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Hallo!

Wir reisen weiter durch Norwegen im Sommerloch und bewegen uns weiter nordwärts. Eine Zugfahrt nach Trondheim steht auf dem Programm und zwei Tage rund um die Metropole Mittelnorwegens.

Wer die ersten beiden Teile noch einmal nachlesen möchte, der kann das hier tun:

Teil 1: Auftakt in Oslo
Teil 2: Eine Runde im Süden



Mittwoch, 5. August 2020

Gleich beim Aufstehen erlebe ich das wettermäßige Kontrastprogramm zum gestrigen Tag: es regnet wie Bindfäden und Besserung ist auch kaum in Sicht. Da heute ein Transfertag sein wird, ist das aber nicht weiter schlimm. Die Drehscheibe dieser Reise sollte bereits in der ersten Grobplanung Trondheim sein, dort wollte ich nach den ersten Tagen in Oslo per Bahn hinauffahren und dann – je nach Wetter - weiter in Norden oder ans Dovrefjell und ins Fjordland. Geplant war das als spontane Fahrt mit Ticketkauf vor Ort, zum Glück hatte ich kurz vor dem Abflug aber noch einmal nach der Verfügbarkeit der Bahntickets für den ungefähren Zeitraum geschaut. Und ich musste feststellen, dass für den direkten Zug von Oslo nach Trondheim die Tickets schon sehr knapp (also teuer) oder komplett ausverkauft waren. Nur für den Weg über Røros waren noch Plätze verfügbar. Um nun aber nicht Gefahr zu laufen, später gar kein Ticket mehr zu bekommen, hatte ich die Flexibilität aufgegeben und mir noch zwei Tickets von Oslo nach Røros sowie von Røros nach Trondheim für den heutigen Tag gekauft. Mit Blick auf den Regen am Morgen genau die richtige Entscheidung. Und mittlerweile ist mir auch klar, warum die Tickets so knapp waren – auf den Fernstrecken dürfen aktuell nur 50% der Sitzplätze verkauft werden und die Züge bleiben zum Zwecke der Abstandswahrung halbleer.

Um 8 Uhr stehe ich erst einmal im Frühstücksraum des Hotels. Den Zeitpunkt hatte ich mir schon am Vorabend aussuchen müssen, trotzdem ist es voll. Aber jeder Gast (bzw. jede Gruppe oder Familie) bekommt einen eigenen Tisch. Es gibt auch kein Buffet, sondern nur verschiedene „Frühstücksmenus“, aus denen man auswählen kann. So geht die Sache recht fix und bin schon lange vor dem Ende meines Slots um 8:30 Uhr fertig. Gegen 9 Uhr versuche ich eine Regenlücke abzupassen, um halbwegs trocken zum Bahnhof zu kommen. Das gelingt mir aber nicht wirklich, so dass ich trotz kurzer Entfernung recht durchnässt ankomme.

Um 9:34 Uhr fährt mein IC nach Lillehammer, natürlich wieder ein Bm74. Von Oslo nach Røros gibt es keinen durchgehenden Zug, sondern es muss in Hamar umgestiegen werden. Die Fahrt dorthin dauert eine reichliche Stunde. Zuerst geht es auf der Neubaustrecke zum Flughafen bis Eidsvoll, dort wird auf die Bestandsstrecke gewechselt. Wobei diese in dieser Form nicht mehr lange Bestand haben wird, auch in Richtung Norden wird derzeit fleißig gebaut. Zwischen Eidsvoll und der bereits bestehenden Ausbaustrecke ab Langset wird ein komplett neues Planum für eine zweigleisige Strecke errichtet und auch für die nördliche Fortführung bis Hamar existieren bereits konkrete Planungen. Noch ist aber alles beim Alten und der Zug kurvt auf eingleisiger Strecke mit hölzernen Oberleitungsmasten durch die norwegische Landschaft.

In Hamar habe ich eine Stunde Aufenthalt. Es regnet immer noch, aber weniger als am Morgen in Oslo. Ich drehe eine kleine Runde um den Bahnhof und kaufe etwas Proviant für die Fahrt ein.

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Der Bahnhof in Hamar. Mit dem weiteren Ausbau der Strecke bis Lillehammer könnte das repräsentative Gebäude seine Funktion verlieren, seitens der Stadt möchte man die Bahn gern verlegen und einen komplett neuen Bahnhof errichten.

Um kurz nach 12 Uhr geht meine Fahrt weiter. Der Zug nach Røros ist wie erwartet ein einzelner Talent der Reihe Bm93. Er ist ab Hamar auch komplett belegt. Bereits am Tag zuvor waren keine Tickets mehr erhältlich und es gibt für jeden Zweier auch einen Fahrgast. Bereits beim ersten größeren Halt in Elverum verlassen aber viele den Zug schon wieder und auch bei den nächsten Halten wird der Zug nicht voller – die Auslastung liegt schnell bei weniger als 20%. So war zwar immer genug Abstand zwischen den Fahrgästen, dafür konnte ein Teil aber gar nicht erst mitfahren und die größte Strecke wäre der Zug wohl sowieso ausreichend leer gewesen...

Derweil regnet es unablässig weiter. Die Bahn folgt einem weiten Tal, von der Landschaft ist aber nicht viel zu sehen. Immer wieder hält der Zug an kleineren Bahnhöfen und es gibt ein wenig Fahrgastwechsel. Es ist ein entspanntes Reisen, der Regen tropft an die Fenster, während der Zug in schneller, aber ruhiger Fahrt in Richtung Norden gleitet.

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Grün, typisch norwegisch und wenig abwechslungsreich ist die Landschaft im Østerdalen.

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Und es regnet, regnet, und regnet...

Über Alvdal, Tynset und Tolga erreicht der Zug gegen 15:30 Uhr den Bahnhof von Røros. Weiter in Richtung Trondheim geht es von hier erst kurz vor Sieben, ich habe also Zeit, mir die Stadt anzusehen. Und das ist auch zu empfehlen, Røros ist eine traditionsreiche Bergstadt und besitzt noch viel historische Bebauung. Bereits auf den letzten Kilometern der Fahrt hat der Regen nachgelassen und bei meiner Ankunft in Røros ist es sogar trocken. Also sofort los! Vom Bahnhof aus schaue ich mir zunächst die Hauptstraße des Ortes an, an der zahlreiche bunte Holzhäuser gereiht sind. Und es gibt zahlreiche Lokale und Geschäfte für Touristen, die auch heute trotz Reisebeschränkungen und Schmuddelwetter recht zahlreich vorhanden sind. Etwas abseits der Hauptstraße liegt das Bergbaumuseum, in dem ich gut eine kurze Regenphase verbringen kann.

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Die Bergmannsgata ist die Hauptstraße von Røros, in der sich die Geschäfte reihen. Gewisse architektonische Ähnlichkeiten zu Bergbaustädten im Harz (Clausthal-Zellerfeld!) sind kaum zu übersehen.

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In Røros wurde bis in das 20. Jahrhundert Kupfer aus verschiedenen Bergwerken in der Region verhüttet. Auf einem Gelände unterhalb der Stadt liegen die ausgedehnten Hüttenanlagen, die heute zum Museum umfunktioniert sind. Vom Schlackeberg hat man einen schönen Überblick.

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Stadt und Kupferhütte gehören auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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In der Nähe der Schlackehalden, auf der anderen Talseite, lagen die einfachen Hütten der Hüttenarbeiter. Im Sleggveien sind noch einige davon erhalten.

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Heute wirkt das alles sehr romantisch, war im rauen norwegischen Winter und auf über 500 m Meereshöhe aber sicher alles andere als angenehm.

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Zahlreiche Anlagen der Kupferhütte wurden restauriert und können besichtigt werden.

Ich genehmige mir noch einen Elchburger in einem Café und bin dann rechtzeitig zur Abfahrt meines Zuges am Bahnhof zurück. Zu meiner Überraschung ist es ein einer der älteren Bm92, der als Durchläufer von Hamar nach Trondheim einfährt. Einen kurze Schrecksekunde bereitet mir allerdings die Information, dass der Zug zwischen Heimdal und Trondheim ausfällt. Schnell finde ich allerdings heraus, dass Heimdal bereits im Nahbereich von Trondheim liegt. Von dort sollte es per ÖPNV bis zu meinem Hotel im Zentrum zu schaffen sein.

