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[IR] Auf Umwegen zurück zur Transiranischen Eisenbahn

geschrieben von: D299

Datum: 08.07.18 20:24

Reisebericht Iran April 2018 – auf Umwegen zurück zur Transiranischen Eisenbahn

Hallo Drehscheibe

Wer meinen Reisebericht vom vergangenen Jahr gelesen hatte konnte erahnen, wie sehr mir der Iran gefallen hatte. Die ganzen Widersprüche, die lange Geschichte und die Traditionen, aber vor allem die Menschen, welche mit ihrer Neugierde und ihrem offenen Wesen den Fremden sofort für sich gewinnen können, hatten es mir angetan. Was lag also näher, als einfach nochmal hinzufahren? Ziemlich spontan wurde somit für Ende April geplant und gebucht. Im Gegensatz zur Reise im letzten Jahr erfolgte diesmal die Hin- und Rückreise auf dem Luftweg. Daher ist dieser Reisebericht auch generell eher arm an Eisenbahn-affinen Themen, nach Rücksprache mit der Moderation poste ich ihn aber dennoch hier. Zumindest wer sich für den Iran und Reisen dorthin interessiert, wird sicherlich auf seine Kosten kommen. Im Gegensatz zu meinen vergangenen Reisen bin ich diesmal nicht alleine, sondern mit meiner Mutter unterwegs gewesen. Für sie, im fortgeschrittenen Alter, war es eine Möglichkeit, ohne organisierte Gruppe in dieses Land zu reisen. Viel Spass beim Lesen.

Freitag, 20. April 2018
Gebucht wurde bei Austrian ein Gabelflug Zürich - Wien - Isfahan und Teheran - Wien – Zürich. Die inneriranischen Flüge sind wir mit Mahan Air geflogen, die Buchungen dafür haben wir über eine bereits im Vorfeld bekannte Agentur vor Ort gemacht. Pünktlich um 17 Uhr hebt die A321 der Swiss in Zürich ab, um nach kurzem Flug über die immer noch gut eingeschneiten Alpen in Schwechat einzutreffen. Dort kurzer Aufenthalt, ehe es um 20.10 Uhr mit einer Austrian A320 ostwärts weitergeht.

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(01) Blick zurück nach Schwechat, Nachtflug, frei nach Hans Hölzl

Samstag, 21. April 2018

Der Flug führt erst nach Shiraz, von wo nach einstündigem Stopp nach Isfahan weitergeflogen wird. Zusammen mit der Zeitumstellung wird es eine kurze Nacht, aber pünktlich um 5.35 lokal treffen wir in Isfahan ein. Einreise ist schnell und unkompliziert, der Airport um die Zeit gespenstisch leer. Mit einem Taxi geht es in die Stadt, wo wir den Nachtportier im Hotel aus seinen Träumen reissen müssen. Schlaftrunken und müde versucht er zu verstehen war wir möchten (Gepäck deponieren und allenfalls Geld wechseln). Er versteht uns nicht, und drückt uns zwei Zimmerschlüssel in die Hand. Das wird dann im Nachhinein noch ein paar Diskussionen geben. Meine Mutter zieht es vor noch etwas zu schlafen, ich gehe sogleich in die Stadt.

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(02) Naqsch-e Dschahan-(Imam-)Platz

Eine Woche zuvor wurde bei Arte eine interessante Dokumentation („die Teppichknüpfer von Esfahan“) gesendet, auf welche ich zufälligerweise aufmerksam geworden bin. In der Sendung wird ein junger Teppichhändler portraitiert, welcher ein neues Geschäft in Isfahan eröffnet hat. Sein Vater ist schon lange im Teppichhandel tätig, jedoch nicht an vorderster Front, sondern mehr im Grosshandel. Im Portrait lässt er den Zuschauer an seinem Alltag teilhaben, man lernt seine Verlobte kennen, und bekommt viele Hinweise darauf, was einen guten Perserteppich ausmacht. Genau meine Kragenweite also, denn wer meine Reiseberichte liest, der weiss, dass ich diesen Kunstwerken hoffnungslos verfallen bin. Die Reise bekommt somit ein konkretes Ziel – den Händler finden, und mit ihm ins Geschäft kommen.

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(03) noch ruhiger Basar

Ich machen mich sogleich auf in den grossen Bazar rund um den Naqsch-e Dschahan-(Imam-)Platz, und beginne beim ersten Teppichgeschäft nach dem Protagonisten der Sendung, Shantiya Ghaffarian, zu fragen. Nach ein paar Geschäften und ersten Abwehrversuchen („see my nice carpets, only looking…“) finde ich jemanden, der weiss, wen ich suche, jedoch liegt das Geschäft etwas ausserhalb des Bazars. Kurzerhand wird ein Jugendlicher gerufen, welcher mich auf seinem Motorrad huckepack zum Geschäft fährt. Der Chef ist gerade nicht da, aber seine Verlobte, nunmehr seine Frau, empfängt mich freundlich. Als ich ihr erzähle, wie ich auf genau diesen Laden komme, lacht sie nur und ruft den Chef. Auch der freut sich über den seltsamen Besucher aus der Schweiz, welcher aufgrund einer Fernsehreportage anreist, um bei ihm einen Teppich zu erstehen. Erst wird aber einmal Tee serviert, und etwas geplaudert. Ein wenig Ahnung von den Teppichen habe ich schon, aber vor allem habe ich grossen Respekt vor der Kunst welche dahinter steckt, solche herzustellen. Das realisiert auch mein Gegenüber, und so bekomme ich in den folgenden zwei Stunden einen interessanten und sehr profunden Einblick in die wunderbare Welt der Perserteppiche. Den Kauf verschieben wir vorderhand, versichern uns aber freundlich ein Wiedersehen. Zwischenzeitlich ist es Mittag geworden, und eine Stadterkundung steht an. Entgegen zu Teheran ist Isfahan eine alte, gewachsene Stadt mit vielen Zeugen längst vergangener Zeiten. Am beeindruckensten ist zweifelsohne der zentrale Platz, mit der Abbasi- und der Sheikh Lotfollah-Moschee, dem Qapu-Palast und dem umgebenden Bazar. Mit über 500 Metern in der Länge, und 150 Metern in der Breite ist dieser Platz einer der grössten weltweit.

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(04) persisches Handwerk allenthalben

Am Nachmittag gehen wir an den Zayandeh herunter, den Fluss welcher Isfahan durchfliesst oder durchfliessen sollte, wo die drei bekannten Brücken von Isfahan zu finden sind. Diese symbolisieren Mutter, Vater und Kind. Die Si-O-Se-Pol-Brücke steht dabei für den Vater, die östlich gelegene Joui-Brücke für das Kind, und die noch weiter östliche Khajou-Brücke die Mutter.

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(08) Si-O-Se-Pol Brücke

Ich habe vor einigen Jahren einmal von einem Iraner mit welchem ich geschäftlich zu tun hatte eine wunderbare, grossformatige Fotografie welche er selbst aufgenommen hatte, geschenkt bekommen, welche wohl die Si-O-Se-Pol- oder aber die Khajou-Brücke zeigt. Ganz genau konnte ich es nicht abgrenzen, denn die Khajou sieht von unten sehr ähnlich aus, aber ich habe versucht, das Bild nachzustellen. Sein Bild hängt seit Jahren bei uns daheim im Esszimmer, ein Stück Isfahan ist also schon seit Jahren bei uns präsent.

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Sonntag, 22. April 2018

Wer sich etwas in die Geschichte von Isfahan einliest, der kommt um Schah Abbas I. nicht umher. 1603 eroberte er Armenien, hatte aber langfristig keinen Erfolg in den besetzten Gebieten. Er liess die Bewohner der Stadt Jolfa nach Isfahan umsiedeln, wo sie heute noch ein ganzes Stadtviertel südlich der Si-O-Se-Pol-Brücke besiedeln. Man spricht daher auch von Neu-Julfa oder Dschulfa. Die Armenier waren ob ihrer Handwerkskunst sehr geschätzt, und so gehen viele der grossartigen Bauwerke in Isfahan auf diese Bevölkerungsgruppe zurück. Auch existieren in Dschulfa mehrere christliche Kirchgemeinden mit wunderschönen orthodoxen Kirchen. In den Kirchen wird zudem die Erinnerung an den türkischen Genozid an den Armeniern von 1915 am Leben gehalten. Die christlichen Gemeinden erfahren in Isfahan eine grosse Wertschätzung, und sind auch von offizieller Seite vollständig akzeptiert. Die Bauwerke sind in einem guten Zustand und alle gegen kleines Entgelt zu besichtigen, was ich unbedingt empfehle.

