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Servus!
 
Wir schreiben den 05. April 2018 und wachen in einem Hotel im Außenbereich von Fez auf. Nachdem wir die letzten beiden Tage rund um Taourirt unterwegs waren:
 
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wollten wir uns heute etwas südwestlich austoben.
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z794.jpg
Wir starteten bei Skhinate mit dem Zug 200, welcher von Taza nach Fes unterwegs war.
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z795.jpg
Für den nächsten Zug (‪202/184/308‬ von Qujda nach Tanger Ville) positionierten wir uns nahe Bouhlou an einem BÜ. DH 357 und DH 420 sorgten für Traktion.
 
 
Auf dem Foto kann man gut eine der Kuriositäten der eigentlich sehr modernen Eisenbahn in Marokko sehen: Die BÜ-Bewacher (der Herr mit der Warnweste). Im ganzen Land gibt es (fast) an allen Bahnübergängen (egal ob unbeschrankt, mit Lichtzeichen oder ohne, mit viel Straßenverkehr oder ohne) Bahnbedienstete, die scheinbar überhaupt keine betriebliche Funktion haben – sie hausen dort in Zelten oder kleinen zusammengeschusterten Unterständen und beobachten einfach nur! Mal ganz böse gesagt: Vom Balkan kennen wir ja schon viele Möglichkeiten, wie man das Personal mit den sinnlosesten Dingen beschäftigen kann – aber das hier ist wirklich eine neue Dimension! Oder irren wir und die Männekens sind tatsächlich für den reibungslosen Betriebsablauf nötig?
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z796.jpg
Nun ging es an den Stausee Barrage Idriss, wo wir die dem 105/203 (Casablanca-Oujda) auflauerten. Mit leichter Verspätung dieselte DH430 an den Fotografen vorbei.
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z797.jpg
Mit dem Besuch des örtlichen Bruzzelmeisters (die Jungs verstehen ihr Handwerk – auch wenn der WKD wohl seine wahre Freude an den Bratereien gehabt hätte *g*) , hatten wir auch die zwei Stunden Zugpause totgeschlagen. Wir fuhren zurück zum Stausee und hielten dem Zug 250 (Taza-Fes) unsere Cams entgegen. DH405 war als Zuglok eingeteilt.
 
 
Nun waren schon wieder zwei Stunden ohne Reisezugverkehr angesagt. Aber in Marokko ist es ja nie weit bis zur nächsten Teestube und so gönnten wir uns dort noch was Leckeres zu trinken. :-)
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z798.jpg
Anschließend fuhren wir wieder gen Bouhlou für die nächsten beiden Züge. Zuerst kam der „Südfahrer“ mit der führenden DH417...
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z799.jpg
... die Lok des Gegenzugs blieb dann allerdings unerkannt. Nachdem es den ganzen Tag über schon verdammt diesig war, kamen am Nachmittag dann die richtig dicken Wolken, sodaß wir uns so langsam aber sicher auf dem Weg nach Fes machten, wo wir abends den Mietwagen abgegen mussten.
 

 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z799x.jpg
Am nächsten Tag ging es dann mit teils prügelvollen Zügen über Casablanca nach Marrakesh. Dort entstand die abendliche Aufnahme des Nachtzugs nach Sidi Kacem – E1403 ist für die Traktion zuständig.
 
 
Für uns stand am Tag darauf (leider) schon wieder die Heimreise an, die sogar erstaunlich ereignislos verlief.
 
Was bleibt von der Woche in Marokko? Das Land ist wirklich wunderschön, die Menschen freundlich und hilfsbereit! Als wir eingereist sind (es war ja unsere Tour nach Marokko), hatten wir eigentlich erwartet, daß das Land ein bisschen mit den Balkanländern zu vergleichen wäre. Vom Straßenverkehr her mag dies auch durchaus zutreffen (auch wenn die ständigen&nervigen Polizeikontrollen die Raserei zumindest ein bisschen eindämmen), aber bahntechnisch liegen tatsächlich Welten dazwischen: Die Züge fahren relativ pünktlich, Loks&Wagen sind sauber und zumindest äußerlich gepflegt, die Sicherungstechnik macht einen modernen Eindruck (von den oben genannten BÜ-Bewachern mal abgesehen).
 
Und sonst? In der Landwirtschaft setzt man hier eher auf den Esel als aufs rumänische Pferd; die Menschen (insbesondere auf dem Land) leben aber teils in ähnlich einfachen Behausungen. Der große Unterschied war aber: Während wir so das Gefühl hatten (Obacht, rein subjektiv – wir möchten keinem auf die Füße stehen!), daß sich viele Rumänen mit ihrem Leben arrangiert hatten und überhaupt keine Verbesserungen ihrer Situation anstreben, sind die Nordafrikaner irgendwie positiver gestimmt: Geld hamnse zwar auch keins, aber überall wird gebaut, gewerkelt, geputzt und vor allem in Stand gehalten!
 
 
Ach ja, zum Schluß noch vier Bonusbildchen!
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z805.jpg
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z806.jpg
Unser Nachtquartier in der Wüste.
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z808.jpg
Landestypisches Fortbewegungsmittel! Leider sind die guten alten Daimler aber doch deutlich auf dem Rückzug. Während es in Nador beispielweise noch recht viele Taxioldies gab, mussten wir in Marrakesh fast ne Stunde warten...
 
 
 
 
http://badische-schwarzwaldbahn.de/DSO/Z807.jpg
... ehe wir in so nem edlen Renner Platz nehmen konnten. Die Billigkonkurrenz aus Rumänien hat zwischenzeitlich auch Marokko fest in der Hand.
 
 
Wir danken herzlich für eure Aufmerksamkeit!
 
Viele Grüße
Der Schwarzwaldbahner & KBS720.

http://www.badische-schwarzwaldbahn.de/Banner.jpg

Wieder super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 29.11.18 10:54

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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Mit ein paar Tagen Verspätung will ich mich auch noch für den interessanten Bericht bedanken. Es war schön, wieder einmal etwas aus Marokko zu sehen und einen Eindruck vom aktuellen Betriebsgeschehen zu haben. Und mit den Güterzügen habt ihr ja auch richtiges Glück im Verkehr gehabt. :-)

Viele Grüße
Gunar