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Myanma my love - Ein Abschied für immer?!

Teil 4a: Da biste platt – Mit Dampflok und Dampfwalze rund um den Bahnhof von Namtu



Im letzten Bericht hatten wir nach Überwindung mehrerer Hindernisse schließlich spät am Abend unser Ziel Namtu erreicht. Nun steht der erste Tag mit umfangreichem Programm an. Viel Spaß beim Lesen.

Wer mit dem Namen Namtu etwas anfangen kann, sollte diesen Abschnitt überspringen. Für alle anderen gibt es eine kurze Einführung. In den Bergen rund um Namtu gibt es umfangreiche Erzvorkommen (Silber, Zink, Blei, Nickel). Bereits vor mehreren hundert Jahren begannen die Chinesen mit dem Abbau von Silber. Nach der Eroberung Burmas fanden die Briten kaum noch Silbervorkommen, aber in den großen Abraumhalden, die die Chinesen hinterlassen hatten, gab es noch jede Menge anderer Erze. So gruben sich die Briten zunächst durch die Abraumhalden, später förderten sie die Erze auch im Tage- und Untertagebau. Allerdings gestalteten sich der Abtransport der Erze und die Versorgung der Mine äußerst schwierig, da Namtu weitab jeglicher Verkehrswege in einer unzugänglichen Dschungel- und Berglandschaft lag. 1903 wurde die knapp 300km lange, spektakuläre Eisenbahnlinie von Mandalay nach Lashio eröffnet, die eigentlich bis nach China verlängert werden sollte (was bis heute aber nicht erfolgte). Allerdings führte die Meterspurstrecke ca. 50km an Namtu vorbei. Daher wurde eine Stichstrecke mit 610mm Spurweite von Namyao an der Meterspurstrecke über Namtu bis zu den Minen in Bawdwin angelegt. Die Mine samt Bahn florierte zunächst, aber spätestens mit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahren begannen die Probleme, im Zweiten Weltkrieg wurde das Hüttenwerk in Namtu bei Kämpfen zwischen Japanern und Briten praktisch komplett zerstört. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau, durch die Abschottung Myanmars wurde der gesamte Minen- und Bahnbetrieb quasi im Zustand der 1920er-Jahre eingefroren, nur in den 1970er bzw. 1990er-Jahren kaufte man in Westdeutschland noch ein paar Dieselloks von O&K bzw. Diema. Die Mangelwirtschaft hatte allerdings ihre Folgen, im neuen Jahrtausend erfolgte nur noch ein Alibibetrieb durch das staatliche Minenministerium. 2009 soff die Untertagemine aufgrund defekter Pumpen und fehlender Ersatzteile ab. 2011 verpachtete der Staat dann Mine und Bahn an einen Investor, der etwas in die Minen investierte. Die geförderten Erze werden allerdings per LKW nach China zur weiteren Aufbereitung gebracht, Bahn und Hüttenwerk spielen praktisch keine Rolle mehr. 2018 ging die Mine dann wohl an einen australischen Investor, eine Wiederaufnahme des regulären Zugbetriebs wird damit noch unwahrscheinlicher.

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Bild 1: Übersichtskarte der Minenbahn von Namtu. In Namyao bestand Anschluss an die Meterspurstrecke (Mandalay-) Myomaung - Lashio. Betriebsmittelpunkt ist Namtu, wo sich neben dem Hüttenwerk ein großes Depot mit Betriebs- und Ausbesserungswerk befindet. Zwischen Namyao und Namtu verläuft die Strecke durch eine Hügellandschaft, hinter Namtu folgt die Strecke dann teilweise in einer Schlucht einem Gebirgsbach bis Wallah Gorge. Dort befindet sich eine Verladestelle für das im Untertagebetrieb geförderte Erz. Das letzte Teilstück bis Bawdwin verläuft dann meist oberhalb des Flusses, in Bawdwin bestand Anschluss an den Förderturm der Untertagemine sowie dem Übertageabbaugebiet.
Von Bawdwin bzw. Wallah Gorge wurde hauptsächlich Roherz in das Hüttenwerk in Namtu befördert, zwischen Namtu und Namyao wurden das aufbereitete Erz bzw. auf dem Rückweg notwendige Rohmaterialien wie Kohle und Säure transportiert. Der Personenverkehr wurde mit umgebauten Hino-Schienen-LKWs abgewickelt. 2009 verkehrte der letzte Zug zwischen Namtu und Nahsai, nachdem der Abschnitt Nahsai – Namyao bereits mehrere Jahre zuvor stillgelegt wurde. 2011 wurde dann zwischen Wallah Gorge und Bawdwin im heftigen Monsunregen der Damm bei E.R. Valley weggespült, die bereits isolierte Strecke Namtu – Bawdwin zerfiel also in zwei isolierte Teilstrecken.



