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Es gibt so Dinge im Leben, die man jahrelang vor sich herschiebt. Bereits als ich vor zwanzig Jahren die ersten Bilder im für mich damals noch jungen Internet sah, erwuchs in mir der Traum „Da muß ich mal hin“. Noch heute muß ich bei deutschen Jugendherbergen immer ein bisschen an die legendären Erzählungen vom Vandrerhjem Bodø denken (Jan, waren das nicht Deine Reiseberichte?). :-)

2007 war ich dann das erste Mal mit der Bahn im Sommer oben, weitere Interrailtouren folgten 2012 und dann nochmals im Winter 2015 (zusammen mit meinem Bruder, der auch gleich mit dem Skandinavienvirus infiziert wurde). Und jedes Mal wuchs der Wunsch, doch auch mal fotografisch im Norden tätig zu werden. Das Problem war halt nur das Skandinavien-Wetter.

Ende Juli 2019 war dann eine Woche Urlaub geplant, in der wir spontan wetterabhängig irgendwo in Süd(ost)Europa fotografieren wollten. Wenige Tage vor der Abreise musste ein Mitreisender familienbedingt sehr kurzfristig absagen, sodaß wir etwas ratlos dastanden.

Was nun? Doch dann machten die Wetterdienste unisono etwas, was ich so noch nie erlebt hatte: Sie prognostizierten für die Nordlandsregion sieben Tage lang Vollsonne – 16-17 Stunden pro Tag, Temperaturen von fast 30 Grad auf dem Saltfjell sollte es geben! Am 23.07.19 wurden die Chefs etwas beschwatzt und der Urlaub noch um zwei Tage verlängert. :-)

Am 24. Juli 2019 wurde der nächstgelegene Fahrkartenschalter um zwei InterRail-Pässe erleichtert und schon zwei Stunden später starteten wir mit der Bahn nachmittags bei 34 Grad in Triberg (immerhin über 600m hoch!), übernachteten in Düsseldorf und bestiegen am 25.07. bei morgendlichen 32 Grad (tagsüber sollten es noch 40 werden) den SAS-Flieger in den hohen Norden, nach einem Umstieg in Oslo landeten wir um kurz nach fünf planmäßig in Bodø. Während es im Anflug noch recht gut aussah...




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… wollte abends nochmals eine kleine Wolkenfront durchziehen, aber wir waren zuversichtlich, daß uns das gute Wetter aus Deutschland verfolgen wird.


Noch am Flughafen holten wir uns bei Onkel Europcar einen schweineteuren Focus ab und machten uns auf in Richtung Saltfjell. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Fauske erreichten wir unsere Arctic Cabins nahe Brekke – das bedeutete zwar jedes Mal eine Stunde Anfahrt aufs Saltfjell, aber direkt an der E6 waren bei booking.com so kurzfristig keine bezahlbaren Unterkünfte verfügbar.




http://www.badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/B800a.jpg
Unser Domizil für die nächsten beiden Nächte.


Abends setzten wir uns bei einem (muß ich es erwähnen?) schweineteuren Bierchen noch etwas vors Kabinchen und stellten erste Pläne auf. Den ersten Güterzug morgen früh wollten wir fahren lassen, da der Tag so schon stressig genug war, aber für den Nachtzug wollten wir oben aufm Fjell sein.






Um 5 wurde aufgestanden und mal die Lage betrachtet – hm, also mit dichtem Nebel hätten wir jetzt nicht gerechnet. Also mal den Joker gezogen und die E6-Webcam aufm Fjell aufgerufen: Ui, da war ja Sonne! Also aufsitzen und los! Eine Stunde später schlugen wir auf dem Saltfjell auf, noch herrschte hier Ruhe. Die (Deutschen) Wohnmobilisten schliefen noch, von Lkws war nichts zu sehen, immerhin die Sonne war pünktlich zum Dienst erschienen, der erwartete Nachtzug aber wollte und wollte nicht auftauchen...




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Nach geschlagenen zwei Stunde Wartezeit war in der Ferne endlich das charakteristische Brummen der Di.4 zu hören...




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... ein paar Minuten später trat dann endlich die 4.655 mit dem D 475 auf die Bühne. Geil - erstes Bild im Kasten!




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Nach einer dreiviertel Stunde war auch schon der nächste Zug fällig...




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... ein Talent war als D 475 unterwegs von Mosjøen nach Bodø.




Nun drehten wir uns quasi nur um, sollte aus der Gegenrichtung gegen 12 Uhr (und somit in zwei Stunde) unser erster Güterzug kommen. Es gibt weiß Gott schlechtere Orte um zu chillen als das Saltfjell, aber als um 13:45 Uhr (nach vier Stunden Wartezeit!) noch immer kein Cargo durch war, brachen wir die Sache ab. Laut der Togkart sollte die Kiste noch in Bodø stehen – warum, wussten wir um diese Zeit noch nicht.




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Zum Glück war die nächste fällige Di.4 wenigstens plan, es ist wieder die 655 vom Morgen. Nun war sie mit dem dag tog unterwegs von Bodø in Richtung Mosjøen (ich schreibe jetzt bewußt mal nicht Trondheim!).

