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Ziele und Inhalte der Lehrveranstaltung

Das dreiteilige Seminar „Vorwärts zurück in die Vergangenheit“ wird im Sommersemester 2020 als besonders praxisorientierte Lehrveranstaltung angeboten. Die Teilnehmer sollen hierdurch befähigt werden, die im Rahmen der Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie erworbenen Vorbehalte gegen die wahlfreie Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ideologiefrei abzubauen bzw. auf die im Rahmen des Seminars ermittelten Randbedingungen innovativ zu skalieren. Besonderer Wert wird auf die umfassende Abdeckung möglichst vieler Modi des öffentlichen Verkehrs gelegt. Die Teilnehmer erweitern und festigen ihre analytischen, kreativen und beurteilenden Fähigkeiten. Praktische Untersuchungen zu den Wechselwirkungen zwischen öffentlichem Verkehr einerseits und Geografie sowie Gastronomie andererseits runden das Seminar inhaltlich ab.

Inhaltlich zerfällt das Seminar in folgende Einzelbestandteile:
1. Seminareinheit: Internationale Verkehrsbeziehungen
2. Seminareinheit: Retrospektiven im aktuellen Betrieb
3. Seminareinheit: Mobilität mit und ohne Mund-Nase-Bedeckung

Die Teilnehmer erhalten nach dem Absolvieren jeder Teilstrecke einen Sitzschein, soweit sie hierfür nicht bereits über einen gültige Fahrausweis verfügen. Anstelle eines Sitzscheins kann im Falle hoher Auslastung ersatzweise ein Stehschein oder Stehenbleibschein ausgegeben werden.

Weitere Auskünfte erteilt: PD Dr. ferr. phil. Dr. h. c. mult. Karel Kozel, ...


Diese Seminarankündigung fischten die Kollegen Slon, genannt Elfik, und Elch, genannt Elk, sowie meine Wenigkeit Anfang Juni 2020 ungefähr zeitgleich aus ihren Postfächern. Und selbstredend waren wir davon sofort infiziert – allen Abstands-, Hygiene- und anderen Regeln zum Trotz. Glücklicherweise hatten die Veranstalter noch genügend Plätze frei. Und durften sogar veranstalten.

Dann bleibt mir an der Stelle nur noch, maximale Unterhaltung und minimale Verwirrung zu wünschen.



Erste Seminareinheit: Rüber reisen

Für den ersten Streich begeben Kollege Elch und meine Wenigkeit uns an einem sonnigen Sonnabendvormittag Ende Juni 2020 in den Dresdner Hauptbahnhof.

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Pfoto 1.1: Wochenend' und Sonnenschein / die Weißwurscht mit dem Elch fährt ein.

Bevor sich dieser Ohrwurm für den Rest des Tages in uns festsetzt, flüchten wir lieber in die angeschlossene Frischmachanstalt:

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Pfoto 1.2: Selbstverständlich mit Abstandshaltung. Und erfreulicherweise mit nicht pappigem Geschirr.

Eine reichliche Dreiviertelstunde später geht’s weiter elbaufwärts.

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Pfoto 1.3: Unterwegs begegnet uns ein Verkehrsmittel, das in diesen Tagen in ganz schwierigem Fahrwasser schwimmt. Und das liegt keineswegs nur am Elbpegel.

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Pfoto 1.4: Umsteigen in Königstein im Schutze der Festung.

Nun bewegen wir uns auf verkehrshistorisch „aufgeladener“ Strecke: Vor knapp 120 Jahren war man hier schon mal elektromobil. Heute lassen wir uns fossilverbrennend auf die linkselbische Höhe wuchten.

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Pfoto 1.5: Nach dem knackigen Anstieg ein prüfender Rückblick: Die Mobilitätsform „Rad im Bus“ hat zumindest hier und heute deutliche Reservekapazitäten. Was mag zur gleichen Zeit auf dem Elbradweg los sein?

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Pfoto 1.6: Über das Erreichen unseres Fahrtziels werden wir nach dem Drei-Sinne-Prinzip via Auge, Ohr und Popometer informiert.

