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Die Ukraine hat einen Einreisestop für russische Männer im Alter von 16 - 60 Jahren verkündet. Wird dies auch das Ende der internationalen Züge St. Petersburg - Chisinau und Moskau - Chisinau bedeuten, die ja beide durch die Ukraine fahren?
Aber ich befürchte die Einstellungswahrscheinlichkeit steigt...

Erik

Le nationalisme, c'est la guerre! (François Mitterrand)
und im Zweifel haben die "Russen", die diese Züge nutzen, auch noch andere Pässe je nach ethnischer Herkunft (UA, BG, ROM, CCCP..)
Zum Glück habe ich den Zug 74 Lvov-Moskau letzte Woche noch genutzt. Tja, der Zug wird mir fehlen.

[www.youtube.com]
Hallo zusammen,

Ob die Nachtzüge davon betroffen sind, bleibt also abzuwarten. Es gingen vor dem Fahrplanwechsel ja auch Gerüchte herum, dass der Verkehr Ukraine-Rußland unterbrochen wird.
Die genannten Züge Chisinau - Moskau / SPb sind hauptsächlich für Moldawier.
Bei meiner Reise von Chisinau nach Kiew waren, afak keine Russen an Bord (ich kann mich da aber auch täuschen).

Im Tagesspiegel wird etwas genauer auf das Einreiseverbot eingegangen:

[www.tagesspiegel.de]

Zitat:

"...Ukraine erlässt Einreisestopp für russische Männer
Russische Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren dürfen nicht mehr in die Ukraine einreisen. Der Chef der ukrainischen Grenzbehörde, Petro Tsygykal, sagte am Freitag, die im Rahmen des Kriegsrechts erlassenen Einreisebeschränkungen beträfen in erster Linie Russen. Ausnahmen aus "humanitären" Gründen seien aber möglich, hieß es.

Prinzipiell galt die Regelung bereits seit April 2014. Allerdings konnten russische Männer bei Nachweis des Zwecks ihrer Reise weiter einreisen. Seit Januar dieses Jahres müssen alle Russen bereits ihre Fingerabdrücke bei Grenzübertritt abgeben. In der Diskussion sind seit Längerem eine vorherige
Abstimmung der Reiseroute und die Einführung der Visapflicht für russische Staatsangehörige..."


Dabei sollte auch nicht außer acht gelassen werden, dass diese Maßnahme im Zusammenhang mit dem Kriegsrecht erlassen wurde.
Hoffen wir, dass der Spuk in dreißig Tagen vorbei ist.


LG
SvenM
Interessant wirds vor in naher Zukunft vor allem mit dem "Transnistrienexpress" der RŽD als letztem russischen Zug in die Ukraine, da die Provodniks nicht mehr einreisen dürfen, und ich wäre mir nicht so sicher, ob man so pragmatisch ist, nur Frauen auf dem Zug einzusetzen.

Zudem: Russland hat in Sachen Migration und Visa eine Politik der Reziprozität. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn Russland in Kürze ukrainische Männer nicht mehr einreisen ließe
Das wäre dann endgültig das Ende der grenzüberschreitenden Züge hier. Vielleicht schreckt man davor aber auch mit Blick auf die vielen ukrainischen Arbeitskräfte v.a. rund um Moskau zurück, die nicht bzw. nur mit in Russland sehr unbeliebten Zentralasiaten zu ersetzen wären.
Zitat
Zudem: Russland hat in Sachen Migration und Visa eine Politik der Reziprozität. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn Russland in Kürze ukrainische Männer nicht mehr einreisen ließe
Russland plant offenbar keine äquivalente Vergeltungsmaßnahme. Die staatliche Nachrichtenagentur Ria zitierte einen Abgeordneten mit den Worten, dass man in Moskau keinen generellen Einreisestopp für ukrainische Männer erlassen wolle. Von Der Standard
Hallo,

bitte mal das Ganze ein wenig runterkochen. Derzeit ist es so, dass eine Einstellung der von der UZ gestellten Züge in Richtung Russländische Föderation sehr wahrscheinlich ist, weil diese Frage direkt an die Sitauation im Asowschen Meer gekoppelt wurde. Von daher knn es durchaus sein, dass die fraglichen Züge kurzfristig eingestellt werden.
Von Anfang an war aber immer klar, das habe ich hier auch schon mal geschrieben, dass der Transitverkehr RF-Moldova davon nicht betroffen sein wird. Das hat auch die CFM heute noch einmal bekannt gegeben, dass jegliche Massnahmen, die aufgrund des 30-tägigen "Kriegszustandes" in 10 Oblasten der Ukraine getroffen wurden, nicht für den Transitverkehr per Bahn gelten.

