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[CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: 219 027-0

Datum: 22.03.20 13:56

Moin.

Keine guten Nachrichten, aber andererseits war damit zu rechnen: die Grenzen nach Tschechien bleiben für die
nächsten 6 Monate dicht.


[www.frankenpost.de]

So lange werden wohl auch die grenzüberschreitenden Zugverbindungen betroffen sein .....

http://loksounds.eu/banner.jpg
===============>>> DIESELPOWER <<<==============
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: no-night

Datum: 22.03.20 14:51

So eine negative Denkweise - insbesondere auf Ebene der Entscheidungsträger - ist viel zu schädlicher als diese ganze Epidemie.
"Aber EU-Hilfsgelder hätte man in Prag schon noch gerne? (o.w.T)" Was hat Grenzschließung aus Sicherheit/Medizinische Gründen mit EU–Geld zu tun?

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: Avala

Datum: 22.03.20 15:15

Offenbar überflügelt man sich grad wieder im Kommunizieren von Drohszenarien. Niemand weiß seriös, wo wir in 1-2-4-Monaten bei der Bekämpfung der Pandemie stehen. Wann es Impfungen gibt. Wann es Immunitäten gibt. Ob und wie lange diese anhalten. Auch wenn die Aussage des Herrn Minister Vojtěch, dass die Tschechen ihren heurigen Urlaub im Inland verbringen werden, sich vermutlich bewahrheiten wird, bringt es wohl wenig, das jetzt so zu postulieren.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 15:16.

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: NaIcke

Datum: 22.03.20 15:21

Hallo Zusammen,

Unsere Nachbarn werden sehr schnell die Grenzen wieder öffnen, wenn sich herausgestellt, dass die Maßnahme überzogen ist.

Nur gibt es derzeit niemand Ernstzunehmenden, der das heute abschätzen kann.

Schauen wir mal und träumen von zukünftigen Zugreisen.

Grüße

NaIcke

P.S. Mein Dank gilt den Moderatoren, die hier die überdrehten Beiträge bündeln, stoppen oder löschen.

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: dbi

Datum: 22.03.20 15:34

Eine längerfristige Schließung der Grenzen ist zwar noch nicht offiziell [vlada.cz], aber sie war schon seit ein paar Wochen abzusehen.

Tschechien verwendet die chinesische Methode zur Bekämpfung der Seuche. Die Methode funktioniert, China ist heute seuchenfrei. Wenn die anderen EU-Länder mitgezogen hätten, hätte die EU in ein paar Monaten ebenfalls seuchenfrei sein können.

Stattdessen hat Deutschland gewählt, seine eigene Erfahrungen zu machen. Bis die irgendwann greifen, wird Deutschland Seuchengebiet bleiben und Deutsche werden Quarantänebestimmungen unterliegen. Dazu gehören eben geschlossene Grenzen.

MfG, Dennis

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: NaIcke

Datum: 22.03.20 15:46

Hallo,

China ist nicht "seuchenfrei". China meldet keine NEUinfektionen mehr.

Ich gönne den Chinesen diesen Erfolg. Habe aber ernsthafte Zweifel. Das Ende der Epedemie könnte auch politisch verordnet sein.

Da gibt's doch das alte Liedchen. "Die Partei, die Partei hat immer Recht ....” träller ...

In ein paar Monaten wissen wir mehr.

Gruss

NaIcke

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 22.03.20 15:52

Wie immer gilt auch hier: Abwarten. Im schlimmsten Fall fährt man halt nicht nach Tschechien - kann ich auch mit leben. Dann gebe ich - wenn möglich - das Geld halt in der Heimat aus.

Definition des Wortes „Seuche“

geschrieben von: dbi

Datum: 22.03.20 16:14

NaIcke trällert:
China ist nicht "seuchenfrei". China meldet keine NEUinfektionen mehr.
Definition laut Wikipedia: „Eine Seuche ist eine sich schnell ausbreitende ansteckende Infektionskrankheit“. Eine Krankheit, die sich nicht ausbreitet (sprich, wo es „keine NEUinfektionen“ gibt), ist keine Seuche mehr.

Kopfschüttelnde Grüße, Dennis

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen.

geschrieben von: R_441

Datum: 22.03.20 16:46

Avala schrieb:
Offenbar überflügelt man sich grad wieder im Kommunizieren von Drohszenarien. Niemand weiß seriös, wo wir in 1-2-4-Monaten bei der Bekämpfung der Pandemie stehen. Wann es Impfungen gibt. Wann es Immunitäten gibt. Ob und wie lange diese anhalten. Auch wenn die Aussage des Herrn Minister Vojtěch, dass die Tschechen ihren heurigen Urlaub im Inland verbringen werden, sich vermutlich bewahrheiten wird, bringt es wohl wenig, das jetzt so zu postulieren.
Hallo zusammen,
nicht nur die Tschechen werden ihren Urlaub, sondern auch Resteuropa wird den Urlaub zu Hause verbringen dürfen. Die Bahn als Verkehrsmittel, das Flugzeug sowieso scheidet aus. Der PKW bleibt übrig.
Das könnte heißen, dass es auf den Straßen richtig voll wird. Das möchte doch auch niemand.

Ich weiß es nicht besser aber wir haben März 2020 bis zu den Sommerferien bleiben noch drei bis vier Monate. Die Menschen haben ehrlich gesagt im Moment andere Sorgen.
Wie geht es finanziell weiter gerade für Selbstständige, Kurzarbeit bei Arbeitnehmern?

Seien wir doch mal ehrlich: Wir Eisenbahnfreunde wissen es doch ganz genau wie hoch der Füllstand in den Zügen an manchen Tagen oder zu welcher Stunde ist. Ist im Speisewagen, Schlafwagen oder auch nur im Großraumabteil soziale Distanz noch möglich?

Denkt doch auch an die Menschen in Italien, Spanien etc. viele verlieren im Moment ihre Liebsten. Möchtet ihr wirklich Spaßreisen in solche Länder oder wie heute früh in Zagreb? Wer weiß wann die Erde wieder bebt? Ein Erdbeben treibt Menschen zueinander für ein Virus optimal. Holt euch dann etwa auch der deutsche Staat heim?

Ich wollte dieses Jahr im Mai einmal wieder durch Rumänien reisen entweder gibt es einen Gutschein oder das Geld ist weg aber das ist mir egal.

Bleibt gesund und nehmt das alles nicht auf die leichte Schulter. Es gibt Wichtigeres als unsere Eisenbahn. Unsere Gesundheit. Ich habe nur eine…

Dieter

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen.

geschrieben von: FTB

Datum: 22.03.20 17:07

Wir haben auch schon 28 Jahre durchgehalten.... :)

Der Neoliberalismus hat es geschafft, aus der Globalisierung eine Klobalisierung werden zu lassen!

Osteuropa wird lange für uns zu bleiben

geschrieben von: pm

Datum: 22.03.20 18:26

Dies ist jetzt schon absehbar-sie haben dort einen anderen Weg als wir gewählt (das Gesundheitssystem lässt dort auch nicht viele Alternativen zu)-und diese totale Abschottung muß so lange erhalten bleiben bis es bei uns die Herdenimmunität oder in Osteuropa genug Impfstoff gibt. Beides ist für dieses Jahr unrealistisch.

Re: Osteuropa wird lange für uns zu bleiben

geschrieben von: IntelliTrain

Datum: 22.03.20 18:55

Also wer jetzt schon davon spricht, die Grenzen für mind. 6 Monate zu schliessen, ist:
a) Prophet
b) Nobelpreisträger in Medizin
c) krisengeil
d) ein verkappter Diktator

Solche Ankündigungen helfen weder bei der Bewältigung der medizinischen Krise noch bei der nachfolgenden Wirtschaftskrise, noch dem Volk.

Sowas ist einfach unseriös.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 18:56.

Re: Osteuropa wird lange für uns zu bleiben

geschrieben von: 1418

Datum: 22.03.20 19:03

Moin,
Zitat:
Also wer jetzt schon davon spricht, die Grenzen für mind. 6 Monate zu schliessen, ist:
a) Prophet
b) Nobelpreisträger in Medizin
c) krisengeil
d) ein verkappter Diktator
Oder man hat sich bei der Auswahl "Zusammenbruch von Tourismus und anderen Teilen der Wirtschaft" vs. "Zusammenbruch des Gesundheitssystems und des gesamten Landes" gegen Letzteres entschieden.
1418

Re: Definition des Wortes „Seuche“

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 22.03.20 19:09

Hallo!

Es gibt in China noch neue Fälle, aber diese hängen mit der Einreise aus dem Ausland zusammen. In Wuhan selber gab es seit einigen Tagen keine Neuerkrankungen mehr (wenn man den offiziellen Angaben glauben soll).

Einreisen aus dem Ausland sind aber nur noch sehr selten, da die meisten Flug- und Bahngesellschaften ihren Reisedienst aussetzten (heute kam Emirates hinzu). Auf dem Landweg per Straße sind ja auch viele Übergänge gesperrt. Schiffsreisen sind ebenfalls zur Zeit ausgesetzt.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Hallo,das mit dem "Seuchenfrei"ist leider kompletter Unsinn.Ein Virus verschwindet nie,er kann nur durch Immunisierung der Bevölkerung(60-70%) unwirksam gemacht werden...entweder durch Impfung oder Durchlaufen der Erkrankung.Man schätzt in China 10-20 % selbstimmunisiert,für alles andere war die Zeit zu kurz.Es fängt also wieder an,sobald ein Herd auftaucht.Vorwürfe oder Besserwisserei in Bezug auf Europa sind leider völlig ungerechtfertigt...keine Legendenbildung bitte.Gruss,Bruno
meme schrieb:
"Aber EU-Hilfsgelder hätte man in Prag schon noch gerne? (o.w.T)" Was hat Grenzschließung aus Sicherheit/Medizinische Gründen mit EU–Geld zu tun?
Guten Abend,

bei allem Respekt vor der außergewöhnlichen Lage, die wir aktuell in allen Ländern Europas haben, darf diese dennoch niemals der Grund sein, teilweise über Jahrzehnte erschaffene grundlegende Werte binnen Stunden völlig über Bord zu werfen. Es ist eine Sache, dass in diesen Zeiten niemand Urlaubsreisen unternehmen sollte und möchte, eine andere Sache ist es, von staatlicher Seite hier einseitige Verbotsregeln auszurufen. Man sollte sich - und das nicht nur in Prag, sondern auch in Budapest oder Warschau - jetzt die Zeit der Besinnung nehmen, um sich klar zu werden, ob man weiter EU-Mitglied bleiben möchte. Denn wenn schon nach Co-Vid19 nichts mehr so ist, wie es vorher war, dann kann man auch gleich die zweifelhafte Strategie vorwiegend der "konservativ" ausgerichteten Mitgliedsstaaten entwerten, dass diese zwar (finanzielle und wirtschaftliche) Vorteile der EU gerne mitnehmen, sobald es aber um gemeinsame Verpflichtungen geht, macht man lieber sein eigenes Ding.

Der eine oder andere wird jetzt sagen: "Schön, wenn du in Zeiten wie diesen keine anderen Sorgen hast!" Mit dem gleichen Argument wird es inländisch auch klein geredet, dass unsere eigene Bundesregierung in Deutschland bereits das Grundgesetz brutal mit Füßen getreten hat und weitere Misshandlungen zumindest noch auf der Agenda stehen. Ohne die akuten Gefahren durch Co-Vid19 klein reden zu wollen: es ist für uns alle wichtig, dass wir uns u.a. diese Sorgen machen (die wirtschaftliche Komponente des Ganzen ist ja nun endlich in Politik und Gesellschaft angekommen), wenn wir "nach der Krise" noch eine lebenswerte Gesellschaft haben wollen. Genau wie viel bitte für dieses Forum themen-relevante Eisenbahn fahren wir denn alle noch 2021 ff., wenn Europa hinterher aus einem grauenhaften Sammelsurium mehr oder weniger autoritär geführter Einzelterritorien besteht, die mehr oder weniger völlig pleite sind und sich untereinander spinnefeind, bzw. im günstigsten Fall damit beschäftigt, sich gegenseitig vorzuwerfen, wer welche Fehler bei der Pandemie-Bekämpfung gemacht hat?

Natürlich ist Eisenbahn zum Überleben grundsätzlich nicht erforderlich. Transportmittel oder gar Hobbys sind einem Virus ja egal. Doch wenn wir nicht in die Steinzeit zurück wollen, sollten wir schützenswerte Kulturgüter wie eben die Möglichkeit der Völkerverbindung und Völkerverständigung per Reisen mit der Eisenbahn nicht vorschnell aufgeben und jenen wehren, die in der aktuellen Situation es vielleicht (!) gut meinen, aber dann über den legitimen Umfang des Ziels hinaus schiessen. Denn Massnahmen ohne Augenmaß verlieren schneller an Wirksamkeit, wie es sich derjenige, der sie angeordnet hat, sich wünschen möchte: noch jede Schraube bricht, wenn sie überdreht wird, und dann ist irgendwo etwas lose - mit entsprechenden Gefährdungen und Folgeschäden.

