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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Hallo allerseits! Zu Beginn noch einmal die Links zu den vorherigen Abschnitten:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Wie angekündigt, gibt es noch einen weiteren Wochenendausflug von Saratov aus.
Diesmal sind wir mit acht Personen als Gruppe unterwegs und treffen fahren nach Volgograd. Eigentlich ein naheliegendes Ziel, aber nicht ganz so bequem zu erreichen, da mit 7 Stunden Fahrzeit für eine Tagesfahrt zu lang, über Nacht aber eigentlich zu kurz. Wir entscheiden uns für letzteres, mit dem Zug um 01:53.
Wir sind lange vorher da, was uns aber nichts bringt, denn unser Kurswagen wird erst etwa zwanzig Minuten vor Abfahrt an den Zug rangiert:

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Also warten wir noch im Regen auf dem Bahnsteig, bis wir endlich einsteigen können.

Es folgt eine sehr kurze Nacht, nach der wir entsprechend gerädert aufwachen und dann schnell zusammenpacken, denn die Provodnica macht uns natürlich Beine, bald nach der Ankunft in Volgograd auszusteigen.

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Die Stadt begrüßt uns erst einmal mit ihrem traumhaften Bahnhofsgebäude im sozialistischen Klassizismus.

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Man erkennt die Umzäunung des Bahnhofsgebäudes, seit dem Bombenanschlag 2013 muss man zum Betreten des Gebäudes zuerst durch die Kontrolle in einem Kontrollpavillon auf dem Vorplatz.

Ein Ort zum Frühstücken ist auch schnell gefunden, bevor es uns erst einmal an die Volga zieht.

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Das Hafengebäude hat auch schon bessere Zeiten gesehen, zumindest, was seine eigentliche Funktion angeht, im Erdgeschoss befinden sich nämlich diverse Bars. Der Blick zurück fällt auf die Treppe hoch zur Promenade und zum Siegespark.

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Durch diesen Park, in dem über Lautsprecher ununterbrochen Radio läuft, gehen wir in Richtung unseres Quartiers.

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Der Weg führt uns an der Endhaltestelle und dann auch der Strecke der Straßenbahnlinien 1, 2, 4 und 10 entlang, sodass gleich einige Tatras entgegen kommen:

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Nachdem wir unsere Sachen abgelegt haben, essen wir erstmal in einer Stolovaja namens Чё? Харчо! Die gleichnamige Suppe gibt es und sie schmeckt auch, besonders georgisch ist es ansonsten leider nicht. Danach fahren wir zur nächstgelegenen Haltestelle der Schnellstraßenbahn, Пионерская (Pionerskaja).

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In die Gegenrichtung fährt ein Gelenkwagen vom Typ LVS-2009, von denen 10 Stück vorhanden sind…
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…und auf unserem Gleis fährt eine MTTA-2-Doppeltraktion (modernisierte unechte Zweirichter-Tatra-T3) ein, die 2018 aus Moskau übernommen wurde.

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Wir fahren bis zur Station Мамаев Курган (Mamaev Kurgan), im Hintergrund erhebt sich schon Mutter Heimat:

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Was einen hier erwartet, steht z.B. im Blog des geschätzten Forenkollegen Iwan Parowosow wunderbar beschrieben: [www.rhein-wolga.info]

Wir gehen also den Hügel hinauf…

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Falls jemand die Beschreibung aus dem Rhein-Wolga-Kanal gelesen hat: Es ist wirklich so beeindruckend. Im Зал Воинской славы (Saal des militärischen Ruhmes) sehen wir uns die Wachablösung an und kommen danach oben an.

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Direkt bis zur Statue kommen wir leider nicht, aber immerhin können wir sie in dieser Form sehen – zuvor war sie nämlich monatelang eingerüstet.

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Blick zurück auf den Площадь Героев (Platz der Helden)

Nachdem wir alles gesehen, uns von den Eindrücken erholt (und hunderte Gruppenfotos gemacht) haben, gehen wir wieder zur Schnellstraßenbahn.

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Ein Teil der Gruppe fährt schon wieder in Richtung der Wohnung, um sich auszuruhen, wir anderen steigen an der Площадь Ленина (Ploščad‘ Lenina) aus.

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In der Nähe befinden sich Gerhardt-Mühle und dahinter das Panorama-Museum. Ich würde es gern besuchen, aber die meisten anderen wollen das auf morgen verschieben (es ist immer das gleiche Problem auf Gruppenreisen: Auf mein Besichtigungspensum hat nie jemand Lust :D).