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Einfahrt für den Rt 2387 von Hamar nach Røros und weiter nach Trondheim.

Die Bahn überwindet einen kleinen Pass, bevor sie in das Tal der Gaula abfällt. Hier geht es mal oben am Hang entlang, mal unten am zunehmend breiter werdenden Fluss. In Støren ist die Dovrebahn erreicht, auf der die letzten Kilometer bis Trondheim zurückgelegt werden. Für mich heißt es aber schon in Lundamo aussteigen, von hier hat man einen Ersatzverkehr zum Bahnhof von Trondheim organisiert. Zwar wirken die beiden Kleinbusse etwas unterdimensioniert, schlussendlich finden aber doch alle Fahrgäste mit ausreichend Abstand Platz. Gegen 23 Uhr erreiche ich schließlich Trondheim und kurz darauf auch mein Hotel direkt neben dem Bahnhof.


Donnerstag, 6. August 2020

Für heute habe ich einen Tag Stadtbummel in Trondheim eingeplant – wettermäßig soll es mit Wolken, aber ohne Regen, dafür perfekt sein. Eigentlich wäre ein schönes Frühstücksbuffet im Hotel da genau der richtige Start, das fällt wegen Corona aber aus. (Oder vielleicht auch wegen mutmaßlich der zu geringen Nachfrage, andere Gäste konnte ich im Hotel weder am Abend noch am Morgen sehen.) So bleiben mir nur ein paar süße Teile und ein Kaffee vom Bahnhof. Dafür kann ich von meinem Zimmer aber schön den Verkehr auf den Gleisen beobachten und da ist mit den Zügen in und aus Richtung Süden sowie den Rangierfahrten der Züge der Nordlandsbahn einiges los. Nach dem Frühstück starte ich eine Runde durch die Stadt.

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Die Sentralstasjon von Trondheim liegt auf einer Insel direkt am Meer.

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Von der Stadt getrennt wird sie durch den Kanalhafen. Wenn man so will, gibt es hier direkten Bootanschluss.

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Die Hauptsehenswürdigkeit von Trondheim ist der Nidarosdom. Er war im Mittelalter die Krönungsstätte der norwegischen Könige und benennt sich nach der früheren Bezeichnung von Trondheim: Nidaros.

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Etwas moderner ist die Architektur am weitläufigen Marktplatz.

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Entlang der Nidelva stehen zahlreiche Speicherhäuser – eine Erinnerung an die lange Tradition von Trondheim als Hafen- und Hansestadt.

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Auf der anderen Seite des Flusses ist das fast schon kleinstädtische Bakklandet-Viertel.

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Hier stehen auch noch zahlreiche schöne Holzhäuser.

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Letzte Station meines Rundgangs ist die Festung Kristiansten.

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Von den Festungsanlagen kann man noch einmal schön die Stadt überblicken.

Gegen 17 Uhr bin ich wieder zurück am Bahnhof. Am Abend muss ich noch zum Flughafen, meinen Mietwagen für die nächsten Tage abholen. Der Flughafen liegt etwas außerhalb an der Strecke in Richtung Steinkjer und ist durch die stündlichen Nahverkehrszüge sehr gut angebunden. Bis mein Zug fährt dokumentiere ich noch ein wenig den Bahnhof.

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Das historische Bahnhofsgebäude der Trondheim Sentralstasjon hat in den letzten Jahren eine moderne Erweiterung bekommen, die einen Teil der Gleise überspannt. Darunter durch fährt ein Regionaltriebwagen von Steinkjer nach Lundamo ein.

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Direkt neben dem Personenbahnhof liegt das Containerterminal - Endpunkt für die Züge aus Oslo und Startpunkt für die Züge der Nordlandsbahn. 226 10 schiebt ein paar Wagen hin und her.