Auch bisher war es schon seit 2014 so, dass Bürger der RF, die in die Ukraine einreisen wollten (übrigens hat die Ukraine trotz des Faktes, dass die RF einen Teil des eigenen Staatsgebietes besetzt hält, bis heute keine Visapflicht für deren Bürger eingeführt !), einen triftigen Grund für diese Einreise angeben mussten. Bei Männern im fraglichen Alter wurde dies etwas strenger gehandhabt. Man benötigt also eine Adresse in der Ukraine, die man besuchen will (die dortige Person wurde dann ggf. angerufen, ob das stimmt, oder man hatte eine schriftliche Einladung), eine Hotelbuchung oder eben einen Transitfahrschein nach Moldova in einem durchgehenden Zug. Dies wurde nun ein wenig verschärft.

Überhaupt dürfte das Ganze nur recht wenige Personen betreffen, das ist eher symbolisch. Die allermeisten Fahrgäste in diesen Zügen sind Bürger der Ukraine oder Moldovas. Die Arbeitsmigration von Bürgern der Ukraine in Richtung Russland hat ausserdem extrem nachgelassen, inzwischen ist hier das Hauptziel die EU. Die Überweisungen von Arbeitsmigranten ins "Heimatland", immer ein guter Indikator für die Stärke solcher Bewegungen, aus der EU sind inzwischen um ein Vielfaches höher als die aus der RF. Aus eigener Ansicht kann ich auch selbst sagen, dass die Züge in und aus Richtung Russland nicht besonders voll sind.

Bürger der RF fahren inzwischen nur noch in Ausnahmefällen in die Ukraine, weil ihnen zuhause das Fernsehen weismacht, dass da angeblich sowieso nur mordende und brandschatzende Banderowzy-Faschisten rumlaufen, die Kinder kreuzigen und auf das Andenken der Grossväter pinkeln. So etwas hat Wirkung.
Bürger von Pridnestrovie nur mit deren und einem Pass der RF gibt es so gut wie gar nicht mehr, weil diese alle einen Anspruch auf einen Pass der Republik Moldova haben, und dieser zur visumfreien Einreise in die EU berechtigt. Die benutzen dann den für den Ukraine-Transit.

Und wen das auch nicht betriofft, sind Provodnici der betreffenden Züge, die haben nämlich einen Dienstpass und sind ebenfalls nur selten betroffen. Das ist ähnlich wie die UZ-Provodnici des Zuges Kyiv-St.Petersburg, die offiziell auch nicht die Grenze Belarus-RF in Ezerisce(Gr) übertreten dürfen, die aber bisher auch nur in einzelnen Fällen behelligt wurden.

MfG
Martin
Martin Kop. schrieb:
. Das ist ähnlich wie die UZ-Provodnici des Zuges Kyiv-St.Petersburg, die offiziell auch nicht die Grenze Belarus-RF in Ezerisce(Gr) übertreten dürfen, die aber bisher auch nur in einzelnen Fällen behelligt wurden.
Ein bisschen was off topic, um die Stimmung etwas aufzuhellen: Belarus und Russland haben wohl ein unterschriftsreifes Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Visa ausgearbeitet, welches am 13. Dezember unterschrieben werden soll und auch zeitnah in Kraft treten soll. Damit würden wenigstens diese Probleme der Vergangeheit angehören, und man benötigt dann wohl auch nicht mal mehr ein Transitvisum für Belarus. Las sich für mich allerdings so, wie wenn die gegenseitige Anerkennung tatsächlich nur für den Transit gilt, eine Reise nur nach Belarus bzw. ein Transit durch Belarus, der nichts mit Russland zu tun hat (z.B. Polen-Lettland) mit einem Visum der Russischen Föderation wird wohl nicht möglich sein. Wirklich frei bewegen im Unionsstaat können sich dann nur die Drittausländer, die einen längerfristigen Aufenthaltstitel für eines der Länder haben.
So wie ich gehört habe, gibt Russland keine Transitvisums zu Reisen EU-EU. Das bedeutet, dass ich als Finne nicht z.B. Helsinki-Moskau-Warschau fahren kann, was wohl der angenehmste Landweg wäre. (Auch Allegro nach SPb und anschließend Nachtzug nach Riga würde mir gefallen)

Was hält aber Weißrussland davon? Würden die mir ein Transitvisum ausstellen?
Dakkus schrieb:
Was hält aber Weißrussland davon? Würden die mir ein Transitvisum ausstellen?
Ja, unter Vorlage der Fahrkarten oder der Buchungsbestätigung. Normalerweise relativ unkompliziert.
Kostet aber happige 60 Euro.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.18 21:56.
Zitat
Ein bisschen was off topic, um die Stimmung etwas aufzuhellen: Belarus und Russland haben wohl ein unterschriftsreifes Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Visa ausgearbeitet, welches am 13. Dezember unterschrieben werden soll und auch zeitnah in Kraft treten soll. Damit würden wenigstens diese Probleme der Vergangeheit angehören, und man benötigt dann wohl auch nicht mal mehr ein Transitvisum für Belarus. Las sich für mich allerdings so, wie wenn die gegenseitige Anerkennung tatsächlich nur für den Transit gilt, eine Reise nur nach Belarus bzw. ein Transit durch Belarus, der nichts mit Russland zu tun hat (z.B. Polen-Lettland) mit einem Visum der Russischen Föderation wird wohl nicht möglich sein. Wirklich frei bewegen im Unionsstaat können sich dann nur die Drittausländer, die einen längerfristigen Aufenthaltstitel für eines der Länder haben.
Blöde Frage: Kann ich dann auch mit einem belorussischen Touristenvisum von Orscha bis bspw. zur mongolischen Grenze "transitieren"? Das wäre ja durchaus witzig.
Hallo!

Es wurden tatsächlich Reisende aus Rußland an der ukrainischen Grenze abgewiesen. Im Gegenzug spielt Rußland das gleiche Spiel mit Bürgern aus der Ukraine. Quelle: Teletext diverser TV-Sender.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Tanzkeks schrieb:
Martin Kop. schrieb:
. Das ist ähnlich wie die UZ-Provodnici des Zuges Kyiv-St.Petersburg, die offiziell auch nicht die Grenze Belarus-RF in Ezerisce(Gr) übertreten dürfen, die aber bisher auch nur in einzelnen Fällen behelligt wurden.
Ein bisschen was off topic, um die Stimmung etwas aufzuhellen: Belarus und Russland haben wohl ein unterschriftsreifes Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Visa ausgearbeitet, welches am 13. Dezember unterschrieben werden soll und auch zeitnah in Kraft treten soll. Damit würden wenigstens diese Probleme der Vergangeheit angehören, und man benötigt dann wohl auch nicht mal mehr ein Transitvisum für Belarus. Las sich für mich allerdings so, wie wenn die gegenseitige Anerkennung tatsächlich nur für den Transit gilt, eine Reise nur nach Belarus bzw. ein Transit durch Belarus, der nichts mit Russland zu tun hat (z.B. Polen-Lettland) mit einem Visum der Russischen Föderation wird wohl nicht möglich sein. Wirklich frei bewegen im Unionsstaat können sich dann nur die Drittausländer, die einen längerfristigen Aufenthaltstitel für eines der Länder haben.



Siehe auch [deu.belta.by]
internaut schrieb:
und im Zweifel haben die "Russen", die diese Züge nutzen, auch noch andere Pässe je nach ethnischer Herkunft (UA, BG, ROM, CCCP..)

Es reicht für das Einreiseverbot aus, die russische Staatsangehörigkeit zu besitzen. Es macht keinen Unterschied, wenn man daneben noch andere Staatsangehörigkeiten besitzt. Das sieht man zwar u. U. weder dem Pass noch dem Einreisewilligen an, im Zweifelsfall wird man aber sicher den Aufwand einer Recherche in den eigenen Datenbanken nicht scheuen. Ich würde auch annehmen, dass das Verschweigen eine bestehenden russischen Staatsangehörigkeit eher nicht so gut ankommt, wenn es auffliegt.
Martin Kop. schrieb:
...Auch bisher war es schon seit 2014 so, dass Bürger der RF, die in die Ukraine einreisen wollten (übrigens hat die Ukraine trotz des Faktes, dass die RF einen Teil des eigenen Staatsgebietes besetzt hält, bis heute keine Visapflicht für deren Bürger eingeführt !), einen triftigen Grund für diese Einreise angeben mussten. Bei Männern im fraglichen Alter wurde dies etwas strenger gehandhabt. Man benötigt also eine Adresse in der Ukraine, die man besuchen will (die dortige Person wurde dann ggf. angerufen, ob das stimmt, oder man hatte eine schriftliche Einladung), eine Hotelbuchung oder eben einen Transitfahrschein nach Moldova in einem durchgehenden Zug. Dies wurde nun ein wenig verschärft.

Überhaupt dürfte das Ganze nur recht wenige Personen betreffen, das ist eher symbolisch. Die allermeisten Fahrgäste in diesen Zügen sind Bürger der Ukraine oder Moldovas. Die Arbeitsmigration von Bürgern der Ukraine in Richtung Russland hat ausserdem extrem nachgelassen, inzwischen ist hier das Hauptziel die EU. Die Überweisungen von Arbeitsmigranten ins "Heimatland", immer ein guter Indikator für die Stärke solcher Bewegungen, aus der EU sind inzwischen um ein Vielfaches höher als die aus der RF. Aus eigener Ansicht kann ich auch selbst sagen, dass die Züge in und aus Richtung Russland nicht besonders voll sind.

Bürger der RF fahren inzwischen nur noch in Ausnahmefällen in die Ukraine, weil ihnen zuhause das Fernsehen weismacht, dass da angeblich sowieso nur mordende und brandschatzende Banderowzy-Faschisten rumlaufen, die Kinder kreuzigen und auf das Andenken der Grossväter pinkeln. So etwas hat Wirkung.
Die Fakten sind ein wenig anders, als Martin Kop. schreibt. 2018 hat der Kiewer Außenminister Klimkin die Zahl der ukrainischen Staatsbürger in Russland auf immer noch drei Millionen beziffert. Andere Statistiken gehen von deutlich mehr als vier Millionen Menschen aus (das wäre ein Zehntel der ukrainischen Gesamtbevölkerung!). Ukrainer können nach Russland auch bis heute weitgehend zu den selben Bedingungen einreisen, wie vor 2014. Potenzial für Bahnverkehr wäre das also massenhaft vorhanden, zumal die Ukraine ja auch den Flugverkehr schon komplett einstellen ließ. Entscheidend für die (wenn das denn stimmt) schlechte Nutzung der verbliebenen Züge ist wohl vor allem der extrem angestiegene Preis. Kiew-Moskau kostete 2. Klasse im Sommer schon um die 100 Euro. Das ist etwas zu viel für die meisten Ukrainer, die quetschen sich jetzt halt in Marschrutkas, statt zu reisen wie normale Leute. Und, mal so nebenbei, wenn ein Land mir die Einreise offiziell verbietet, brauche ich doch keine Propaganda mehr, um zu dem Schluss zu kommen, besser nicht hinzufahren. Komische Gedankengänge sind das...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.18 15:29.
Iwan Parowosow schrieb:
Die Fakten sind ein wenig anders, als Martin Kop. schreibt. 2018 hat der Kiewer Außenminister Klimkin die Zahl der ukrainischen Staatsbürger in Russland auf immer noch drei Millionen beziffert. Andere Statistiken gehen von deutlich mehr als vier Millionen Menschen aus (das wäre ein Zehntel der ukrainischen Gesamtbevölkerung!).

Bist Du sicher, dass da ukrainische Staatsbürger und nicht etwa ethnische Ukrainer mit russischer Staatsangehörigkeit gemeint sind?

Iwan Parowosow schrieb:
Und, mal so nebenbei, wenn ein Land mir die Einreise offiziell verbietet, brauche ich doch keine Propaganda mehr, um zu dem Schluss zu kommen, besser nicht hinzufahren.

Die Propaganda war aber vorher da, und zwar ohne dass die Ukraine darauf Einfluss hätte.

Das Einreiseverbot wird dadurch nicht überflüssig, zumal diejenigen Russen, die die Ukraine nicht haben will, eher nicht aus eigenem Antrieb und auf eigene Rechnung kommen.

Iwan Parowosow schrieb:
Komische Gedankengänge sind das...

Ja. Allerdings bei Dir.
Martin Kop. schrieb:
bitte mal das Ganze ein wenig runterkochen. [...]
Danke fuer den fundierten Beitrag, der einige interessante Aspekte einordnet und beleuchtet.

Und endlich mal jemand, der Moldau nicht "Moldawien" nennt.