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Hallo zusammen,

Vielen Dank für die netten Kommentare zu den bisherigen beiden Teilen!

Nun folgt Teil 3.

Die bisherigen Teile:
Teil 1: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]


Freitag, 03.05.2019

Nach einer Übernachtung in Kennewick war das heutige Ziel die Joso Bridge an der UP Strecke von Wallula nach Spokane und weiter nach Kanada. Das beeindruckende aus dem Jahr 1912 stammende Bauwerk hat eine Länge von 1195 Meter und ist 59 Meter hoch. Leider weist die darüber führende UP-Strecke keine sonderlich hohe Zugdichte auf, man musste also hoffen, hier überhaupt einen Zug passend zu erwischen.
Die über eine Stunde dauernde Fahrt führte durch eine ziemlich einsame Gegend. An der Brücke angekommen, bauten wir uns zunächst auf der Nordseite des Viadukts auf einem kleinen Hügel auf. Es war eine herrliche Gegend, man hatte eine tolle Aussicht auf den unter dem Viadukt verlaufenden Snake River sowie den hinter unserem Rücken fließenden Palouse River.

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Blick auf den Palouse River.


Es fehlte nur noch ein Zug... Innerlich hatte ich mich schon darauf eingestellt, ohne ein Bild auf die andere Seite der Brücke zu wechseln, denn lange würde hier auf der Nordseite das Licht nicht mehr reichen.
Die Uhr zeigte 8.19, als sich auf einmal von hinten ein Zug bemerkbar machte! Ein von einer CP und einer UP Lok bespannter Getreidezug rollte langsam an uns vorbei und es war zumindest schon mal ein Seitenschuss auf die führenden Loks in der netten Hügellandschaft möglich.

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Ein Getreidezug kurz vor dem Überqueren der Joso Bridge.


Nun war die spannende Frage, ob der Zug vielleicht auch eine Schiebelok hat und wenn ja, ob sie dann vielleicht auch noch richtig herum steht? Fünf Minuten später wurde diese spannende Frage dann endlich beantwortet. Und es war nicht nur eine, sondern sogar zwei Schiebeloks der CP und das auch noch richtig stehend.

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Am Zugschluss folgten zwei Loks der CP.


Das hatte ja mal wunderbar geklappt! Zufrieden wollten wir nun auf die andere Seite der Brücke wechseln. Auf der Karte war ein Weg genau zum Standpunkt eingezeichnet. Doch an der entsprechenden Abzweigung kam die Enttäuschung. Der Weg war durch ein Tor abgesperrt und er wäre ohnehin in einen nicht fahrbaren Zustand gewesen. Also wurde das Auto abgestellt, der Zaun überquert und der Weg zu Fuß erklommen. Es folgte zunächst ein ziemlich steiler Abschnitt, ehe es dann eben an zahlreichen Kühen vorbei zur Brücke ging. Insgesamt waren es rund zwei Kilometer Fußweg.
Menschen waren hier weit und breit nicht zu sehen, Tiere dagegen schon. Neben vielen Kühen kam auch mal ein Kojote in unsere Nähe.

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Ein Kojote zeigte sich auch in unserer Nähe.


Wir konnten in Ruhe das Tier beobachten, denn auf der Bahnstrecke herrschte Ruhe. Nachdem wir zunächst eine ziemlich seitliche Perspektive wählten wegen des noch mangelnden Frontlichts, wechselten wir dann für eine frontalere Variante. Nach einer Weile war dann doch mal wieder ein Zug zu erahnen, aber leider von der falschen Seite. Aber auch diesen konnte man nett umsetzen, das Frontlicht reichte gerade noch so.

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UP 2692 und 4372 befördern einen gemischten Güterzug kurz vor der Joso Bridge nordwärts.


