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[HU] Kreuz & quer durch Westungarn (2/2)

geschrieben von: Avala

Datum: 15.05.20 16:49

Am Ende des ersten Teils war Siófok erreicht, wo ich noch ein Bild des letzten Tages unterschlagen habe: Vor dem charakteristischen Gebäude mit den zwei Türmchen hält in der Abenddämmerung Ex 1204 Adria. Die Schlafwagen nach Split mit den Ordnungsnummern 420 und 421, die Liegewagen nach Split dem den Ordnungsnummern 422 und 423 sowie die Sitzwagen nach Split dem den Ordnungsnummern 424 und 425 befinden sich leider am Schluss des Zuges.

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Der nächste Morgen begann wie der vorherige Abend endete - Ex 1205 aus Kroatien stand am Programm. Und wieder, wie bei fast allen internationalen Zügen aus Süden und Osten in Ungarn, waren Inlandswagen zwischen Lokomotive und den durchgehenden Wagen gereiht.

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Während man vor Siófok bereits ein Stück zweigleisig ausgebaut hatte und auch dahinter bis Zamárdi felső ein zweites Gleis zugelegt hatte, sind etwa 900 Meter vor dem Bahnhof Siófok (incl. der Brücke üben der Sió) eingleisig verblieben. Somit kommt der Helige Martin vor Ex 1867 Balaton auf dem eingleisigen Abschnitt in den Bahnhof gerollt.

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Als nächstes ging es zurück zum Bahnhof und mit dem folgenden Ex 1847 Tópart nach Székesfehérvár, um mit dem Vormittagszug die selten befahrene Strecke nach Sárbogárd zu benutzen. Der benutzte Sz 38422 hatte dort längeren Aufenthalt und wartet die IC-Zugskreuzung ab. Deshalb zunächst IC 812 Dráva (erfreulicherweise mit 630) bei der Ankunft und danach der Regionalzug bei der Abfahrt. Der Güterverkehr im Hintergrund machte leider keine Anstalten, sich zu bewegen.

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Nach der Mittagspause ging es weiter nach Simontornya, wio der nächste IC nach Pécs abgewartet wurde.

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Der weitere Plan sah vor, mit dem nächsten IC nach Dombóvár zu fahren und von dort weiter nach Sásd. Aufgrund des starken Regens der letzten Tage (wir erinnern uns) waren die Züge dieser Linie jedoch allesamt stark verspätet und in Dombóvár wurde nicht gewartet. Plan B war ein Fußmarsch nach Dombóvár alsó, und von dort mit S 18803 - die Linie Szombathely - Pécs kennen wir ja auch schon - direkt nach Sásd. Im Dombóvár war nämlich keine Unterkunft aufzutreiben; Sásd war zwar ein kleiner Ort, hatte jedoch eine Panzió anzubieten. Kulinarisch musste aber eine gerade noch offene Bäckerei herhalten.

Am nächsten Morgen sollte die kurze Stichstrecke nach Komló befahren werden - die beiden Zugpaare dort dienen nicht der lokalen Erschließung, sondern als Zubringer zum IC nach Budapest. So war der Triebwagen hinein auch sehr leer, zurück aber gut gefüllt. Unmittelbar davor verkehrte noch Sz 8052 nach Pécs, der am Urwald der Laderampe festgehalten werden konnte.

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Der weitere Reiseplan sah vor, über Dombóvár nach Nagyatád zu fahren, dort die kurze Stichstrecke nach Somogyszob und dann weiter nach Nagykanizsa zu reisen. Diese fahrt war eher unspektakulär und es entstanden keine zeigenswerten Bilder. In Nagykanizsa liegt der Bahnhof relativ weit außerhalb des Zentrums, weshalb ich den Stadtbus nahm, da die Weiterreise von dort sich etwas abenteuerlich gestaltete:

Ziel dieses Tages war Lenti, und so lag es nahe, die Waldbahn Csömödéri ÁEV zur Anreise einzubauen. Über menetrendek.hu fand ich eine Verbindung zur Endstation Kistolmács, die irgendwo im Nirdgendwo gelegen ist. Zunächst ging es mit einem stark frequentierten Bus bis Borsfa, dort sollte ein weiterer Bus Richtung Letenye starten - siehe hier. Der Bus stand da, der Fahrer zuckte aber nur die Achseln auf die Frage nach dem Ziel. Als er den Motor startete (sonst sollte dort weit und breit nichts fahren) stieg ich aber ein und es wurde mir auch mehr oder weniger freiwillig ein Fahrschein verkauft. Und, siehe da, bald kamen Gleise in Sicht und als ich in der Ferne einen Zug ausmachen konnte, machte ich den Haltewunsch geltend. Zu 100% war mir ja nicht klar, ob man dem veröffentlichten Fahrplan der ÁEV trauen durfte, man durfte aber!

Die Lok war gerade am Umsetzen und danach präsentierte sich die Garnitur wie folgt.

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Der erste Wagen mit den offenen Seitenwänden hatte es mir angetan und so verbrachte ich die Fahrt dort. Bei den hohen Temperaturen eine Wohltat, auch wenn die Abgase der Lok manchmal sehr störend durchzogen. Nach gut einer Stunde war der Betriebsmittelpunkt Csömödér erreicht, wo man Stärkerungen erwerben konnte. Man sieht dort auch den - noch immer - eigentlichen Zweck dieser Eisenbahn.

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Betrieblich interessant ist der weitere Abschnitt, in dem die Bahn mehr oder weniger parallel zur Normalspur nach Lenti verkehrt. Zuerst wird der Zug aus dem Bahnhof hinausgeschoben, da keine direkte Ausfahrt Richtung Lenti existiert. Danach (und nochmal kurz vorm Endpunkt) wird die Normalspurstrecke gequert. Dies erfolgt niveaugleich mittels Anmeldung durch die Zugmannschaft. Die Kreuzung in Lenti konnte ich am Abend noch bei der Fahrt von Sz 39018 beobachten.

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Am letzten Morgen wurden die letzten Kilometer bis an den Endpunkt Rédics gefahren, der knapp vor der slowenischen Grenze liegt. Leider gibt es keinen brauchbaren öffentlichen Verkehr nach Lendava, sonst wäre ich wohl schon früher mal hier gewesen.


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Die Rückfahrt nach Österreich habe ich vorab nicht genau geplant und wollte nach Wetter und Zugeinsatz entscheiden. Ich hatte vorab am Automat in Nagykanizsa Fahrkarten bis Zalaegerszeg gekauft und ab dort einen GySEV-Freifahrschein eingeplant. Nun erschien es aber attraktiver, Richtung Boba zu fahren, weshalb beim planmäßig 2-minütigen Umsteigen in Zalaegerszeg schnell eine Fahrkarte beim dortigen Aufenthalt gezogen wurde. Durch Ankunft mit -1 und fehlenden Andrang war dies problemlos möglich.

In Boba war das erste Obekt der Gy 905 mit GySEV 430 333

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Ein Güterzug kam eher unfotografabel, aber im damaligen Fahrplan stürzte der Schnellzug Citadella nach Ljubljana in Boba, was ein schönes Motiv bei der Ausfahrt abgab

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Zum Abschluss war dann noch ein Verschubgüterzug aus einer nahen Anschlussbahn an der Reihe, gezogen von 478 324

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Beim Schalter wurde dann eine Fahrkarte bis Porpác erworben und die Rückfahrt über Szombathely und Sopron angetreten.

Wieder sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 15.05.20 21:24

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Vom Kaninchen zur Waldbahn

geschrieben von: Nagercoil

Datum: 16.05.20 11:06

Hallo,

auch dieser Bericht hat wieder sehr viel Freude bereitet! Gerade in Transdanubien ist Ungarn ja doch viel abwechslungsreicher als so manche Klischéevorstellung vom Land der Magyaren, die auch durch meinen Kopf spukt.

Sehr interessant fand ich, dass Du vom (großen) Kaninchen (sorry für die Verballhornung: Gemeint ins Nagykanizsa ;-)) per ÖV zur Waldbahn nach Kistolmács gekommen bist. Nach so einer Verbindung hatte ich beim "armchair travelling" auch schon einmal geschaut, jedoch nichts gefunden. Eisenbahntechnisch liegt zwischen beiden Strecken ja eine Weltreise.

Viele Grüße
Julian

Nagercoil Jn. = Der südlichste Bahnhof, an dem ich bislang war

Die Wusch = Eine Schmalspurbahn in Siebenbürgen

Re: Vom Kaninchen zur Waldbahn

geschrieben von: Avala

Datum: 16.05.20 11:44

Zitat
Sehr interessant fand ich, dass Du vom (großen) Kaninchen (sorry für die Verballhornung: Gemeint ins Nagykanizsa ;-)) per ÖV zur Waldbahn nach Kistolmács gekommen bist. Nach so einer Verbindung hatte ich beim "armchair travelling" auch schon einmal geschaut, jedoch nichts gefunden. Eisenbahntechnisch liegt zwischen beiden Strecken ja eine Weltreise.
Eigentlich hatte ich zunächst nur mal geschaut, was überhaupt in die Richtung gehen könnte und auch ggf. einen Fußweg eingeplant. Dass es nach Bazákerettye Busse geben müsste, erschein mir halbwegs logisch. Aber dass es so problemlos werden würde, hat mich dann auch überrascht. Ohnedie gute Auskunft von menetrendek.hu wäre es aber deutlich schwieriger gewesen, an den Fahrpln zu kommen.

Ähnlich erging es mir beim Besuch davor zwischen Balassagyarmat und Šahy, wo man den Weg zur Staatsgrenze ebenfalls (sogar sehr regelmäßig) per Bus zurücklegen kann und lediglich die letzten 1,1 km zu Fuß überbrücken muss.