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[GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: SteveB

Datum: 02.06.18 14:52

Die letzte Krise auf Großbritanniens Bahnen.....

Vor zwei Wochen, der Sommerfahrplan begann und das Fiasko von GTR um London erhielt die Aufmerksamkeit von den Medien (weil sie in London basieren). Aber bei Arriva Northern war offensichtlich etwas nicht in Ordnung. Die Strecke in Preston-Blackpool war viele Monate wegen Elektrifizierung und neuer Signale gesperrt. Mit dem neuen Fahrplan wurde es wieder geöffnet und Virgin begann ihre neuen Züge nach London. Aber Northern kündigte nur eine begrenzte Wiederaufnahme von Zügen an, wobei viele noch SEV benötigen. Sie sagten, sie genügend Fahrer nicht gegeben Ausbildung hatte. Die wiederaufgenommenen Züge Blackpool-Manchester Airport und Blackpool Liverpool sollten Class 319 ET werden. Am selben Tag sollten die Liverpool-Manchester-Airport Züge auf Crewe erweitert werden und würden Class 319 (statt 323 des vorherigen Manchester Piccadilly- Airport - Crewe Züge) verwenden. Und es gab viele Änderungen an dem Plan in Nord/Ost Manchester und West/Süd Yorkshire.

Es war schnell klar, dass Blackpool nicht das einzige Problem war. Nicht genug Fahrer aus Manchester können die 319 fahren. In anderen Orte Fahrer für die Streckenausbildung warten noch. Die Bürgermeister der Regionen Merseyside, Manchester und Sheffield haben gefordert, dass Arriva das Franchise verliert - und auch der Verkehrsminister in London sollte zurücktreten.

Jetzt hat Arriva die Änderungen der Notfallfahrpläne bis Ende Juli angekündigt - obwohl sie erst bis nächsten Freitag veröffentlicht wurden. [www.northernrailway.co.uk]

Alle Windermere Strecke Züge sollen SEV sein (in Wirklichkeit hat das vor einer Woche begonnen)
Mehrere Züge von Blackpool -Manchester Airport werden nicht zwischen Piccadilly und Airport laufen
Über 150 andere Züge pro Tag werden storniert

Es ist noch ein Risiko von kurzfristigen Stornierungen, vor allem auf dem Abschnitt Manchester Oxford Road - Airport - Crewe.

Das Problem wäre größer gewesen, aber Liverpool Lime St ist von heute wegen Umbau für 8 Wochen geschlossen - daher gibt es ungenutzte Fahrer.

Die Änderungen für die nächste Woche werden in die [www.nationalrail.co.uk] Datenbank aufgenommen - Besucher der Region müssen diese (definitiv nicht bahn.de) nutzen und die Fahrpläne kurz vor der Reise bestätigen.

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: Wessex Trains

Datum: 02.06.18 23:22

Wobei Arriva in diesem Falle eher unschuldig ist, die haben den Fehler gemacht den Versprechungen vion Network Rail zu glauben was sich jetzt sehr bitter rächt...

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: LittleJoe4

Datum: 03.06.18 07:45

Network Rail ist genauso gut wie Strassen NRW.. oder DB Netz.!!!

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: SteveB

Datum: 03.06.18 11:52

Network Rail Verfehlungen war eine späte Entschuldigung, nachdem die Probleme begannen. Nach dem 20. Mai gab es keine größeren NR-Probleme.

Das NR Elektrifizierungsprojekt in Blackpool war sehr langsam (wie immer) - aber Arriva wusste, was vor sich ging und sie wussten, dass sie keine Zeit hatten, Fahrerausbildung zu geben. Aber sie veröffentlichten den Fahrplan und ließen die Reisende glauben, dass alles in Ordnung wäre.

Das Scheitern zu lehren Fahrer über Class 319 ist kein NR Problem.