Nun hofften wir natürlich wieder auf eine passende Lok am Zugende wie heute Morgen. Doch leider vergeblich, der Zug wurde nicht nachgeschoben.
Nun war die Hoffnung sehr gering noch einen Zug von dieser Seite der Brücke bei guten Lichtverhältnissen zu bekommen. Wir beratschlagten uns, ob wir nun fahren sollten oder hier noch einige weitere Stunden verbringen wollen, um die Brücke nachmittags von der anderen Seite umzusetzen. Die Entscheidung fiel auf Warten. Während die Sonne sehr hoch und achsig stand, lief ich mal allein zum Auto (das stand gut 2 km durch teils eher unwegsames Gelände entfernt) und holte Nachschub an Getränken und die restlichen noch vorhanden Nahrungsmittel. Während meiner Abwesenheit fuhr ein weiterer Zug nordwärts, ebenfalls ohne Schiebelok.
Als ich wieder zurück an der Brücke war, bezogen wir etwas weiter vorne Stellung, um ggf. kommende Züge in der an das Viadukt anschließenden Außenkurve aufnehmen zu können, hier wäre das Licht passend (abgesehen vom Hochlicht).
Es war 14.47 Uhr als dann wirklich mal wieder was südwärts kam. Leider noch zu früh für die Nachmittagsperspektive auf die Brücke. Aber zumindest in der Außenkurve gab es ein Bild. Der Zug war erstaunlich kurz und wurde von drei CP Loks gezogen.

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3 x CP rollen mit einem kurzen Güterzug über die Joso Bridge südwärts.


Einerseits war es natürlich schön, überhaupt mal wieder ein Bild machen zu können. Andererseits hatten wir die Befürchtung, dass nun erst mal wieder lange nichts fährt und das Licht wäre dann so in einer Stunde schon gut passend.
Es hieß wieder Warten. Nach rund zwei Stunden tauchte wieder ein Zug von hinten auf. Das Licht passte nun perfekt und wir hofften auf eine Schiebelok. Aber leider erneut vergeblich.
Also weiter Warten. Irgendwann musste doch schließlich auch mal wieder ein Südfahrer kommen? Es war nun schönstes Abendlicht. Es dauerte weitere rund zwei Stunden, bis sich wieder was tat. Nur leider wieder von hinten... Und auch das Hoffen auf eine Schiebelok war wieder vergeblich. Da nun klar war, dass so schnell von vorne nichts kommen würde und das Licht auch nicht mehr lange hält, mussten wir ohne ein richtiges Bild von dieser Seite der Brücke aufgeben und wieder zurück zum Auto laufen. Das war nun schon etwas frustrierend. Eigentlich hätte man schon nach dem Zug morgens um 8 Uhr wieder fahren können, der einzige Südfahrer seitdem kam genau zur Zeit, als das Licht noch ziemlich achsig stand.
Wir fuhren wieder zurück nach Kennewick, mussten uns aber erst noch ein Hotel suchen, denn wir hatten nicht wie sonst üblich schon eins online gebucht, weil wir noch keinen genauen Plan für heute Abend hatten. Es war aber in Kennewick schon viel ausgebucht und die Wahl fiel dann schließlich auf ein EconoLodge, das aber leider schon seine besten Zeiten hinter sich hatte. Aber eine Nacht wird man hier auch überstehen.


Samstag, 04.05.2019

Der Wetterbericht versprach für nächste Woche für Kanada verhältnismäßig sonniges Wetter, am Wochenende sollte es aber zunächst dort wie auch in Washington noch nicht so gut sein. Also hatten wir uns nun überlegt, heute nach Seattle zu fahren und dann morgen weiter nach Kanada. In Seattle gab es noch ein paar Programmpunkte abseits der Eisenbahn abzuarbeiten, Niko wollte nämlich gerne mal zum Boeing Werk und die Stadt inkl. der bekannten Space Needle allgemein etwas genauer sehen. So buchte ich für heute Nachmittag online schon mal Tickets für die 1,5 stündige Boeing Besichtigungstour.
Das Frühstück im EconoLodge fiel selbst für amerikanische Verhältnisse sehr mager aus, es gab z.B. nicht mal Orangensaft oder ähnliches. Nachdem wir ohnehin noch etwas Zeit hatten, fuhren wir in ein nahegelegenes Denny’s Restaurant und gönnten uns ein richtiges Frühstück. Danach verließen wir Kennewick, das Wetter zeigte sich nun überraschend doch sehr sonnig, was aber nun erst mal egal war, denn wir hatten nachmittags die Boeing Tour gebucht.
Die Fahrt nach Seattle verlief unspektakulär und wir steuerten direkt Boeing in Everett an. Dort ist alles auch sehr gut auf Touristen vorbereitet, es gibt einen großen Besucherparkplatz und ein Besucherzentrum.

