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[TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: Mistral

Datum: 25.11.19 16:27

Hallo,

irgendwann 2012 kam die TCDD auf die Idee, die direkte Linie durch die Berge hindurch von Sapanca YHT (der Bau des HGV Bahnhofes wurde eingestell) nach Alifutpasa vorerst fallen zu lassen, da die geologischen Gutachten nicht kalkulierbare Kostenrisiken feststellten. Daher wurde beschlossen, um dennoch ab Juni 2014 Pendik Eskisehir fahren zu können, von Sapanca bis Arifye die Altbaustrecke zu nutzen, in Arifye einen neuen Bahnhof zu bauen und die bestehende Strecke Arifye Alifutpasa zu begradigen und zweigleisig auszubauen. Seitdem fahren über dieses Teilstück alle Züge Richtung Eskisehir. Heute war auf rayhaber.com nachfolgende Meldung zu lesen:

Istanbul Ankara YHT

Danach scheint sich mit der direkten Linie doch etwas zu tun, wie auch nachfolgend zu sehen ist:

Istanbul Ankara YHT

Ich bin mal gespannt, wie seriös die Infos sind.

Gruß Mistral

Re: [TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: nozomi07

Datum: 26.11.19 14:10

Mistral schrieb:
Hallo,

irgendwann 2012 kam die TCDD auf die Idee, die direkte Linie durch die Berge hindurch von Sapanca YHT (der Bau des HGV Bahnhofes wurde eingestell) nach Alifutpasa vorerst fallen zu lassen, da die geologischen Gutachten nicht kalkulierbare Kostenrisiken feststellten. Daher wurde beschlossen, um dennoch ab Juni 2014 Pendik Eskisehir fahren zu können, von Sapanca bis Arifye die Altbaustrecke zu nutzen, in Arifye einen neuen Bahnhof zu bauen und die bestehende Strecke Arifye Alifutpasa zu begradigen und zweigleisig auszubauen. Seitdem fahren über dieses Teilstück alle Züge Richtung Eskisehir. Heute war auf rayhaber.com nachfolgende Meldung zu lesen:

Istanbul Ankara YHT

Danach scheint sich mit der direkten Linie doch etwas zu tun, wie auch nachfolgend zu sehen ist:

Istanbul Ankara YHT

Ich bin mal gespannt, wie seriös die Infos sind.

Gruß Mistral
Danke für die Info.

Nur eines scheint ein Druckfehler zu sein: Die 30 Bauphasen, die am Ende 3 Minuten sparen - gemient ist wohl umgekehrt. Auf Google Maps kann ich auch nur zwei mögliche Bauphasen zu erkennen, die eine im Rohbau weitgehend fertig, die andere nicht mal begonnen.

Re: [TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: Baron

Datum: 27.11.19 12:44

Hi Mistral, schön zu hören, dass zumindest ein Teilabschnitt der HGS bald ans Netz gehen könnte. Schön wenn das ewige Rumgegurke mit 70 kmh bald mal zumindest etwas kürzer wird. und schwer nachzuvollziehen, warum dieser Bauabschnitt so lange gebraucht hat. Die südliche Ausfädelung von der heutigen Strecke sah seit 2013 schon fertig aus. Und wenn es sich um eine Parallelstrecke handelt, der eigentliche Bergdurchstoß gar nicht dazugehört oder womöglich noch nicht mal angefangen ist, dann dürfte es wohl noch lange dauern, bis wir 4 Std Fahrzeit erreichen.
Versprochen wurden einst 3 Std Fahrzeit. So viele Einsparmöglichkeiten gibt es eigentlich gar nicht mehr. Wenn zwischen Sincan und Ankara wieder Signale funktionieren, kämen vielleicht noch ein bißchen bei raus. Auch sollten auf der ABS Izmit-Istanbul eigentlich 160 möglich werden durch den Ausbau, es blieb aber bei 120 kmh. Eine Orstumfahrung und neuer Bahnhof für Eskisehir war glaube ich noch geplant, und ich meine vor Kurzem hätte der Verkehrsminister etwas von Sprintern erzählt, die durch die neuen Velaros nächstes Jahr möglich werden würden. Dennoch wird man wohl zuguterletzt nie deutlich unter 4 Std fallen.
Übrigens erzählte der Verkehrsminister kürzlich, ein 4 Mrd USD-Kredit aus China stünde kurz vor dem Abschluss, um die HGS Adapazarı-Halkalı über die Dritte Bosporusbrücke zu realisieren. So bekäme Istanbul zwar eine dringend benötigte parallele OSt-West-Verbindung. Gleichzeitig verliert die Bahn aber so ihren momentanen Vorteil gegenüber Bus und Flugzeug, nämlich, dass man unmittelbar im Stadtzentrum ankommt.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: [TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: m1999

