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Fortsetzung von: Teil 9


Ich befinde mich in Zugdidi.



Vorneweg: in diesem Teil des Berichtes schreibe ich von meiner Reise durch die von Georgien abtrünnige Autonome Republik Abchasien. Nicht Teil dieses Aufsatzes ist die Beurteilung der Rechtmässigkeit der Ansprüche der drei beteiligten Parteien. Ich beschreibe den Status Quo mit dem realexistierenden Staat Abchasien, ohne damit diesen anzuerkennen oder abzulehnen. Ich freue mich auch über Rückmeldungen, die die vielfältigen Probleme, die sich bei einer Reise durch dieses Gebiet ergeben können, thematisieren, ich bitte jedoch diejenigen, die ihre endlose Streitsucht betreffend den Aktionen Russlands nicht im Zaum halten können, ihre Diskussion sonst wo zu führen.

Nachtrag: Nach meinem letzten Erfahrungsstand (Juli 2019) würde ich diese Reise so nicht mehr machen und auch nicht zur Nachahmung empfehlen. Bei meiner letzten Georgienreise im Herbst 2017 wurde ich am Grenzübergang Lagodeki zuerst festgehalten und dann zurückgewiesen - trotz neuem Pass konnten die georgischen Organe eine illegale Ausreise feststellen. Nach längerem Hin und Her durfte ich schliesslich am Grenzübergang Rustawi einreisen.

Momentan würde ich persönlich nur noch entweder eine Reise Georgien-Abchasien-Georgien oder Russland-Abchasien-Russland unternehmen.





12.07.2015



Der Nachtzug aus Tbilisi erreichte Zugdidi pünktlich. Gleich auf dem Bahnhofplatz fand ich eine Marshrutka, die mich zum Grenzfluss Enguri bringen sollte. Ich musste einige Zeit warten, da der Bus sich nur langsam füllte.

Beim Polizeiposten vor dem Niemandsland zwischen Georgien und Abchasien mussten wir aussteigen. Der Polizist, der dort Dienst machte, hatte ein gutes Auge, denn er erkannte mich sofort als Ausländer und winkte mich zu sich. Das Gespräch verlief freundlich, und ich musste auch nicht angeben, was ich Abchasien vorhatte. Er klärte mich darüber auf, dass Georgien nicht eingreifen könne, falls mir in Abchasien etwas zustossen würde, und dass die Abchasen gefährlich seien. Mein Pass wurde kopiert und meine Daten in eine Liste eingetragen. Dann durfte ich loswandern.

Die rund anderthalb Kilometer zwischen dem georgischen und dem abchasischen Grenzposten hätte man auch in einer Kutsche zurücklegen können, ich bevorzugte aber einen Fussmarsch. Die Stimmung war unheimlich, da ich in den Büschen und Bäumen Soldaten erkennen konnte, es sonst aber still war. Beim Fotografieren wurde ich nicht behindert.

Vor dem ersten abchasischen Schlagbaum direkt nach der durch deutsche Kriegsgefangene gebauten Brücke wartete schon rund ein Dutzend Einreisewilliger. Mit Dachi, einem georgisch-abchasischen Studenten, kam ich ins Gespräch. Ich erfuhr, dass die Grenze erst eine Stunde später öffnen würde.

Um 8 Uhr abchasischer Zeit wurde der Schlagbaum gehoben und die Pässe ein erstes Mal kontrolliert. Danach war ein weiterer Fussmarsch angesagt, diesmal durch einen schmalen, beidseitig durch Maschendrahtzaun begrenzten Gang. Dort hatten wir in einer einzigen Schlange anzustehen. Die Abfertigung der Anstehenden vor mir ging schnell vonstatten, und so war ich bald dran. Der russische Beamte sprach kein Wort Englisch und war ein "harter Hund". Mein Visum, das ich per E-Mail bestellt und erhalten hatte, verstaute er sofort in einer Schublade und widmete sich dann ausgiebig meinem Pass. Besonders die afrikanischen Visa, die noch darin klebten, erregten sein Interesse so sehr, dass er jede einzelne Seite mit der Lupe inspizierte. Mehrere Telefonate mit anderen Amtsstellen folgten, während die hinter mir Wartenden langsam ungeduldig wurden. Mein Pass wurde ein zweites Mal genauestens angeschaut, und schliesslich wurde auch das Visum wieder hervorgeholt und weitere Abklärungen darüber getroffen. Es dauerte etwa zwanzig Minuten, bis meiner Einreise vollzogen war.

