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Mitte der 90er gab es den letzen Versuch EINEN Zug zwischen den Millionenmetropolen Rio und São Paulo zu etablieren. Der sogenannte Silberzug ( Trem de Prata) verkehrte von 1994 bis 1998. Seit dem gibt es zwischen den beiden Städten keinen Zug mehr. Diese beiden Städte könnte man mit Tokyo und Osaka vergleichen, dort verkehren die Shinkansen teilweise im 10 Min Abstand. Versuche eine HGV Strecke in Brasilien zu bauen, gab es in den letzen 30 Jahren schon häufig, aber alle Versuche verliefen im Sande der Korruption...

Quelle: YouTube

Vielen Dank

geschrieben von: Dominik86

Datum: 17.05.20 09:32

Hallo,

vielen Dank für das Video. Ein Bekannter von mir aus Brasilien hat mir mal ganz wehmütig davon erzählt, dass seine Mutter mit ihm mal extra mit dem Zug gefahren ist, weil er als Kind schon so eisenbahnbegeistert war. Jetzt weiß ich auch, wovon er gesprochen hat.

Liebe Grüße,
Dominik

[BR] Der letzte Fernzug Brasiliens - Reste des Trem de Prata

geschrieben von: 242

Datum: 18.05.20 22:41

Ja, der Zug ist Teil der brasilianischen Eisenbahngeschichte, als letzten Fernzug würde ich ihn nicht bezeichnen, eher als den letzten Nachtzug mit einem gewissen Luxus.
Außer jetzt in der Corona-Zeit fährt nach wie vor der Vale-Zug zwischen Belo Horizonte und Vitoria, nicht über Nacht, aber von zeitig früh bis spät abends, und auf 1000mm-Gleis.

Schade, dass im Video oben keine Aufnahmen der Lokomotive bzw. des fahrenden Zuges von außen zu sehen sind.

Frateschi hat den Budd-Wagen des Trem de Prata übrigens ein Denkmal gesetzt.

Eine Rückkehr der Wagen in den Fahrbetrieb ist inzwischen sehr sehr unwahrscheinlich.
Die Original-Fahrzeuge rotteten lange im Bundesstaat Minas Gerais in Juiz de Fora und Santos Dumont vor sich hin.
Teile davon scheinen in ein Restaurant gleichen Namens in Santos Dumont eingegangen zu sein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.05.20 22:42.
242 schrieb:
Frateschi hat den Budd-Wagen des Trem de Prata übrigens ein Denkmal gesetzt.
Ich wusste doch warum mir diese Wagen so vertraut vorkamen. Dann sind wohl unsere Fernzüge wie der legendäre “Canadian” die einzigen verbliebenen mit Budd-Wagen, oder irre ich mich?


Von Rio nach Sao Paolo sind es laut Google Maps übrigens nur 430 km, also eigentlich viel zu kurz für einen Nachtzug. Selbst hier in Kanada schaffen wir mit Toronto-Ottawa auf einer vergleichbaren Distanz (446 km) eine Fahrzeit von viereinhalb Stunden - bei 10 Zügen pro Tag:
[www.viarail.ca]



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.05.20 23:08.
Montrealer schrieb:
Von Rio nach Sao Paolo sind es laut Google Maps übrigens nur 430 km, also eigentlich viel zu kurz für einen Nachtzug.

Der Trem de Prata fuhr 20:30 Uhr ab und kam planmäßig um 6:00 Uhr an mit der Möglichkeit des late check-outs bis 8:00 Uhr.
Sein Vorgänger, der Santa Cruz, fuhr nachts um 23 Uhr ab und kam zwischen 8:00 und 8:25 an.
Tagzüge schafften die Strecke 1961 in 9 1/2 Stunden, 1975 in 7h 15min.
Triebwagen waren etwas schneller, die Budd RDC in den Sechzigern ca. 7 Stunden, der Trém Hungaro von Ganz in den Siebzigern etws unter 6h 40 min.

(alle Angaben aus dem Buch "Carros Budd no Brasil - 1")


Zum Vergleich:
Heutige Busverbindungen von Rio nach SP und zurück benötigen ca. 6 1/2 Stunden (bei Tag und bei Nacht),
die Luftbrücke zwischen SP Congonhas (CGH) und Rio Santos Dumont (SDU) gibt eine Stunde zwischen Abflug und Ankunft an (reine Flugdauer ist natürlich kürzer).




P.S. Tante Edit meint, der Abkürzungserklärer sei unwissend und bescheuert.
Budd RDC meint Rail Diesel Car der Firma Budd, in Brasilien auch Litorina genannt...



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.05.20 09:39.
Hallo,
in Cruzeiro-SP stehen einige Wagen auf dem ABPF Gelände. Für brasilianische Verhältnisse sehen sogar noch ganz gut aus.

Gruß

Alex