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(11) St. Bethlehem Kathedrale

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(12) Vank Kathedrale

Abseits der sakralen Stätten ist Dschulfa ein lebendiges, sehr tolerantes und farbiges Stadtviertel mit vielen Cafés, Restaurants und Geschäften. Wenn in Isfahan, dann unbedingt auch nach Dschulfa.
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(14) Lunch im Arc A gleich neben der Vank-Kathedrale, touristisch aber wunderbar

Am Nachmittag geht es dann wieder zurück ins Zentrum zum Imam-Platz. Hier sollte man unbedingt die grossen Moscheen und den Palast des Schahs besuchen, beides sind beeindruckende Bauwerke. Wir steigen als erstes in den Ali Qapu- („grosses Tor“) -Palast hoch, dessen grossartige Terrasse einen Überblick und Eindruck über die Grössenverhältnisse am Imam-Square gibt.

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Über steile Treppen steigt man weiter hoch ins Musikzimmer, wo Konzerte und Musikdarbietungen stattfanden.

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(20) Fantastische Handwerkskunst lässt den Besucher viel länger verweilen, als er eigentlich wollte.

Nach diesem Highlight kann man bequem unter den Arkaden zur grossen Abbasi-Moschee spazieren, unterwegs noch den einen oder anderen Teppichladen besuchen oder einfach den vielen Bazaris beim Handeln und verkaufen zuschauen. Die Moschee wird durch den beeindruckenden Vorbau mit der Eingangspforte betreten. Dahinter schließen sich mehrere grosse Gebäude an, inmitten dieser liegt ein kleiner Garten.

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Den Abend verbringen wir wieder im Zentrum bei einem gemütlichen Abendessen und noch etwas die-Beine-vertreten.

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Montag, 23. April 2018

Es bleibt der Vormittag in Isfahan, nachmittags geht es weiter in die Wüste nach Kerman. Wir besuchen noch die Khajou-Brücke, welche nicht minder imposant ist. Leider führte der Zayandeh in diesen Tagen kein Wasser, entsprechend standen die imposanten Brücken etwas verloren im staubtrockenen, braunen Flussbett. Dafür kann man sehr schön Fotos von allen Seiten schiessen.

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Gegen Mittag geht es mit einem Taxi zum Flugplatz. Wir haben Tickets für die von Mahan Air angebotene Verbindung ins rund 400 Km entfernte Kerman. Die inneriranischen Flüge, die Beschaffung der Referenznummer für die Visa und die Hotels habe ich wieder über dieselbe Agentur gebucht, deren Dienste ich schon im vergangenen Jahr in Anspruch nahm, den Iran Travelling Service. Auch diesmal lief alles problemlos, Ansprechpartner war wiederum Parisa Sotoodegan. Obschon auf komplette Arrangements und Touren spezialisiert, organisiert man auch Dienstleistungen und Buchungen für Individualreisende zu sehr fairen Konditionen. Mit einer AVRO RJ100 geht es pünktlich nach 13 Uhr nach Kerman. Dort angekommen überraschte uns etwas das Wetter, denn es regnete. Mit einem Taxi verschieben wir in die Stadt, und beziehen unsere Zimmer im Hotel, dem zentral gelegenen Hezar. Umweit ist das alte Stadtzentrum mit der Karawanserei und dem Bazar zu finden.

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(33) die Karawanserei - zwischenzeitlich hatte auch das Weztter völlig überraschend wieder gedreht

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(34) Espresso à la Pars - so gut wie sympathisch

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(35) Basar zu Kerman

Dort gibt es ein nettes Teehaus, dessen Besuch ich empfehle. Zwar etwas touristisch angehaucht, dennoch sehr authentisch, so dass ich mich einem Pfeifchen mit einer lokalen Schönheit nicht verwehren konnte.

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(37) fumale Kommunikation (nicht fummeln)

Kerman ist ein Zentrum des Zoroastrismus, einer alten, heute kaum noch praktizierten Glaubensform. Ein wichtiges Element sind neben den Feuertempeln die Dachma (persisch für Grab, engl. tower of silence) genannten Stätten, wo bis noch vor ca. 60 Jahren die Zoroastrier ihre verstorbenen beisetzten. In Yazd befindet sich ein bekannter, und gut erreichbarer Dachma, jenen in Kerman kennen selbst viele Einheimische nicht. Ich kannte ihn, wusste aber nicht um die exakte Position. Irgendwo ausserhalb, in der beginnenden Wüste. Mit einem Einheimischen, welcher sich zufällig als Guide anbot, kam ich ins Gespräch. Auch er wusste nichts von diesem mystischen Ort, versprach aber, sich schlau zu machen. Nach einer Stunde trafen wir uns wieder, und er konnte über ein Mitglied der Zoroastrischen Gemeinde von Kerman herausfinden, wo sich dieser Ort befindet. Für den folgenden Tag buchten wir eine Exkursion dorthin, am Nachmittag wollten wir zudem noch nach Mahan fahren, um den dortigen Garten zu entdecken. Amir, ab sofort unser Guide in Kerman, wollte zudem wissen, ob wir schon Pläne fürs Abendessen haben, er ansonsten gerne eine Empfehlung machen würde. Zusammen mit ihm fuhren wir in ein Restaurant, abseits des touristischen Kerns, welches uns einen wunderbaren Abend mit lokaler Kulinarik und musikalischer Unterhaltung bescherte.

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(39) erster Eindruck - positiv!

Dienstag, 24. April 2018

Nach zehn Uhr werden wir von Amir beim Hotel abgeholt. Am Vorabend hat er uns etwas von sich erzählt. So ist er eigentlich Visagist, betreibt ein Kosmetikstudio in Kerman, bietet sich aber daneben als Guide für Touristen an. Dank sehr gutem Englisch seinerseits können wir uns problemlos verständigen und erhalten sehr viel Information, welche hauptberufliche Touristenguides wohl kaum so direkt von sich geben würden. Unterwegs nehmen wir den am Vortag kontaktierten Zoroastrier noch mit, denn er kennt den genauen Weg zum Dachma. Wir fahren durch die ganze Stadt, vorbei an den antiken Ruinen von Kerman, durch Vorstadtsviertel, immer weiter aus der Stadt heraus. Irgendwann ist die Strasse zu Ende, und es geht über eine Staub- und Schotterpiste weiter in die Wüste. Nach etwa 30 Minuten Fahrt in nördlicher Richtung erreichen wir einen Felsvorsprung, welcher sich aus dem sandigen Boden erhebt. Darauf sind zwei Dachma, ein neuerer und ein älterer, zu erkennen. Beide Stätten sind seit mehreren Jahrzenten nicht mehr in Verwendung, jedoch werden sie auch nicht museal erhalten. Zusammen mit dem offensichtlichen Verfall und dem sich-selbst-überlassen besitzt dieser Ort einen ganz eigenen, fast schon magischen Charakter.

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(40) Peugeot on the rocks

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Beide Stätten sind frei zugänglich, keinerlei Zähne, Absperrungen oder sonst etwas hindern den Besucher am Eintreten, lediglich die mittlerweile marode Substanz sollte im Auge behalten werden. Die Zoroastrier trugen ihre verstorbenen von der Stadt in einem langen Marsch bis zu diesem Berg. Im Innern des Bauwerks waren drei Kreise vorgesehen (Männer, Frauen, Kinder), in welchen die Körper abgelegt wurden. Dann überliess man die Leichen den Geiern und den Naturgewalten. Der Boden ist übersät von Knochenresten.

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(44) Blick vom höheren Dachma hinab zum tiefer gelegenen

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(48) Leben ist überall, sogar hier

Etwas unterhalb finden sich Überreste von Häusern. Diese wurden für die Angehörigen gebaut. Wurde ein Körper im Dachma abgelegt, blieben die Angehörigen einige Zeit in seiner Nähe, falls der Verstorbene wider Erwarten doch noch nicht abtreten wollte. Immerhin sei dies drei Mal geschehen. Auch hier sorgt die alles einnehmende Stille zusammen mit dem Wind, der Hitze der Sonne und dem allgegenwärtigen Verfall für eine sehr eigene, einzigartige Stimmung. Man möchte nicht wissen, wie viel Leid sich in diesen Räumen zugetragen haben mag, als die Hinterbliebenen um ihre Verstorbenen trauerten.

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Wir werden während unseres gesamten Aufenthaltes im Dachma von eben jenem Zoroastrier begleitet, welcher immer wieder Geschichten und Anekdoten erzählt, welche uns Amir mehr oder weniger synchron übersetzt. Es schien fast ein wenig, dass sich der junge Mann geschmeichelt fühlte, dass sich jemand für diesen Platz interessierte, ja sogar von dessen Existenz wusste. Nach rund zwei Stunden fahren wir wieder zurück in die Stadt, wo wir unseren kundigen Zoroastrier nicht ohne die irdische Gabe eines angemessenen Trinkgeldes entlassen, um gleich darauf auf der vierspurigen Schnellstrasse durch die Wüste nach Mahan weiterzufahren.

Mahan ist eine Kleinstadt, ca. 40 Kilometer südöstlich von Kerman. Ist Kerman noch eine richtige Stadt mit über 250`000 Einwohnern, sagen sich in Mahan Fuchs und Hase Gutenacht. Frevel, wer diesen Ort einfach links liegen lässt, denn die Gärten (Shazdeh) von Mahan gehören zu den schönstem im ganzen Iran. Geplant und erbaut um 1850 und gespiesen mit Wasser aus den nahen Bergen, sind sie eine grüne Oase mit eigener Klimazone. Man spürt die Veränderung sofort, wenn man eintritt.

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(52) der Eingang zum Garten

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(56) die (neuzeitlichen) Ayathollas sind nur ein Klacks im Leben dieser Stämme

Amir erwähnte, dass in seiner Pauschale auch die Verpflegung inbegriffen sei, und so kommen wir in den Genuss eines schönen Mittagessens innerhalb des Gartens. Zum Tee verschieben wir auf eine der überall im Land zu anzutreffenden Hochbänke, welche mit Teppichen und Kissen belegt sind (weiss jemand wie diese genau heissen?). Hier kommt ein sehr interessantes Gespräch zustande. Mittlerweile vertraut man sich etwas, und so können wir ein ehrliches und offenes Gespräch führen, bei welchem auch die Politik, ein Thema bei welchem man als Fremder Zurückhaltung üben sollte, offen zur Sprache kommt.

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(57) in Mahan besuchen wir noch den Shah Nematollah Vali Schrein

Am späteren Nachmittag fahren wir wieder zurück nach Kerman, denn einen Wunsch vor der Abreise habe ich noch. Ich möchte unbedingt persische Musik kaufen, gerne traditionelle aber auch experimentelle Formen und Jazz. Nur persischen Pop brauche ich nicht, der klingt genauso langweilig wie das hiesige Radiogedudel. Amir bringt uns in ein CD-Geschäft, wo sich der kompetente Eigentümer sichtlich über den Sonderling freut. Er legt eine CD nach der anderen auf, um mir verschiedene Stile und Strömungen zu zeigen. Natürlich schlage ich zu, und verlasse mit einigen, bei uns wohl niemals erhältlichen CDs das Geschäft.

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(59) zurück in Kerman besuchen wir noch das Badehaus, nunmehr zu einem (Bad-)Museum umfunktioniert, leider, ansonsten für ein Bad habe ich immer Zeit...

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(60) Abschied aus Kerman, wo Handwerk immer noch einen sehr hohen Stellenwert geniesst

Mittlerweile drängt die Zeit auch etwas, um 21 Uhr geht unser Flug nach Teheran. Wir verabschieden uns sehr herzlich von Amir, dank ihm wurde Kerman ein ganz besonderer Teil unserer Reise. Sehen die meisten Touristen nur den Bazar und die Karawanserei, haben wir Einblick in eine ganz andere Welt bekommen. Sollte jemand eine Reise nach Kerman planen, so gebe ich seinen Kontakt gerne per PN weiter. Mit einem Taxi geht es dann zum Flugplatz, wo unser Flug aber mit +60 angegeben wird. Auf dem überschaubaren Flugplatz waren wir wohl die einzigen Ausländer. Um 22 Uhr dann der Abflug mit der A300-600 von Mahan Air nach Teheran Mehrabad. Der Flug ist nahezu ausgebucht, was bei dieser grossen Maschine doch etwas überrascht. Kurz vor Mitternacht erreichen wir Teheran. Mit einem Taxi geht es auf um die Zeit nahezu leeren Strassen ins Hotel, gut gelegen zwischen Enghelab-Platz und Laleh-Park. Nach einem langen, erfüllten Tag fallen wir ins Bett und schlafen mal durch.

Mittwoch, 25. April 2018

Die Woche war von Anfang an ziemlich starr durchgeplant, für heute Mittwoch stand ein Besuch im Golestan-Palast und im grossen Bazar auf dem Programm, wo mich die Teppichhändler noch vom letzten Besuch kannten. Ich habe beides bereits gesehen und in meinem Reisebericht vom vergangenen Jahr dokumentiert, daher hierzu nur ein paar wenige Bilder.

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(64) Golestan Palast - auch diesmal ist alleine die Ruhe und die bessere Luft im Park den Besuch wert

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(65) interessanterweise dar man mittlerweile wieder ungehemmt im Innern fotografieren, noch vor einem halben Jahr war alles verboten

Am Nachmittag bin ich noch etwas alleine unterwegs. Ich habe mich total in Teheran verliebt, in diese an sich lebensfeindliche, überlaufene, versmogte aber eben auch pulsierende, lebendige und liebenswerte Metropole. Mit der Metro fahre ich hoch zum Tajrish, um den dortigen Bazar noch zu besuchen. Als touristische Alternative zum grossen Bazar ist er durchaus zu empfehlen, zumal er viel kleiner und überschaubarer ist. Wer es aber richtig will, der geht in den grossen Bazar.

Wer meinem Bericht vom letzten Jahr gelesen hat weiss, dass ich am letzten Abend in Teheran eine spontane, äusserst liebenswerte Bekanntschaft gemacht habe. Irgendwie habe ich darauf vertraut, diese Person wieder zu treffen, und so begebe ich mich nach 18 Uhr an die Jomhouri in jene Patisserie, wo wir uns damals getroffen haben. Im Gepäck ein gerahmter Abzug des damals entstandenen Bildes sowie eine süsse Spezialität aus der Schweiz. Der Herr hatte mir damals seine Nummer aufgeschrieben, jedoch war sie unvollständig, eine Kontaktaufnahme im Voraus nicht möglich. Also habe ich mich einfach mal hingesetzt, einen Tee bestellt und gewartet. Als ich von anderen Kunden angesprochen werde, gebe ich zu verstehen, dass ich auf jemanden warte. Es wird herumgefragt, jemand weiss die Nummer und ruft an. Keine Viertelstunde später trifft der Mann ein, und freut sich sehr über den unverhofften Besuch, der so weit gereist ist, um ihm eine Schachtel Schaffhauserzungen ins ferne Teheran zu bringen. Wir versprechen uns denn auch ein Wiedersehen.

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(66) Gassem und ich mal wieder beim Tee

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(67) die Süssigkeiten aus der Schweiz zogen alle Aufmerksamkeit auf sich

Weit nach 22 Uhr schaffe ich es ins Bett.

Donnerstag, 26. April 2018 – zurück zur Transiranischen Eisenbahn

Endlich sind wir beim Thema. Ein bisschen Eisenbahn musste noch ins Programm, und nach der schönen Fahrt in den Norden vom letzten Jahr dachte ich mir, dass sich dies wiederholen liesse. Beim Buchen der Fahrkarten, natürlich auf iranrail.net, schaltete sich der Betreiber der Seite, Johannes Heger, ein. Er gab mir den Tipp, den an diesem Datum verkehrenden Extrazug zu buchen. Quasi das rundum-sorglos-Paket, da hierbei nicht über eine separate Rückkehr per Bus nachgedacht werden muss. Morgens um sieben geht es ab Teheran Hauptbahnhof im Sonderzug (4-Wagen Triebzug). Man muss nur erscheinen, für alles andere ist gesorgt. Eine farbige Broschüre erklärt kurz und griffig die Reiseroute. Kurz nach der Abfahrt gibt es Frühstück, und sogleich beginnt der Eisenbahnhistoriker Mohammad Mohsenian mit seinen Erklärungen zur Strecke und zur Umgebung. Die gibt’s zwar nur auf Persisch, aber die hilfsbereiten Iraner übersetzen immer wieder für uns. Nebst vier englischsprechenden Touristen sind wir die einzigen Ausländer im Zug. Die Fahrt führt wiederum über Varamin und Garmsar in die Berge hinein. In Bon-e-kuh wird der erste längere Halt eingelegt. Man darf aussteigen, und sich frei in den BW-Ruinen bewegen. Undenkbar, dass so etwas bei uns möglich wäre.

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(68) auch Besuche im Cockpit sind kein Problem

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(69) Halt in Bon-e-kuh

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(70) morbider Charme in verfallenen Gebäuden

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Die Fahrt geht bei schönstem Wetter weiter durch eine spektakuläre Landschaft.

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(85) die Kinder durften mal die Hupe drücken

In Shurab, kurz bevor die Rampe nach Pol-e-Sefid beginnt, dann der nächste Halt. Einheimische haben einen kleinen Bazar vorbereitet, wo man sich mit lokaler Küche verpflegen kann. Hier wird auch die Durchfahrt des Regelzuges von Teheran nach Sari abgewartet. Dafür wird unser Zug leer zurück nach Firuzkuh gefahren, um für den durchfahrenden Zug Platz die schaffen, die Strecke ist bis auf die Bahnhöfe eingleisig.

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(86) Einfahrt nach Shurab

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(89) Regelzug nach Sari welchen ich im vergangenen Jahr benutzt habe

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(90) Fotoshooting bevor es weitergeht

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(91 )

Danach wird unser Zug wieder nach Shurab gefahren, wo wir nach einem ausgedehnten Fotoshooting wieder einsteigen können. Es folgt die Fahrt über die Rampe nach Veresk und weiter in Richtung Pol-e-Sefid. Auf der berühmten Veresk-Brücke wird ein Halt eingelegt, ebenfalls im Bahnhof Veresk, wo man einen schönen Blick zurück zur Brücke hat. Nach Veresk wird das Mittagessen im Zug serviert.

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(92) Halt in Veresk

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(93) Blick zurück

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(94) Hölloch

Der Zug fährt noch ein Stück weiter nach Savadkuh. Vor der dortigen Eisenbahnbrücke, der höchsten im nördlichen Streckennetz des Irans, hält der Zug, und man darf wiederum aussteigen und sogar zu Fuss über die Brücke gehen. Auch hier können noch ein paar schöne Bilder gemacht werden.

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(97) bloss kein Fehltritt machen...

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Danach beginnt die Rückfahrt, welche noch für einen Teehalt in Simindasht unterbrochen wird. Was machen die Leute bei uns, wenn sie im Zug sitzen, es dunkel wird, man etwas müde wird? Die meisten starren in ihr Handy oder Tablet und verkriechen sich. Die Iraner organisieren ein Bingo im fahrenden Zug. Eine tolle Stimmung erfüllt die vier Wagen, und lässt die Fahrt bis nach Teheran im Nu vergehen.

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(101) Bingo!

Auch bietet sich wieder Gelegenheit für Gespräche und das Austauschen von Kontaktinformationen. Nach 21 Uhr wird Teheran erreicht, die Fahrt war, das muss erwähnt werden, bis ins Details optimal organisiert, mit engagiertem Personal, abwechslungsreichem Programm und der persischen Gastfreundschaft. Ein schöner Tag wäre hier eigentlich zu Ende. Wäre? Ich mag noch nicht ins Bett, unweit des Hotels habe ich schon am ersten Tag ein Café entdeckt, wo ich fortan zwei Mal täglich einen Espresso getrunken habe, und so auch jetzt.

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(102) Teheran, Enghelab Square by night

Beim Zurückgehen ins Hotel höre ich Musik, laute Musik, Gesang und Applaus. Eine Strasse weiter findet in einem improvisierten Café (Qashqaee Cafe ) in einem Wohnhaus ein Konzert statt. Traditionelle persische Lieder und Prosa werden von umwerfenden Musikern dargeboten. Die Gäste singen mit, pfeifen, applaudieren und geniessen die Einmaligkeit des Moments. Mehrere Frauen haben sich des Kopftuches entledigt, die männlichen Besucher tragen Anzug und Krawatte (was im Iran sehr unüblich ist). Ich bleibe bis ein Uhr in der Früh, und erlebe einen ausgelassenen, fröhlichen und warmherzigen Iran. Einmal mehr.

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(103 )

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(105) sorry für die Qualität, aber es war atemberaubend, der Abschluss eines ohnehin schon grandiosen Tags

Freitag, 27. April 2018

Die Woche ist schon fast wieder vorbei, es bleibt ein letzter Tag. Da Freitag, also Sonntag, haben wir keine allzu grossen Pläne mehr, wir fahren nochmals zum Tajrish hoch, der dortige Bazar ist, im Gegensatz zum grossen Bazar, geöffnet und gut besucht. Das Wetter im Teheraner Norden anders als im Zentrum, es regnet und ist ziemlich frisch. Da wir noch etwas Geld brauchen, fahren wir zum Ferdowsi, wo die Geldwechsler auch am Freitag herumstehen. Danach versuchen wir unser Glück doch noch beim grossen Bazar, aber es ist wirklich alles zu. Dafür hat man an Freitagen die Möglichkeit, gänzlich unübliche Bilder im Bazar zu schiessen.

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(106) "...bitte kommen sie morgen wieder..."

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(111) Wenn man bedenkt, wie es an normalen Werktagen um diese Zeit hier aussieht

Zuletzt nochmals nach Tajrish, ich wollte mir noch Kissen für eine noch selbst zu zimmernde zu Beginn des Berichts angesprochene Liege kaufen. Danach wieder zum Enghelab wo mein Stammcafé nochmals beehrt wurde.

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(112) Sparrows Cafe, toller Kaffee und gute Süssigkeiten, vom Perosnal muss ich gar nicht erst anfangen zu erzählen...

Nach 19 Uhr dann mit der Metro in Richtung Flughafen. Zwar hat die neue Metrolinie (Linie 8) den Betrieb zwischen Shared und IKA Airport City nunmehr aufgenommen, die Züge verkehren aber nur zwischen 7 Uhr morgens und 3 Uhr nachmittags, zudem in unregelmässigen Abständen. Schade dass man das immer noch nicht in einer nützlichen Form zu Laufen gebracht hat. Was solls, wir fahren bis Shared, von dort per Taxi bis zum IKA. Nach 22 Uhr beginnt das Warten, denn der Flug mit Austrian nach Wien geht erst am Samstagmorgen.

Samstag, 28. April 2018

Kurz vor vier der Abflug in Teheran, Ausreise erfolgt ohne Probleme, nach sechs Uhr lokal die Ankunft in Wien mit anschliessendem Weiterflug nach Zürich. Eine Fahrt von Teheran nach Täbriz oder nach Astara, Grenze zu Fuss, Nachtzug nach Baku, etwas Sightseeing, dann nach Astrachan oder Rostov und von dort immer westwärts…ja das wärs jetzt noch gewesen…

Fazit
Eine nicht ganz eisenbahn-affine Reise, von einer richtigen „Tour“ mag ich diesmal nicht sprechen. Man darf nicht vergessen, ich war nicht alleine unterwegs, daher musste ich auch Rücksicht nehmen. Der Tag mit der Bahn aber war sehr schön, und die Fahrt in einem dieser Züge empfehle ich jedem hier im Forum. Iran an sich ist so oder so eine Reise wert, egal ob man auf dem Land- oder Luftweg anreist. Es sind die Perser, welche es ausmachen, und die sind dort zu Hause.

Ach ja, was passierte eigentlich mit dem Teppichhändler in Isfahan? Natürlich bin ich nochmals vorbeigegangen, irgendwann war klar, was zu Hause noch passen würde.

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(113) Schnell verhandelt, Hand drauf, einpacken!

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(114) meine Empfehlung für den gelungenen Teppichkauf in Isfahan

Der Teppich machte dann nur die halbe Reise, von Isfahan schickte der Händler den Teppich direkt nach Teheran zu seinem Bruder, und dieser brachte ihn mir am Freitagnachmittag ins Hotel. So konnte ich den Teppich als Aufgabegepäck problemlos mit nach Hause nehmen, wo er jetzt den Hauseingang ziert. Jeder der ins Haus kommt, schreitet über den Teppich aus Isfahan, über welches ein Sprichwort sagt, es sei die halbe Welt (Esfahan nesf-e jahan).

Vielen Dank fürs Mitreisen und bis bald wieder im Iran.

D299 - Bruxelles 19.13 - Milano 07.10

meine Reiseberichte:
[www.drehscheibe-online.de]

Hallo D299,
danke. Für mich war der Bericht hochinteressant mit tollen Fotos.
Schönen Gruß
rhein-ruhr

Re: [IR] Auf Umwegen zurück zur Transiranischen Eisenbahn

geschrieben von: Simin

Datum: 11.07.18 06:28

Ooh, wie schööön!
Herzlichen Dank für deinen tollen Bericht und deine beeindruckenden Bilder!!!
Einiges kam mir bekannt vor, einiges hab ich mir für kommende Touren gemerkt.
Ich freu mich jetzt schon darauf.
Viele Grüße