Ich traf wieder auf Dachi, der wie ich direkt nach Sochumi/Suchum, der abchasischen Hauptstadt, fahren wollte. Nach einer Stunde fuhr eine Eilmarshrutka direkt dorthin ab. Die Fahrt verschlief ich.

Ich stieg am Bahnhof von Suchum aus, denn ich hatte in der Nähe eine Unterkunft gebucht. Die Ortsangabe von booking.com war nicht sehr genau, und ich musste mich durchfragen, bis ich meine Überachtungsmöglichkeit fand. Sie erwies sich als einfache Datsche, die von einer einheimischen Familie vermietet wurde.

Ich deponierte mein Gepäck und ging zurück zum Bahnhof. Am Perron stand der Zug nach Moskau, und ich beschloss, diesen zu fotografieren. Ich hatte den Gedanken gerade fertig formuliert und noch nicht einmal die Kamera hervorgeholt, da wurde ich schon von einem Uniformierten angehalten. Er war offensichtlich betrunken und forderte meinen Pass. Er kontrollierte ihn und wollte dann Geld von mir, da etwas nicht in Ordnung sei. Dummerweise (für ihn) verstand ich plötzlich gar keine Sprachen mehr ausser Berndeutsch, auch keine Zeichensprache. Irgendwann verliess ihn die Geduld, und ich konnte weiter. Das Fotografieren lies ich sein.

Auf dem Bahnhofsplatz fand ich einen lädierten Ikarus, der nordwärts fuhr. Die Einstiegstüre öffnete sich in jeder Kurve von selbst, was dem Fahrer einige Flüche entlockte, denn Kurven hatte es auf der Strecke nach Nowy Afon genug. Dort, beziehungsweise im Ort Psyrzcha, stieg ich aus.

Ziel war die bekannteste Touristenattraktion Abchasiens, die grosse Karsthöhle von Nowy Afon. Neben mir waren Unmengen von Russen da, die ebenfalls die Höhle besichtigen wollten. Beim Kauf der Eintrittskarten wurde mir bekanntgegeben, dass mein Eintritt erst in drei Stunden möglich sei.

Die Wartezeit verbrachte ich bei der Bahnstation Psyrzcha, wo auch ein künstlicher Wasserfall zu sehen war. Dieser begeisterte die russischen Touristen im Gegensatz zu mir sehr.



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Der georgische Polizeiposten vor der "Grenze" zu Abchasien.



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Die grosse abchasische Flagge ist auch von der georgischen Seite zu sehen.



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Die Brücke über den Grenzfluss Enguri.



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Der erste abchasische Kontrollposten.



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Meine erste Ikarusfahrt überhaupt - mit diesem mehrfach amortisierten Exemplar.



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Das Kloster von Nowy Afon. Auch hier mussten die Kuppeln wegen der aggressiven Meeresluft vergoldet werden.



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Wasserfall...



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...und Kätzchen zur Bespassung russischer Touristen.



Endlich war meine Eintrittszeit gekommen. Der erste Teil der Höhle wurde mit einer Stollenbahn zurückgelegt, und das war, da ich mich wesentlich mehr für Bahnen als für Höhlen interessiere, der eigentliche Grund für diesen Ausflug. Die blauen Züge wurden 2014 abgelöst durch ein lettisches Fabrikat. Dieser hat nur einseitig einen Führerstand. Für die Fahrt in die Höhle nutzt der Lokführer eine Kamera, die am Heck des Zuges montiert ist.

In der Mittelstation mussten alle Passagiere aussteigen. Dort begann der eigentliche Höhlenrundgang. Die Besucher wurden auf Gruppen aufgeteilt, die jeweils einen Guide hatten. Leider waren die Erklärungen nur auf Russisch.

Die gigantischen Kammern waren kaum beleuchtet und nicht zu fotografieren. Verschiedene Stalaktit-Stalagmit-Figuren waren hatten eigene Namen und waren auch speziell beleuchtet. Der Marsch durch die Höhle dauerte etwa anderthalb Stunden. Die Rückfahrt mit der Bahn erfolgte ab der Endstation.

Nachdem ich wieder an der Erdoberfläche angekommen war, schlenderte ich dem Strand entlang zum Bahnhof von Nowy Afon. Dort wartete ich gemeinsam mit einem einheimischen Pärchen auf eine Marshrutka. Wir hatten über eine Stunde zu warten, bis uns jemand mitnahm. Es war kein Linienbus, sondern ein privat gecharterter Kleinbus, der in Suchum alle Passagiere bis vor ihre Haustüre brachte. Die Mitfahrt kostete mich nichts, jedoch war es schon sehr spät, bis ich im Stadtzentrum ankam, und ich hatte Mühe, ein noch geöffnetes Restaurant zu finden.

Nach dem Essen waren die Strassen verwaist. Es war kein Taxi zu sehen. Eine Frau erbarmte sich schliesslich meiner und fuhr mich zu meiner Unterkunft - ebenfalls kostenlos.



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Die Höhlenbahn.



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In den Kammern der Höhle.



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Die alte Höhlen-U-Bahn, abgestellt in der Endstation.



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Am Strand von Nowy Afon.



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Am Bahnhof von Nowy Afon. Blick in Richtung Suchum...



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...und Adler.



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Das Bahnhofsgebäude.



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Sogar ein Einrichtungshaus gibt es in Nowy Afon!



13.07.2015



Mit dem Trolleybus fuhr ich am Morgen in die Stadt, um zu frühstücken. Danach musste ich mich um die Bezahlung meines Visums kümmern. Das per E-Mail erhaltene Einreisevisum berechtigt nicht zur Ausreise, dafür musste ich vor Ort zuerst auf der Sberbank die Gebühr bezahlen und danach auf einem Amt erscheinen. Da die realen Strassennamen nicht mit jenen auf den online erhältlichen Stadtplänen übereinstimmen, war die Orientierung nicht einfach. Schliesslich fand ich aber die benötigten Institutionen, und sowohl Bezahlung als auch Ausstellung des Ausreisevisums waren problemlos möglich.

Wie erwartet war die nächste Mission schwierig. Da der Zug 480S, den ich nehmen wollte, erst einige Tage vor meiner Abreise aus der Schweiz buchbar war, reichte die Zeit nicht, um ein richtiges Ticket zu besorgen. Ich hatte deshalb ein E-Ticket, das ich vor Einstieg "an einem Ticketschalter in der Russischen Föderation" gegen eine normale Fahrkarte einzutauschen hatte. Dass Abchasien nicht Teil Russlands ist, war mir schon klar, aber ich hegte die Hoffnung, dass der Schalter im Bahnhof Suchum ein ganz normaler RŽD-Schalter war. War er nicht, er wurde von der AŽD, der Staatsbahn Abchasiens betrieben. Der Umtausch war dort natürlich nicht möglich, und da der Zug ausgebucht war, konnte ich auch keine Fahrkarte bis Adler lösen, wo ich mein E-Ticket hätte umtauschen können. Die Dame am Schalter riet mir zu einer Fahrt mit dem Taxi zum Strassengrenzübergang. So schnell wollte ich jedoch nicht aufgeben.

Ich fuhr an den Stadtstrand Suchums, um wenigsten noch einmal ein Bad im Schwarzen Meer zu nehmen.

Zwei Stunden vor der Abfahrtszeit fand ich mich am Bahnhof ein. Auf dem Perron hatte es ein kleines Bahnhofsbuffet, vor dem einige Alkoholiker/Schlägertypen herumlungerten. Ich bestellte eine Soljanka, die mir zuerst kalt serviert wurde. Nach meiner Reklamation wurde sie aufgewärmt und schmeckte danach richtig lecker!

Als die Vorbereitungen am Zug abgeschlossen waren, stellten sich die Schaffner vor der Türe ihres Wagens auf, um bei den Einsteigenden die Fahrkarten zu kontrollieren. Bei mir waren es zwei Provodnizas. Die "Chefin" war eine kleine, dicke und resolute Frau, die mir eine Standpauke ob meinem Ansinnen, ohne ein richtiges Billett einzusteigen, hielt. Da sie kein Englisch sprach, verstand ich zwar nicht genau was sie sagte, aber dass eine Mitfahrt ausgeschlossen war, verstand ich. Als sie sich kurz um einen anderen Fahrgast kümmerte, riet mir die Nachwuchsprovodniza, einen Versuch beim Zugchef einige Wagen weiter zu versuchen.

Auch beim Zugchef biss ich auf Granit. Auch als ich mit einem Schein wedelte, verzog er keine Miene. Mein Versuch, das Problem mittels belegloser Zahlung zu beheben, wurde jedoch von der resoluten Schaffnerin beobachtet. Plötzlich war sie freundlich und liess mich einsteigen, der Schein verschwand routiniert in ihrer Tasche.

Auf dem ersten Abschnitt war ich der einzige Passagier im Wagen. In Gagra, der zweitgrössten Stadt Abchasiens, füllte sich der Zug. Zu mir gesellte sich eine dreiköpfige Familie.

Die abchasische Ausreise verlief problemlos. Etwas laut wurde es bei der russischen Einreise, denn die Provodniza hatte es versäumt, mir eine Migrationskarte auszuteilen. Der Grenzbeamte war zuerst fuchsteufelswild, beruhigte sich aber, nachdem ihm eine deutschsprechende Beamtin klarmachen konnte, dass das Versäumnis nicht bei mir lag.

In Adler begleitete mich die Provodniza zum Ticketschalter. Obwohl der Zug dort eine halbe Stunde Aufenthalt hatte, fürchtete sie sich davor, nicht pünktlich wieder dort zu sein. Sie rannte durch den modernen Olympiabahnhof, während ich in normaler Geschwindigkeit eben ihr herging. 10 Minuten später waren wir zurück im Zug, und sie konnte endlich meine Fahrkarte und meinen Pass ordnungsgemäss einziehen.



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Der Trolleybus in Suchum.



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Das Bahnhofsgebäude von der Strassenseite gesehen.



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Der Zug 480 nach Sankt Petersburg.



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Mein Abteil.



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Dramatisch das Bahnhofsgebäude von Suchum, ebenso die Szenen, die sich davor abspielten.



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Mein Abschied aus Abchasien.



14.07.2015



Ich verbrachte den Tag lesend (Fight Club) im Bett. Der Vater der Familie versuchte freundlich, mit mir ins Gespräch zu kommen, dies wurde ihm aber von seiner Frau barsch verboten. So schwiegen wir uns an.

Leider hatte der Zug keinen Speisewagen, so dass ich mein mitgebrachtes Trockenfutter zu verspeisen hatte.

Ansonsten passierte nichts, wir waren auf der ganzen Strecke pünktlich oder sogar zu früh unterwegs.



15.07.2015



Am späten Nachmittag erreichten wir Moskau (genauer: den Kursker Bahnhof). Obwohl mein Ziel Sankt Petersburg lautete, stieg ich aus, denn der Zug 480 aus Suchum hatte eine Ankunftszeit mitten in der Nacht.

Mit der Metro wechselte ich zum Leningrader Bahnhof, wo ich ein frühes Abendessen einnahm.

Der abendliche Sapsan war wohl ausgebucht, aber ich hatte ein E-Ticket, mit dem ich sogar ohne Umtausch direkt einsteigen durfte. Auf der Fahrt nach Sankt Petersburg erhielt der Zug etwa eine halbe Stunde Verspätung. Da ich in Piter die richtige Bushaltestelle erst fand, als ich die Rücklichter des letzten Busses des Tages erblickte, musste ich ein Taxi nehmen, um zu meiner Unterkunft zu gelangen. Der Fahrer wollte, als er erfuhr, dass ich Schweizer sei, unbedingt in Franken bezahlt werden. Ich hatte keine Banknoten bei mir, aber mit einem Fünfliber gab er sich auch zufrieden.



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Sapsan-Parade am Leningrader Bahnhof.



Fortsetzung folgt.

Dankeschön!

geschrieben von: Nailik

Datum: 12.07.19 14:31

Lieber Tristan,

Danke für diesen sehr unterhaltsamen Teil und nachträglich auch für alle bisherigen Berichte in dieser Serie, sie hat mir sehr gefallen. Vor allem finde ich Deine Künste beeindruckend, andere zu derartigen Reisen zu motivieren :)


Viele Grüße

Kilian

Sehr nett

geschrieben von: D 2027

Datum: 12.07.19 15:06

Endlich mal die Bilder zur Erzählung ;-) Und vielleicht hilft der Bericht K. Malzahn auch ein wenig...

Erik

"Der Bierzeltfrosch hört gern Ernst Mosch und sagt zu seiner Fröschin: Wenn Du Durst hast, lösch ihn!"

Wiglaf Droste (1961 - 2019)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.19 15:07.

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 12.07.19 16:25

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Dankeschön!

geschrieben von: deroberlaender

Datum: 16.07.19 08:02

Lieber Kilian

Deine Rückmeldung freut mich sehr! (: Ich freue mich tatsächlich öber möglichst viele Nachahmer (gut, vielleicht nicht gerade der Georgien-Russland-Passage) und jene, die sich durch meine Berichte, aber auch sanften Druck (meine aktuellen Mitreisenden wissen ein Liedchen davon zu singen), zu solchen Reisen bewegen lassen.
Höchst erfreut bin ich darüber, dass dank der guten Performance von RŽD, PKP und UZ eine grössere Gruppe von Bahnreiselaien von derartigen Reisepraktiken überzeugt werden konnte.


Bis bald und frohes Schaffen (BA?)
Liebe Grüsse aus Sankt-Peterburg

Re: Sehr nett

geschrieben von: deroberlaender

Datum: 16.07.19 08:06

Lieber Erik

Vielen Dank für deine Rückmeldung! Es hat ja auch lange genug gedauert mit dem schriftlichen Bericht ;)
Ja, ich hoffe auch, dass der werte Herr Malzahn nicht irgendwo hängen bleibt, wo die Organe sich weniger als in Georgien an der Tourismusförderung zu beteiligen haben.


Liebe Grüsse

Tristan

Re: Danke

geschrieben von: carpe-noctem

Datum: 16.07.19 14:27

Vielen Dank für den Bericht und die Bilder. Interessant ist er auf jeden Fall. Sollte ich mir doch irgendwann mal in Abchasien eine Wohnung einrichten wollen, weiß ich, dass ich auf das schwedische Einrichtungshaus zählen kann ;). Daneben verdeutlicht sich der Ernst in manchen Bildern mit zerschossenen Gebäuden im Hintergrund. Nicht nur der Bahnhof ist ein Schatten seiner selbst. Bilder aus den 1970er Jahren zeigen eine ganz andere Realität ...

deroberlaender schrieb:
Zitat:
Dramatisch das Bahnhofsgebäude von Suchum, ebenso die Szenen, die sich davor abspielten
Ich denke, jeder Krieg ist grausig.

Nachdenkliche Grüße,
C.N.