Datum: 27.11.19 14:52

Zitat
. Gleichzeitig verliert die Bahn aber so ihren momentanen Vorteil gegenüber Bus und Flugzeug, nämlich, dass man unmittelbar im Stadtzentrum ankommt.
Der besteht doch schon nicht mehr, seit es keinen Fernverkehr von/nach Sirkeci und Haydarpaşa mehr gibt...

Re: [TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: Baron

Datum: 27.11.19 15:41

Quatsch. Die Fernverkehrzüge Richtung Asien fahren von Söğütlüçeşme, eine Station nach Haydarpascha. Der Bahnhof dort ist nicht schön und eher behelfsmäßig, aber unmittelbar an der Marmaray und am Metrobüs, in zentralster Lage für die asiatische Seite. Dass kein Fernbf in Sirekci oder Yenikapi realisiert werden konnte ist natürlich ein Manko, aber gemessen an einem Flughafen 40 km vor der Stadt bisher ohne Schienenanschluss sowie der Pflicht für Fernbusse, einen 100 km langen Umweg über die Dritte Bosporusbrücke zu machen, zu vernachlässigen.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
Und in Sachen Haydarpasha sowie Sirkeci sind die letzte Worte ja auch noch nicht gesprochen, wenn es auch keine schnellen Lösungen geben dürfte. Sprichwörtlich ist dort aber wohl der letzte Zug noch nicht abgefahren.
Baron schrieb:
Quatsch. Die Fernverkehrzüge Richtung Asien fahren von Söğütlüçeşme, eine Station nach Haydarpascha. Der Bahnhof dort ist nicht schön und eher behelfsmäßig, aber unmittelbar an der Marmaray und am Metrobüs, in zentralster Lage für die asiatische Seite. Dass kein Fernbf in Sirekci oder Yenikapi realisiert werden konnte ist natürlich ein Manko, aber gemessen an einem Flughafen 40 km vor der Stadt bisher ohne Schienenanschluss sowie der Pflicht für Fernbusse, einen 100 km langen Umweg über die Dritte Bosporusbrücke zu machen, zu vernachlässigen.
Es fehlt für Istanbul ein schlüssiges Fernverkehrskonzept.
Vollmundig hiss es anfangs, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke in den Marmaray-Tunnel übergeht, und dass Europa mit China dadurch verbunden wird.
Spätestens als es hiess, dass parallel zur Marmaray (der neuen Istanbul S-Bahn) nur Platz für ein Fernverkehrsgleis kommt, muss jedem klar geworden sein, dass sowas in einem 20 Mio Einwohner Ballungsraum nicht Funktionieren kann. Man stelle sich vor die Hohenzollernbrücke in Köln wäre zweigleisig und es gäbe keine Südbrücke. So muss man sich das mit dem Marmaray-Tunnel vorstellen.

Der Fernbahnhof Yenikapi war wohn eines von vielen Luftschlössern und so bleibt zu hoffen dass die Endbahnhöfe Sirkeci und Haydarpasa bald wieder ihre Fernzüge aufnehmen.
Dass über die Dritte Bosporusbrücke ein Schienenstrang her muss dürfte jedem klar sein, denn durch den Marmaray-Tunnel wird man Tagsüber keine Güterzüge unter den Bosporus schicken.
Zudem werden wohl weitere dezentrale Fernbahnhöfe entstehen müssen um den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt gerecht zu werden.

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Hallo,

und weil dass so ist, plant die TCDD ab 08. Dezember ein weiteres konventionelles Zugpaar zwischen Ankara und der Großregion Istanbul einzusetzen (mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen), das in Arifye rund 200 Kilometer vom Bosporus entfernt (!!!) wendet.

Quelle: rayhaber

Gruß, Mistral
Hallo,

Und auf [railturkey.org] schreibt man von einem Güterzug China - Tschechien.
Lieber Marc, es ist eigentlich noch schlimmer, als Du sagst. 2010 hat man einen Masterplan Verkehr für Istanbul verabschiedet. Dieser sah vor allem den Ausbau von wichtigen Ost-West-Pendlerstrecken als Priorität. Einige Strecken, die dort AAAAA-Priorität hatten, sind erst Jahre später in Angriff genommen, wie die M7, andere wie die Westverlängerung der M2 bis heute nicht. Stattdessen hat man abgelegene Vorortsbahnen wie die M3 oder M6 vorgezogen oder neu erfunden und für die Ost-West-Achsen als schnelle und billige Lösung zunächst nur das schlecht geplante, gefährliche und vollkommen überlastete System Metrobus erfunden.
Für den Fernverkehr hingegen hat man ad hoc, auch ohne Rücksicht auf den Masterplan 2010, Megaprojekte geschaffen, die vollkommen am Bedarf vorbeigehen und Umwelt, Haushalt und Menschen über die Maßen belasten. Der größte Flughafen der Welt 40 km vor der Stadt (bei dem allein zwischen Landebahn und Andocken sowie beim Fußmarsch durchs Gebäude mehr Zeit drauf geht, als ein Inlandflug braucht), ein 8-spuriger Autobahnring samt Bosporusbrücke, der 100 km Umweg bedeutet und nur durch Zwang für LKWs und Busse überhaupt genutzt wird, eine unbezahlbar teure Brücke über den Golf von Izmit etc. Das sind sozusagen zu groß gekaufte Hemden, wo man hofft, dass die Stadt irgendwann "hineinwächst," während im Alltag noch vieles im argen ist.
Allein der U-Bahnanschluss an den neuen Flughafen ist 70 km lang. Dafür hätte man drei oder vier innerstädtische U-Bahnlinien bauen können oder beispielsweise einen Fernbahntunnel quer durch die ganze Stadt, um die Engpässe bei der Marmaray und den fehlenden Bahnhof in der europäischen Innenstadt zu kompensieren.
Gleichzeitig kommt die TCDD noch immer mit so gemütlichen und am Bedarf vorbeigehenden Lösungen daher, wie der von Mistral beschriebene Boğaziçi-Zug, der trotz seinem Namen auf halber Strecke zum Bosporus kehrt macht. Sieht gut aus, lässt mit gemütlichem Schichtbeginn fahren und zu Dienstabend wieder zu Hause sein. Sollten keine Trassen mehr zur Verfügung stehen, so könnte man ja zumindest die Trasse eines der bestehenden Ada Express-Zügen nutzen.

Neue Zieldaten für den Endausbau Istanbul-Ankara HGS
Indes hat im Haushaltsausschuss der Verkehrsminister neue Zieldaten für den HGS-Ausbau vorgegeben.
Istanbul-Eskisehir
Doğançay Ripajı Bauabschnitt 1: 2020 (wie Mistral im Eingangspost schreibt)
Tunnel T26: 2021 (weiter südlich, wo sich kürzlich der tödliche Unfall ereignete)
Doğançay Ripajı Bauabschnitt 2: 2023

(PS: kennt jemand eine Übersetzung für das offensichtlich dem Französischen entlehnten Eisenbahnerausdruck Ripaj/Ripage? Mir fällt immer nur "bypass" ein)
Ankara-Sivas: erste Jahreshälfte 2020, obwohl der Unterbau immer noch nur zu 94% fertig ist und Testfahrten noch nicht begonnen haben
Ankara-Izmir
Abschnitt Polatlı-Afyonkarahisar: Ende 2021
Abschnitt Afyonkarahisar-İzmir: Ende 2022
Bursa-Eskisehir
Abschnitt Bursa-Gölbaşı-Yenişehir: Ende 2022, zu 73% Unterbau fertig
Abshcnitt Yenişehir-Osmaneli: Ende 2023
Bei all diesen Daten ist wie üblich Skepsis angesagt.