Also, freundlicher Appell: gerade weil uns allen daran gelegen sein sollte, dass wir in einer nicht unendlich fernen Zukunft wieder per Bahn auf Reisen sein können, was dieses Forum dann in Form von interessanten Beiträgen bereichert, sollten wir Vernunft wahren. Das bedeutet, sich solange es medizinisch notwendig ist, von ganz alleine achtsam zu verhalten, weder sich noch andere zu gefährden (das beherzigt man doch am Bahnsteig / auf Bahngelände sonst auch!). Damit die von selbst aus Vernunft (und nicht weil irgendein möglichst martialischer Anführer aus irgendeiner Regierung es befiehlt!) sich auferlegten Einschränkungen auch sinnvoll bleiben, muss ein gutes "Nachher" geben, und dazu gehören offene Grenzen, Menschenrechte, Reisefreiheit, funktionierende Eisenbahnen. Zerstören lässt sich das alles unsagbar leicht - aber dazu braucht es keine Vernunft, das gelingt noch dem Dümmsten unter der Sonne.

Ja, Co-Vid19 bedroht akut unser aller Gesundheit. Unsere Werte sollten dennoch unangreifbar sein. Vielen Dank.

Freundliche Grüße
Tobias

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.03.20 20:27.
Dem Beitrag von Tobias dem nachdenklichen Stromrichter kann ich mich soweit anschließen.

Mich macht es als Mitarbeiter einer Bundesbahn südwestlich des DB-Landes gelegen derzeit ziemlich fertig, fast jeden Tag neue Kundeninformationen betreffend Grenz-"Schließungen" und plötzlich unterbrochener, jahrzehntelang problemlos betriebener grenzüberschreitender Strecken in die SBB-Fahrplanauskunft einzutragen. Teilweise glänzen die Staaten mit geradezu übertriebenem Aktionismus, der keinerlei Rücksicht auf historisch gewachsene Verkehrswege entlang der Grenzen nimmt. Sobald der ganze Zirkus hoffentlich irgendwann vorüber ist, wird dies aufzuarbeiten und für ähnliche Gegebenheiten in der Zukunft besser abzustimmen sein.

Falls sich die Lage gegen Sommer hin beruhigen sollte und die flugs hingestellten Schlagbäume und Absperrungen an den innereuropäischen Grenzen wieder weggeräumt werden, dürfte auch die EU Druck auf Tschechien ausüben, das Land wieder zu öffnen. Aktuell ist an solches aber schlicht nicht zu denken, die Prioritäten liegen verständlicherweise woanders. Wachsam sein sollten wir diesbezüglich zwar in jedem Falle. Dennoch finde ich diese Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwas müßig.

Um wieder Bahnbezug herzustellen: Auch in Tschechien gibt es einige Korridorverkehre. Weiß jemand, wie der Verkehr rund um Zwickau Zittau aussieht und ob noch Korridorzüge via Głuchołazy fahren?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 08:57.
Hallo zusammen,

"...Doch wenn wir nicht in die Steinzeit zurück wollen, sollten wir schützenswerte Kulturgüter wie eben die Möglichkeit der Völkerverbindung und Völkerverständigung per Reisen mit der Eisenbahn nicht vorschnell aufgeben und jenen wehren, die in der aktuellen Situation es NICHT VERSTANDEN HABEN, WARUM DIESE MAßNAHMEN IN KRAFT SIND Denn Massnahmen ohne Augenmaß verlieren schneller an Wirksamkeit, wie es sich derjenige, der sie angeordnet hat, sich wünschen möchte: noch jede Schraube bricht, wenn sie überdreht wird, und dann ist irgendwo etwas lose - mit entsprechenden Gefährdungen und Folgeschäden.

Wenn sich mal alle an die Vorgaben von Begin an gehalten hätten, dann wären die weiteren Maßnahmen auch nicht gekommen. Diese Maßnahmen, die in deinen Augen ohne Augenmaß gegeben wurden, sind nun in Kraft, weil es eben @#$%& gibt, die glauben unverwundbar zu sein.
Wenn die Tschechen halt die Grenze schließen, damit die EINREISE gestoppt wird und sich dadurch auf die eigenen Bevölkerung konzentriert werden kann, dann sind die Maßnahmen auch evtl für die Zeit danach und für die betroffene Wirtschaft gerechtfertigt.

Wie soll ich meine Wirtschaft nach der Covid Krise wieder ankurbeln, auf die Beine bringen, wieder stark machen, wenn mir die Arbeitskräfte in den Monaten zuvor wie die Fliegen verreckt sind?

Wenn wir eines aus der Krise bis jetzt gelernt haben, dann sind es eben nicht MANAGER, AKTIENHÄNDLER u.ä, die das Land und damit TEILE der Wirtschaft am Laufen halten. Es sind eben die Leute, die nun mit dem A... auf dem Sofa bleiben sollen und das immer noch nicht zu 100% verstanden haben.



Ich habe mir mal erlaubt, das Zitat leicht zu ändern.
LG
SvenM

(der hier in England ein Key-Worker ist)
Wrzlbrnft. schrieb:
Um wieder Bahnbezug herzustellen: Auch in Tschechien gibt es einige Korridorverkehre. Weiß jemand, wie der Verkehr rund um Zwickau aussieht und ob noch Korridorzüge via Głuchołazy fahren?

Zu Głuchołazy: Die Züge verkehren nicht mehr, es besteht ein Busersatz [vyluky.cd.cz]

Gruss
Alex
SvenM schrieb:
Wenn sich mal alle an die Vorgaben von Begin an gehalten hätten, dann wären die weiteren Maßnahmen auch nicht gekommen. Diese Maßnahmen, die in deinen Augen ohne Augenmaß gegeben wurden, sind nun in Kraft, weil es eben @#$%& gibt, die glauben unverwundbar zu sein.
Wenn die Tschechen halt die Grenze schließen, damit die EINREISE gestoppt wird und sich dadurch auf die eigenen Bevölkerung konzentriert werden kann, dann sind die Maßnahmen auch evtl für die Zeit danach und für die betroffene Wirtschaft gerechtfertigt.

Wie soll ich meine Wirtschaft nach der Covid Krise wieder ankurbeln, auf die Beine bringen, wieder stark machen, wenn mir die Arbeitskräfte in den Monaten zuvor wie die Fliegen verreckt sind?

Wenn wir eines aus der Krise bis jetzt gelernt haben, dann sind es eben nicht MANAGER, AKTIENHÄNDLER u.ä, die das Land und damit TEILE der Wirtschaft am Laufen halten. Es sind eben die Leute, die nun mit dem A... auf dem Sofa bleiben sollen und das immer noch nicht zu 100% verstanden haben.

Guten Abend SvenM,

hier möchte ich Dir doch kurz aufzeigen, dass du betreffend meines Beitrages über ein gemeinsames Europa (und das Bahnreisen darin) vermutlich leider derzeit auf dem falschen Gleis unterwegs bist: wenn du meinen Beitrag denn aufmerksam gelesen hättest, wäre dir bewusst, dass ich die momentanen gesundheitlichen Gefahren ganz sicher nicht auf die leichte Schulter nehme. Davon bin ich weit entfernt. Der Fehler ist nur zu glauben, Gefahren wären eindimensional: sehr wohl kann es passieren, dass sich Europa, wenn es nicht zusammenhält wieder in eine Richtung verändert, die manche Reise nicht nur für die aktuelle Gefahrensituation, sondern für lange Zeit erschwert. Und auch der Glaube, man brauche vernünftiges Verhalten nur "von oben" zu befehlen, und schon heilt sich alles wie von Zauberhand selbst, ist gefährlich: er birgt die Gefahr, dass man vor lauter Eifer, diejenigen zu maßregeln, welche sich leider unvernünftig verhalten, die Mehrheit derjenigen, die sich von ganz alleine vernünftig verhalten, unangemessen unterdrückt. Und das so lange, bis die aus vermeintlich guter Absicht "zu ihrer eigenen Sicherheit" Unterdrückten sich das nicht mehr weiter gefallen lassen - brauchen wir denn zu den Herausforderungen an die Gesundheitssysteme plus den wirtschaftlichen Schäden auch noch politische Unruhen als Zugabe? Was genau bringen eigentlich Vorschriften, die niemand mehr befolgt? Wieso glaubst du eigentlich, ist ein wesentlicher Teil jeglicher Sicherheit vor Schäden, die man gemeinsam erreichen kann, das gemeinsame Arbeiten am selben Ziel? Eisenbahner wissen das normalerweise schon seit Jahrzehnten...

Kannst Du hellsehen und kennst schon den "Zielbahnhof", geschweige denn den "Fahrweg" und den exakten "Fahrplan" dort hin in der aktuellen Situation? Ich maße mir das nicht an - ich sage lediglich: wer hinterher noch auf dem Gleis unterwegs sein will, sollte nicht vorher in vermeintlich guter Absicht mal eben schon den Schotter abtragen.

Es gibt eben meistens mehr als nur ein Gleis - und das zu beherzigen, wäre für jegliche Nation Europas dieser Tage angebracht. Denn seit wann fragt der Virus eigentlich danach, woher jemand kommt? Lässt der sich neuerdings ein Ausweisdokument zeigen, spart bestimmte Nationen aus, weiß er nun was Grenzen sind? Ein jeder denkt an sich, dann ist am Ende auch an alle gedacht? Nicht dein Ernst, oder?

Vielleicht kannst du jetzt besser nachvollziehen, was ich meine - ich bin heute freiwillig und gerne zu Hause geblieben, ich brauche auch keine Ausreden und Schlupflöcher um mich unvernünftig zu verhalten und irgendwelchen nicht angebrachten Belustigungen nachzugehen. Der Unterschied zu "Befehl und Gehorsam" sollte auffallen... Ich werde morgen auch wieder versuchen, für die Kollegen und am Ende auch für mich meinen Teil beizutragen, damit unsere Arbeitsplätze trotz Wirtschaftskrise erhalten bleiben. Und so werde ich auch nicht aufhören, die Staaten zu angemessenem Handeln, nicht zu blindwütiger Raserei, aufzufordern.

Freundliche Grüße
Tobias

Du genießt die ruhige samtene Kraftentfaltung, die satte Beschleunigung, das leise Summen begleitet harmonisch den ungebrochenen Drang zur Bewegung. Du lehnst Dich zurück und weißt:

Nichts...bewegt Dich wie eine Drehstromlok !
Meine Hochachtung und meinen Respekt für diese gut überlegten und starken Worte, welche mir aus dem Herzen sprechen. Meine eigene berufliche Tätigkeit ist derzeit komplett auf Eis gelegt, mir sind alle sicher geglaubten Aufträge auf absehbare Zeit weggebrochen, das Schlimmste daran ist aber nicht zu wissen auf welchen Zeitraum der Durststrecke wir uns nun einstellen müssen. Und ich brauche, um so Geld zu verdienen wie in den letzten Jahren, offene Grenzen und Menschen, welche diese aus touristischen Gründen überqueren wollen. Und gerade deshalb machen so einsame Entscheidungen wie die der Tschechei Angst, für die es derzeit keinerlei sachliche oder wissentschaftliche Begründung gibt. Wir können derzeit alle nur auf Sicht fahren, von Woche zu Woche oder maximal von Monat zu Monat entscheiden. Es kann sein in 6 Monaten ist die Krise noch nicht gelöst und die Grenzen müssen so lange geschlossen bleiben oder gar noch darüber hinaus. Es kann aber genauso gut sein das in drei Monaten es keinen Grund mehr für jegliche Art von Einschränkungen gibt. Und jeder, der hier behauptet, oder wie die Tschechen gar handelt, als würde er es besser wissen, betreibt nur Spekulation, Angstmacherei oder eine sinnfreie Aktionspolitik, hauptsache einfach mal schnell Fakten schaffen, welche darüber hinweg täuschen sollen das wir eigentlich alle keine Ahnung und keinen Plan haben. Das kann gefährlich werden und bitter enden, wir riskieren mit mehr als nur unserer Gesundheit zu zahlen. Ein Blick in die 20iger Jahre des vorherigen Jahrhunderts zeigt beängstigende Ähnlichkeiten mit so vielen Tendenzen der letzten Jahre - und das Virus verstärkt diese Trends stark.

Behalten wir den Kopf oben genauso wie unsere Hoffnung, ich wünsche mir in einigen meiner Annahmen falsch zu liegen.
Hallo Tobias,




genau dieses Maß habe ich in der aufgekommenen Diskussion vermisst.

Ich empfinde genauso und möchte auch in Zukunft reisen dürfen.

Es gibt viele Menschen, die den Umgang der Regierungen mit der aktuellen Lage kritisieren. Vielleicht haben Sie recht, vielleicht nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt können unterschiedliche Meinungen nicht mit Fakten be- oder wiederlegt werden, da die dazu nötigen Zahlen erst durch mittelfristige Messungen des Infektionsverlaufs möglichst vieler Menschen erhoben werden müssen. Es ist im Moment also nicht möglich eine zuverlässige Langzeitstrategie im Umgang mit dem Virus zu beschließen, die auf Fakten basiert. Dass nun einige Administrationen zum jetzigen Zeitpunkt Entscheidungen für Zeiträume von mehreren Monaten treffen, die die Abriegelung des Landes für alle Ausländer beinhaltet, empfinde ich als Rückschritt in einer jahrzehntelangen Entwicklung der Völkerverständigung.

