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Teil 1: [PL] Mit Bahn und Fahrrad nach Jedlina-Zdrój (23 B) 1/4 [www.drehscheibe-online.de]



Grüss Gott zusammen,

im zweiten Teil berichte ich von meiner Fahrradtour zwischen Jedlina-Zdrój und Ludwikowice Kłodzkie an der Bahnlinie Wałbrzych - Kłodzko. Nach einem reichhaltigen Frühstück machte ich mich gut gelaunt auf den Weg in Richtung meines ersten Fotopunktes. Ich wollte die Tunel Kolejowy pod Sajdakiem, der frühere Köhlerbergtunnel mit einer Länge von 384,13 Meter fotografieren.



Das Höhenprofil meiner heutigen Tour

https://abload.de/img/screenshot_komoot86jop.jpeg[/i]


Doch zuvor galt dem Schloss Tannhausen, heute Pałac w Jedlince meine Aufmerksamkeit. Hier steht ein Nachbau der Maschine Manfred von Richthofens

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...auf dem richtigen Weg...

https://abload.de/img/85wjkeq.jpeg


Nach einer ersten Bergetappe folgte nun der Tunel Kolejowy pod Sajdakiem, der frühere Köhlerbergtunnel. Hier das Ostportal

https://abload.de/img/84lbk39.jpeg



Anschließend fuhr ich weiter in Richtung Głuszyca Górna/Oberwüstegiersdorf mit seinem imposanten Viadukt. Hier ein kurzer Auszug aus der jüngsten Geschichte. Entnommen aus Wikipedia:

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Oberwüstegiersdorf seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Waldenburg eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1840 lebten in Oberwüstegiersdorf 1152 Einwohner, die Zahl der Webstühle betrug 80. In Neuwüstegiersdorf waren es 150 Einwohner und 27 Webstühle. 1855 wurde eine katholische Schule errichtet und 1869 eine katholische Pfarrei. Seit 1874 bildete Oberwüstegiersdorf den gleichnamigen Amtsbezirk mit den Landgemeinden Neu Wüstegiersdorf und Ober Wüstegiersdorf sowie dem Gutsbezirk Ober Wüstegiersdorf. Im Jahr 1880 erhielt Oberwüstegiersdorf einen Bahnhof an der Bahnlinie Dittersbach–Glatz. In den Jahren 1882 und 1890 wurde erfolglos versucht den Kupferbergbau wieder aufzunehmen. Zum 1. Januar 1929 wurde Neuwüstegiersdorf nach Oberwüstegiersdorf eingemeindet. 1939 wurden 1567 Einwohner gezählt. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges gehörte ein Teil von Oberwüstegiersdorf zum Projekt Riese, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, welches für die Organisation Todt eingerichtet wurde. Im Arbeitslager in Oberwüstegiersdorf waren etwa 400 bis 500 meist jüdische Häftlinge untergebracht. Es wurde als Schotterwerk bezeichnet, da die Häftlinge in einem Steinbruch arbeiteten, der die angrenzenden Baustellen belieferte. Ein Teil der ehemaligen Baracken kann heute noch besichtigt werden.


Bahnhof Głuszyca Górna

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Blick Richtung Kłodzko

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... und Richtung Wałbrzych...

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Güterschuppen am Bahnhof. Was wohl der Zweck des Bauwerks, vor dem Tor, im Vordergrund war?

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Straße zum Bahnhof

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Der Wiadukt kolejowy Głuszyca Górna

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Kurz vor dem Bahnhof Bartnica

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Aus Richtung Wałbrzych kam der Personenzug pünktlich

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Bahnhof Bartnica

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Von der Straßenbrücke konnte ich den Bahnhof Bartnica, sowie die anschließend folgenden Tunel kolejowy pod Świerkową Kopą fotografieren.

Hier ein weiterer Auszug aus Wikipedia:

Der französisch-preußische Krieg hatte entscheidenden Einfluss auf den Bau des Tunnels, was zeigte wie wichtig die Eisenbahn damals war. Eines der vielen Hindernissen war Świerkowa Kopa (609 m ü.M.), das den Eingang zum Włodzica-Tal schloss. Um es zu überqueren wurde beschlossen, einen einspurigen Tunnel mit einer Länge von 1171 m in ein zu bohren. Die ersten Arbeiten begannen im Sommer 1876 und dauerten bis 1879. Der erste Zug fuhr erst am 15. Oktober 1880 durch den Tunnel nachdem alle Arbeiten auf der eingleisigen Strecke abgeschlossen waren.
Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde beschlossen, eine zweite parallele Strecke zu bauen. Im Jahr 1909 begann der Bau eines zweiten parallelen Tunnels mit ähnlichen Parametern. Der Tunnel wurde 1912 in Betrieb genommen.


Westportal

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Ostportal

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Bahnhof Świerki Dolne

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Hausbrand

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Gegen 16 Uhr kam ich an meinem Ziel, dem Bahnhof Ludwikowice Kłodzkie/Ludwigsdorf an. Heute hat Ludwikowice Kłodzkie ca. 2500 Einwohner. Das Dorf besitzt für die damalige Einwohnerzahl einen relativ "großen" Bahnhof, wie ich finde. Bahnsteig mit Überdachung sowie Bahnsteigunterführungen. Ich denke, es ist auch der Kohlengrube geschuldet die dort bis zu 4600 Arbeitnehmer beschäftigte.

Wikipedia meint:

Ludwigsdorf gehörte zum Landkreis Neurode im Glatzer Land mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit teilte. Es wurde erstmals 1352 als „Ludwigisdorf“ schriftlich erwähnt, als es der Neuroder Grundherr Hanns von Wustehube zusammen mit Neurode und den Dörfern Hausdorf, Königswalde, Kunzendorf und Volpersdorf an Hensel von Donyn (Dohna) verkaufte. 1571 wurde es auch als Lößdorf und 1747 als Losdorf bezeichnet. Nach den Schlesischen Kriegen fiel es zusammen mit der Grafschaft Glatz nach dem Hubertusburger Frieden 1763 an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es ab 1815 zur Provinz Schlesien, die in Landkreise aufgeteilt wurde. 1816–1853 war der Landkreis Glatz, 1854–1932 der Landkreis Neurode zuständig. Nach dessen Auflösung 1933 gehörte es bis 1945 wiederum zum Landkreis Glatz. Seit 1874 bildete Ludwigsdorf den gleichnamigen Amtsbezirk, der aus den Landgemeinden Ludwigsdorf und Mölke sowie den Gutsbezirken Altmölke und Ludwigsdorf bestand.

Bergwerksunglück in der Wenceslaus-Grube im Juli 1930.
Von wirtschaftlicher Bedeutung war neben der Textilindustrie die Wenceslaus-Grube im Ortsteil Mölke. In ihr wurde seit 1771 Steinkohle gefördert und während der Leitung des Bergbauunternehmers Adrian Gaertner bis zu 4600 Arbeiter beschäftigt. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten und wegen Kohlensäuregefahr wurde sie 1931 vorübergehend und 1939 endgültig stillgelegt. Seit 1880 besaß Ludwigsdorf Bahnanschluss an der Bahnstrecke Waldenburg–Glatz. 1939 wurden 3524 Einwohner gezählt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde in Ludwigsdorf ein Außenlager des KZ Groß-Rosen errichtet, in dem bis zu 2000 Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten inhaftiert waren, die überwiegend in einer Munitionsfabrik in Mölke beschäftigt wurden. Im Jahr 1941 wurde das Bergwerk an die Wehrmacht übergeben. Über die Nutzung des Bergwerks bis 1945 existieren jedoch keine gesicherten Informationen. Von Historikern wird ein Zusammenhang mit dem geheimen „Projekt Riese“ vermutet.




Bilder aus Ludwikowice Kłodzkie/Ludwigsdorf

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Richtung Wałbrzych

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Am Bahnsteigende

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"Bahnhofsanlagen"

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https://abload.de/img/61e7jqb.jpeg


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https://abload.de/img/57uskwh.jpeg


Der Wiadukt kolejowy Ludwikowice Kłodzkie. Viadukt Ludwigsdorf


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Der Viadukt ist 164,70 Meter lang und ca. 30 Meter hoch. Anfangs wurde nur ein Gleis auf dem Viadukt verlegt aber aufgrund des zunehmenden Verkehrs in den Jahren 1909-1912 wurde ein zweites Gleis verlegt.


Fünf Minuten Verspätung

https://abload.de/img/55ejjz9.jpeg



Ich fuhr mit dem Zug, der Ludwikowice Kłodzkie um 17:43 Uhr verlässt, nach Jedlina-Zdrój/Bad Charlottenbrunn zurück.

Bis bald.

Beste Grüße
Dieter

Meine Beiträge auf Drehscheibe-online, R_441 auf Achse
[www.drehscheibe-foren.de]




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.11.19 22:29.

Wüstegiersdorf

geschrieben von: Havelländer

Datum: 29.11.19 18:24

Die Kleinlok Kö 0130 des Bahnhofs befindet sich übrigens im Eisenbahnmuseum Pyskowice.
Schöner Bilderbogen, danke für's einstellen!

Übrigens, ist schon interessant, dass unsere Altvorderen schon Einzeltunnel bauten, was man erst jetzt beim Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecken neu entdeckt hat! So konnten sich früher keine zwei Züge mit Dampflok im Tunnel treffen und die Luft mit Rauchgasen vergiften!

Tschüss ...

der Wuhlheider