Fahrplan


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Karte

https://abload.de/img/20200904_kartexzjd2.jpg

Auch wenn wir in diesem Teil keinen einzigen Kilometer Schiene mehr unter die Räder nehmen, starte ich mit dem Ausblick auf den gesamten Tag.

Unser Tag per Bahn startet wieder recht spät, was aber durchaus so gewollt ist. Denn diese über 2750 Jahre alte Stadt verdient eine Besichtigung. Und dafür sind die Morgenstunden bestens geeignet, bevor sich die Massen darüber ergießen. Zur frühen Stunde gehört die Stadt also uns und deren Einwohnern. Deshalb starten wir schon vor acht Uhr, nach dem Frühstück, unseren Rundgang.

Der Kern der Altstadt befindet sich auf der Insel Ortygia, die vom Festland und der Neustadt aus über zwei Brücken erreicht werden kann. Weil dort ein Großteil der historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten zu finden ist, starten wir in diese Richtung.

Die Statue eines der bedeutendsten Söhne der Stadt steht gleich am Eingang zur Altstadt. Dem geneigten Humanisten könnte jetzt der berühmte Spruch „Noli turbare circulos meos!“ („Störe meine Kreise nicht!“) in den Sinn kommen, und damit läge er goldrichtig. Es ist Archimedes, der nach diesem Spruch 212 v. Chr. von einem römischen Soldaten gemeuchelt wurde. Trotzig steht er bis heute zwischen der Ponte Umbertino und der Ponte Santa Lucia.

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so206720bkti.jpg
Bild 146
Im Vordergrund die Statue des Archimedes, dahinter (schon auf dem Festland) die Gebäude des Zolls und des Hafenmeisters bzw. der Küstenwache

Immerhin liegt ein Kreuzfahrtschiff im Hafen, allerdings nur mangels Fahrgästen hier geparkt.

https://abload.de/img/147rcehkum.jpg
Bild 147
Auch hier ist es um 08:10 Uhr wohl normalerweise recht ruhig, bevor die Kreuzfahrer einfallen, aber jetzt zu Corona-Zeiten ist es noch ruhiger

https://abload.de/img/148rc8ak5c.jpg
Bild 148
...

https://abload.de/img/150rclfjrl.jpg
Bild 149
Von der erreichbaren Südspitze der Halbinsel (der Rest ist militärisch genutzt) ein Blick nach Norden

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so206944wk8f.jpg
Bild 150
An dieser Stelle erinnert auch eine Gedenktafel an den echten „Enzo“, der im legendären Film „Le Grand Bleu“ Molinari hieß und von Jean Reno gespielt wurde, aber in Wirklichkeit Enzo Maiorca war

Enzo Maiorcas Heimatstadt war Siracusa, in der er 2016 auch starb. Er war ein Apnoetaucher, der in dieser Disziplin 23 Weltrekorde aufstellte und Luc Besson zu seinem Film inspirierte. Wir werden uns wieder an ihn erinnern, wenn wir in Taormina sind.

https://abload.de/img/151tkghjbx.jpg
Bild 151
Vorbei an den Resten des griechischen Tempels verlassen wir die Halbinsel wieder

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Bild 151a
Wer hätte es gedacht, aber da, wo der Fußgängerüberweg zu sehen ist, verlief vor gar nicht allzu langer Zeit die Hauptstrecke von Messina

Wenn man genau hinschaut, erkennt man zwischen den Häusern noch die Reste des Damms. Im vierten Teil wird Thomas noch davon berichten

Und damit tauchen wir wieder in die reale Welt unserer Reise ein, weil wir uns dem Bahnhof nähern.

https://abload.de/img/152tke6kkl.jpg
Bild 152
Hier ist er in voller Pracht an diesem Vormittag zu sehen

Hinter diesem Bau wartet schon unser Zug auf uns, der uns nach Ragusa bringen wird. Aber das wird Euch Thomas im nächsten Teil erzählen, in dem wir Palermo erreichen und erkunden, und auch noch bis Taormina kommen werden. Sizilien satt ist also angesagt.

Damit endet dieser dritte Teil, der Euch hoffentlich wieder gut gefallen hat.

Wie immer freuen wir uns auf Eure Anmerkungen, Ergänzungen und Kommentare.

Wer Teil 2 verpasst hat, kommt hier nochmal dahin zurück: [www.drehscheibe-online.de]

Und hier geht es weiter zum vierten Teil: [www.drehscheibe-online.de]

Danke für Eure Aufmerksamkeit und freundliche Grüße aus Leipzig (und Aschaffenburg) von
Ralf (und Thomas)


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 19:11.
E 44 051 schrieb:
Bild 129
Bei Giao Tauro treffen wir das erste Mal die Ferrovie della Calabria (FdC), wir sehen das 950mm-Gleis auf der mittleren der drei Brücken über das Tal des Fiume Petrace

Die Strecke nach Cinquefrondi wurde schon zuvor ausgefädelt. Das hier zu sehende Gleis führt nach Palmi Centrale und ehemals noch weiter bis Sinopoli-S.Procopio. Obwohl die Fahrplantabellen noch existieren, konnten wir keinen Zugverkehr ausmachen. In Giao Tauro sind noch einige Triebwagen neben der großen Fahrzeughalle abgestellt, die heute Bussen vorbehalten scheint. Vielleicht weiß jemand mehr über die aktuelle Situation bei diesen Strecken?
Offiziel ist die Strecke nach Palmi weiterhin offen und wird mit SEV befahren, in der Tat ist dort schon seit Jahren kein Zug gefahren und die Strecke ist völlig zugewachsen. Neulich hatte eine Gruppe lokaler Eisenbahnfreunde mal wieder einen Teil ausgeschnitten.

Gruss, Thomas.

Danke für die Informationen zu Giao Tauro - Palmi

geschrieben von: E 44 051

Datum: 21.02.21 17:45

tkautzor schrieb:
E 44 051 schrieb:
Bild 129
Bei Giao Tauro treffen wir das erste Mal die Ferrovie della Calabria (FdC), wir sehen das 950mm-Gleis auf der mittleren der drei Brücken über das Tal des Fiume Petrace

Die Strecke nach Cinquefrondi wurde schon zuvor ausgefädelt. Das hier zu sehende Gleis führt nach Palmi Centrale und ehemals noch weiter bis Sinopoli-S.Procopio. Obwohl die Fahrplantabellen noch existieren, konnten wir keinen Zugverkehr ausmachen. In Giao Tauro sind noch einige Triebwagen neben der großen Fahrzeughalle abgestellt, die heute Bussen vorbehalten scheint. Vielleicht weiß jemand mehr über die aktuelle Situation bei diesen Strecken?
Offiziel ist die Strecke nach Palmi weiterhin offen und wird mit SEV befahren, in der Tat ist dort schon seit Jahren kein Zug gefahren und die Strecke ist völlig zugewachsen. Neulich hatte eine Gruppe lokaler Eisenbahnfreunde mal wieder einen Teil ausgeschnitten.

Gruss, Thomas.
Hallo Thomas,

vielen Dank für die Informationen, die ich in den Bericht einarbeiten werde.

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]

Sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 22.02.21 09:31

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Salve Ralf (e Thomas),

wie von Dir angeregt, hier einige Kommentare von meiner Seite.

E 44 051 schrieb:
https://abload.de/img/088rcs9j1l.jpg

Bild 105
Das Straßenbahnnetz ist recht übersichtlich und besteht zur Zeit nur aus der verkürzten Linie 1
Oh, immerhin fährt sie wieder. Das sah vor guten 2 Jahren noch ganz anders aus und ich befürchtete bereits, das war's. Und scheinbar wurden die Sirii ordentlich aufgearbetet, auch wenn die gezeigte Büchse bereits wieder leichte Kampfspuren aufweist.


E 44 051 schrieb:
https://abload.de/img/20200902_223304fdkgm.jpg
Bild 118
Mit der Metrolinie 1 fuhren wir gegen halb Elf ab Station Universita zur Nachtruhe, hier nach dem Ausstieg an der Station Garibaldi (am Hbf)
In diesem Zustand ist die Metro ja wenigstens noch zu ertragen. Bei meinem letzten Neapelaufenthalt musste ich mit so einem Ding vom Hauptbahnhof bis zum Rathaus fahren. Ein 10-Minuten-Takt an einem Werktag um 18 Uhr ist schon sehr erbauend, vor allem, wenn die Menschenmassen einen von alleine in einen Kurzzug hineinquetschen.


E 44 051 schrieb:
Der heutige Fahrplan sieht sehr übersichtlich aus: Nur ein einziger Zug! Aber: Dieser IC 723 aus Roma Termini (ab 07:26) nach Palermo, mit Zugteil ab Messina als IC 721 nach Siracusa, wird auf die Insel Sizilien komplett trajektiert. Das klingt nach interessanten Momenten, obwohl es heute ausschließlich an den Küsten entlang geht, und Gebirge nur beim Blick ins Landesinnere zu sehen sind.

https://abload.de/img/a-it-f-ch-so205973ejtv.jpg

Bild 125a
Die Strecke ist echt der Hammer! Auf meiner Reise 2018 hatte ich das Glück, dass statt eines Großraumwagens ersatzweise ein 1.-Klasse-Abteilwagen eingesetzt war und mein Fensterplatz sogar zur Seeseite lag.


E 44 051 schrieb:
Die Eisenbahnfähre der RFI ist auf dem Bild im Fährbecken zu sehen und lag dort schon die ganze Zeit seit unserer Ankunft in Villa San Giovanni. Ich vermute mal, dass dort zuerst die Entladung eines Gegenzuges erforderlich war, aber die Dauer war schon ungewöhnlich.
Das ist völlig normal, weder in Villa noch in Messina besteht der übertriebene Ehrgeiz, so etwas Unwichtiges wie eine Verspätung abzubauen. Wie heißt es in Spanien: ¡Tranquillo!, in Griechenland σιγά, σιγά! und im Mezzogiorno eben piano, piano!


E 44 051 schrieb:
Unsere Fähre ist die „Villa“ von 1985 und für den Zug exklusiv bestimmt, denn 2012 wurde die gemeinsame Beförderung von Eisenbahn, PKW, LKW und Fußgängern auf den Schiffen eingestellt.
Tja, eine Folge der – auch in Italien vollzogene – Trennung zwischen Netz und Betrieb. Wie Du richtig bemerkt hast, gehören das Trajektschiff NT (Nave Traghetto) Villa der RFI, also dem Netz, genauso wie die weiteren Eisenbahnfähren NT Messina und NT Logudoro (ehemaliges Trajektschiff für den Sardinienverkehr). Seit der Trennung dürfen die RFI-Fähren nur noch Eisenbahnwagen transportieren, für den Personen- und Straßenverkehr wurde das FS-Tocherunternehmen Bluferries gegründet, dass die RoRo-Fähren übernahm.


E 44 051 schrieb:
https://abload.de/img/130rcpnjec.jpg

Bild 132
Am Oberdeck der Fähre mache ich eine Fata Morgana aus, obwohl es weit und breit keine Wüste gibt ;-)
Zu dem Schiff habe ich ein besonderes Verhältnis, weil ich mich vor guten 20 Jahren für 4 Stunden auf dessen Brücke befand und wir einige Fahrmanöver auf dem Stretto (Straße von Messina) unternahmen. Ein Schulfreund meines Vaters war, bis zu seiner Pensionierung, Schiffsingenieur, zuletzt auf der Fata Morgana. Sie kam gerade aus einer Werftüberholung und die Crew prüfte die Fahreigenschaften (die Dinger können in alle Richtungen fahren). War schon ein besonderes Erlebnis, alleine auf einem solch großen Schiff, nur mit der Besatzung.


E 44 051 schrieb:
„Centrale“ sei deshalb hier besonders betont, da es auch noch einen Bahnhof Messina „Marittima“ gibt, der betrieblich ein eigenständiger Bahnhof ist. Die Anlagen des Bahnhofs einschließlich Bahnsteig sind baulich verbunden. „Marittima“ ist der Fährbahnhof, damit Ausgangspunkt des Eisenbahntrajektes und wurde 2012 für den Personenverkehr geschlossen.
Das gesamte Bahnhofsensemble stammt aus der Faschistenzeit, das Schrägste hast Du nicht gesehen, da es der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. Früher waren am Marittima-Bahnhof die Landungsbrücken für die Personenbeförderung. Diese mündeten im Mosaiksaal, dort erwartete bereits huldvoll der Duce sein Volk. Die Landungsbrücken wurden bereits geschliffen, der Mosaiksaal ist nicht mehr zugänglich.

https://live.staticflickr.com/250/30706645413_027ba968fe_c.jpg


E 44 051 schrieb:
Der Kern der Altstadt befindet sich auf der Insel Ortygia, die vom Festland und der Neustadt aus über zwei Brücken erreicht werden kann. Weil dort ein Großteil der historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten zu finden ist, starten wir in diese Richtung.
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Bild 148
In Siracusa war ich ewig nicht mehr (abgesehen vom Bahnhof), habe es aber wunderschön in Erinnerung, wie mir Deine Bilder bestätigen. An diesem Platz bin ich 1999 zu den Dreharbeiten des Films „Der Zauber von Malèna“ in einer Drehpause hineingeplatzt. Da der Film in den 1930er-Jahre spielte, war der Piazza Duomo eine einzige Freilichtkulisse, bevölkert mit Komparsen in zeitgenössischen Kostümen und alten Autos.

Soviel von mir, ich freue mich auf die nächsten Teile.


Viele Grüße aus Berlin

Patrick

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Danke für Deine wertvollen Anmerkungen

geschrieben von: E 44 051

Datum: 22.02.21 22:45

Hallo Patrick,

danke für Deine vielen persönlichen und fachlichen Anmerkungen. Deinen Reisebericht von 2018 hatte ich seinerzeit natürlich auch gelesen, aber mangels örtlicher Kenntnisse, und daraus resultierender wertvoller Einwürfe, nicht kommentiert.

PatrickBln schrieb:
E 44 051 schrieb:
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Das Straßenbahnnetz ist recht übersichtlich und besteht zur Zeit nur aus der verkürzten Linie 1
Oh, immerhin fährt sie wieder. Das sah vor guten 2 Jahren noch ganz anders aus und ich befürchtete bereits, das war's. Und scheinbar wurden die Sirii ordentlich aufgearbeitet, auch wenn die gezeigte Büchse bereits wieder leichte Kampfspuren aufweist.

Da freuen wir uns gemeinsam drüber ;-) Besonderen Artenschutz genießt die Straßenbahn in Napoli allerdings nicht, angesichts der speziellen neapolitanischen Verkehrsregeln...
Nebenbei: Die O-Busse (Hybrid) fuhren oft auch auf elektrifizierten Abschnitten mit dem Diesel, hier mal ein Beispiel von fast der gleichen Stelle:

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E 44 051 schrieb:
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Mit der Metrolinie 1 fuhren wir gegen halb Elf ab Station Universita zur Nachtruhe, hier nach dem Ausstieg an der Station Garibaldi (am Hbf)
In diesem Zustand ist die Metro ja wenigstens noch zu ertragen. Bei meinem letzten Neapelaufenthalt musste ich mit so einem Ding vom Hauptbahnhof bis zum Rathaus fahren. Ein 10-Minuten-Takt an einem Werktag um 18 Uhr ist schon sehr erbauend, vor allem, wenn die Menschenmassen einen von alleine in einen Kurzzug hineinquetschen.

Wir waren ja um 18 Uhr herum auf dem Abschnitt Municipio - Vanvitelli auf der M1 unterwegs. Coronabedingt war da sicher keine Höchstauslastung, aber ich habe trotzdem während der Fahrt mehrmals meinen Standort gewechselt, um Abstände halbwegs einhalten zu können. An einen Sitzplatz war nicht zu denken. Viel nachdenklicher stimmt mich allerdings der frühe Betriebsschluss...

E 44 051 schrieb:
Der heutige Fahrplan sieht sehr übersichtlich aus: Nur ein einziger Zug! Aber: Dieser IC 723 aus Roma Termini (ab 07:26) nach Palermo, mit Zugteil ab Messina als IC 721 nach Siracusa, wird auf die Insel Sizilien komplett trajektiert. Das klingt nach interessanten Momenten, obwohl es heute ausschließlich an den Küsten entlang geht, und Gebirge nur beim Blick ins Landesinnere zu sehen sind.

Die Strecke ist echt der Hammer! Auf meiner Reise 2018 hatte ich das Glück, dass statt eines Großraumwagens ersatzweise ein 1.-Klasse-Abteilwagen eingesetzt war und mein Fensterplatz sogar zur Seeseite lag.

Wir sind alternativ zwischen den Seiten des Zuges (see- und bergseitig) hin und her gependelt, was zum Glück aufgrund der Besetzung (wir waren ja auch 1. Klasse unterwegs) möglich war.

E 44 051 schrieb:
Die Eisenbahnfähre der RFI ist auf dem Bild im Fährbecken zu sehen und lag dort schon die ganze Zeit seit unserer Ankunft in Villa San Giovanni. Ich vermute mal, dass dort zuerst die Entladung eines Gegenzuges erforderlich war, aber die Dauer war schon ungewöhnlich.
Das ist völlig normal, weder in Villa noch in Messina besteht der übertriebene Ehrgeiz, so etwas Unwichtiges wie eine Verspätung abzubauen. Wie heißt es in Spanien: ¡Tranquillo!, in Griechenland σιγά, σιγά! und im Mezzogiorno eben piano, piano!

Klar geht es im Süden etwas entspannter zu, das ist auch für mich nichts Neues. Aber: Aus gut 30 Minuten zwei Stunden zu machen (summiert aus der verzögerten Trajektierung nach und der extrem verzögerten Bespannung in Messina), grenzt schon an Arbeitsverweigerung ;-)

E 44 051 schrieb:
Unsere Fähre ist die „Villa“ von 1985 und für den Zug exklusiv bestimmt, denn 2012 wurde die gemeinsame Beförderung von Eisenbahn, PKW, LKW und Fußgängern auf den Schiffen eingestellt.
Tja, eine Folge der – auch in Italien vollzogene – Trennung zwischen Netz und Betrieb. Wie Du richtig bemerkt hast, gehören das Trajektschiff NT (Nave Traghetto) Villa der RFI, also dem Netz, genauso wie die weiteren Eisenbahnfähren NT Messina und NT Logudoro (ehemaliges Trajektschiff für den Sardinienverkehr). Seit der Trennung dürfen die RFI-Fähren nur noch Eisenbahnwagen transportieren, für den Personen- und Straßenverkehr wurde das FS-Tocherunternehmen Bluferries gegründet, dass die RoRo-Fähren übernahm.

Da wiehert der Amtsschimmel...

E 44 051 schrieb:
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Am Oberdeck der Fähre mache ich eine Fata Morgana aus, obwohl es weit und breit keine Wüste gibt ;-)
Zu dem Schiff habe ich ein besonderes Verhältnis, weil ich mich vor guten 20 Jahren für 4 Stunden auf dessen Brücke befand und wir einige Fahrmanöver auf dem Stretto (Straße von Messina) unternahmen. Ein Schulfreund meines Vaters war, bis zu seiner Pensionierung, Schiffsingenieur, zuletzt auf der Fata Morgana. Sie kam gerade aus einer Werftüberholung und die Crew prüfte die Fahreigenschaften (die Dinger können in alle Richtungen fahren). War schon ein besonderes Erlebnis, alleine auf einem solch großen Schiff, nur mit der Besatzung.

Besonderen Dank für diesen besonders persönlichen Einwurf. Aus meiner Zeit bei der (Volks-)Marine kenne ich Werftprobefahrten auch gut. Das ist schon etwas Spezielles.

E 44 051 schrieb:
„Centrale“ sei deshalb hier besonders betont, da es auch noch einen Bahnhof Messina „Marittima“ gibt, der betrieblich ein eigenständiger Bahnhof ist. Die Anlagen des Bahnhofs einschließlich Bahnsteig sind baulich verbunden. „Marittima“ ist der Fährbahnhof, damit Ausgangspunkt des Eisenbahntrajektes und wurde 2012 für den Personenverkehr geschlossen.
Das gesamte Bahnhofsensemble stammt aus der Faschistenzeit, das Schrägste hast Du nicht gesehen, da es der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. Früher waren am Marittima-Bahnhof die Landungsbrücken für die Personenbeförderung. Diese mündeten im Mosaiksaal, dort erwartete bereits huldvoll der Duce sein Volk. Die Landungsbrücken wurden bereits geschliffen, der Mosaiksaal ist nicht mehr zugänglich.

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Danke, spannender Aspekt. Ein interessanter "Lost Place".

E 44 051 schrieb:
Der Kern der Altstadt befindet sich auf der Insel Ortygia, die vom Festland und der Neustadt aus über zwei Brücken erreicht werden kann. Weil dort ein Großteil der historischen Bauten und Sehenswürdigkeiten zu finden ist, starten wir in diese Richtung.
In Siracusa war ich ewig nicht mehr (abgesehen vom Bahnhof), habe es aber wunderschön in Erinnerung, wie mir Deine Bilder bestätigen. An diesem Platz bin ich 1999 zu den Dreharbeiten des Films „Der Zauber von Malèna“ in einer Drehpause hineingeplatzt. Da der Film in den 1930er-Jahre spielte, war der Piazza Duomo eine einzige Freilichtkulisse, bevölkert mit Komparsen in zeitgenössischen Kostümen und alten Autos.

Klasse! Hast Du das auch bildlich festgehalten?

Soviel von mir, ich freue mich auf die nächsten Teile.

Gerne und freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]

Neapel?

geschrieben von: Michael Ulbricht

Datum: 04.03.21 12:29

PatrickBln schrieb:
Oh, immerhin fährt sie wieder. Das sah vor guten 2 Jahren noch ganz anders aus und ich befürchtete bereits, das war's. Und scheinbar wurden die Sirii ordentlich aufgearbetet, auch wenn die gezeigte Büchse bereits wieder leichte Kampfspuren aufweist.

ups, das war auch mein Stand - seit wann fahren die wieder?

Danke für den schönen Bericht!

Grüße, -mu

Neapel!

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 04.03.21 13:18

Hallo Michael.

Michael Ulbricht schrieb:
ups, das war auch mein Stand - seit wann fahren die wieder?
[it.wikipedia.org] schreibt: Dal 31 gennaio 2020 fu riattivata la linea 1 sul percorso Emiciclo di Poggioreale - Stazione Marittima (via Cristoforo Colombo). Dal 4 gennaio 2021 sono state riattivate anche le linee 2 (Piazza Nazionale-S.Giovanni a Teduccio) e 4 (S.Giovanni a Teduccio-Stazione Marittima (via Cristoforo Colombo).

Viele Grüße
Sören