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Immerhin sehen wir so in der Abendsonne auf die Volga und fahren dann auch wieder zurück.

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Station Pionerskaja

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Straßenbahnendhaltestelle Детский Центр (Detskij Centr)

Nachdem wir dann nachts lange unterwegs sind, beginnt der nächste Tag erst mittags. Wir bringen erstmal zu Fuß unser Gepäck zum Bahnhof und gönnen uns dann ein zweites Frühstück, bevor wir, wieder zu Fuß, nochmal zum Panorama-Museum gehen und es diesmal auch besuchen.

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Eingang in die Schnellstraßenbahn-Station Komsomol’skaja

Wie ich finde, lohnt sich auch das Museum sehr, auf das Kaufen einer Fotogenehmigung verzichte ich aber, deshalb gibt es hier auch nichts zu sehen.

Als wir das Museum wieder verlassen, ist es ungefähr 15 Uhr und ich würde gern noch bis 17 Uhr ins 30km entfernte Sarepta. Da nicht alle Lust darauf haben, bestelle ich schnell ein Taxi, das drei von uns schnell, allerdings mit fast schon Übelkeit verursachendem Fahrstil, dorthin bringt. Sarepta war eine Herrnhuter Kolonie, und obwohl es längst kein eigener Ort mehr ist, sondern als Teil des Красноармейский район (Krasnoarmejskij Rajon/rotarmistischer Rayon) längst zur Stadt gehört, blieb wenigstens der zentrale Platz des Dorfes erhalten und beherbergt ein Museum, das sich auf mehrere Gebäude verteilt.

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Lutherische Kirche

Eher im Schnelldurchlauf besuchen wir alle Ausstellungen und kaufen als Andenken traditionell hergestellten Senf. Als das Museum schließt, gehen wir in Richtung des nur wenige Meter entfernten Don-Wolga-Kanals und blicken auf die beeindruckende Schleuse, die den Abschluss desselben darstellt.

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Die Brücke, auf der wir stehen, wird auch von der Straßenbahnlinie 11 genutzt, eine Insellinie, die zu meiner Freude fast ausschließlich mit zweitürigen Tatra T3SU betrieben wird.

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Wir gehen durch einen Park noch zur Wolga…

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Ehe die Sonne langsam anfängt, unterzugehen, weshalb wir uns auf den Rückweg machen. Zunächst zur Straßenbahn…

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bei der leider dieser verunstaltete T3 um die Ecke kommt, aber von innen muss man die Front ja zum Glück nicht sehen.

Wir fahren ein paar Haltestellen, ehe wir zur nächstgelegenen Station an der Bahnstrecke, Krasnoarmejskaja, gehen.

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Bald fährt auch unsere Električka ein, die sich durch ihr helles Spitzenlicht ankündigt:

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Es folgt eine Dreiviertelstunde Frieren, denn die Heizung ist aus und wir sind frühlingshaft gekleidet, bis wir endlich wieder am Hauptbahnhof ankommen. Nun verlieren wir keine Zeit und gehen schnell Schaschlik essen.
Bis zur Abfahrt unseres Zuges um 00:10 haben wir eigentlich noch lange Zeit, aber der Tatendrang hält sich mittlerweile bei allen in Grenzen, sodass wir nach ein paar Bieren einfach zurück zum Bahnhof schlendern.

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Dabei kommen wir am historischen Gebäude der Feuerwehr vorbei

Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich diese hübsche Modelllok mit zweifelhaftem Namen:

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Wir setzen uns in den Wartesaal und sehen auf Gleis 1 schon unseren Zug stehen, bis er zum Einstieg freigegeben wird, dauert es allerdings noch ewig.

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Warten auf Einlass

Als es endlich losgeht, sind wir schon entsprechend müde und tun nicht mehr viel, außer gleich einzuschlafen, was angesichts der Ankunftszeit von 07:10 auch nicht die schlechteste Idee ist.

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Ankunft im Morgengrauen

Ich weiß, das Abschlussbild ist unscharf und nichts Besonderes, aber es gibt das todmüde Gefühl nach dem Aussteigen ganz gut wieder. Wir gehen alle erst einmal nach Hause, ich kann im Wohnheim sogar noch bis 9 Uhr duschen (danach ist es erst abends wieder erlaubt) und bin danach fit für den Tag.

Das war auch der zweite Wochenendausflug, einen weiteren Teil der Reise wird es nächste Woche noch geben, ich hoffe, es hat Euch bis hierher gefallen.

Bis dann,

Kilian





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.20 19:32.