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Bild 2: Der Streckenabschnitt Namtu – Wallah Gorge im Detail. Kurz nach Namtu zweigt die Strecke in ein schluchtartiges Seitental ein. In Lopah befindet sich ein Bahnhof mit zwei Ausweichgleisen. Der große Höhenunterschied kurz vor Wallah Gorge wurde zunächst mit zwei Spitzkehren überwunden, später legte man hier zwecks Betriebsoptimierung einen offenen, 540°-Kreisel an. In Wallah Gorge gibt es neben der Verladestelle mehrere Abstellgleise sowie ein Gleisdreieck.



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Bild 3: Der Streckenabschnitt Wallah Gorge – Bawdwin im Detail. Kurz nach Wallah Gorge folgt die erste Spitzkehre in Tiger Camp. Hier kommt die zweigleisige, elektrifizierte Grubenbahn (ebenfalls 610mm Spurweite) zutage und läuft weiter bis zur Verladestelle in Wallah Gorge. Nach dem Ausfahren eines Seitentals folgt eine weitere Spitzkehre, gefolgt von einem zweiten Ausfahren des Seitentals. Danach verläuft die Strecke weit oberhalb des Flusses bis zum Endbahnhof Bawdwin. Einst zweigte kurz vor Bawdwin noch ein Anschlussgleis zum Förderturm und Übertagebau (in der Karte oberhalb von Bawdwin) ab.



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Bild 4: Schematische Ansicht der Mine in Bawdwin.



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Bild 5: Gleisplan des Bahnhofs Namtu.



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Bild 6: Gleisplan des Hüttenwerks in Namtu.



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Bild 7: Das alte Hüttenwerk in Namtu, das nach kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Im Vordergrund kann man noch abgestellte Wagen erkennen. Das Hüttenwerk war in den letzten Jahren nur noch sehr eingeschränkt in Betrieb.



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Bild 8: Etwas entfernt hat man vor einigen Jahren ein kleines Hüttenwerk gebaut, an dem aber auch schon der Zahn der Zeit nagt.



Und falls es jemand interessiert, hier die Links zu Berichten meiner früheren Besuche in Namtu:



Februar 2009:

Teil 12: Namtu Mines Railways - Einführung & Appetitanreger (21 Bilder)
Teil 13: Namtu Mines Railways - Rundgang Teil 1 (27 Bilder)
Teil 14: Namtu Mines Railways - Rundgang Teil 2 (24 Bilder)
Teil 15: Namtu Mines Railways - Rollendes Material (22 Bilder)
Teil 16: Namtu Mines Railways - Die teuerste Zugfahrt meines Lebens (24 Bilder)
Teil 17: Namtu Mines Railways - Dieselloks (u.a. von O&K und Diema, 20 Bilder)
Teil 18: Namtu Mines Railways - Rangierverkehr (25 Bilder)
Teil 19: Namtu Mines Railways - Dampflokomotiven (18 Bilder)
Teil 20: Namtu Mines Railways - Zugverkehr im Morgennebel (17 Bilder)
Teil 21: Namtu Mines Railways - Werkstatt (11 Bilder)
Teil 22: Namtu Mines Railways - Stimmungsbilder (29 Bilder)


Dezember 2009:

Teil 61a: Traumhafter Minendampf in Namtu – Anreise und Tag1a: Rangierbetrieb in Namtu mit Dampflok 13
Teil 61b: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag1b: Mit Dampflok 13 von Namtu nach Lopah
Teil 61c: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag2a: Mit Dampflok 13 von Lopah nach Wallah Gorge
Teil 61d: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag2b: Mit Dampflok 13 durch den 540°-Kreisel nach Wallah Gorge
Teil 61e: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag3a: Mit Dampflok 42 von Namtu nach Lopah
Teil 61f: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag3b: Mit Dampfdoppeltraktion durch den 540°-Kreisel von Wallah Gorge
Teil 61g: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag3c: Erzbeladung und Entgleisung in Wallah Gorge
Teil 61h: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag4a: Im Dampf-Doppel-Sandwich durch den 540°-Kreisel von Wallah Gorge
Teil 61i: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag4b: Mit Dampf durch die beiden Spitzkehren Richtung Bawdwin
Teil 61j: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag4c: Durch kahle Hügellandschaft hinauf zum Endbahnhof Bawdwin
Teil 61k: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag5a: Im Morgenlicht durch zwei Spitzkehren bis zur ersten Entgleisung
Teil 61l: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag5b: Fahrt bei strahlend blauem Himmel oberhalb der Schlucht zur 500mm-Sägewerksbahn in Bawdwin
Teil 61m: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag5c: Rückfahrt von Bawdwin nach Wallah Gorge mit (Entgleisungs-)Hindernissen
Teil 61n: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag6a: Lok 42 im Duett mit einer Dampfstraßenwalze und in einer Mondlandschaft
Teil 61o: Traumhafter Minendampf in Namtu – Tag6b: Abschiedsfahrt über abenteuerliche Gleislage durch den Dschungel nach Nahsai