Wir leben im reichsten und lebensfreundlichsten Gebiet der Erde. Das haben wir der Vernetzung, Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung der europäischen Staaten zu verdanken. Ich möchte diese Werte nicht für einen unverhältnismäßigen Alleingang einzelner aufgeben müssen.

Uns alle vor den Auswirkungen einer Pandemie zu schützen und unsere in Jahrhunderten erkämpften Werte zu bewahren, schaffen wir nur mit gemeinsamen Absprachen, gegenseitiger Unterstützung und Verhältnismäßigkeit.


Gruß, Lukas

Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: OnTrack

Datum: 22.03.20 22:22

Nach dieser Quelle [www.radio.cz] soll die tschechische Grenze "bis zu 2 Jahre" geschlossen sein. Und ehrlich: was nützt mir eine offene Grenze, wenn ich nur zum Supermarkt etc.raus darf?

Vielleicht sitzen wir auch noch zu Weihnachten drin...

Re: Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: Avala

Datum: 22.03.20 22:47

Zitat
Nach dieser Quelle [www.radio.cz] soll die tschechische Grenze "bis zu 2 Jahre" geschlossen sein.

Das ist auch nur die übersetzte Kurzfassung des z.B. hier lesbaren Stoffs. Und im ungekürzten Original steht "es kann ein bis zwei Jahre andauern". Und, nochmals, es ist einfach viel zu früh für solch langfristige Einschätzungen. Wer hätte schon vor zwei Monaten geglaubt, dass man Ende März praktisch keine "Spaßreise" mehr in Mitteleuropa machen kann?

Re: Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: IntelliTrain

Datum: 22.03.20 22:53

Ich sehe leider etliche Fälle, in denen das Coronavirus nicht den Körper angreift, sondern den Geist - in vorauseilendem Gehorsam.

Es kann sein, dass in 2 oder 4 Monaten immer noch drastische Massnahmen erforderlich sein werden, dann ist es auch sinnvoll, diese umzusetzen.
Es kann aber auch sein, dass solche drastischen Massnahmen in 2 - 4 Monaten NICHT mehr erforderlich sind, dann macht es einfach KEINE Sinn, solche Entscheide JETZT zu treffen.

es ist vor allem das JETZT, was so völlig sinnbefreit ist. Und Regierungen, welche heute solche weitreichenden Entscheide fällen, scheinen doch schon vom „geistigen Coronavirus“ befallen zu sein. Oder sie verfolgen eh ganz andere Ziele, und die (reale) Corona-Krise ist nur der lang ersehnte Anlass, um die Ziele erleichtert umsetzen zu können.

Re: Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 23.03.20 00:30

Hallo!

Das machen ja auch viele Veranstalter von Messen, Sportfesten usw. auch. Sie verschieben erst einmal. Viele gehen nämlich davon aus, dass die Situation im Sommer anders sein wird, als jetzt im März/April. Wenn sich die Lage nicht bessert, wird dann halt eben dann doch noch komplett abgesagt.

Die jetzige Corona-Welle ist voll mit der noch aktuellen Influenza-Welle kollidiert. Das wird in den Medien nicht genannt. Wir müssen jetzt wirklich abwarten, wie sich die Zahlen im weiteren Verlauf entwickeln.

Die 1. Welle mit China aus Januar/Februar 2020 ist weitgehend abgeklungen, da ja die Flüge von/nach China bereits seit Mitte/Ende Februar ruhen (Bahnverbindungen schon etwas länger).

Die 2. Welle war die Karnevalswelle von Ende Februar, besonders Raum Heinsberg. Auch hier dürfte jetzt in den nächsten Tagen ein stetiges Abklingen erfolgen.

Die 3. Welle, in der wir gerade befinden, war die Südtirol/Tirol-Welle. Da hier aber erst seit rund zwei Wochen Sperrungen sind, werden die Fallzahlen erst einmal noch weiter steigen, wenn auch im weiteren Verlauf langsam, aber stetig, abschwächend.

Natürlich sind es Mutmaßungen. Es kann noch immer in die eine positive oder negative Entwicklung gehen.

Also Sperrungen von 6 Monaten bis zu zwei Jahren sind in meinen Augen absolut unseriös. Es muss situationsbedingt gehandelt werden. Sollte die Welle ab April/Mai 2020 stärker abschwächen, dann sollte man langsam die getroffenen Maßnahmen, je nach Lage der Situation, behutsam reduzieren und schlußendlich aufheben.

Die spanische Grippe von 1919/20 traf damals die Welt wesentlich schwerer. Der Grund war hauptsächlich die schlechte Gesundheitslage der Menschen, insbesonders in den von 1914 bis 1918 kriegsführenden Ländern in Europa.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: Fastrider

Datum: 23.03.20 00:50

Eurocity341 schrieb:
Die spanische Grippe von 1919/20 traf damals die Welt wesentlich schwerer. Der Grund war hauptsächlich die schlechte Gesundheitslage der Menschen, insbesonders in den von 1914 bis 1918 kriegsführenden Ländern in Europa.

Selbst die WHO stuft das neue Virus als weniger gefährlich als die spanische Grippe ein.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets

Wertekompass vs. Systemregeln

geschrieben von: Saxobav

Datum: 23.03.20 01:59

Hallo Tobias,

ich verstehe Deine/eure Entrüstung über so eine Ankündigung. Es ist aber letzlich eine menschliche, politische Proklamation und kein Naturgesetz. Es kann also genau wie unsere Allgemeinbestimmungen komplett oder teilweise aufgehoben werden bei erwartetem Nutzen. Das juristische Wort "grundsätzlich" bedeutet eben die Regel, mit zulässigen möglichen Ausnahmen.

Was hier aber zentral steht, ist die angebliche Bedeutung von "Werten". Es sind eben genau diese, die für die letzten jahrzehntelangen Kriege die Grundlagen liefern. Der riesige humanistische Fortschritt seit der Aufklärung in Mitteleuropa besteht in der Schaffung und Befolgung gesellschaftlicher Regeln. Diese sind menschliche Regeln ohne religiöse und rassische Auslegungen. Und diese sind grundlegend höher einzustufen als Bibeln, Koranzitate und Geschworenengerichte mit ihren Werten. Diese Regeln sind im Globalen das gerade in Abschaffung befindliche Völkerrecht und im Nationalen die Gesetzlichkeit mit als lokal demokratisch oder befähigt befundenen Regierungen. Im aktuellen Fall liegen noch keine medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die spezielle Regelungen erlauben. Also greift die allgemeinere. Und die Erkenntnis, dass die EU wie in vielen anderen Bereichen keine Regelungen hat und die nationalen Wertekompen verschiedene Richtungen vorgeben. Es bleibt noch lange eine EWU.

Und die eigene gleichrichtende Propaganda hat erfolgreich vernebelt, dass die Seuche global als Managerseuche exportiert wurde. In Europa mit Schwerpunkt im Alpenraum, dem wohlhabendsten Gebiet der ganzen Welt. Und diese wohlhabenden Weltreisenden haben ihre eigene Logistik infiziert und über drei Wochen ist die Krankheit vorwiegend in dieser Kaste und in deren sozialer Nähe grassiert. Nun bricht sie aus, auf alle Bevölkerungsschichten. Während viele der jüngeren Erstinfizierten wieder wohlauf sind und die Quarantäne verlassen, geht es jetzt an die Substanz der Bevölkerungsmenge. Und das, was sich die "Kaste" selbst nicht an Hygieneregeln zumutete, wird jetzt ohne Erbarmen bei allen anderen praktiziert (Infektionsketten unterbrechen).

Und unsere global hyperaktiven "Businessmen" sind nur in wenigen Zentren konzentriert. Die "Werkbänke" stehen meist ein Stück weg und haben wegen seltenem Sozialkontakt zum Management bisher noch gut funktioniert. Schauen wir mal, wie das Management ohne Werkbänke Produkte schafft. Lieber nicht...

Und wenn wir nun in Süddeutschland und wenigen anderen wohlhabenden Stadtrandgebieten die "Pest" haben, dann nimmt das tausende andere Leute in Sippenhaft. Und so wie man sich weigerte, die Ausbruchsgebiete und -personen sofort abzuriegeln und zu isolieren, so macht man das dann an alten nationalen Grenzen. Wie Sektionen in Schiffen, die entsprechend als Sektionen abgeschottet werden als Hoffnung auf Gesamtrettung. Und so wenig wie hier bei "den Tschechen" differenziert wurde, kann man das auch an dortigen Stammtischen uns gegenüber vermuten.

Halten wir jetzt also erstmal privat die Füße still. Es wird in der Presse auch wenig zwischen Personen- und Güterverkehr unterschieden. Letzterer geht bei Möglichkeit und Bedarf bald wieder. Für den öffentlichen Personenverkehr kann man eher die komplette Einstellung in Ballungsgebieten in Betracht ziehen und den Rest als Individualverkehr durchführen.

Auf die in die neue Woche, das es hoffentlich wenig Überraschungen gibt.

Viele Grüße, saxobav.

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: J-C

Datum: 23.03.20 02:14

6 Monate? Hui, das ist für mich mal wieder was neues. Damit kann ich also für eine längere Zeit nicht meine Eltern übers Wochenende besuchen. Und ich kann weder bei WARS, noch JLV dinieren.

Warum hat man nicht wie bei der Grenze zwischen Österreich und Schweiz bzw. Italien es so gemacht, dass man ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorweisen muss?

Dann kann man wenigstens hin und wieder rüber.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 02:14.

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: RhB WR 3811

Datum: 23.03.20 05:05

Moin J-C,

in der jetzigen Situation sollte verständlich sein, dass Du nicht bei WARS und JLV dinieren kannst - jeder muss sich derzeit einschränken. Ich musste zB meine Japan Reise in der Karwoche absagen.

Man hätte das ganze Desaster übrigens dadurch verhindern können, dass man jeglichen Reiseverkehr mit China rechtzeitig unterbindet.

Lg RhB WR 3811

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: ETA-Fan

Datum: 23.03.20 06:39

Also das geht aber entschieden zu weit und sollte mal nach Brüssel weitergeleitet werden.

Wie sollen so internationale Fernbeziehungen noch bestehen können, ganz zu schweigen von so manchen Familien?!


Hier wird eine riesen Panik veranstaltet, obwohl diese "Seuche" den Großteil der arbeitsfähigen Bevölkerung nicht ins Grab bringt.

Was ist mit den nicht gezeugten Kindern die so nicht entstehen können?! Was ist mit den Leuten die sich nach längerem Jobverlust umbringen?!

Das taucht nämlich in keiner Coronastatistik auf!!! Ziemlich einseitige "Empathie"!

Korridorverkehr

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 23.03.20 07:51

Moin.

Wrzlbrnft. schrieb:
Um wieder Bahnbezug herzustellen: Auch in Tschechien gibt es einige Korridorverkehre. Weiß jemand, wie der Verkehr rund um Zwickau aussieht und ob noch Korridorzüge via Głuchołazy fahren?
Du meinst vermutlich Zittau? Die Trilex-Züge fahren zwischen Hradek und Varnsdorf ohne Halt in Deutschland. Unten auf [www.laenderbahn.com] der aktuelle Fahrplan.

Viele Grüße
Sören

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: tkautzor

Datum: 23.03.20 08:23

J-C schrieb:
Warum hat man nicht wie bei der Grenze zwischen Österreich und Schweiz bzw. Italien es so gemacht, dass man ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorweisen muss?
Was soll das denn für eine Regel sein? Diese Grenze sind für alle bis auf Grenzgänger geschlossen.

Gruss, Thomas.
Was ich bei den ganzen Diskussionen (unabhängig von der Frage wie medizinisch sinnvoll solche Maßnahmen sind) oftmals vermisse ist die Frage: Lässt sich die Bevölkerung wirklich ein halbes Jahr oder länger einfach einsperren?

In China klappt so etwas vielleicht länger, wie sieht das in Europa aus? Natürlich wird es auch davon abhängen wie sich die Gesamtsituation entwickelt, wenn extrem viele Personen "aus dem eigenen Umfeld" im Sterben liegen oder schon verstorben sind, nimmt man sowas vielleicht eher in Kauf. Je weniger die Menschen das am eigenen Leib mitbekommen, desto weniger werden sie solche Maßnahmen akzeptieren.

Wenn der Druck zu groß wird, wird die Politik irgendwann einknicken müssen..

Re: Korridorverkehr

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 23.03.20 08:59

Sören Heise schrieb:
Du meinst vermutlich Zittau? Die Trilex-Züge fahren zwischen Hradek und Varnsdorf ohne Halt in Deutschland. Unten auf [www.laenderbahn.com] der aktuelle Fahrplan.

Natürlich Zittau, du hast Recht.
Danke für den Link. :-)
aw1975 schrieb:
Wrzlbrnft. schrieb:
Um wieder Bahnbezug herzustellen: Auch in Tschechien gibt es einige Korridorverkehre. Weiß jemand, wie der Verkehr rund um Zwickau aussieht und ob noch Korridorzüge via Głuchołazy fahren?

Zu Głuchołazy: Die Züge verkehren nicht mehr, es besteht ein Busersatz [vyluky.cd.cz]

Gruss
Alex

Hui, da habe ich ja richtig Glück gehabt und am 14. März den richtigen Riecher gehabt, als ich mich kurzfristig dafür umentschied, den Korridorverkehr im Raum Glucholazy noch ein letztes Mal zu fotografieren. Da ich zu dem Zeitpunkt gerade wieder in Schlesien weilte, Anreise war noch vor der Bekanntgabe der Grenzschließungen und haben mich dort in Schlesien überrumpelt, fiel auf Grund der aktuellen Ereignisse meine Wahl kurzentschlossen auf den Korridorverkehr, da ich da schon ahnte, das dies wohl nicht mehr lange so weiter fahren würde, wie Recht ich doch mit dieser Vorahnung haben sollte. Der Ein- und Ausstieg, war ab 12. März in Glucholazy bereits von polnischer Seite aus verboten worden, der Zug fuhr aber noch.
814 094-9 war an diesem Samstag eingeteilt und unterwegs. Zu dem Zeitpunkt war Tschechien schon abgeriegelt, und wenige Stunden später dann auch Polen. Damit dürfte ich ja die letzten Einsatzbilder vom Korridorverkehr aus der Ecke haben. Bei der allerletzten Aufnahme am Nachmittag, grüßte der Tf vom 814 noch freundlich zum Abschied, ich auch zurück, mit dem schweren Gefühl im Herzen, das ich diese Gegend für lange Zeit nicht wieder sehen werde, inklusive der Familienangehörigen da hinten.http://qopt.org/pasha/smiles/smiles1/cry.gif http://qopt.org/pasha/smiles/smiles1/cry.gif http://qopt.org/pasha/smiles/smiles1/cry.gif


MfG Bw Nysa.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 09:41.
Danke an das "BW Nysa" für die schönen Worte! Vor allem der Gruss mit dem Lokführer - Momente die bleiben! Meine letzte Ausreise aus Tschechien erfolgte im Februar noch unbeschwert im 810er oder 809er in Richtung Slowakei und der Lokführer bat mich, ihm ein Foto von dem Triebwagen mit ihm im Führerstand zu senden...

Alex

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: FTB

Datum: 23.03.20 11:14

> Lässt sich die Bevölkerung wirklich ein halbes Jahr oder länger einfach einsperren?

Doch, geht. Hat ein Land, gar nicht so weit weg (was es aber nicht mehr gibt) 28 Jahre gemacht. Ergebnis sollte aber bekannt sein ;-)

Der Neoliberalismus hat es geschafft, aus der Globalisierung eine Klobalisierung werden zu lassen!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 11:17.

Und ich?

geschrieben von: Martin Junge

Datum: 23.03.20 12:32

Dobrý den,

was soll ich sagen? Ich habe meine Arbeit hier in Tschechien, die läuft dank eines sehr gut ausgebauten Internets auch weiterhin reibungslos (Gruß an die vergangenen 15 Jahre in Deutschland!) und war gestern auch erst einmal reichlich konsterniert ob der Aussicht, ein halbes Jahr nicht aus Tschechien ausreisen und wieder einreisen zu dürfen. Aber bis Ostern wird hier sicherlich noch sehr strikte gegen das Virus angegangen, danach sollte sich die Lage entspannen und genau diese Aussicht ist es, die die Tschechen unglaublich diszipliniert und willensstark (hier passt das Bild vom "Triumph des Willens" wirklich mal) macht. Bilder von Zusammenrottungen Unbelehrbarer in Pärken und Gärten oder der Stadt gibt es nicht, Durchsagen weisen auf Änderungen und Verhaltensmaßnahmen hin (mein Wunsch, morgens um 6 mit "Wo bist Du, geliebter General?" geweckt zu werden, erfüllte sich bis anhin noch nicht) und alle, wirklich alle halten sich an die Regeln und Gebote um dann hoffentlich den Sommer am Land verbringen zu dürfen. Für uns hier ist die Grenzschließung absolut nachvollziehbar, denn es sollen auch gleich neue Regeln, Mittel und Wege gefunden werden, dem Übertourismus in Hinkunft Herr zu werden und man kann doch nach so einer Situation nicht weiter machen als wäre nichts gewesen? Das muss jedem klar sein, es wird sich vieles ändern. Ich persönlich rechne damit, dass sich die V4 soweit absprechen, dass zum Sommer Reisen wieder in diesem Gebiet möglich sein werden, die Maßnahmen in der Slowakei und in Tschechien sind recht ident. Dann bleibt man eben noch etwas unter sich, besser als gewisse andere Länder, in denen zwischen 15 und 17 Bundesländer es nicht vermögen, koordiniert und entschlossen vorzugehen, sondern weiter Kirchturmpolitik zu betreiben. Dasselbe betrifft die EU, wenn man sich mal nicht um irgendwelche Scharmützel gekümmert hätte, sondern stattdessen einen Epidemie- und Seuchenplan benebst Einreisebschränkungen durchgesetzt hätte, würde man diese als Institution auch ernst nehmen. So zeigt sich wieder das Unvermögen. Sich jetzt auf die EU zu verlassen oder die Grenzen zu öffnen oder oder oder wäre wirklich hanebüchen und gebietet einem Virus, das sich nicht an Grenzen hält, sicher nicht Einhalt. Also, ich freue mich auf Ferien und Ferienarbeit in Tschechien und ihr freut Euch auf Tschechien, wenn alles überwunden ist - und insbesondere ein bestimmtes Nachbarland weiß, was es will.

Viele Grüße aus Budweis
Martin

Re: Und ich?

geschrieben von: Avala

Datum: 23.03.20 12:49

Zitat
Bilder von Zusammenrottungen Unbelehrbarer in Pärken und Gärten oder der Stadt gibt es nicht, Durchsagen weisen auf Änderungen und Verhaltensmaßnahmen hin (mein Wunsch, morgens um 6 mit "Wo bist Du, geliebter General?" geweckt zu werden, erfüllte sich bis anhin noch nicht)

Zu schade, dass man hierzulande noch nicht die großen Vorteile fest installierter Lautsprecher im Ortsbild erkannt hat.

Re: Und ich?

geschrieben von: rvdborgt

Datum: 23.03.20 13:30

Martin Junge schrieb:
Dann bleibt man eben noch etwas unter sich, besser als gewisse andere Länder, in denen zwischen 15 und 17 Bundesländer es nicht vermögen, koordiniert und entschlossen vorzugehen, sondern weiter Kirchturmpolitik zu betreiben. Dasselbe betrifft die EU, wenn man sich mal nicht um irgendwelche Scharmützel gekümmert hätte, sondern stattdessen einen Epidemie- und Seuchenplan benebst Einreisebschränkungen durchgesetzt hätte, würde man diese als Institution auch ernst nehmen. So zeigt sich wieder das Unvermögen.
Für das Gesundheitswesen sind die EU-Mitgliedsstaaten selber zuständig. Die EU will vielleicht vieles, aber darf nur wenig.

Gruß,
Rian

Re: Und ich?

geschrieben von: FTB

Datum: 23.03.20 13:30

> Zu schade, dass man hierzulande noch nicht die großen Vorteile fest installierter Lautsprecher im Ortsbild erkannt hat.

Doch, hatte man in einem Teil des Landes. Wurden aber alle anfangs der 90er (weil man meinte, alles besser zu wissen) abgebaut.

Der Neoliberalismus hat es geschafft, aus der Globalisierung eine Klobalisierung werden zu lassen!

Re: Und ich?

geschrieben von: JochenK

Datum: 23.03.20 14:05

Alleine die "irrtümliche" Beschlagnahmung der medizinischen Güter spricht ja für die Visegrad Staaten.
Man wundert sich doch über die Mentalität die in diesen Ländern noch herrscht. Vielleicht wäre es Zeit das man sich
aus dem Rest der EU überlegt irrtümlich die Förderungen für diese Länder einzustellen dann viel Spaß mit Orban und seinen Freunden.

Ich bin wirklich schockiert wie so mancher Tscheche denkt. 40 Jahre hinterm Zaun scheinen doch nicht spurlos an vielen vorbei gegangen
zu sein.
Hallo Leute,
warum diskutiert Ihr über eine, von der Regierung eines souveränen Staates getroffenen Entscheidung?
Zumal diese Entscheidung von der Bevölkerung im Wesentlichen mitgetragen wird.
Ob diese Entscheidung sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt, aber nicht diskutabel!

Viele Grüße
Christian

Link-Übersicht zu meinen Beiträgen [www.drehscheibe-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 15:14.
Ich halte die Aussage die Tschechen würden diese Maßnahme mittragen für reine Spekulation. Denn heute mögen sie dies tun, aber werden sie das auch in 6 Monaten noch so tun? Das weis nur die Glaskugel...
Dann können sie es auch nicht ändern...

Link-Übersicht zu meinen Beiträgen [www.drehscheibe-online.de]

Nicht alle

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 23.03.20 15:16

Moin.

FTB schrieb:
Doch, hatte man in einem Teil des Landes. Wurden aber alle anfangs der 90er (weil man meinte, alles besser zu wissen) abgebaut.

Vor einigen Jahren gab es in Rentwertshausen noch die Lautsprecher, wie auf dieser Aufnahme:

https://farm1.staticflickr.com/723/23123363920_82ae4bbc8f_o.jpg



Laut [de.wikipedia.org] gibt es noch immer einige Anlagen, wobei ich die Aktualität der Liste nicht einschätzen kann.

Viele Grüße
Sören
Das will man vielleicht gar nicht wissen bzw. sich derzeit vorstellen, dann ändern kann das einmal wild gewordene Volk viel. Es gibt bereits Stimmen von Soziologen, welche die Politik warnen nun die Einschränkungen wirklich zeitlich eng zu befristen, denn sonst könnte das am Ende ins genaue Gegenteil umschlagen. So folgsam ein Volk zu beginn einer solche Phase sein mag, irgendwann kippt es und dann kann sogar ein echter Volksaufstand daraus werden. Oder, im Falle unserer lieben Tschechen, die grüne Grenze ist lang...

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: pm

Datum: 23.03.20 16:18

Vielleicht sollte man einfach aufhören Panik in Internetforen zu schüren und einfach mehr Respekt vor unseren Nachbarn haben.Die Östlich von uns sind halt konservativer-die westlich zt wesentlich Liberaler-dies geht in einer Pandemie einfach nicht zusammen.

Re: Und ich?

geschrieben von: FCM Thomy

Datum: 23.03.20 17:18

...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 17:19.

Re: Und ich?

geschrieben von: FCM Thomy

Datum: 23.03.20 17:21

JochenK schrieb:
Alleine die "irrtümliche" Beschlagnahmung der medizinischen Güter spricht ja für die Visegrad Staaten.
Man wundert sich doch über die Mentalität die in diesen Ländern noch herrscht. Vielleicht wäre es Zeit das man sich
aus dem Rest der EU überlegt irrtümlich die Förderungen für diese Länder einzustellen dann viel Spaß mit Orban und seinen Freunden.

Ich bin wirklich schockiert wie so mancher Tscheche denkt. 40 Jahre hinterm Zaun scheinen doch nicht spurlos an vielen vorbei gegangen
zu sein.
schockiert bin ich über diesen Beitrag -kopfschütteln !

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 23.03.20 17:39

Hallo!

Von diesen warnenden Stimmen habe ich auch schon gehört. Zeitlich befristete Maßnahmen sind okay. Sollte es zum Dauerzustand werden, dann werden die Völker sich wehren (1953 hatte bekanntlich das DDR-Volk versucht sich zu wehren -> es mißlang. 1989 hat es dann geklappt. Da gab es andere Probleme als das derzeitige Virus; wollte es nur als Beispiel bringen.).

Es gibt aber in dieser Zeit bereits erste Hoffnungsschimmer. In einigen Gebieten flacht die Infektionswelle langsam ab. Von einer Entwarnung kann natürlich zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede sein.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien 6 Monate geschlossen

geschrieben von: internaut

Datum: 23.03.20 17:59

Stupor Mundi schrieb:
Oder, im Falle unserer lieben Tschechen, die grüne Grenze ist lang...
Hat denn niemand die Absicht, eine Mauer zu erreichten? Trump ist doch ein Vorbild von Babis (oder umgekehrt..)

Re: Andere Quelle: "bis zu 2 Jahre"

geschrieben von: kmueller

Datum: 23.03.20 18:08

Eurocity341 schrieb:
Die jetzige Corona-Welle ist voll mit der noch aktuellen Influenza-Welle kollidiert. Das wird in den Medien nicht genannt. Wir müssen jetzt wirklich abwarten, wie sich die Zahlen im weiteren Verlauf entwickeln.

Die 1. Welle mit China aus Januar/Februar 2020 ist weitgehend abgeklungen, da ja die Flüge von/nach China bereits seit Mitte/Ende Februar ruhen
Die 2. Welle war die Karnevalswelle von Ende Februar, besonders Raum Heinsberg. Auch hier dürfte jetzt in den nächsten Tagen ein stetiges Abklingen erfolgen.
Die 3. Welle, in der wir gerade befinden, war die Südtirol/Tirol-Welle. Da hier aber erst seit rund zwei Wochen Sperrungen sind, werden die Fallzahlen erst einmal noch weiter steigen, wenn auch im weiteren Verlauf langsam, aber stetig, abschwächend.
Wenn man sich Grafiken ansieht, dann ist bisher überall in Europa die Entwicklung ungebrochen exponentiell seit den ersten 100 bekannten Fällen (darunter herrscht der Zufall, wo und wie getestet wurde). Der Anstieg erstreckt sich mittlerweile in Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien bis zu einigen 10_000 Fällen, d.h. über mehr als zwei Größenorndungen. Der Anstieg bei logarithmischer Auftragung (die Zeitkonstante der Exponentialfunktion) ist überall der gleiche und derselbe wie in Wuhan und anfangs in Südkorea. Nur letzteres Land hat es geschafft, ab einigen tausend Fällen diesem Trend nach unten zu verlassen und mittlerweile den Anstieg fast zu stoppen. Dieser Prozeß dauerte etwa vier Wochen, nachdem ziemlich drastische Maßnahmen getroffen worden waren.

Von 'Wellen' ist in den vielen publizierten Grafiken nirgendwo etwas zu sehen.

Zeugung Kinder...

geschrieben von: schoki41

Datum: 23.03.20 18:28

Hallo ETA-Fan,
naja, um die Kinderzeugung braucht man sich erfahrungsgemäß in solchen Zeiten keine Sorgen machen - man denke an dem Geburtenboom im Münsterland 9 Monate nach den Stromausfällen...
Und in Frankreich gehen auch die Pariser (nicht die Parisiens) aus...

schoki41

Re: Und ich?

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 23.03.20 19:44

FCM Thomy schrieb:
JochenK schrieb:
Alleine die "irrtümliche" Beschlagnahmung der medizinischen Güter spricht ja für die Visegrad Staaten.
Man wundert sich doch über die Mentalität die in diesen Ländern noch herrscht. Vielleicht wäre es Zeit das man sich
aus dem Rest der EU überlegt irrtümlich die Förderungen für diese Länder einzustellen dann viel Spaß mit Orban und seinen Freunden.

Ich bin wirklich schockiert wie so mancher Tscheche denkt. 40 Jahre hinterm Zaun scheinen doch nicht spurlos an vielen vorbei gegangen
zu sein.
schockiert bin ich über diesen Beitrag -kopfschütteln !

Schockiert war und bin ich über den "irrtümlichen" Umgang mit den Hilfslieferungen an Italien in Polen und Tschechien! Das sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern in Brüssel auf die "to-do Liste" gesetzt werden!

Frank aus der Prignitz




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 19:44.

Re: Und ich?

geschrieben von: Avala

Datum: 23.03.20 19:49

Zitat
Schockiert war und bin ich über den "irrtümlichen" Umgang mit den Hilfslieferungen an Italien in Polen und Tschechien! Das sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern in Brüssel auf die "to-do Liste" gesetzt werden!
Schon mehr dazu gelesen oder nur die Ursprungsmeldung?
Hallo,

ich wohne direkt an der Eisenbahnstrecke Děčín - Dresden und kann somit die Züge beobachten.

Der Schienengüterverkehr von und nach Tschechien fährt weiterhin.

Die Güterzüge mit Containern, Kesselwagen oder Kohle fahren aus meiner subjektiven Sicht regelmäßig. Nur die Autozüge sind aus meiner subjektiven Sicht erheblich weiniger geworden.

Grüße aus Dresden!
Ein Hinweis in eigener Sache:
Viele interessante Hobby-Doku-Videos, zum Thema Eisenbahn und Modelleisenbahn, gibt es auf meinem YouTube-Kanal: [www.youtube.com]

Noch ein paar Worte AUS Tschechien

geschrieben von: Klv

Datum: 23.03.20 20:21

Vielen Dank, Martin, daß Du Dir als Erster in dieser Runde die Mühe gemacht hast, den zahlreichen unsachlichen bis nachgerade dummdreisten Stimmen entgegenzutreten. Um der werten Diskutantenschaft noch ein wenig die Perspektive von der anderen Seite der geschlossenen Grenze zu vermitteln, erlaube ich mir, mich an Deinen engagierten Beitrag mit ein paar Worten anzuschließen.

Auch für mich war es gestern ein Schock, als ich aus den Medien erfuhr, daß die Grenzen nach Ansicht von Roman Prymula noch für viele Monate geschlossen bleiben sollten. Dadurch werden bei mir sämtliche Reisepläne über den Haufen geworfen, vor allem aber sind meine Eltern in Deutschland in einem Alter, wo jedes Wiedersehen - ganz unabhängig von der aktuellen Epidemie - das letzte sein kann.

Dennoch habe ich an den Worten Prymulas nichst auszusetzen - der ist übrigens nicht nur stellvertretender Gesundheitsminister und derzeit Leiter des Corona-Krisenstabs, sondern vor allem von Beruf Epidemiologe, so daß ich annehmen möchte, daß hier der richtige Mann am richtigen Ort ist und er auch weiß, was er sagt.

Die Epidemie ist in Tschechien wie in Deutschland gerade erst in der Anfangsphase, so dass ich es für naiv und vermessen halte, zu glauben, die ganze Geschichte könne in ein paar Wochen vorbei sein. Auch in Deutschland werden die derzeitigen Einschränken über Monate anhalten, auch wenn sich dies keiner so klar zu sagen traut, um nicht den Unmut der Bevölkerung zu erregen. Prymulas Aussage mag zwar hochgradig unpopulär sein, aber dafür wohl aufrichtiger als das, was man von allen anderen so hört. Zur allgemeinen Beruhigung sei dennoch angemerkt, daß es sich um die Aussage einer Einzelperson handelt und nicht etwa um einen Regierungsbeschluß, wie es hier in mehreren Beiträgen anklang.

Tschechien ist ein kleines Land mit relativ begrenzten Ressourcen, und das auch im Gesundheitswesen. Daher hat man (nicht anders als in Deutschland!) den Weg gewählt, die Ansteckungsrate so niedrig wie möglich zu halten und damit den Ablauf der ganzen Epidemie zeitlich zu strecken. Diesem Ziel dienen auch alle getroffenen Maßnahmen – auch dies nicht anders als in Deutschland. Der Unterschied liegt allerdings darin, daß sämtliche Maßnahmen (Schließung von Schulen, Geschäften und Gaststätten, Versammlungsverbote, Schließung der Grenzen, Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit, Ausgangsverbot) deutlich früher und konsequenter eingeführt wurden als in Deutschland. Zum einen hat sich hier die zentralistische Verwaltungsstruktur der Landes als Vorteil erwiesen, zum anderen – hier möchte ich Martin beipflichten – auch die Mentalität der Bevölkerung. In den zwanzig Jahren, die ich in Tschechien lebe, habe ich mich nicht selten über das Duckmäusertum und den vorauseilenden Gehorsam (Bloß nicht auffallen!!) der Leute geärgert, derzeit aber erweist sich diese Mentalität tatsächlich als Segen.

Bislang nimmt man hier alle Einschränkungen klaglos hin – und verfolgt dagegen mit Sorge und Unverständnis, wie lax in Deutschland die Krise gehandhabt wird und wie die Maßnahmen in den föderalen Strukturen des Landes zerredet werden. Auch dies führte wohl zu der Einschätzung von Herrn Prymula, dass Tschechien bei der Epidemie relativ glimpflich davonkommen könnte, während man in Deutschland die Lage möglicherweise nicht so schnell unter Kontrolle bekommen wird. Und daher eben der Gedanke, auch nach dem Neustart des öffentlichen Lebens im eigenen Land die Grenzen noch eine Weile geschlossen zu halten, um nicht gleich wieder einen unkontrollierbaren Zustrom neuer Infizierter zu haben.

Glaubt mir, Tschechien ist von internationalen Handelsbeziehungen und vom Tourismus genauso abhängig wie Deutschland, und man wird sich sicherlich nicht auf alle Ewigkeit einigeln wollen. Früher oder später wird also das gelobte Land für euch wieder seine Pforten öffnen – und Martin und mich endlich wieder rauslassen. Derzeit versäumt ihr hier wirklich nichts, also tragt es mit Fassung. Wenn die Einschränkungen dazu beitragen können, ein paar hunderttausend Menschenleben zu retten (vielleicht ja auch mein eigenes), dann bis ich persönlich gern dazu bereit, mein Hobby für ein paar Monate auf Eis zu legen.

Grüße aus Brünn

Klv
Jetzt machen Tschechien richtig zu-entweder in D+AT bleiben oder bei Rückkehr 14 Tage Quarantäne



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 22:01.

Immer die Verhältnismäßigkeit beachten

geschrieben von: pm

Datum: 23.03.20 22:08

CZ will die Ausbreitung nicht nur verlangsamen-sie wollen sie vollständig stoppen.Nur wird dies dann wirklich viele Monate Grenzschliessung bedeuten.Ich als dann direkter Betroffener bin jedenfalls froh dass NRW nicht nach dem Ausbruch in Heinsberg monatelang unter Quarantäne gestellt wurde-die Folgen des deutschen Lockdown sind schon verheerend genug. Ich denke das Risiko der 50.000 CZ Berufspendler würde auch das CZ Gesundheitswesen verkraften.

Re: Und ich?

geschrieben von: Avala

Datum: 23.03.20 22:15

Das Tourismusbüro des Jihomoravský kraj postet inzwischen diese Werbung auf Facebook...

Unbenannat.JPG

Re: Korridorverkehr

geschrieben von: Mucke72

Datum: 23.03.20 22:17

Hallo

Heute standen zwei Triebwagen in Görlitz im ehemaligem BW-Gelände.
Da waren Schilder an allen Türen, gilt wohl Mundschutzzwang.

Schönen Abend

René

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 23.03.20 22:20

Die im Jihomoravský kraj sind ja lustig: "Wir wissen zwar nicht, ob und wann ihr Seuchenträger jemals wieder einreisen dürft und haben eine Regierung, die durch die Grenzschließung für Berufspendler das Gesundheitssystem in Euren grenznahen Regionen sabotiert und im Zweifelsfall die von ihnen betreuten Menschen elendig verrecken lässt, aber bitte lasst Euer Geld bei uns!"

(Tut mir Leid. Ich mag Tschechien und habe Verständnis für die Situation. Aber die Ankündigung, gleich für ein halbes Jahr die Grenzen zu schließen, und das auch noch für Berufspendler, geht zu weit. Das hat nichts mit vorsichtiger Politik zu tun, das ist bloßer Populismus.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 22:34.

Re: Und ich?

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 23.03.20 22:21

Avala schrieb:
Zitat
Schockiert war und bin ich über den "irrtümlichen" Umgang mit den Hilfslieferungen an Italien in Polen und Tschechien! Das sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern in Brüssel auf die "to-do Liste" gesetzt werden!
Schon mehr dazu gelesen oder nur die Ursprungsmeldung?

Du meinst die Ausreden aus Polen und Tschechien darauf hin?

Frank aus der Prignitz

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 23.03.20 22:32

Frank Schönow schrieb:
Avala schrieb:
Zitat
Schockiert war und bin ich über den "irrtümlichen" Umgang mit den Hilfslieferungen an Italien in Polen und Tschechien! Das sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern in Brüssel auf die "to-do Liste" gesetzt werden!
Schon mehr dazu gelesen oder nur die Ursprungsmeldung?
Du meinst die Ausreden aus Polen und Tschechien darauf hin?
Ich fand die Begründung im Falle Tschechiens gar nicht so unplausibel (die von Polen kenne ich nicht): [www.derstandard.at]

Nebenbei: Deutschland hat letzte Woche auch Schutzkleidung für Österreich zurückgehalten.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Und ich?

geschrieben von: Bnrz436

Datum: 23.03.20 22:36

def schrieb:
Frank Schönow schrieb:
Avala schrieb:
Zitat
Schockiert war und bin ich über den "irrtümlichen" Umgang mit den Hilfslieferungen an Italien in Polen und Tschechien! Das sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern in Brüssel auf die "to-do Liste" gesetzt werden!
Schon mehr dazu gelesen oder nur die Ursprungsmeldung?
Du meinst die Ausreden aus Polen und Tschechien darauf hin?
Ich fand die Begründung im Falle Tschechiens gar nicht so unplausibel (die von Polen kenne ich nicht): [www.derstandard.at]

Nebenbei: Deutschland hat letzte Woche auch Schutzkleidung für Österreich zurückgehalten.