Fuzzen in Norwegen ist ja wirklich entspannend, die nächste Zugfahrt stand nun erst in drei Stunden an, sodaß wir ein bisschen durch die Gegend cruisen und Motivkunde betreiben konnten.




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Wer braucht eigentlich...




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... Kanada? :-)




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Um kurz vor 5 positionierten wir uns nahe Setsa für den R 1790 – Gottlob war die Kiste plan, noch länger hätten wir es bei diesen wildgewordenen norwegischen Stechviechern nicht ausgehalten.




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Nach der Wende in Rognan ging es für den Talent wieder zurück nach Bodø, nun heiß das Züglein R 1791.


Kenner der Szenerie erkennen nun, daß im zeitlichen Ablauf irgendein Mosaiksteinchen fehlt. Richtig! Der dag tog aus Süden wird vermißt, die Togkart vermeldet ihn aktuell mit +140 – das kann ja heiter werden...




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Na wenn schon keine lokbespannten Züge kommen, dann muß halt der nächste Talent dran glauben...




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... hier dieselt der Triebling als D 474...




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... durch das malerische Fischerdörfchen Setsa.


Und was macht nun der D 471 aus (vermeintlich) Trondheim? Hat mittlerweile +170 auf der Uhr – na, da kann ja was nicht stimmen: Nachtzug heute früh +90, Güterzüge haben wir gar keine gesehen und jetzt der Tagzug drei Stunden hinterm Plan. Nun musste das Apfelfon aber ran: Recherchen bei der NSB (und natürlich DSO) ergaben, daß CargoNet am Vorabend ein paar Container in den Fluß geworfen hat und die Strecke südlich von Mosjøen gesperrt ist. Na das erklärt ja einiges! Es wird also in Mosjøen gewendet und die Nordfahrer warten auf die Fahrgäste, die sich (am ersten Tag gab es wohl noch keinen SEV) durchgekämpft haben.




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Aber was sehen unsere Äuglein denn da in der Ferne?




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Na endlich!




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Nach den schlechten Nachrichten waren wir unglaublich froh, daß die Norweger doch noch...




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... lokbespannt fahren und nicht auf die Idee kamen, auch die Langläufer mit Talent zu fahren (was ein paar Tage später dann doch Wirklichkeit wurde – da waren wir glücklicherweise aber schon wieder weg *g*).


Der erste Tag war damit auch schon wieder erledigt. Wir gönnten uns in Fauske noch ein typisch norwegisches Abendessen (Pizza *g*) und brausten wieder zurück in unsere Arctic cabins...




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... aber nicht ohne unterwegs noch einen kurzen...




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... Kitsch-Stop einzulegen (bei Setsa).


Und morgen? Wochenends ist bahntechnisch hier sowieso Totentanz angesagt: Die Polarpendelen mit Talent fahren nur wochentags und mit Güterverkehr war wegen der Streckensperrung sowieso nicht zu rechnen. Also beschlossen wir, uns mal in Richtung Mo i Rana zu verschieben und uns den von Nils Beiträgen bekannten Erzpendel etwas genauer anzuschauen.

Viele Grüße
Der Schwarzwaldbahner & KBS720.

http://www.badische-schwarzwaldbahn.de/Banner.jpg

Jetzt sieht man die Bilder - traumhaft! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 22.07.20 09:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Ihr 2!

Schön, dass ihr nun doch noch den Reisebericht bringt. Paar Bilder waren ja schon zu sehen.
So ein Wetterglück habe ich bei all den Norwegenbesuchen noch nie gehabt...
Ich bin gespannt auf die nächsten Teile!

Viele Grüße, Jan

http://www.blockstelle.de/anderes/Banner35.jpg
Morsche

ja, ja - Norge.
Immer für eine Überraschung gut!
Traumbilder, die einen schon wieder in ihren magisch Zwang ziehen.

So ein lang anhaltendes Wetter hätte wir mal zu Di3-Zeiten gebraucht, aber trotzdem kann ich nicht von 'Skandinavischem (Schlecht-)Wetter' sprechen, da gab es immer -oft auch tagelange- Blauphasen..
Zu 'keine Güterzüge' - na da bin ich auch schon reingefallen, denn in den norwegischen Ferien fuhr in den Neunzigern nur die Hälfte der Gt..
Ich stand dann aufm Saltfjell und habe gewartet (Verspätungen sind ja nicht unbedingt die 'Ausnahme'), und gewartet, dann brachte die Fam das Abendessen und anschließend kamen auch noch die Mücken...
Hat lange gedauert bis der Groschen (Ferienverkehr) fiel, aber bei wolkenlosem Wetter wartet man eben bis die Sonne hinterm Bergkamm verschwindet..

Norge ist und bleibt traumhaft..

beste Grüße
Peter Bäuchle

Die Profalla-Wende: die Konzentration auf's Kerngeschäft..

Freiheit hört da auf, wo soziale Verantwortung der egoistischen Vorteilsnahme untergeordnet wird !