27.11.2011

Trotz der feuchten Kälte hatte ich sehr gut geschlafen. Ich hatte die Decken als Matratzenersatz benutzt und mich in meinen Schlafsack gekuschelt, den ich dank meiner bisherigen Erfahrungen wohlweislich mit eingepackt hatte. Da ich ebenfalls wusste, dass das „europäische Frühstück“ in Namtu noch schlechter wie das ohnehin für mich schon ungenießbare Frühstück in den besseren Hotels Myanmars ist, zog ich mich an die Kochstelle im Freien zurück, wo ich zusammen mit KyiKyi, Manfred und den anderen Einheimischen gebratenen Reis bekam.

Während bei uns oben im Gästehaus schon die Sonne von einem blauen Himmel schien, waberte unten im Tal am Bahnhof Namtu noch der Nebel. Da wir für heute Vormittag Fotosessions am Bahnhof geplant hatten, sollte es um acht Uhr mit dem Bus zum Bahnhof gehen. Die Wartezeit vertrieb ich mir mit ein paar Fotomotiven rund um das Gästehaus.

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Bild 9: Unten im Tal waberte noch der Nebel, hier oben am Gästehaus hatte sich die Sonne soeben aber gerade erfolgreich durchgekämpft.



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Bild 10: Einzelne Nebelschwaden zogen noch durch. Links befindet sich übrigens der Tennisplatz.



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Bild 11: Am Zaun des Tennisplatzes hatten einige Spinnen große Netze gewoben, die noch von Tau überzogen waren.



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Bild 12: Gibt es hier auf DSO auch Spinnenexperten, die bei der Bestimmung dieser Spinnenart helfen können?



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Bild 13: Das Gästehaus, in dem wir residierten. Very british, obwohl es ebenfalls erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, als Burma schon unabhängig wurde. Rechts im weißen Gebäude ist die Küche untergebracht, die Gästezimmer befinden sich im ersten Stock.



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Bild 14: Und zu einem englischen Herrenhaus gehört neben dem Tennisplatz natürlich auch ein entsprechender Landschaftsgarten dazu.



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Bild 15: Mittlerweile ist der Nebel oben am Gästehaus komplett verschwunden, im Tal hält sich der Nebel aber hartnäckig. Dann frühstücken wir eben erst einmal.




Schließlich ging es dann endlich zum Bahnhof, wo Lok Nummer 13 (1914, Kerr Stuart, Achsfolge B‘1) bereits auf uns wartete. Auch am Bahnhof hatte sich so manches verändert. Das gesamte Bahnhofsgelände wurde mit Stacheldraht eingezäunt und überall lagen Betonschwellen herum. Allerdings ersetzte man nur jede dritte Holzschwelle nach und nach mit einer Betonschwelle. Aber immerhin, man scheint die Bahn noch nicht aufgegeben zu haben.

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Bild 16: Hereinspaziert, hereinspaziert ins Feldbahndampfparadies Namtu. Lok Nummer 13 steht schon unter Dampf. Noch ein bisschen Wasser auffüllen und es kann losgehen.



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Bild 17: Das komplette Gelände wurde vor kurzem mit Stacheldraht eingezäunt, auch wenn der Stacheldraht schon etwas älter aussieht. Auch hier gab es wieder Spinnweben, die unbedingt mit auf das Motiv wollten.



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Bild 18: Dann schleichen wir uns mal schnell auf das Gelände.



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Bild 19: Als erstes fallen einem die vielen Bauutensilien in die Augen. Da der letzte Monsun heftig getobt hatte, muss an vielen Stellen die Strecke, die parallel zu einem Gebirgsbach verläuft, ausgebessert und neu befestigt werden. Dazu hat man einen flachen Güterwagen entsprechend umgerüstet. Im Hintergrund sieht man Betonschwellen, die nach und nach die Holzschwellen ersetzen sollen.



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Bild 20: Lok 13 hat ihren Durst gelöscht und schreitet nun mit Volldampf neuen Taten entgegen. Vorher muss aber noch ein bisschen Sand für die Besandung geladen werden. Und in Namtu ist die Besandung nicht eine automatische Einrichtung an der Lok, sondern eine Berufsbezeichnung, wie ihr später noch sehen werdet.



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Bild 21: Jetzt kann es aber endlich losgehen.




Wir spulten dann das gewohnte Programm ab. Zunächst Rangiermanöver am Bahnhof und rund um das Gleisdreieck, später wichen wir dann an die Brücke zur anderen Flussseite aus. Leider befand sich Lok 13 in einem schlechten Zustand, sie pfiff wortwörtlich aus dem allerletzten Loch. Vor zwei Jahren ging es noch, da hatte nur die andere Dampflok Nummer 42 (W. Bagnall, 1927) erhebliche Probleme. So verpassten wir auch das Fotomotiv schlechthin, als eine Herde Wasserbüffel an uns vorbeizog, aber die Lok gerade keinen Dampfdruck hatte.

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Bild 22: Eine Lok alleine macht natürlich noch kein gutes Fotomotiv, deswegen hängen wir noch einen illustren Wagenpark in Form eines Kesselwagens und zwei geschlossenen Güterwagen an den Haken der Lok. Rechts steht übrigens einer der Hino-Schienen-LKW, mit dem der Großteil des Personentransports abgewickelt wird.



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Bild 23: Und schon ist das erste Wunschmotiv im Kasten. Lok 13 fährt aus östlicher Richtung in den Bahnhof Namtu ein.



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Bild 24: Beim Zurücksetzen entstand dann noch ein fotografischer Nachweis, dass die Besandung in Namtu noch komplett durch Menschenhand erfolgt.



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Bild 25: Dank dem Gleisdreieck am Bahnhof kann man die Züge auch einfach wenden. Hier kommt Lok 13 aus dem Gleisdreieck rausgedampft. Im Gleisdreieck befindet sich das Bahnhofsgebäude, welches die Lok soeben passiert hat, auf dem Bahnhofsgleis steht noch immer der Hino-Schienen-LKW. Im Hintergrund auf halber Höhe erkennt man noch das Hüttenwerk samt der schwarz-grauen Schlackenhalde. Oben auf dem Hügel steht der alte Kamin des Hüttenwerks. Normalerweise lässt das feuchtwarme, tropische Klima hier im Nu eine üppige Vegetation wuchern. Dass der Hügel trotz des seit einigen Jahren nicht mehr vorhandenen Hüttenbetriebs noch immer kahl ist, lässt darauf schließen, was über Jahrzehnte hinweg an Giftstoffen hier in den Boden gelangt sein muss.



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Bild 26: Nach der ersten Rangierorgie gönnt sich das Lokpersonal eine erste Ruhepause. Buddhistische Gelassenheit eben. Dass das Feuer dank der torf- bzw. gartenerdeartigen Konsistenz der Kohle schon wieder durchgebrannt ist, die komischen Langnasen aber auf weitere Scheinanfahrten drängen? Nur ruhig, Buddha wird es schon irgendwie richten…




Wir nutzen die Zeit bis zum Aufsetzen eines neuen Feuers zu einem Standortwechsel an die Brücke am östlichen Bahnhofsende. Die Sonne stand höher und höher und das Licht wurde während der Wartezeit nicht besser. Aber Buddha wird es schon irgendwie richten…

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Bild 27: Nachdem das Feuer wieder aufgesetzt war, kamen wir zum nächsten Fotomotiv. Im Hintergrund kann man noch das Bahnhofsgebäude von Namtu erkennen.



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Bild 28: Um Nachfragen vorzubeugen: nein, ich trug auf dem Bild keine Warnweste und nein, ich stand nicht im Lichtraumprofil. Durch Tele und die scharfe Rechtkurve entsteht aber der vermeintliche Eindruck.




Wir wechselten dann auf die andere Flussseite, um die Brücke selbst auch mal mit auf das Motiv zu nehmen.

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Bild 29: Lok 13 fährt aus Richtung Bahnhof Namtu kommend auf die Brücke. Rechts neben der Lok kann man noch den Wachturm erkennen, von dem aus diese strategisch wichtige Brücke bis vor wenigen Jahren ständig bewacht wurde. Seit einigen Jahren ist Namtu frei von Bürgerkriegswirren, runde 50km Luftlinie weiter Richtung Nordwesten tobten aber zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts heftige Kämpfe zwischen Kachin-Rebellen und den Truppen der Militärjunta. Im Jahr 2018 ist Namtu wieder zum Sperrgebiet für Ausländer geworden, da die Rebellen näher herangerückt sind. Am Streckenende in Bawdwin gab es bei Kämpfen wohl mehrere Tote



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Bild 30: Lok 13 ist es egal, sie dampft einfach über die sichtlich vom Alter gezeichnete Brücke.




Nach zwei Scheinanfahrten war der Dampfdruck im Kessel schon wieder soweit gefallen, dass erst einmal wieder Dampf gekocht werden musste. Als ob wir nicht schon genügend Verzögerungen aufgrund von Nebel und schlechter Kohle gehabt hätten.

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Bild 31: Ausgerechnet jetzt kam eine Wasserbüffelherde an. Als Lok 13 aber wieder genügend Druck im Kessel hatte, war die Herde schon gemütlich vorbeigewandert. So …



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Bild 32: … gibt es bei der nächsten Scheinanfahrt anstatt Wasserbüffeln nur nackte Straße zu sehen.



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Bild 33: Immerhin konnte eine am Straßenrand sitzende Einheimische noch mit auf das Motiv genommen werden.




Weitere Motive waren jetzt auch lichttechnisch erst einmal nicht mehr drin. So widmeten wir uns einer Dampfwalze, die wir ebenfalls für den heutigen Tag hatten anfeuern lassen. Gemeinsame Motive mit Dampflok und Dampfwalze scheiterten allerdings meistens daran, dass eine der beiden gerade keinen Dampfdruck hatte. So bestachen wir passierende Passanten, Mönche und Novizen, um wenigstens ein bisschen Abwechslung bei den Fotomotiven zu bekommen.

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Bild 34: Wir packen die Taschen und machen uns auf den Weg zur Dampfwalze, die im Hintergrund bereits auf uns wartet.



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Bild 35: Hauptakteur Lok 13 wurde jetzt noch um eine Dampfstraßenwalze ergänzt. Lichttechnisch war es dazu aber praktisch schon zu spät.



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Bild 36: Insbesondere die englischen Reisegruppenteilnehmer hielten immer wieder Passanten an, damit diese für ein paar Hundert Kyat stehen blieben und mit auf das Fotomotiv konnten. Hier traf es eine junge Frau mit Baby.



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Bild 37: Dass Dampfwalze und Lok sich beide bewegten, kam eigentlich so gut wie nie vor. Eine von beiden hatte nämlich immer entweder zu wenig Druck im Kessel oder ein durchgebranntes Feuer.



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Bild 38: Solange mal wieder ein neues Feuer aufgesetzt werden musste, suchten wir uns einen erhöhten Standpunkt aus.



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Bild 39: Von unten sah das Ganze dann ungefähr so aus.



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Bild 40: Nächstes Opfer unter den vorbeilaufenden Passanten war eine Frau mit einem Albino-Kind auf dem Rücken.



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Bild 41: Ich hielt mich im Hintergrund, was man aber …



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Bild 42: … nicht von allen Reisegruppenteilnehmern behaupten kann…



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Bild 43: Ein paar Novizen wurden auf ihrem morgendlichen Bettelgang auch noch mit auf das Motiv genommen.



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Bild 44: Ein letztes Mal kommen Zug und Dampflok auf ein Bild.



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Bild 45: Abschiedsbild von unserer Dampfwalze, bevor sie wieder längere Zeit im Schuppen verschwindet.



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Bild 46: Falls es jemanden interessiert, hier noch das Fabrikschild der Dampfwalze.




Seid ihr jetzt alle platt (gewalzt)? Der Bericht ist für heute zumindest zu Ende. Im nächsten Bericht bekommt ihr dann zu sehen, was sich am restlichen Tag so alles zugetragen hatte. Ich hoffe also, dass ihr euch bis dahin wieder erholt habt.

Und da nicht jeder Auslandsforum-Leser ins HiFo schaut, sei mir ein Link in selbiges erlaubt. Dort gibt es aktuell parallel zu dieser Berichtsreihe eine Berichtsreihe, die sich meinem Myanmar-Aufenthalt im Jahre 2007 widmet. Bei Interesse einfach auf eines der Bilder oder die Bildunterschrift klicken, dann werdet ihr automatisch zum aktuellen Bericht geleitet.







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Hier geht’s zum aktuellen Myanmar-Bericht im HiFo. Dort gibt es diese und noch viel mehr Bilder aus dem Januar 2007 zu sehen.














Zugliste
Datum Zugnummer Von Nach km Traktion Spurweite
25.11.Circle LineYangon Hbf Yangon Hbf 49,1Diesel1000mm


Wieder super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 01.07.19 19:13

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg