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Die Festtage Ende letzten Jahres waren ungewöhnlich ruhig. Mein Arbeitgeber gab mir den Rest meines Urlaubs zwischen Weihnachten und Neujahr, und da weil meisten unserer üblichen Familientreffen diesmal verpasst wurden, war ich viel zu Hause. Das Wetter war in dieser Zeit auch ziemlich unangenehm, also ich habe meine älteren Fotos mehrmals betrachten. Aus diesen habe ich einen Bilderbogen aus einer meiner denkwürdigsten Fototouren ausgewählt, die ich jetzt vorstellen werde. Zu der Zeit benutzte ich eine kleine und einfache chinesische kompakt Kamera, dies zeigt sich an der Qualität der Fotos, dafür bitte ich um Entschuldigung im Voraus. Aber diese Fotothemen werden wahrscheinlich nie wiederholt.
Zu Beginn des Jahrtausends verkehrten jedes Jahr mehrere Fotozüge auf den Bahnlinien unseres Landes, die von einer Privatperson über die MÁV organisiert wurden. In diesen Sonderzügen gefiel mir, daß die aus Fahrzeugen der MÁV bestanden, die im täglichen Gebrauch waren. Diese Reisen wurden später von der Bahngesellschaft Nosztalgia Kft organisiert, die Zuggarnituren stellte das Unternehmen aus eigenen, eher gemischten Wagenflotte aus, was ich für unwirklich hielt und nahm ich nicht mehr an diesen Fototouren teil.
Damit wir wissen, wie die die unten beschriebene Ereignisse passiert sind, müssen gut vierzehn Jahre zurückgehen. Also am Morgen des 4. November 2006 versammelte sich eine fröhliche, begeisterte Kompanie am Bahnhof Székesfehérvár. Das Team bestand aus Eisenbahnenthusiasten, die mit einem Fotozug kreuz und quer um den Berg Bakony fahren wollten. Der Zug selbst stand bereits auf dem ersten Gleis mit der Lok M47 2070 an der Spitze zweier Wagen, wie vom Veranstalter gewünscht. Diese Maschine wurde am 28. November 1979 in die Zugfahrzeugflotte von MÁV aufgenommen, und war eine der letzten in Betrieb befindlichen klassischen M47-ern in der Region Veszprém. Die Lok existiert bis Heute, nach meinem besten Wissen befindet sich in einem sehr schlechten Zustand im Eisenbahngeschichtspark in Budapest. Die beiden Wagen stammten aus der Flotte von Székesfehérvár, selbst der Zug präsentiert und zeigt einen typischen Nebenbahn-Personenzug der 80-er und 90-er Jahre. Die M47 2070 existiert bis Heute, sie befindet sich nach meinem besten Wissen in einem sehr schlechten Zustand im Eisenbahngeschichtspark in Budapest. Die beiden Wagen stammten aus dem Bestand des Wagenstandorts Székesfehérvár, selbst der Zug präsentiert einen typischen Nebenbahn-Personenzug der 80-er und 90-er Jahre.
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Ein doppeldecker Pendelzug der DB unternahm damals gerade Demonstrationsfahrten in Ungarn, und durch einen unvorhergesehenen, aber glücklichen Zufall konnten wir auch diesen Zug zu fotografieren, wenn neben der charakteristischsten Struktur des Bahnhofs, dem seitdem abgerissene Reiterstellwerk ankam.
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Unser Fotozug verließ Székesfehérvár um 8.25 Uhr. Wir bogen nach Norden ab, auf der ersten Etappe der Reise fuhren auf der nach Komárom führende Bahnlinie (KBS 5). Diese Strecke wurde von der Südbahn-Gesellschaft gebaut und am 1. Juli 1860 eingeweiht. Bis in die 1990-er Jahre hat diese Route viel Verkehr zu bewältigen. Mehrere, in Nord-Süd-Richtung verkehrende Güterzüge nutzten diese Strecke um Budapest zu vermeiden, und im Sommer hierzu verlauften internationale Schnellzüge zwischen der ehemaligen DDR und dem Balaton. Der Personenverkehr wurde ab dem 13. Dezember 2009 eingestellt und am 4. Juli 2010 wieder aufgenommen. Seitdem gibt es einen Alibi-Fahrplan auf der Strecke mit zwei Personenzugpaaren pro Tag, außerdem erscheinen noch einige Güterzüge. Der Sonderzug hatte einige Minuten am Bahnhof Mór aufgrund einer Kreuzung mit einem, in die entgegengesetzte Richtung fahrende Personenzug, aber dieser Zeit war auch genug um die vor dem Empfangsgebäude wartende M47 2070 zu fotografieren. Mór war früher eine Abzweiggbahnhof, wo die am 2002 stillgelegte Flügellinie zweigte von der Bahnstrecke Székesfehérvár - Komárom ab und führte nach der Bergbausiedlung Pusztavám.
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Zum Glück stehen noch viele der ungarischen Sudbahnbauten, wie zum Beispiel hier in Mór, die ein Typengebäude II. Klasse und stammt aus der Zeit, als die Eisenbahnlinie gebaut wurde. Leider wurden kürzlich einige ähnliche Gebäude von bahnhistorischem Wert zerstört (in Tárnok und Kápolnásnyék), wann bei der Renovierung der Eisenbahnlinie Budapest - Székesfehérvár abgerissen wurden.
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Nach der Zugkreuzung setzten wir unsere Reise fort. Ein ungeplanter Halt fand vor der nächsten Station statt: unser Sonderzug musste wegen Ausfall der mechanischen Sicherheitsanlage (Bruch der Drahtzugleitung) länger am Eingang des Bahnhofs Kisbér warten.
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Wir, Passagiere, nutzten natürlich die Gelegenheit, stiegen aus dem Zug und machten einige tolle Fotos. Solange der Zug vor dem Signal wartete, spazierten die meisten, und auch ich selbst zu Fuß zum Bahnhof. In der Zwischenzeit konnte auch der Zug weiterfahren, ich konnte den aufgrund der Sicherheitsbestimmungen langsam rollenden Zug direkt vor dem mächtigen Stellwerk fotografieren.
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Die Bahnlinie Székesfehérvár - Komárom wird an dieser Station von der Linie Tatabánya - Pápa (ex KBS 13) gekreuzt, auf der der Schienenerkehr seit dem 3. März 2007 eingestellt wurde. Hier ist steht auch bis Heute das originale Empfangsgebäude, des jedoch im Laufe der Zeit teilweise umgestaltet wurde.
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Wir verließen Székesfehérvár in der Sonne, als wir in Mór ankamen, war der Himmel bereits bewölkt, während unseres Aufenthalts in Kisbér begann der Schnee zu rieseln. Hier gab es keine Zugkreuzung, aber am Bahnhof befand sich ein Güterzug. Zum Glück hatten wir noch genügend Zeit voraneilen die Lok dieses Zuges, die remotorisierte M62 318 zu fotografieren, dann zurückkehren und in den Zug steigen.
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Die Reise ging weiter in westliche Richtung nachdem wir Kisbér verlassen hatten, fuhren wir auf der Bahnlinie Tatabánya - Pápa. Die 91 km lange Strecke wurde in 11 Monaten fertiggestellt und am 12. September 1902 eröffnet. Diese Vicinalbahn war einst eine wichtige Verbindungslinie von Transdanubien, heutzutage vermehren sich jedoch Unkräuter zwischen seinen Schienen. Nur auf einem Abschnitt dieser Linie, zwischen Kisbér und Veszprémvarsány fuhr unser Zug, wo damals noch fahrplanmäßiger Personenerkehr herrschte. Wir haben keinen anderen Zug getroffen, aber der für den Zwischenbahnhof Bakonybánk geplante Fotohalt wurde wegen der des früheren Drahtzugleitung-Bruchs verdankenden Verspätung unseres Zuges entfallen. Wir kamen bei leichtem Schneefall an unserer nächsten Station, Veszprémvarsány an.
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In der Station befindet sich ein mächtiges, modernes Bahnhofsgebäude, anstelle des ehemaliges MÁV-HÉV II. klassige Typengebäudes, das 1944 einem Bombenangriff zum Opfer fiel. In der Vergangenheit, sogar in den 1970-er Jahren, wickelte der Bahnhof einen erheblichen Güterverkehr ab, heutzutage Güterzug ist hier selten zu sehen. Im Empfangsgebäude gibt es keine Kasse, Fahrgäste können das Ticket im Zug kaufen.
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Wir hatten eine kurze Zeit um die Fotos zu machen, nach einer kurzen Wartezeit fuhren wir nach Süden. Nach der Haltestelle Vinye folgte der Höhepunkt der Reise, als unser Zug durch das Gebirge Bakony fuhr. Dieser Abschnitt der Strecke ist eine der seltenen Bergbahnstrecken in Ungarn, der ist technisch einzigartig in umserem Land, wo die Trasse durch drei Tunnel (von denen der längste 310 Meter beträgt) und zwei Talbrücken im Cuha-Tal führt. Diese Eisenbahnlinie ist die Lokalbahngesellschaft Győr-Veszprém-Dombóvár HÉV erbaut, der Abschnitt Győr - Bakonyszentlászló wurde am 11. August 1896 übergeben, den zweiten Abschnitt zwischen Bakonyszentlászló und Veszprém eröffnete man am 16. Dezember 1896. Für den nächsten Teil unserer Reise, bis Zirc waren vier Fotohalten geplant. Erstmal konnten wir den durch die 12 Meter lange Talbrücke Károly Gubányi fahrende Zug fotografieren, im Hintergrund ist das Denkmal der Eisenbahnbauer zu sehen. Übrigens: Károly Gubányi, der Entwicklungsingenieur dieser Linie, später auch am Bau der mandschurischen Eisenbahnen beteiligt war.
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Die nächste Fotostelle wurde von den meisten Passagieren auf dem mit einer dünnen Schneedecke bedeckten Damm nach einem kurzen Fußmarsch erreicht. Hier konnten wir den aus dem ersten, 37 Meter langen Tunnel vorkommenden Zug fotografieren, der dann auf der über dem Bach Cuha errichteten hohen Stützmauer verläufte Linienabschnitts fährt weiter.
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Die dritte und letzte Fotostelle diesem Abschnitt war auch nicht weit weg, aber jetzt - obwohl es nicht unbedingt notwendig gewesen wäre - stieg ich in den Zug. Dank dessen überquerte ich mit dem Sonderzug den zweiten Tunnel und die damit verbundene Felsenschutz-Galerie. Dies ist das einzige Odjekt dieser Art in Ungarn.
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Nach dem Tunnel stiegen die Passagiere aus, dann setzte der Zug zurück und kam wieder aus dem 31 Meter langen Tunnel vor. Auf dem Abschnitt der Bahnlinie südlich von Bakonyszentlászló fahren nur wenige Züge, so daß relativ viel Zeit für die Fotografie zur Verfügung stand.
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Natürlich war diese Zeit nicht endlos, nämlich sich der in die entgegengesetzte Richtung fahrende planmäßige Personenzug näherte. Obwohl der geplante vierte Fotohalt entfällt werden musste, kamen wir doch spät am Bahnhof Zirc an, wo der Triebwagenzug von Veszprém nach Győr bereits auf uns wartete.
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Unterwegs fing es wieder an zu schneien, also wir kamen bei Schneefall in Zirc an. Unsere Lok wurde sofort von der Wagen abgekoppelt, damit sie schnell zum anderen Ende des Zuges umsetzen werden konnte. Die Station hatte ursprünglich ein nach dem Typ MÁV-HÉV der Klasse I. errichtete Empfangsebäude. Diese Gebäude überlebte die beiden Weltkriege und wie durch zeitgenössische Fotografien belegt, muss 1947 existiert haben, als die Flügellinie nach Dudar eingeweiht wurde. Später wurde es leider abgerissen und heute durch ein im im Stil des sozialistischen Klassizismus, im Geiste der Modernisierung entworfenes Gebäude ersetzt.
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Der Richtungswechsel war notwendig, da unser Zug vor der Weiterfahrt nach Veszprém einen Abstecher auf der bereits erwähnten Flügellinie nach Dudar machte, und diese Linie zweigt dem gleichen Ende der Station ab, auf dem wir ankamen. Während dieser 9 Kilometer langen Phase unserer Reise hielten wir zwei Fotohalten ab, von denen der erste ungefähr auf halber Strecke in einem Einschnitt stattfand.
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Wir hatten wieder, nicht lange vor der Endstation eine Gelegenheit Fotos zu machen, im Hintergrund sieht man die Häuser des Dorfes Dudar. Der Vorgänger dieser Bahnlinie war eine Schmalspurbahn, die wurde 1944 gebaut um in Dudar abgebaute Kohle zu transportieren. Die Kapazität erwies sich jedoch bald als gering, so daß es auf eine normale Spurweite umgebaut wurde, auf der der Verkehr im Winter 1947 begann. Anfangs gab es auch Passagierverkehr auf der Strecke, der Mitte der 1980-er Jahre nur auf der Beförderung von Arbeitern, hauptsächlich Bergleute beschränkt war. Dann wurde die Mine 1995 geschlossen und vier Jahre später abgerissen, dann war auf der Schiene jahrelang kein Zugverkehr. Zum Glück wurde im Jahr 2006 in der Nähe eine Bauxitmine eröffnet, in der auch Kohle abgebaut wird, seitdem verkehren einige Male im Monat Güterzüge auf dieser Bahnlinie um die in der Mine abgebauten Rohstoffe zu transportieren.
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Im Jahr 1955 wurde die Strecke um 2,5 km verlängert und die heutige Endstation eingerichtet. Hier musste die M47 2070 wieder Mal abgekoppelt und an das andere Ende des Zuges gesetzt, deshalb reiste auch ein Rangierbegleiter von Zirc mit, wer dieses Manöver leitete. Wir konnten der verlassenes Empfangsgebäude leider in einem ruinösen Zustand zu sehen, davor wartete eine von der VEB Lokomotivbau Karl Marx in Babelsberg im 1970 gefertigte Werklok, die A26 051. Die Maschine existiert bis heute, sie dient in der Aluminiumoxidfabrik in Ajka. Zufolge den Nachrichten wird das Unternehmen ab Ende des Monats auf der Straße transportieren, so daß das weitere Schicksal der Lok leider ungewiss ist.
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Unser Zug fuhr bald von Dudar ab. Wir hielten nur eine Minute am Bahnhof Zirc an, damit der Rangierbegleiter aussteigen konnte. Die letzte Etappe unserer Reise folgte, auf diesem Abschnitt befindet sich der längste, 321 Meter lange Lókúter Tunnel der Linie. Nicht weit vor dem Eingang zum Tunnel, ungefähr dort, wo dieses Bild aufgenommen wurde, befand sich die lange stillgelegte Haltestelle Lókút.
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Die Bahn erreicht hier ihren höchsten Punkt, die 401 Meter an den Toren des Tunnels auch der höchste Punkt des gesamten ungarischen Bahnnetzes ist. Von hier aus steigen wir steil durch Eplény - in deren Nähe befindet sich normalerweise ein schneesicheres Skigebietbefindet - direkt nach Veszprém. Bei dem Tunnel waren leider die Bedingungen für Ausstieg und Fotografie nicht gut, daher konnte der Zug dort nicht anhalten, also den Eingang zum Tunnel konnte ich nur vom Zugfenster aus fotografieren.
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Obwohl die Reise zwischen Zirc und Veszprém weniger wildromantisch ist als vor Zirc war, die Linienführung ist auch hier spektakulär, daher haben die Organisatoren mehrere Fotohalten geplant. In dieser Aufnahme verlässt der Zug gerade den Tunnel, Leider erlaubte uns der schmale Einschnittdiesmal auch nicht näher am Tunnel zu sein.
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Unser letzter Fotohalt war an einem der beiden Viadukte in der Nähe des Dorfes Gyulafirátót. Die Bahnstrecke führt in diesem Abschnitt durch ein militärisches Trainingsgebiet, wo zu bestimmten Zeiten finden große internationale Militärübungen statt. Die Armee erlaubt die Nutzung von Fuß- und Wanderwegen in der Umgebung, bei militärischen Operationen muss jedoch mit der Schließung des ganzes Gebiets gerechnet werden. Das Bild zeigt den Zug, der gerade an dem den Gyökeres-Graben überquerte Viadukt ankommt.
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Nach den ersten Plänen hätte der Fotozug einen längeren Aufenthalt am Bahnhof Eplény gehabt. Später änderte sich dies, dh wir fuhren durch diese Station ohne halt, und kamen selbst bei günstigen Lichtverhältnissen um etwa 15 Uhr in Veszprém an. In den 1980-er und 90-er Jahren war das Bw Veszprém die Heimat vieler M47-ern, zu dieser Zeit wurden in der über Veszprémvarsány nach Győr führende Bahnlinie verkehrende Personenzüge von diesen Lokomotiven gezogen. In Veszprén "wohnen" bis Heute Loks der BR M47, aber diese sind remotorisierte Exemplare, die dienen als Rangierlokomotiven an nahe gelegenen Bahnhöfen, sowie schleppen die in der Gegend verkehrende Nahgüterzüge.
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Der Zielbahnhof des Fotozuges war Veszprém, wo endete unsere unvergessliche Abenteuer. Der Fotozuges kam auf Gleis 1 an, die Zuggarnitur ging jedoch weiter als Leerfahrt nach Székesfehérvár und die Fotografen hatten die Möglichkeit, mit diesem Zug weiter zu reisen. Ich nutzte diese Gelegenheit, also der Kreis schloss sich bald und war wieder da, von wo ich um 8.25 Uhr morgens abgereist war.
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Die oben beschriebene Reise hatte gamals eine traurige Aktualität: laut einer im Juli 2006 veröffentlichten Erklärung war die Stilllegung der Streckenabschnitt Veszprémvarsány - Veszprém, also die Bergbahn geplant. Diese Maßnahme wurde aufgrund von Protesten der Bevölkerung des Gebiets nicht umgesetzt, aber vom 13. Dezember 2009 bis zum 3. Juli 2020 wurde der Personenverkehr jedoch teilweise eingestellt: in dieser Zeitspanne verkehrten die Reisezüge nur am Wochenende. 2011 hatte der Minister für nationale Ressourcen den Abschnitt Bakonyszentlászló und Veszprém sowie bestimmte Gebäude entlang der Bahnlinie, wie die Bahnhofsgebäuden Porva-Csesznek und Eplény zu Denkmälern und Denkmalbereich erklärt. Diese Maßnahme wird hoffentlich sichern die Zukunft dieser Bahnlinie von unvergleichlicher Schönheit.




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.01.21 09:25.

Lokalbahn ohne Pußtawahn

geschrieben von: Nagercoil

Datum: 09.01.21 11:05

Hallo Tamás,

das ist ein schönes Nebenbahnenportrait. Diese Gegend kenne ich fast gar nicht, was schade ist, wo sie doch ganz gut vom üblichen "Klischee-Ungarn" (flach, flach, Ziehbrunnen, flach) abweicht. Da fand ich es lustig, dass ausgerechnet der hier gelegenen Ort Pusztavám offenbar den deutschen Namen "Pußtawahn" trägt. Vor einem solchen Wahn muss man sich hier mit Tunnels, Talbrücken und Galerien jedenfalls nicht fürchten. Danke fürs Mitnehmen auf diese Reise!

Während ich diese Zeilen schreibe, sehe ich nebenbei, dass sich just um 10.55 in Veszprém die 418 330 mit dem Zug 39515 nach Györ aufgemacht hat. Ich weiß nicht, ob mich jetzt ärgern oder freuen soll: auf jeden Fall wieder ein potentielles Ziel mehr für die Post-Corona-Zeit...

Viele Grüße nach Ungarn
Julian

Nagercoil Jn. = Der südlichste Bahnhof, an dem ich bislang war

Die Wusch = Eine Schmalspurbahn in Siebenbürgen
Danke für den schönen Bericht. Bei Nach den ersten Plänen hätte der Fotozug einen längeren Aufenthalt am Bahnhof Edelény gehabt ist wohl der Bahnhof Eplény gemeint. In Edelény hab ich dafür letztes Jahr einen sehr ähnlichen Zug im Planverkehr erwischt :-)

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Danke für die Korrektur, ja, ich wollte wirklich Eplény schreiben, aber irgendwie wurde es Edelény. Leider werde ich mit zunehmendem Alter immer dümmer - wie man es bei uns sagen...