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Hallo zusammen,
die griechische Bahn behauptet, dass diesen Sommer der Nachtzug fährt.
Link
Die Seite der gr. Bahn ist nicht so vertrauenserweckend. Buchen und online Fahrplanauskunft wissen eher wenig. Die serbische Bahn gibt die Verbindung gar nicht aus.
Weiß jemand was zuverlässiges zum Verkehr? Falls er fährt, dann mit Schlafwagen? Bordrestaurant? Sind die Abteile abschließbar? (In absteigender Wichtigkeit)

danke schon mal!
Hallo,
wie es es dieses Jahr ist, weiß ich leider nicht. Letztes Jahr ein Abenteuer oder Katastrophe. Es ging schon in Belgrad los. Fuhr von einem anderen Bahnhof ab, Reisende wussten nicht, wie man dort hinkommt, also bildeten wir Taxifahrgemeinschaften mit Euros. Dann angekommen standen drei versiffte Sitz/Liegewagen ohne Tfz bereit. Ich saß mit einem älteren Paar im Abteil. Nicht mal am Klo gab es Wasser, die Klobrille herausgerissen. Nächtliche Grenz-Schikanen inkl. Lautes Zischen in der Nacht, Problem mit der Bremse, Wagen wurde beim Grenzhalt ausrangiert. Zug endete an der Grenze zu GR und es ging mit dem Bus weiter inkl. mehrfacher Kontrollen. Die Reise ist so nicht mehr durchführbar - bin von Athen mit Germania heimgeflogen...

Re: ?aktuelle Situation Nachtzug Belgrad-Thessaloniki

geschrieben von: Kralle

Datum: 09.08.19 07:42

Bin letztes Jahr mitgefahren.
Mittlerweile fährt der Zug in Belgrad ab dem Bahnhof Topcider. Der Zug bestand aus 2 Sitzwagen und einem Liegewagen. Hatten 4 von 6 Plätzen im Liegewagen für 2 Leute reserviert, also etwas Platz. War zwar nicht das neueste Material, aber sauber ubd es gab Wasser im WC bzw. Waschraum. Ab Gevgeljia ist dann Schienenersatzverkehr nach Thessaloniki.
Abteile ließen sich verschließen.
Danke euch!

Dann hoffe ich mal, dass die Arbeiten an der Strecke irgendwann fertig werden, und es wieder ohne Bus geht.
(Und ich warte so lange mit dieser Reise)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 07:52.

Re: ?aktuelle Situation Nachtzug Belgrad-Thessaloniki

geschrieben von: Kralle

Datum: 09.08.19 09:15

Die arbeiten dürften schon lange abgeschlossen sein, sah zumindest von der Straße aus so aus. Das einzige Problem sind die OSE und der Lokführermangel. Unter Umständen wirst du da ewig warten müssen.
Aber der Abschnitt mit SEV ist auch so erträglich, da verpasst du nichts.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.19 09:16.

Re: ?aktuelle Situation Nachtzug Belgrad-Thessaloniki

geschrieben von: EC Avala

Datum: 09.08.19 14:13

Sechserabteil schrieb:
Hallo,
wie es es dieses Jahr ist, weiß ich leider nicht. Letztes Jahr ein Abenteuer oder Katastrophe. Es ging schon in Belgrad los. Fuhr von einem anderen Bahnhof ab, Reisende wussten nicht, wie man dort hinkommt, also bildeten wir Taxifahrgemeinschaften mit Euros. Dann angekommen standen drei versiffte Sitz/Liegewagen ohne Tfz bereit. Ich saß mit einem älteren Paar im Abteil. Nicht mal am Klo gab es Wasser, die Klobrille herausgerissen. Nächtliche Grenz-Schikanen inkl. Lautes Zischen in der Nacht, Problem mit der Bremse, Wagen wurde beim Grenzhalt ausrangiert. Zug endete an der Grenze zu GR und es ging mit dem Bus weiter inkl. mehrfacher Kontrollen. Die Reise ist so nicht mehr durchführbar - bin von Athen mit Germania heimgeflogen...
Außerdem hat der Schaffner abends das Kissen nicht aufgeschüttelt und die Brötchen zum Frühstück waren auch nur noch als altbacken zu bezeichnen?

Sorry, aber - willkommen auf dem Balkan.

Balkan?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 10.08.19 00:47

EC Avala schrieb:
Sorry, aber - willkommen auf dem Balkan.

Hallo,

mit dieser Einstellung wird das nie etwas mit der Eisenbahn in Jugoslawien a.D. und den Ländern dahinter. Für uns "Westler" mag dem allen ja eine gewisse Balkan-Romantik innewohnen. Etwas Abenteuer. Die Freude über das erwartete Unperfekte jenseits von Wien, von dem man dann später zu Hause im ICE bei Tempo 300 genüsslich erzählen kann.

Nur - wenn das der "Anspruch" oder das Selbstverständnis der dortigen Eisenbahn ist, dann haben wir auch in Serbien & Co. früher oder später albanische Zustände. Was wurde hier vom Sechserabteil geschildert? Nein, keine ausgefallenen Klimaanlagen oder schlechtes Englisch bei den Durchsagen, kein muffeliger am-Platz-Service, der Ausfall der elektronischen Reservierungsanzeigen oder andere versagende Gimmicks. Sondern das kleine 1x1 einer Eisenbahnfahrt, das da nicht funktionierte. Mit Abfahrten von anderen Bahnhöfen, ohne nutzbare Toilette auf der Nachtfahrt, mit endlosen Fahrzeiten und unmotiviertem SEV... Das ist nicht mehr mit "Balkan" zu rechtfertigen.

Und beim Blick aus dem versifften Zugfenster wird man auf der vierspurig ausgebauten Straße derweil von vollklimatisierten und sauberen Bussen oder Autos überholt. Denn die Straße ist vielfach längst im Jahre 2019 angekommen, die ist kein "Balkan" mehr.

Montenegro beispielsweise hat das begriffen und tut etwas für die seine Eisenbahn. In Serbien ist die Talsohle dagegen wohl noch nicht einmal erreicht.

Gruß

Heiko

Willkommen bei der Serbischen Eisenbahn! (Novi Beograd, Herbst 2018)
http://www.desiro.net/SRB-Beograd-Vorstadt.jpg

http://www.desiro.net/Signatur-Wichtig2.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.08.19 00:54.

Re: Balkan?

geschrieben von: EC Avala

Datum: 10.08.19 12:10

Der Zeuge Desiros schrieb:
EC Avala schrieb:
Sorry, aber - willkommen auf dem Balkan.
Hallo,

mit dieser Einstellung wird das nie etwas mit der Eisenbahn in Jugoslawien a.D. und den Ländern dahinter. Für uns "Westler" mag dem allen ja eine gewisse Balkan-Romantik innewohnen. Etwas Abenteuer. Die Freude über das erwartete Unperfekte jenseits von Wien, von dem man dann später zu Hause im ICE bei Tempo 300 genüsslich erzählen kann.

Nur - wenn das der "Anspruch" oder das Selbstverständnis der dortigen Eisenbahn ist, dann haben wir auch in Serbien & Co. früher oder später albanische Zustände. Was wurde hier vom Sechserabteil geschildert? Nein, keine ausgefallenen Klimaanlagen oder schlechtes Englisch bei den Durchsagen, kein muffeliger am-Platz-Service, der Ausfall der elektronischen Reservierungsanzeigen oder andere versagende Gimmicks. Sondern das kleine 1x1 einer Eisenbahnfahrt, das da nicht funktionierte. Mit Abfahrten von anderen Bahnhöfen, ohne nutzbare Toilette auf der Nachtfahrt, mit endlosen Fahrzeiten und unmotiviertem SEV... Das ist nicht mehr mit "Balkan" zu rechtfertigen.

Und beim Blick aus dem versifften Zugfenster wird man auf der vierspurig ausgebauten Straße derweil von vollklimatisierten und sauberen Bussen oder Autos überholt. Denn die Straße ist vielfach längst im Jahre 2019 angekommen, die ist kein "Balkan" mehr.

Montenegro beispielsweise hat das begriffen und tut etwas für die seine Eisenbahn. In Serbien ist die Talsohle dagegen wohl noch nicht einmal erreicht.

Gruß

Heiko

Das ist aber nicht erst seit gestern so, sondern seit nunmehr mindestens 10 Jahren.
Der Niedergang der Balkanbahnen begann derweil schon viel eher - die Fahrgastzahlen gehen schon seit den späten 1970ern zurück.

Und die serbischen Bahnen anhand eines einzigen Zuges zu erklären, ergibt auch nicht viel Sinn. Es fahren innerserbisch Züge wie seit 20 Jahren nicht mehr, nach Nis und Subotica gibt es (sofern nicht gerade gebaut wird) einen Fahrplan, den man mit viel Liebe fast als Taktverkehr bezeichnen kann. Auf den Nebenbahnen fahren nach dem gefühlten Kollaps um 2013 auch wieder Züge wie selten zuvor. Die Infrastruktur wird ganz kräftig modernisiert. Fast alle Züge im Inland fahren mit modernem Material - selbst auf der letzten Nebenbahn (sieht man mal von einzelnen Y1-Leistungen und RVR-Triebwagen ab). Wo ist da der groteske Niedergang?

Innerserbisch definitiv nicht. Im Internationalen Verkehr meinetwegen. Hier sitzen die Protagonisten in Sachen Einstellung aber definitiv nicht in Serbien oder - wie auch viel beschworen wird - Bosnien. Hauptursache sind doch definitiv Kroatien, die als Transitland Serbien-Westeuropa / Serbien-Bosnien fast alle internationalen Verbindungen gekappt haben, Griechenland mit seinem Lokführermangel oder die Türkei, die seit etlichen Jahren Zugverkehr nach Istanbul verunmöglicht...

Re: Balkan?

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 10.08.19 15:48

Moin!

@"EC Avala": Ich finde, deine Beschreibung der serbischen Bahn trifft es ganz gut. Heiko ist wohl lange nicht da gewesen, was auch den verklärten Ausblick auf die montenegrinische Bahn erklärt, die sich zumindest äußerlich momentan von Schmierfinken zukleistern lässt und deren neue CAF-ETs wohl auch mehr stehen als fahren ;-)

Allerdings widersprichst du dir ja nun geradezu selbst. Dem "Sechserabteil" begegnest du mit Ironie und stellst seine Schilderungen einer unterirdischen Bahnfahrt mit dem Spruch "Willkomen auf dem Balkan" als quasi nicht weiter bemerkenswert dar, und nun schilderst du die serbische Bahn als modern. Beides zusammengenommen ist die Schilderung vom Sechserabteil dann aber vielleicht doch ganz interessant, oder? Genau genommen ist sie sogar sehr bemerkenswert, wenn Bahnen zeigen, dass sie (nach einer gewissen Durststrecke) "Eisenbahn" können, dann aber über die Grenze nur Schrott auf Reisen schicken.

Und genau damit habe ich als Moderator dieses Forums ein massives Problem: Jemand schildert seine Erlebnisse. Da kann man sachlich etwas zu beitragen, aber man muss die Schilderungen nicht durch Ironie ins lächerliche ziehen, ok?

Viele Grüße,
Jan
Moderation Auslandsforum

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