Der erste Zug von Crewe nach Manchester Airport (Mo.-Sa.) fährt nur an 3 Tagen von 12 seit dem neuen Fahrplan. Der Grund, Arriva senden es als LZ von Bw. Allerton in Liverpool (zuvor als Class 323 aus Manchester Longsight). Aber Liverpool-Crewe ist keine normale Strecke für sie, deshalb mussten die Fahrer unterrichtet werden und nicht genug sind bereit. In diesem Fall wissen sie sogar vom Vortag, dass sie diesen Zug nicht bedienen können, aber sie warnen die Reisende nicht. Probleme am Anfang des Tages können wachsen. Dieser Zug sollte als Spitzenzeit-Pendlerzug durch Süd Manchester zum Zentrum und dann nach Liverpool (über Chat Moss) fortfahren. An manchen Tagen begann es an Manchester Oxford Road, an anderen Tagen wurde es komplett abgesagt - ein kleiner Fehler und Hunderte waren bei ihrer Arbeit zu spät.

In den anderen Bereichen hat NR möglicherweise eine späte Bestätigung der Fahrpläne gegeben. Aber jeder wusste, wie die Routen ändern würde und die Fahrerausbildung sollte getan werden. Oder sie wussten, dass sie nicht genug Zeit hatten und hätten deshalb den neuen Fahrplan nicht veröffentlichen sollen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:06:03:11:54:05.

Grrrrr....

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 03.06.18 14:38

Zitat:

Wobei Arriva in diesem Falle eher unschuldig ist

Genau, die Firma ist unschuldig, und nicht nur in diesem Fall, sondern immer. Schuld haben die Anderen, letztenfalls Du, der blöde Fahrgast. Merke Dir das, wenn Du mal wieder...

... im Regen wartest
... oder im Schnee
... oder wie ich 45 Minuten lang bei -15 Grad, im Dunkeln, im (hüstel) "besten" Viertel der Stadt, ohne Ahnung, wann und ob der Bus kommt.



Bedenke: Niemand zwingt Dich, den Bus oder den Zug zu nehmen. Du hast zwei Füße, kannst also gehen.

___________
Edit:

Ganz vergessen: Hast Du blöderweise keine Füße, oder fehlt Dir sonstwas? Pech gehabt: [www.bbc.com]
Immerhin kann man seinen Ärger bei Twitter loswerden - oder? [www.theguardian.com]



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:06:03:15:15:12.

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: 702

Datum: 03.06.18 15:13

Danke für Deine laufenden Berichte welche ständig auf Neue belegen das eine Staatsbahn als geschlossenes System immer noch die schlechteste Lösung ist (es gibt nur leider kkeine Bessere, wie schon Winston Churchill betreffend der Demokratie als Regierungsform erkennen musste).

Es führt kein Weg an der Verstaatlichung vorbei, wenn man das Chaos auf Europas Schienen in den Griff bekommen will.

Liebe Grüße

Werner





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:06:03:15:13:53.

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: kentishman

Datum: 03.06.18 15:33

SteveB schrieb:
Network Rail Verfehlungen war eine späte Entschuldigung, nachdem die Probleme begannen. Nach dem 20. Mai gab es keine größeren NR-Probleme.

Das NR Elektrifizierungsprojekt in Blackpool war sehr langsam (wie immer) - aber Arriva wusste, was vor sich ging und sie wussten, dass sie keine Zeit hatten, Fahrerausbildung zu geben. Aber sie veröffentlichten den Fahrplan und ließen die Reisende glauben, dass alles in Ordnung wäre.

In den anderen Bereichen hat NR möglicherweise eine späte Bestätigung der Fahrpläne gegeben. Aber jeder wusste, wie die Routen ändern würde und die Fahrerausbildung sollte getan werden. Oder sie wussten, dass sie nicht genug Zeit hatten und hätten deshalb den neuen Fahrplan nicht veröffentlichen sollen.
Die Blackpool-Strecke könnte man aber nicht lernen, bis die (viel umgebaute) Strecke für den Verkehr freigegeben war, was mit vielen Wochen Verspätungen stattfand. Kurz nach Ostern begannen die Zugausfalle, weil mehrere Fahrer natürlich Urlaub vorgebucht hatten (letzte Woche war bei uns Schulferien, die Anzahl der Ausfälle hat also über Nacht verdoppelt). Ich habe zB bei meiner Heimfahrt vom Dampfspektakel 80 Minuten Verspätung weil zwei aufeinanderfolgenden Züge von Preston nach Blackburn kurzfristig ausfielen.

Northern ist aber nicht ganz schuldlos! Das Firma hatte für solche Fälle eine Ruhetagsarbeitvertrag mit den Gewerkschaften, aber er ist Zeitbefristet und ein neuer hat man nicht gemacht (aus welcher Gründe das gescheitert hat ist nicht öffentlich).

702 schrieb:
Zitat:
Es führt kein Weg an der Verstaatlichung vorbei, wenn man das Chaos auf Europas Schienen in den Griff bekommen will.
Ich bin kein Fan der Privatisierung, aber bitte merken, dass Network Rail verstaatlicht ist!


Grüsse aus Yorkshire (ja, ich bin neulich umgezogen, und vermeide jetzt also die Probleme in Lancashire!).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:06:03:15:36:55.

Staatsbahn...

geschrieben von: Spoorslag '70

Datum: 03.06.18 17:44

Betrachten wir doch spaßeshalber mal drei Probleme im Britischen Netz:
1. Die hier beschriebenen Probleme im Norden: sollen zu einem guten Teil mit gekürzten/verspätetem Ausbau in Verbindung stehen - staatliches Problem.
2. Class 385: die Frontscheiben sorgen für ungewollte Reflexionen - könnte auch bei einer Staatsbahn passieren.
3. GTR: Zu wenig (ausgebildete) Fahrer - kann auch einer Staatsbahn passieren.

Das es mit staatlichen Unternehmen nicht besser läuft, sieht man ja in Deutschland oder Belgien.

The timetable should be an assurance and a promise, not a hope.

Re: [GB] Arriva unter Druck

geschrieben von: SteveB

Datum: 04.06.18 11:56

"Die Blackpool-Strecke könnte man aber nicht lernen, bis die (viel umgebaute) Strecke für den Verkehr freigegeben war," Absolut wahr. Und das Management von Arriva Northern wusste das. Sie wussten, dass nicht genug Zeit war. Aber sie haben den neuen Fahrplan nicht verschoben (oder bitten den Minister, dies zu tun) und veröffentlichte die Faltblätter und gaben die Zeitpläne an die nationale Datenbank weiter. Sogar zwei Tage vor dem Datum sagten sie den Passagieren, es wäre in Ordnung.

"weil mehrere Fahrer natürlich Urlaub vorgebucht hatten" . Die Ferienzeit der Lokführer (und Schaffner) wird streng nach Quoten geregelt, die gleiche maximale Anzahl pro Woche. Normalerweise werden ihnen bestimmte Wochen zugewiesen (die jedes Jahr variieren). Schulferien sind in der Formel nicht berücksichtigt ("Deine Kinder sind dein Problem!"). Wenn das Datum nicht bequem ist, muss der Fahrer einen Kollegen finden, der tauschen wird. Es sei denn, Northern erlaubte ihnen im Frühling, Urlaubszeit zu "bankieren", um das Lernen zu ermöglichen. In diesem Fall könnte es im Herbst eine weitere Mangel geben (genau wie Ryanair letzten Herbst)!


Trotz des Notfahrplans mit 165 weniger Zügen (also nicht offiziell annuliert) gab es heute Morgen schon dutzende weitere Annullierungen. Und natürlich hat der erste Zug von Crewe nach Manchester Airport (was absolut nichts mit Blackpool zu tun hat ...) die Reisenden enttäuscht - rund 50 Minuten verspäteter Abfahrt und keine Halt am Flughafen!

Es gibt auch Probleme mit GTR in London, die ich vor ca. 2 Wochen schrieb.

Aber TransPennineExpress hat ihren neuen Plan (große Veränderungen in Manchester und nach Leeds) ohne Problemen eingeführt.
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