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Pfoto 1.7: Hier kommen die Freunde der obligatorischen Spiegelei voll auf ihre Kosten.

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Pfoto 1.8: Beim Hinterherschauen meinen wir zu verstehen, wie der Begriff „Wanderbus“ entstanden sein könnte.

Ab jetzt sind wir unter uns – also nichts wie runter mit dem Verhüterli. Die frische Waldluft erfordert ungefilterte Konsumation.

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Pfoto 1.9: Neuzeitliche Wegweisung.

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Pfoto 1.10: Historisch überlieferte Wegweisung. Man beachte die immensen mechanischen Sicherheitsreserven, die unsere Vorväter in ihre Konstruktion eingebaut hatten.

Es dauert nicht lange, da vernehmen wir mitten im Wald ein deutliches Begrüßungstrompeten.

https://abload.de/img/pf-01-11_2020-06-27_1uskav.jpg
Pfoto 1.11: Vier Wochen zuvor wäre dieses Bild noch als machtvolle Kundgebung pro Europa durchgegangen.

Heute geht’s zu dritt weiter südwärts durch den Wald und das Schneeberger Hinterdorf, pardon: die Streusiedlung Sněžník, Zadní ves, wo es unsererseits großer Standhaftigkeit bedarf, sich nicht von den (wieder erwachten?) gastronomischen Verlockungen wegfangen zu lassen. Wir haben schließlich das Ziel, einen geografisch globaleren Überblick zu bekommen.

https://abload.de/img/pf-01-12_2020-06-27_1nkkuy.jpg
Pfoto 1.12: Der örtlich zuständige Berggastronom setzt ganz auf Motivation. Und wir sehen den Aussichtsturm schon an dieser Stelle doppelt. Hicks.

Der Aufstieg aufs Plateau entwickelt sich dann weniger schweißtreibend als befürchtet – manchmal kann die berühmt-berüchtigte Fotowolke sich sogar nützlich machen.

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Pfoto 1.13: Besagte Fotowolke will selbstverständlich mit aufs Bild, als wir oben aufs Böhmische Mittelgebirge blicken.

Die nächste Station liegt auf genau 723 Metern über dem Kronstädter Pegel. Da sollten wir uns um den unsrigen kümmern.

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Pfoto 1.14: Im Angesicht des Genussmittels vergisst Kollege Elch den Grundsatz, die übertragene Aufgabe mit der notwendigen Raschheit, jedoch ohne Überstürzung auszuführen.

Keine Sorge – dank sofortiger gastronomischer Anwendung eines vom Kollegen Elfik geistesgegenwärtig bestellten Gurkensalats lässt sich die Betriebsfähigkeit des Kollegen Elch zügig wiederherstellen.

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Pfoto 1.15: Dementsprechend sonnig sind die Aussichten auf die Böhmische Schweiz und unser nächstes Etappenziel Děčín.

Angesichts der Höhendifferenz halten wir uns lieber von der Luftlinie fern, sondern dackeln in westliche Richtung zur schon bekannten Streusiedlung.

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Pfoto 1.16: Unterwegs gibt es einen Ausblick ins Sächsische zu erhaschen.

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Pfoto 1.17: Auf der böhmischen Seite werden Rad- und Busverkehr heute ebenfalls getrennt abgewickelt. Na gut, auf diese Weise sprengt wenigstens nur eines der Fahrzeuge die Tonnagebegrenzung.

Nachdem alle versorgt sind – also wir mit Verbund-Fahrscheinen aus dem Drucker im Fahrzeug und das Fahrpersonal mit Dienst-Eis aus dem Imbiß an der Haltestelle – beginnt der gummibereifte und gut klimatisierte Abstieg durch den Wald über Maxičky und Přípeř hinunter auf Elbniveau.

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Pfoto 1.18: Während Kollege Elch – wohl noch unter dem Eindruck des Mittagsbiers – im Sitzmuster ganz eindeutig Hopfendolden zu erkennen glaubt, lockt rechtselbisch (für die Ur-Dresdner: „Neustädter Seite“) das Schloss.

Die Stadtbuslinie 216 kommt uns da am Bahnhof gerade recht. Und der Verbundfahrschein ist auch noch gültig. Also rübermachen.

