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[MN] RB: Durch die Gobi (8/12)

geschrieben von: Dani86

Datum: 07.07.18 14:39

<-- Teil 7
Hallo zusammen,

im letzten Teil unternahmen wir eine Rundreise auf unbefestigen Strassen durch die Wüste Gobi. Nun ist wieder Eisenbahnfahren angesagt, schliesslich haben wir noch nicht einmal 10'000 Kilometer hinter uns.

07. Juni 2018, Ulaanbaatar ab 07:30 Uhr, Kilometer 9347
Heute heisst es früh aufstehen. Um sechs Uhr gibt es zum letzten Mal mongolisches Frühstück. Anschliessend werden wir zum Bahnhof gefahren, wo wir viel zu früh eintreffen. Gar nicht auf dem Schirm habe ich, dass ja Donnerstag ist und somit heute wieder der mongolische Zug aus Irkutsk ankommt. Für ein Notbild mit dem persönlichen Schlau-Fon reichte es aber gerade noch.
Überhaupt sind wir gespannt, wie unser Zug für die nächsten eineinhalb Tage aussehen wird. Wir vermuten rot/blau/weisse mongolische Wagen, wie sie im Irkutsker Zug laufen. Aufgrund des Spurwechsels gehen wir mal nicht von Wagen Ammendorfer Herkunft aus.


Transsib35.jpg
Donnerstagmorgen in Ulaanbaatar. 2ZAGAL fährt auf Gleis 2 mit Zug 306 (Irkutsk - Ulaanbaatar) ein, während der Hofhund rechts mit unserem Zug K24 (Ulaanbaatar - Beijing) beschäftigt ist. Ulaanbaatar, 07.06.2018


Auf Gleis 1 wird unser Zug nach Peking aufgestellt. Eine schier unendlich lange Schlange weisser mongolischer Wagen. Auf den Stirnwänden lässt sich das Lackierungsdatum 18.05.2018 ablesen. Der erste Eindruck kann sich sehen lassen. Für eine Weile bleiben die Türen noch geschlossen. Vor den Einstiegstüren bilden sich bereits Schlangen. Vor unserem Wagen wartet bereits eine niederländische Gruppe auf Einlass. Überhaupt waren grossmehrheitlich ausländische Touristen auf dem Bahnsteig in Ulaanbaatar auszumachen. Wir scheinen mit dem Touristenzug Nummer 1 zu fahren. Dann endlich dürfen wir einsteigen. Wir verabschieden uns von unserer Reiseleiterin und dem Fahrer und kämpfen uns mit dem Gepäck durch den Seitengang in unser Abteil. Wir sind nicht alleine, das verbleibende vierte Bett gehört der niederländischen Gruppenleiterin. So können wir die Bilanz veröffentlichen: Sieben Nächte im Zug, vier davon blieb das vierte Bett leer.
Unser Wagen ist sehr komfortabel und verfügt über eine Steckdose im Abteil, eine Vakuumtoilette, eine Schwerkrafttoilette und Klimaanlage. Wir sind positiv überrascht – die Erwartungen an abenteuerliche Zugfahrten wurden rollmaterialseitig wieder nicht erfüllt.

Pünktlich fährt der Zug ab. Wir sind noch nicht lange unterwegs, da geht es über einen kurvenreichen Abschnitt bergauf. Dank der Zuglänge gelingen trotz der nicht öffnungsfähigen Fenster einige Bilder. Für Interessierte an Streckenaufnahmen verweise ich gerne auf die wunderschöne Beitragsserie von DSO-User Dennis Kraus, -> hier passend Teil 5.


Transsib36.JPG
Unterwegs mit Zug K24 (Ulaanbaatar - Beijing) durch die Mongolei. 07.06.2018


Nach dem Halt in Choir begeben wir uns in den Speisewagen. Dieser ist nur durch Touristen besucht. Kein Wunder bei den Preisen, die wohl ein Vielfaches des Landesdurchschnittes darstellen. Im Speisewagen treffen wir wieder die beiden deutschen Reisenden an, die wir bereits vom Speisewagen im Enisei und vom Ausflug auf der alten Baikalbahn her kennen.


Transsib37.jpg
Wieder einmal ein Speisewagenbild: Das letzte, versprochen. Eine kleine Portion für 22 USD. Unterwegs zwischen Choir und Sainshand, 07.06.2018


Nach dem wir kostenbedingt hälftig mit MNT und USD bezahlen, begeben wir uns zurück ins Abteil. Am Nachmittag hält der Zug in Sainshand, wo wir uns die Füsse vertreten dürfen. Die Provodnitsas machen unterschiedliche Angaben zur Dauer des Aufenthalts. Eine Patrouille der Polizei ist auf dem Bahnsteig unterwegs, daneben bieten auch ein paar Händler ihre Waren an.


Transsib38.JPG
Kilometer 9816: Eine halbe Stunde Aufenthalt in Sainshand. Zug K24 (Ulaanbaatar - Beijing), 07.06.2018


Transsib39.JPG
Das Zuglaufschild.


Die Fahrt geht weiter durch die Wüste. Als es eindunkelt, erreichen wir den mongolischen Grenzbahnhof Zamyn-Üüd. Kurz nach dem Stillstand wird das Deklarationsformular zur Ausreise verteilt. Diese hatte man im Zug selber offenbar nicht verfügbar. Überhaupt scheinen unsere Schlafwagenbetreuerinnen zum ersten Mal auf dem Zug unterwegs zu sein. Der Fahrplan des Zuges wurde erst nach mehreren Stunden Fahrtzeit im Seitengang ausgehängt und ist fehlerhaft, da die Unterwegshalte innerhalb der Mongolei darauf fehlen.
Die Kontrollen sind unkompliziert, somit dürfen wir mehr als eine Stunde auf die Weiterfahrt warten.

07. Juni 2018, Zamyn-Üüd ab 20:35 Uhr, Kilometer 10055
Pünktlich setzt sich die lange weisse Wagenschlange in Bewegung. Bei der Ausfahrt bemerken wir, dass der Speisewagen zusammen mit einem Wagen für den Binnenverkehrs ausgesetzt wurden. Für kurze Zeit werden die Toiletten wieder geöffnet, während wir durch das Niemandsland rollen.

Danke fürs Mitfahren; im nächsten Teil erreichen wir das Reich der Mitte.

Gruss Dani

Teil 9 --->





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:07:09:08:24:29.

Re: [MN] RB: Durch die Gobi (8/12)

geschrieben von: Womenzel2005

Datum: 08.07.18 16:47

Danke für den Bericht! Hast du auch eine Innenaufnahme der mongolischen Wagen? Oder ist es dieselbe wie in Rußland?

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"Verspätung ist ja auch das Kerngeschäft der Bahn"
Urban Priol
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Im Doppelstockwagen sieht man mehr von der Welt.

Re: [MN] RB: Durch die Gobi (8/12)

geschrieben von: Dani86

Datum: 08.07.18 17:18

Wegen einer Innenaufnahme muss ich schauen, habe im Zug drin nicht gross fotografiert. Vielleicht finde ich ja was unter den vielen Bildern.

Die Wagen sind ca. zehnjährig und in China gebaut worden. Die Abteile entsprechen etwa den russischen mit der Gepäckbox unter den aufklappbaren unteren Betten. Allgemein schien alles neu aufgefrischt worden zu sein.

Dieses Fahrplanjahr fährt der ganzjährige K24 mit der mongolischen Komp und der saisonale K24 mit der chinesischen Komp. Nächsten Mai wird wieder getauscht.

Gruse Dani