Diese Thematik gehört nun aber wirklich nicht in ein Eisenbahnforum!

Viele Grüße vom
http://abload.de/img/bild4310headb.jpg

Re: Und ich?

geschrieben von: D 2027

Datum: 23.03.20 22:38

Ahoj Martin,

alles gut und schön was Du schreibst und ich habe dafür ein gewisses Verständnis... Stockholm-Syndrom? ;-)

Man kann in der Tat auch über die Methoden zur Bekämpfung der Epidemie und die Abwägung darüber, was uns Menschenleben vs. dem wirtschaftlichen Totalschaden wert sind diskutieren. Und was für ein zerissenes Bild Deutschland und die EU (die allerdings gerade wegen nationaler Alleingänge wie dem von CZ weniger dafür kann) abgeben ist auch sicher nicht schön anzusehen, auch von hier drinnen nicht. Mit all dem müssen wir leben und irgendwann brechen wieder bessere Zeiten zum Reisen an.

Was mir hingegen wirklich Sorge macht ist, dass gerade die V4 (und vielleicht die neuen Machthaber in Slowenien auch noch) die derzeitige Situation sehr wahrscheinlich dafür nutzen werden um die illiberale Demokratie zu stärken. Viktor hat heute bekanntlich bereits mit seinem Ermächtigungsgesetz - wenn auch vorläufig noch erfolglos - angefangen und der polnische Enterich sowie die Herren Babiš und Matovič werden sehr genau hinsehen, wie sich die Sache dort entwickelt um sie zu kopieren. Dann lass diesen Funken - an autoritären Zwangscharakteren mangelt es in diesen Zeiten in (Ost)Deutschland auch nicht - noch zu uns überspringen und wir haben den Salat. Biggi meinte heute übrigens zu meinen Befürchtungen, dass das für mich doch sehr praktisch sei, dann müsse ich schliesslich nicht mehr dauernd in irgendwelche Schurkenstaaten reisen... ich soll Dich übrigens herzlich von ihr grüssen.

Ob ich im Falle dieser Entwicklung dann allerdings noch nach Tschechien reisen will weiss ich ehrlich gesagt nicht; Ungarn steht heute schon, obwohl ich es sehr mag, auf meiner Boykottliste. Oder wahrscheinlich erst wieder dann, wenn die V4 definitiv nicht mehr Mitglieder der EU sind und ich den Spass nicht mehr teilfinanzieren muss. Ich mag vielleicht zu pessimistisch sein, aber irgendwie sind das sehr betrübliche und leider nicht unrealistische Aussichten.

Gruss von Deinen Premiumabsturzgastgebern und ewige Budweisheit.

Erik

der seinen letzten CZ-Besuch übrigens wie der Kollege Bw Nysa auch über Glucholazy beendet hat

Hört nie auf zu suchen, hört nie auf zu reisen. Denn die Welt, die weite, wartet und wird nicht kleiner!

Tomas Löfström (1948 - 2016)




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.20 23:00.

Re: Und ich?

geschrieben von: Martin Junge

Datum: 23.03.20 23:07

Hallo!

Ehrlich gesagt wundert mich auch, dass das Argument Ungarn jetzt erst kommt und noch mehr wundert mich das beredte Schweigen der bundesdeutschen Medien dazu, während der ORF ausführlich darüber berichtet. Im Windschatten der Epidemie lässt sich von Politikern egal welcher Coleur sehr viel durchsetzen, so lange man der Bevölkerung glaubhaft machen kann, dass alles nur zu ihrem Besten geschehe. Und das funktioniert hier (in Budweis) in der Bevölkerung über 45 Jahren gut, darunter gibt es viel Kritisches zur Parlamentsarbeit. Tenor der Studenten ist jedoch meistens: Babiš macht jetzt seine Aufgabe gut, aber das bedeutet nicht, dass er ein guter Premier ist. Und der Druck auf ihn ist nicht vergessen und auch nicht verstummt, nur aus gegebenem Anlass leiser. Die Tschechen wollen auch nicht raus oder weg, aber sie wollen sich vor allem selbst schützen und ziehen die Zugbrücken hoch. Sicher, die Tendenzen gibt es und die verstärken sich mit jedem Erfolg auf nationaler Ebene und jedem Misserfolg der supranationalen Ebene.

Man wird sehen müssen, die EU wieder zu einen dürfte ein Husarenstück werden.

Ganz nüchterne Grüße über den viralen Vorhang
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.20 06:21.

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 24.03.20 09:10

D 2027 schrieb:Zitat:
Was mir hingegen wirklich Sorge macht ist, dass gerade die V4 (und vielleicht die neuen Machthaber in Slowenien auch noch) die derzeitige Situation sehr wahrscheinlich dafür nutzen werden um die illiberale Demokratie zu stärken. Viktor hat heute bekanntlich bereits mit seinem Ermächtigungsgesetz - wenn auch vorläufig noch erfolglos - angefangen und der polnische Enterich sowie die Herren Babiš und Matovič werden sehr genau hinsehen, wie sich die Sache dort entwickelt um sie zu kopieren.
In Ungarn geht es inzwischen nicht mehr um liberale oder illiberale Demokratie, sondern um Demokratie (bzw. im Falle Ungarns die erbärmlichen Reste) und Diktatur. Wenn Orbán im Parlament durchkommt, darf er bis zu einem Zeitpunkt, den er selbst bestimmt, am Parlament vorbei per Dekret regieren. Man kann 1 und 1 zusammenzählen, um zu wissen, was das bedeutet. Diktator auf Lebenszeit - oder bis er gewaltsam aus dem Amt entfernt wird.

Die Frage ist allerdings, inwiefern man dieses Modell einfach kopieren kann. Die ungarische "Verfassung" gilt bekanntermaßen nicht in Polen, Tschechien und der Slowakei (auch wenn Orbán sicher der Meinung ist, sie sollte zumindest im Süden Slowakei gelten, aber das ist ein anderes Thema).

Übrigens:

Zitat
Dann lass diesen Funken - an autoritären Zwangscharakteren mangelt es in diesen Zeiten in (Ost)Deutschland auch nicht - noch zu uns überspringen und wir haben den Salat.
In Deutschland gilt die ungarische Verfassung auch nicht. Und aus guten Gründen hat man hier in der Verfassung auch nicht den einen starken Mann vorgesehen - und erst recht nicht sowas wie ein Ermächtigungsgesetz.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 24.03.20 09:15

Martin Junge schrieb:Zitat:
Ehrlich gesagt wundert mich auch, dass das Argument Ungarn jetzt erst kommt und noch mehr wundert mich das beredte Schweigen der bundesdeutschen Medien dazu, während der ORF ausführlich darüber berichtet.
Ja, das fällt mir auch auf. In österreichischen Medien wird die unmittelbar bevorstehende Abschaffung der ungarischen Demokratie sehr viel stärker thematisiert als in bundesdeutschen. Sicher auch, weil Österreich in geographischer und historisch/kultureller Hinsicht näher an Ungarn liegt. Dennoch ist das Thema, dass ein Mitgliedsstaat der EU ab dem nächsten Montag eine Führerdiktatur ist, m.E. in deutschen Medien zu unterrepräsentiert.

Zitat
Im Windschatten der Epidemie lässt sich von Politikern egal welcher Coleur sehr viel durchsetzen, so lange man der Bevölkerung glaubhaft machen kann, dass alles nur zu ihrem Besten geschehe. Und das funktioniert hier (in Budweis) in der Bevölkerung über 45 Jahren gut, darunter gibt es viel Kritisches zur Parlamentsarbeit. Tenor der Studenten ist jedoch meistens: Babiš macht jetzt seine Aufgabe gut, aber das bedeutet nicht, dass er ein guter Premier ist. Und der Druck auf ihn ist nicht vergessen und auch nicht verstummt, nur aus gegebenem Anlass leiser. Die Tschechen wollen auch nicht raus oder weg, aber sie wollen sich vor allem selbst schützen und ziehen die Zugbrücken hoch. Sicher, die Tendenzen gibt es und die verstärken sich mit jedem Erfolg auf nationaler Ebene und jedem Misserfolg der supranationalen Ebene.

Sind Deine Studierenden wirklich so repräsentativ für die tschechische Gesellschaft, dass man daraus Allgemeingültiges ableiten kann? Zumindest an deutschen Unis dürften gesellschaftspolitisch liberale Ansichten auch stärker verbreitet sein als in der Gesamtbevölkerung.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Und ich?

geschrieben von: J-C

Datum: 24.03.20 11:47

Bitte was? Ja, Babiš ist auch nicht mein Wunschkandidat, aber als jemand, der eine Minderheitsregierung anführt, verdient er meinen Respekt. Gerade in Tschechien ist die Situation die, dass am Parlament mittel- bis langfristig kein Weg vorbeiführt. Von ungarischen Zuständen ist man da weit entfernt. Wenn die Grenzen wieder offen sind, werde ich selbstverständlich wieder meine Eltern besuchen und vielleicht, wenn's so weit ist, mit LEO nach Prag fahren 😊

Ja, die Maßnahmen sind härter in Tschechien, aber sie sind nicht völlig diffus (wie die Haftstrafen für Fakenews in Ungarn es sein werden). Der Virus wird für länger als einen Monat uns beschäftigen und Tschechien versucht derzeit so weit wie möglich das Virus draußen zu halten.

Es macht eben sehr wohl einen Unterschied, ob ein potenziell Infizierter das Land betritt, oder eben nicht. Tatsächlich kann das ein Instrument sein, die Ausbreitung einzudämmen.

Gleichzeitig gibt es in Tschechien auch eine Mundschutzpflicht, das ist einzigartig. Eine kollektive Pflicht, einen Mundschutz zu tragen kann - und das ist erwiesen - sehr wohl das Ausbreitungsrisiko minimieren: weil nämlich Menschen, die infiziert und ansteckend sind, jedoch keine entsprechende Symptome tragen und damit nicht wissen, was sie da haben, eben weniger zur Ausbreitung beitragen.

Ich würde auch eine Maske tragen wollen, wenn es sie denn irgendwo noch gäbe. Ich will nicht so gerne das Risiko eingehen, selbst Corona zu haben, ohne es zu wissen, aber irgendwen anzustecken.

Und ich glaube, eine Kultur wie in asiatischen Ländern wie Japan zu entwickeln, wo man generell eine Maske trägt, weil's gesellschaftlich so gewünscht ist, könnte eine Idee sein, aber ich schweife ab.

Wären die Grenzschließungen die einzigen Maßnahme, würde ich dir zustimmen, doch setzt man auf ein Bündel an Maßnahmen, das zwar sehr weit geht, aber eben auch effektiv ist, um die Ausbreitung einzudämmen.

Und seien wir uns mal ehrlich, der Virus wird uns länger als 1 Monat, länger als 6 Monate beschäftigen. Und die etwas träge Reaktion seitens Deutschlands etwa ist auch nicht vertrauenserweckend.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.20 11:48.

Re: Und ich?

geschrieben von: D 2027

Datum: 24.03.20 12:47

def schrieb:
Zitat:

Die Frage ist allerdings, inwiefern man dieses Modell einfach kopieren kann. Die ungarische "Verfassung" gilt bekanntermaßen nicht in Polen, Tschechien und der Slowakei (auch wenn Orbán sicher der Meinung ist, sie sollte zumindest im Süden Slowakei gelten, aber das ist ein anderes Thema).


Natürlich sind die Grundvoraussetzungen in jedem Land etwas anders, aber die einzelnen Staatschefs sind da sicher erfindungsreich die jeweils erprobte und örtlich passende Zwangsmassnahme an ihr Land anzupassen. Wenn wir z.B. gerade nach Polen schauen, gibt es noch genau einen der momentan Wahlkampf machen kann und die Forderung der Opposition die Wahlen am 10.05. zu verschieben wird wohl ungehört von Andrzej Duda und seinem Boss verhallen. Und für eine App mit der man Quarantänesünder orten kann, findet sich später gewiss auch mit etwas Nachdenken eine sinnvolle Anschlussverwendung. Zumal das Gesetz ja gerade schon geändert ist...

Es ist ja nicht zwingend so, dass man die Grundrechte auf einen Schlag abbaut, aber die gute alte Salamitaktik führt halt irgendwann auch zum Ziel. Dauert zwar etwas länger, aber die meisten dieser Leute haben Zeit auf ihr Ziel hinzuarbeiten....

Ja, ich bin in diesen Dingen notorisch pessimistisch und eigentlich gehört das Theme auch nicht zwingend in ein Eisenbahnforum. Aber auch Eisenbahn lebt nicht in einem luftleeren Raum.

Erik

Hört nie auf zu suchen, hört nie auf zu reisen. Denn die Welt, die weite, wartet und wird nicht kleiner!

Tomas Löfström (1948 - 2016)

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 24.03.20 12:51

J-C schrieb:
Und seien wir uns mal ehrlich, der Virus wird uns länger als 1 Monat, länger als 6 Monate beschäftigen. Und die etwas träge Reaktion seitens Deutschlands etwa ist auch nicht vertrauenserweckend.
Genau! Politiker/innen, die grundlegende Einschränkungen der Bürgerrechte nicht als erstbeste, sondern als letzte Maßnahme betrachten (wenn es wirklich keine andere Möglichkeitkeit mehr gibt), sind seit Trump, Orbán und Bolsonaro eh total überschätzt!

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Und ich?

geschrieben von: J-C

Datum: 24.03.20 13:16

Alter, gleich auf 180 mit extremen Vergleichen? Als ob man zwischen Trägheit und Übertreibung nicht einen Mittelweg hätte. Also rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifend, die effektiv sind, aber eben nicht übertreiben. Wie in Österreich (von der Pleite in Ischgl abgesehen), wie in Taiwan, etc.
Dein Strohmannargument zieht da wirklich nicht.

Man kann in einer funktionierenden Demokratie auch unter Einbindung des Parlaments schnell und wirkungsvoll Maßnahmen ergreifen. Babiš ist Ministerpräsident einer Minderheitsregierung. Er muss einen politischen Konsens finden, um solche Maßnahmen effektiv auch weiterführen zu können. Er hat genau die gegenteiligen Vorraussetzungen wie Orbán. Und ich bin mir sicher, dass er sich bewusst ist, dass er nicht der Beliebteste Mensch da draußen ist.

Wie soll ich sagen? Viel halte ich von Babiš als Politiker nicht. Sein Background ist etwas... naja. Aber wenn er etwas tut, was effektiv gegen das Virus ist - und ja, Grenzschließungen sind sehr effektiv, auch wenn das manche nicht wahr haben wollen, dann ist das eben so. Warum immer so tun, als wäre er auf einer Linie mit Orbán und co? Das ist nicht der Fall! Ich bin nicht der größte Fan von Tschechien, aber ich sehe es eben doch, dass das Land ein integraler Bestandteil der mitteleuropäischen Region, sowohl kulturell als auch politisch ist. Deswegen kritisiere ich Tschechiens Bahn auch so, weil ich Tschechien als gleichwertig zu den Ländern wie Deutschland oder Österreich sehe ;-)

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.20 13:18.

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 24.03.20 13:21

J-C schrieb:Zitat:
Alter, gleich auf 180 mit extremen Vergleichen? Als ob man zwischen Trägheit und Übertreibung nicht einen Mittelweg hätte. Also rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifend, die effektiv sind, aber eben nicht übertreiben. Wie in Österreich (von der Pleite in Ischgl abgesehen), wie in Taiwan, etc.
Österreich war deshalb eher dran als Deutschland, weil Corona dort schlicht früher schnell gewachsen ist.
Und auch bei einem Parlament bin ich der Ansicht, dass grundlegende Einschränkungen von Freiheiten der letzte und nicht der erste Schritt sein müssen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.20 13:25.

Re: Und ich?

geschrieben von: Martin Junge

Datum: 24.03.20 15:36


Sind Deine Studierenden wirklich so repräsentativ für die tschechische Gesellschaft, dass man daraus Allgemeingültiges ableiten kann? Zumindest an deutschen Unis dürften gesellschaftspolitisch liberale Ansichten auch stärker verbreitet sein als in der Gesamtbevölkerung.
Hallo,

nein, das würde ich nie behaupten und habe es auch nicht. Ich sehe nur, dass die allermeisten Tschechen differenzieren können zwischen bisher gut koordinierten Notfallmaßnahmen und dem, was der Herr Babiš sonst so treibt. Das ist bei den Studenten, aber auch bei Kollegen so zu bemerken. Selbst halte ich mich raus, weil ich niemandes politische Einstellungen bewerte oder ablehne, solange er sie irgendwie gescheit begründen kann. Einfach so Holzhammer geht nicht und gehört sich nicht.

Martin

Re: Und ich?

geschrieben von: J-C

Datum: 24.03.20 16:40

Es waren auch die letzten Schritte, schon Tage zuvor sind Unis geschlossen worden, Versammlungsbeschränkungen eingeführt worden und natürlich die Grenze nach Italien und später zur Schweiz geschlossen. Problemgebiete wurden unter Quarantäne gestellt. Es ist aber gut, dass möglichst kurz der Vorlauf geschieht, so können Menschen nur noch die notwendigen Vorbereitungen machen und eben nicht in Massen noch wegfahren oder so. Ein "Jetzt erst recht", was so einige umzutreiben scheint, wird so unterbunden.

Deswegen hätte ich es am besten gefunden, die Partygäste in Ischgl wären damals ohne Vorwarnung in Quarantäne gestellt worden.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg
Hallo!

Und die in Ischgl kriegen wahrscheinlich demnächst richtig Ärger. Denn die Staatsanwaltschaft in Innsbruck ermittelt nämlich: [www.zeit.de].

Deshalb jetzt auch die zahlreichen Betroffenen in den benachbarten Staaten von Österreich, auch Tschechische Republik.

Bei den Grenzschließungen hätte man, zumindest für systemrelevante Berufe im Gesundheitsbereich Ausnahmen machen können (wie bei Polen/Deutschland). Jedoch hat die Regierung in Prag sich dagegen entschieden. Es ist nun mal erst einmal Fakt.

Info: als das bekannt wurde, hatte bei uns in Cottbus die Stadtverwaltung entschieden. Jene Personen, die in Österreich waren, müssen sofort in häusliche Quarantäne. Dies hatte Erfolg und es gab nur vergleichsweise wenige Fälle in der Stadt (zur Zeit 28, zwei Personen davon aber wieder geheilt).

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.20 18:49.
Nur als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an all die Mitschreiber hier, welche meinen eine Grenzschließung von mindestens 6 Monaten sei eine gute und richtige Maßnahme. Ich kritisiere daran einfach die pauschale Entscheidung, da niemand (Skeptiker, Optimisten oder Pessimisten) wissen können wie sich das entwickelt und man Woche für Woche, Monat für Monat voran gehen und Entscheiden muß.

Nun auf jeden Fall wollen in der Tschechei der Leiter des Krisenstabes sowie der Gesundheitsminister die Grenze für gar 2 Jahre schliessen. Kann man bei einem Zeitraum von 6 Monaten über die Sinnhaftigkeit noch streiten, zwei Jahre ist nichts als reiner Aktionismus, ganz nach dem Motto "wer bietet mehr?".

"Umso länger diese Krise anhält, desto deutlicher beginnt sich abzuzeichnen, dass die EU diese Krise in ihrer jetzigen Form nicht überleben wird. Der Einfluss Brüssels auf die einzelnen Staatsregierungen der EU-Mitgliedsländer schwindet und mit voranschreitender Krise in den am stärksten durch COVID-19 betroffenen EU-Nationen dürfte sich dieser Prozess auch noch beschleunigen. Vit Rakusan, der politische Oppositionsführer der Partei STAN, kann den Erwägungen der politischen Führung in Tschechien nicht viel abgewinnen. Eine Grenzschließung über einen Zeitraum von zwei Jahren sei drakonisch."

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: J-C

Datum: 25.03.20 13:10

Glaubt irgendwer, die machen das gerne? Die Grenzschließungen treffen Tschechien selber durchaus hart. Wenn ein Virus sich bei einer flachen Kurve 2 Jahre hält, will man eben diesen nicht importieren. Ich bin mir auch sicher, dass die Regierung das nicht im Alleingang machen kann. Da wird das Parlament noch ein Wörtchen mitzureden haben. Und ich wiederhole, es ist eine Minderheitsregierung. Für entscheidende Maßnahmen braucht's das Parlament.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: T.

Datum: 25.03.20 15:09

Um es eindeutig zu formulieren: Es gibt keine Entscheidung, dass die Grenze so oder so lange dicht bleibt. Nur geben unterschiedliche Einzelpersonen (ja, auch die in relevanten Posten) ihren Einschätzungen aus, wie lang die Massnahmen noch in kraft wahrscheinlich (nicht) bleiben werden (müssen). Alle diese Ausnahmeregelungen sind grundsätzlich nur für ein bestimmtes Zeit gültig (bis ein Paar Wochen), und dann muss erneut entschieden werden.
Daher halte ich die ganze Diskussion darüber, wie böse es ist Tschechien für 2 Jahre zu sperren und dieser Visegrader usw, für total überflüssig. Niemand in der (tschechischen) Gesellschaft würde sowas akzeptieren, die Erinnerungen an die eiserne Vorhang sind immer noch zu lebendig (was an der anderen Seite dazu führt, Aussagen wie "die Migranten kann man sowieso nicht halten" sind hier generell ausgelacht, was aber natürlich ein ganz anderes Thema wäre).
Leute, jetzt überlegt einfach mal schön:

Glaubt hier wirklich allen Ernstes jemand, dass Tschechien eine solche Sperre - seien es jetzt 2 Jahre oder auch nur sechs Monate - überleben würde?

Nachdem auch für Berufspendler dicht gemacht wurde, werden alleine hier in kürzester Zeit enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten hervor gerufen, schon alleine durch Verdienstausfall, was ja wiederum fehlende Wirtschaftskraft bedeutet. Hinzu kommt dann noch der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems in den Grenzregionen zu Deutschland, Österreich, Polen und der Slowakei, welche doch in hohen Ausmaß von den Ausländern leben. Unruhen wären noch der mildeste Umstand mit dem man das Szenario beschreiben könnte, sollte es zu einer Grenzschließung im o.g. Umfang kommen. Ich glaube nicht, dass eine Regierung, sei es in CZ oder sonst wo, dies lange durch halten könnte.

Ich traue mich gar nicht daran zu denken, wie viele meiner Einkaufs,- Einkehr,- Übernachtungs,- und sonstigen Möglichkeiten nach der Krise nicht mehr vorhanden sein werden.

Übt euch etwas in Geduld und bleibt gesund.
Karlheinz
Sehe ich grundsätzlich auch so. Mir gefällt die ganze Grenzschließerei auch überhaupt nicht, aber allzu lange wird man das nicht durchhalten können, sobald die Infektionen dereinst spürbar zurück gegangen sind. Möglicherweise wird da auch die Privatwirtschaft ordentlich Druck machen, auch in Form eines Radim Jančura, der mit seinen RegioJet-Zügen und -Fernbussen sicher auch baldmöglichst wieder grenzüberschreitend fahren wird wollen... ;-)
Hallo!

So ähnlich hatte es heute auch der FDP-Chef Lindner im Bundestag erklärt. Wichtig ist, wenn die Ansteckungsrate abflacht, zumindest in einigen Bereichen Lockerungen einführt. Geschieht dies über längere Zeit nicht, dann wird die Bevölkerung weitere Maßnahmen nicht mehr geräuschlos hinnehmen. So lange aber es zum Teil dramatische Anstiege gibt, sollte man klare Vorsichtsmaßnahmen treffen. Jedoch gibt es glücklicherweise jetzt auch immer mehr Menschen, die geheilt aus dem Krankenhaus bzw. der Quarantäne entlassen werden konnten. Hier wäre schon mal ein erster Ansatzpunkt zu setzen.

P. S.: in Cottbus sind schon 9 Personen genesen. Die Fallzahlen selber haben sich nicht erhöht, blieb bei 28 (die Genesenen bleiben hier nämlich eingerechnet).

Bitte bleibt Gesund!

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.20 20:25.
In meiner Traumwelt hätten sich alle Mitgliedsländer der EU an einen Tisch gesetzt und die Komission hätte - auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußend - Ausgangsbeschränkungen erlassen OHNE Grenzschließungen.

Was den Fall Tschechien betrifft, so werden sich - meiner Meinung nach - die Grenzbalken eher früher als später wieder öffnen. Deutsche und Österreicher sind viel zu wohlhabend als dass man auf die Einnahmen dieser Touristen verzichten kann. Da bei uns in Österreich ja eh (ausgerechnet in Tirol...) wie am Balkan vorgegangen wird spielt das dann keine Rolle, wenn - was ich jetzt nicht vorab unterstellen möchte - aus Gründen des Tourismus in Prag halt gewisse Meldepflichten in der Moldau versenkt werden.

Re: Und ich?

geschrieben von: def

Datum: 25.03.20 21:29

def schrieb:
Die im Jihomoravský kraj sind ja lustig: "Wir wissen zwar nicht, ob und wann ihr Seuchenträger jemals wieder einreisen dürft und haben eine Regierung, die durch die Grenzschließung für Berufspendler das Gesundheitssystem in Euren grenznahen Regionen sabotiert und im Zweifelsfall die von ihnen betreuten Menschen elendig verrecken lässt, aber bitte lasst Euer Geld bei uns!"
Fairerweise möchte ich ergänzen, dass Tschechien in dieser Hinsicht eingelenkt ist: Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie Mitarbeitende sozialer Dienste, die in Tschechien leben, dürfen dem ORF zufolge weiterhin täglich über die Grenze pendeln.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Und ich?

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 25.03.20 22:13

Hallo!

Eine positive Entscheidung.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: T.

Datum: 25.03.20 22:40

Eastside50 schrieb:
In meiner Traumwelt hätten sich alle Mitgliedsländer der EU an einen Tisch gesetzt und die Komission hätte - auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußend - Ausgangsbeschränkungen erlassen OHNE Grenzschließungen.
Ich bin der Meinung man sollte es nicht als "Nationalstaaten gegen EU" stellen. Wir könnten jetzt kaum 500 mio Menschen sich beliebig zu besuchen lassen, oder? Und die Staatsgrenzen sind immer noch das kleinste Übel, wenn es halt irgendwo eine geographische Sperre geben muss. Ja es betrifft viele Menschen, aber ein anderes Grenzverlauf würde noch schlimmer, denke ich.

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: J-C

Datum: 25.03.20 23:29

Grenzschließungen können die Ausbreitung einfach eindämmen, weil einige möglichen Wege der Ausbreitung direkt gekappt werden.

Das ist einfach sehr pragmatisch und hat nicht so viel mit Nationalismus zu tun, sondern einfach damit, eine sinnvolle Möglichkeit der sektoralen Abgrenzung und Isolation zu finden. Das ist die praktischste Art, wie sie gemacht wird. Der Güterverkehr funktioniert ja weiterhin.

Und ja, auch ich bin davon betroffen. Es ist schon mehr als 2 Wochen her, dass ich aus Tschechien zurück bin und ich habe auch nicht geahnt, dass es mehr als ein Monat sein würde, wo ich meine Eltern nicht sehen kann, aber ich habe trotzdem Verständnis. Tschechien scheint es zu gelingen, durch all die Maßnahmen eine geringe Ausbreitung zu erreichen. Dort scheint man durchaus zur richtigen Zeit eine durchaus große Anzahl an Maßnahmen umzusetzen, die aber durchaus sehr effektiv sind.

Der Effekt würde beschädigt sein, wenn ein stärker betroffenes Land die Grenzen mit dem eigenen Land offen hätte. So kann man das Virus ein Stück weit auch eingrenzen.

Man sieht es ja an dem Fiasko in Tirol, dass es keine gute Idee ist, die Grenzen in diesen Zeiten weit offen zu halten.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.03.20 23:29.

+1 👍👍 (o.w.T)

geschrieben von: Thomas I

Datum: 26.03.20 00:37

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Frankenland schrieb:
Leute, jetzt überlegt einfach mal schön:

Glaubt hier wirklich allen Ernstes jemand, dass Tschechien eine solche Sperre - seien es jetzt 2 Jahre oder auch nur sechs Monate - überleben würde?

Hallo Karlheinz!

Eben, kein Land Europas hält den derzeitigen Zustand und die derzeitigen Maßnahmen mehr als drei Monate durch.
Dann ist man wirtschaftlich und finanziell am Ende.

Dazu kommt noch, dass in Ländern wo es jetzt schon Ausgangsbeschränkungen gibt und die Schulen zu sind, doch nicht ernsthaft jemand glaubt, dass man beispielsweise die Schule noch die nächsten 6 Monate (von Jahren möchte ich garnicht reden) geschlossen hält und in der ganzen Zeit die Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden sämtlicher Sozialkontakte berauben und zu Hause quasi einschließen kann...

Selbst in China das was Rechtsstaatlichkeit und unsere Vorstellung von Freiheit angeht nun auf einem völlig anderen Level arbeitet hat man den Ausnahmezustand keine drei Monate aufrecht erhalten.

Allerdings, wenn ich mir anschaue für welche Maßnahmen rechtlicher und politischer Natur das Coronavirus jetzt in Ungarn und Polen als Vorwand gebraucht wird und auch das Verhalten Polens und Tschechiens bezüglich der Selbstbedienung an chinesischen Hilfslieferungen für Italien bedenke, sollte man nach der Krise seitens der EU aber auch seitens Deutschland noch mal ganz klar und deutlich machen was eine Mitgliedschaft in der EU beinhaltet und dass wenn man nur dabei jst, weil man Gelder abgreifen will, dann doch besser austritt.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: def

Datum: 26.03.20 07:05

J-C schrieb:
Man sieht es ja an dem Fiasko in Tirol, dass es keine gute Idee ist, die Grenzen in diesen Zeiten weit offen zu halten.
Man sieht an dem Fiasko in Tirol vor allem, dass es keine gute Idee ist, nach einer entsprechender Warnung ausländischer (hier: isländischer Behörden) jegliche Gefährdungslage zu leugnen, dann erstmal zwei Wochen einfach weiterzumachen, als sei nichts gewesen, und schließlich überstürzt Maßnahmen einzuführen, in deren Folge potentiell Infizierte ohne weitere Information der dortigen Behörden in ihre Heimatländer zurückreisen.

Und man sieht, dass Filz zwischen Politik, Wirtschaft und regionaler Tageszeitung nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich ist.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Thomas I schrieb:
Allerdings, wenn ich mir anschaue für welche Maßnahmen rechtlicher und politischer Natur das Coronavirus jetzt in Ungarn und Polen als Vorwand gebraucht wird und auch das Verhalten Polens und Tschechiens bezüglich der Selbstbedienung an chinesischen Hilfslieferungen für Italien bedenke

Och Mensch, ich habe doch oben sogar einen Artikel verlinkt, der aus meiner Sicht ganz plausibel schildert, wieso Tschechien die Hilfslieferungen zunächst zurückgehalten hat - weil sie am gleichen Ort zwischengelagert wurden wie hunderttausende andere Schutzmasken, die zu Wucherpreisen verkauft werden sollten, weshalb der Staat sie konfiszierte (und ja, das finde ich sinnvoll).

Aber klar, die Geschichte passt einfach zu gut in das Märchen der kulturell einfach kleptomanisch veranlagten Osteuropäer, das ist jetzt bei den deutschen Übermenschen nicht mehr aus der Welt zu kriegen, da kann man es noch so oft widerlegen (Menschen denken halt in Geschichten, und Geschichten schlagen Fakten). Dass auch Deutschland Lieferungen zurückgehalten (nämlich für Österreich und die Schweiz) und sie erst nach Intervention ausgeliefert hat, ist dann natürlich egal. Und darüber muss man nach der Krise sicher nicht reden, richtig? Und während es bei Tschechien alles dumme Ausreden sind, war es im Falle Deutschlands wirklich nur ein dummes Versehen, gell?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: [CZ] Grenze nach Tschechien für 2 Jahre geschlossen?

geschrieben von: def

Datum: 26.03.20 07:21

Eastside50 schrieb:
In meiner Traumwelt hätten sich alle Mitgliedsländer der EU an einen Tisch gesetzt und die Komission hätte - auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußend - Ausgangsbeschränkungen erlassen OHNE Grenzschließungen.
In meiner zwar auch - aber realistisch ist das nicht. Während in Italien das Gesundheitssystem kollabiert, die Menschen wie die Fliegen sterben und das Militär helfen muss, Leichen abzutransportieren, fährt man in Schweden noch Ski und lebt normal sein Leben. Wie soll man Maßnahmen finden, die in Italien wie in Schweden akzeptiert werden?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
def schrieb:
In meiner zwar auch - aber realistisch ist das nicht. Während in Italien das Gesundheitssystem kollabiert, die Menschen wie die Fliegen sterben und das Militär helfen muss, Leichen abzutransportieren, fährt man in Schweden noch Ski und lebt normal sein Leben. Wie soll man Maßnahmen finden, die in Italien wie in Schweden akzeptiert werden?


Da hast Du völlig Recht. Darum habe ich ja geschrieben "Traumwelt". Und ich habe auch geschrieben "Ausgangsbeschränkungen". Meine Intention war/ist nicht, dass in diesen Zeiten alle völlig frei herumfahren. Aber hätte die EU Ausgangsbeschränkungen oder Einschränkungen der Sozialkontakte erlassen, dann hätte man in Schweden auch keine Après-Ski Parties gefeiert. Ich hatte unlängst in der Zeitung gelesen, dass im Grenzland zwischen CZ und Ö das Personal in dortigen Krankenhäusern längst aus beiden Ländern rekrutiert wird. Ich fand das großartig und ich bedaure, dass das nun vielleicht zerstört wird.
Thomas I schrieb:

Allerdings, wenn ich mir anschaue für welche Maßnahmen rechtlicher und politischer Natur das Coronavirus jetzt in Ungarn und Polen als Vorwand gebraucht wird und auch das Verhalten Polens und Tschechiens bezüglich der Selbstbedienung an chinesischen Hilfslieferungen für Italien bedenke, sollte man nach der Krise seitens der EU aber auch seitens Deutschland noch mal ganz klar und deutlich machen was eine Mitgliedschaft in der EU beinhaltet und dass wenn man nur dabei jst, weil man Gelder abgreifen will, dann doch besser austritt.

Genau wäre hier ja quasi undenkbar sowas!!11!


[www.tagesanzeiger.ch]
Ja eben, ich hab mir zu erst auch gedacht so "meinen die das ernst?!" und dann lese ich halt, dass das eben nicht so ist, wie man zuerst dachte. Ich erlebe das aber öfters, dass einige Menschen sich auf den ersten Eindruck festlegen bzw. eine vorgefasste Meinung haben und damit immer hausieren gehen. Ja und so ist die Weit halt nicht, wer hätt's gedacht!

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg
Wenn Regierungen in der derzeitigen Lage mit so krassen Ankündigungen wie die der V-4-Staaten reagieren, so tragen sie vor allem zu einer Panikverbreitung unter der Bevölkerung bei. In Ungarn läßt sich Orban ja gerade sein "Ermächtigungsgesetzt" bauen. Und aus diesem Land wird berichtet:

"Die Leute drehten gerade vollkommen durch, wie Vass weiter zitiert wird. Nachgefragt und gekauft würden alle Arten von Waffen, für welche der Besitz einer Lizenz nicht notwendig sei. Hierunter befinden sich Gaspistolen, Gummigeschosse und selbst Armbrüste, deren Pfeile schwere Verletzungen auslösen oder gar zum Tod unter den Getroffenen führen können. Ähnliche Entwicklungen in der Tschechischen Republik Ähnliche Beobachtungen ließen sich auch gerade in der Tschechischen Republik bestaunen. So teilte der Nationale Waffenverband Tschechiens mit, dass es in den letzten Tagen und Wochen zu einem prozentual doppelstelligen Anstieg der Waffenverkäufe im Land gekommen sei."

Ich bin deshalb ein starker Gegner von so verrückten Ankündigungen wie eine totale Grenzschließung von 6 Monaten bis zwei Jahren, denn die Folgen werden heftig und schrecklich.

Jet-Set feierte, obwohl Virus bereits "Polka" tanzte

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 26.03.20 17:31

Hallo!

Wobei die Sache in Ischgl jetzt zu einem richtigen Krimi wird. Heute bei Punkt 12 wurde erneut darüber berichtet. Es war absolut verantwortungslos, was da getrieben wurde. Der "Jet-Set" feierte, obwohl das Virus bereits "Polka" tanzte. Diese Party hätte niemals stattfinden dürfen.

Hier der aktuelle Sachstand: [www.n-tv.de].

Aus meiner Heimat Cottbus gibt es auch heute recht erfreuliche Nachrichten: nur eine Neuerkrankung (gestern: keine); Person war aber schon in Quarantäne. Auch sonst ist die Lage in Cottbus/Spree-Neiße vergleichsweise entspannt, was man z. B. für NRW, Berlin oder Ba-Wü. nicht sagen kann.

Grenzschließungen dürfen nur zeitlich befristet sein. Ist die Lage nicht mehr so gravierend, sollte man natürlich Schritt für Schritt wieder öffnen (zuerst grenznaher Bereich, dann immer weiter ausdehnend).

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.03.20 22:12.
def schrieb:
Eastside50 schrieb:
In meiner Traumwelt hätten sich alle Mitgliedsländer der EU an einen Tisch gesetzt und die Komission hätte - auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußend - Ausgangsbeschränkungen erlassen OHNE Grenzschließungen.
In meiner zwar auch - aber realistisch ist das nicht. Während in Italien das Gesundheitssystem kollabiert, die Menschen wie die Fliegen sterben und das Militär helfen muss, Leichen abzutransportieren, fährt man in Schweden noch Ski und lebt normal sein Leben. Wie soll man Maßnahmen finden, die in Italien wie in Schweden akzeptiert werden?
In meiner auch. Übrigens kollabiert das Gesundheitssytem nur in der Lombardei und angrenzenden Gebieten. Aus dieser Region stammen über 50% der Toten und infizierten. Deshalb sollte meiner Meinung nach es einen Mix aus zentralen und lokalen Massnahmen geben. Zentral sollte vor allem eine überregionale Verbreitung verhindert werden, regional dann die Bevölkerung vor Ort geschützt werden.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt SWT, QdLT und Ländertickets
Hallo!

Der Meinung bin ich auch. Im Übrigen hat das Cottbuser Krankenhaus zwei italienische Patienten aufgenommen (nächste Woche sollen zwei weitere kommen). Auch andere Krankenhäuser in Deutschland wollen Patienten behandeln. Dies ist nicht verwunderlich, weil z. B. in Südbrandenburg die Krankheitsziffern längst nicht so dramatisch sind.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser