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Bonjour tout le monde,

nach dem letzten Teil hat es nun leider etwas länger gedauert, aber hier folgt nun der vierte Teil meines Reiseberichts "Tour de Rhône".
Vielen Dank auch an dieser Stelle noch für die zahlreichen Kommentare unter Teil 3.

Die bisherigen Teile findet ihr bei Bedarf hier:
Teil 1 [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2 [www.drehscheibe-online.de]
Teil 3 [www.drehscheibe-online.de]

Tag 6 – Von Marseille nach Nîmes

Nach dem körperlich anstrengenden Tag an der Steilküste um Niolon wollte ich es heute etwas gemütlicher angehen lassen und hauptsächlich meinen Standort nach Nîmes verlegen und dort ein wenig die Stadt erkunden. Dachte ich zumindest.. irgendwie kann man ja nicht einfach morgens direkt zum Bahnhof abhauen. So ließ ich nach dem Checkout aus dem Hotel zunächst meinen Rucksack dort, um noch das 2013 eröffnete Musée des Civilisations de l'Europe et de la Méditerranée (kurz Mucem) zu besichtigen. Das Museum ist mit dem direkt angrenzenden Fort St Jean zu einem Besichtigungskomplex vereinigt. Vom modernen Museum gelangt man gemütlich über eine neu gebaute Fußgängerbrücke direkt ins Fort. Nach der Besichtigung entstand dieses Foto vom Fort St Jean sowie dem auf der anderen Seite des Vieux Port gelegenen Fort Ganteaume.
https://abload.de/img/france_2020_63y6kx4.jpg

Anschließend machte ich mich wieder auf den Rückweg in Richtung Bahnhof. Hier zu sehen ist die Villa Mediterranée, welche geschlossen war, sowie am linken Bildrand das vorher besichtigte moderne Gebäude des Mucem.
https://abload.de/img/france_2020_64uskob.jpg

Am Bahnhof Marseille St Charles entstand vor der Abfahrt in Richtung Nîmes dieses rein dokumentarische Foto meines Zuges sowie der deutlich interessanteren BB 22000, welche nach meiner Erinnerung kurz vorher aus Lyon angekommen sein müsste.
https://abload.de/img/france_2020_65vqk0d.jpg

Die Fahrt mit dem TER von Marseille über Miramas (dieses mal auf der elektrifizierten Strecke durchs Inland) und Arles nahm in Tarascon ein jähes Ende, da ein liegengebliebener Zug die Strecke „auf unbekannte Zeit“ blockierte. Die Zeit wurde natürlich von vielen Reisenden genutzt, um ein wenig an die frische Luft zu gehen. Da musste natürlich auch die Kamera mit.
https://abload.de/img/france_2020_66fojww.jpg

Der Bahnhof Tarascon befindet sich übrigens an einem "großen Gleisdreieck" und führt die jeweils von Norden und Süden von der Strecke Avignon - Marseille abzweigenden Äste in Richtung Westen nach Nîmes zusammen.

Schlussendlich ging es dann aber doch schon nach ca. 10 Minuten weiter und so hielt sich die Verspätung bei der Ankunft in Nîmes in Grenzen.
Nachdem ich mein Gepäck im Hotel am Bahnhof abgeladen hatte, ging es auch gleich weiter in die Stadt. Die Allee vor dem Bahnhof war in Sachen Flair und Sauberkeit in keinster Weise mit Marseille zu vergleichen.
https://abload.de/img/france_2020_67tvjye.jpg

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind in Nîmes alle fußläufig zu erreichen, wie hier das große Amphitheater aus dem 1. Jh n. Chr. Die wirkliche Größe erfasst man jedoch erst bei einer Besichtigung des Inneren. Auch hat man vom höchsten Rang der Zuschauerplätze einen super Blick über die Stadt an sich.
https://abload.de/img/france_2020_684ejyw.jpg

Etwas weiter nördlich liegt der ebenso sehenswerte Jardin de la Fontaine, an dessem höchsten Punkt ebenfalls ein Bauwerk aus römischer Zeit trohnt, der Rest des Tour Magne aus der Zeitrechnung vor Christus. Das nachfolgende Foto zeigt jedoch nicht den Turm, sondern die hinter der namensgebenden Fontaine liegenden Treppenaufgänge in die Gärten.
https://abload.de/img/france_2020_692xkgk.jpg

Vor dem Abendessen machte ich einen kleine Abstecher zurück zum Bahnhof, um mir noch ein Ticket für den am nächsten Tag anstehenden Ausflug in die Camargue zu besorgen. Eine Onlinebuchung wurde aufgrund des neuen Smartphones (siehe letzter Teil) leider technisch unterbunden. Und so machte ich Bekanntschaft mit der an Deutschland erinnernden Kleinstaaterei in Sachen Ticketing..
Nachdem mir online ein Preis von einem symbolischen 1 € für die knapp 50 km angezeigt wurde, wollte der Automat plötzlich 9,50 € haben. Da war ich dann doch etwas skeptisch. Es zeigte sich, dass die günstigen Tickets nur online oder am „Regional-Automat“ zu kriegen waren. Ich hingegen stand an einem Automat für die „Grandes Lignes“. Na dann.. zum Glück früh genug gemerkt.
Vom restlichen Abend gibt es nichts besonderes zu erzählen, da dringend etwas Erholung nötig war.

Tag 7 – Ausflug in die Camargue nach Le-Grau-du-Roi

Des Morgens genoss ich direkt vor dem Bahnhof von Nîmes mein Frühstück in der Brasserie des Fleurs und machte mich danach auf zum Zug. An einem Montag hatte ich mit etwas weniger Zulauf gerechnet, jedoch wurde mir dann klar, dass ja Sommerferien waren. Zusätzlich war der Zug um 10:30 der einzige, welcher vormittags an die Küste fährt. Mein Nebenplatz blieb jedoch leer, was mir hinsichtlich der „Masken-Mentalität“ einiger Mitreisender doch ganz recht war.

Die Strecke nach Le-Grau-du-Roi ist aus dem Zugfenster durchaus sehenswert und so streifte mein Blick neben vielen Wiesen, Weiden und kleinen Örtchen auch schon an den drei wohl bekanntesten Tierarten der Camargue vorbei: die weißen Camargue-Pferde, Camargue-Stiere sowie kurz vor dem Ziel auch diverse Flamingos.
Hier ein Foto nach der Ankunft in Le-Grau-du-Roi, welches ich von einer der beiden Fußgängerüberführungen über den Bahnhof schoss.
https://abload.de/img/france_2020_707ajqp.jpg

Mein Ziel galt zunächst der Touristeninformation, um mich mit ein paar Tips für eine Radtour einzudecken. Auf dem Weg dorthin entstand dieses Foto vom durch den Ort führenden Canal du Rhône à Sète.
https://abload.de/img/france_2020_71omj1c.jpg

Nach der Informationsbeschaffung und dem Ausleihen eines Drahtesels radelte ich von der Küste zunächst am oben erwähnten Kanal (an welchem übrigens auch die Bahnstrecke entlangführt) wieder in Richtung Landesinnere. Ziel waren die auf der Hinfahrt bereits gesehenen flamants roses im Étang du Médard.
Mit etwas Glück erwischte ich hier sogar das, was man in Anlahnung an die Eisenbahnsicherungstechnik „gleichzeitige Flugmöglichkeit“ bezeichnen könnte. :-)https://abload.de/img/france_2020_72uhk03.jpg

Schlussendlich landete ich im ca. 6 km entfernten Aigues-Mortes. Direkt neben der sehenswerten historischen Altstadt mit ihrer vollständig erhaltenden rechteckig die Stadt umspannenden Stadtmauer findet man eine Eisenbahndrehbrücke. Da mittlerweile meine Triebwageneinheit von der Hinfahrt für die Rückfahrt nach Nîmes fällig wurde, machte ich es mir am Wasser bequem und wartete auf den Zug. Vor der Brücke drehte ein Boot immerfort Kreise und wartete offensichtlich auf eine Öffnung der Brücke, wie man hier bei einem „Heckschuss“ auf den Zug sehen kann.
https://abload.de/img/france_2020_73xtk2i.jpg

Kurz nach dem Zug wurde dann auch direkt die Brücke geöffnet und so konnte der erwartungsvolle Kapitän nach dem Durchlassen eines größeren Touristenschiffs auch endlich die Eisenbahnlinie queren.
https://abload.de/img/france_2020_74d6kbv.jpg

Nach einem kleinen Streifzug durch die Gässchen innerhalb der Stadtmauer postierte ich mich wieder südlich davon an einem Bahnübergang, um den nächsten Südfahrer nach Le-Grau-du-Roi aufzunehmen. Man könnte sagen „zum Glück“ kaschiert die schon vorhandene Schattenseite die doch sehr umfangreiche Verzierung der Triebwagen.
https://abload.de/img/france_2020_75tekbl.jpg

Auf der Rückfahrt nach Le-Grau-du-Roi entdeckte ich noch diese beiden edlen Galoppels auf einer Weide entlang des Fahrradwegs.
https://abload.de/img/france_2020_76dik6z.jpg

In Le-Grau-du-Roi fuhr ich dann noch einige verschiedene Ecken ab wie z. B. die riesigen Yachthäfen, die langen Strände sowie den ein oder anderen weiteren Étang. Dabei entdeckte ich doch tatsächlich auch eine "rue des flamants roses".
Durch die hohen Temperaturen und die extrem brennende Sonne war dieser Tag auf dem Fahrrad körperlich noch anstrengender als die Kraxeltour an der Küste bei Niolon zwei Tage zuvor. Etwas erledigt begab ich mich also irgendwann wieder zum Bahnhof, wo Reisende von Mitarbeitern der „SNCF Sécurité“ nur mit gültigem Fahrausweis und ohne verdächtige Gegenstände im Gepäck auf den Bahnsteig gelassen wurden.
Mir reichte es nach etwas Anstehen glücklicherweise zeitlich noch grade so, um die Einfahrt des Zuges bildlich festzuhalten. Leider war auch dieser wieder ziemlich verziert.
https://abload.de/img/france_2020_77lvjim.jpg

Auf der Rückfahrt entstand zwischen Le-Grau-du-Roi und Aigues-Mortes dieses Foto von den Anlagen der örtlichen Salzindustrie.
https://abload.de/img/france_2020_78yckf2.jpg

In Nîmes verabschiedete ich meinen Zug noch mit einem signaltechnisch angehauchten Foto bei der Ausfahrt.
https://abload.de/img/france_2020_797ckm5.jpg

Der Abend wurde dann wieder vollständig „Eisenbahn-frei“ verbracht. Nach einem sehr leckeren „Gulasch vom Camargue-Stier“ und einem super Nachtisch stand noch eine kleine Fototour mit Stativ durch die Innenstadt von Nîmes an. Hier zu sehen das maison carrée, welches wie das Amphitheater aus dem 1. Jh n. Chr stammt.
https://abload.de/img/france_2020_80f0jr2.jpg

Fix und fertig endet auch dieser Tag und damit auch dieser Teil des Reiseberichts.
Es fehlt nun nur noch ein letzter Teil mit der Rückfahrt über Grenoble.

Bis dahin viele Grüße
Tobias



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.09.20 17:56.
Wieder sehr schön! Womit fotografierst Du denn auf Reisen?

Grüße aus Wien.
Vielen Dank.
Ich hatte meine Canon 70D mit einem 15 - 85 mm Objektiv dabei.
Grüße Tobias