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Tour de Turk („TdT“) – Geturktes von West nach Ost

Teil 4a: Morgenstund hat Dampf im Mund – Dampfloks und Dampfkräne zwischen Frühstück und Mittagessen



Zunächst einmal wünsche ich alles Lesern ein gutes neues Jahr! Im letzten Bericht gab es zum Auftakt einen recht erfolgreichen, halben Tag in Sandaoling. Ob es am ersten ganzen Tag im Tagebau von Sandaoling auch so weitergehen sollte? Viel Spaß beim Herausfinden!


Wie immer zu Beginn zunächst eine Karte:


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Bild 5: Übersichtskarte des Tagebaus von Sandaoling. Die Kohle wird mittlerweile per Förderband zur Kohleverladeanlage zwischen den Bahnhöfen Xikeng und Dongkuang auf halber Höhe der Grube transportiert. Dort erfolgt die Umladung in die Kohlenzüge, die dann in Form eines umgekehrten S über Kengkouzhan („Grubeneinfahrtsbahnhof“; in der Karte fälschlicherweise als Kengkongzhan bezeichnet) und Dongbolizhan („Ostbahnhof“) entweder zur Kohlewäsche nach Xuanmeichang oder zur Kohleentladestelle kurz vor dem Bahnhof Nanzhan („Südbahnhof“) fahren. Zwischen Dongkuang und Xibolizhan ist die Strecke zweigleisig. Nach erfolgter Kohlenwäsche erfolgt in Nanzhan die Umladung in Waggons der Staatsbahn, die beladenen Waggons werden dann mit Dieselloks abgeholt und zum Anschlussbahnhof an der Staatsbahnstrecke (außerhalb der Karte rechts unten) gebracht. In Nanzhan befindet sich auch ein größerer Rangierbahnhof.
Einst wurde der Abraum aus den oberen Ebenen des Tagebaus direkt nach Xibolizhan („Westbahnhof“) gebracht, in den tieferen Ebenen mussten die Abraumzüge erst mit einer 180°-Kurve auf die andere Seite des Tagebaus in den Bahnhof Xikeng fahren. Dort machten die Abraumzüge Kopf und wurden nach Xibolizhan geschoben. Die Strecke zwischen Xikeng und Xibolizhan war ebenfalls zweigleisig. Hinter Xibolizhan verzweigte sich die Strecke auf mehrere Gleise hinauf zu den Abraumhalden westlich und südlich des Bahnhofs.
Auf der Verbindung zwischen Dongbolizhan und Xibolizhan verkehrten nur Arbeits- und Arbeiterzüge zum Schichtwechsel.
In Jichangzhan befindet sich eine große Werkstätte. Die Bekohlung und das Wasserfassen erfolgen meistens in Dongbolizhan, obwohl die dortige Großbekohlungsanlage schon länger stillgelegt ist. Stattdessen erfolgt die Bekohlung meist einfach per Schaufellader.
In Yijing („erste Mine“) und Erjing („zweite Mine“) gibt es noch Untertageminen, die ebenfalls an das Schienennetz angeschlossen sind (Abzweig in Nanzhan).
2014 endete dann die Dampfherrlichkeit in weiten Teilen. Nordwestlich des Tagebaus wurden neue Untergrundminen erschlossen (links außerhalb der Karte). Die wurden zwar auch von Nanzhan ausgehend an das Bahnnetz angebunden, der Transport obliegt aber komplett Dieselloks (Strecke ist nicht in Karte eingezeichnet). Im Gegenzug wurde der weitere Abbau von Deckgestein im Tagebau eingestellt und das gesamte Schienennetz westlich von Dongkuang und Dongbolizhan abgebaut. Es wird jetzt lediglich die noch verbliebene Kohle im Tagebau mit Dampfloks abtransportiert.
In diesem Bericht bewegen wir uns hauptsächlich im Viereck Dongbolizhan, Kengkouzhan, Xuanmeichang und Jichangzhan.



Das neue Hotel bot Zimmer mit Fenster nach Norden und zur Straße sowie nach Süden zum Hinterhof. Eigentlich sollte man da glücklich, wenn man wie ich ein Zimmer nach Süden bekommt. Weit gefehlt! Auf den Straßen ist nachts absolut tote Hose und die Sonne knallt nicht den ganzen Tag ins Zimmer. In mein Zimmer knallte die Sonne jedoch den ganzen Tag, zudem bollerte trotz des Neubaus wie in chinesischen Hotels gewohnt die Heizung auf Hochtouren ohne Möglichkeit, sie zu regulieren. Da hilft nur eins: Fenster auf. Dumm nur, wenn es nachts auch nicht unter 0 Grad abkühlt und fast die ganze Nacht im Hinterhof ein Hund und ein Hahn in den Wettstreit traten, wer am meisten Dezibel verbreiten kann. So war die Motivation am Morgen ziemlich im Keller, obwohl zum Schichtwechsel am Bahnhof Dongbolizhan wie gewohnt drei Dampfloks herumstanden.

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Bild 2: “Der Wind war still, der Mond schien helle…“. Es war nicht der Vollmond, der mich am Schlaf hinderte. Motivieren konnte ich mich nur für eine Stativaufnahme. Der Blick geht in Richtung westliche Bahnhofsausfahrt von Dongbolizhan, wo es gerade aus einst nach Xibolizhan ging, links geht es noch immer zur Werkstatt in Jichangzhan sowie weiter zum Kohleladeplatz.


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Bild 3: Der Personenpendel hinunter in den Tagebau, bestehend aus einer Dampflok ohne angehängte Waggons (die mitfahrenden Minenarbeiter müssen sich ins Führerhaus drängen), wartet am Bahnsteig. Im Hintergrund zeichnen sich schon die Silhouetten der Himmelsberge ab.


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Bild 4: So langsam kommt auch die Sonne raus.


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Bild 5: Passend zum Sonnenaufgang verabschiedet sich der Personenpendel mit Volldampf in Richtung Tagebau.


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Bild 6: Der Klassiker: Morgenstimmung am Bahnhof Dongbolizhan kurz vor Ende des Schichtwechsels.



Einer der Züge hat noch mit Kohle beladene Waggons am Haken. Normalerweise fahren die Züge vor dem Schichtwechsel in die Kohlenwäsche, entladen dort und fahren dann in den Bahnhof Dongbolizhan. Sind die Waggons also zum Schichtwechsel noch beladen, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Zug nicht ostwärts in Richtung Kengkouzhan schiebt, sondern Schornstein westwärts voraus in Richtung Jichangzhan und weiter zum Kohleverladeplatz. Also machte ich mich an das westliche Bahnhofsende auf, um die mögliche Ausfahrt des Zuges fotografisch festzuhalten. Und tatsächlich, gleich als erster der drei Züge im Bahnhof kam der beladene Zug mir entgegen.

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Bild 7: Aus allen Poren quillt der Dampf, der Lokführer öffnet nochmals alle Ventile. So nimmt das eiserne Monstrum langsam Fahrt auf und…


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Bild 8: … wird mich gleich in Dampf einhüllen. Da lacht doch das Dampfeisenbahnerherz!


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Bild 9: Die 180°-Kurve direkt im Anschluss an die Bahnhofsausfahrt ermöglicht mir sogar noch einen sehr fotogenen Nachschuss.



Die beiden anderen Züge im Bahnhof würden aber definitiv ostwärts zurück in Richtung Tagebau rollen. Also war ein rascher Stellungswechsel vom westlichen zum östlichen Bahnhofsende empfohlen. Nach einigen hundert Metern im Laufschritt erreichte ich gerade noch rechtzeitig den Bahnübergang zwischen Dongbolizhan und Kengkouzhan.

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Bild 10: Leider ist der Bahnübergang mit der schiebenden Dampflok etwas schwer in Szene zu setzen, zumal direkt über mir eine tiefhängende Stromleitung mit vielen Kabeln ein weitwinkligeres Motiv verhindert. Immerhin steht das Morgenlicht perfekt.


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Bild 11: Der idyllische Bahnübergang in voller Pracht, leider nur ohne Zug. Obwohl die Staubpiste eigentlich mehr oder weniger ins Nirgendwo führt, ist doch ab und an ein Fahrzeug unterwegs und der Bahnübergang ist daher rund um die Uhr mit einem Schrankenwärter besetzt!


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Bild 12: Wie am Vortag ist die Luft erstaunlich klar und die verschneiten Himmelsberge zeichnen sich wieder wunderschön am Horizont ab. Das schreit doch nach einer fotografischen Umsetzung mit Zügen.


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Bild 13: Zunächst einmal muss aber der letzte noch wartende Zug im Bahnhof Dongbolizhan in Richtung Tagebau rollen. Dazu wechselte in nochmals die Fotoposition und lichtete die Ausfahrt von JS8081 nahe des Bahnübergangs ab. Im Hintergrund erkennt man noch die Anlagen des Bahnhofs Dongbolizhan, im Vordergrund den Bahnübergang, den die Lok gerade passiert.


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Bild 14: Gleich wird der Lokführer den Regler schließen und der Zug wird dank der Schwerkraft von alleine in den Tagebau rollen.



Ich hatte es schon bei Bild 12 angedeutet. Die schneebedeckten Himmelsberge im Hintergrund wollten unbedingt mit einem Zug auf ein Bild. Daher fuhren wir auf der Staubpiste über den Bahnübergang an die südliche Abbruchkante des Tagebaus. Es waren jetzt ja zwei Züge im Tagebau, die irgendwann auch mal mit Kohle beladen wieder herauskommen müssten. Normalerweise dauert die Beladung rund eine Stunde, so blieb erst einmal Zeit für Juns „cobi daim“ („coffee time“) in Form von Nescafé und Kuchen. Frisch gestärkt konnte dann die Ausfahrt des ersten Zuges aus dem Tagebau dokumentiert werden.

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Bild 15: Während der erste Zug sich bereits schon auf den Weg aus dem Tagebau heraus macht, wartete der andere Zug noch auf die freie Einfahrt. Die Strecke ist zwar zweigleisig und es gibt mehrere Ladegleise. Kurz vor den Ladegleisen gibt es aber einen kurzen, eingleisigen Abschnitt.


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Bild 16: Unaufhaltsam strebt der Zug seinen Weg aus dem Tagebau an.


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Bild 17: Ich glaube, dass ich in einigen anderen Berichten bereits erwähnt hatte, dass “Sandaoling” übersetzt so viel wie „drei Farbenstreifen” bedeutet. Auf diesem Bild sieht man, warum die Namensgebung durchaus berechtigt ist.


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Bild 18: Das Städtchen Sandaoling, das es ohne den Tagebau nicht geben würde, mit dem Kohlekraftwerk sowie diversen Verwaltungsgebäuden der Minengesellschaft bildet jetzt die Kulisse. Ganz im Hintergrund ziehen sich weiter die schneebedeckten Himmelsberge am Horizont entlang.


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Bild 19: Der Zug passiert hier den ältesten Teil des Tagebaus, der teilweise schon wieder mit Abraum aus den neueren Teilen des Tagebaus verfüllt wurde.

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Bild 20: Die Ausmaße des Tagebaus werden hier nochmals ganz gut sichtbar. In meinem Rücken erstreckt sich der Tagebau noch fast 10 Kilometer weiter in Richtung Westen.



Eigentlich machte das Ablichten des zweiten Zuges nicht wirklich Sinn, zumal die Luft aufgrund der zunehmenden Wärme auch immer diesiger wurde. Aber der Rest der Gruppe wollte unbedingt bleiben und nachdem die Gruppe am Vorabend auf mich warten musste, war es nun an mir Rücksicht zu üben. Ich änderte nochmals leicht die Fotoposition, um ein paar Felsen im Vordergrund mit auf das Bild zu nehmen.

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Bild 21: Der dritte Zug, der heute Morgen zunächst zum Kohleabladeplatz fuhr, hatte inzwischen auch seinen Weg in den Tagebau gefunden, wo er auf die Ausfahrt des nächsten, mit Kohle beladenen Zuges wartet.


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Bild 22: Sandaoling = drei Farbenstreifen.


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Bild 23: Das Städtchen Sandaoling mit Dampfzug aus einer etwas anderen Perspektive.



Mittlerweile sollte die Sonne auch ganz ordentlich für eine Ausfahrt des Zuges vom Kohleabladeplatz stehen. Aufgrund des bisherigen zeitlichen Ablaufs setzten wir darauf, dass der soeben aus dem Tagebau gekommene Kohlenzug zum Abladeplatz gefahren sei. Also ging es nach Jichangzhan, von wo aus es ein längerer Fußweg zur entsprechenden Fotoposition ist. Zum ersten Mal hatten wir die Lage aber falsch eingeschätzt, denn der erste Zug aus dem Tagebau war zum Kohleabladeplatz gefahren, während der zweite zur Kohlewäsche gefahren war. Der erste Zug kam jetzt gerade schon zurück und es blieb keine Chance mehr die Fotoposition zu erreichen. Dafür hatte ich auf der anderen Seite etwas noch viel Interessanteres entdeckt.

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Bild 24: Und zwar das hier. Heute hatte JS8167 nicht Schrottloks am Haken, sondern einen waschechten Dampfkran. Und der war alles andere als Schrott, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht.


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Bild 25: Zunächst einmal widmen wir uns aber der Ausfahrt des Leerzuges vom Kohleabladeplatz. Dazu ist eine Sägezahnfahrt notwendig. Oben auf der Abraumhalde im Hintergrund wäre unsere initial geplante Fotoposition gewesen.


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Bild 26: Die Lok schiebt den Zug in den Bahnhof Jichangzhan, rechts befindet sich die große Werkstatt.


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Bild 27: Nachdem der Zug durch ist, können wir uns endlich etwas näher dem Dampfkran widmen. Die Werkstattmannschaft hat mit dem Schneidbrenner einen Wagen zerlegt. Die Ladefläche haben der Dampfkran und ein moderner Kran im Hintergrund schon am Haken.


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Bild 28: Nachdem die Ladefläche wie so vieler anderer Schrott direkt neben dem Gleis abgelegt ist, folgt das Wagengestell. Vermutlich möchte man die Drehgestelle oder die Achsen recyceln.


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Bild 29: Früher war der Dampfkran im Einsatz, um Gleisjoche im Tagebau zu verlegen. Dort mussten gerade im Bereich der Abraumkanten die Gleise ständig neu verlegt werden. Dem Aufpasser in der braunen Lederjacke war unser Treiben nicht so ganz geheuer. Na gut, dann…


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Bild 30: … fotografieren wir eben in die andere Richtung. Da kommt gerade der Zug aus der Kohlewäsche angedampft. Mit dem ganzen Schrott und der aktiven Lok JS8167 ergibt sich doch ein ganz nettes Motiv.


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Bild 31: Zwei Dampfloks in ungewohnter Perspektive auf einem Bild. Der Herr mit der braunen Lederjacke hatte nun aber endgültig genug und vertrieb uns endgültig.


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Bild 32: Ein letzter Blick zurück auf JS8167 und den Dampfkran sowie das große Werkstattgelände und den vielen Schrott, der das Gelände säumt.



Allzu weit gingen wir aber nicht fort, denn in der Kohlenwäsche stand ein weiterer Zug, der in Kürze wieder Richtung Tagebau aufbrechen würde. Also postierten wir uns neben dem Bahndamm und warteten, bis uns der Zug entgegenkam.

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Bild 33: Da kommt er ja schon. Im Hintergrund sieht man noch das alte Zementwerk sowie die Kohlenwäsche. Die LKWs bringen die Kohle vom Kohleabladeplatz hauptsächlich zum Kraftwerk oder zu Verbrauchern in der näheren Umgebung. Das Kraftwerk hatte einst einen Bahnanschluss. Warum der nicht mehr genutzt wird (Loks und Waggons hätte man eigentlich genug), erschließt sich mir nicht. Der Großteil der geförderten Kohle wird allerdings im Bahnhof Nanzhan von der Staatsbahn abgeholt.


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Bild 34: Die Waggons sind zwar leer, die Steigung ist aber nicht unerheblich. Entsprechend weit muss der Lokführer auch den Regler zu unser aller Freude aufdrehen.


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Bild 35: Bei der Lok handelt es sich übrigens um die wohlbekannte JS8081.



So langsam näherte sich die Sonne ihrem höchsten Stand und die Lokpersonale würden demnächst Mittagspause machen. Daher machten wir uns auch auf den Weg Richtung Sandaoling, um den Magen ein bisschen aufzufüllen. Vorher machten wir allerdings nochmal am Bahnhof Kengkouzhan Halt, um einen aus dem Tagebau herausfahrenden Zug abzulichten.

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Bild 36: Was für ein Hundeleben. In der Sonne auf der Couch eingerahmt von Knochen liegen. So muss es im Hundeschlaraffenland aussehen. Am Bahnhof Kengkouzhan ist eine ganze Horde halbwilder Hunde heimisch, die einen immer schon von weitem mit lautem Gebell willkommen heißen. Der große hier im Bild ist der friedlichste, seine kleineren Artgenossen sind aber kleine Kläffer, die gerne auch mal nach den Beinen der Langnasen schnappen und zubeißen wollen. Seit sie aber wissen, dass ich mein Stativ immer griffbereit habe, halten sie Abstand zu mir.


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Bild 37: Während der Rest der Gruppe sich eine Fotoposition oberhalb der Gleise aussuchte (siehe rechts oben), entschied ich mich für einen Standpunkt auf Gleishöhe. Leider hatte der Lokführer von JS8225 den Regler zu früh geschlossen.



Jetzt wurde es aber endgültig Zeit fürs Mittagessen, das wir wie gewohnt in einem uigurischen Restaurant neben dem Marktplatz einnahmen. Dort gibt es das beste Hähnchen mit Reis, was allerdings nicht so mein Geschmack ist. Daher gab es für handgemachte Nudeln. Da gibt es zwar andere Restaurants in Sandaoling, die etwas bessere Nudeln haben. Lecker wars trotzdem.

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Bild 38: Zum sehr späten Mittagessen gab’s handgemachte uigurische Nudeln mit scharfer Soße. Extrem lecker!


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Bild 39: “An apple a day keeps the doctor away!”


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Bild 40: Direkt neben dem Restaurant gibt es einen Stand zum kostenlosen Tausch von Kleidern und Büchern. Man merkt, dass man hier in einer muslimisch geprägten Region ist. Ein Han-Chinese würde niemals außerhalb seiner Familie Dinge verschenken/tauschen. Entweder es hat noch einen Wert, dann verkauft man es. Oder man schmeißt es weg.



Im nächsten Bericht geht es dann frisch gesättigt weiter mit der Fotosafari im Tagebau. Ich hoffe, dass ihr dann alle auch wieder frisch gesättigt dabei seid.



Inhaltsverzeichnis




meine Güte, was hat der weisse Kläffer für riesengrosse Knabber-Knochen! Wenn er damit täglich übt, sind die Beine der Langnasen in echter Gefahr.

Einspruch...

geschrieben von: asr_m62

Datum: 07.01.21 17:59

Hallo Florian,

Ein Han-Chinese würde niemals außerhalb seiner Familie Dinge verschenken/tauschen. Entweder es hat noch einen Wert, dann verkauft man es. Oder man schmeißt es weg.

Definitiv ist diese Aussage unwahr. In der Region Jiangsu kenne ich hunderte Gegenbeispiele.

Gruß Alex

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