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Wie drüben im Bahnforum von Skyscrapercity vom Nutzer Apollon bekannt gegeben (runterscrollen zu Post 1095; die exzessive Verwendung von Nationalflaggen und extraterritorialen Gebietsansprüchen sei ihm mal angesichts der hilfreichen Information ausnahmsweise verziehen), hat das serbische Verkehrsministerium nun die Ausschreibung von 3 Fahrzeugen für den IC-Verkehr auf der bald fertigen ABS Beograd - Novi Sad und später wohl auch nach Subotica verkündet. Auffällige Anforderungen sind: Vmax 200 kmh, Länge 100 m, Sitzzahl 300. Stichtag für Angebote ist 15. März, das erste Fahrzeug muss zum 31. Okt., die anderen beiden zum 31. Dez. d.J. erfolgen. Das sind natürlich extrem knappe Lieferzeiten, vor allem wenn man bedenkt, dass eine gerichtsfeste Zuschlagerteilung wohl kaum vor Mai erfolgen könnte.
Bei der Frage, auf welches Modell diese Ausschreibung wohl hinausläuft, gibt es unterschiedliche Meinungen. Manche verweisen darauf, dass noch im Januar eine Absichtserklärung mit chinesischen Vertretern unterschrieben wurde und China bekanntlich gerne Infrastruktur als Paket samt Bauausführung, Finanzierung und Fahrzeugbeschaffung verkauft. Andererseits beteuerten serbische Regierungsvertreter damals, dass man sich nicht einseitig festlegen wollte. Andere Foristen schließen aus der Ausschreibung, dass man sich eigentlich auf Stadler KISS Hoffnungen macht. Mit Flirt und KISS hätten die Serbischen Eisenbahnen dann unter den modernen e-betriebenen Triebzügen eine einheitliche Stadler-Flotte.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
"Bald fertige Strecke" sei laut anderen Meinungen auch eine waghalsige Aussage. Und auch 300 Sitzplätze pro Zug scheinen überschätzt zu sein... das alles scheint so eine unüberlegte Sache zu sein, wie bosnischen Talgos und slowenischen Pendolinos...
Ich bin schwer im Zweifel, ob es sinnvoll ist, nur drei Fahrzeuge zu kaufen. Bei drei Fahrzeugen braucht man ein extrem ausgeklügeltes, vorausschauendes Wartungskonzept (ähnlich der Westbahn in ihrer Anfangszeit oder analog zum Talgo), wenn man nicht dauerhaft je einen Triebwagen als Reserve abstellen möchte oder im Falle eines Defekts mit langsameren Ersatzfahrzeugen fahren muss - wie z.B. in Slowenien, wenn ein Pendolino (Stückzahl 3) kaputt ist. Was aus den ukrainischen Skoda-Doppelstockzügen (Stückzahl 2) wurde, ist mir auch nicht klar.

Gibt es denn Eisenbahnen, die in der letzten Zeit so kleine Splittergattungen beschafft haben (also abseits irgendwelcher Bergbahnen) und damit erfolgreich waren?
no-night schrieb:
Und auch 300 Sitzplätze pro Zug scheinen überschätzt zu sein...
Naja, 300 Plätze ist eh nicht viel - wenn man sich das auf einer irgendwann vielleicht dich fertigen schnellen Strecke BG - NS nicht zutraut, dann könnte man es auch gleich bleiben lassen und mit Bussen fahren.
Frage ist aber, warum es Doppelstockzüge sein müssen.

Eine Splittergattung mit 3 Zügen macht natürlich keinen Sinn, für Beograd - Novi Sad - Subotica wäre das auch zu wenig Fahrzeuge. Aber man hat es offenbar sehr eilig, vielleicht ist der Gedanke, dass man jetzt mit 3 Fahrzeugen mal einen brauchbaren Verkehr BG - NS aufziehen will (2 Planumlauftage würden einen Stundentakt ermöglichen) und dann in ein paar Jahren, wenn die Strecke bis Subotica fertig ist, dann nochmal weitere Fahrzeuge kauft.
Normalerweise würde man das aber mit einem Rahmenvertrag lösen, wo man halt vorerst nur einen kleinen Abruf macht.

