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[MA] Marokko im Oktober - Reisebericht Teil 3 (mvB)

geschrieben von: Dennis Kraus

Datum: 02.12.19 13:31

Hallo zusammen,

Heute gibt’s Teil 3 der Marokko-Reihe. Nachdem bisher die E-Loks im Mittelpunkt standen, geht’s nun zu den GMs.
Die bisherigen Teile:

Teil 1: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]


Freitag, 25.10.2019

Die Nacht war durch die späte Ankunft gestern Abend etwas kürzer geworden. Trotzdem wollten wir natürlich für den ersten Zug bei Tageslicht an der Strecke stehen. Unser Ziel für heute war die Region rund um den Stausee 1er, rund eine Stunde von Fes entfernt. Erster Zug für heute war der 501 aus Nador. Wir fanden eine nette Stelle mit schönem Blick auf den See und die Bergkette dahinter.

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DH 413 mit Zug 501 (Nador – Tanger Ville) bei Ouled Ayad.


Nun sollten um 10 Uhr und 11.05 Uhr zwei Züge Fes verlassen. Den ersten Zug nahmen wir einige Kilometer weiter westlich auf.

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DH 421 mit Zug 101/253 (Casa Voyageurs – Nador) bei Ouled Ayad.


In Yannick’s Reisebericht vom Frühjahr war zu lesen, dass immer gegen 11 Uhr in diesem Bereich ein Güterzug Richtung Fes fuhr. Ob es diesen wohl noch gibt? Die Personenzüge fahren nämlich mittlerweile ganz anders. Wir hatten ja nichts zu verlieren und so stellten wir uns mal zur Sicherheit für Züge Richtung Fes auf, auch wenn nur eine Stunde später schon der nächste Personenzug aus Fes kam. Und tatsächlich, wenig später kam wirklich der Güterzug. Aber leider sehr unfotogen, ausschließlich leere Flachwagen.

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Um 11.33 Uhr kam ein Güterzug Richtung Fes, nur leider ausschließlich aus leeren Flachwagen gebildet.


Jetzt wechselten wir zu einer der bekannten Brücken am Stausee und erwarteten Zug 103/203.

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DH 428 mit Zug 103/203 (Casa V. – Oujda) am Stausee.


Die Stelle von eben mit der Palme im Vordergrund fand ich ganz nett, nur der Güterzug mit den leeren Flachwagen passte nicht so recht. Daher warteten wir hier nun den nächsten Personenzug nach Fes ab.

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Eine unerkannt gebliebene GM im Altlack kam mit Zug 202 (Oujda – Sidi Kacem) vorbei.


Nach dem stressigen Programm in den letzten drei Stunden war nun erst mal Ruhe. Der nächste Zug war erst in über zwei Stunden zu erwarten. Für diesen wollten wir uns die Brücke von eben mal von der anderen Seite anschauen. Die Stelle passte und so warteten wir dort gemütlich, bis endlich der Zug kam.

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Früher lief die Strecke deutlich tiefer, die alte Brücke existiert noch.

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DH 416 mit Zug 503 (Nador – Casa V.) am Stausee.


Der nächste Zug fährt erst um 16.35 Uhr ab Fes. Für diesen hatten wir einen größeren Stellenwechsel geplant, und zwar zu der großen Kehre einige Kilometer vor Sidi Harazem. Wenn man sich beeilt, müsste man doch vielleicht den Zug von eben in diesem Bereich auch nochmal erwischen? Einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Wenn es nicht klappt, ist auch nichts verloren, wir wollen ja eh in die Ecke. Also zügig den Feldweg zurückgefahren zur Straße. Nun stellte sich die Frage, den kürzesten Weg über die kleine Straße am See entlang oder zunächst ein Stück in die falsche Richtung und dann über die Hauptstraße fahren? Ich entschied mich für Letzteres. Die Hauptstraße erreichten wir im Ort Ouled Ayad. Obwohl wir es eilig hatten, hielt ich mich innerorts an die erlaubten 60. Erst am offensichtlichen Ortsende, wie so häufig in Marokko gab es auch hier keine Geschwindigkeitsaufhebung, beschleunigte ich etwas. Auf einmal blendete mir ein entgegenkommendes Auto auf, schnell gebremst, aber da war es schon zu spät. Rechts stand ein Polizist, der mich gemessen hatte. Und kurz darauf kam nun auch die Aufhebung für die 60... Und ein Stück weiter wartete ein Kollege, der mich nun natürlich anhielt. Blöd gelaufen... Der Polizist konnte kein Wort Englisch, er rief stattdessen seinen Kollegen an, der mich gemessen hatte und gab mir das Handy. Telefonisch versuchte ich nun zu verhandeln, aber es war nichts zu machen, ich musste zahlen. Und zwar gleich 300 Dirham, also rund 30 Euro, weil wir mit 81 in den immer noch gültigen 60 gemessen wurden. So ein Mist, die letzten drei Jahre wurde ich in Deutschland oder anderswo nie geblitzt und jetzt schon zum zweiten Mal in einer Woche... Neben dem Geld waren wir nun auch den Zug los, den wir eigentlich verfolgen wollten. Die Sache hatte dazu natürlich viel zu lange gedauert. Also gings nun gemütlich weiter zur Stelle für den Zug aus Fes.

