DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum "classic" 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bitte unbedingt vor Benutzung des Forums die Ausführungsbestimmungen durchlesen!
Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz - das Alpenlandforum
Für bessere Übersicht: Bitte Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] verwenden! Bei der Suche nach Ländern nur vordere Klammer verwenden, z.B. "[NO" als Suchbegriff.

Seiten: 1 2 All

Angemeldet: -

Die langfristige Strategie ist hier zuerst und vor allem das US$ 3.2 Milliarden Darlehen zurückbezahlt zu bekommen, und wenn möglich in der Zwischenzeit noch soviel Profit wie möglich zu machen indem man im Gegensatz zu dem was ausgemacht wurde keine Kenianer ausbildet die Bahn selbständig zu übernehmen. Das die 506 km-lange Strecke nur US$ 200 Millionen weniger als die 250 km längere, anspruchsvoller trazierte und durchgehend elektrifizierte Strecke zwischen Addis Abeba und Djibouti gekostet hat scheint dort kaum jemanden zu stören.

Gruss, Thomas.
Man mag mich jetzt einen Rassisten schimpfen, aber wenn ich mir das Schicksal diverser mit Entwicklungshilfe oder sonstwie auswärtiger Hilfe in Afrika errichteten Eisenbahnen und anderen Infrastrukturprojekten betrachte, die TAZARA wurde hier ja schon explizit erwähn, aber es gab auch mal elektrifizierte Eisenbahnen im Kongo und in Simbabwe die durchaus auch betriebsfähig waren, dann kann ich irgendwie verstehen, wieso die Chinesen, nachdem sie ordentlich Geld investiert haben, es etwas langsamer damit angehen lassen, diese Projekte einheimischen Kräften anzuvertrauen.
Von daher halte ich es für etwas früh, dort ein Urteil zu treffen, sollten in fünf oder sieben Jahren dort immer noch nur chinesische Lokführer und chinesisches Personal zum Einsatz kommen und die Kenianer immer noch nicht Lokomotiven führen dürfen, dann hätte das ganze natürlich schon ein Geschmäckle.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.18 00:26.
Das die TAZARA nie ihre erhoffte Kapazität von 5 Millionen Tonnen Güter/Jahr erreichen konnte hatte auch damit zu tun das das ursprünglich von China gelieferte Rollmaterial nicht für die Strecke geeignet war (zu schwache und stöhrungsanfällige Dieselloks), schon 3 Jahre nach der Eröffnung 1975 waren 19 der 27 Dieselloks und die Hälfte der Wagen ausser Betrieb. Erst nachdem robuste unter US-Lizenz in Deutschland gebaute Dieselloks besorgt und die chinesischen Loks nicht mehr im Streckendienst eingesetzt wurden ging es wieder etwas Aufwärts. Obwohl die Strecke nach dem Ende der südafrikanischen Apartheid Anfang der 90er Jahre an Bedeutung verlor, wurde sie weiterhin als Beispiel der Chinesisch-Afrikanischen Freundschaft mit Hilfe von China am Leben gehalten.

Die elektrifizierten Eisenbahnen im Kongo und in Simbabwe wurden nicht mit Entwicklungshilfe oder sonstwie auswärtiger Hilfe errichtet. Im Kongo wurden die Bahnen während der Kolonisierung durch Belgien mit den eigenen Mitteln der Kolonie elektrifiziert und dienten zur Ausbeutung der Bodenschätze (hauptsächlich Kupfer) für die Kolonialmacht. Nach der Unabhängigkeit zogen die Belgier, die kaum einheimische Fachkräfte ausgebildet hatten, ihre Techniker zurück und es ist angesichts des wenigen Interesse der korrupten Regierungen heute fast 60 Jahre danach nur den Bemühungen der Kongolesischen Eisenbahner zu verdanken das immer noch ein kleines Teil des einst elektrifizierten Strecken mit zwei Elloks betrieben wird. In Simbabwe wurde Anfang der 80er Jahre mit eigenen Mitteln elektrifiziert und die Elloks sogar im eigenen Land gebaut. Das der korrupte Staat seit Anfang der 2000er kein Interesse mehr dafür hat ist nicht die Schuld der Eisenbahner.

In Kenia wurde die SGR von den Chinesen finanziert und gebaut, der Endabnähmer und Eigentümer der hier das Sagen hat ist aber die Staatsbahn Kenya Railways (KR) und der kenianische Staat ist damit beauftragt das Dahrlehen an China zurückzuzahlen. Das eine der Chinesischen Gesellschaften (China Road and Bridge Corp.) die am Bau teilgenommen hat 2017 als Betreiber für die 10 nächsten Jahre ausgesucht wurde wurde damit begründet das "sie für den Job am besten geeignet sind". Dem Vertrag nach kassiert KR die Einnahmen vom Personen- und Güterverkehr und zahlt davon einen Betrag an CRBC für den Betrieb. Allerdings ist CRBC per Vertrag auch verpflichtet innerhalb der 10 Jahre die SGR effizient und kosteneffizient zu betreiben, den Transfer an Chinesischer Technologie nach Kenia zu fördern und Einheimische an Bord zu holen damit sie von chinesischen Experten über die neueste Eisenbahntechnologie lernen, etwas was die Chinesen laut des Artikels angeblch teilweise nicht tun.

Gruss, Thomas.

Re: [KE] Wie die Chinesen die Bahn in Kenia kontrollieren

geschrieben von: D 2027

Datum: 09.07.18 05:16

asr_m62 schrieb:
Chinesen in Führungspositionen legen auf die RÄUMLICHE TRENNUNG von ihren Untergebenen wert, dieses Verhalten muß man nicht mögen, man kann kann es auch als eine gewisse Form von Arroganz werten oder sogar auch kritisieren bzw. ablehnen - doch steht es Niemandem zu, alle Chinesen als Rassisten zu bezeichnen.
Jambo,

es geht hier nicht um chinesische Führungspersonen, sondern darum dass der von keniaischer Seite erhoffte Wissens- und Technologietransfer nicht stattfindet. Offen gesagt habe ich auch damit nicht gerechnet, ist der chinesische Staatskapitalismus ja nicht gerade dafür bekannt, dass seine "Investitionen" in schwarzafrikanische Länder besonders uneigennützig getätigt werden. Thomas Kautzor hat das wissenswerte darüber ja bereits geschrieben und auch wenn der Standard als zweitgrösste Zeitung Kenias (die Daily Nation ist etwas seriöser) da in der Tat etwas arg reisserisch - ob es wirklich wissenswert ist, dass chinesische Mitarbeiter auf den Bahndamm sch.... - sei dahingestellt - berichtet, ist die Grundaussage des Berichts meiner Einschätzung nach nicht falsch.

Du aber kommst mit Deinen Kantinengeschichten daher, die nichts mit dem Thema zu tun haben. Wobei es hier so zu sein scheint, dass auch chinesisches und keniaisches Personal auf formal gleicher "Hierachieebene" nicht gemeinsam essen dürfen. Also in etwa wie früher, als die Lokbi(z)-Lokführer die auf der 103 fuhren, in der Bw-Kantine auch nicht mit dem minderen Proletariat gemeinsam speisten sondern ihren eigenen Tisch hatten. Aber wie gesagt: gemessen am eigentlichen Thema ist das vollkommen belanglos.

Erik

P.S. Jörg hat fast alle Han-Chinesen als Rassisten bezeichnet. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Und darüber welches Ansehen maximalpigmentierte Menschen in China gemeinhin geniessen, kannst Du Dich ja bei Deiner Frau oder in einer Werkskantine Deiner Wahl informieren...

Le nationalisme, c'est la guerre! (François Mitterrand)
im Auslandsjournal wurde auch über chinesische Bahnprojekte in Afrika berichtet.Es gab selbstverständlich auch Werkskantinen, und zwar für die Chinesischen Fachkräfte-- die erhielten chinesische Gerichte --- und die einheimischen Arbeiter -- die erhielten warme afrikanische Gerichte --.U.a wurden einheimische LKW Fahrer gesucht und gefunden...Die Chinesen wohnten in speziell für sie gebauten Unterkünften inklusive ärztlicher Versorgung...Qualitätskontrolle der Bauarbeiten u.a. durch einen Ingenieur aus dem Gebiet der ehemaligen DDR...
Nur während unser Entwicklungshilfeministerium LKW´s finanzierte,denken die Chinesen weiter...! Dies werden unsere zukünftigen Generationen noch zu spüren bekommen...
Danke, Thomas, für Deine sachlichen und kompetenten Beiträge.

Zur übergroßen Mehrheit der anderen Beiträge mit ihrer interessanten Mischung aus Alltagsrassismus und DDR-Nostalgie erspare ich mir jeden Kommentar.

Für die wenigen Leute hier, die mit Niveau umgehen können, folgende Empfehlungen zum Thema:

[www.nzz.ch]

[www.nzz.ch]

[www.nzz.ch]
D 2027 schrieb:
Zitat:
... Jörg hat fast alle Han-Chinesen als Rassisten bezeichnet. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. ...


Gut, lieber Erik, dann dürfte ich also - entsprechend Deinem Denkmuster, wenn ich es wollen würde, fast alle Ukrainer als Faschisten titulieren - ohne, daß diese Aussage kritikwürdig wäre...?





http://www.imgbox.de/users/asrm62/neuetraktion.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.18 08:34.

Re: [KE] Wie die Chinesen die Bahn in Kenia kontrollieren

geschrieben von: D 2027

Datum: 10.07.18 11:32

asr_m62 schrieb:
Zitat:
Gut, lieber Erik, dann dürfte ich also - entsprechend Deinem Denkmuster, wenn ich es wollen würde, fast alle Ukrainer als Faschisten titulieren - ohne, daß diese Aussage kritikwürdig wäre...?

Natürlich dürftest Du das; wir leben in einem freien Land auch wenn Du kein Freund davon bist. Und im konkreten Fall ist nicht einmal eine Beleidigung erkennbar; ein Ukrainer der kein Faschist ist, ist damit ja nicht angesprochen. Die Sinnhaftigkeit, Kritikwürdigkeit und die Wirkung der Aussage auf Dritte hingegen ist etwas anderes; die fasst jeder der die Aussage hört naturgemäss anders auf.

In diesem Sinne: alle Kreter sind Lügner ;-)

Erik

Le nationalisme, c'est la guerre! (François Mitterrand)

Re: [KE] Wie die Chinesen die Bahn in Kenia kontrollieren

geschrieben von: Falk12

Datum: 18.07.18 13:24

tkautzor schrieb:
Das die TAZARA nie ihre erhoffte Kapazität von 5 Millionen Tonnen Güter/Jahr erreichen konnte hatte auch damit zu tun das das ursprünglich von China gelieferte Rollmaterial nicht für die Strecke geeignet war (zu schwache und stöhrungsanfällige Dieselloks), schon 3 Jahre nach der Eröffnung 1975 waren 19 der 27 Dieselloks und die Hälfte der Wagen ausser Betrieb. Erst nachdem robuste unter US-Lizenz in Deutschland gebaute Dieselloks besorgt und die chinesischen Loks nicht mehr im Streckendienst eingesetzt wurden ging es wieder etwas Aufwärts. Obwohl die Strecke nach dem Ende der südafrikanischen Apartheid Anfang der 90er Jahre an Bedeutung verlor, wurde sie weiterhin als Beispiel der Chinesisch-Afrikanischen Freundschaft mit Hilfe von China am Leben gehalten.

Die elektrifizierten Eisenbahnen im Kongo und in Simbabwe wurden nicht mit Entwicklungshilfe oder sonstwie auswärtiger Hilfe errichtet. Im Kongo wurden die Bahnen während der Kolonisierung durch Belgien mit den eigenen Mitteln der Kolonie elektrifiziert und dienten zur Ausbeutung der Bodenschätze (hauptsächlich Kupfer) für die Kolonialmacht. Nach der Unabhängigkeit zogen die Belgier, die kaum einheimische Fachkräfte ausgebildet hatten, ihre Techniker zurück und es ist angesichts des wenigen Interesse der korrupten Regierungen heute fast 60 Jahre danach nur den Bemühungen der Kongolesischen Eisenbahner zu verdanken das immer noch ein kleines Teil des einst elektrifizierten Strecken mit zwei Elloks betrieben wird. In Simbabwe wurde Anfang der 80er Jahre mit eigenen Mitteln elektrifiziert und die Elloks sogar im eigenen Land gebaut. Das der korrupte Staat seit Anfang der 2000er kein Interesse mehr dafür hat ist nicht die Schuld der Eisenbahner.

In Kenia wurde die SGR von den Chinesen finanziert und gebaut, der Endabnähmer und Eigentümer der hier das Sagen hat ist aber die Staatsbahn Kenya Railways (KR) und der kenianische Staat ist damit beauftragt das Dahrlehen an China zurückzuzahlen. Das eine der Chinesischen Gesellschaften (China Road and Bridge Corp.) die am Bau teilgenommen hat 2017 als Betreiber für die 10 nächsten Jahre ausgesucht wurde wurde damit begründet das "sie für den Job am besten geeignet sind". Dem Vertrag nach kassiert KR die Einnahmen vom Personen- und Güterverkehr und zahlt davon einen Betrag an CRBC für den Betrieb. Allerdings ist CRBC per Vertrag auch verpflichtet innerhalb der 10 Jahre die SGR effizient und kosteneffizient zu betreiben, den Transfer an Chinesischer Technologie nach Kenia zu fördern und Einheimische an Bord zu holen damit sie von chinesischen Experten über die neueste Eisenbahntechnologie lernen, etwas was die Chinesen laut des Artikels angeblch teilweise nicht tun.

Gruss, Thomas.

Endlich mal jemand der sachlich Fakten aufführt und auch entsprechendes Wissen hat, danke dafür. Und auch wenn es hier einem User nicht passt, die Chinesen haben nichts zu verschenken und nicht nur in Kenia gibt es Probleme mit dem Auftreten der Chinesen, die nicht nur in Afrika sich oft rassistisch aufführen, man braucht nur in das eigene Land schauen und den Umgang mit den nationalen Minderheiten, egal ob Tibeter usw. anschauen um zu sehen, was sie von anderen Nationen halten, das hat nicht nur mit dem Hierachiergehabe etwas zu tun. Allerdings muss man sich bei der Entwicklung in Afrika allgemein auch fragen, ob es die Afrikaner hinbekommen einen modernen Staat mit moderner Infrastruktur selbstständig zu errichten und dauerhaft zu betreiben. Denn solange man alle seine Probleme nach fast 70 Jahren immer noch der Kolonialzeit und den bösen Weißen unterschiebt und wie in Südafrika jetzt den gleichen Weg gehen will wie in Simbabwe und die Farmer einfach kostenlos enteignen will, weil man aus der Situation in Simbabwe nichts gelernt hat und der Slogan Mandelas alle die in Südafrika geboren sind, sind Südafrikaner einfach negiert wird und der Hass auf die Weißen wieder geschürt wird, zeigt, das die Politik dort einfach nicht lernfähig ist und man lieber populistisch agiert und wenn es geht in die eigene Tasche wirtschaftet. Solange die Politiker und Manager dort zuerst nur an sich und die eigene Familie denkt, dann eventuell an den eigenen Stamm und dann eventuell an den Rest des Landes und solange Medizinmänner mehr zu sagen haben als ein ausgebildeter Arzt, wird nie eine moderne Gesellschaft entstehen, da können wir noch soviel Entwicklungshilfe leisten wie wir wollen. Dazu kommt die verfehlte Wirtschaftspolitik des Westen gegenüber Afrika und die unkoordinierte Entwicklungshilfe sowie die Militärexporte, die die Konflikte in Afrika auch noch befördern. Das alles ist absolut nicht hilfreich und bringt uns die ganzen Flüchtlinge, dabei könnte man mit dem gleichen Geld vor Ort viel mehr für die Menschen tun. Im übrigen wird die Strecke in Kenia gegenwärtig weiter in Richtung Uganda gebaut und dann die Meterspurstrecke ablösen und soll dann weiter in Richtung Südsudan und in Richtung Kongo gebaut werden, auch da sind die Chinesen engagiert das heißt man hat sehr wohl Bodenschätze im Visier!!!

Seiten: 1 2 All

Angemeldet: -