Neue Sprinterverbindungen
Mit der Indienstnahme der neuen Velaros werden zunehmend Sprinterverbindungen angeboten werden. Dies soll prioritär für Istanbul-Ankara erfolgen, wodurch 30 Minuten Fahrzeit eingespart werden könnten. Eine Fahrt dauert heute zwischen 4 Std 15 und 4 Std 30 min, je nach der Anzahl der Halte, also dürften somit 4 Stunden drin sein.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: [TR] Istanbul Ankara Hochgeschwindigkeitsstrecke

geschrieben von: nozomi07

Datum: 30.11.19 12:16

marc-en-voyage schrieb:
Der Fernbahnhof Yenikapi war wohn eines von vielen Luftschlössern und so bleibt zu hoffen dass die Endbahnhöfe Sirkeci und Haydarpasa bald wieder ihre Fernzüge aufnehmen.
Dass über die Dritte Bosporusbrücke ein Schienenstrang her muss dürfte jedem klar sein, denn durch den Marmaray-Tunnel wird man Tagsüber keine Güterzüge unter den Bosporus schicken.
Zudem werden wohl weitere dezentrale Fernbahnhöfe entstehen müssen um den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt gerecht zu werden.
Warum sollte Yenikapi ein Luftschloss sein? Scheint mir als Fernbahnhof-Standort viel sinnvoller als Sirkeci. Das Problem auf asiatischer Seite bleibt eine eingleisige Strecke für alle Fernzüge - keine Ahnung wie man das lösen will. Die dritte Brücke ganz im Norden nützt dem HGV jedenfalls überhaupt nichts.
Nur das der neue Marmaraybahnhof Yenikapi nur über zwei Gleise verfügt, eines für die Fahrt nach Westen, das andere nach Osten. Mehr als die S-Bahn paßt da nicht rein. Ich glaube man plante ürsprünglich mit mehr Gleisen und einem für den Fernverkehr vielleicht passenden Bahnhof, bei den Grabungen stoppten aber historische Funde das Projekt und nun hat man den Salat. Ein paralleler Betrieb des alten oberirdischen Bahnhofs Yenikapi ist möglich, dieser hat aber auch nur zwei Gleise, welche ostwärts nur in den Kopfbahnhof Sirkeci hinein führen.
Stupor Mundi schrieb:
Nur das der neue Marmaraybahnhof Yenikapi nur über zwei Gleise verfügt, eines für die Fahrt nach Westen, das andere nach Osten. Mehr als die S-Bahn paßt da nicht rein. Ich glaube man plante ürsprünglich mit mehr Gleisen und einem für den Fernverkehr vielleicht passenden Bahnhof, bei den Grabungen stoppten aber historische Funde das Projekt und nun hat man den Salat. Ein paralleler Betrieb des alten oberirdischen Bahnhofs Yenikapi ist möglich, dieser hat aber auch nur zwei Gleise, welche ostwärts nur in den Kopfbahnhof Sirkeci hinein führen.
Sirkecy wäre durchaus ein Sinnvoller Endbahnhof, der nicht in Konkurrenz zu Yenikapi stehen muss.
Im Gegenteil

Angesichts des recht diffusen ÖPNV-Netzes macht es sogar Sinn aus- und zusteigende Fahrgäste auf mehrere Stationen und ÖPNV-Linien zu verteilen.
So müssen in Sirkeci die Züge nicht ewig stehen und können schnell in die Abstellung.

Denkbar auch:
Ein Teil der Züge fahren bis Sirkecy durch (Banlyö-Verstärker und Schlafwagenzüge nach Sofia und weiter), andere enden in Yenikapi und fahren in die Abstellung. Eine Konzeption als Durchgansbahnhof gegenüber dem Kopfbahnhof spart sehr viel Platz.
Das ähnliche Muster auch auf Asiatischer Seite mit Sügütlücesme/Haydarpasa

Yenikapi bietet sich als "Hauptbshnhof" durchaus an mit mehreren Bahnsteiggleisen. Die unmittelbare Nachbarschaft zu dem Marmara-Fähren, zu zwei Metro-Linien sowie Marmaray sprechen für diesen Standort.

Ungelöst bleibt allerdings das Dilemma mit der Eingleisigkeit.
Man wird auf lange Sicht nicht drumherum kommen die jetzigen Endbahnhöfe über neue FV-Strecken in Form langer Tunnels anzubinden oder etwas völlig neues zu erfinden

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