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DH 420 mit Zug 303 (Tanger Ville – Oujda) bei Sidi Harazem.


Für heute Abend hatte ich ein Hotel in Taza gebucht, denn morgen wollten wir weiter westlich rund um Taourirt fotografieren. Die Fahrt ging zunächst über einige Serpentinen den Berg hoch in Richtung der Auffahrt zur Autobahn. Am Ende des kurvigen Abschnitts stand mal wieder die Polizei. Und wir wurden schon wieder herausgewunken. Dieses Mal fragt ich mich aber warum, denn es gab keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf dem zurückliegenden Abschnitt. Er wollte zunächst wieder die Papiere und Ausweise sehen, damit ging er dann zu seinem Auto. Nach einiger Zeit kam er wieder, übergab uns die Dokumente und wir durften weiterfahren, natürlich ohne etwas zu zahlen, denn wir hatten ja nichts falsch gemacht. Die anschließende Fahrt über die Autobahn verlief zügig, es war fast kein Verkehr. Unser Hotel Pyramides war schnell gefunden, Abendessen gab es im kleinen, zum Hotel gehörenden Restaurant. Die Auswahl war klein. Wir bestellten Tacos, die sich dann aber als Burrito herausstellten. Dazu wurden Pommes serviert. Das Essen war lecker und preiswert.


Samstag, 26.10.2019

Heute mussten wir zeitig aufstehen, denn vor uns lag zunächst eine 1,5 stündige Fahrt nach Taourirt. Zunächst ein paar Worte zu den dortigen Strecken: Durch Taourirt verläuft die Strecke von Fes nach Oujda. Aus Richtung Fes kommend zweigt kurz vor Taourirt eine Strecke Richtung Nador ab, diese wurde erst vor einigen Jahren neu gebaut. Dort gibt es ein Gleisdreieck, man kann also sowohl direkt von Fes kommend als auch aus Taourirt Richtung Nador fahren. Nach Nador und nach Oujda verkehren jeweils drei Zugpaare, um die Jahreszeit fährt allerdings über die Hälfte der Züge bei Dunkelheit. Zwei der drei Zugpaare nach Nador machen in Taourirt Kopf.
Zurück zur Tour: In Taourirt angekommen, begaben wir uns auf Motivsuche. Und zwar stand zunächst ein Zug aus Oujda Richtung Fes an, also von Ost nach West, was naturgemäß in den Morgenstunden nicht so einfach ist. Zum Glück dreht die Strecke vor Taourirt mehrmals ins Licht und genau diese Abschnitte wollten wir uns mal ansehen.
Leider war aber der Bereich direkt nach Taourirt eher unbrauchbar, man stand entweder zu tief oder es störte Bewuchs oder ein Hügel. Wir fanden dort keine brauchbaren Stellen, hatten aber zum Glück noch ausreichend Zeit. Rund zehn Kilometer weiter gab es noch einen Abschnitt mit passendem Licht. Dort gab es ein paar Häuser, zu denen auch ein Weg führt. Den letzten Kilometer gings dann zu Fuß, zunächst durch eine Olivenplantage, dann durch einen ausgetrockneten Fluss. Die Stelle war kein Topmotiv, aber sie war akzeptabel. Der Zug kam sogar gleich mit zwei Loks, leider an zweiter Stelle lief eine alte GM.

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DH 417 + DH 359 mit Zug 202 (Oujda – Sidi Kacem) bei Sfisif, 10 Kilometer vor Taourirt.


Der nächste Zug im Fahrplan war einer aus Nador, also mussten wir einmal durch Taourirt durch zur anderen Strecke. Als wir gerade an der Strecke entlangfahren und nach Motiven Ausschau halten, tauchte ein Zug auf und zwar ein Güterzug mit ein paar Flachwagen und einigen Kesselwagen, vermutlich der Zug nach Fes. Mist, der wäre hier jetzt gut im Licht gewesen!
Wir kletterten auf einen Hügel, dort hatte man einen schönen Ausblick. Der Personenzug kam sogar mit einer alten GM.

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DH 374 mit Zug 503 (Nador – Casa V.) einige Kilometer vor Taourirt.


Der Zug fährt nun zum Bahnhof Taourirt und macht dort Kopf, genug Zeit für uns zum Motivwechsel. Am Ortsblick Taourirt machte es ein zweites Mal Klick.

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Und ein zweites Bild gab es nach dem Richtungswechsel.


Nun war erst mal wieder Zugpause. Die nächsten anstehenden Züge (von und nach Oujda) kreuzen um 15.15 Uhr in Taourirt. Das ist für uns natürlich etwas ungünstig, also mussten wir ein Stück Richtung Oujda fahren, damit wir beide fotografieren können und genug Zeit zum Wechseln bleibt. Zunächst aber fuhren wir mal zum Bahnhof Taourirt, denn wir wollten dort mal nach Güterzügen fragen. Leider war aber kein Zutritt zum entsprechenden Personal möglich. So fuhren wir mal Richtung Nador, denn ich hatte in einem Reisebericht gelesen, dass sie von einem FDL an einem Unterwegsbahnhof nützliche Infos zum Güterverkehr erhielten. Wir steuerten den Bahnhof Melg El Ouidane an. Der Zutritt zum Bahnsteig war hier kein Problem, doch es war weit und breit kein Personal vor Ort. Offenbar wird der Bahnhof mittlerweile ferngesteuert. Schade.
Nun gings Richtung Oujda, denn in die Richtung mussten wir für die nächsten Züge ohnehin. Die verbliebene Zeit wollten wir nutzen, um mal noch am Bahnhof Oued-Metlili vorbeizuschauen. Dort war noch ein Fahrdienstleiter vor Ort und er konnte sogar gut Englisch. Leider teilte er uns mit, dass diese Woche keine Güterzüge mehr nach Oujda eingelegt sind.
Nun schauten wir nach einer Stelle für den anstehenden Personenzug aus Oujda. Im Bahnhofsbereich ging zwar was, aber es würde wohl ziemlich achsig werden bis zum Zug. Ansonsten war die Strecke im näheren Bereich kaum zugänglich. Ein Stück Richtung Oujda gab es eine Straßenbrücke, die wollten wir uns nun mal ansehen. Leider stand auch dort das Licht nicht ideal, aber wir hatten nun nicht mehr viel Zeit bis zum Zug und fotografierten ihn nun hier.

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DH 427 mit 204/136 (Oujda – Casa V.) zwischen El Aïoun und Oued-Metlili.


Der Gegenzug lief nun überwiegend im Gegenlicht, doch bei El Aïoun gab es einen lichtmäßig passenden Abschnitt. Dort suchten wir uns eine passende Stelle. Während bisher alle Züge immer sehr pünktlich waren, kam Zug 103/203 mit gut einer halben Stunde Verspätung.

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DH 428 mit 103/203 bei El Aïoun.


Das war der letzte Zug bei Tageslicht. Anschließend gings nach Oujda, dort hatte ich uns ein Zimmer im Hotel Ibis reserviert.


Der nächste Teil, in dem es nochmal um die GMs geht, ist dann gleichzeitig auch schon wieder der letzte Teil dieser Reihe.


Schöne Grüße,
Dennis

Ein herlicher Bilderbogen

geschrieben von: 614 015

Datum: 02.12.19 22:38

Da bekommt man glatt Lust auf Urlaub.

Wieder super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 03.12.19 21:06

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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Hallo Dennis,

das ist ein ganz wunderbarer Bilderbogen, der Lust auf Marokko macht. Vielen Dank fürs Zeigen!

Viele Grüße
Michael

Re: [MA] Marokko im Oktober - Reisebericht Teil 3 (mvB)

geschrieben von: tkautzor

Datum: 04.12.19 12:08

Wunderschöne Bilder, Danke.

Gruss, Thomas.

Stark! (o.w.T)

geschrieben von: Dr. NE

Datum: 04.12.19 19:28

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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