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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Salve amici,

über die Eisenbahnen auf Sizilien berichte ich ja regelmäßig. Und wer je auf der Heimatinsel meines Vaters war, den lassen Land und Leute einfach nicht mehr los, egal ob er des Italienischen mächtig ist oder nicht. Diesmal also kein Reisebericht, sondern brandaktuelle Fotos von den südöstlichen (Neben)bahnen der italienischen Staatsbahn.

Ein wichtiger Hinweis vorab: Ich weiß, Graffitibilder sind bei vielen DSO-Kollegen unerwünscht. Leider sind vollgeschmierte Züge in Italien ziemlich verbreitet. Da es für einige meiner Fotostellen nur einen Versuch pro Tag gab (es lebe das spärliche Fahrplanangebot im Mezzogiorno) kamen mir auch vollgekleisterte Exemplare vor die Linse. Nach langer Überlegung habe mich dafür entschieden, auch diese Fotos hier zu veröffentlichen. Meine Bilderstrecke zeigt den alltäglichen und ungefilterten Bahnbetrieb auf Sizilien, dazu gehören nun leider auch diese bescheuerten Sachbeschädigungen an den Zügen.


„Ferragosto“ – die Sommerwende in Italien

Der Höhepunkt des Hochsommers ist in Italien der „Ferragosto“, der 15. August. Während im Süden Deutschlands der katholische Feiertag Maria Himmelfahrt begangen wird, feiern die Italiener die Sommerwende, einem Brauch, der seine Ursprünge in der römischen Zeit hat. Um den „Ferragosto“ ist ganz Italien im Urlaub, die Strände proppevoll und das öffentliche Leben liegt weitestgehend brach.

Trotz absoluter Hauptsaison ergatterte ich, für meine viertägige Reise, recht günstige Flüge und bezog eine Unterkunft am Rande des Ätnas. Von meinem Basislager auf 2000 Metern Meereshöhe startete ich meine Eisenbahnfotopirsch in die Provinzen Catania, Siracusa und Ragusa für die nächste Tage.


Vorarbeit

Es gibt unzählige, schöne Bahnfotomotive auf Europas größter Mittelmeerinsel. Mein Ansatz war, auch mal etwas Neues zu finden. Der Feti von Welt (also ich zumindest) bereitet sich heutzutage mit Satellitenkarten, Streetview und suncalc vor. Dies führt zu interessanten Ergebnissen: Da stellen sich vor Ort vermeintliche Traummotive als unfassbar langweilig heraus und Spontanentdeckungen erweisen sich als Hauptgewinn. Nur ein Motiv habe ich geklaut, auf der Seite von e656.net. Bis ich es allerdings gefunden hatte, vergingen allerdings zwei Stunden. Dazu später mehr...

Am Anreisetag kam ich am späten Nachmittag aus Berlin-Tegel in Catania an. Die Bahnstrecke Lentini Diramazione–Caltagirone hatte es mir besonders angetan. Zwei Zugpaare pro Tag, dies ist selbst für italienische Verhältnisse extrem. So entstand das erste Foto eines Diesel-Minuetto, der leider am ersten Wagen ziemlich eingesaut daherkam.

https://live.staticflickr.com/65535/48618891843_563763328e_c.jpg
Regionalzug (REG) 12810 von Caltagirone nach Catania bei Militello in Val di Catania.

Am nächsten Tag begann meine Fototour am späten Vormittag an der Bahnstrecke Catania–Caltanissetta.

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REG 26598 aus Caltanissetta Centrale nach Catania auf kurz vor dem ehemaligen Bahnhof Portiere Stella. Der dreiteilige Triebzug ist die Baureihe ALe 501 der Trenitalia, auch bekannt als Minuetto.

Schon muss ich etwas beichten, wenn ich hier schon von Authentizität schwadroniere: Das Bild ist nachbearbeitet, was ich normalerweise sehr ungerne mache. Über der Bahnlinie erstrecken sich nämlich viele wunderschöne Hochspannungsleitungen, die absoluten Motivkiller (Retouching: Anatra).

Nachdem der Regionalzug durchgefahren ist, verfällt die Bahnlinie in einen fünfstündigen Betriebsschlaf. Erst gegen 15 Uhr findet die nächste Zugfahrt statt. Also ab in den Mietwagen zur Strecke Siracusa–Gela. Den Regionalzug von Siracusa möchte ich in hinter Noto einfangen. Mein präferiertes Motiv ist nur unter Schwierigkeiten und viel Tele umsetzbar, dennoch besser als nichts.

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ALn 668 3197 fährt die Leistung des REG 12824 Siracusa–Gela und hat soeben Noto verlassen.

Und das war's schon mit den Vormittagsmotiven. Auch hier ist erstmal Betriebsruhe bis zum frühen Nachmittag, so habe ich die Gelegenheit, meinen Standort zu verlagern. 15 Kilometer westlich von Ragusa finde ich eine Fotostelle inmitten eines Ackers um dem Gegenzug aufzulauern.

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Zwischen Donnafugata und Genisi tuckert REG 12857 Gela–Siracusa bergauf.

Mein Standort ist eine Qual! Mittagshitze bei 32 Grad inmitten eines glutheißen Ackers und umgeben von einer Armada von Stechmücken. Auch mein italienischer Kollege rechnete an einem solch gottverlassenen Ort wohl nicht damit, dass ihm hier ein Fotograf auflauert und machte rege von seinem Makrofon Gebrauch. Eine gute halbe Stunde später begegnete ich der Fuhre noch einmal.

https://live.staticflickr.com/65535/48619233116_7a509d65bd_c.jpg
Das Suchbild: Der gleiche Triebzug, unterwegs zwischen Ragusa Ibla und Modica.

Fahren wir weiter, denn hier gibt es nichts mehr zu sehen. Die nächste Zug fährt erst am frühen Abend. Genug Zeit, um dem Nachmittagszug aus Caltagirone aufzulauern. Damit ihr eine Vorstellung über das sensationelle Fahrtenangebot habt, hier die Kursbuchtabelle:
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Dass die Trenitalia kein besonderes Interesse an der Strecke hat, ist kein großes Geheimnis. Seit 2011 ist die Strecke nach einem Brückeneinsturz bei Piano Carbone zwischen Caltagirone und Gela gesperrt (die Strecke wurde erst 1979 in Betrieb genommen). Nach Caltagirone gab es einst Kurswagen der Gastarbeiterzüge aus dem Ruhrgebiet! Immer wieder lese ich in der regionalen Presse, dass mit dem Brückenneubau in Kürze begonnen werden soll und die Gelder aus Rom bewilligt wurden. Nichts ist in Süditalien vorsichtiger zu genießen als die Aussagen, dass ein Bauprojekt in Kürze startet bzw. die finanzielle Grundlage gesichert ist. Zwischen 2017 und Anfang 2019 war die gesamte Strecke wegen „außerplanmäßiger Instandhaltungsarbeiten“ außer Betrieb. Im Frühjahr 2019 wurde die Bahn endlich wiedereröffnet, mit drei Zugpaaren Montag–Samstag. Da alle Züge jedoch völlig am Bedarf vorbeifuhren, wurde im Mai der Fahrplan wiederum angepasst. Das Ergebnis seht ihr oben. Ob so ein attraktiver Schienenpersonennahverkehr aussieht, lasse ich mal dahingestellt.


https://live.staticflickr.com/65535/48619387832_b8effd5297_c.jpg
Wie bereits am Vortag hatte ich es auf den REG 12810 abgesehen. Dieser ist zwischen Vizzini-Licodia und Militello unterwegs.

Auf dem Nachhauseweg mache ich bei Abenddämmerung noch einen Zwischenstopp bei Motta Sant’Anastasia auf der Strecke Catania–Caltanissetta.

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Mit guten 20 Minuten Verspätung ist REG 26673 von Catania nach Caltanissetta Centrale unterwegs. Länger hätte es auch nicht mehr dauern dürfen, denn die Sonne war bereits so gut wie weg.

Am zweiten Tag war die Fotoausbeute ziemlich überschaubar. Dabei begann es am Vormittag recht vielversprechend.

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Das erste Eisenross begrüßte ich am Vormittag hinter Sferro. REG 26598 von Caltanissetta Centrale nach Catania.

Gut gelaunt machte ich mich auf nach Agnone Bagni, denn hier hatte ich noch eine Rechnung vom letzten Jahr offen. Im September 2018 war ich bereits an dieser Stelle. Das Castelluccio-Viadukt ist nicht unbekannt in der Bahnszene, die meisten Fotos entstehen jedoch meist frontal von der Staatsstraße aus.

https://live.staticflickr.com/1949/31165485078_98404ce9a5_c.jpg
Meine Umsetzung vor einem Jahr erforderte bereits ziemlich akrobatische Kletterarbeit. Gelohnt hat es sich trotzdem.

Wie erwähnt, gibt es auf der Homepage von e656.net eine schönes Galeriebild in unmittelbarer Umgebung. Im Vorfeld war ich mir absolut sicher, wo der Fotograf es aufgenommen hat. Ich lag jedoch falsch. Nach einer halbstündigen Wanderung im Distelgestrüpp (natürlich mit kurzen Hosen) kam ich zu dem Ergebnis, dass es hier nicht sein konnte. Frustiert und mit blutenden Haxen klapperte ich mit dem Auto die unmittelbare Umgebung ab. Das Motiv war nicht zu finden, das gibt's doch nicht! Nach Betrachtung des Vergleichsbildes und der Perspektive auf die Strände von Agnone Bagni startete ich einen letzten Versuch und begab mich auf ein niedergebranntes Feld. Erst kurz vor Erreichen der Bahnlinie wurde mir klar, dass ich hier richtig lag.

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Juchuh, gefunden. Man in black wartet auf den nächsten Zug.

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Regionalexpress (Regionale veloce) RGV 3853 von Messina nach Siracusa kurz hinter dem ehemaligen Haltepunkt Agnone Bagni.

Und am Nachmittag? Na, wohin wohl: Zu meiner Lieblingsnebenbahn. Während ich die Staatsstraße 198 entlangfahre, ziehen gewaltige Gewitterwolken im Hinterland auf. Wenig später bin ich mitten im Unwetter. Trotzdem möchte das nächste favorisierte Fotomotiv aufsuchen, Zeit genug ist ja schließlich für den Nachmittagszug nach Caltagirone. Eine halbe Stunde vor der planmäßigen Durchfahrt bin ich vor Ort. Mächtige Regenmassen entladen sich über der völlig verdorrten Landschaft und ich bin froh, meine Blechkiste nicht verlassen zu müssen. Auf viaggiatreno.it prüfe ich den Zugstatus und bemerke, dass Unwetter den Bahnverkehr auch in Italien nicht unerheblich beeinflussen. Mein „Regionale“ war bereits mit 55 Minuten Verspätung unterwegs, schon eine Leistung auf dieser Nebenbahn.
Das Gewitter zog ab und es klarte auf. Am heimatlichen Rechner erschien diese Stelle unglaublich fotogen. An Ort und Stelle hatte ich meine Zweifel.

https://live.staticflickr.com/65535/48619385682_420f6f9844_c.jpg

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Vielleicht ist es einfach nur ein Frühlingsmotiv (wenn es auch einmal grün ist auf Sizilien) und dann auch nur mit unbemalten Zügen, wenn überhaupt.

Frust und Triumph können dicht beinander liegen, wie ich am letzten Tag feststellte. Ich bin leidenschaftlicher Verfechter der Redensart: „Der frühe Vogel kann mich mal“ und dementsprechend sind für mich frühchristliche Aufstehzeiten eine Erfindung des Satans. So wurde ich meinem Wahlspruch untreu und begab mich bereits gegen 5:30 Uhr von meinem Vulkan herab, um mich zwei Morgenmotiven hinzugeben. Auf zwei Dinge ist stets Verlass: Auf den Sonnenaufgang und die Verspätung italienischer Züge. Dies war allerdings nicht von Nachteil, denn die Morgensonne hatte bereits genug Kraft, die Szenerie ausreichend zu beleuchten.

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REG 26652 von Caltanissetta nach Catania passiert eine Zitronenplantage kurz hinter dem ehemaligen Bahnhof Portiere Stella.

Im Blockabstand sollte eigentlich der Regionalexpress RGV 3800 folgen, der aber auch schon mit einer 50-minütigen Verspätung angekündigt war. Der ehemalige Bahnhof machte mich neugierig, mal schauen, was sich denn hier noch so umsetzen lässt.

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Laut Wikipedia sollen hier bis 2002 noch Personenzüge gehalten haben, was ich aber nicht glauben kann. Der ehemalige Bahnhof liegt im Nichts und ist heute zumindest noch eine Blockstelle.

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Selbst die typischen Leutewerke bimmeln in der Einöde noch vor sich hin. Wär doch mal was für einen Besuch für unseren DSO-Kollegen Speelwark, einem Freund vergangener Technik, auch wenn Formsignale bereits seit Jahrzehnten auf Sizilien der Vergangenheit angehören.

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Endlich bequemt sich der Regionalexpress nach Catania, den Ort zu durchfahren. Zu meiner Verwunderung ein ALn 668, ein Dieseltriebzug komplett unter Fahrdraht!

Auch Agnone Bagni wollte ich an diesem Tag wieder aufsuchen. Hochgespannt, ob die E.464-Sandwiches schon unterwegs sind.

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Vermutlich ein völlig unwiederholbares Bild: Eine E.656 im August 2019 vor einem Nachtzug mit sieben Wagen.

Wegen aktueller Bauarbeiten fahren derzeit keine Fernzüge zwischen Messina und Palermo. Warum der komplette Wagenpark nun bis Siracusa auf Reise ist, wird nur die Trenitalia wissen... Und wieder ein kleiner Standortwechsel.

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Aus Palermo ist der RGV 3851 Richtung Siracusa auf dem Castelluccio-Viadukt unterwegs. Obwohl die gesamte Stecke elektrifiziert ist, konnte ich die gesamten Tage nur Dieseltriebzüge verorten.

Ein letztes Mal geht es auf die Bahnstecke Catania–Caltagirone. Einen kleinen Zwischenstop lege ich am Bahnhof Scordia ein, der inzwischen mustergültig saniert wurde.

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Das Empfangsgebäude von außen...

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...und von der Gleisseite.

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Während ich zum letzten Fotomotiv auf dieser Strecke unterwegs bin, eine Impression auf die Kleinstadt Militello.

https://live.staticflickr.com/65535/48618889673_35403eda54_c.jpg
Und das letzte Bild auf dieser Strecke. Zwischen Mineo und Vizzini-Licodia habe ich knapp im Memory gegen die bösen Wolken gewonnen.

Auch für das letzte Bild in diesem Beitrag musste ich mich halbwegs beeilen. Wie wir begonnen haben, schließe ich leider mit einem vollgemalten Zug.

https://live.staticflickr.com/65535/48618884863_216f5424cd_c.jpg
Mal wieder ein Minuetto. RGV 3811 von Siracusa nach Palermo kurz vor Lentini. Auch hier wieder ein Dieseltriebzug. Sehr merkwürdig.

Das wars mal wieder, vielem Dank für's Lesen und auch für eure Kommentare.

Im nächsten Jahr erfolgt übrigens der absolute Tiefpunkt in diesem Forum: Gemeinsam mit meinem DSO-, und Bahnkollegen Ingo Oerther verschlägt es mich für zwei Wochen auf die Iberische Halbinsel inklusive Portugal. Gemeinsam planen wir einen Reisebericht des unfassbaren Irrsinns. Schrankenwindenverschlüsse können dementsprechend einpacken!


Viele Grüße aus Berlin

Patrick


Edit: Schreibfehler, kleine Korrekturen

https://farm1.staticflickr.com/869/27921841298_515929d3d5_c.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:08:30:07:06:09.
Hallo,
danke, Sizilien ist immer wieder toll.
Dazu noch ein paar Anmerkungen:
1. Christi Himmelfahrt ist ein Donnerstag im Mai, aber hovi hat darauf auch schon hingewiesen.
2. Pünktlichkeit. Ich bin etwas überrascht, ich empfinde zumindest den Regionalverkehr in Italien als recht pünktlich, auch auf Sizilien. Und im Gegensatz zu D-Land funktionieren in Italien selbst bei sizilianischen Temperaturen die Klimaanlagen
3. Die Schmierereien an den Zügen - das ist mir bisher südlich des Brenners noch nicht so aufgefallen, hier ist es ja ziemlich extrem - schade.
4. Warum fahren die Züge unter Draht mit Diesel? Diese Frage habe ich mir vor 5 Jahren auch schon gestellt, leider hat sich da wohl nicht viel geändert.
[www.drehscheibe-online.de]
Mille grazie, tanti auguri
rhein-ruhr
Moin Patrick!

Verspätungen auf der Nebenbahn nach Caltagirone von 50 Minuten sind ja schon mehr als Grenzwertig, zumal das Zug"angebot" ja überaus unterirdisch ist.
Hier in Deutschland hätte die Presse garantiert Hunderte "Säue durchs Dorf getrieben", aber glücklicherweise sind die Sizilianer da viiieel entspannter. ;-)

Die Graffittiseuche scheint man auch nicht in den Griff zu kriegen.
Interessant, dass die Caimani noch im Einsatz sind, aber eas wird wohl nicht mehr lange dauern, bis sie ersetzt werden.
Hast Du denn wenigstens diesmal Schnurrbartfrauen gesehen, oder sind die auf Sizilien mittlerweile ausgestorben?

Die langen IC und ICN auf der Strecke Messina-Siracusa waren bestimmt ein toller Anblick und ließen wehmütige Erinnerungen an frühere Zeiten aufkommen, als auch auf Sizilien sehr lange
Schnellzüge an der Tagesordnung waren.

Den Einsatz der Diesel-Minuetti sehe ich mit gemischten Gefühlen.
Klar, die sind moderner als die ALn 668, aber ich mag dieses "Hochtechnologie-Plastikspielzeug" nicht sonderlich.
Die Renovierung des Empfangegebäudes in Scordia überrascht mich etwas, aber die Trenitalia (insbesondere auf Sizilien) ist immer für eine Überraschung gut.

Das erinnert mich an die nette Begebenheit auf unserer Fahrt nach Caltagirone 2016, mit dem Opa, der in Scordia zustieg und wohl heim zu Oma fuhr, die mit der Pasta auf ihn wartete. ;-)

Das Filmische Dokument dazu habe ich der Korrektheit habler mal verlinkt: Oppa in Scordia

Ich freue mich schon auf unsere "Generale Franco- Memorial Tour" 2020 durch Spanien.

Gruß

Ingo

Antworten

geschrieben von: PatrickBln

Datum: 30.08.19 07:45

@hovi: Das andere Himmelfahrt... Hast recht, danke. Meine aktive Zeit in der katholischen Kirche liegt schon etwas zurück. Und dabei ist der 15. mein Geburtstag. Wie peinlich!


rhein-ruhr schrieb:
Ich bin etwas überrascht, ich empfinde zumindest den Regionalverkehr in Italien als recht pünktlich, auch auf Sizilien. Und im Gegensatz zu D-Land funktionieren in Italien selbst bei sizilianischen Temperaturen die Klimaanlagen
Es ist immer völlig unterschiedlich. Ein Problem sind eben die vielen eingleisigen Strecken, in denen sich alles Züge gegenseitig ausbremsen. Auf den Nebenbahnen mit dem spärlichen Zugangebot aber eher unverständlich. Von den fotografierten Zügen waren ca. 70% über 20 Minuten verspätet. Das mit der Klimaanlage stimmt wohl, außer in den Wendezügen, da gibt es aber wenigstens noch Übersetzfenster.


Zitat:
Warum fahren die Züge unter Draht mit Diesel? Diese Frage habe ich mir vor 5 Jahren auch schon gestellt, leider hat sich da wohl nicht viel geändert.
[www.drehscheibe-online.de]
Der Fahrzeugeinsatz war sehr untypisch. Ich habe keinen einzigen Wendezug gesehen. Normalerweise sind die auf den Küstenstrecken Catania–Messina–Palermo unterwegs und betrieblich gekoppelt. Auch die beiden Regionalexpress-Zugpaare Siracusa–Enna–Palermo kenne ich nur mit mit einem E-Minuetto. Keine Ahnung, ob es den Sommerferien geschuldet war oder es auch mit der faktischen Einstellung der Metroferrovia Messina zu tun hat, hier sind ja etliche Züge gestrichen worden.

Danke für den Link zu deinem Reisebericht von 2014. Insbesondere über die Beobachtungen korpulenterer Damen reiferen Alters unter Sonnenschirmen. Bei mir hat es mehrere Stunden gedauert bis ich endlich gerafft habe, welcher Beschäftigung die Mädels nachgehen.


Ingo Oerther schrieb:
Die Renovierung des Empfangegebäudes in Scordia überrascht mich etwas, aber die Trenitalia (insbesondere auf Sizilien) ist immer für eine Überraschung gut.
Das alte Bahnhofsgebäude scheint ein Kulturhaus geworden zu sein, habe das hier im Internet gefunden: https://kurabu-stazione.business.site.

https://farm1.staticflickr.com/869/27921841298_515929d3d5_c.jpg