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Gestern (10. Februar) fuhren die ersten vier in Dunakeszi gefertigte Reisezugwagen nach Ägypten weg, die, wenn alles klappt, weitere 674 folgen werden. Die ägyptische Nationalbahn ENR hat im September 2018 mit dem russischen Transmasholding (TMH) und seiner ungarischen Tochtergesellschaft TMH Hungary Kft auf den Bau von insgesamt 1300 Wagen vereinbart. Der Wert des Businnes beträgt ungefähr eine Milliarde Euro, also mehr als 300 Milliarden Forint. Das Fahrzeugwerk von TMH in Twer baut die Hauptkomponenten der Fahrzeuge, sowie ist für der Übergabe der Technologie verantwortlich, die Montage der etwa Hälfte der sämtliche Wagen ist in die Aufgabe des Werks Dunakeszi Járműjavító Kft (ehemalige Ausbesserungswerk, der seit den 1950-er Jahren viele Personenwagen für der MÁV gebaut hat). Dies ist eines der größten Exportprojekte in der Geschichte der ungarischen Industrie.
Der Auslieferung der Fahrzeuge gingen langwierige Vorbereitungen voraus. Die Wagen machen den ersten Teil der Reise mit der Bahn zum Hafen Koper, und von dort per Schiff nach Alexandria. Für den Schienenverkehr waren 15 Bremswagen erforderlich, die in drei Teile geteilt waren und nehmen 2 - 2 ENR-Reisezugwagen in die Mitte. Auf dem ungarischen Streckenabschnitt wurde der Transport von der Rail Cargo Hungaria organisiert, der Zug zog von einer Diesellok des Bahnunternehmens MGM. Nach der ersten Variante wären die für den Transport vorbereiteten ENR-Wagen von der eigenen Lok des Ausbesserungswerkes zum Bahnhof Dunakeszi gebracht worden und es wäre dort der Zug zusammengestellt gewesen. Derzeit enthälten jedoch am Bahnhof mehrere, unten Inbetriebnahme stehende KISS-Triebzüge, sowie Testzüge bewegen sich auch. Und auf den wenigen freien Gleisen wäre die Rangiersmanövern schwierig, also zog die Werklok die Bremswagen in etwa 2,5 km entfernten Werk und auf dessem Gleisnetz stellte den Zug zusammen. Während der für dem Verschub erforderlichen Zeit wartete die Ludmilla 648 101-7 (ex DB 232 055-4, früher DR 132 055-5) mit der ersten Bremswagen-Einheit vor dem Werkstor.
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Die Anlage des Ausbesserungswerkes befindet sich neben der Haltestelle Dunakeszi-Gyártelep, von dem Bahndamm befindliche Bahnsteig dieses Haltepunkts kann man zum Gebiet der Anlage ein bisschen einsehen werden. Hier ist bereits die Werklok zu sehen, die die zweite Zughälfte hinter dem Werkstor vorbereitet.
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Es war ein kühles, unangenehmes Wetter und es regnete den zweiten Tag. Obwohl geschützte mich das Bahnsteigdach an der Haltestelle vor Regen, aber war kein Schutz vor Wind, deshalb bin ich lieber mit dem nächsten zug zum Bahnhof Dunakeszi gefahren. Das Empfangsgebäude wurde kürzlich komplett, in Übereinstimmung mit den Denkmalvorschriften erneuert.
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Während habe ich selbst die Zeit am Bahnhof verbracht, wurde der spezielle Güterzug endlich fertig gemacht. Da dies die erste derartige Lieferung war, erforderte die Zusammenstellung aufgrund mangelnder Erfahrung viel Aufmerksamkeit. Nachdem auch der Bremsprobe durchgeführt worden war, fuhr der Zug auf der Verbindungsgleis erstmals nur bis zum Bahnhof Dunakeszi.
https://kepkuldes.com/images/5cf0c5db34cef80837a1d4392fd0e354.jpg

Die Fahrzeuge werden auch in mehreren verschiedenen Versionen gebaut, als Wagen der Klassen 1, 2 und 3 und Wagen 2. Klasse mit Buffetteil, alles natürlich mit Klima-, sowie Luftverbesserungsgeräten ausgestattet. Welche Art der ersten vier Exemplare sind, habe ich leider keine Ahnung.
https://kepkuldes.com/images/117fbaf3990ee0a3f5a63289547f935d.jpg

Die Sendung selbst, dh die für die ägyptischen Eisenbahn gefertigten Reisezugwagen blieben praktisch unsichtbar. Während seiner langer und abenteuerlicher Reisen, vor allem wenn die auf ein Schiff geladen werden, können die Fahrzeuge leichte oder schwere Verletzungen erleiden, daher war der gesamte Wagenkasten in einer Folie verpackt.
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Am Bahnhof folgte ein weiteres Rangiermanöver: die Ludmilla ausgereihte einen der als Ersatz zur Verfügung gestellten Bremswagen aus dem Zug und legte ihn beiseite. Darauf folgte eine wiederholte Bremsprobe, inzwischen der gesamte Zug wurde erneut eine lange, gründliche technische Überprüfung unterzogen.
https://kepkuldes.com/images/bdd3564c7ae354919f00bb3bd3fa29e3.jpg

Das Wetter war bewölkt, so daß ich das Gefühl hatte, daß es früher dunkler wurde, und mir bereits auch kalt wurde. Aus diesem Grund habe ich nicht darauf gewartet, daß der Zug abfährt, aber denke, ich werde immer noch mehrere Möglichkeiten haben solche Züge zu sehen und zu fotografieren. Wenn die Lieferung so weitergeht, wie sie jetzt, beim ersten Mal, müssen weitere 169 ähnliche Züge von Dunakeszi nach Koper fahren. Zuvor hatte die Fabrik Ganz-Mávag bereits Schienenfahrzeuge und Straßenbahnen in das Land der Pyramiden geliefert, ich hoffe, daß der Betrieb dieser Wagen dieser Wagen das Ansehen der ungarischen Industrie weiter verbessern werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.02.21 14:01.
Ahoj,

mal eine Frage:

Tamás Tasnádi schrieb:
Für den Schienenverkehr waren 15 Bremswagen erforderlich
Wieso können oder sollen die neuen Wagen bei der Überführung nicht selber bremsen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.02.21 16:46.
Hallo,

es ist eigentlich üblich, dass Neubaufahrzeuge nur als "Leitungswagen" überführt werden. Ein Grund wird wohl sein, dass man die Fahrzeuge ohne Flachstellen an den neuen Eigentümer übergeben möchte. Warum hier die relativ leichten "Platten" dazu genommen wurden, wer weiß...

noch viele Grüße
19FT1 schrieb:
Warum hier die relativ leichten "Platten" dazu genommen wurden, wer weiß...

Hallo,

wahrscheinlich daher, weil diese Wagen relativ selten im Güterverkehr tätig sind.

Viele Grüße aus Ungarn

Wie füreinander gemacht!

geschrieben von: Dieselpower

Datum: 11.02.21 23:13

Schick! Ein älteres TMH-Produkt in Form der 232 zieht neue TMH-Produkte in Form der neuen Reisezugwagen. Wobei Lok als auch die sehr wuchtigen Wagen (jeweils im erweiterten europäischen Lichtraumprofil gefertigt) optisch sehr gut miteinander harmonieren, auch wegen der gesickten Seitenwände. Diese Wagen sind damit schon ne andere Erscheinung gegenüber den in den EU meist üblichen 1435 mm-Reisezugwagen im deutlich kleineren UIC-Profil.

Zu den Wagentypen, der TMH-Produktionsplan sieht die Fertigung der Wagen aufsteigend nach der Wertigkeit vor. Heißt, zuerst kommen die einfachsten Wagen, in dem Fall die 500 Wagen 3. Klasse mit Druckbelüftung, dann die 500 Wagen 3. Klasse mit Klimaanlage, dann 2. Klasse mit Klimaanlage usw, usf. Derzeit sind bereits 226 Wagen in Ägypten angekommen und im Einsatz. TMH liefert monatlich 35 Wagen an die ENR aus.

Ansonsten schauen wir mal, eventuell kommen in Ägypten in einigen Jahren noch 100 neue TMH-Großdiesel als passende Traktionsmittel zu den Wagen hinzu.

http://t3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSmvawToASUUxiPnqTrVOw_BVaNPFdDQjBpGaPZTyBB7ejY_LqzPyL8HJA
Nur echt mit einem Hang zu sarkastischen und zynischen Kommentaren!