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Pfoto 1.19: Nach dem Seitenwechsel. Der 10-Sitzer entschwindet auf seine nächste Klettertour zum Zoo, und wir stürzen uns ins städtische Gewimmel, das offenbar maßgeblich durch ein öffentliches Weinverkostungsevent erzeugt worden ist.

Ohne nochmaligen Pegelanstieg queren wir Altstadt und Elbe und sind schon bald zurück am Bahnhof.

https://abload.de/img/pf-01-20_2020-06-27_11sj7d.jpg
Pfoto 1.20: Die Schienendüse hat das Wettrennen gegen die Gewitterwolke knapp gewonnen.

Der (Halb-) Speisewagen ist gut besetzt, so dass das Systemwechselbier pfotografisch undokumentiert bleiben muss. In Dresden heißt es dann Abschied nehmen vom Elch, der sich mit dienstlichen Verpflichtungen 'rausredet, an der für den Folgetag angesetzten zweiten Seminareinheit nicht teilnehmen zu können. Hm, dann muss diese halt mit nur zwei Teilnehmern stattfinden...


Weiter zu Seminareinheit 2 (Bildberichte-Forum)

Edit: Folgekurs angekuppelt

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Weitere vier- und mehrbeinige Schweinereien im öffentlichen Verkehr




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.07.20 20:18.
Huhuuu! Es geht wieder los! Reisender Elchsinn vom Feinsten!
Freue mich schon auf die weiteren Abschnitte (und habe mit der gleislosen Bahn wieder was gelernt).

Max
Grunz 🐽!

Schon mal herzlichen Dank für den ersten Teil und dem fleißigen Leeren von Bierkrüge. Vorbildlich finde ich bei den Kollegen das ordnungsgemäße Tragen der Hund-Hasen-Bedeckung.

https://live.staticflickr.com/4313/36250348295_609fe96b2a_c.jpg

Freu mich auf die Fortsetzungen.

Grüße vom Fahrdienstschweinchen Porky (vor zwei Jahren in England noch oben ohne)

https://farm1.staticflickr.com/869/27921841298_515929d3d5_c.jpg
pan pes schrieb:
Zitat:
Pfoto 1.3: Unterwegs begegnet uns ein Verkehrsmittel, das in diesen Tagen in ganz schwierigem Fahrwasser schwimmt. Und das liegt keineswegs nur am Elbpegel.
Immerhin war da mal wieder ausreichend Wasser drin.
pan pes schrieb:
Zitat:
Nun bewegen wir uns auf verkehrshistorisch „aufgeladener“ Strecke: Vor knapp 120 Jahren war man hier schon mal elektromobil. Heute lassen wir uns fossilverbrennend auf die linkselbische Höhe wuchten.
Verkehrshistorisch ist auch das erste Stück eures Laufweges, m.W. fuhr vor 1945 ein Bus über diese Grenzstraße.
pan pes schrieb:
Zitat:
Heute geht’s zu dritt weiter südwärts durch den Wald und das Schneeberger Hinterdorf, pardon: die Streusiedlung Sněžník, Zadní ves, wo es unsererseits großer Standhaftigkeit bedarf, sich nicht von den (wieder erwachten?) gastronomischen Verlockungen wegfangen zu lassen. Wir haben schließlich das Ziel, einen geografisch globaleren Überblick zu bekommen.
Pfoto 1.12: Der örtlich zuständige Berggastronom setzt ganz auf Motivation. Und wir sehen den Aussichtsturm schon an dieser Stelle doppelt. Hicks.

Der Aufstieg aufs Plateau entwickelt sich dann weniger schweißtreibend als befürchtet – manchmal kann die berühmt-berüchtigte Fotowolke sich sogar nützlich machen.
Da gibt es auch einen schönen sanft ansteigenden Waldweg am Hang.

Genug Klugscheisserei, Danke für den Bericht.

Gruß
Hardy
Geneigter Elkbändiger,

beim Studieren des ersten Absatzes habe ich vor Lachen das Pils vom letzten Wochenende beinahe an verkehrtem Orte entsorgt. Wie schön, daß es Reisende gibt, die der Gegenwart ein dauerhaftes Lächeln ins Gesicht zaubern.

Dankeschön
Holger
Lieber Kollege Pes,

im Railjet wurde sehr wohl dokumentiert. Kann es sein, daß das der Hopfentee die Sinne benebelt hat.

IMG_20200627_192036.jpg

Sammel-Rückgebell

geschrieben von: pan pes

Datum: 02.08.20 18:20

Wuff-wuff zusammen,

da scheinen die Seminarinhalte ja auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Danke für die Rückmeldungen!

Dann will ich mal die Stöckchen apportieren, die zur ersten Einheit zusammengekommen sind:

PatrickBln:
Vorbildlich finde ich bei den Kollegen das ordnungsgemäße Tragen der Hund-Hasen-Bedeckung.
Äh, das blaue? Das sieht nur so aus wie 'n (Ki-) Kaninchen. In Wirklichkeit ist die Bedeckung des Kollegen Slon durch die vielen Waschgänge so geschrumpft, dass er den Rüssel jetzt im eingerollten Zustand unters Verhüterli stopft. Dadurch klingt die Trompete übrigens eher nach Waldhorn.

PatrickBln:
Grüße vom Fahrdienstschweinchen Porky (vor zwei Jahren in England noch oben ohne)
Fajn! Tierische Grüße zurück!
Der Kollege Slon trompetet übrigens gerade durch die virtuelle Leitung, dass dazu passend im Rahmen des diesjährigen Zlonicer Sommertheaters eigentlich die Oper "Porky a Pes" aufgeführt hätte werden sollen, wenn nicht...

HardyM:
Verkehrshistorisch ist auch das erste Stück eures Laufweges, m.W. fuhr vor 1945 ein Bus über diese Grenzstraße.
Da muss ich doch gleich mal sehen, ob ich den Knochen ausgegraben kriege. Und tatsächlich: Im Fischer-/Matthes-Wälzer "Der Omnibusverkehr in und um Chemnitz" (Bildverlag Böttger, ISBN-13: 9783937496092) findet sich im vorderen Einband ein Netzplan vom Sommer 1939, in dem die Verbindung als Linie 424 drin ist. Hier mal ein kleiner Ausschnitt:
https://abload.de/img/pf-99-01_2020-07-31_23nka4.jpg
(Falls jemand bei diesem Pfoto Probleme mit dem Nutzungsrecht oder dergleichen sieht, bitte kurz anbellen - dann vergrab' ich's wieder im Archiv. Danke vorab!)

HardyM:
Da gibt es auch einen schönen sanft ansteigenden Waldweg am Hang.
Ich glaube, den haben wir aufwärts sogar genommen. Aber auch da war die aufziehende Bewölkung irgendwie nützlich.
Oder meintest Du den aus nordöstlicher Richtung vom Abzweig Kristin hrádek auf den Schneeberg zulaufenden ("grünen") Weg? Den hatten wir kurz als Variante für den Abstieg ins Auge gefasst - unter anderem um bis Dĕčín noch eine Tarifzone 'rauszuschnorren, heheee. Ist aber wegen des dann fehlenden "Dresdner Ausblicks" nicht als Vorzugsvariante gewählt worden.

Kollege Elch:
im Railjet wurde sehr wohl dokumentiert. Kann es sein, daß das der Hopfentee die Sinne benebelt hat.
Hůch! Hab ich die Schienendüsenbehopfung etwa schon wieder, äh, verdrängt? Annndererseits: Da schwimmt doch hinter Ihnen (und hinter dem národní Bierglas) in der Elbe das Seil der gierigen Fähre zu Dolní Žleb, oder? Dann war ich in dem Moment wohl gerade voll..., äh, ausgelastet, nach dem Belvedér zu schnüffeln. Hechel. Taugt das als qualifizierte Ausrede?

Und damit ein fröhliches Grußgebell in die Runde.

Au-Au / Bau-bau / Blaf-blaf / Boj-boj / Bow-wow / Гаф-гаф / Haff-haff / Hau-Hau / Ouah-ouah / Vov-vov / Wuff-wuff

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