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Liebes Forum!
Meine Bahnreise-freudige Mutter (74) sollte mal wieder auf Tour, mit mir als Kofferträger und Organisator.

Allerdings bin ich etwas ratlos bei der Auswahl....Kriterien wären: Ab deutschem Bahnhof, möglichst viele lang durchlaufende Züge (!), landschaftlich schöne Strecken, touristisch interessante Unterwegs- bzw. Zielorte. Schlafwagen nur dann, wenn Single-Abteile günstig sind, sonst eher Stopp über Nacht und Hotel. Fährpassagen sind ok, Bus auf keinen Fall. Mehrere tausend Km dürfen es gerne sein. Keine knappen Anschlüsse, aber Raucherpausen und ganz wichtig, keine langen Fußwege.
Und ein Vermögen kosten sollte es auch nicht gerade, weshalb ich eher an Ost- oder Südosteuropa denke.

Das Problem: viele attraktive Strecken hat Mutter bereits unter die Räder genommen: Berlin-Irkutsk und zurück, Berlin-Simferopol-Kiew-Berlin, Wladivostok-St. Petersburg (via Irkutsk-Schiff-Severobaikalsk-BAM-Moskau), Berlin-Budapest-Belgrad-Bar und zurück, sowie die Bagdadbahn Istanbul-Aleppo-Damaskus.

Hat vielleicht jemand eine Idee, besonders zu langen Zugläufen?
Der wieder verkehrende Zug von Istanbul nach Teheran wäre vielleicht was...
Bei Rumänien und Bulgarien kenne ich mich zuwenig aus, aber die Rhodopenbahn wäre ein schönes Ziel.

Besten Dank!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.08.19 02:12.
Hallo, wenn du die Rhodopenbahn als interessantes Ziel im Blick hast, hätte ich da einen Vorschlag:

Von Berlin mit dem EC nach Budapest und dort eine Übernachtung. Am nächsten Abend mit dem Corona im Schlafwagen nach Brasov und weiter nach Bukarest. Dann übernachten und am nächsten Tag nach Sofia fahren. (Ausserhalb der Saison zusätzlicher Umstieg in Ruse).
In Sofia übernachten und am nächsten Tag über Septemvri zur Rhodopenbahn. Dort einmal übernachten und dann den gleichen weg zurück. Oder eventuell auch von Bukarest im Schlafwagen mit dem Dacia nach Wien und von dort wieder mit dem ICE nach Deutschland.

Gruß Kralle

Meine Reiseberichte findet ihr in Zukunft auch hier:

[www.facebook.com]
Hallo Schmalspurfreund,

Wenn du die Kriterien Lange Zugläufe, vernünftigen Komfort und akzeptable Preise nennst, würde ich sonst mal Sizilien/Italien in den Raum werfen. Von Deutschland direkt oder mit 1* Umsteigen nach Milano (geht auch mit Nightjet von München), von dort direkter InterCity Notte mit Schlafwagen (Super Economy ist da erstaunlich günstig) nach Palermo mit Fährpassage am Morgen, eine herrliche ca. 18h dauernde Fahrt ab Salerno fast immer der Küste entlang.

Palermo-Catania ginge dann direkt quer durch Sizilien.

Von Catania könnte man dann entweder mit dem Nachtzug direkt nach Rom/Neapel und von dort nach Hause oder ab Reggio "um die Stiefelspitze fahren", meines Wissens gibt es da einen direkten IC Reggio - Taranto/Bari oder so, von letzteren kommt man dann wieder direkt tagsüber oder über Nacht nach Milano, Heimreise von dort ist wieder "einfach".

Natürlich kann man noch beliebige Zwischenstopps unterwegs oder in Sizilien einbauen, z.B. die Circumetnea Schmalspurbahn wäre sicherlich interessant und auch landschaftlich top! Auch sonst gibt es dort viel zu sehen (Cefalu, Agrigento, Siracusa, Taormina, Liparische Inseln, etc. etc....), natürlich auch in Festlanditalien.

Nur mal so auf die Schnelle... :-)

Schönen Gruss,
Samuel
Hut ab vor Euren Abenteuern!
Zur Rodopenbahn: dies ist wirklich ein "must see". Geduld muss man mitbringen auf der Fahrt, aber die Landschaft, die exotischen Mitreisenden und auch das Endziel Bansko in einem Tal umgeben von Hochgebirge machen dies wett. Anders als Kralle würde ich sagen: es muss nicht immer Sofia sein, es gibt doch noch sehenswertere Orte in Bulgarien. Gerade die Anfahrt an den Startplatz Septemvri erfolgt viel kürzer von Plovdiv aus. Und aus Bukarest kommt man direkt nach Veliko Târnovo (Ausstieg in Gorna Orjahovica, 10 min. mit Taxi von dort), wie Plovdiv auch sehr sehenswert. Vom anderen Ende, Bansko, würde ich nicht zurück dieselbe Strecke, sondern mit einer längeren Taxifahrt ins Struma-Tal und ab Simitli oder Blagoevgrad den Zug nach Sofia nehmen, denn diese Strecke ist auch durchaus sehenswert.
Was Teheran angeht, so ist zu beachten, dass es nur Ankara-Teheran, nicht ab Istanbul ist, aber das ist eine 4-stündige HG-Fahrt, das dürfte Euch wohl kaum schrecken, und für eine Nacht ist Ankara auch ganz nett. Ich habe die Reise nie gemacht, aber die vielen schwärmerischen Berichte darüber sind ja bekannt. Türkische und iranische Schlafwagen sind vom Reisekomfort sehr anständig. Leider sind die türkischen Speisewagen seit 3-4 Jahren ziemlich übel, man muss sich weitgehend selber verprovantieren.
Zu beiden Zielen bezüglich der Anreise: Ich würde dringend vor einer Anreise über Serbien abraten. Der Zug Belgrad-Sofia im Sommer hat kaum zu öffnende Fenster, keine Klimaanlage und verkehrt bei durchschnittlich 30 kmh. So ist er ein Backofen, der auch durchaus jugendliche Menschen durch stundenlange Langsamfahrten foltert (siehe Thread etwas weiter unten). Auch die <26-Interrailer in unserem Zug waren fix und fertig am Ende. Über Rumänien gibt es hingegen mehrere schöne Anreisemöglichkeiten bis Bukarest (preiswerte Angebote bei der MÁV, siehe Linkliste oben im Forum) und dann im Sommer der durchgehende Kurswagen nach Istanbul, den man auch durchaus nach Ostbulgarien nutzen kann, ansonsten halt brauchbare Anschlussverbindungen (im Winter nach Istanbul würde ich dann angesichts der etwas zahlreichen Umstiege auch nicht unbedingt empfehlen).
Editha: sehe gerade Samuels Vorschlag. Das ist natürlich auch schön. Ich würde aber anregen, eine der beiden Richtungen dann per Fähre zu erledigen, Palermo nach Neapel, Civitavechia (für Rom) oder Genua.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.08.19 17:54.
Hallo,

Ich würde die Fahrt von Berlin nach Kosice/Presov in den Ring werfen. Von dort fährt auch ein Zug morgens und abends nach Budapest, wenn das Ziel in Rumänien oder Bulgarien liegt. Es gibt ab Kosice auch Züge in die Ukraine, da kenne ich mich aber nicht aus.
Mittag mit dem EC 175 ab Berlin nach Prag , am Nachmittag erst ein kurzer Blick auf das Dresdner Elbpanorama und dann durch die Sächsische und Böhmische Schweiz, etwas später dann Burg Schreckenstein und die Porta Bohemica, kurz vor Prag ist das Moldautal wieder ganz nett anzuschauen. In Prag verwandelt sich der Zug in den EC 283 nach Bratislava/Nove Zamky und bekommt den Schlafwagen nach Kosice angehängt. Bis Pardubice ist es nicht so sehenswert aber danach kommen immer wieder schöne Abschnitte und die Zeit passt fürs Abendessen. Danach im Schlafwagen gemütlich machen und morgens in der Ostslowakei aussteigen und Kosice anschauen oder weiterreisen.
Wenn es nicht Richtung Süd-/Osteuropa weitergehen soll, dann gibt es in der Ecke zum Beispiel die schöne Strecke Margecany - Banska Bystrica.

Gruß
Hardy
Vielen Dank für die Tipps....
Bulgarien/Rhopodenbahn wird es wohl werden!
Wobei die Existenz der Rhopodenbahn der Frau Mama sogar bekannt ist - von mir hat sie es nicht!
derReisende schrieb:
Wenn du die Kriterien Lange Zugläufe, vernünftigen Komfort und akzeptable Preise nennst, würde ich sonst mal Sizilien/Italien in den Raum werfen. Von Deutschland direkt oder mit 1* Umsteigen nach Milano (geht auch mit Nightjet von München), von dort direkter InterCity Notte mit Schlafwagen (Super Economy ist da erstaunlich günstig) nach Palermo mit Fährpassage am Morgen, eine herrliche ca. 18h dauernde Fahrt ab Salerno fast immer der Küste entlang.
Als Anreise nach Italien böte sich auch an, ab Berlin vis München nach Chur, dann über die Berninalinie nach Tirano. Ab da sind es 2.5 h nach Milano. Ticket: Sparpreis Europa Schweiz bis Tirano.

Gruss Dani

Mir kommt es sinnvoll vor, mit der Frau Mama eine Fernzugsstrecke in Übersee zu befahren, solange sie noch so tatendurstig und agil ist. Mir fallen im Moment besonders USA, Kanada, Australien und Südafrika ein. Alles Länder mit eher höherrangigen zivilisatorischen "Errungenschaften" und (bis auf Teile Südafrikas) sehr guter Sicherheitslage.

Dieter Zoubek