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Besucherzentrum des Boeing Werks Everett, Washington (Handybild)


Vor der geführten Tour wird man ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Mitnahme und der Gebrauch von Kameras und Handy strengstens untersagt ist. Daher gibt es von der Tour entsprechend leider auch keine Fotos zu zeigen.
Die Teilnehmer wurden zunächst alle in Bussen zu den großen Werkshallen gefahren, dort ging es zu Fuß in einem Tunnel weiter in die Mitte der riesigen Produktionshalle und dann mit einem Aufzug zu einer Aussichtsplatform nach oben, wo man einen schönen Überblick auf das Innere des Werks hatte, man konnte zahlreiche teils schon fast fertige, teils noch im Rohbau befindliche Flugzeuge sehen.
Anschließend wurde die Gruppe wieder zurück zum Bus geführt und es ging ein Stück weiter zu einem anderen Teil des Gebäudes. Dort wurde das Ganze nochmal wiederholt und man hatte nun einen Blick auf die kleineren Flugzeuge von Boeing.
Dann waren die 1,5 Stunden auch schon wieder fast vorbei und wir wurden zurück zum Besucherzentrum gebracht. Dort konnten wir von der Besucherterrasse immerhin noch ein paar Bilder des Geländes mit dem Handy aufnehmen.

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Das weitläufige Gelände des Boeing Werks in Everett. (Handybilder)


Nun fuhren wir zu unserem Hotel. Gebucht hatte ich ein La Quinta Inn in Lynnwood, das über einen Innenpool verfügt und der dann am späten Nachmittag auch noch getestet wurde.
Nach dem Schwimmen waren wir hungrig. Im Internet fanden wir eine Pizzeria direkt am Meer gelegen mit guten Bewertungen. Das klingt vielversprechend, also mal los. Die Pizzeria lag direkt neben der am Meer verlaufenden BNSF Bahnstrecke und dem Bahnhof Edmonds. Bevor das Restaurant aufgesucht wurde, schauten wir noch kurz direkt ans Meer. Innerhalb sehr kurzer Zeit kamen nun gleich zwei BNSF Züge südwärts auf der meines Wissens eigentlich von Güterzügen nicht so viel befahrenen Strecke. Wir hatten aber keine Kameras dabei und selbst wenn, dann hätte es eh nur für ein schlechtes Sichtungsbild gereicht.
Nun ging es zur Pizzeria. Der erste Eindruck davon war allerdings alles andere als gut. Die Einrichtung war wenig einladend und die Preise sehr hoch. Aber nun waren wir schon mal hier und beschlossen trotzdem schnell etwas zu essen. Nur das Personal war entweder überfordert oder hatte kein Interesse an einem Geschäft mit uns. Wir warteten lange, doch es kam niemand, um eine Bestellung von uns aufzunehmen. Als dann aber einen Tisch weiter andere Gäste bedient wurden, die erst später als wir ins Restaurant kamen und man uns weiterhin keine Beachtung schenkte, wurde es uns zu blöd und wir gingen wieder.
Nun suchte ich am Handy nach Alternativen. Aber bevor ich fündig wurde, kam eine Frau aus der Pizzeria heraus und auf uns zu und meinte, dass wir doch gerade in ihrer Pizzeria waren und warum wir wieder gegangen sind. Ich erklärte ihr, dass wir zu lange warten mussten und deshalb wieder gegangen sind. Sie entschuldigte sich ausführlich und bot uns an, dass sie uns eine Pizza gratis macht als Entschuldigung. Darüber waren wir nun doch sehr überrascht, aber wir nannten ihr unsere Wünsche und sie ging zurück ins Restaurant, wir warteten draußen. Warum bietet man uns denn einfach so eine Gratispizza an, was haben die davon? Nur ein paar Minuten später kam die Frau wieder mit einem großen Pizzakarton und entschuldigte sich nochmals. Ich wollte ihr nun zumindest etwas Trinkgeld geben, aber auch das wollte sie nicht annehmen und verschwand wieder im Restaurant. Das war nun irgendwie alles schon sehr komisch. Wir liefen nun wieder zum Meer und verspeisten dort die Pizza, während wir uns über die Situation nur wundern konnten. Auch darüber, weil die Pizza nur wenige Minuten später schon fertig war. Wir konnten auch ausschließen, dass sie uns einfach irgendeine zufällig fertige Pizza gab, denn die Pizza war jeweils zur Hälfte als Funghi und als Salami belegt, genau den Wünschen entsprechend, die wir ihr geäußert hatten. Geschmacklich war sie übrigens nicht mal so gut. Daher wunderten uns nun auch die vielen guten Bewertungen im Internet. Aber was solls, über eine kostenlose Pizza kann man sich nicht beschweren.


Sonntag 05.05.2019

Heute war die Reise nach Kanada auf dem Programm, vor der Abfahrt wurde gleich noch ein Hotel in Kamloops gebucht. Bevor es aber nach Kanada ging, stand noch Teil 2 des Touri-Programms Seattle an und zwar der Besuch der Space Needle.
Das Parken an der Space Needle war schwierig und wir mussten etwas weiter entfernt in einer Nebenstraße unseren Jeep abstellen und ein Stück laufen. Es waren zwar schon zahlreiche Besucher vor Ort, aber wir konnten dann gleich mit einem Aufzug nach oben fahren ohne Wartezeit. Oben bot sich dann natülich eine wunderbare Aussicht. Vormittags war der Blick zum Hafen und zum Meer im Licht, Downtown lag dagegen genau im Gegenlicht.

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Space Needle

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Blick von der Space Needle zum Meer und zu den Hafenanlagen.


Nun ging es aber endlich los Richtung Kanada. Die Fahrt führte zunächst bis Bellingham auf dem I5, dort wurde nochmals vollgetankt, denn angeblich sollte in Kanada der Sprit teurer sein. Die Route führte nun über Landstraßen bis zur Grenze. Nun war ich gespannt, was uns bei der Grenzkontrolle erwartet. Ich hatte natürlich im Vorfeld viel im Internet über die Einreisebestimmungen gelesen. Für die Einreise über den Landweg nach Kanada braucht man z.B. kein ETA wie über den Luftweg. Zudem darf man beispielsweise kein Obst nach Kanada einführen.
An der Grenze waren nur wenige Autos vor uns und wir kamen schnell dran. Es gab dann die üblichen Fragen, die ich schon von der Immigration in USA am Flughafen kannte. Dann bekam jeder einen Stempel in den Pass und wir durften weiter.
Die Geschwindigkeits- und Entfernungsangaben waren zunächst etwas ungewohnt, schließlich sahen die Schilder genauso aus wie in USA, nur wird in Kanada wie bei uns das metrische System genutzt. Aber man hat sich dann schnell wieder an die Angaben in Kilometern gewöhnt.
Während wir heute Morgen noch Sonne in Seattle hatten, war es nun ziemlich stark bewölkt. Wir wählten aber trotzdem als Route nach Kamloops nicht die direkte über den Highway 5, sondern wollten über Lytton und Ashcroft entlang des Thompson Rivers fahren. Zum einen, um schon mal etwas Stellenkunde für die nächsten Tage zu betreiben und zum anderen hofften wir natürlich, dass vielleicht noch das ein oder andere Sonnenbild herausspringt.
Kurz zur Erklärung zu den Streckenverläufen: Von Vancouver kommend führt je eine eingleisige Strecke der CP und CN zunächst entlang des Fraser Rivers und ab Lytton parallel zum Thompson River bis nach Kamloops. Von dort führt die CP Strecke weiter über Banff nach Calgary und weiter ostwärts quasi durchs ganze Land. Die CN Strecke verläuft ab Kamloops über Jasper nach Edmonton und ebenfalls weiter ostwärts. Eine Besonderheit gibt es südlich von Ashcroft: Dort findet ein gemeinsamer Richtungsbetrieb beider Bahngesellschaften statt.
