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Tour de Turk („TdT“) – Geturktes von West nach Ost

Teil 3: Dampf an Nachmittag und Abend, erquickend und labend – Endlich gibt’s die Belohnung



In den beiden letzten Berichten hatte ich euch ja vom Ausnüchtern auf der Stadtmauer in Peking erzählt. Dabei hatte ich unterschlagen, dass ich nach dem Trainspotting in Peking mit meiner Frau und meinem Sohn auf eine Leidenstour nach Südchina gehen musste. Aber darüber hatte ich ja schon im ersten Bericht dieser Berichtsreihe berichtet. Aber immerhin war diese Leidenstour die Voraussetzung für die nun folgende Belohnungstour. Dank der mehrfachen Verspätungen am letzten Tag der Leidenstour waren mir nur drei Stunden Schlaf gegönnt, bevor es bereits wieder zurück zum altbekannten Flughafen in Peking ging. Ich hatte mit einer Anfahrtszeit von 30min und einem Check-In zwei Stunden vor Abflug kalkuliert. Frühmorgens um sechs Uhr waren die Straßen in Peking noch leer und ich war eigentlich gut in der Zeit, bevor plötzlich kurz vor dem Ziel gar nichts mehr ging. Rund um den Flughafen war plötzlich überall Stau. Irgendwie wollte an diesem Morgen jeder in Peking zum Flughafen. Nach knapp einer Stunde stand ich dann schließlich in der überfüllten Abflughalle. Zum Glück konnte ich noch Einchecken. An der Sicherheitskontrolle eine endlose Schlange wegen der vielen Passagiere und der sehr strengen Kontrollen. Gerade noch rechtzeitig schaffte ich es in den letzten Bus, der mich zum weit draußen auf dem Rollfeld stehenden Flugzeug brachte. Dort traf ich dann auf meine beiden Mitreisenden aus der Schweiz. Die Chinesen an Bord waren sichtlich überrascht, dass gleich drei Langnasen die Reise in den tiefen Nordwesten Chinas antreten. Langnasen sieht man dort nämlich so gut wie nie.

Nächstes Ziel also Hami/Kumul. Nach knapp drei Stunden Flug landeten wir auf dem dortigen Flughafen, der so manchem Steuergeldgrab in der deutschen Provinz alle Ehre macht. Zu Fuß ging es ins Empfangsgebäude, wo trotz des nur zehn Meter langen Gepäckbandes der Koffer eines Reisegruppenmitglieds unauffindbar blieb. Das Flughafenpersonal hatte keine Ahnung, wo der Koffer sei und wie man weiter vorgehen solle, war sich aber sicher, dass der Koffer bestimmt bald auftauchen würde. Willkommen in China. Für mich nicht Neues, für meine beiden Begleiter, die aber das erste Mal in China waren, schon. So ging es mit dem Bus und teilweise ohne Koffer über eine kilometerlange, mehrspurige Straße, die von Straßenlaternen und Bäumen gesäumt war, durch menschenleere Wüstenlandschaft bis zur nächsten Autobahnauffahrt.

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Bild 1: Der Provinzflughafen von Hami/Kumul. Man hat sich immerhin bemüht, der Wellblechbaracke mit dem Schnitt der Fenster einen Strich Lokalkolorit zu verleihen.



Nach gut einer Stunde Fahrt hatten wir unser Ziel Sandaoling erreicht. Da das Stammhotel ausgebucht war, mussten wir auf eine neue Unterkunft ausweichen, die mit einer barocken Empfangshalle aufwartete. Ansonsten war alles beim Gewohnten: die Zimmereinrichtung war einfach, die Heizung bollerte auf Hochtouren und ließ sich natürlich nicht regulieren. Bei über 30° Grad Zimmertemperatur hilft da nur Fenster ganz weit aufreißen.

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Bild 2: Die barocke Empfangshalle im neuen Hotel von Sandaoling.


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Bild 3: Bei abendlicher Beleuchtung sieht das Ganze sogar noch besser aus.


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Bild 4: Immerhin waren wir im Hotel bestens geschützt. Jede von Han-Chinesen geführte, öffentlich zugängliche Einrichtung in Xinjiang muss abhängig von der Größe freiwillige Bereitschaftspolizisten bereitstellen, um Aufstände der einheimischen Uiguren schnell niederschlagen zu können. Die dazu notwendigen Utensilien liegen gleich griffbereit in der Empfangshalle.



Und bevor wir mit den Eisenbahnbildern loslegen wie immer zunächst eine Karte:

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Bild 5: Übersichtskarte des Tagebaus von Sandaoling. Die Kohle wird mittlerweile per Förderband zur Kohleverladeanlage zwischen den Bahnhöfen Xikeng und Dongkuang auf halber Höhe der Grube transportiert. Dort erfolgt die Umladung in die Kohlenzüge, die dann in Form eines umgekehrten S über Kengkouzhan („Grubeneinfahrtsbahnhof“; in der Karte fälschlicherweise als Kengkongzhan bezeichnet) und Dongbolizhan („Ostbahnhof“) entweder zur Kohlewäsche nach Xuanmeichang oder zur Kohleentladestelle kurz vor dem Bahnhof Nanzhan („Südbahnhof“) fahren. Zwischen Dongkuang und Xibolizhan ist die Strecke zweigleisig. Nach erfolgter Kohlenwäsche erfolgt in Nanzhan die Umladung in Waggons der Staatsbahn, die beladenen Waggons werden dann mit Dieselloks abgeholt und zum Anschlussbahnhof an der Staatsbahnstrecke (außerhalb der Karte rechts unten) gebracht. In Nanzhan befindet sich auch ein größerer Rangierbahnhof.
Einst wurde der Abraum aus den oberen Ebenen des Tagebaus direkt nach Xibolizhan („Westbahnhof“) gebracht, in den tieferen Ebenen mussten die Abraumzüge erst mit einer 180°-Kurve auf die andere Seite des Tagebaus in den Bahnhof Xikeng fahren. Dort machten die Abraumzüge Kopf und wurden nach Xibolizhan geschoben. Die Strecke zwischen Xikeng und Xibolizhan war ebenfalls zweigleisig. Hinter Xibolizhan verzweigte sich die Strecke auf mehrere Gleise hinauf zu den Abraumhalden westlich und südlich des Bahnhofs.
Auf der Verbindung zwischen Dongbolizhan und Xibolizhan verkehrten nur Arbeits- und Arbeiterzüge zum Schichtwechsel.
In Jichangzhan befindet sich eine große Werkstätte. Die Bekohlung und das Wasserfassen erfolgen meistens in Dongbolizhan, obwohl die dortige Großbekohlungsanlage schon länger stillgelegt ist. Stattdessen erfolgt die Bekohlung meist einfach per Schaufellader.
In Yijing („erste Mine“) und Erjing („zweite Mine“) gibt es noch Untertageminen, die ebenfalls an das Schienennetz angeschlossen sind (Abzweig in Nanzhan).
2014 endete dann die Dampfherrlichkeit in weiten Teilen. Nordwestlich des Tagebaus wurden neue Untergrundminen erschlossen (links außerhalb der Karte). Die wurden zwar auch von Nanzhan ausgehend an das Bahnnetz angebunden, der Transport obliegt aber komplett Dieselloks (Strecke ist nicht in Karte eingezeichnet). Im Gegenzug wurde der weitere Abbau von Deckgestein im Tagebau eingestellt und das gesamte Schienennetz westlich von Dongkuang und Dongbolizhan abgebaut. Es wird jetzt lediglich die noch verbliebene Kohle im Tagebau mit Dampfloks abtransportiert.
In diesem Bericht bewegen wir uns im Dreieck Jichangzahn, Xuanmeichang und Kengkouzhan




Nach einem schnellen Mittagessen ging es dann endlich auf die Staubpiste, schließlich waren wir nicht zur Erholung da. Um die späte Mittagszeit ist ja meistens Betriebsruhe, denn die Schichten gehen von neun Uhr bis neun Uhr und um zwei Uhr macht das Lokpersonal folglich Mittagspause. Die Uhrzeiten hören sich recht ungewöhnlich an, machen aber Sinn. Obwohl Sandaoling mehrere tausend Kilometer westlich von Peking liegt, gilt hier die genau gleiche Uhrzeit wie in Peking („ein Land, eine Zeitzone und die richtet sich nach Peking“). So geht im Winter die Sonne in Sandaoling meist erst kurz vor zehn Uhr auf. Da also kein Betrieb auf der Strecke zu erwarten war, war unser erstes Ziel das Umfeld von Werkstatt, Kohleladeplatz und Kohlewäsche „to see what happen“ (wie Jun es immer so schön sagt). Dort rangierte dann tatsächlich eine Dampflok abgewrackte Dampfloktorsos und Waggons.

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Bild 6: JS8194 hat ihr Leben bereits ausgehaucht, sie wird aber nochmals aus dem Schrottplatz herausgezogen. Allzulange steht sie wohl noch nicht dort, denn der Pflegezustand der aktiven Loks in Sandaoling ist nicht arg viel besser.


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Bild 7: Vor JS8194 hängt JS8080, die ebenfalls noch nicht allzu lange auf dem Schottplatz steht, der in der Bildmitte zu erkennen ist. Im Hintergrund erkennt man noch die Kohlenwäsche und das alte Zementwerk. Das Schrottgelände ist mit Mauern und Stacheldraht gesichert und wird streng bewacht, warum auch immer. Mehr als 30 alte Loks stehen hier herum. Als ein paar Japaner mal versuchten, über die Mauer Fotos zu machen, sahen sie für mehrere Tage eine chinesische Polizeistation von innen. Natürlich hätte es einen gereizt, durch die offenen Tore zu streunen und die alten Loks nummerntechnisch zu dokumentieren, zumal ich viele davon noch in Aktion erlebt habe. Aber ich hatte keine Lust, gleich am ersten Tag eine chinesische Polizeistation zu besichtigen.


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Bild 8: Herausgezogen wurden die Loks übrigens von JS8167, die sich noch bester Gesundheit erfreut.


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Bild 9: Die Alte zieht die Junge. JS8167 rangiert ihre bereits abgestellte jüngere Schwester JS8194.


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Bild 10: Nachdem der Rangiervorgang abgeschlossen ist, rollt im Hintergrund der nächste Kohlenzug in Richtung Kohlenwäsche. Habt ihr ihn schon entdeckt?


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Bild 11: Als nächstes zieht JS8167 zwei alte Waggons aus dem Schrottplatz. Eigentlich dürfte die Lok sich nicht bewegen, zeigt doch das Signal auf dem Wagen halt. Es ist allerdings defekt und zeigt daher die Grundstellung („Halt“) an. Die Waggons mit den angeschweißten Kabinen werden benötigt, da die Loks nicht umsetzen und die Züge in den Tagebau hinab immer geschoben werden. Die Person in der Kabine kommuniziert über das Signal mit dem Lokführer der Dampflok. Zusätzlich zum Signalflügel gibt es auch eine Beleuchtung, da der Betrieb ja rund um die Uhr erfolgt.


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Bild 12: Auch wenn nur auf dem Schrottplatz rangiert wird: der Rangierer mit seiner Fahne darf natürlich nicht fehlen.


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Bild 13: Während der Rangierarbeiten kam auch ein Zug von der Kohlewäsche zurück, den ich mit vielen Leitungen „notschlachtete“.



Das warme Abendlicht wollten wir dann nutzen, um die aus dem Tagebau fahrenden Züge im Gegenlicht aufzunehmen. Dazu ging es mit dem Kleinbus zunächst zum Bahnhof Kengkouzhan (übersetzt etwa Grubeneinfahrtsbahnhof), wo die Züge den Tagebau verlassen und entweder Richtung Kohlewäsche oder Bahnhof Dongbolizhan abzweigen.

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Bild 14: Kaum waren wir am Bahnhof Kengkouzhan ausgestiegen, dampfte auch schon der erste Zug aus dem Tagebau. Eigentlich ist diese Stelle eher was für den späten Vormittag, aber große Stellungswechsel waren jetzt leider nicht mehr drin.


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Bild 15: “On the wrong side of the tracks” heißt in einem der besten Lieder von Biohazard, einer meiner Lieblingsgruppen. Bei dem Bild geht es aber nicht um „gang neighborhoods“, sondern um die lichttechnisch falsche Seite. Immerhin kommen die verschneiten Himmelsberge im Hintergrund etwas zur Geltung.


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Bild 16: Am Einfahrtsignal von Kengkouzhan machen die meisten Lokführer den Regler schon zu. Nicht so dieser Lokführer.



Für die nächsten beiden Züge positionierten wir und etwas weiter nördlich, um die gesamte Strecke von der Kohleverladeanlage bis zum Bahnhof Kengkouzhan im Blick zu haben.

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Bild 17: Je kälter die Temperaturen am Abend, desto klarer der Blick auf die Himmelsberge (Tian Shan) im Hintergrund. Diese Bergkette zieht sich von West (Tadschikistan, Usbekistan) nach Ost (China). Hier in Sandaoling ist sie nur noch an die 4.000m hoch, weiter im Westen erreicht sie Höhen von über 7.000m Wir befinden uns hier im ältesten Teil des Tagebaus, daher sind die Abbaustufen schon entsprechend verwittert.


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Bild 18: Eigentlich steht die Sonne noch zu hoch für passende Bilder. Aber man kann sich die stark unregelmäßigen Fahrtzeiten der Züge eben nicht aussuchen. Der Dampfzug hat die Kohleverladung am linken Bildrand verlassen und strebt jetzt dem Bahnhof Kengkouzhan entgegen. Im Hintergrund sieht man, wie diverse Schwelbrände im Tagebau vor sich hinkokeln.


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Bild 19: Auf diesem Bild kommen mal ganz gut die Steigungen zur Geltung, die die Züge bei der Fahrt aus dem Tagebau absolvieren müssen.


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Bild 20: Langsam näher sich der Zug der großen Kurve, …


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Bild 21: … die er mit ordentlicher Geschwindigkeit befährt, bevor er …


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Bild 22: … unterhalb unseres Fotostandortes vorbeikommt.



Jetzt war die bange Frage, wann der nächste Zug kommen würde. Würde es dann noch ausreichend Licht geben?

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Bild 23: Ja, bei fast idealen Lichtbedingungen nimmt der nächste, vollbeladene Zug die Steigung aus dem Tagebau heraus in Angriff. Oberhalb der Verladeanlage kann man am Horizont übrigens die große Gitterbrücke für die Beleuchtung am ehemaligen Bahnhof Xibolizhan erkennen. Was waren das für Zeiten, als es dort noch dampfte. Tempi passati…


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Bild 24: Der Lokführer öffnet am „Bahnhof 82” nochmal ordentlich den Regler, um Schwung für die kommenden Kurven und Steigungen zu sammeln.


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Bild 25: Mit den “glints” ist es in Sandaoling so eine Sache. Die Loks sind so ungepflegt, dass da so gut wie nichts glänzt. Die Schienenköpfe dagegen glänzen in der Abendsonne.


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Bild 26: Wenn einem die Welt zu Füßen liegt…



Für einen weiteren Zug würde das Licht nicht ausreichen, stattdessen würden jetzt nur noch Silhouetten-Aufnahmen in Frage kommen. Die Auswahl dafür ist begrenzt, wir entschieden uns für die Strecke zur Kohlenwäsche. Wenn wir Pech haben würden, käme uns gerade der erste Zug aus der Kohlewäsche entgegen und der zweite Zug wäre zum Kohleladeplatz gefahren, wo man keine Silhouetten-Aufnahmen machen kann. Doch wir sollten Glück haben. Als unser Bus auf die Staubpiste nach Alt-Sandaoling einbog, machte sich gerade der erste Zug an der Kohlenwäsche zur Abfahrt bereit, der zweite Zug stand direkt daneben. Also schnell ein halbwegs akzeptables Plätzchen gesucht, meine Wahl fiel auf eine Silhouette mit Baum.

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Bild 27: Der Baum sieht recht nett aus, das Gestrüpp daneben müsste man eigentlich vorher entfernen. Wenn nicht real, dann zumindest virtuell. Aber dafür fehlt mir die Zeit.


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Bild 28: Mit ein bisschen mehr Tele sieht das Ganze dann so aus.



Ich wollte auch noch die Abfahrt des zweiten Zuges ablichten, der Rest der Gruppe wollte schon zurück ins Hotel, da das Licht sowieso weg sei. Aber ich war anderer Meinung und kletterte auf das Dach eines bereits recht maroden Toilettengebäudes neben dem Bahndamm und sah zu, wie das Licht immer weiter schwand. Der Rest der Gruppe saß schon im Bus, als endlich der Zug abfuhr. Und das Warten hatte sich aus meiner Sicht durchaus gelohnt.

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Bild 29: Im wirklich allerletzten Büchsenlicht schiebt die Dampflok die leeren Waggons aus der Kohlenwäsche in Richtung Tagebau.


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Bild 30: Bilder am Bahndamm einer chinesischen Zechenbahn ohne Leitungen und Masten ist einfach nicht möglich.



Jetzt hatten wir uns den Feierabend aber Redlich verdient. Nach einer Dusche ging es zum Abendessen in das letzte, noch offene Restaurant in Sandaoling. Die Ausbeute war für einen halben Tag gar nicht mal so schlecht. Leider waren die Temperaturen weit überdurchschnittlich und die Dampfentwicklung ließ leider ziemlich zu wünschen übrig. Ein Problem, das uns die nächsten Tage noch verfolgen würde. Aber dazu mehr dann im nächsten Beitrag.


Inhaltsverzeichnis




Hallo Florian,
in Kombination mit Disneyland in Hongkong dürfte die Kohlengrube in der winterlichen Wüste der heftigste Kontrast sein, den man sich innerhalb einer Urlaubsreise antun kann.
In Sandaoling wäre jetzt Hochsaison für Eisenbahnfreunde, wenn es die Pandemie nicht gäbe. Umso mehr freue ich mich über die Bildberichte hier in DSO. Sie geben wenigstens einen Eindruck von dem Geschehen, während in China die letzten nennenswerten Plandampfloks nun unbeobachtet ihre Runden drehen.
Vielen Dank und viele Gruesse - Andreas
Hi,

sehr schön. Allerdings sollte sich in der Grube theoretisch keine Dampflok mehr bewegen. Es hieß doch, im September 2020 Schluss wäre?

Grüße.
Hallo,

Murrbahner schrieb:
Allerdings sollte sich in der Grube theoretisch keine Dampflok mehr bewegen. Es hieß doch, im September 2020 Schluss wäre?
Theoretisch dürfte sich seit fast einem Jahrzehnt keine Dampflok mehr in der Grube bewege. Solange höre ich jedenfalls schon, dass der Dampf in Sandaoling zu Ende gehen soll. Es dampft aber noch immer, meine chinesischen Eisenbahnfreunde planen gerade den nächsten Winteraufenthalt dort. Umgekehrt ist es gefährlicher. Bei meinem Besuch in Fuxin 2015 wurden gleich vier Dampfloks einer Hauptuntetsuchung unterzogen, da man noch mit mehreren Jahren Betrieb rechnete. Wenige Monate später war dann Schluss. Bin mal gespannt, wie es in Sandaoling weitergeht.

Viele Grüße

Florian

Flo1979 schrieb:
Murrbahner schrieb:
Allerdings sollte sich in der Grube theoretisch keine Dampflok mehr bewegen. Es hieß doch, im September 2020 Schluss wäre?
Theoretisch dürfte sich seit fast einem Jahrzehnt keine Dampflok mehr in der Grube bewege. Solange höre ich jedenfalls schon, dass der Dampf in Sandaoling zu Ende gehen soll. Es dampft aber noch immer, meine chinesischen Eisenbahnfreunde planen gerade den nächsten Winteraufenthalt dort. Umgekehrt ist es gefährlicher. Bei meinem Besuch in Fuxin 2015 wurden gleich vier Dampfloks einer Hauptuntetsuchung unterzogen, da man noch mit mehreren Jahren Betrieb rechnete. Wenige Monate später war dann Schluss. Bin mal gespannt, wie es in Sandaoling weitergeht.

Es gibt Andeutungen, dass es nun doch noch bis September 2021 weitergehen soll. Bliebe die Frage, in welchem Umfang. Nun, diesen Winter haben die Chinesen das Loch für sich allein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.20 20:46.
Die Webseite SY-Country meldet mit Stand September 2020, dass der Dampfbetrieb gemäß "verlässlicher Quellen" ins Jahr 2021 verlängert wurde und nun spätestens zum September 2021 beendet werden soll. Deutsche Anbieter von Touren wie Tanago oder FarRail können die Chance aus nachvollziehbaren Gründen nicht nutzen. In Zeiten von Corona spielt man ohne Zuschauer.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.20 20:51.