Die Mietwagenübernahme geht fix und nach nicht einmal zwanzig Minuten bin ich wieder unterwegs. Mittlerweile ist es richtig sonnig geworden und die noch verbleibenden zwei, drei Stunden bis zum Sonnenuntergang will ich für ein paar Fotos nutzen. Mein erster Anlaufpunkt ist die bekannte Stelle bei Skatval, gar nicht weit vom Flughafen entfernt. Als gar nicht so mal so trivial erweist sich hier das Überqueren der E6, das mir prompt das erste Foto vermasselt. Ich war allerdings auch etwas knapp dran und es wäre nur ein Nachschuss gewesen – also halb so schlimm.

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In Stjørdal ist Taktkreuzung der Nahverkehrszüge, so dass bereits nach ein paar Minuten der nächste Zug kommt. Bm92 09 ist auf dem Weg von Lundamo nach Steinkjer und ich habe es inzwischen über die Straße geschafft.

Am Abend wird zugmäßig auf diesem Abschnitt noch einmal richtiges Programm geboten. Aus Richtung Bodø kommen ein Güterzug und der Tagesschnellzug, und in Richtung Norden fährt ebenfalls ein Güterzug. Ich fahre die Strecke ein Stück weiter nach Ronglan, wo sich die Züge schön mit dem Ort im Hintergrund fotografieren lassen. Zuerst sollte hier der Güterzug aus Richtung Norden kommen und ein Blick auf die Togkart bestätigt mir, dass er pünktlich unterwegs ist. Was allerdings schneller als der Zug ist, ist ein größere Wolke, die sich vor die Sonne schiebt und dort auch nicht mehr verschwindet. So geht Zug Nummer 1 erst einmal schief. Da es für beiden anderen nicht besser aussieht und schon recht spät ist, warte ich nicht mehr, sondern fahre ich direkt in meine Unterkunft in Verdal. Die Stelle in Ronglan merke ich mir aber für morgen vor. Die Wettervorhersage ist gut und in will den gesamten Tag an der Strecke verbringen.

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Die heranziehenden Wolken sorgen für eine schöne Theaterstimmung.

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Und über dem Trondheimfjord kommt kurz noch einmal die Sonne hervor.


Freitag, 7. August 2020

Zeitig, bereits um 5 Uhr, klingelt heute morgen der Wecker. Um 5:44 Uhr soll der Nachtzug aus Bodø durch Verdal kommen und um diese Zeit lässt sich mit der Morgensonne bereits etwas machen. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigt allerdings, das heute morgen eher weniger mit Sonne zu rechnen ist – von der See ziehen einige Wolkenbänder herein. Ich bleibe also liebe noch ein wenig liegen...

Gegen 7 Uhr zeigen sich erste blaue Streifen am Horizont. So langsam ist auch wieder Güterzugzeit mit je einem Zug in und aus Richtung Norden. Allerdings hatte der Blick in den tagesaktuellen Fahrplan schon gestern Abend gezeigt, dass der Zug nach Norden heute im Ausfall ist. Aber der Nachtzug von dort ist planmäßig unterwegs. Ich schaue zuerst direkt nördlich von Verdal nach einer Stelle, aber ohne so recht fündig zu werden. Schließlich entscheide ich mich für eine Feldwegbrücke bei Røra.

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Vor dem Güterzug ist erst einmal Triebwagenzeit. Aus Steinkjer kommt Bm92 57 und ist unterwegs nach Trondheim.

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In Verdal ist Kreuzung mit dem Gegenzug. Tagsüber wird auf der Strecke im Stundentakt gefahren, mit einigen Verstärkern in der Hauptverkehrszeit, so dass eigentlich ständig Betrieb ist.

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Der Güterzug hat in Røra bereits auf den Triebwagen gewartet und darf nun wieder auf die Strecke. Bespannt ist der Gt 5794 von Bodø nach Trondheim mit der T68 902, einer der Railcare-Leihloks von CargoNet. Und das Lokpersonal freut sich offenbar über den Fotografen auf der Brücke.

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Wie überall entlang der Trønderbahn ist auch in Røra der Trondheimfjord nicht weit.

Nächster Zielpunkt ist der Tagesschnellzug nach Bodø. Dafür fahre ich ein paar Kilometer weiter an ein freies Stück Streckenstück zwischen Røra und Sparbu. Wenig angenehm sind dort allerdings das Warten und Fotografieren, da wegen der vielen Kornfelder als einziger Weg und und Standpunkt die E6 bzw. deren Randstreifen zur Verfügung stehen. Sollte ich hier noch einmal herkommen, dann definitiv im Herbst, wenn die Felder abgeerntet sind. Das ist nicht nur angenehmer, sondern schaut auch besser aus. ;-)

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Vor dem Schnellzug ist wieder Triebwagenzeit. Bm92 09 kommt aus Steinkjer zurück und fährt wieder nach Trondheim. Eine in dieser Perspektive sehr präsente Freilandleitung habe ich kurz digital abgehängt.

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Und in Verdal ist wieder die Kreuzung mit dem Gegenzug nach Steinkjer.

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Ein halbe Stunde später folgt schließlich der Schnellzug nach Bodø. Di4 654 bringt vier fünf strahlend rote Wagen in den Norden. Wie lange man das in dieser Form wohl noch erleben kann..?

Im Anschluss stelle ich mich noch einmal an die bereits am Morgen begutachtetet Stelle nördlich von Verdal. Mochte sie mich für den Güterzug nicht so recht überzeugen, so bietet sie doch eine ganz gute Möglichkeit für die Triebwagen.

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Die nächste Triebwagenrunde von Trondheim nach Steinkjer. Auch hier ist im Hintergrund wieder der Trondheimfjord zu sehen, der mit 130 km Länge immerhin der drittlängste Norwegens ist.

Für die beiden nächsten Züge bewege ich mich weiter die Strecke zurück in Richtung Levanger.

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Eine bekannte Stelle ist die Brücke bei Levanger mit ein paar Höfen im Hintergund. Mit Bm92 02 sehen wir einen weiteren Vertreter der auf der Trønderbahn noch allgegenwärtigen Type 92.

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Den Gegenzug erwarte ich auf der anderen Seite von Levanger, an der Fotokurve bei Nossum. Lang wird man die Bm92 auf der Strecke allerdings nicht mehr sehen, die Elektrifizierung bis Stjørdal ist geplant und neue Triebwagen in Form der Hybridvariante des Stadler Flirt bereits in der Auslieferung.

Anschließend habe ich erst einmal Zeit für eine Mittagspause. Ferienbedingt fällt ein Takt aus und die nächsten Züge kommen erst in eineinhalb Stunden. Mittlerweile ist es fast schon sommerlich warm und ich setze mich mit ein paar Smørrebrød auf eine Bank in einem kleinen Park in Levanger. Für den nächsten Zug stelle ich mich dann einfach auf eine Brücke am Bahnhof nebenan.

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Nicht unbedingt typisch norwegisch wirkt das Bahnhofsgebäude von Levanger. Und der Bahnhof hatte früher offensichtlich wesentlich mehr Bedeutung als heute, erkennbar an den umfangreichen Gleisanlagen und dem kleinen Lokschuppen. Für Bm92 59 geht es nach kurzem Fahrgastwechsel weiter nach Trondheim.

Für die Nachmittagszüge fahre ich weiter nach Skatval. War es vormittags durchgehend sonnig, so ziehen mittlerweile vom Meer her allerdings einige dichtere Wolken herein. Ein paar Züge muss ich deshalb in Warteposition verbingen, bis gegen 17 Uhr die Sonne wieder die Oberhand gewinnt.

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Am Nachmittag ist wieder ein Taktverstärker unterwegs. Mir bringt er allerdings wenig, Skatval liegt zu dessen Fahrzeit leider noch im Wolkenschatten.

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Für den Gegenzug eine halbe Stunde hat es die Sonne durch die Wolken geschafft und die Panoramastelle nördlich des Ortes ist gut ausgeleuchtet.

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Und auch der nächste Zug nach Steinkjer bekommt noch Sonne ab. Im Hintergrund der Ort Skatval mit seinen markanten Bergformationen.

Für den Abend habe ich dann noch einmal Ronglan auf dem Plan. Zwar ziehen weiterhin Wolkenfelder vom Meer herein, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. ;-)

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Ich postiere mich zunächst am Rande des Sportplatzes, vom man gut die Gerade durch den Ort einsehen kann. Pünktlich kommt um halb Sieben der nächste Triebwagen nach Steinkjer angerollt.

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Ronglan ist ebenfalls ein Kreuzungshalt und so kommt nach kurzer Zeit ein Gegenzug. Mit diesem wird auch der Verstärker vom Nachmittag nach Trondheim zurücküberführt, so dass er aus zwei Bm92 besteht.

Bis zu den Güterzügen ist jetzt noch über eine Stunde Zeit und schaue mir die nahe Fotostelle „Rastplatz E6“ mit Blick auf den Nesvatnet an. Zwar wurde der Rastplatz mit dem kürzlich erfolgten Ausbau der E6 aufgegeben, aber von der Fläche kann man immer noch die Bahn und den See einsehen. Und die Sonne hat auch ein Einsehen und bescheint die Durchfahrt der nächsten Triebwagenfahrt nach Trondheim.

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Am idyllischen Nesvatnet entlang rollt Bm92 52 zurück nach Trondheim.

Nun ist aber wirklich Zeit für den Güterzug nach Trondheim. Ich stelle mich wieder auf meine Position von gestern, einen durch den Ausbau der E6 entstandenen Hügel, der ein schönes Panorama von Ronglan bietet. Ähnlich wie gestern will die Sonne auch heute nicht so richtig, aber taucht Ort und Zug zumindest in ein schwaches Licht.

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“Pünktlich wie die Eisenbahn“ kommt der Gt 5790 von Bodø nach Trondheim und durchfährt kurz vor Lichtaus Ronglan.

Der Gegenzug nach Bodø ist heute leider ebenfalls im Ausfall und für den Schnellzug sieht es nicht mehr wirklich nach Sonne aus. Deshalb entscheide ich mich auch heute, nicht zu warten, sondern direkt ins Hotel zurückzufahren.



Soweit Teil 3 der Reise durch Norwegen. Von einem wirklichen Sommerloch konnte man angesichts des dichten Fahrplans dieses Mal nicht wirklich sprechen und mit Regen muss man in diesem Land auch zu jeder Jahreszeit rechnen. Wer aber schon einmal Bilder der Trønderbahn aus dem September oder Oktober gesehen hat, der weiß, das der Sommer dort eigentlich eine langweilige Jahreszeit ist. ;-) Im nächsten Teil schauen wir deshalb, ob es woanders nicht etwas spektakulärer ausschaut.

Bis dahin viele Grüße,
Gunar

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4-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.20 12:10.
Ganz toll Gunar!
Allerdins zähle ich hier 5 Wagen und nicht 4 ;-)
https://abload.de/img/no20-331-whkfl.jpg

Mehr Bilder auf meine Flickr-Seite: [www.flickr.com]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.20 16:04.

Toll!

geschrieben von: RBD-S

Datum: 10.10.20 22:20

Einfach toll!
Wunderschöne Bilder, insbesondere der Weitblick bei Skatval. Bei einem Bild hängt aber die Freileitung noch buchstäblich in der Luft.

Grüße
björn
Danke für den Hinweis. Ich habe das noch mit einem entsprechenden Hinweis korrigiert.

Viele Grüße
Gunar

Wieder sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 11.10.20 12:33

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Tolle Motive, schöne Beschreibung

geschrieben von: E 44 051

Datum: 11.10.20 17:24

Hallo Gunar,

auch Teil 2 und 3 habe ich wieder genossen. Es macht Spaß, Deine Berichte zu lesen und zu betrachten.

Ausdrücklichen Respekt möchte ich Deiner Geduld, Ausdauer und Ausbeute während der autolosen Zeit zollen. Da muss ich mir direkt eine Scheibe von abschneiden ;-) Hoffentlich denke ich bei zukünftigen Reiseplanungen noch daran :-) Und meinen häufigen Reisepartner Thomas Klug muss ich dann allerdings auch noch überzeugen, dass weniger manchmal mehr ist ;-)

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf


Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]
Ich habe vom 24.12.2019 - 1.1.20 Norwegen ausschließlich aucf der Schiene bereist. Oslo - Roros - Trondheim - Oslo. Das war traumhaft schön und ich kann es nur jedem empfehlen. Insbesondere Roros hat es mir angetan. Was für ein romatisches Städtchen und fast alle können Englisch und man kann sich mit den Einwohnern super unterhalten.

Ich bedanke mich für diese großartigen Reiseberichte und werde Norwegen weiterhin als Ziel im Auge behalten.

Re: [NO] Warm und gemütlich

geschrieben von: bengt

Datum: 12.10.20 07:13

https://abload.de/img/no20-308-0ikqt.jpg

Heute wirkt das alles sehr romantisch, war im rauen norwegischen Winter und auf über 500 m Meereshöhe aber sicher alles andere als angenehm.

Ja, aber wärmer und schöner als kalte und feuchte Gebäude aus Stein oder Ziegel.

Grandios! Wirklich tolle Bilder!!! (o.w.T)

geschrieben von: Chris_EDO

Datum: 12.10.20 15:11

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gunar Kaune schrieb:
Der Bahnhof in Hamar. Mit dem weiteren Ausbau der Strecke bis Lillehammer könnte das repräsentative Gebäude seine Funktion verlieren, seitens der Stadt möchte man die Bahn gern verlegen und einen komplett neuen Bahnhof errichten.

Um kurz nach 12 Uhr geht meine Fahrt weiter. Der Zug nach Røros ist wie erwartet ein einzelner Talent der Reihe Bm93. Er ist ab Hamar auch komplett belegt. Bereits am Tag zuvor waren keine Tickets mehr erhältlich und es gibt für jeden Zweier auch einen Fahrgast. Bereits beim ersten größeren Halt in Elverum verlassen aber viele den Zug schon wieder und auch bei den nächsten Halten wird der Zug nicht voller – die Auslastung liegt schnell bei weniger als 20%. So war zwar immer genug Abstand zwischen den Fahrgästen, dafür konnte ein Teil aber gar nicht erst mitfahren und die größte Strecke wäre der Zug wohl sowieso ausreichend leer gewesen...

Derweil regnet es unablässig weiter. Die Bahn folgt einem weiten Tal, von der Landschaft ist aber nicht viel zu sehen. Immer wieder hält der Zug an kleineren Bahnhöfen und es gibt ein wenig Fahrgastwechsel. Es ist ein entspanntes Reisen, der Regen tropft an die Fenster, während der Zug in schneller, aber ruhiger Fahrt in Richtung Norden gleitet.

[abload.de]

Grün, typisch norwegisch und wenig abwechslungsreich ist die Landschaft im Østerdalen.

[abload.de]

Nun, eintönig geht anders, auch wenn sich vielleicht hauptsächlich
die Flußverknotungen ändern.

Das Ausbuchungsproblem ließe sich vielleicht mit Express-UZ lindern,
wo man Teilstrecken ggf. erst kurz vor knapp freigibt.

Oder aber man könnte einen Verstärkungs-VT auf dem Abschnitt
bis Elverum mitgeben.

[Hier nicht mitzitiert:] Der angekündigte Teilausfallspunkt
des Zuges nach Trondheim (eigentlich) war nicht identisch
mit Deinem Umstiegspunkt zum SEV. Ohne mir jetzt das
Streckenband angesehen zu haben: Wurde auf einem Unterwegshalt
der Umstieg vom SEV veranstaltet, weil am Ende des Zuglaufs
die Straßenanbindung ungünstiger war?

Gruß, ULF
Hallo Gunar,

Dein Bericht und die Bilder gefallen mir sehr gut.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Bernd

Heimseite: foto-kiboko.de

Sehr schön. (o.w.T)

geschrieben von: Lalu

Datum: 19.10.20 21:59

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo!

wieder sehr schöne Motive und nette Beschreibungen des Drumrum, da bekomme ich wieder Lust auf Norwegen.

Danke dir!
Matthias