Und die Frage nach international einsetzbaren Fahrzeugen ist nach wie vor offen. Wobei KISS zumindest in Ungarn zulassbar sein sollten, nach Wien werden sie halt mit 25 kV nicht kommen...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.21 16:36.
railjet schrieb:
Was aus den ukrainischen Skoda-Doppelstockzügen (Stückzahl 2) wurde, ist mir auch nicht klar.
Hallo,

hier findest Du aktuelle Informationen zu den ukrainischen "Elefanten": [www.lok-report.de]

Die brauchen eine größere Überholung, als (neue) sinnvolle Einsatzstrecken sind noch mehrere in der Auswahl.

Beste Grüße,
Joachim
Provodnik schrieb:
Und die Frage nach international einsetzbaren Fahrzeugen ist nach wie vor offen. Wobei KISS zumindest in Ungarn zulassbar sein sollten, nach Wien werden sie halt mit 25 kV nicht kommen...
Diese Fahrzeuge sollen wohl unbequemer sein als die für WB/DB gelieferten, also trotz erheblich gekürzter Fahrzeiten doch nicht für internationale Reisen geeignet, nicht einmal bis Budapest.

Wer garantiert doch, daß es etwas von Stadler oder den zwei Fahrzeuggiganten sein wird? Wird in China eingekauft, schrumpfen die Chancen für internationale Einsätze erheblich... höchstens die zwei südlichen Nachbaren könnten Aufnahmeorte sein.

Und wenn das Ende für die ungarischen Wageneinsätze auf der Route Budapest-Prag-Hamburg kommen wird, kann für sie nur Serbien und Rumänien als Ersatzlösung vorkommen, mit der Möglichkeiten von Weiterbetrieb nach Wien...
Zitat
Diese Fahrzeuge sollen wohl unbequemer sein als die für WB/DB gelieferten, also trotz erheblich gekürzter Fahrzeiten doch nicht für internationale Reisen geeignet, nicht einmal bis Budapest.
Die Leute sind dort Busse gewöhnt, da reicht auch der Komfort eines Nahverkehrszuges aus, wenn dieser dann doppelt so schnell wie der Bus fährt.

Zitat
Wird in China eingekauft, schrumpfen die Chancen für internationale Einsätze erheblich... höchstens die zwei südlichen Nachbaren könnten Aufnahmeorte sein.
Warum?
railjet
Gibt es denn Eisenbahnen, die in der letzten Zeit so kleine Splittergattungen beschafft haben (also abseits irgendwelcher Bergbahnen) und damit erfolgreich waren?
Erfolgreich werden könnten. Leo Express bestellte drei Sechsteiler bei CRRC. CRRC liefert auch RCH Kleinstserien zweier Lokbaureihen. 300 Sitzplätze können noch in einem 100 m langen Einsto untergebracht werden. Entweder bestellt Serbien einen Sirius200 nach oder ist Ersatzkunde des für die Westbahn vorgesehenen Dostomodells. Der Westbahnauftrag wäre nur ein Pyrrhussieg gewesen.
Hallo Zusammen,

Spannende Informationen.

Da stellen sich für mich folgende Fragen. Sind die Triebwagen für Leo Express mittlerweile zugelassen bzw wie läuft das Zulassungsverfahren? Größere Schwierigkeiten?

Grüße


NaIcke
Weiß man, welcher Fahrplan dmait angeboten werden soll.
Und ist ein Einsatz ab Jahresende nicht gar ein bissl optimistisch, angesichts der Bilder von der in Rohbau, nicht Ausbau befindlichen Streckenabschnitte?

mfG
T+

Tadej Brezina
TU Wien
tadej_usenet@gmx.at