Bis Lytton waren die Strecken ziemlich dicht bewachsen, danach änderte sich die Vegetation langsam und die Bäume wurden immer weniger, entsprechend gab es immer öfter freie Blicke auf die Strecke. Während unserer Fahrt kamen uns mehrere Güterzüge entgegen, aber wegen der Wolken brauchten wir keine Gedanken an Fotos verschwenden.
Als wir dann den Ort Spences Bridge passiert hatten, sah man immer öfter auch mal die Sonne und wir beschlossen mal ein Motiv rund 15 Kilometer südlich von Ashcroft gelegen anzufahren. Das war am Beginn des Richtungsbetriebes, dort wechselt das Gleis für Südfahrer die Flussseite und zu dieser Brücke wollten wir. Auf der Karte war ein kleiner Weg bis direkt an die Brücke eingezeichnet. Dieser war zunächst auch gut fahrbar, doch an ein paar Häusern kam auf einmal ein Tor. Dieses war jedoch nicht abgesperrt und so fuhren wir mal hinein. Der Weg führte nun auch direkt zum Motiv.
Lange mussten wir nicht warten, dann erschien in der Ferne eine blaue Lok in unsere Richtung. Man konnte noch nicht erkennen, was es für eine Maschine war, auf jeden Fall musste es irgendeine Mietlok sein. Sorgen machte allerdings der Blick zum Himmel, den aktuell saßen wir im dunklen und die zahlreichen Quellwolken machten es spannend. Doch als der Zug immer näher kam, verzog sich die Wolke und der Zug klappte perfekt mit Sonne. Unser erstes Kanada Bild!

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CEFX 1053 überquert mit einem Getreidezug den Thompson River.


Am Zugschloss schob noch eine BNSF Lok nach. Da nun weder eine CP noch eine CN Lok im Zug war, konnte man den Zug nicht eindeutig einer Bahngesellschaft zuordnen.
Wir fuhren wieder zurück zur Hauptstraße. Das Tor war zum Glück immer noch nicht abgesperrt und wir kamen ohne Ärger wieder hinaus.
Nun wollte ich noch zum Black Canyon, der ein paar Kilometer nördlich von hier liegt. Leider weit abseits der Hauptstraße, daher wollte ich unbedingt schon mal kundschaften, wie man denn die Motive dort am besten erreichen kann. Der erste Feldweg war schon mal nichts, denn ein abgesperrtes Tor verhinderte die Einfahrt. Ein Stück weiter gab es aber noch einen Weg, hier hatten wir mehr Erfolg, dort war das Tor offen. Also hinein, schließlich gab es zahlreiche Bilder von dort im Internet, irgendwie mussten die auch alle dorthin gekommen sein. Als dann die Bahnstrecken wieder in unser Blickfeld wanderten, entdeckten wir auf der CP Strecke einen Güterzug, der gerade in die richtige Richtung fährt. Mist, das wäre jetzt unser Zug für das Motiv! Wir waren noch weit vom Motiv entfernt. Aber der Zug war sehr langsam und daher hielten wir einfach mal an und rannten querfeldein Richtung Strecke, um zumindest noch irgendwie ein Bild vom Zug zu bekommen. Der Zug war so langsam, dass wir sogar abwarten konnten, bis die Szene mal kurz komplett ausgeleuchtet war, ehe schon wieder die nächste Wolke ins Bild zog.

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Ein Manifest der CP im Black Canyon.


Immerhin ein Sonnenbild, wenn auch nicht am Hauptmotiv. Nun suchten wir aber die eigentliche Fotostelle auf und hofften, dass noch ein Zug folgt. Lange mussten wir uns nicht gedulden, bis tatsächlich ein weiterer Zug kam. Doch die Wolken machten es wieder spannend. Ein Telebild gelang bei halbwegs Sonne, doch am Hauptauslösepunkt war leider alles dunkel.

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Ein CP Kohlezug folgte, leider wollte nun die Sonne nicht mehr wie gewünscht.


Die Schatten wurden nun schnell länger und wir verließen den Canyon wieder. In Kamloops checkten wir in unser vorab gebuchtes Super 8 Hotel ein, besorgten noch Getränke und Essen beim Walmart für die nächsten Tage. Abendessen gab es bei DQ (ist eine weitere Fastfood Kette mit Burgern und co.) direkt neben dem Hotel.


Im nächsten Teil bleiben wir noch etwas in dieser Region, demnächst hier zu lesen.


Schöne Grüße,
Dennis



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.19 15:45.
Dennis Kraus schrieb:
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Ein Getreidezug kurz vor dem Überqueren der Joso Bridge.


Nun war die spannende Frage, ob der Zug vielleicht auch eine Schiebelok hat und wenn ja, ob sie dann vielleicht auch noch richtig herum steht? Fünf Minuten später wurde diese spannende Frage dann endlich beantwortet. Und es war nicht nur eine, sondern sogar zwei Schiebeloks der CP und das auch noch richtig stehend.

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Am Zugschluss folgten zwei Loks der CP.


Schöne Bilder! Vor allem Glück mit dem Wetter! Ich war 1 Monat vorher da und da war es mehr Wolkig als Sonnig.
Der Zug ist kein Getreide, das ist der Pottasche Zug von Kalium SK nach Portland OR (Bei UP heißt der OEOT5) der Zug hat um die 20.000 Tonnen deshalb auch die 4 Loks.

Auf der Strecke hast du ca 10 Züge in 24 Stunden, seit die Rohöl Züge dort fahren ist es etwas beschäftigter geworden.

Gruß
Schöne Fotos.
Bei Everett keinen Abstecher nach Mulkilteo gemacht, oder kommt das noch? Sind vom Visitorcenter etwa 5 Minuten mit dem Auto.
In der Station Mulkilteo, direkt am Sound, geht das Anschlussgleis zum Paine Field hoch.

Und das 737 Werk in Renton, 45 Minuten nach Süden. Die 737 Rümpfe aus Wichita bei der Fahrt auf den BNSF Transportwagen durch Renton.

Bigboy4015




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.06.19 18:44.
Danke für's Lob!

Wir waren nur direkt am Visitorcenter. Bei der Führung konnte man vom Bus aus auch das Anschlussgleis kurz sehen. Am Bahnhof Mukilteo Station waren wir aber nicht.


Danke auch an RN232 für die interessanten Infos!

Gruß
Dennis
Hallo!

Der Kojote hatte offenbar überlegt, wie er den Roadrunner fangen kann. Vielleicht war er auf dem Weg zu einer Telefonzelle, um aus dem ACME-Katalog eine neue Falle zu bestellen...

Wer die Geschichten von Wile E. Coyote kennt, wird immer feststellen, dass er trotz der kreativen Ideen es nie schafft, Roadrunner zu fangen.

Info: ACME ist die Zeichentrickfirma aus den Bugs-Bunny-Filmen; insbesonders bei Kater Sylvester und Wile E. Coyote.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser