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Liebe Freunde des entspannten und genießenden Reisens,

willkommen im zweiten Teil unserer Reise nach Sizilien. Vielen Dank für Eure zahlreichen wertvollen Rückmeldungen zu Teil 1.

Wer den ersten Teil verpasst hat, kommt hier dahin zurück: [www.drehscheibe-online.de]

Dienstag, 01.09.2020 Terni – Foggia

Fahrplan


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Karte

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Die heutige Tagesetappe spielt sich überwiegend im Gebirge ab, gefolgt von einer schnellen Überführung an der Adriaküste entlang nach Foggia. Am linken Kartenrand ist Rom zu erkennen, woran wir uns heute gekonnt vorbei mogeln.

Obwohl wir recht spät starten sind wir schon eine Stunde vorher am Bahnhof, der bei unserer Ankunft am Vorabend einen interessanten Eindruck machte. Terni ist schließlich recht industriell geprägt, inklusive Stahlindustrie.

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Bild 49
Das Empfangsgebäude von Terni von der Straßenseite

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Bild 50
Drehen wir uns hier nach rechts, erinnert eine gigantische 12.000 Tonnen-Presse an die Bedeutung der Stadt als das „Italienische Manchester“

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Bild 51
Diese künstlerisch gestaltete Fußgängerbrücke führt über das gesamte Bahnhofsareal

Von dieser kann man das Bahngeschehen sehr gut überblicken, wegen der engmaschigen Gitter jedoch nur schlecht fotografieren.

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Bild 52
Blick von der Brücke über die umfangreichen Gleisanlagen mit ebenso umfangreichem Güterverkehr

Der Gebirgszug des abbruzzischen Apennin im Hintergrund wird von der Nebenstrecke Terni – Sulmona erklommen, die wir gleich bereisen werden.

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Bild 53
Aus den Ne 120-Kriegslokomotiven der 40er Jahre ist in den 60er Jahren die Baureihe D143 als schwere dieselelektrische Rangierlok der FS hervorgegangen

Diese Baureihe versah bis weit in die 2000er ihren Dienst und kam sogar im Personenverkehr zum Einsatz. In Terni abgestellt und eingesperrt, aber in gutem Zustand sehen wir 143 3001, die auch hier im Rangierdienst eingesetzt war. Ihre mit ihr gekuppelte Schwesterlok bleibt leider unerkannt.

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Bild 54
776 057 wird uns nach L’Aquila bringen

Leider gehören graffitiversiffte Fahrzeuge in Italien zum Alltag, immerhin kann man bei diesem Triebwagen wenigstens unterwegs die Fenster öffnen.

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Bild 55
Bevor es los geht können wir aber noch Rangiertätigkeiten am Hausbahnsteig beobachten

Hier ist Vectron 191 016 von DB Cargo dabei, ihren gebrachten Schrottzug zu zerlegen.

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Bild 56
In Contigliano haben wir einen Kreuzungshalt, 776 064 bildet den Gegenzug

Am Bahnhofsgebäude entdecken wir eine Gedenktafel, die an den schweren Unfall vom Oktober 1936 erinnert, bei dem es zu einem Frontalzusammenstoß einer Littorina mit einem Post-Triebwagen zwischen Contigliano und Rieti kam. Mindestens 15 Menschen kamen dabei ums Leben und alle anderen beteiligten etwa 70 Personen wurden verletzt.

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Bild 57
Mit einer Doppeltraktion aus 776 024 und 776 021 kreuzen wir in Cittaducale

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Bild 58
Kurz nach der Abfahrt dort genießen wir wieder die schöne Gebirgslandschaft am offenen Fenster

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Bild 59
Schon eine Viertelstunde nach der letzten Kreuzung begegnen wir in Antrodoco-Borgo Velino mit 776 058 dem nächsten Vertreter unserer Baureihe

Er ist hier abgestellt und harrt wohl auf die nächste Leistung. Diese aufgeklebten Fahrzeugnummern waren hier übrigens recht weit verbreitet, oft direkt über ein Graffito.

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Bild 60
Wir blicken noch einmal zurück auf Antrodoco in traumhafter Umgebung

Diese Stelle ist ein guter Anker, einmal auf die vielen beeindruckenden Streckenverläufe in den Abruzzen zu schauen. Hier mal beispielhaft ein Blick auf die Strecke bei Antrodoco (473m) beim Aufstieg zum Sella di Corno (989m), wo die Steigung bis zu 35 Promille beträgt.

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Der Pfeil markiert den Blick des letzten Bildes. Solche Momente werden wir noch mehrmals erleben.

Deshalb sind wir gern mit vielen Regionales langsam gen Süden gereist. Natürlich muss man auch zwischendurch mal etwas Gas geben (da spielt die verfügbare Zeit eine Rolle), aber gerade diese entschleunigten Abschnitte sind das Salz in der Suppe, wenn man eine Reise richtig genießen möchte.

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Bild 61
Schon wenige Minuten später und etliche Meter höher ein weiterer grandioser Ausblick

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Bild 62
Im Bahnhof Sassa-Tornimparte sind wir schon wieder auf 664m abgestiegen

Unser Blick geht hier zurück auf das Gebirge, dessen Gipfel oft über 2000m hoch sind. Obwohl wir bis Sulmona noch bis auf 348m absteigen müssen, ist der Streckenverlauf jetzt nicht mehr so dramatisch.

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Bild 63
Überpünktlich sind wir in L’Aquila eingetroffen

Diese Stadt kam am 06.04.2009 leider in die Schlagzeilen, weil sie durch ein schweres Erdbeben betroffen war, welches große Teile der Stadt zerstörte. Wir waren nur gut 20 Minuten dort, konnten uns also kein umfassendes Bild machen. Aber rege Bautätigkeit konnten wir schon beobachten. Allerdings scheint es beim Wiederaufbau wohl auch viel Korruption und mafiöse Aktivitäten gegeben zu haben.

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Bild 64
Bei der Einfahrt hat Thomas die rege Bautätigkeit festgehalten

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Bild 65
Beim Blick auf unseren Triebwagen am Hausbahnsteig Gleis 1 steht links auf Gleis 4 schon unser Anschlusszug nach Sulmona bereit

Er ist aus dem ATR 220 128/228/328 gebildet.

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Bild 66
Schon sind wir am Gleis 4, 776 057 auf Gleis 1 wird in wenigen Augenblicken wieder gen Terni entschwinden

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Bild 67
Auf der Fahrt nach Sulmona geht es mit großartigen Ausblicken weiter, leider aber nicht mit öffnungsfähigen Fenstern

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Bild 68
Wenige Minuten später ein Halt in Molina-Castelvecchio Subequo, wo wir mit einem anderen ATR 220 kreuzen

Der ist hier zwar nicht zu sehen, aber dieses Bild mit dem hübschen Ensemble aus Wasserturm, Empfangsgebäude, unserem Zug und der schönen Umgebung hat mir bei der Bildauswahl am besten gefallen.

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Bild 69
Hinter Raiano entdecken wir hoch am Hang für ein paar Kilometer bereits den Verlauf der ebenfalls eingleisigen, aber elektrifizierten Strecke von Roma

Die Strecke liegt noch etwa 300m höher als unsere und muss bis Sulmona, dann wieder außerhalb unserer Sichtweite, in zahlreichen Tunneln und Schleifen etwa 400m Höhe verlieren, bis die beiden Strecken nach ca. 20 km zusammenlaufen. Diese Gebirgsbahn müssen wir uns unbedingt einmal für eine nächste Tour vormerken.

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Bild 70
Wir sind in Sulmona eingetroffen

Regionale 3204 hat einen interessanten Zuglauf und fährt über Pescara hinaus nach Guilianova und mit Kopfmachen auf die Nebenbahn nach Teramo. Wir werden den ALe 501 072 bis Pescara benutzen.

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Bild 71
Unterwegsblick auf das Städtchen Populi

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Bild 72
Auf der Fahrt nach Pescara kommen wir am malerisch gelegenen Castiglione a Casauria vorbei

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Bild 73
Der 1987 fertig gestellte neue Bahnhof Pescara C.le von außen

Die Spiegelung der historischen Altstadt in der Glasfassade macht sich richtig gut. Aufgenommen übrigens vom Gelände des ehemaligen Hauptbahnhofs, auf dem sich jetzt ein riesiger Parkplatz und der Busbahnhof befindet.

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Bild 74
Immerhin wurden ein paar Relikte des alten Bahnhofs stehen gelassen

Die 740 351 und der Wasserkran daneben wurden wohl so dahin drapiert. Ihren sicher originalen Standort haben aber die beiden Wasserreservoirs und der Teil des alten Empfangsgebäudes hinter der Lok behalten. Dass von diesem nur ein Teil stehen blieb (wohl der nördliche Teil) zeigt das Untergeschoss des Gebäudes, wo sich wohl ein flacherer Mittelteil und ein ähnlich ausgebildeter Südteil anschloss. Wenn ich mich richtig erinnere, waren auf dem Platz auch noch zahlreiche Gleisreste erkennbar, die durch die Asphaltierung im Lauf der Zeit durchgebrochen waren.

Dann ging es flott an der Adriaküste entlang. Die Strecke ist über weite Abschnitte neu trassiert, auch viele Tunnel sind gegraben worden. Trotzdem kann man häufig die Fahrt an der Küste entlang genießen.

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Bild 75
Ein Blick auf das Meer bei Termoli

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Bild 76
Unser Silberpfeil ist in Foggia eingefahren

Dann kommt die große Überraschung: Was macht denn hier eine tschechoslowakische Taucherbrille?

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Bild 77
Während E 402 452 mit ihrem IC einfährt, steht auf einem Abstellgleis daneben D 752 503 der Ferrovia Sangritana, die ihre Herkunft nicht verleugnen kann

Mit derart (fast) heimischen Genüssen hätte ich hier im südlichen Italien nun gar nicht gerechnet. Die Recherche ergab, dass dort acht Brillen im Einsatz sind [de.wikipedia.org]

Sollten wir noch einmal in diese Gefilde kommen, werde ich mich über deren Einsatzgebiet schlau machen, um ihnen vielleicht mal aufzulauern.

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Bild 78
Und weil es so schön ist, noch ein Tele-Schuss

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Bild 79
Auf der Stadterkundung (und notwendigen Kalorienzufuhr) kommen wir an der abendlichen Piazza Camillo Benso conte di Cavour vorbei

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Bild 80
Nur gut 100 Meter entfernt die Piazza Umberto Giordano mit der Chiesa di Gesù e Maria (Jesus und Maria-Kirche)

Immer wieder bin ich fasziniert, welche Rolle solche Plätze besonders in Südeuropa im Leben der Menschen spielen. Sie sitzen nicht in einem Restaurant an einem schönen Platz, sondern genießen den schönen Platz einfach so. Deshalb spielt hier für mich die Kirche nicht die Hauptrolle, sondern die vielen Menschen, die einfach entspannt unterwegs sind. Spontan fällt mir da mein Aufenthalt 2018 in Merida (Spanien) ein, wo abends um Elf um einen Springbrunnen herum quirliges Leben herrschte (siehe Teil 7 meines damaligen Reiseberichtes).

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Bild 81
Auf dem Heimweg drückt Thomas kurz vor Elf am Bahnhof noch einmal auf den Auslöser

Mittwoch, 02.09.2020 Foggia – Napoli

Fahrplan

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Karte

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Unsere heutige Etappe ist recht kurz. Das hat aber seinen guten Grund, denn wir wollen uns in Neapel ein wenig Zeit gönnen, um uns dort etwas umzuschauen. Thomas wird dabei besonders wachsam sein, denn er wurde hier auf einer früheren Tour schwer bestohlen.

Trotz der kurzen Reise geht es immerhin wieder einmal quer über die Apeninnen, von der Provinz Apulien über Basilicata auf die andere Seite des Gebirges in die Provinz Campagna.

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Bild 82
In Foggia macht Thomas am Morgen ein Bild des Stadler ETR 330 102, der mit unserer Fahrt aber nichts zu tun haben wird

Trotzdem ist es eine Gelegenheit für eine schnelle Recherche:
Foggia ist der Mittelpunkt des Streckensterns der Ferrovie del Gargano (FG), die die Strecke nach Peschici-Calenella auf die Halbinsel Gargano und seit 2009 auch die Strecke von Foggia nach Lucera betreibt. Außerdem fährt sie im Auftrag der FS nach Manfredonia. Das Depot ist in San Severo. Das hört sich doch nach einem Tag Programm beim nächsten Mal an!

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Bild 83
ALn 668 3314 wird uns nach Potenza bringen

Bei der Ausfahrt kommen wir noch einmal am Abstellgleis der Ferrovia Sangritana vorbei.
Dieses mal steht dort D 752 506, zusammen mit einer unerkannten Schwester. Von der Lackierung her könnte es wieder D 752 503 sein.

Auch auf dieser Fahrt nach Potenza gibt es wieder spannende Streckenabschnitte mit besonderen Ausblicken.

Einer dieser Momente ist rund um den Bahnhof Rocchetta S. Antonio-Lacedonia, mit reizvoller hügeliger Landschaft am Fuß des Gebirgsaufstiegs und der besonderen Streckenführung von drei sich verzweigenden Strecken, die in unterschiedlichen Höhenlagen parallel zueinander laufen. Dazu nochmal ein Kartenausschnitt:

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Bild 84
Blick auf den Bahnhof vom Einfahrsignal, welches recht weit draußen steht

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Bild 85
Auf den aufwändigen Gleisanlagen ist zahlreiches Baugerümpel verteilt

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Bild 86
Fünf Minuten später haben wir die fast 180°-Kurve durchfahren und schon wieder einiges an Höhe gewonnen

Im Hintergrund ist noch einmal der Bahnhof zu sehen, davor die Strecke nach Spinazzola.

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Bild 87
In der Anfahrt auf Melfi kommt die dortige Burg in den Blick, die ihre Wurzeln im 12. Jahrhundert hat, und die Lust auf Erkundung macht

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Bild 88
Zurück zur Eisenbahn: In Melfi kreuzen wir mit ALn 668 3187

Der Teleblick von Thomas belegt, dass es immer noch bergig zugeht.

Dann folgt ein weiterer faszinierender Abschnitt. Auf der Fahrt nach Forenza führt die Strecke längs eines Bergsattels, wo links und rechts der Strecke weite Blicke ins Land geboten werden.

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Bild 89
...

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Bild 90
...

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Bild 91
Castel Lagopesole

Im dortigen Bahnhof kreuzen wir noch mit ALn 668 3169.

Dann wird es noch einmal spannend, denn von Avigliano Lucania bis kurz vor Potenza befahren wir für ca. 10 km normalspurig ein Dreischienengleis. Hier teilen sich Trenitalia und die schmalspurige (950mm) Ferrovie Appulo Lucane (FAL) die Trasse.

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Bild 92
Bei der Einfahrt in den Normalspurteil von Avigliano Lucania ist links der Schmalspurteil zu sehen

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Bild 93
Am Bahnhofsende nähern wir uns der Einfädelung der Schmalspurstrecke

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Bild 94
Unterwegs gibt es noch den Bahnhof P.M. Tiera

An diesem haben wir zwar keinen Halt, aber er hat die Besonderheit, dass er zwei Ausweichgleise hat: Eines für die Normalspur und eines für die Schmalspur, das durchgehende Hauptgleis ist dreischienig. Dort mal eine Kreuzung auf verschiedenen Spurweiten zu erleben, wäre sicher ein Highlight. Alle drei Gleise besetzt käme wohl einem Sechser im Lotto gleich.

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Bild 95
Kurz vor Potenza Superiore trennen sich die Spurweiten wieder

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Bild 96
Bei der Ausfahrt werfen wir nochmal einen Blick zurück auf den Normalspurbahnhof Potenza Superiore und den hier links daneben liegenden Schmalspurbahnhof Potenza S. Maria

Die Schmalspurbahn wird von hier aus auf spannender Trassierung durch die Stadt geführt, so zumindest lässt es das Kartenstudium vermuten. Das bedarf unbedingt mal einer genaueren Begutachtung zu gegebener Zeit!

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Bild 97
Wir sind auf dem Abstieg nach Potenza C.le

Unten in der “Ebene“ kommt die Strecke aus Metaponto herein, wir müssen uns noch am Hang entlang nach unten schlängeln.

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Bild 98
ALn 668 3314 ist mit uns an Bord am Kopfbahnsteig von Potenza C.le eingetroffen

Die gute Stunde Zeit, die wir jetzt haben, nutzen wir in doppelter Hinsicht. Zum einen genießen wir auf dem Freisitz der Bahnhofswirtschaft ein erfrischendes Kaltgetränk. Zum anderen besuchen wir abwechselnd den direkt gegenüber liegenden Bahnhof Potenza Inferiore der Schmalspurstrecke. Thomas ist zuerst dran.

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Bild 99
Zug 22433 der FAL kommt aus Avigliano Citta eingefahren

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Bild 100
Triebwagen SB9 fährt die Leistung, die nach Potenza Inferiore Scalo weiter fährt

Links ist auch der Bahnhof Centrale zu sehen. In Inferiore Scalo findet offenbar eine überschlagene Wende statt.

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Bild 101
Denn als ich wenige Minuten später den Gegenzug 22434 ablichte, wird dieser von SB10 gefahren

Nebenbei fährt die FAL (laut Fahrplanaushang) auch von Potenza nach Bari, allerdings bis Genzano im SEV (90 Minuten). Von dort geht es dann auf der Schiene über Taccone, Irsina und Gravina nach Bari C.le (etwa 3 Stunden, 4 Zugpaare). Das wäre sicher auch mal eine interessante Tour.

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Bild 102
Rechtzeitig sind wir auf dem Bahnsteig für unseren Regionale nach Napoli

Hinten ist noch unser ALn 668 3314 am Kopfbahnsteig zu sehen, rechts steht unter anderem ALn 668 3149.

Dann beginnt TI mit dem Countdown für unseren Zug, indem schrittweise die Verspätungsanzeige erhöht wird ;-) Mit +20 fährt er dann ein.

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Bild 103
Natürlich soll es auch noch ein schönes Bild von der „Gegend“ geben, hier ein Blick auf Picerno

Selbstverständlich gab es auch hier noch mehr tolle Ausblicke, aber leider muss ich sehr vieles weglassen. Immerhin können wir auf einen Bilderfundus von über 3000 Bildern von Thomas und mir zurück greifen, da müssen etwa 90 Prozent auf der Strecke bleiben :-(

Ab Salerno geht es dann über die Schnellfahrstrecke, ab dem Abzweig nach Napoli bei Volla (der auch noch schnell trassiert ist) geht es aber nur noch schleppend voran. Die angegebenen 30 Minuten sind deshalb nur ein Mindestwert unserer Verspätung, den genauen Wert weiß ich nicht mehr.

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Bild 104
Der Abzweig nach Napoli ist schon passiert, wir trödeln in die Stadt hinein und haben einen schönen Blick auf den Vesuv
Mit mindestens 30 Minuten Verspätung erreichen wir Napoli Centrale.

An dieser Stelle ist deshalb wohl ein Schnitt sinnvoll, damit der Beitrag nicht überbordet.

In Teil 3 werden wir uns noch intensiv in Napoli umschauen, und unsere Zielinsel Sizilien erreichen. Auch erste Eindrücke von dort wird es geben.

Wie immer freuen wir uns auf Eure Anmerkungen, Ergänzungen und Kommentare.

Wer Teil 1 verpasst hat, kommt hier nochmal dahin zurück: [www.drehscheibe-online.de]

Hier geht es weiter zum dritten Teil: [www.drehscheibe-online.de]

Danke für Eure Aufmerksamkeit und freundliche Grüße aus Leipzig (und Aschaffenburg) von
Ralf (und Thomas)


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 20:13.
Hallo,
danke, wieder sehr schön.
Interessant ist auch, das einige Schmalspurbahnen Italiens kooperieren und gemeinsam neue Fahrzeuge kaufen.
Hier ein Bild von Oktober 2020 von Alghero auf Sardinien, gleicher Fahrzeugtyp
https://abload.de/img/sardegna6328pgjdk.jpg

Tanti auguri
rhein-ruhr
Moin,

mille grazie!


rhein-ruhr schrieb:
Interessant ist auch, das einige Schmalspurbahnen Italiens kooperieren und gemeinsam neue Fahrzeuge kaufen.
War das wirklich eine Sammelbestellung oder hat Stadler da nur einen für den Erstkunden entwickelten Zug wieder angeboten? Soweit ich das auf [it.wikipedia.org] und [it.wikipedia.org] sehe, waren FAL und ARST unterschiedliche Bestellungen. Erstkunde waren wohl die FdC, wie [it.wikipedia.org] behauptet.

Viele Grüße
Sören

Hallo und vielen Dank für den Bericht,

zum Einsatz der D752 von Sangritana um Foggia:

Das Haupteinsatzgebiet sind ARS Altmann Autozüge zwischen San Nicola di Melfi (Fiat Werk) und Foggia. In Foggia übernimmt CFI die Züge mit E-Traktion nach Corbas (F) und Carimate.

Sangritana hat allerdings sechs G1700 bekommen und ist aktuell bereits dabei die Verkehre umzustellen.

Beste Grüße
Ich habe mal spaßeshalber geschaut, wie das Verkehrsangebot auf den von euch befahrenen Strecken aussieht. Das ist keine wissenschaftlich präzise Untersuchung, sondern nur ein Schnappschuss per Verbindungssuche.
Terni - L´Aquila: 11 Züge/Tag (zwischen 6:00 und 19:00)
L´Aquila - Sulmona: 12 Züge/Tag (zwischen 6:00 und 20:00)
Sulmona - Pescara: 18 Züge/Tag (zwischen 5:30 und 21:30)
Pescara - Foggia: 11 Verbindungen/Tag (zwischen 5:00 und 20:00), davon 8 umsteigefrei (den ICN habe ich ignoriert)

Taktverkehr gibt es zwar nicht, der Fahrplan ist erkennbar nachfrageorientiert, aber das wirkt so, als würde man den Zugverkehr durchaus ernst meinen und nicht nur einige Alibizüge anbieten. Wie voll waren denn die Züge?
Hallo liebe Italienfahrer,
bin am 8.2.2017 auch die Strecke von Foggia nach Potenza gefahren. Durch Euren fachkundigen Bericht habe ich nun viel mehr Interessantes von dieser schönen "romantischen" Strecke erfahren. Vom Bf Pietragalla habe ich damals spontan ein Foto gemacht. Schöne Erinnerungen. Freue mich auf Euren weiteren Bericht.
Beste Grüße
Pietragalla.JPG
Hallo,

also ich will ja nicht meckern, aber eine Bemerkung zu Bild 76 muss dann schon sein. Wie es scheint, hat es sich bei eurem Silberpfeil um einen jener in den Niederlanden so glücklosen V250 von Ansaldobreda gehandelt, von denen Trenitalia 17 Einheiten übernommen hat und als ETR 700 einsetzt. Mit sowas fährt man ja nicht alle Tage, schade dass ihr dazu nichts schreibt.

Sonst natürlich ein schöner Bericht über Gegenden, die ich grösstenteils auch schon auf der Schiene erkundet habe. Aber das ist ja dann immer besonders interessant. :-)


Viele Grüsse aus Basel,

Ralph.

L'Aquila

geschrieben von: Südende

Datum: 17.02.21 15:45

Als ich 2017 beruflich in L'Aquila war, haben mich die Einheimischen mit großen Augen angeschaut, als ich erzählte, dass ich mit dem Zug nach Sulmona weiterfahren wollte. Wenn nicht mit der eigenen macchina, fährt man dort (und nicht nur dort) meist mit dem Überlandbus. Der ist nicht nur oft schneller, sondern hat auch die besser gelegenen Haltestellen (in Sulmona ist der Bahnhof fast eine halbe Stunde zu Fuß vom Zentrum entfernt, wenn man den Shuttlebus verpasst hat). Der Mittagszug von L'Aquila nach Sulmona war mittelmäßig besetzt, hauptsächlich Schüler, die dann nach und nach unterwegs ausgestiegen sind. In Sulmona sind nach meiner Erinnerung allenfalls ein Dutzend Fahrgäste noch ausgestiegen.

IMG_2881.JPG

So sah es 2017 im Zentrum von L'Aquila aus, in einem der schon eher gut wiederhergestellten Bereiche. Unsere Gastgeber haben uns auch ganz bewusst ins zerstörte Zentrum geführt, um uns zu zeigen, was aus den Versprechungen der Regierung Berlusconi nach dem Erdbeben geworden war (wie weit man heute ist, weiß ich leider nicht) - es hat Jahre gedauert, bis überhaupt nennenswerte Tätigkeit in Gang kam. Wenn man durch die Straßen geht, dann sah man die Fassaden verhängt mit Planen, auf denen die alten und vielleicht auch künftigen Ansichten aufgemalt waren. Außer Bauarbeitern und Lkws waren praktisch keine Menschen zu sehen, weder tagsüber noch am Abend. Seither weiß ich, was eine Geisterstadt ist.

IMG_2878.JPG

Man müsste mal wieder hinfahren, um zu sehen, was aus der Stadt geworden ist, wenn es denn derzeit so leicht ginge.

Südende
Ciao, auch für den zweiten Teil ein herzliches Dankeschön und ein großes Lob. Der Bericht setzt sich in ausgezeichneter Weise fort. Ich erfahre Dank deines/eures Berichtes so viel über die italienische Eisenbahn. Die gelungene Mischung zwischen tollen Bildern und mit ordentlicher Sprache verfasstem Text beeindruckt mich sehr. Man erfährt etwas über die Landschaft und genauso über die Bahnanlagen und Züge. Dieses Mal besonders interessant fand ich die Beschreibung der Schmalspurbahn und deren Einfädelung auf die Normalspur. Das kenne ich aus CZ (Jindřichův Hradec). Und natürlich freue ich mich als als Tschechienfan besonders über die Taucherbrille in Italien.
Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Teil.
Mille grazie!

Es leben alle Völker, die sehnend warten auf den Tag, dass unter dieser Sonne die Welt dem alten Streit entsag! Frei sei dann jedermann,
nicht Feind, nur Nachbar mehr fortan!

(Text aus der slowenischen Hymne)
E 44 051 schrieb:
Nebenbei fährt die FAL (laut Fahrplanaushang) auch von Potenza nach Bari, allerdings bis Genzano im SEV (90 Minuten). Von dort geht es dann auf der Schiene über Taccone, Irsina und Gravina nach Bari C.le (etwa 3 Stunden, 4 Zugpaare). Das wäre sicher auch mal eine interessante Tour.
Zwischen Genzano und Gravina gibt es auch keinen Bahnverkehr, sondern SEV, seit kurzem aber wieder zwischen S. Nicola und Genzano (zwischen Avigliano Lucania und S. Nicola ist die Strecke unterbrochen), von Potenza nach S. Nicola gibt es SEV. Bei einer Fahrt von Potenza nach Bari muss man also in S. Nicola, Genzano und Gravina umsteigen.

Die FAL-Züge sind bis auf die Stadtbahnen in Potenza und Bari reine Alibi-Verkehre, trotzdem wurden die Strecken in der letzten Jahren mit EU-Geldern grosszügig ausgebaut (teilweise auf Doppelspur). Es gilt Gelder in die Konten der Baufirmen zu überführen und nebenbei die Eisenbahner zu beschäftigen. Das daraus ein wenig Eisenbahnverkehr (und viel mehr Busverkehr) entsteht ist nur ein Nebenprodukt.

Gruss, Thomas.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 22:01.

Sammelantwort

geschrieben von: E 44 051

Datum: 18.02.21 23:09

Hallo in die Runde,

vielen Dank für die große Resonanz auf diesen Teil des Reiseberichts, die uns sehr freut.

@Rhein.ruhr und @Sören:
Interessanter Aspekt zur Beschaffungspolitik der Privatbahnen, der aber wohl noch unklar ist. Auf jeden Fall tauchen die Fahrzeuge später im Reisebericht bei der FdC noch einmal auf.

@hatzki:
Wenn dem so ist, wie Du schreibst, werden die Taucherbrillen dort wohl bald arbeitslos, schade...

@l0wside:
Auf dem von Dir untersuchten Tagesabschnitt haben wir keine volle Belegung der Züge erlebt, aber die Züge waren auch nicht als Geisterzüge unterwegs. Bedingt durch die Pandemie kann ich hier aber auch keine Aussage zur normalen Auslastung der Züge treffen. Wir haben aber im Gesamtverlauf der Reise mehrfach erlebt, dass das Zugpersonal regulierend eingreifen musste, um die 50%-Regel (der Besetzung) einzuhalten. An diesem Tag allerdings nicht.

@Berging:
Danke für Deine Erinnerungen.

@Ralph:
Zitat:
"also ich will ja nicht meckern, aber eine Bemerkung zu Bild 76 muss dann schon sein. Wie es scheint, hat es sich bei eurem Silberpfeil um einen jener in den Niederlanden so glücklosen V250 von Ansaldobreda gehandelt, von denen Trenitalia 17 Einheiten übernommen hat und als ETR 700 einsetzt. Mit sowas fährt man ja nicht alle Tage, schade dass ihr dazu nichts schreibt."

Danke an Dich, dass wir nun wissen, dass wir mit einer (wirtschaftspolitischen) Spezialität unterwegs waren. Der Triebzug hat übrigens auch nicht herum gezickt ;-)

@Südende:
Dein Beitrag ist besonders interessant, ob des Einblickes in die schwer vom Erdbeben betroffene Stadt L'Aquila und Deinen Ausführungen dazu. Wir hatten leider keine Zeit für nähere Erkundungen.

@EBA55413:
Vielen Dank für Dein Lob. Eine gute Sprache und eine gute Mischung aus Eisenbahn und Reiseerlebnis sind unser klarer Anspruch, ebenso möglichst umfassende Recherchen zum Thema, die natürlich niemals abschließend sein können. Selbstverständlich sind wir auch Tschechien-Fans ;-) Demnächst kommt nach diesem Reisebericht ja auch noch die Juli/August-Tour 2020 eben dort hin. Und ich warte schon sehnsüchtig auf die Öffnung, die aber wohl noch etwas dauern wird...

@tkautzor:
Danke für Deine Informationen zur FAL. Aber, wenn es soweit ist, muss man eh schauen, was gerade wieder geht. Vielleicht ergeben die verbratenen Fördermittel ja irgendwann einen halbwegs vernünftigen Verkehr... Für den Eisenbahnfreund reicht dann auch schonmal das Alibi-Zugpaar (siehe die spanische FEVE in meinen Reiseberichten).

So, am morgigen Freitag Abend gegen 20 Uhr gibt es hier Teil 3!

Bis dahin freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]